
Sign up to save your podcasts
Or


Lange dachten wir, wir übersetzen nur Worte, doch irgendwie wurde dann klar: wir übersetzen in einem kulturellen Kontext, zwischen Kulturen. Und ist es in diesem Fall nicht eher eher so, dass Diskurse übersetzt werden müssen? Sind Kulturen überhaupt noch homogen und welche Rolle spielt die Diskursanalyse beim Übersetzen? Und warum ist es wichtig, dass die Übersetzenden ihre Rolle als Dritte in der Kommunikation annehmen und aktiv mitgestalten?
Literatur & Links zur Folge
Assmann, Jan (1997): Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. München: Beck. // François Le Bovier de Fontenelle: Entretiens sur la pluralité des mondes. // Foucault, Michel: (1975) Überwachen und Strafe. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. // Schippel, Larisa (2009): „Vom Mehrwert des Dritten oder: Der sichtbare Übersetzer“. In: Hartwig Kalverkämper, Larisa Schippel (Hrsg.): Translation zwischen Text und Welt. Berlin: Frank & Timme, S. 195–210. // Schippel, Larisa (2011 ): „Weltbilder und Selbstbilder. Translation und Diskurs.“ In: Baumann, Klaus-Dieter. (Hrsg) : Fach-Translat-Kultur. Berlin: Frank und Timme. // Bhabha, Homi K. (2012): Über kulturelle Hybridität: Tradition und Übersetzung. Turia + Kant: Wien/Berlin.
Sobald wir uns mit mindestens zwei Sprachen beschäftigen, ist das Thema der Übersetzung in greifbarer Nähe. Doch wie sieht es mit dem Transfer von gesehenen Bildern in Lautsprache aus? Und haben Sie sich beim Surfen auf einer Homepage schonmal gefragt, dass diese für viele Menschen nicht zugänglich ist? Und zwar nicht aus technischen Gründen oder fehlendem WLAN. Nein, weil die meisten Webseiten schlichtweg nicht barrierefrei konzipiert sind. Und dabei kann es so einfach sein!
Zusammen mit der Bloggerin Lavinia Knop-Walling spricht Yvonne Griesel in Folge 15 von Über Übersetzen über Hürden und Schwierigkeiten für blinde Personen im Alltag und im Theater und inwiefern eine Audiodiskreption einem Übersetzungsprozess ähnelt. Dabei wird klar, dass Barrierefreiheit in Deutschland noch ziemlich hinterherhinkt und Sprache oft wertend und weniger beschreibend ist. Dabei ist es gar nicht so schwer, das eigene Sprechen bildhafter zu gestalten und den Blick im Alltag sensibler werden zu lassen, oder? Wichtig ist es Ängste abzubauen und ein gelegentliches Scheitern zuzulassen, denn der Idealzustand ist, wie Lavinia uns mit auf den Weg gibt, nicht das Produkt, sondern Austausch und Zusammenarbeit.
Lavinia Knop-Walling ist eine freiberufliche Autorin und Bloggerin rundum die Themen Inklusion, Blindheit und das Potenzial der Dunkelheit. Zurzeit leitet sie Workshops zum Thema Blindenselbsterfahrung, schreibt Bücher und arbeitet als Kampagnenmacherin für das Projekt Berliner Spielplan Audiodeskription. (Quelle: https://laviniaknop.com/workshop/)
Literatur & Links zur Folge
Nicolai, Anke (2014): "Sie trägt einen cremefarbenen, bestickten Mantel
[Hier](https://www.drama-panorama.com/aktuelle-projekte/1-uebertheateruebersetzen/barrierefreiheit-im-theater/
In Folge 14 von Überübersetzen sprechen Yvonne Griesel und Larisa Schippel über die Notwendigkeit, Literatur immer wieder mit einem neuen Blick zu betrachten, da sich sprachliche Konventionen im Laufe der Zeit stetig verändern. Übersetzung kann hier kommentieren, neue Sichtweisen eröffnen und antikolonial, feministisch und konventionsbrechend alte Texte in das Hier und Jetzt bringen.
Tarjei Vesaas (2020): Die Vögel. Berlin, Guggolz Verlag
Hier geht’s zu „Die allgemeine Verunsicherung. Wissen Sie eigentlich, wen Sie lesen?“ ist eine Lesung, die Yvonne Griesel für die lange Nacht der Wissenschaft an der Humboldt-Universität mit ihren Studierenden 2005 entwickelt hat und die seitdem immer wieder - mit einem mittlerweile festen Ensemble - aufgeführt wird. Dabei handelt es sich um Henning Bochert, Andreas Rüttenauer, Axel Strotmann, Naemie Schmidt-Lauber und Yvonne Griesel.
Mehr zu Simone de Beauvoir und feministischer Translationswissenschaft:
In unserer aktuellen Folge kommt ein Verleger zu Wort: Sebastian Guggolz verlegt ausschließlich Neuübersetzungen aus Ost- und Nordeuropa. Von Anfang an arbeitete er mit erfahrenen Übersetzer:innen zusammen, hört ihnen zu und stöbert nicht nur in Antiquariaten nach vergessenen Autor:innen, sondern lässt sich von Übersetzer:innen ihre Geheimtipps verraten. Der Erfolg und die Auszeichnung des Guggolz Verlags zeigen, wie wichtig es ist, mit Übersetzenden auf Augenhöhe zu arbeiten. Und warum Lektor:innen und Journalist:innen die perfekten Kandidat:innen für eine Fernsehquizshow sind, erfahren wir außerdem in dieser Folge.
Sebastian Guggolz, 1982 in der Nähe von Ravensburg geboren, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Volkskunde an der Uni Hamburg. Nach dem Magisterabschluss ging er im Jahr 2005 nach Berlin und begann seine Tätigkeit als freier Lektor, Redakteur und Korrektor bei Buch- und Zeitschriftenverlagen. 2007 startete er ein Volontariat im Verlag Matthes & Seitz, dem eine Anstellung als Lektor folgte. Im Anschluss gründete er 2014 den Guggolz Verlag mit Schwerpunkt Literatur aus Nord- und Osteuropa, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Sebastian Guggolz ist im Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer des Literaturhauses Berlin e.V. und engagiert sich als ehrenamtlicher Lesepate an einer Grundschule.
Bildrechte © Nils Stelte
Literatur & Links zur Folge:
Andor Endre Gelléri (2018): Stormern. Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Timea Tankó // Lewis Grassic Gibbon (2018): Lied vom Abendrot, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Esther Kinsky // Frans Eemil Sillanpää (2014): Frommes Elend, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Reetta Karjalainen und Anu Katarina Lindemann //Tarje Vesaas (2020): Die Vögel, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel // Johannes V. Jensen (2017): Himmerlandsvolk, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Ulrich Sonnenberg
Hier gibt’s mehr vom Guggolz Verlag.
Ein Zitat aus Boris Poplawski (2019): Apoll Besobrasow, Berlin: Guggolz, S. 5-6, eine Übersetzung von Olga Radetzdkaja.
Im Berufsfeld der Übersetzung sprechen wir oft von Loyalität in der Übersetzung, meinen damit, dass wir unseren Autor:innen gegenüber gewissenhaft sein müssen. Aber das ist noch lang nicht alles, wir müssen auch unseren Kolleg:innen gegenüber loyal sein, den Verlagen, den internationalen Interessen und nicht zuletzt uns selbst gegenüber. Dass das nicht immer einfach ist, versteht sich von selbst und so scheint das Etablieren einer Translationsethik von maßgeblicher Relevanz. Über erste Versuche eine solche zu entwickeln, sprechen wir in dieser Folge.
Literatur & Links
Christiane Nord ( 1989): „Loyalität statt Treue. Vorschläge zu einer funktionalen Übersetzungstypologie“. Lebende Sprachen 3, 100-105.// Prunč, Erich (1997) „Translationskultur“, in: TextConText 11 = NF 1.1997, 99-127 // Pym, Anthony (1997) Pour une éthique du traducteur. Ottawa: Artois Presses Université. // Pym, Anthony ed. (2001) The Return to Ethics. Special Issue der Zeitschrift The Translator 7.2001.2. // Chesterman, Andrew (1997 a) „Ethics of translation”, in: Snell-Hornby et al. eds. 1997, 147-160 // Alessandro Baricco (1997): „Seide“, München / Zürich: Piper
Chesterman, Andrew (2001) „Proposal for a Hieronymic Oath”, in: Pym ed. 2001, 139-154.
Hier geht's zu Anthony Pym zu Ethik der Translator:innen Part eins und Part zwei auf YouTube.
In dieser Folge wird es konkret: Timea Tankó, literarische Übersetzerin aus dem Ungarischen und Französischen, spricht mit uns über die spielerische Herangehensweise und das konkrete Vorgehen beim Übersetzen vom Ungarischen ins Deutsche. Da geht es um Klänge, Vokalharmonien und Wortendungen, die die ungarische Sprache sehr kompakt und konkrete Nennungen möglich machen, aber im deutschen Satz- und Wortbau ganz anders wirken. Außerdem sprechen wir über das „Dahinter“ des ungarischen Literaturbetriebs und wie subtil politische Prozesse in die ungarische Kultur einwirken und darin aber Personen und Gesellschaft stark beeinflussen können.
Timea Tankó
Andor Endre Gelléri (2018): Stormern. Berlin: Guggolz Verlag // György Dragomán (2019): Löwenchor. Berlin: Suhrkamp // Miklós Szentkuthy (2020): Apropos Casanova. Berlin: Die andere Biobliothek // István Kemény (2013): Liebe Unbekannte. Wien: Braumüller Verlag
Hier geht’s zum Interview von Timea Tankó mit DLF.
Zitat
Yvonne Griesel war zu Gast bei der Podiumsdiskussion „Dramenübersetzung und Übertitel – ein Spannungsfeld?“ im Rahmen von Theater der Welt . Ebenfalls mit dabei waren Franziska Muche, Christopher Fares-Köhler, Uli Menke, Karen Witthuhn und PD Dr. Vera Elisabeth Gerling.
Christopher-Fares Köhler studierte Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig und an der Freien Universität Berlin (M.A). Er arbeitet als Dramaturg am Theater Dortmund, in der Intendanz von Julia Wissert. In der Spielzeit 2017/18 war er Teil der Dramaturgie an den Münchner Kammerspielen. Von 2018 bis 2020 war er Dramaturg u.a des Exil Ensembles am Maxim Gorki Theater Berlin. Als Gast arbeitete er u.a. auch an der Schaubühne Berlin und beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2019 (Berliner Festspiele). Köhler arbeitet auch als Übersetzer, vornehmlich für arabische Autor:innen.
Franziska Muche lebt und arbeitet als freie Übersetzerin für Theater in Berlin. Sie ist Diplomkulturwirtin mit Schwerpunkt Spanien/Lateinamerika (Univ. Passau), Licenciada in Übersetzung und Dolmetschen (Univ. Granada) und ausgebildete Schauspielerin (Michael-Tschechow-Studio/ZAV). Seit 2008 übersetzt sie Theatertexte zeitgenössischer Bühnenautor*innen aus dem Spanischen und im Tandem mit Pilar Sánchez Molina auch ins Spanische; seit 2013 ist sie auch als Übertitlerin tätig. Von 2013 bis 2016 leitete sie die Reihe szenischer Lesungen AMBIGU in der Alten Kantine Wedding. 2020 wurde sie mit einem Exzellenzstipendium des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet. Gemeinsam mit Carola Heinrich gibt sie eine Anthologie mit Theatertexten aus Argentinien, Chile, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Spanien und Uruguay heraus (Mauern fliegen in die Luft, Neofelis Verlag, vorauss. Nov. 2021).
Karen Witthuhn wurde 1969 geboren und studierte „Drama – Theatre, Film & TV“ an der University of Bristol, England. Sie lebt in Hamburg und arbeitete von 1995 bis 2011 als Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin an Stadttheatern, in der freien Szene und für internationale Theaterfestivals. Seit 2000 ist sie freiberuflich als literarische Übersetzerin von Romanen, Theaterstücken und- texten und Drehbüchern aus dem Englischen tätig. Gemeinsam mit der englischsprachigen Kollegin Lucy Renner Jones leitet sie das Übersetzerbüro Transfiction: www.transfiction.eu 2011 nahm sie am Hieronymus-Programm für Nachwuchsübersetzer und an der Berliner Übersetzerwerkstatt teil und wurde 2015 sowie 2018 mit Arbeitsstipendien der DÜF gefördert. (Quelle: Homepage Überübersetzen)
Uli Menke, *1968, ausgebildeter Buchhändler, Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Religionswissenschaft und Ethnologie an der FU Berlin und in Paris. Er arbeitet als Übersetzer, Dramaturg und Übertitler. Zu den durch ihn übertragenen Autoren zählt Wajdi Mouawad – für die Übertragung von dessen Stück »Küste« erhielt er 2013 den Theater-Transfer-Preis. (Quelle: Homepage Saarländisches Staatstheater)
Übersetzen kann Grenzen schaffen und gleichzeitig Brücken bauen, kann dem kommerziellen Erfolg dienen und dann wieder den Zusammenhalt stärken. Warum? Weil sich das Übersetzen nicht nur an Textvorlagen orientiert, sondern ein komplexer Vorgang ist, weil Translationskulturen beständig in Räumen funktionieren und weil es irgendwie auch immer um unterschiedliche Interessen und Konventionen geht. In Folge 9 von Überübersetzen sprechen Dr. Yvonne Griesel und Prof. Dr. Larisa Schippel über die vielen unterschiedlichen Funktionen des Übersetzens und das zeitgemäße „translatorische Handeln“, denn „im Grunde genommen ist unsere ganze Gesellschaft Translation“.
Justa Holz-Mänttäri (1984): Translatorisches Handeln. Theorie und Methode.Helsinki: Suomalainen Tiedeakatemia // Michaela Wolf (2012): Die vielsprachige Seele Kakaniens. Wien: Böhlau Verlag
Hier geht’s zum Wikipediaartikel von Justa Holz-Mänttäri:
Was sind schwebende und präzise Sprachen? Und warum kann Übersetzen ein Universum erobern? In Folge 8 von Überübersetzen sprechen Dr. Yvonne Griesel und die Übersetzerin und Lektorin Patricia Klobusiczky über das Inspirierende an brüchigen Wurzeln, warum „Muttersprache“ gerade beim Übersetzen eine neue Rolle einnimmt und warum das Nachkochen von Gerichten essentiell für den Prozess des Übersetzens sein kann. Da geht es um den feinen Umgang mit der individuellen Motivation in Texten und warum die Freiheit des Bezugs ein wichtiger Bestandteil bei der Rezeption ist.
Patricia Klobusiczky (*1968 in Berlin) studierte Literarturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und arbeitete 10 Jahre als Lektorin für den Rowohlt-Verlag mit dem Schwerpunkt auf französischer und englischsprachiger Belletristik, ost- und mitteleuropäischer Literatur und deutschsprachigen Autor:innen. Seit 2006 ist sie selbstständige literarische Übersetzerin. Von März 2017 bis Juni 2021 war sie 1. Vorsitzende vom Berufsverband der Literaturübersetzer:innen (VdÜ).
Elias Canetti (1979): Die gerettete Zunge. Deutschland: S. Fischer Verlag // Paula Jacque (1994): Die leichtsinnigen Engel. Deutschland: Rowohlt // Sophie Divry (2017) : Als der Teufel aus dem Badezimmer kam. Berlin: Ullstein // Saša Stanišić (2019): Herkunft. München: Luchterhand Literaturverlag // Nino Haratischwili (2017): Das achte Leben (Für Brilka). Berlin: Ullstein TB
Äquivalenz ist ein Schlüsselbegriff in der Translationswissenschaft und taucht oft auf, wenn wir über übersetzen sprechen. Was bedeutet er eigentlich genau? Was hat er mit Macht zu tun und warum wird er häufig als Bewertungsinstanz für Übersetzungen eingesetzt?
Theo Hermans (2006): Translating Others. London: Routledge. // André Lefevere (1992): Translation, Rewriting, and the Manipulation of Literary Fame. London/New York: Routledge. // Werner Koller (1979) : Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Stuttgart: UTB. // Amanda Gormann (2021): The Hill we Climb / Den Hügel hinauf. (Zweisprachige Ausgabe, in deutscher Übersetzung von Kübra Gümüşay, Hadija Haruna-Oelker und Uda Strätling) Hoffmann und Campe. // Hitlers willige Vollstrecker Übersetzung: Klaus Kochmann Wolf Jobst Siedler Verlag, Berlin 1996 Siedler Taschenbücher, 1998.
Zitat von Theo Hermans in "The conference of the tongues", Manchester: St. Jerome Publishing.S.6 : "Equivalence, which I will continue to interpret as meaning equality in value ad status, is not a feature that can be extrapolated on the basis of texual comparison. Rather than being extracted from texts, equivalence is imposed ont them through an external intervention in a particular institutional context.In other words, equivalence is proclaimed, not found."
From the publisher's feed