Als die Ramones im April 1976 ihr Debütalbum herausgebracht haben, waren sie sowas wie ein Gegenentwurf zu dem filigranen, durchdachten und aufwendigen Artrock und den Progressive Rockbands der Zeit. Schnell, laut und einfach sollte es sein – Punkrock eben.
Die Ramones sind unglaublich einfach in ihrer Greifbarkeit [...] und in ihrer Klarheit.
Quelle: Katharina Heinius über die Stärke der Ramones
Obwohl der Begriff "Punk" in der Heimat der Ramones, New York, bis dahin noch nicht wirklich bekannt war: Die Ramones waren neu, interessant und begehrt, zumindest was die Liveshows der Band betrifft, erzählt Meilensteine Host Frank König. Die Plattenverkäufe der Band liefen in der Anfangszeit eher weniger gut.
CBGB's – Eine Heimat für den Punk: Die Gründung der Ramones in New York
Entstanden sind die Ramones im Umfeld des legendären Clubs und Plattenladens "CBGB", im New Yorker Stadtteil Manhattan, einem sehr "musikerfreundlichen Club", wie Katharina Heinius es im Podcast beschreibt.
Das bedeutet, die Musiker haben große Teile der Eintrittsgelder erhalten und hatten dort vor allem Auftrittsmöglichkeiten. Wichtige Grundvoraussetzung des Inhabers: Es durften keine Coversongs gespielt werden. In diesem Umfeld hatten die Ramones, die sich 1974 gegründet haben, ihre ersten Auftritte.
Harte Zeit für Punk: Die Ramones hatten einen langen Weg zum Debütalbum
Auch wenn die Ramones live ein Publikum begeistern konnten – einen Plattenvertrag wollte ihnen anfangs keiner geben. Die Plattenfirma Sire Records bot ihnen zunächst einen Vertrag über eine einzige Single an, was die Band ablehnte. Erst gut ein Jahr später bekamen sie dort dann doch einen Vertrag über ein ganzes Album: ihr Debütalbum.
Etwas Unterstützung bekamen sie von der "Godmother of Punk" Patti Smith. Sire Records wollte eigentlich sie unter Vertrag nehmen, aber Smith lehnte ab und empfahl dem Plattenlabel, sich doch die Ramones mal genauer anzuschauen, wie Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt.
Als der Plattenvertrag unterzeichnet war, ging dann alles sehr schnell mit dem Album. Die Ramones – typisch Punk – waren keine Fans von Studioarbeit und wollten die Sessions im achten Stock der Radio City Music Hall schnell hinter sich bringen.
Sie haben nur fünf Tage gebraucht für das komplette Album!
Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit der Ramones
Der Punk der Ramones und ihres Debütalbums war schnell – nicht nur musikalisch
Auch wenn es auf dem Weg zum ersten Album ein paar Unwägbarkeiten und Steine im Weg gab, ging es, als der Plattenvertrag unterschrieben war, sehr schnell. Dieses Tempo sorgte auch dafür, dass die Ramones sozusagen die ersten ihrer Art waren, die ein Album in diesem Genre veröffentlichten, auch wenn in Großbritannien etwa zur gleichen Zeit die Punkszene entstanden ist.
Es war auch ein Wettlauf, wer bringt das erste Album raus, das dieses Genre definiert? Und das waren die Ramones!
Quelle: Benjamin Brendebach Musikredakteur über die Ramones
Auch wenn die Ramones nicht "die ersten ihrer Art waren" – sie waren klar definiert und prägend für die ganze Szene. Und das, obwohl die ursprüngliche Heimat des Punks oft in Großbritannien, genauer gesagt England, gesehen wird. Die amerikanische Band Ramones war im Grunde genommen auch der Startschuss für den Punkboom in Großbritannien, weil sie schon im Juli 1976 in London auftraten und zwei ausverkaufte Shows im Stadtteil Camden spielten, erzählt Katharina Heinius im Podcast.
Als die angekündigt wurden, haben die Leute gesagt: Das ist der neueste heiße Scheiß aus New York, da müssen wir hingehen.
Quelle: Benjamin Brendebach über die Londoner Konzerte der Ramones 1976
Das macht den Punk und das Debütalbum von den Ramones so besonders
Die Ramones sind mit ihrer Musik und vor allem ihrem selbstbetitelten Debütalbum zu Ikonen des Punk geworden und haben echte Pionierarbeit geleistet – schnörkellos und mit erhobenem Mittelfinger. Die Bedeutung ihres Debütalbums beschreibt Musikredakteur Benjamin Brendebach so:
Sie haben ihren Stil entwickelt und damit eigentlich auch den Punk entwickelt. Das Album ist roh, es ist schnell, es ist laut! Die Songs sind nicht länger als drei Minuten.
Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über das Debütalbum der Ramones
Shownotes
- Buchtipp: "Please Kill Me – Die unzensierte Geschichte des Punk"
- Webseite der Cover-Fotografin Roberta Bayley
- ARD Podcast-Tipp: "Being The Beatles"
Über diese Songs vom Album "Ramones" sprechen wir im Podcast
- (19:46) – "Blitzkrieg Bop"
- (35:26) – "Judy Is A Punk"
- (43:05) – "I Don't Wanna Walk Around With You"
- (46:24) – "I Wanna Be Your Boyfriend"
- (51:53) – "53rd & 3rd"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
- (05:08) – "Boss Hoss" von The Sonics
- (06:07) – "Raw Power" von Iggy & The Stooges
- (06:55) – "Personality Crisis" von The New York Dolls
- (07:57) – "Gloria" von Patti Smith
- (17:34) – "Kick Out The Jams" von MC5
- (28:08) – "Saturday Night" von Bay City Rollers
- (31:06) – "My Dark Hour" von Steve Miller und Paul Ramone
- (37:41) – "The Punk And The Godfather" von The Who
- (47:36) – "I Should Have Known Better" von The Beatles
- (48:18) – "I Wanna Be Your Man" von The Beatles
- (48:40) – "I Wanna Be Your Man" von den Rolling Stones