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Vertrag von Versailles II


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00:00:00 Fernsehpodcast 186

„Deutschland schmilzt, aber wir bleiben cool" – unter dieser Hitze-Losung steigen wir ein. Eine Clip-Collage stimmt schon das große Thema an: Trump hat die Rahmenvereinbarung mit dem Iran nachts eigenhändig mit schwarzem Filzstift im Schloss Versailles unterzeichnet, statt tags darauf in der Schweiz im Beisein von J. D. Vance. Ein Kommentar deutet den „Iran-Deal" als das Gegenteil dessen, was Trump verlangt hatte – als „Kapitulation", allerdings die der USA. Davor der Smalltalk: zwei Wochen Pause wegen Italien, Micks Bericht von zwölf glühend heißen Tagen in Rom (Schweizergarde, Petersdom-Kuppel, Deutscher Friedhof) und Stefans Empfehlung, dort unbedingt eine Führung zu buchen.

00:11:41 Parteitag der Linken

Der Bundesparteitag in Potsdam wird breit beachtet – mit ungünstigen Vorzeichen. Der Eröffnungsclip (Dunja Hayali, ZDF) verweist auf BR-Recherchen, wonach Teile der Linksjugend Diktatoren verherrlichen und antisemitische Parolen verbreiten. Stefan spottet über die Erwartung, nach 2002 Geborene müssten „nochmal versichern", mit Honecker gebrochen zu haben; Mick merkt an, dass der Bericht drei Tage vor dem Parteitag kaum zufällig erscheine. Beide beschreiben den Richtungskampf zwischen jüngerer Basis und alteingesessener Kaderstruktur und Stefans Demografie-Argument: Das Wählerpotenzial verschiebe sich, auch wenn die Partei bei elf Prozent stagniere.

Am Streit um den Genozid-Begriff entzündet sich die Grundsatzfrage: Mut zu klarer Sprache oder „voreilender Gehorsam"? Es geht um das Dilemma vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – Profilierung gegen die CDU versus „Einheitspartei" zur Rettung der Demokratie. Bei der Personalie erreicht Luigi Pantisano ohne Gegenkandidat nur gut 53 Prozent; beide zerlegen seinen Auftritt als zu unkonkret und seine Aussage, die CDU mache „faschistische" Politik, als historisch falsches und politisches Eigentor. Zum Schluss kontern mehrere Tagesthemen-Clips mit dem Vorwurf, die Linke mache „Politik aus dem Hörsaal statt fürs Werkstor" – Stefan und Mick drehen den Spieß um: Nach Wirtschaftskompetenz werde die CDU nie gefragt.

01:24:56 Unterstützerdank

Dank an Präsentatorinnen, Produzentinnen und Unterstützer – mit Selbstkritik, weil Stefan Heike (150 Euro, „mein Seelenbalsam in einfacher Geschwindigkeit") nicht zuerst genannt hat. Es danken wir außerdem Philipp und Christian (Wien), Franz, Tim, Eike, Isa, Ingeborg, Torben, Konrad, Sebastian (Pfalz), Stefan aus Dresden, René, Andreas, Wiebke, Annalisa, Johann und Lydia. Running Gag: der notorische Frauenmangel auf der Liste.

01:28:43 Iran

Das mit Abstand längste Kapitel: Mick hat allein zum Iran rund 200 Clips auf etwa 70 heruntergebrochen, weil sich nichts trennen lässt – Trumps Geburtstag, G7-Gipfel, Ukraine und die Straße von Hormuz sind ein einziger „politischer Brei". Leitthese: Was Wadephul, Macron und Merz darstellen, klafft weit auseinander von der „Grundenttäuschung" über den Deal in den Sendern. „Deal" nennt es nur Trump, alle anderen sprechen von einer Absichtserklärung. Stefan entfaltet (über einen Salon-Clip von Reemtsma und Nachtwey) den Begriff des Bullying: situativ, eine Gelegenheit, die ergriffen wird – genau so agiere Trump, während alle nur auf seine Reaktion warten. Es gebe gar keine ergebnisorientierten „Verhandlungen": Iran sitze am längeren Hebel, weil Trump nur drohen könne, in vier Wochen gehe „uns das Öl aus".

Im Zentrum steht die Anpassung Europas an Trumps Linie. Außenminister Wadephul beschreibt bei Hayali einen „ersten guten Schritt"; Stefan bittet, die Clips „in dreifacher Geschwindigkeit" abzuspielen. Den Höhepunkt bildet Friedrich Merz im Gespräch mit Markus Preiß: Statt zu gratulieren, lobt er die Schwächung des „Terrorismus in der Region" (Houthis, Hisbollah, Hamas) als „großen Erfolg" und stellt die Öffnung der Straße von Hormuz in Aussicht – zweimal sei Merz mit Trump-Kritik „auf die Nase geflogen", nun bleibe er einfach bei dessen Position. Parallel entwickeln beide die These eines transaktionalen „Tit for Tat": Europa sichert die Meerenge mit Minenräumbooten, dafür rückt Trump bei der Ukraine wieder näher heran. Stefan berichtet aus dem Deutschlandfunk von ukrainischen Erfolgen und folgert, ohne die USA laufe es erstaunlich gut; Mick hält dagegen, dem Kriegsziel komme man nicht näher.

Beim Israel-Block geht es um Netanyahu, der keines seiner Kriegsziele erreicht habe und vor den Herbstwahlen Erfolge brauche – Knackpunkt Libanon und Hisbollah. Regierungsnahe israelische Medien erklärten nun ausgerechnet die US-Verhandler und J. D. Vance zu „Antisemiten". Dann der Moment der Unterzeichnung in Versailles und ein Heute-Journal-Beitrag mit den „14 Punkten" (Kriegsende an allen Fronten, Öffnung der Straße von Hormuz, Sanktionsaufhebung, Atomverzicht) – für beide eine bloße „Wunschliste". Micks kontraintuitiver Take: Vielleicht löse die Aussicht auf Investitionen und Milliardenflüsse im iranischen Regime mehr Disruption aus als 60 Jahre Sanktionen – ein „Nixon-goes-to-China-Moment". Die letzten Schalten nach Luzern und Tel Aviv zeigen jedoch das Scheitern in Echtzeit: mögliche iranische Suspendierung, Gerüchte über eine erneute Sperrung der Meerenge, israelische Angriffe im Südlibanon und Netanyahus Weigerung zurückzuweichen.

03:05:35 Finale

Ein Ausblick auf das Thema der nächsten Woche im „Neuen Zwanziger": die Rente. Stefan hält schon mal eine Suada bereit – über Superjachten, die er aus dem Flugzeug über Sardinien und Korsika fotografiert habe, über das „Schweden-Modell" der Aktienrente und über SpaceX, das binnen fünf Tagen so viel Buchwert verloren habe, „wie wir in 20 Monaten an Rente auszahlen". Seine Pointe: Wenn das Geld an der Börse „für uns arbeiten" soll – wer erarbeitet dann die Rendite? Mick: „Die Roboter, die auf dem Mars Rohstoffe abbauen." Dazu der entlarvte Mythos der „Rente mit 63" und das Theater um Bärbel Bas und das unantastbare „Gesamtpaket" der Kommission. Dann Verabschiedung in den heißen Sommer.

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FernsehpodcastBy Stefan Schulz


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