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Wolfgang führt den Sammelband ein, herausgegeben von Pauline Voss und Julian Reichelt aus dem Umfeld des Mediums Nius und erschienen im Westend-Verlag, mit Beiträgen unter anderem von Henryk M. Broder, Gloria von Thurn und Taxis, Wolfgang Kubicki, Waldemar Hartmann, Birgit Kelle, Norbert Bolz, Harald Martenstein, Marc Friedrich, Joachim Steinhöfel, Ralf Schuler und Claudio Casula. Wolfgang ordnet das nach Mario Barths »Frau-Deutsch / Deutsch-Frau« gestrickte Wörterbuchformat in eine Tradition von Sternberger/Storz/Süskinds »Aus dem Wörterbuch des Unmenschen« und Victor Klemperers LTI ein und liest es als Programmatik einer möglichen schwarz-blauen Koalition aus AfD (ohne Höcke) und Teilen der CDU. Stefan beschreibt das Buch als idiosynkratische Sprache einer abgeschlossenen Nius-Blase, der die Verankerung in der Realität und die für ein Wörterbuch übliche Quellenangabe und Historisierung fehle, und kontrastiert das mit Jan Fleischhauer, Ulf Poschardt und Springer/Döpfner als noch in den Mainstream eingebundenen Akteuren. Beide gehen exemplarisch Lemmata durch: »Transfrau« (Erklärung lediglich „Mann"), »Faktenchecker«, »Morddrohung«, »Das Auto«, »Nonbinär«, »Aktivist«, »Der/die Geflüchtete«, »Body Positivity«, »Südländer«, »Technofaschismus«, »Fachkraft« (Pauline Voss' fiktive Schilderung eines „Eritreischen Physikerkongresses in Gießen"), »Gemeinwohl« (Kubicki mit Anekdote zu Ralf Stegner und Vermögensteuer) sowie »Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte« (Ralf Schuler) und »Framing« (Marc Friedrich). Wolfgang arbeitet heraus, dass alles als links markiert werde, was jenseits einer bürgerlichen schwarz-blauen Koalition liege, dass die Ökonomie, Kapital-Arbeit-Verhältnis und Umverteilung systematisch ausgeblendet würden und dass die Beiträge eine transatlantische Ausrichtung im Sinne von Pete Hegseth, J. D. Vance, Curtis Yarvin, Peter Thiel und Marc Andreessen bedienten, inklusive Bestreitung eines Genozids im Gazastreifen (Casula) und der Forderung eines „neutralen" Verfassungsschutzes im Sinne Hans-Georg Maaßens. Stefan bringt als Gegenfolie Frankfurt-Offenbach mit ein, wo ein hoher Ausländeranteil und ein AfD-Kommunalwahlergebnis von rund 5 Prozent gegen die These eines linkshegemonialen Sprachregimes stünden, und verweist auf Stefan Niggemeiers Kommentar zur Sprachfrage „Flüchtende". Beide ziehen die Parallele zu Hoss & Hopf als wahllos aufschlagbarem Format und konstatieren ein Prinzip der Wiederholung über Gender, Queer, LGBTQ, Trans und Nonbinär hinweg; Stefan liest das Buch als rechte Utopie, in der ständig umverteilt und gegendert werde, Wolfgang als Gründungsdokument einer fiktionalen schwarz-blauen Politik, die die ökonomische Realität konsequent ausblende.
By Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt5
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Wolfgang führt den Sammelband ein, herausgegeben von Pauline Voss und Julian Reichelt aus dem Umfeld des Mediums Nius und erschienen im Westend-Verlag, mit Beiträgen unter anderem von Henryk M. Broder, Gloria von Thurn und Taxis, Wolfgang Kubicki, Waldemar Hartmann, Birgit Kelle, Norbert Bolz, Harald Martenstein, Marc Friedrich, Joachim Steinhöfel, Ralf Schuler und Claudio Casula. Wolfgang ordnet das nach Mario Barths »Frau-Deutsch / Deutsch-Frau« gestrickte Wörterbuchformat in eine Tradition von Sternberger/Storz/Süskinds »Aus dem Wörterbuch des Unmenschen« und Victor Klemperers LTI ein und liest es als Programmatik einer möglichen schwarz-blauen Koalition aus AfD (ohne Höcke) und Teilen der CDU. Stefan beschreibt das Buch als idiosynkratische Sprache einer abgeschlossenen Nius-Blase, der die Verankerung in der Realität und die für ein Wörterbuch übliche Quellenangabe und Historisierung fehle, und kontrastiert das mit Jan Fleischhauer, Ulf Poschardt und Springer/Döpfner als noch in den Mainstream eingebundenen Akteuren. Beide gehen exemplarisch Lemmata durch: »Transfrau« (Erklärung lediglich „Mann"), »Faktenchecker«, »Morddrohung«, »Das Auto«, »Nonbinär«, »Aktivist«, »Der/die Geflüchtete«, »Body Positivity«, »Südländer«, »Technofaschismus«, »Fachkraft« (Pauline Voss' fiktive Schilderung eines „Eritreischen Physikerkongresses in Gießen"), »Gemeinwohl« (Kubicki mit Anekdote zu Ralf Stegner und Vermögensteuer) sowie »Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte« (Ralf Schuler) und »Framing« (Marc Friedrich). Wolfgang arbeitet heraus, dass alles als links markiert werde, was jenseits einer bürgerlichen schwarz-blauen Koalition liege, dass die Ökonomie, Kapital-Arbeit-Verhältnis und Umverteilung systematisch ausgeblendet würden und dass die Beiträge eine transatlantische Ausrichtung im Sinne von Pete Hegseth, J. D. Vance, Curtis Yarvin, Peter Thiel und Marc Andreessen bedienten, inklusive Bestreitung eines Genozids im Gazastreifen (Casula) und der Forderung eines „neutralen" Verfassungsschutzes im Sinne Hans-Georg Maaßens. Stefan bringt als Gegenfolie Frankfurt-Offenbach mit ein, wo ein hoher Ausländeranteil und ein AfD-Kommunalwahlergebnis von rund 5 Prozent gegen die These eines linkshegemonialen Sprachregimes stünden, und verweist auf Stefan Niggemeiers Kommentar zur Sprachfrage „Flüchtende". Beide ziehen die Parallele zu Hoss & Hopf als wahllos aufschlagbarem Format und konstatieren ein Prinzip der Wiederholung über Gender, Queer, LGBTQ, Trans und Nonbinär hinweg; Stefan liest das Buch als rechte Utopie, in der ständig umverteilt und gegendert werde, Wolfgang als Gründungsdokument einer fiktionalen schwarz-blauen Politik, die die ökonomische Realität konsequent ausblende.

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