Visionäre der Gesundheit

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Visionäre der Gesundheit episodes

  • Constanze Stypula, CEO von Jameda – über Noa Notes und die Zukunft der digitalen Arztpraxis
    Constanze Stypula: Wie Jameda mit Noa und KI die medizinische Dokumentation revolutioniert
    Wer ist Constanze Stypula?

    Constanze Stypula ist CEO von Jameda, einer führenden digitalen Plattform im deutschen Gesundheitswesen. Vor ihrer Zeit bei Jameda arbeitete sie über zehn Jahre bei Amazon, wo sie den Aufbau von Audible Deutschland mitgestaltete, später Audible Frankreich launchte und schließlich weltweit die Entwicklung der Text-to-Speech-Technologie für Amazon und Alexa leitete. Nach ihrem Wechsel in die Startup-Welt war sie in TaxTech-Unternehmen wie TaxFit und PayFit tätig, bevor sie das Angebot erhielt, Jameda zu übernehmen.

    Von der Bewertungsplattform zur digitalen Patientenlösung

    Jameda wurde 2007 gegründet und war zunächst ein Arztbewertungsportal, das Patienten helfen sollte, transparente Informationen über Ärztinnen und Ärzte zu erhalten. Heute ist Jameda weit mehr als das:

    • Digitale Arzt-Patienten-Kommunikation: Online-Terminbuchungen, Erinnerungen und ein Messaging-System für Ärzte und Patienten.
    • Expertenartikel: Ärztinnen und Ärzte können Fachartikel veröffentlichen, um ihre Expertise sichtbar zu machen.
    • Teil von Docplanner: Seit 2021 gehört Jameda zur Docplanner Group, einer internationalen Digital-Health-Plattform, die in 13 Ländern aktiv ist.
    • Noa: KI-gestützte medizinische Dokumentation

      Ein zentrales Thema des Gesprächs war Noa, ein KI-Assistent für die medizinische Dokumentation, der Arzt-Patienten-Gespräche in Echtzeit aufzeichnet und strukturiert dokumentiert.

      ✩ Wie funktioniert Noa?

      • Noa „hört“ mit, während Arzt und Patient sprechen,
      • sortiert die Informationen automatisch in vordefinierte Textbausteine,
      • und erstellt eine vollständige Dokumentation ohne manuelles Mitschreiben.
      • ✩ Welche Vorteile bietet Noa?

        • Mehr Zeit für Patienten: Ärzte müssen nicht mehr parallel tippen und können sich voll auf das Gespräch konzentrieren.
        • Weniger Bürokratie: Die Dokumentation nimmt pro Woche bis zu 10 Stunden in Anspruch – Noa reduziert diesen Aufwand drastisch.
        • Sprachagnostische Funktion: Noa erkennt mehrere Sprachen und gibt die Dokumentation auf Deutsch aus.
        • Zukunftspotenzial: Künftig könnte Noa auch Diagnosen direkt in ICD-Codes übersetzen und mit Abrechnungsziffern verknüpfen.
        • Akzeptanz in der Praxis: Haben Patienten Vorbehalte?

          Eine häufige Sorge bei KI-gestützter Dokumentation ist die Akzeptanz durch Patienten. Doch laut Stypula gab es keinen einzigen Fall, in dem ein Patient sich gegen Noa entschieden hat. Ärzte müssen vorab informieren, dass Noa mitläuft – doch offenbar überwiegt das Vertrauen in die behandelnden Ärzte.

          Cloud vs. On-Premise – Warum die Digitalisierung in Deutschland stockt

          Ein weiteres großes Thema: Warum ist das deutsche Gesundheitswesen so schwerfällig in der Digitalisierung? Ein zentraler Grund ist, dass viele Arztpraxen immer noch mit On-Premise-Software arbeiten, also lokal installierten Systemen.

          ✩ Probleme durch On-Premise-Software:

          • Manuelle Updates: MFA (Medizinische Fachangestellte) müssen Updates selbst durchführen.
          • Individuelle Server-Strukturen: Jede Praxis hat eigene Netzwerkkonfigurationen, was die Integration neuer Lösungen erschwert.
          • Fehlende Interoperabilität: Viele Systeme sind nicht kompatibel, wodurch ein reibungsloser Datenaustausch schwierig ist.
          • ✩ Vorteile von Cloud-Lösungen:

            • Automatische Updates & Backups → Keine manuelle Wartung nötig.
            • Zentrale Sicherheitsmaßnahmen → Weniger anfällig für Fehler & Cyberangriffe.
            • Flexibilität → Ärzte können von überall aus arbeiten, z. B. bei Video-Sprechstunden.
            • „Cloudifizierung ist der Schlüssel zur Digitalisierung des Gesundheitswesens.“ – Constanze Stypula

              Noa Booking: Die nächste Stufe der KI in Arztpraxen

              Neben Noa Notes wird Jameda bald Noa Booking launchen – eine KI-gestützte Telefonassistenz.

              ✩ Was macht Noa Booking?

              • Patienten können telefonisch automatisiert Termine buchen oder verschieben.
              • Die KI übernimmt 30–50 % der Anrufe, die bisher MFA erledigen mussten.
              • Die Terminbuchung erfolgt direkt in den Arztkalender – kein manuelles Nachtragen nötig.
              • KI und Cloud als Schlüssel zur Zukunft des Gesundheitswesens

                KI-gestützte Tools wie Noa und cloudbasierte Lösungen könnten das Gesundheitswesen effizienter, sicherer und patientenfreundlicher machen.

                Was könnte KI noch bringen?

                • Automatisierte Befundung: KI kann bereits radiologische Bilder besser auswerten als Ärzte.
                • Individuelle Gesundheitscoaches: Wearables & KI könnten präventiv Empfehlungen geben.
                • Personalisierte Behandlungsstrategien: KI-Analysen könnten Behandlungen auf Patienten zugeschnitten optimieren.
                • Fazit: Effizienz, Entlastung und bessere Patientenversorgung

                  Jameda entwickelt sich von einer reinen Bewertungsplattform zu einer ganzheitlichen digitalen Gesundheitsplattform. KI und Cloud-Technologien bieten enormes Potenzial für die Entlastung von Ärzten und eine bessere Patientenversorgung.

                  Der Beitrag Constanze Stypula, CEO von Jameda – über Noa Notes und die Zukunft der digitalen Arztpraxis erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.

                  39 min
                • Hannes Kolbe – Joint Lead AI bei der AOK Nordost – über Chancen und Herausforderungen von KI in der GKV

                  Hannes Kolbe ist Joint Lead AI bei der AOK Nordost und einer der ersten, die eine spezialisierte KI-Einheit in einer gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland aufgebaut haben. Er hat keinen klassischen Informatik-Hintergrund, sondern kommt aus der Gesundheitswissenschaft. Nach seinem Bachelor in Prävention und Gesundheitssport und einem Master in Public Health an der Universität Bielefeld begann er seine Karriere bei der AOK Nordost. Über die Abteilung für individuelle Prävention gelangte er zur Unternehmensstrategie.

                  Mit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 erkannte er das enorme Potenzial der Technologie und eignete sich intensiv Wissen durch Selbststudium an – mittels YouTube-Videos, Podcasts und Newslettern. Diese intrinsische Motivation ermöglichte es ihm, das Thema KI bei der AOK auf die Agenda zu setzen und eine eigene KI-Einheit aufzubauen.

                  Wie KI Einzug in die gesetzliche Krankenversicherung hält
                  Der Einstieg in das Thema KI bei der AOK Nordost

                  Hannes Kolbe schildert, dass er sich zunächst selbst für KI begeisterte, obwohl er kein technischer Experte war. Sein erstes Experiment bestand darin, sich von ChatGPT ein komplett neues Brettspiel erstellen zu lassen – inklusive Regelwerk und Code für eine digitale Umsetzung. Diese Fähigkeit, neue Dinge in kürzester Zeit zu generieren, überzeugte ihn von der Tragweite der Technologie.

                  Um das Thema in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu etablieren, nutzte er ein praxisnahes Beispiel, um Kollegen zu überzeugen: KI wird in Zukunft unverzichtbar sein – nicht um Menschen zu ersetzen, sondern um Prozesse effizienter zu gestalten. Es wird keine zukünftigen Arbeitsprozesse ohne KI-Unterstützung geben.

                  Herausforderungen der KI-Integration im GKV-Kontext
                  Datenschutz und regulatorische Hürden

                  Ein großes Hindernis für den Einsatz von KI in der GKV ist der sehr hohe Datenschutzstandard für Sozialdaten. Während andere Branchen bereits mit KI experimentieren, sind gesetzliche Krankenkassen aufgrund der strengen SGB V-Regulierungen stark eingeschränkt.
                  Dennoch gibt es viele unproblematische Anwendungsfälle, etwa:

                  • Textzusammenfassungen medizinischer Gutachten, die von Menschen final geprüft werden.
                  • E-Mail-Kategorisierung zur schnelleren Bearbeitung.
                  • Marketing- und Strategieentwicklung mit KI-gestützten Tools.
                  • Kolbe plädiert für einen stufenweisen Ansatz: Erst wird mit öffentlichen Daten gearbeitet, dann mit internen Verwaltungsdaten, und schließlich kann – mit entsprechenden Schutzmechanismen – auch mit sensiblen Sozialdatenexperimentiert werden.

                    Das „Too Busy to Innovate“-Problem
                    Warum KI in vielen Organisationen nicht vorankommt

                    Ein großes Problem ist, dass viele Gesundheitsorganisationen in ihrem Tagesgeschäft gefangen sind und keine Kapazitäten für Innovation haben.

                    • „Zu beschäftigt zum Innovieren“ bedeutet, dass Organisationen ihre bestehenden Probleme managen, aber keine Zeit haben, um sich mit Zukunftstechnologien auseinanderzusetzen.
                    • Lösung: Die Schaffung einer klaren Zuständigkeit für Innovation. Unternehmen brauchen dedizierte KI-Teams, die neue Technologien vorantreiben, anstatt zu warten, bis sie irgendwann „dringend“ werden.
                    • Kolbe betont, dass Organisationen, die sich jetzt nicht mit KI beschäftigen, bald nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden.

                      KI und Change Management in Unternehmen
                      Die 4 Typen von Mitarbeitenden im Umgang mit KI

                      Kolbe beschreibt vier typische Reaktionen auf KI in Unternehmen:

                      1. Die Enthusiasten: Sie sind begeistert und erwarten, dass KI sofort perfekte Ergebnisse liefert. Sie müssen realistisch auf das 80/20-Prinzip eingestellt werden: 80 % KI-Unterstützung, 20 % menschliche Feinarbeit.
                      2. Die Ängstlichen: Sie fürchten Kontrollverlust und negative Konsequenzen, z. B. durch Deepfakes oder Bias in KI-Systemen. Hier hilft Aufklärung und gezieltes Change Management.
                      3. Die Skeptiker (Führungskräfte): Sie sind meist rational, aber sehen KI als Bedrohung für ihre eigene Expertise und Erfahrung. Diese Gruppe bringt oft bewusst Negativbeispiele ein, um KI abzulehnen.
                      4. Die Anpassungsfähigen: Diese Gruppe nutzt KI realistisch und strategisch, macht sich mit neuen Tools vertraut und nutzt sie zur eigenen Weiterentwicklung.
                      5. Die Herausforderung besteht darin, die ersten drei Gruppen durch gezielte Maßnahmen abzuholen.

                        Die Zukunft der KI im Gesundheitswesen
                        Veränderung des Arzt-Patienten-Verhältnisses

                        Ein spannendes Zukunftsszenario ist die Veränderung des Gesundheitswesens durch KI.

                        • Immer mehr Patienten nutzen KI, um sich selbst über Krankheiten und Therapieoptionen zu informieren – ähnlich wie bei Google-Suchen heute.
                        • Ärzte müssen sich darauf einstellen, dass Patienten mit KI-generierten Studienanalysen in die Praxis kommen.
                        • Die Kompetenz, Informationen zu hinterfragen und zwischen KI-generierten und echten medizinischen Erkenntnissen zu unterscheiden, wird essenziell.
                        • Automatisierung von Bürokratie und Wissensmanagement

                          KI kann nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte und Versicherungen unterstützen:

                          • Studienzusammenfassungen für Ärzte in wenigen Sekunden.
                          • KI-gestützte Entscheidungsfindung bei Anträgen.
                          • Automatisierte Erstellung von Versicherungsdokumenten.
                          • Gesellschaftliche und ethische Implikationen von KI
                            Manipulationsgefahr und Sicherheit
                            • Betrüger nutzen KI bereits für Deepfakes und Betrugsversuche (z. B. im Enkeltrick-Betrug).
                            • Datenschutz und Cybersicherheit müssen weiterentwickelt werden, um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken.
                            • Neue Ungleichheiten oder mehr Chancengleichheit?
                              • KI kann bestehende Wissensungleichheiten reduzieren, indem sie Informationen für jeden zugänglich macht – auch für Menschen ohne klassische Bildung.
                              • Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass nur gut informierte oder wohlhabende Menschen von den neuen Möglichkeiten profitieren.
                              • Vision für die Zukunft der gesetzlichen Krankenkassen
                                KI als Gamechanger für das gesamte Gesundheitssystem

                                Kolbe beschreibt eine Zukunft, in der:

                                • Jede Interaktion mit Krankenkassen, Ärzten oder Behörden KI-gestützt ist.
                                • Prozesse vollständig automatisiert werden – von der Leistungsabrechnung bis zur medizinischen Beratung.
                                • Versicherte personalisierte Angebote erhalten, basierend auf individuellen Gesundheitsdaten und präzisen Prognosen für Krankheiten oder Therapien.
                                • KI-Agenten als persönliche Gesundheitsassistenten fungieren, die Versicherte rund um die Uhr unterstützen.
                                • Diese Zukunft wird nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern.

                                  KI als Chance für das Gesundheitswesen

                                  Zum Abschluss betont Kolbe, dass KI nicht nur eine technologische Entwicklung, sondern eine gesellschaftliche Transformation ist. Diejenigen, die sich frühzeitig mit KI auseinandersetzen, werden langfristig bessere Entscheidungen treffen, effizienter arbeiten und innovativer agieren können.
                                  Wer sich dagegen sperrt, wird bald den Anschluss verlieren.

                                  Inga Bergen bedankt sich für das spannende Gespräch und verweist auf weitere Angebote zur KI-Weiterbildung, u. a. über die Future Health Academy.

                                  Der Beitrag Hannes Kolbe – Joint Lead AI bei der AOK Nordost – über Chancen und Herausforderungen von KI in der GKV erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.

                                  43 min
                                • Prof. Dr. med. Karl Broich – Wie er mit dem BfArM Innovation voran treiben will

                                  Ein Gespräch mit Prof. Dr. med. Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

                                  Wer ist eigentlich Dr. Karl Broich?

                                  Prof. Dr. Karl Broich ist Neurologe, Psychiater und kognitiver Verhaltenstherapeut. Seine Karriere begann er in der Universitätsmedizin, wo er als klinischer Studienleiter tätig war. Unzufrieden mit der Qualität und Transparenz klinischer Prüfungen, wechselte er im Jahr 2000 zum Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Obwohl er zunächst aufgrund der Bürokratie skeptisch war, engagierte er sich zunehmend in der europäischen Arzneimittelzulassung und stieg schließlich 2014 zum Präsidenten des BfArM auf. Seither treibt er die Transformation der Behörde aktiv voran.

                                  Von der Zulassungsbehörde zum Gestalter
                                  Prof. Dr. Karl Broich bringt neues Verständnis von Beratung und Service

                                  Früher galt die Rolle des BfArM als rein regulativ – es entschied erst am Ende einer Studie, ob ein Medikament zugelassen wurde oder nicht. Doch unter Dr. Karl Broichs Führung hat sich das Verständnis geändert: Das BfArM sieht sich nun als Partner für die pharmazeutische Industrie und akademische Forschung. Es berät Unternehmen frühzeitig zu Studiendesigns, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Dieser Wandel hat Deutschland im globalen Wettbewerb um klinische Studien attraktiver gemacht.

                                  Strukturwandel im BfArM: Eigenverantwortung statt Bürokratie
                                  Teams neu zusammensetzen und Verantwortung verteilen

                                  Ein zentraler Punkt der Modernisierung war die Neustrukturierung der Behörde. Früher arbeiteten verschiedene Fachbereiche isoliert an denselben Medikamenten. Heute sind interdisziplinäre Teams für ganze Therapiebereiche wie Onkologie oder Psychiatrie verantwortlich. Dadurch entstehen effizientere Entscheidungsprozesse.

                                  Erfolgsgeschichten als Motivationsstrategie

                                  Um einen Kulturwandel herbeizuführen, startete das BfArM eine Initiative, bei der Mitarbeitende Erfolgsgeschichten aus ihrem Arbeitsalltag sammelten. Dies führte zu einer neuen Identifikation mit den eigenen Leistungen und schaffte ein motivierendes Umfeld.

                                  Pandemie als Beschleuniger des Wandels
                                  Von der Krise zur Chance

                                  Die COVID-19-Pandemie stellte das BfArM vor große Herausforderungen, bot aber auch die Möglichkeit zur Veränderung. Die Behörde musste in kürzester Zeit Sonderzulassungen für Impfstoffe, Schutzmasken und Testsysteme erteilen. Dies zeigte, dass Prozesse deutlich beschleunigt werden können – eine Erkenntnis, die in die langfristige Strategie des BfArM eingeflossen ist.

                                  Forschungsdaten als Gamechanger für die Gesundheitsversorgung
                                  Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz und das Forschungsdatenzentrum

                                  Ein großer Fortschritt für die Forschung in Deutschland ist das neue Forschungsdatenzentrum, das 74 Millionen Datensätze gesetzlich Versicherter anonymisiert bereitstellt. Diese Daten ermöglichen sektorenübergreifende Forschung und verbessern die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Pharmaunternehmen dürfen unter bestimmten Bedingungen auf diese Daten zugreifen, was die Arzneimittelforschung erheblich beschleunigen kann.

                                  Deutschland beteiligt sich aktiv an Pilotprojekten für den europäischen Gesundheitsdatenraum. Das Ziel: eine vernetzte, grenzübergreifende Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung.

                                  Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) als neues Versorgungsmodell
                                  Von der Skepsis zur Akzeptanz

                                  Das BfArM war weltweit eine der ersten Behörden, die digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) als „Apps auf Rezept“ zugelassen hat. Der Start war holprig: Die Industrie kritisierte hohe Anforderungen, Krankenkassen sahen sie als zu niedrig an. Mittlerweile ist das System etabliert und ermöglicht Patienten eine selbstbestimmte Gesundheitsversorgung.

                                  Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Arzneimitteln: DiGA unterliegen ständiger Weiterentwicklung. Das BfArM musste daher neue Bewertungsprozesse etablieren, die iterative Verbesserungen zulassen.

                                  Künstliche Intelligenz (KI) und die Zukunft der Arzneimittelzulassung
                                  Automatisierung zur Entlastung der Behörde

                                  KI wird zunehmend eingesetzt, um Routineaufgaben zu automatisieren, etwa bei der Überprüfung von Anträgen oder der Auswertung von Vorkommnismeldungen zu Medizinprodukten. So kann das BfArM effizienter arbeiten, ohne zusätzliches Personal einstellen zu müssen.

                                  Neue Herausforderungen durch KI-Regulierungen

                                  Mit der europäischen KI-Verordnung entstehen neue regulatorische Herausforderungen. Gleichzeitig bietet KI die Möglichkeit, Prozesse zu vereinfachen, etwa durch Echtzeit-Feedback für Antragsteller. Das BfArM setzt auf enge Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten wie Fraunhofer, um KI-Regulierungen optimal zu gestalten.

                                  Die Transformation der Arzneimittelentwicklung
                                  Das Ende der Blockbuster-Medikamente

                                  Broich prognostiziert, dass klassische Massenmedikamente durch personalisierte Therapien ersetzt werden. Besonders in der Onkologie und Neurologie entstehen hochindividualisierte Arzneimittel, die auf spezifische Patientengruppen zugeschnitten sind.

                                  Die personalisierte Medizin bringt neue Herausforderungen für die Finanzierung. Digitale Register sollen helfen, Kosten-Nutzen-Analysen transparenter zu gestalten. Digitale Gesundheitsanwendungen können Therapieprozesse begleiten und so die Versorgungseffizienz steigern.

                                  Deutschland auf dem Weg zur medizinischen Innovation
                                  Bessere Rahmenbedingungen durch das Medizinforschungsgesetz

                                  Mit dem neuen Medizinforschungsgesetz werden bürokratische Hürden abgebaut. Dazu gehören vereinfachte Vertragsverhandlungen für klinische Studien und eine zentrale Ethikkommission für besonders innovative Forschungsansätze.

                                  Dr. Karl Broich betont, dass die Industrie nicht mehr als Gegner, sondern als Treiber von Innovation betrachtet werden muss. Fortschritte in der Onkologie zeigen, dass moderne Arzneimittel Leben retten – und das BfArM spielt eine entscheidende Rolle, um diese Innovationen schnell und sicher in die Versorgung zu bringen.

                                  Die Vision des BfArM

                                  Prof. Karl Broich hat das BfArM von einer klassischen Zulassungsbehörde zu einem aktiven Gestalter der Gesundheitsversorgung transformiert. Durch Digitalisierung, datenbasierte Forschung und agile Regulierungen will Deutschland seine Rolle als Innovationsstandort stärken. Die nächsten Jahre werden von personalisierter Medizin, KI-gestützten Zulassungsverfahren und einer neuen Datenkultur geprägt sein.

                                  Die Herausforderung bleibt: Wie kann das System bezahlbar bleiben, während es gleichzeitig immer individuellere und teurere Therapien ermöglicht? Das BfArM und Dr. Karl Broich setzen auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik – und bleibt offen für Veränderung.

                                  Der Beitrag Prof. Dr. med. Karl Broich – Wie er mit dem BfArM Innovation voran treiben will erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.

                                  44 min
                                • Health is Movement – Dr. Sumbul Desai, VP Apple Health, über die Zukunft der Gesundheitstechnologie

                                  Dr. Sumbul Desai, Vice President von Apple Health, ist eine der führenden Persönlichkeiten, wenn es darum geht, Technologie und Medizin zu vereinen. In der aktuellen Folge von Visionäre der Gesundheit teilt sie ihre Vision, wie moderne Technologie nicht nur die Gesundheitsversorgung revolutionieren, sondern auch den Alltag jedes Einzelnen gesünder gestalten kann. Ihr Motto „Health is Movement!“ steht dabei sinnbildlich für einen dynamischen Ansatz, der Prävention, Innovation und Datenschutz vereint.

                                  Die Apple Watch: Dein Gesundheitsbegleiter

                                  In der Podcastfolge erklärt Dr. Desai, wie die Apple Watch von einem Fitness-Gadget zu einem smarten Gesundheitshelfer wurde. Mit Funktionen wie EKG, Blutsauerstoffmessung und Schlafanalyse hilft sie dir, deine Gesundheit besser zu verstehen und frühzeitig auf mögliche Probleme zu reagieren. Das Ziel? Dich zu empowern, proaktiv für deine Gesundheit zu sorgen.
                                  Wenn du mehr über die Features der Apple Watch erfahren möchtest, findest du alle Infos hier.

                                  Datenschutz, der dir die Kontrolle gibt

                                  Apple sieht Datenschutz als eines der zentralen Menschenrechte. Gesundheitsdaten, die du mit der Apple Watch sammelst, bleiben sicher auf deinem Gerät und sind verschlüsselt. Nur wenn du selbst entscheidest, die Daten zu teilen, können sie verwendet werden – etwa für Forschung oder medizinische Studien. Willst du wissen, wie Apple deine Daten schützt? Schau dir die Details hier an.

                                  Apples Vision: Gesundheit, die bewegt

                                  Die Zukunft bei Apple Health liegt in der präventiven Gesundheitsversorgung. Dr. Desai spricht darüber, wie kontinuierliche Überwachung von Vitalwerten, etwa zur Erkennung von Schlafapnoe, betroffen helfen können. Apples Ziel ist es, dir die Werkzeuge zu geben, um deine Gesundheit aktiv zu steuern – und dabei stets wissenschaftlich fundiert vorzugehen. Entdecke Apples Innovationspläne hier.

                                  Wissenschaftliche Partnerschaften für neue Gesundheitslösungen

                                  Dr. Desai betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit renommierten Forschungseinrichtungen wie der Harvard T.H. Chan School of Public Health ist. Diese Partnerschaften ermöglichen es Apple, Technologien wie die Apple Watch wissenschaftlich zu validieren und sie für wichtige Studien einzusetzen – etwa zur Untersuchung von Depressionen und Angststörungen. Mehr über diese Forschungsprojekte findest du hier.

                                  Persönlicher Werdegang und Motivation: Health is Movement!

                                  Dr. Desai gewährt einen Einblick in ihren spannenden Werdegang – von der Medienwelt über die Medizin bis hin zu ihrer aktuellen Rolle bei Apple. Ihr Motto „Health is Movement!“ fasst ihre Überzeugung perfekt zusammen: Gesundheit ist dynamisch und erfordert innovative Lösungen, die Technologie und Wissenschaft zusammenbringen.

                                  Diese Podcastfolge zeigt, wie Apple Health durch smarte Technologien das Gesundheitswesen neu definiert. Dr. Sumbul Desai teilt ihre inspirierende Vision, wie Datenschutz, Prävention und wissenschaftliche Zusammenarbeit die Grundlage für eine gesündere Welt schaffen.

                                  Der Beitrag Health is Movement – Dr. Sumbul Desai, VP Apple Health, über die Zukunft der Gesundheitstechnologie erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.

                                  25 min
                                • KI als Teammitglied: Richard von Schaewen über Aaron.ai
                                  Richard von Schaewen ist Mitgründer von Aaron.ai, einem Unternehmen, das sich auf KI-basierte Sprachassistenz im Gesundheitswesen spezialisiert hat. Mit seinem Team entwickelte er einen innovativen Telefonassistenten, der das Anrufmanagement in Arztpraxen revolutioniert. Diese Technologie wurde erfolgreich an Doctolib verkauft. Richard begann seine berufliche Reise mit einem EXIST-Stipendium und arbeitete zunächst an KI-Lösungen für große Unternehmen. Später verlagerte er seinen Fokus auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Mehr über unseren Podcast, alle erschienen Folgen und uns Inga Bergen & Larissa Middendorf findet ihr auf www.visionaere-gesundheit.de Mehr von uns gibt es auch in unserem englischsprachigen Podcast "Visionaries of Health“ denn ihr auf allen gängigen Podcastplattformen findet.
                                  Ihr habt Themenvorschläge oder Anregungen für uns? Melde euch gerne unter [email protected]
                                  40 min
                                • Jan Beger von GE Healthcare: Mit KI von der Radiologie zur vernetzten Gesundheitsversorgung
                                  Jan Beger ist AI Advocate bei GE Healthcare und treibt die Integration von Künstlicher Intelligenz in das Gesundheitswesen maßgeblich voran. In dieser Folge sprechen wir über seinen spannenden Werdegang, den Einsatz von KI in der Radiologie und wie moderne Technologien die Patientenversorgung revolutionieren können. Erfahren Sie, warum multimodale KI die Zukunft ist, wie GE Healthcare innovative Lösungen entwickelt und was das für Ärzte und Patienten bedeutet. Eine inspirierende Folge für alle, die sich für die Schnittstelle von Technologie und Medizin interessieren!
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                                  39 min
                                • Digitale Lösungen gegen Adipositas: Wie Kai Eberhardt mit Oviva Therapie, Technologie und Prävention vereint
                                  In dieser Folge ist Kai Eberhardt, Physiker und CEO von Oviva, zu Gast. Oviva ist eine führende Plattform für digitale Gesundheitslösungen, die Menschen bei der Gewichtsreduktion und der Behandlung von Typ-2-Diabetes unterstützt. Wir sprechen über bahnbrechende Entwicklungen wie den Einsatz von KI, die Integration von Weight-Loss-Medikamenten und die Herausforderungen der Skalierung im Gesundheitssystem. Diese Episode zeigt, wie digitale Innovationen das Potenzial haben, Prävention und Therapie zu revolutionieren. Ein Muss für alle, die sich für Gesundheit, Technologie und die Zukunft der Medizin interessieren!
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                                  Unseren Podcast Visionäre der Gesundheit präsentieren wir euch in Kooperation mit unserem Werbepartner Doctolib.
                                  Doctolib setzt seine digitalen Lösungen dafür ein, dass Menschen einen schnelleren und besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten und unterstützt Ärzt:innen und ihre Teams, sodass sie mehr Zeit für ihre Patienten und Patientinnen haben.
                                  Probiert es aus und organisiert eure Arzttermine digital, unter www.doctolib.de oder in der Doctolib-App.
                                  43 min
                                • Der Hausarzt im Smartphone: Maria Liisa Bruckert über KI, Apotheken und die Zukunft der Gesundheitsdiagnostik mit IQONIC.AI
                                  In dieser Episode spricht Inga Bergen mit Maria Liisa Bruckert, der Gründerin von IQONIC.AI. Als Wirtschaftsingenieurin und Elektrotechnikerin bringt Maria Liisa Bruckert langjährige Erfahrung in der digitalen Transformation mit. Ihre Karriere begann bei Siemens, wo sie strategische Konzepte im Bereich Mobilität und Energieentwicklung begleitete. Heute arbeitet sie daran, das Gesundheitswesen mit künstlicher Intelligenz zu revolutionieren. Ihr Unternehmen IQONIC.AI bietet KI-gestützte Diagnostik, zunächst für Haut- und Haaranalysen, die über Smartphones in Apotheken und direkt bei den Nutzern Anwendung findet.
                                  Mehr über unseren Podcast, alle erschienen Folgen und uns Inga Bergen & Larissa Middendorf findet ihr auf www.visionaere-gesundheit.de Mehr von uns gibt es auch in unserem englischsprachigen Podcast "Visionaries of Health“ denn ihr auf allen gängigen Podcastplattformen findet. 
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                                  40 min
                                • Epigenetik und Systembiologie: Peter Spork über ein neues, ganzheitliches Verständnis von Gesundheit
                                  In der neuen Folge von „Visionäre der Gesundheit“ ist Peter Spork zu Gast – der Wissenschaftsjournalist, der die Epigenetik in Deutschland bekannt gemacht hat und Bücher wie *Die Vermessung des Lebens* geschrieben hat. Inga Bergen spricht mit ihm über Epigenetik als Schnittstelle zwischen Erbe und Umwelt und über Systembiologie, also das ganzheitliche Verständnis von Gesundheit. Sie diskutieren, was heute schon durch epigenetische Forschung möglich ist, wo Science-Fiction noch Zukunftsmusik bleibt und wie wichtig es ist, dass jeder Mensch selbst definiert, was er unter Gesundheit versteht.
                                  Mehr zu Peter und seinen Büchern findet ihr hier: https://www.peter-spork.de/4-0-Buecher.html
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                                  45 min
                                • Digitalisierung und Prävention im Gesundheitswesen: Judith Gerlach über Bayerns Zukunftspläne
                                  In dieser Podcast-Episode wird Judith Gerlach, Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, vorgestellt. Als ehemalige Digitalministerin setzt sie sich nun intensiv für die Digitalisierung im Gesundheitswesen ein. In der Folge spricht sie über Projekte wie das virtuelle Kinderkrankenhaus, Telemedizin in ländlichen Regionen und die Bedeutung von Prävention, besonders im Kontext von Frauengesundheit. Hörer erfahren, wie Bayern innovative Ansätze verfolgt, um Gesundheitsversorgung zukunftsfähig zu machen. Es lohnt sich, zuzuhören, um Einblicke in die digitale Transformation und den neuen Fokus auf Prävention zu erhalten.
                                  Mehr über unseren Podcast, alle erschienen Folgen und uns Inga Bergen & Larissa Middendorf findet ihr auf www.visionaere-gesundheit.de Mehr von uns gibt es auch in unserem englischsprachigen Podcast "Visionaries of Health“ denn ihr auf allen gängigen Podcastplattformen findet. 
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                                  38 min

                                About Visionäre der Gesundheit

                                From the publisher's feed

                                Wir sprechen mit inspirierenden Persönlichkeiten über ihre Vision der Zukunft der Gesundheit.

                                More shows like Visionäre der Gesundheit

                                OMR Podcast by Philipp Westermeyer - OMR

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                                Hotel Matze by Matze Hielscher & Mit Vergnügen

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                                Handelsblatt Morning Briefing - News aus Wirtschaft, Politik und Finanzen by Friederike Hofmann, Sven Prange und die Handelsblatt Redaktion, Handelsblatt

                                Handelsblatt Morning Briefing - News aus Wirtschaft, Politik und Finanzen

                                47 Listeners

                                The Pioneer Morning Briefing - Nachrichten aus Politik und Wirtschaft by The Pioneer

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                                87 Listeners

                                Apokalypse & Filterkaffee by Micky Beisenherz & Studio Bummens

                                Apokalypse & Filterkaffee

                                72 Listeners

                                Doppelgänger by Philipp Glöckler, Philipp Klöckner

                                Doppelgänger

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                                Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt by Markus Koch

                                Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt

                                7 Listeners

                                Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

                                Lanz + Precht

                                308 Listeners

                                Gysi gegen Guttenberg – Der Deutschland Podcast by Open Minds Media, Karl-Theodor zu Guttenberg & Gregor Gysi

                                Gysi gegen Guttenberg – Der Deutschland Podcast

                                28 Listeners

                                Was bisher geschah - Geschichtspodcast by Joachim Telgenbüscher, Nils Minkmar

                                Was bisher geschah - Geschichtspodcast

                                55 Listeners

                                FAST & CURIOUS by Lea-Sophie Cramer, Verena Pausder

                                FAST & CURIOUS

                                15 Listeners

                                RONZHEIMER. by Paul Ronzheimer

                                RONZHEIMER.

                                144 Listeners

                                Berlin Code – mit Linda Zervakis by ARD

                                Berlin Code – mit Linda Zervakis

                                10 Listeners