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Constanze Stypula ist CEO von Jameda, einer führenden digitalen Plattform im deutschen Gesundheitswesen. Vor ihrer Zeit bei Jameda arbeitete sie über zehn Jahre bei Amazon, wo sie den Aufbau von Audible Deutschland mitgestaltete, später Audible Frankreich launchte und schließlich weltweit die Entwicklung der Text-to-Speech-Technologie für Amazon und Alexa leitete. Nach ihrem Wechsel in die Startup-Welt war sie in TaxTech-Unternehmen wie TaxFit und PayFit tätig, bevor sie das Angebot erhielt, Jameda zu übernehmen.
Jameda wurde 2007 gegründet und war zunächst ein Arztbewertungsportal, das Patienten helfen sollte, transparente Informationen über Ärztinnen und Ärzte zu erhalten. Heute ist Jameda weit mehr als das:
Ein zentrales Thema des Gesprächs war Noa, ein KI-Assistent für die medizinische Dokumentation, der Arzt-Patienten-Gespräche in Echtzeit aufzeichnet und strukturiert dokumentiert.
✩ Wie funktioniert Noa?
✩ Welche Vorteile bietet Noa?
Eine häufige Sorge bei KI-gestützter Dokumentation ist die Akzeptanz durch Patienten. Doch laut Stypula gab es keinen einzigen Fall, in dem ein Patient sich gegen Noa entschieden hat. Ärzte müssen vorab informieren, dass Noa mitläuft – doch offenbar überwiegt das Vertrauen in die behandelnden Ärzte.
Ein weiteres großes Thema: Warum ist das deutsche Gesundheitswesen so schwerfällig in der Digitalisierung? Ein zentraler Grund ist, dass viele Arztpraxen immer noch mit On-Premise-Software arbeiten, also lokal installierten Systemen.
✩ Probleme durch On-Premise-Software:
✩ Vorteile von Cloud-Lösungen:
„Cloudifizierung ist der Schlüssel zur Digitalisierung des Gesundheitswesens.“ – Constanze Stypula
Neben Noa Notes wird Jameda bald Noa Booking launchen – eine KI-gestützte Telefonassistenz.
✩ Was macht Noa Booking?
KI-gestützte Tools wie Noa und cloudbasierte Lösungen könnten das Gesundheitswesen effizienter, sicherer und patientenfreundlicher machen.
Was könnte KI noch bringen?
Jameda entwickelt sich von einer reinen Bewertungsplattform zu einer ganzheitlichen digitalen Gesundheitsplattform. KI und Cloud-Technologien bieten enormes Potenzial für die Entlastung von Ärzten und eine bessere Patientenversorgung.
Der Beitrag Constanze Stypula, CEO von Jameda – über Noa Notes und die Zukunft der digitalen Arztpraxis erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.
Hannes Kolbe ist Joint Lead AI bei der AOK Nordost und einer der ersten, die eine spezialisierte KI-Einheit in einer gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland aufgebaut haben. Er hat keinen klassischen Informatik-Hintergrund, sondern kommt aus der Gesundheitswissenschaft. Nach seinem Bachelor in Prävention und Gesundheitssport und einem Master in Public Health an der Universität Bielefeld begann er seine Karriere bei der AOK Nordost. Über die Abteilung für individuelle Prävention gelangte er zur Unternehmensstrategie.
Mit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 erkannte er das enorme Potenzial der Technologie und eignete sich intensiv Wissen durch Selbststudium an – mittels YouTube-Videos, Podcasts und Newslettern. Diese intrinsische Motivation ermöglichte es ihm, das Thema KI bei der AOK auf die Agenda zu setzen und eine eigene KI-Einheit aufzubauen.
Hannes Kolbe schildert, dass er sich zunächst selbst für KI begeisterte, obwohl er kein technischer Experte war. Sein erstes Experiment bestand darin, sich von ChatGPT ein komplett neues Brettspiel erstellen zu lassen – inklusive Regelwerk und Code für eine digitale Umsetzung. Diese Fähigkeit, neue Dinge in kürzester Zeit zu generieren, überzeugte ihn von der Tragweite der Technologie.
Um das Thema in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu etablieren, nutzte er ein praxisnahes Beispiel, um Kollegen zu überzeugen: KI wird in Zukunft unverzichtbar sein – nicht um Menschen zu ersetzen, sondern um Prozesse effizienter zu gestalten. Es wird keine zukünftigen Arbeitsprozesse ohne KI-Unterstützung geben.
Ein großes Hindernis für den Einsatz von KI in der GKV ist der sehr hohe Datenschutzstandard für Sozialdaten. Während andere Branchen bereits mit KI experimentieren, sind gesetzliche Krankenkassen aufgrund der strengen SGB V-Regulierungen stark eingeschränkt.
Dennoch gibt es viele unproblematische Anwendungsfälle, etwa:
Kolbe plädiert für einen stufenweisen Ansatz: Erst wird mit öffentlichen Daten gearbeitet, dann mit internen Verwaltungsdaten, und schließlich kann – mit entsprechenden Schutzmechanismen – auch mit sensiblen Sozialdatenexperimentiert werden.
Ein großes Problem ist, dass viele Gesundheitsorganisationen in ihrem Tagesgeschäft gefangen sind und keine Kapazitäten für Innovation haben.
Kolbe betont, dass Organisationen, die sich jetzt nicht mit KI beschäftigen, bald nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden.
Kolbe beschreibt vier typische Reaktionen auf KI in Unternehmen:
Die Herausforderung besteht darin, die ersten drei Gruppen durch gezielte Maßnahmen abzuholen.
Ein spannendes Zukunftsszenario ist die Veränderung des Gesundheitswesens durch KI.
KI kann nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte und Versicherungen unterstützen:
Kolbe beschreibt eine Zukunft, in der:
Diese Zukunft wird nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern.
Zum Abschluss betont Kolbe, dass KI nicht nur eine technologische Entwicklung, sondern eine gesellschaftliche Transformation ist. Diejenigen, die sich frühzeitig mit KI auseinandersetzen, werden langfristig bessere Entscheidungen treffen, effizienter arbeiten und innovativer agieren können.
Wer sich dagegen sperrt, wird bald den Anschluss verlieren.
Inga Bergen bedankt sich für das spannende Gespräch und verweist auf weitere Angebote zur KI-Weiterbildung, u. a. über die Future Health Academy.
Der Beitrag Hannes Kolbe – Joint Lead AI bei der AOK Nordost – über Chancen und Herausforderungen von KI in der GKV erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.
Ein Gespräch mit Prof. Dr. med. Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Prof. Dr. Karl Broich ist Neurologe, Psychiater und kognitiver Verhaltenstherapeut. Seine Karriere begann er in der Universitätsmedizin, wo er als klinischer Studienleiter tätig war. Unzufrieden mit der Qualität und Transparenz klinischer Prüfungen, wechselte er im Jahr 2000 zum Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Obwohl er zunächst aufgrund der Bürokratie skeptisch war, engagierte er sich zunehmend in der europäischen Arzneimittelzulassung und stieg schließlich 2014 zum Präsidenten des BfArM auf. Seither treibt er die Transformation der Behörde aktiv voran.
Früher galt die Rolle des BfArM als rein regulativ – es entschied erst am Ende einer Studie, ob ein Medikament zugelassen wurde oder nicht. Doch unter Dr. Karl Broichs Führung hat sich das Verständnis geändert: Das BfArM sieht sich nun als Partner für die pharmazeutische Industrie und akademische Forschung. Es berät Unternehmen frühzeitig zu Studiendesigns, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Dieser Wandel hat Deutschland im globalen Wettbewerb um klinische Studien attraktiver gemacht.
Ein zentraler Punkt der Modernisierung war die Neustrukturierung der Behörde. Früher arbeiteten verschiedene Fachbereiche isoliert an denselben Medikamenten. Heute sind interdisziplinäre Teams für ganze Therapiebereiche wie Onkologie oder Psychiatrie verantwortlich. Dadurch entstehen effizientere Entscheidungsprozesse.
Um einen Kulturwandel herbeizuführen, startete das BfArM eine Initiative, bei der Mitarbeitende Erfolgsgeschichten aus ihrem Arbeitsalltag sammelten. Dies führte zu einer neuen Identifikation mit den eigenen Leistungen und schaffte ein motivierendes Umfeld.
Die COVID-19-Pandemie stellte das BfArM vor große Herausforderungen, bot aber auch die Möglichkeit zur Veränderung. Die Behörde musste in kürzester Zeit Sonderzulassungen für Impfstoffe, Schutzmasken und Testsysteme erteilen. Dies zeigte, dass Prozesse deutlich beschleunigt werden können – eine Erkenntnis, die in die langfristige Strategie des BfArM eingeflossen ist.
Ein großer Fortschritt für die Forschung in Deutschland ist das neue Forschungsdatenzentrum, das 74 Millionen Datensätze gesetzlich Versicherter anonymisiert bereitstellt. Diese Daten ermöglichen sektorenübergreifende Forschung und verbessern die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Pharmaunternehmen dürfen unter bestimmten Bedingungen auf diese Daten zugreifen, was die Arzneimittelforschung erheblich beschleunigen kann.
Deutschland beteiligt sich aktiv an Pilotprojekten für den europäischen Gesundheitsdatenraum. Das Ziel: eine vernetzte, grenzübergreifende Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung.
Das BfArM war weltweit eine der ersten Behörden, die digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) als „Apps auf Rezept“ zugelassen hat. Der Start war holprig: Die Industrie kritisierte hohe Anforderungen, Krankenkassen sahen sie als zu niedrig an. Mittlerweile ist das System etabliert und ermöglicht Patienten eine selbstbestimmte Gesundheitsversorgung.
Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Arzneimitteln: DiGA unterliegen ständiger Weiterentwicklung. Das BfArM musste daher neue Bewertungsprozesse etablieren, die iterative Verbesserungen zulassen.
KI wird zunehmend eingesetzt, um Routineaufgaben zu automatisieren, etwa bei der Überprüfung von Anträgen oder der Auswertung von Vorkommnismeldungen zu Medizinprodukten. So kann das BfArM effizienter arbeiten, ohne zusätzliches Personal einstellen zu müssen.
Mit der europäischen KI-Verordnung entstehen neue regulatorische Herausforderungen. Gleichzeitig bietet KI die Möglichkeit, Prozesse zu vereinfachen, etwa durch Echtzeit-Feedback für Antragsteller. Das BfArM setzt auf enge Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten wie Fraunhofer, um KI-Regulierungen optimal zu gestalten.
Broich prognostiziert, dass klassische Massenmedikamente durch personalisierte Therapien ersetzt werden. Besonders in der Onkologie und Neurologie entstehen hochindividualisierte Arzneimittel, die auf spezifische Patientengruppen zugeschnitten sind.
Die personalisierte Medizin bringt neue Herausforderungen für die Finanzierung. Digitale Register sollen helfen, Kosten-Nutzen-Analysen transparenter zu gestalten. Digitale Gesundheitsanwendungen können Therapieprozesse begleiten und so die Versorgungseffizienz steigern.
Mit dem neuen Medizinforschungsgesetz werden bürokratische Hürden abgebaut. Dazu gehören vereinfachte Vertragsverhandlungen für klinische Studien und eine zentrale Ethikkommission für besonders innovative Forschungsansätze.
Dr. Karl Broich betont, dass die Industrie nicht mehr als Gegner, sondern als Treiber von Innovation betrachtet werden muss. Fortschritte in der Onkologie zeigen, dass moderne Arzneimittel Leben retten – und das BfArM spielt eine entscheidende Rolle, um diese Innovationen schnell und sicher in die Versorgung zu bringen.
Prof. Karl Broich hat das BfArM von einer klassischen Zulassungsbehörde zu einem aktiven Gestalter der Gesundheitsversorgung transformiert. Durch Digitalisierung, datenbasierte Forschung und agile Regulierungen will Deutschland seine Rolle als Innovationsstandort stärken. Die nächsten Jahre werden von personalisierter Medizin, KI-gestützten Zulassungsverfahren und einer neuen Datenkultur geprägt sein.
Die Herausforderung bleibt: Wie kann das System bezahlbar bleiben, während es gleichzeitig immer individuellere und teurere Therapien ermöglicht? Das BfArM und Dr. Karl Broich setzen auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik – und bleibt offen für Veränderung.
Der Beitrag Prof. Dr. med. Karl Broich – Wie er mit dem BfArM Innovation voran treiben will erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.
Dr. Sumbul Desai, Vice President von Apple Health, ist eine der führenden Persönlichkeiten, wenn es darum geht, Technologie und Medizin zu vereinen. In der aktuellen Folge von Visionäre der Gesundheit teilt sie ihre Vision, wie moderne Technologie nicht nur die Gesundheitsversorgung revolutionieren, sondern auch den Alltag jedes Einzelnen gesünder gestalten kann. Ihr Motto „Health is Movement!“ steht dabei sinnbildlich für einen dynamischen Ansatz, der Prävention, Innovation und Datenschutz vereint.
In der Podcastfolge erklärt Dr. Desai, wie die Apple Watch von einem Fitness-Gadget zu einem smarten Gesundheitshelfer wurde. Mit Funktionen wie EKG, Blutsauerstoffmessung und Schlafanalyse hilft sie dir, deine Gesundheit besser zu verstehen und frühzeitig auf mögliche Probleme zu reagieren. Das Ziel? Dich zu empowern, proaktiv für deine Gesundheit zu sorgen.
Wenn du mehr über die Features der Apple Watch erfahren möchtest, findest du alle Infos hier.
Apple sieht Datenschutz als eines der zentralen Menschenrechte. Gesundheitsdaten, die du mit der Apple Watch sammelst, bleiben sicher auf deinem Gerät und sind verschlüsselt. Nur wenn du selbst entscheidest, die Daten zu teilen, können sie verwendet werden – etwa für Forschung oder medizinische Studien. Willst du wissen, wie Apple deine Daten schützt? Schau dir die Details hier an.
Die Zukunft bei Apple Health liegt in der präventiven Gesundheitsversorgung. Dr. Desai spricht darüber, wie kontinuierliche Überwachung von Vitalwerten, etwa zur Erkennung von Schlafapnoe, betroffen helfen können. Apples Ziel ist es, dir die Werkzeuge zu geben, um deine Gesundheit aktiv zu steuern – und dabei stets wissenschaftlich fundiert vorzugehen. Entdecke Apples Innovationspläne hier.
Dr. Desai betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit renommierten Forschungseinrichtungen wie der Harvard T.H. Chan School of Public Health ist. Diese Partnerschaften ermöglichen es Apple, Technologien wie die Apple Watch wissenschaftlich zu validieren und sie für wichtige Studien einzusetzen – etwa zur Untersuchung von Depressionen und Angststörungen. Mehr über diese Forschungsprojekte findest du hier.
Dr. Desai gewährt einen Einblick in ihren spannenden Werdegang – von der Medienwelt über die Medizin bis hin zu ihrer aktuellen Rolle bei Apple. Ihr Motto „Health is Movement!“ fasst ihre Überzeugung perfekt zusammen: Gesundheit ist dynamisch und erfordert innovative Lösungen, die Technologie und Wissenschaft zusammenbringen.
Diese Podcastfolge zeigt, wie Apple Health durch smarte Technologien das Gesundheitswesen neu definiert. Dr. Sumbul Desai teilt ihre inspirierende Vision, wie Datenschutz, Prävention und wissenschaftliche Zusammenarbeit die Grundlage für eine gesündere Welt schaffen.
Der Beitrag Health is Movement – Dr. Sumbul Desai, VP Apple Health, über die Zukunft der Gesundheitstechnologie erschien zuerst auf Visionäre der Gesundheit.
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