Der Ort:
Das ehemalige Lokal „Zum goldenen Schiff“, Neustiftgasse 13, 1070. Hier befand sich das von Barbara Roman geführte Lokal, welches sie bis 1813 führte.
Der Gast:
Dr.in Sophie Gerber ist Technikhistorikerin und arbeitet als Kustodin für Alltagstechnik im Technischen Museum Wien
Der Inhalt:
Mit Beginn des 19.Jahrhunderts übernimmt die Soldatenwitwe Barbara Roman ein Gasthaus im Bezirk Neubau. Ihr Konzept, nämlich übergebliebenes Essen vom Wiener Kaiserlichen Hof zu günstigen Preise abzugeben, erweist sich als enorm erfolgreich. Barbara Roman erhält den Spitznamen „Schmauswaberl“, da das Essen von hoher Qualität und geringen Preisen angeboten wird. Nebenbei betätigt sich Babara Roman karitativ, da sie auch eine Armenausspeisung betrieb. Das Geschäftsmodell wird aufgrund seines innovativen Charakters auch mehrmals kopiert. Nebenbei erfolgt die Entwicklung zur Professionalisierung der Wiener Küche. Die Kochbücher von Katharina Pratos und Olga Hess werden zu Bestsellern und legen die Grundlage für die „typische“ Wiener Küche. Diese Kochbücher standardisieren aber nicht nur Rezepte und Ingredienzien, sie versuchen auch den Mythos des liberalen Vielvölkerstaates der ausgehenden Monarchie in Kochanleitungen umzusetzen.
Tipps und Tricks:
Zum Lesen:
Erika Thümmel: Von Kuheutern, Wildschweinsköpfen und Kalbsohren. Die „schriftstellende Kochkünstlerin“ Katharina Prato und ihre „Süddeutsche Küche“. In: Carmen Unterholzer : Über den Dächern von Graz ist Liesl wahrhaftig. Eine Stadtgeschichte der Grazer Frauen. Dokumentation, Band 15, Wiener Frauenverlag, Wien 1996
Fritz von Herzmanovsky-Orlando: Der Gaulschreck im Rosennetz. Wien 2013
Zum Nachkochen
Katharina Prato: Die Süddeutsche Küche auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte. Graz 1858. Download: https://austria-forum.org/web-books/diesuddeutschek00de1858kfu