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Vom Reinraum bis zum Brenner: PORR baut aus einer Hand! PORR-Chef Karl-Heinz Strauss widerspricht im Gespräch mit Peter Heinrich vom Börsenradio dem Krisengerede: Nicht die Bauwirtschaft stecke in der Krise, sondern vor allem der Immobilien- und Wohnbau. Für Infrastruktur, Energiewende, Rechenzentren und intelligente Verkehrssysteme erwartet er für die kommenden acht bis zwölf Jahre einen Bauboom. Wie technisch PORR inzwischen arbeitet, zeigen zwei Großbaustellen: In Erfurt entsteht für X-FAB die Chipfabrik Fab4Micro samt Reinräumen. Am Brenner-Basistunnel bohren Maschinen wie "Wilma", 200 bis 250 Meter lang und bis zu 3.000 Tonnen schwer. Auch personell baut PORR Brücken: Rund 250 Fachkräfte aus Indien arbeiten in Rumänien, nachdem Kontakte auf Baustellen in Doha entstanden waren. Finanziell stehen 9,8 Mrd. Euro Auftragsbestand einem saisonal schwachen Cashflow gegenüber. Strauss kündigt zum Jahresende wieder einen positiven Cashflow an, will nur passende und profitable Aufträge annehmen und erwartet 2026 ein noch besseres Jahr als das Rekordjahr 2025.
IPO Spotlight - gemeinsam mit Trending Topics sprechen wir mit einigen der besten Expertinnen und Experten über den Weg von Unternehmen und Scale-ups an die Börse.
Die Themen:
Mehr zum Thema Börsengang und Listing an der Wiener Börse: https://www.wienerborse.at/listing/boersegang-ipo/
RHI Magnesita ist der weltweit führende Weltmarktführer für Feuerfestprodukte, -systeme und -dienstleistungen. CFO Ian Botha erläutert im Rahmen der Hamburger Investorentage von Montega den Umsatzmix mit rund 65 % aus dem Stahlsektor und 35 % aus industriellen Anwendungen sowie die breite geographische und segmentbezogene Diversifikation des Geschäfts. "Our resilience comes from the diversification." Außerdem geht er auf die Kostenstruktur ein, bei der Rohstoffe mehr als 70 % der Gesamtkosten ausmachen, und hebt die rückwärts integrierte Produktion in mehreren Ländern hervor. Übernahmen sind zwar Teil der Strategie, kurzfristig aber nicht geplant. "We have received a very positive response from investors." (Interview in englischer Sprache)
Helmut Sorger, CFO der Semperit AG Holding, freut sich bei den Hamburger Investorentagen von Montega auf eine "Investment-Community von Format nach hanseatischem Spirit". Semperit fertigt Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppenhandläufe und Silikonteile. Das erste Halbjahr 2026 läuft stark: Der Umsatz steigt um 11 %. Das EBITDA hat sich mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sorgt das Übernahmeangebot des Großaktionärs B&C weiter für Gesprächsstoff, wobei die Produktion derzeit nicht auf Hochtouren läuft. "Wir haben auf jeden Fall noch organische Wachstumskapazitäten. Wir wollen von jetzt ungefähr 700 Millionen Umsatz auf jeden Fall organisch auf die Milliarde wachsen. Und das ist mit den Kapazitätsreserven auch möglich." Sorger: "Als Unternehmen verweisen wir auf 200 Jahre Erfahrung. Wir haben führende Marktpositionen und einen Fokus auf Innovation, Technologie und Verbesserung in den Elastomeren in unserem Kerngeschäft."
Die Österreichische Post gehört seit 20 Jahren zur Wiener Börse. Der Konzern liefert Briefe, Pakete und längst auch Bankgeschäfte. Neu hinzu kommen Mobilfunk und immer mehr internationale Logistikangebote. Im ersten Halbjahr wächst der Umsatz um 3,8 %. Das EBIT sinkt jedoch um 22 %. Gleichzeitig kauft die Post weiter zu. "Wir haben im ersten Halbjahr doch einige Einmaleffekte gehabt. So haben wir das Telekommunikationsgeschäft mit A1 beendet", erklärt CFO Barbara Potisk-Eibensteiner bei den Montega HIT Hamburger Investorentagen. Die Post ist seit 1. April 2026 mit ihrer eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW gestartet, und YELLLOW nutzt aber das Mobilfunknetz von A1. Das Briefgeschäft hat auch weiterhin Bedeutung: "Wir schreiben den Brief nie ab und geben ihn nicht auf. Brief war das Brot, und das Paket die Butter obendrauf." In Osteuropa gibt es einen heiß umkämpften Markt um jedes Paket bei den chinesischen E-Commerce-Firmen.
H1 SBO AG: Weniger Umsatz, deutlich weniger Gewinn, aber auch deutlich mehr Auftragseingänge. "Das wirklich Coole bei der SBO ist, dass wir uns von einem reinen Ölfeldausrüster mehr und mehr zu einem Hochpräzisionstechnologiekonzern entwickeln. Wir kaufen gerade sehr viele 3D-Metalldrucker." Klaus Mader, CEO der SBO AG, spricht über die Auswirkungen der Lage in der Straße von Hormus auf den Ölmarkt und die Belastungen für Lieferungen in den Nahen Osten: "Das ist der Elefant im Raum." Für das Unternehmen aus der Ölfeld-Service-Industrie sei vor allem ein stabiler Ölpreis von 70 bis 90 Dollar wichtig. Darüber hinaus verweist Mader auf den steigenden Auftragsbestand und Investitionen in 3D-Metalldruck, Hochleistungswerkstoffe und Geothermie. "Die Energienachfrage steigt. Jetzt stehen wir am Beginn eines neuen Zyklus."
FACC steigert den Halbjahresumsatz 2026 um 8,6 %. CFO Florian Heindl sieht den Konzern im Plan. Doch fehlende Zulieferteile bremsen die Produktion. Rund 200 Mio. Euro stecken im Lager, darunter viele halbfertige Produkte. Erst vollständige Bauteile ermöglichen Auslieferung und Fakturierung. "Die Aufträge sind da, die Aufträge sind im Haus." Heindl verspricht: "Das zweite Halbjahr wird bei FACC ein stärkeres werden." Die Umsatzprognose liegt bei 10 bis 15 % Wachstum. Die EBIT-Marge soll 5,3 bis 6,3 % erreichen. CORE senkt Kosten und steigert die Produktivität. Ab 2027 strebt FACC mindestens 8 % EBIT-Marge an. Das neue Werk in Oberösterreich kostet 120 Mio. Euro. "Wir brauchen keine Kapitalerhöhung, um diese Investitionen zu finanzieren." Bis 2045 braucht der Markt 42.000 neue Flugzeuge. Rund die Hälfte entfällt auf Asien. Der chinesische Mehrheitseigentümer AVIC rückt FACC geopolitisch in den Fokus. Bisher erlebt der Konzern keine wesentlichen Folgen. Heindl warnt dennoch: "Wir sind natürlich da schon auch im Auge eines geopolitischen Sturms."
Frequentis funkt auf Rekordfrequenz: Im ersten Halbjahr 2026 steigt der Umsatz um 45,8 %, der Auftragseingang um 17 %, der Auftragsbestand liegt erstmals über 800 Mio. Euro. CEO Norbert Haslacher bremst trotzdem die Euphorie, denn Großprojekte wurden aus dem zweiten Halbjahr vorgezogen. Besonders spannend bleibt die US-Flugsicherung: Von einem Modernisierungsprogramm über 12,5 Mrd. USD hält Frequentis in den kommenden 15 Jahren ein adressierbares Volumen von 1,5 bis 2 Mrd. USD für erreichbar. Beim Thema Drohnen setzt Frequentis auf die Datendrehscheibe zwischen Sensorik, Freund-Feind-Erkennung und Abwehr. Haslacher sagt klar: Ganz Europa gegen Drohnen abzuschirmen, sei weder finanzierbar noch technisch realistisch. Gleichzeitig investiert Frequentis bewusst hohe Millionenbeträge in 5G-MCX und FRMCS. Der Ausblick bleibt vorsichtig: rund 15 % Umsatzwachstum und etwa 7 % EBIT-Marge für 2026. Funkstille? Im Geschäftsmodell jedenfalls keine Option. ATM steht für "Air Traffic Management", auf Deutsch ungefähr Luftverkehrsmanagement. Was ist der Unterschied zu Air Traffic Control, also der eigentlichen Flugverkehrskontrolle durch die Lotsen?
Vom Briefträger zum Logistik-, Bank- und inzwischen auch Mobilfunkkonzern: Die Österreichische Post sortiert ihr Geschäftsmodell rund um Yellow, Bank99 und E-Commerce kräftig um. "Wir wollen als Dienstleister für die Bürger da sein", so IR Harald Hagenauer. Das erste Halbjahr weist einen Umsatz von plus 3,8 % auf, aber eben auch ein EBIT-Minus von 22 %. Wachstumsjahr oder Ergebnisproblem? E-Commerce & Logistics wächst beim Umsatz um 11,5, das EBIT sinkt trotzdem um 14 %. "Wir haben eine Margen-Delle, gehen aber verstärkt ins E-Commerce-Fulfillment und bieten ein Susi-Sorglos-Paket für jede Firma. Denn ein Standbein alleine reicht nicht." Beim Closing von euShipments wurden 55 Mio. Euro Kaufpreis genannt, der Halbjahresabschluss weist 70,2 Mio. Gesamtgegenleistung aus.
Alois Wögerbauer (3 Banken Generali) sieht noch immer keine Euphorie bei den Anlegern. Er schätzt diese Skepsis: "Die zunehmende Marktbreite stimmt uns zuversichtlich. Aus meiner Sicht haben die Börsen die Unternehmensergebnisse zu Recht höher gewichtet als die Risiken der Geopolitik." Künstliche Intelligenz ist, ganz klar, "ein wesentlicher Treiber und eine wesentliche Stütze der Konjunktur". Ob sich die voluminösen Investitionen auszahlen werden, wie jüngst bei Palantir mit eigenem Rechenzentrum, bleibt abzuwarten. "Man kann KI nicht ignorieren, darf aber nicht nur darauf setzen." So profitiert der ATX stark von den Bankaktien. Allgemein hebt Alois Wögerbauer für Österreich die gute Entwicklung der Wiener Börse hervor und rät in den Depots und Anlegerstrategien zu Diversifikation und einem langfristigen Blick.
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