Welterbe Hallstatt

Welterbe Hallstatt

By Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard PilzSociety & CultureDocumentaryHistory
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Welterbe Hallstatt episodes

  • Hallstatt – Sgraffiti am Kirchenweg
    Fassadengestaltung der 1960er Jahre

    Der Begriff Sgraffito kommt vom italienischen Verb sgraffiare, das "kratzen" bedeutet. Dabei werden auf einer Wand dünne, unterschiedlich eingefärbte Putzschichten aufgetragen. sobald der Verputz angesteift ist, kann man durch unterschiedlich tiefes abkratzen gezielt die unterschiedlich eingefärbten Putzschichten wieder freilegen. Auf diese Weise entsteht ein mehrfärbiges Bild, das sich durch lange Haltbarkeit auszeichnet. der Begriff "Graffiti" geht auf der alternativen Schreibweise graffiare, zurück, und bedeutete ursprünglich als archäologischer Fachbegriff von Vandalen in Architekturoberflächen eingeritzte Bilder und Texte. Dieser Begriff wird aktuell für Spraybilder im öffentlichen Raum verwendet.

    Der gebürtige Hallstätter Bildhauer Karl Seemann (1902 - 1989) gestaltete 1966 die Westfassade seines Wohnhauses mit Darstellungen der Heiligen Sebastian, Christophorus und Florian, während auf der Südfassade unter einer Sonnenuhr eine Inschrift und Alltagsszenen der prähistorischen Hallstätter dargestellt sind.

    20 min
  • Hallstatt – Steintisch beim Rudolfsturm
    Ein steinernes Vermessungsinstrument

    Sockel und Platte des Tisches sind aus fossilreichem Hallstätter Kalk gefertigt. Ursprünglich war diese Steinplatte, mit einem Durchmesser von 91 cm auf einem steinernen Sockel drehbar gelagert. Der äußere Kreisring trägt eine 360 Grad-Teilung in Halbgrad-Schritten, wobei die vier Quadranten jeweils von null bis neunzig Grad in zehn Gradschritten beziffert sind. Die Nord- Südrichtung ist dabei jeweils mit null Grad, die West- Ostrichtung mit jeweils 90 Grad angegeben. Es erhalten daher die Quadranten N-O und S-W eine rechtsläufige, die Quadranten N-W und S-O eine linksläufige Bezifferung. Der innere Kreisring zeigt eine bei nautischen Kompassen übliche 32-fache Unterteilung. Als Besonderheit ist die unübliche Benennung der kleinsten Teilstriche anzumerken.

    Da beide Kreisteilungen bei den im Salzbergbau Hallstatt verwendeten Kompassen nicht zu finden sind, so kann über den Gebrauch dieser Gradscheibe mit Windrose nur gemutmaßt werden. Der Aufstellungsort beim Rudolfsturm, dem ehemaligen Sitz des Bergmeisters, welcher neben der Leitung des Bergbaues auch die Vermessungen durchführte, spricht für eine bergmännische Verwendung.
    Der Durchmesser der Steinplatte, deren Dicke und vor allem der Radius des kleinsten Kreises von 29,8 cm von exakt einem Werkschuh (Bergstabl-Schuh), lassen vermuten, dass bei der Planung oder Anfertigung noch das Hallstätter Bergstabl als Maßeinheit in Gebrauch war. Da dieses amtlicherseits im Jahre 1838 vom Wiener Klafter abgelöst wurde, so kann man annehmen, dass die Herstellung jedenfalls vor diesem Zeitpunkt erfolgte.
    Den Mittelpunkt der Steinscheibe markiert eine mit einem hellen Material verschlossene Bohrung von knapp 2 Zentimeter Durchmesser. Im Abstand von jeweils 20,7 cm vom Zentrum befinden sich zwei kleinere, ebenfalls verschlossene Bohrungen. Legt man jeweils ausgehend von den beiden Löchern eine Gerade über den Mittelpunkt der Steinscheibe, so ergeben sich abweichend von „N“ die Richtungen 5° West und 30° Ost. Es könnte sein, dass hier einmal ein Schattengeber (Gnomon) oder eine Visiereinrichtung zur Bestimmung des geografischen Ortsmeridians montiert war. Durch Anlegen eines Kompasses könnte dann der Wert der aktuellen magnetischen Deklination abgelesen werden, welche zur orientierten Herstellung des Kartenwerkes erforderlich ist.

    Für die Abbildungen und die fachliche Beratung zu dieser Episode bedanke ich mich bei Herrn Johann Unterberger, Hallstatt, Markscheider i. R.

    Link zur Episode über den Rudolfsturm

    13 min
  • Hallstatt – Rudolfsturm Jubiläums Denkmal
    Ein Denkmal für die Salzproduktion

    Das Relief ist auf einer weiß gefassten Stele aus Stahlbeton, deren Rückseite mit vertikal gerichteten Eintiefungen aufgelockert ist, montiert. Formal erinnert der Bildaufbau, dessen Umriss und eine seitliche Figur, im Habitus eines Schreinwächters an einen Flügelaltar. Die Figurengruppe besteht aus insgesamt fünf männlichen, leicht abstrahierten Figuren, die mit entsprechenden Attributen signifikante Epochen der Ortsgeschichte markieren. Erklärende Textblöcke aus erhabenen Großbuchstaben in Nahbereich jeder Figur bieten zusätzliche Erläuterungen. Eine Dreieckskomposition im zentralen Schrein spannt den zeitlichen Bogen von einem prähistorischen Bergmann, über den mittelalterlichen Landesherrn Albrecht I zu einem rezenten Bergmann, während die flankierenden Figuren mit einem römischen Legionär die Antike bzw. mit der Darstellung eines Salzfertigers die frühe Neuzeit symbolisieren.

    Am untern linken Rand des Reliefs ist im Wappenschild die Signatur des Künstlers, G. ZAUNER 1983 eingetieft.

    Link zur Episode über den Rudolfsturm

    Link zur Episode über die Salzküfel

    19 min
  • Hallstatt – Johann Georg Ramsauer-Denkmal
    Der Erschließer des prähistorischen Gräberfeldes

    Johann Georg Ramsauer (1795-1874), Sohn eines Zimmermannes bei den Salinen begann als 13-jähriger seinen Dienst als Manipulationszögling im Salzbergwerk in Hallstatt war bereits mit 36 Jahren als Bergmeister Betriebsleiter des Salzbergbaus Hallstatt. Exkursionen führten ihn nach Hall in Tirol und Berchtesgaden, wo er die Technik der steinernen Grubenausmauerung kennen lernte. Für die umfangreichen Streckenausmauerungen in Hallstatt, ließ er am Salzberg im Bereich der Dammwiese beim Sommeraukogel einen Steinbruch eröffnen, dessen rote Dachsteinkalke Steinmaterial lieferte, das auch zahlreiche Petrefakte enthielt. Für die Paläontollogie des 19. Jahrhunderts sind Ramsauers Fossilienfunde, hauptsächlich Ammoniten, von Bedeutung.

    Nachdem 1846 bei der Öffnung einer Schottergrube am Salzberg am Fuße des Siegkogels Gräber entdeckt wurden, ließ Ramsauer die nähere Umgebung zu untersuchen. Dabei legte er sieben Skelette mit prähistorischen Grabbeigaben frei.
    Im Zeitraum zwischen 1846 bis zu seiner Pensionierung 1863 ließ Ramsauer insgesamt 980 Gräber freilegen, deren Fundsituation er sorgfältig dokumentierte. Er wurde damit zu einem Pionier der Urgeschichtsforschung
    Das Linzer Museum Francisco-Carolinum, später war es das Münz- und Antikenkabinett in Wien und aktuell das Naturhistorische Museum Wien Übernahme die wissenschaftliche Leitung der Ausgrabungen, deren Funde so bedeutsam sind, dass Hallstatt namensgebend für eine ganze prähistorische Epoche wurde.

    Link zur Episode über Isidor Engel

    15 min
  • Hallstatt – Tunnelportal Süd
    Werkstein aus Bad Ischl

    Das repräsentative Mundlochbauwerk wurde vom Land Oberösterreich (Landesstraßenverwaltung) im Zuge des Ausbaus der Hallstätter-See-Straße (Landesstraße L547) und der Fertigstellung des Ortsumfahrungstunells von Hallstatt 1965 errichtet.

    Vom Kernmagazinplatz aus führt ein etwa 20 Meter langer Voreinschnitt in nordwestliche Richtung zu den Mundlöchern der beiden Tunellröhren. Eine ansteigende Futtermauer mit merklichem Anlauf aus bossierten Kalksteinquadern stützt dabei den Hang Richtung Echerntal ab. Die gegenüberliegende Futtermauer Richtung Markt ist deutlich kürzer und steigt mit einem Winkel von ca. 45° bis zur Scheitelhöhe des Tunellprofils. Die rechteckige, etwa 17m breite und 8m hohe Schauseite des Portalbauwerks ist aus Quadern, die in unterschiedlich hohen, durchlaufenden und horizontalen Scharen mit glattgestrichenen Zementfugen vermauert sind. Die Köpfe der nur fallweise nachbearbeiteten Steine zeigen relativ ebene Bruchflächen, die formal zu den Bossen der Futtermauern und dem ersten Stück der Tunellauskleidung kontrastieren. Die halbkreisförmigen Bögen der Mundlochgewände sind aus prismatischen Quadern mit gespitzten Köpfen und radialen Stoßfugen über eine Stützweite von etwa 5m gespannt. Das hell-ockerbraune Steinmaterial mit weißen Kalziteinlagerungen ist ein Dachsteinkalk aus dem Ischler Steinbruch der Firma Müllegger am Hubkogel. Die Mauerkrone ist mit einer horizontalen, leicht vorkragenden Attikaplatte aus Sichtbeton abgedeckt. Zwischen den beiden Mundlöchern ist das oberösterreichische Landeswappen in Form eines flachen Bronzereliefs angebracht.

    Link zur Episode über die Parkterrasse in der Mühlbachschlucht

    19 min
  • Hallstatt – Isidor-Engl-Gedenkstein
    Der Doppelgedenkstein am Demelanger

    Die Inschrift zur Städtepartnerschaft ist in eine kleine Tafel aus gelb eloxtiertem Aluminium in lateinischen Groß- und Kleinbuchstaben eingefräst und mit schwarzer Farbe ausgefüllt.

    Isidor Engl wurde als Salinenzeichner vor allem mit Dokumentationsaufgaben betraut. Von den von ihm in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts geleiteten Ausgrabungen am Hallstätter Gräberfeld hat er auch detaillierte Fundberichte und aquarellierte Federzeichnungen angefertigt, welche Maßstäbe für die Dokumentation archäologischer Ausgrabungen gesetzt haben. Darüber hinaus hat Engl auch ein umfassendes Dokumentationswerk des Hallstätter Gebäudebestands und seiner architektonischen Details geschaffen. Engl hat an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert auch bei der Gründung des Hallstätter Museums wesentlich mitgewirkt.

    Das Flachrelief zeigt ein nur geringfügig abstrahiertes Portrait Isidor Engls als bekleidetes Schulterstück in ¾ Ansicht von links. Die Bildhauerarbeit ist aus Bronze gegossen und am unteren Rand mit erhabenen Großbuchstaben aus der Antiqua betitelt. Zwischen den Lebensdaten Engls ist die Signatur G. ZAUNER 1980 eingetieft. Die Faktur des Tonmodells bildet sich in der Gussoberfläche ab und wird durch eine künstliche, in die Vertiefungen eingewischte, malachitgrüne Patina akzentuiert.

    Der gebürtige Hallstätter Bildhauer Georg Zauner (1928 – 1995) war Absolvent der Fachschule für Holzbearbeitung in Hallstatt. Nach dem Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei F. Santifaller, F. Wotruba und H. Boeckl und einer freischaffenden Tätigkeit in Wien übersiedelte Zauner 1973 nach Hallstatt, wo er bis 1988 als Professor in der Bildhauerklasse tätig war.

    Link zur Episode über das Benfiziatenhaus

    Link zur Episode über die Kerntragerweiber

    Link zu Informationen über Brettschnitte

    18 min
  • Hallstatt – Kerntragerweiber
    Ein Kleindenkmal aus Beton

    Dieses Kleindenkmal erinnert an die sogenannten "Kerntragerweiber", welche bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Rückentragen das Steinsalz, den "Kern" vom Salzberg in das Kernmagazin am Ufer des Hallstätter Sees trugen.

    Das figurale Relief ist in erhöhter Position im nördlichen Bereich der Straßenfassade eines, Ende der 1970er Jahre errichteten Wohnhauses positioniert. An dieser Stelle zweigt von der Seestraße der sogenannte "Pfandlbühel" ab, welcher den Beginn des mühevollen Weges der Kerntragerweiber markiert.
    Das Relief mit durchbrochenem Hintergrund ruht auf 3 betonierten Konsolen, die aus dem Mauerwerk ragen und ist aus dunklem, mit Lafargezement gebundenen Beton gegossen. Das durchlaufende, horizontale Sockelband trägt links unten die eingetieften Antiqua-Buchstaben der Signatur G. ZAUNER. Die kleinteilige Faktur des Tonmodells bildet sich in der Gussoberfläche ab und wird durch eine helle, in die Vertiefungen eingewischte, gebrochen weiße Originalfassung akzentuiert.
    Die leicht abstrahierte figurale Darstellung zeigt drei Frauen, welche in ihren Rückentragen, den sogenannten Kraxen, das Steinsalz talwärts tragen. Den linken und mittleren unteren Bildbereich nimmt eine Stiege ein, über welche die zentrale Figur nach unten schreitet. Die linke, gleichfalls absteigende Figur wischt sich den Schweiß von der Stirn, während die rechte Figur in sitzender Position, ihren linken Arm auf einem Bergstock gestützt, rastet.
    Die Figurengruppe erinnert in Kombination mit der unterhalb angebrachten Inschrift an die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Hallstätter Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert.

    Der gebürtige Hallstätter Bildhauer Georg Zauner (1928 – 1995) war Absolvent der Fachschule für Holzbearbeitung in Hallstatt. Nach dem Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei F. Santifaller, F. Wotruba und H. Boeckl und einer freischaffenden Tätigkeit in Wien übersiedelte Zauner 1973 nach Hallstatt, wo er bis 1988 als Professor in der Bildhauerklasse tätig war.

    Link zur Episode über die Kerntragerbank

    10 min
  • Salzkammergut – Plätten
    Traditionelle Holzboote

    Die „Fuhren“, wie die Plätten in Hallstatt heißen, haben eine lange Tradition als Transportmittel und zählen seit 2020 zum immateriellen Kulturerbe Österreichs. Schon im 13. Jahrhundert, nach der Wiedereröffnung des Salzbergwerks in Hallstatt, wurde die Schifffahrt über den See und die Traun zum Transport der Ware notwendig. Heute beherrschen nur mehr wenige Personen dieses Handwerk. Wolfgang Müllegger ist einer davon und erzählt in dieser Episode von seinem handwerklichen Erfahrungswissen.

    Immaterielles Kulturerbe Österreichs Die Fuhr am Hallstättersee

    27 min
  • Hallstatt – Salzträger
    Werkstein aus dem Kremstal

    Die überlebensgroße Steinskulptur, welche von der Künstlerin Helga Födisch (1928-2003) aus Wels geschaffen wurde, zeigt einen prähistorischen Hallstätter Bergmann mit den archäologisch belegten Attributen Tragsack und Fellmütze. Während der Körper und die Attribute leicht zu großflächigen Formen abstrahiert sind, zeigt das Gesicht naturalistische Züge.

    Der "Salzträger" wurde vom Land Oberösterreich (Landesstraßenverwaltung) im Zuge des Ausbaus der Hallstätter-See-Straße (Landesstraße L547) Anfang der 1970er Jahre am „Demelanger“ (heute Isidor-Engl-Platz) aufgestellt. Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Ortserneuerung - Erhaltung des historischen Ortsbildes“ 2001 wurde die Skulptur an den aktuellen Standplatz bei der Tunnelausfahrt-Süd (Kernmagazinplatz) transloziert.

    Link zur Kleindenkmaldatenbank

    16 min
  • Hallstatt - Sonnenuhr im "Tremischen"
    Uhrzeit. und Datumsanzeige

    Die Sonnenuhr, die als Fresko zwischen erstem und zweitem Obergeschoß an der Südfassade eines Wohnhauses "im Tremischen" ausgeführt ist, zeigt links unten im Vordergrund eine Felslandschaft mit einem exponiert stehenden zylindrischen Bauwerk. Der blasse Hintergrund im Zentrum des Bildes lässt eine Weltlandschaft erahnen. Der obere Teil des Bildes wird von einer monochrom hellblauen Himmelsdarstellung eingenommen, an deren oberen Rand zentral eine Darstellung der Sonnenscheibe als "Sol invictus" positioniert ist. Links und rechts davon stehen in Kapitalen die Buchstaben T. S. bzw. P. M., wobei das S. auf die Besitzerfamilie der Entstehungszeit "Seedaller" verweisen dürfte.

    Aus dem Zentrum der Sonnenscheibe ragt der schmiedeeiserne Schattenzeiger mit einem Wulst im ersten Viertel seiner Länge und einem kugelförmigen Abschluss erdachsenparallel aus der Wand. Das U-förmige Ziffernband, das am oberen Rand die Datierung 1702 trägt, ist mit römischen Zahlen beschriftet, beginnt links mit V am Morgen und endet rechts mit IIII am Nachmittag. Da die Fassade um etwa 28° aus der Südebene Richtung Osten fällt, sind die Abstände der Vormittagsstunden wesentlich enger als jene der Nachmittagsstunden gesetzt. Eine Besonderheit dieser Sonnenuhr stellen die hyperbolischen Datumslinien mit den jahreszeitlich entsprechenden Tierkreiszeichen dar. Abhängig vom jahreszeitlichen Sonnenstand fällt der Schatten der kugelförmigen Verdickung des Gnomons auf die entsprechende Datumslinie. Beim jährlichen Tiefststand der Sonne zur Zeit der Wintersonnenwende, beginnt der Tierkreis mit dem Steinbock, der rechts oben dargestellt ist. Im Uhrzeigersinn folgen nun Wassermann und Fische bis beim Frühjahrsäquinoktium der Widder beginnt. Diese Datumslinie ist eine Gerade, an der sich die Hyperbeln des Winterhalbjahres beziehungsweise des Sommerhalbjahres spiegeln. Weiter im Jahreslauf folgen Stier und Zwillinge bis zu Beginn des Krebses zur Sommersonnenwende, wo mit dem jährlichen Sonnenhöchststand die unterste Datumslinie erreicht wird. Nun werden die Schatten am Zifferblatt der Sonnenuhr wieder kürzer und durchlaufen auf der linken Seite von unten nach oben die Tierkreiszeichen Löwe und Jungfrau, überschreiten mit der Waage die Gerade der Tag- und Nachtgleiche und schließen mit Skorpion und Schütze den Jahreskreis. In der hier hochgeladenen Fotografie liegt der Schatten des kugelförmigen Datumszeigers zwischen den nach unten gekrümmten Hyperbeln vom Beginn des Stiers und dem Beginn der Zwillinge, was auf ein Aufnahmedatum Anfang Mai um etwa ½ 12 Uhr wahre Ortszeit schließen lässt. Erst als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Beschleunigung des Verkehrs durch die Eisenbahn die geographischen Räume schrumpfen ließ, wurden Ortsübergreifende Zeitsysteme erforderlich. Sonnenuhren, die vor dieser Zeit entstanden sind, zeigen immer die wahre Ortszeit des Standortes. Wenn dort die Sonne im Zenit steht, fällt der Schatten des Gnomons auf die 12 Uhr Markierung, die genau senkrecht unter dem Befestigungspunkt des Sonnenzeigers positioniert ist.

    9 min

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Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt.