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Heute widme ich mich dem Thema „Beziehungsfähigkeit“.
Ich habe die wichtigsten Erkenntnisse der Bindungsforschung für dich zusammen gefasst.
Ich wünsche dir viele neue Erkenntnisse und viel Spaß mit dieser Folge!
Weiterführende Links für dich:
Komm sehr gerne in meine neue Facebook Gruppe "Paartherapie Podcast - Glückliche & Erfüllte Beziehungen leben" und tausche dich dort mit mir persönlich und anderen Podcast-Hörern über die Themen Partnerschaft, Liebe & Paartherapie aus!
Hier kannst du dir alle Podcast-Folgen nochmal durchlesen.
Hier erfährst du mehr über mich.
Alle Informationen zur Online-Paartherapie gibt es hier.
Lese auch meine Blogposts rund um Partnerschaft, Psychologie & Fernbeziehung.
Ich freue mich auf dein Feedback, deine Fragen & Anregungen! Ich freue mich, dich kennen zu lernen. Kontaktiere mich einfach!
Vernetze dich mit mir auf Instagram! Du findest mich dort als @fernbeziehungsberaterin oder schreibe mir eine E-Mail an [email protected] - ich freue mich von dir zu hören!
Inhalt der Episode
Hallo & Herzlich Willkommen zum Paartherapie Podcast – deinem Podcast für glückliche & erfüllte Beziehungen.
Mein Name ist Linda Mitterweger – ich bin Psychologin & Online-Paartherapeutin und heute widme ich mich dem Thema „Beziehungsfähigkeit“.
Ich habe die wichtigsten Erkenntnisse der Bindungsforschung für dich zusammen gefasst.
Du erfährst,
Ich wünsche dir viele neue Erkenntnisse und viel Spaß mit dieser Folge!
In meiner Facebook-Gruppe ist vor kurzem das Thema „Bindungstypen, Bindungsstile, Beziehungsfähigkeit“ aufgekommen und damit die Frage:
Und diesen Fragen widme ich mich heute!
Menschen streben nach Bindung, Zugehörigkeit und Verbundenheit.
In der Kindheit entwickeln wir den Wunsch nach Bindung zu unseren engsten Bezugspersonen, i.d.R. unseren Eltern. Im späteren Leben nehmen zudem auch Freunde, der eigene Partner und auch die eigenen Kinder diesen Platz mit ein.
Ein Mensch, der fähig ist eine sichere Bindung einzugehen – ich werde dir gleich noch genauer erklären, wie das zustande kommt – erkennt sein Bindungsverhalten an 4 Aspekten:
Aber wer oder was entscheidet jetzt darüber, ob wir diese sichere Bindung entwickeln – und was wenn nicht?
Dafür kann man sich mit der Bindungstheorie des englischen Psychiaters John Bowlby auseinandersetzen. Der unterscheidet verschiedene Ausprägungen der Bindung in zwei Grundtypen: Der sicheren Bindung und der unsicheren Bindung.
Eine sichere Bindung in der Kindheit entsteht durch die Feinfühligkeit der Hauptbezugsperson – ganz oft der Mutter. Wie feinfühlig sie auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht entscheidet letztlich, wie das Bindungsverhalten ausgeprägt ist. Und die Feinfühligkeit zeigt sich beispielsweise darin, dass die Mutter das Kind ermutigt, ihm Wärme und Mitgefühl schenkt und das Kind auch emotional unterstützt. Damit steigt die Chance, dass das Kind eine sichere Bindung erfährt. Und das zeigt sich dann auch wieder im Verhalten: Sicher gebundene Kinder weinen weniger, zeigen mehr positive als negative Reaktionen, wenn sie z.B. auf den Arm genommen werden. Unsicher gebundene Kinder ziehen sich eher zurück, vermeiden Nähe oder klammern und genau das zeigt dieses typisch ängstlich-ambivalente Verhalten, das einige unsicher gebundene Menschen an den Tag legen.
Hier direkt die gute Nachricht: Bowlby ist überzeugt, dass es sich bei der Bindung um eine lebenslange Entwicklung handelt und das eigene Bindungsverhalten nicht – wie zum Beispiel Freud das annimmt – in der frühen Kindheit festgelegt wird und eine negative Entwicklung dann das ganze Leben überschattet.
Nein! In der frühen Kindheit werden die Weichen gestellt, die Richtung wird angegeben aber durch neue Beziehungserfahrungen kann man davon abweichen. Und nicht nur das: Neue Erfahrungen werden zudem stärker gewichtet als lang zurück liegende Erfahrungen. Das kann jetzt bedeuten, dass Erfahrungen, die wir erst kürzlich als Erwachsene in unserer Partnerschaft gemacht haben, unser aktuelles Bindungsverhalten mehr prägen als beispielsweise die Eltern-Kind-Beziehung.
Und deshalb: Wenn du oder dein Partner in der Kindheit negative Erfahrungen gemacht habt. Wenn ihr keine Feinfühligkeit im Elternhaus erfahren habt, da keiner sichere Bindung erfahren konntet – macht euch nicht zu viele Gedanken darüber. Ihr könnt das jetzt miteinander korrigieren und euer Bindungsverhalten noch verändern.
Und deshalb möchte ich dir jetzt erzählen, wie das Bindungsverhalten bei Erwachsenen ausgeprägt sein kann, wie das entsteht und welche Rolle das auch in der Partnerschaft spielt.
Und in dieser letzten Kategorie, in der unsicheren Bindung, kann man nochmal unterscheiden zwischen Menschen, die
In der Partnerschaft merkt man sehr schnell, wie man selbst aber auch der Partner gebunden ist, vielleicht kannst du dich direkt selbst einordnen:
und dazu gehören ca. 50 Prozent der Bevölkerung, der fühlt sich mit Nähe wohl, kann aber auch Distanz gut ertragen und ist in der Lage, eine stabile Partnerschaft zu führen. Sicher gebundene Typen sind eher selten Single sondern fast immer in Beziehungen – und auch in langjährigen Beziehungen. Es gibt Studien, die zeigen, dass sicher gebundene Menschen länger zusammen bleiben und seltener geschieden werden als unsicher gebundene.
Vielleicht bist du aktuell auch eher
genauso wie ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung. Dann bedeutet Nähe und Intimität für dich oft auch den Verlust der Unabhängigkeit. Und du suchst vielleicht die Distanz, weil dir Autonomie und Selbstbestimmung die wichtigsten Werte sind. Das kann sein, dass du dich nach Nähe sehnst aber gleichzeitig auch Abstand brauchst. Und dann kann es eben sein – typischerweise – dass du sehr gemischte Signale sendest und dich sehr zweideutig ausdrückst.
Oder – Typ drei –, ebenfalls von ca. 20 Prozent der Bevölkerung vertreten,
Der braucht viel Nähe und sorgt sich, ob sein Partner ihn genug liebt. Wenn dieser Beziehungstyp sich zurückgewiesen fühlt, verstärkt er seine Bemühungen noch, denn er glaubt „Liebe müsse man sich verdienen.“ – und genau hier sieht man, wie stark auch Glaubenssätze das eigene Bindungsverhalten beeinflussen! Denn beim ängstlichen Bindungstyp steckt ganz oft die Überzeugung dahinter: „Ich bin nicht gut genug!“
Und wenn du jetzt mitgerechnet hast, wirst du merken, dass da noch ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung übrig bleibt – um die 10 Prozent. Und da gibt es noch einen vierten, eher unbekannten, Bindungsstil:
Menschen dieses Bindungsstils sind wenig bereit, sich zu binden. Sie möchten sich selbst genügen. Im Unterschied zum unsicher-vermeidenden Bindungstyp haben Sie keinen Wunsch nach Nähe und Intimität.
Wie ich gerade schon angedeutet habe, gehen mit jedem Bindungsstil auch typische Glaubenssätze einher. Und auf Basis dieser Glaubenssätze entwickeln sich sogenannte Handlungspläne. Als Menschen leiten wir also aus unseren bisherigen Erfahrungen her, wie wir uns in Zukunft verhalten sollen und das hängt maßgeblich davon ab, wie wir gebunden sind.
Nehmen wir an, einer Person hat schlechte Erfahrungen mit den Bezugspersonen ihrer Kindheit oder auch mit früheren Partnern gemacht. Sie ist unsicher gebunden und hat innere Überzeugungen und Glaubenssätze, die ihr sagen, dass Menschen in Partnerschaften nicht verlässlich sind. Davon geht sie aus. Wenn sie jetzt doch auf jemanden trifft und sich darauf einlässt, der sicher gebunden ist, der zuverlässig und treu ist, sammelt sie widersprüchliche Erfahrungen. Und im Laufe der Zeit kann das dann dazu führen, dass ihre inneren Überzeugungen verändert werden und dass die unsichere Bindung zu einer sicheren Bindung wird.
Was sich tatsächlich ändert, wenn sich das Bindungsverhalten ändert, sind zwei Faktoren, die den Bindungstypen zugrunde liegen.
also: Wie sehr fürchte ich mich davor, feste Bindungen einzugehen?
also: Wie sehr vermeide ich es, mich fest zu binden?
Sichere Bindung bedeutet also: Niedrige Bindungsangst kombiniert mit niedriger Bindungsvermeidung.
Während eine hohe Angst und eine hohe Vermeidung z.B. einen ängstlich-vermeidenden Bindungsstil kennzeichnen.
Studien haben gezeigt, dass am häufigsten tatsächlich die Beziehungen auftreten, in denen beide Partner sicher gebunden sind.
Partner, die beide unsicher-vermeidend oder beide ängstlich-ambivalent eingestellt sind, sind eher selten in einer Beziehung.
Und deshalb wundert es natürlich nicht, dass es Studien gibt, die zeigen, dass die Beziehungszufriedenheit und Stabilität in Partnerschaften am höchsten ist, in denen gegenseitig eine sichere Bindung verwirklicht wird.
Wenn deine Beziehung allerdings unter einer unsicheren Bindung leidet, heißt das nicht unbedingt, dass ihr keine Zukunft habt und das für immer so bleiben muss.
Ihr solltet lernen
Und das kann schwierig sein, vor allem, wenn man das vorher noch nie so gemacht hat. Und deshalb kann bei unsicherer Bindung eine Paartherapie, die auf den Erkenntnissen der Bindungstheorie aufbaut, förderlich sein. Ihr solltet also sicherstellen, dass der Paartherapeut oder die Paartherapeutin, an die ihr euch wendet, die Bindungstheorie wirklich gut kennt.
Und dann sind die Erfolgsaussichten für eure Beziehung auf jeden Fall positiv!
Also: Wenn ihr feststellt, dass ihr aktuell noch unsicher gebunden seid, dass ihr aktuell noch nicht so sehr beziehungsfähig seid, dass ihr da noch Veränderungen braucht, dass ihr vielleicht Unterstützung braucht – dann ist die wunderbare Nachricht: Ihr habt das in der Hand. Ihr müsst euch nicht damit abfinden, wie die Situation aktuell ist. Was ihr vielleicht an negativen Erlebnissen aus eurer Kindheit mitgebracht habt. Was ihr vielleicht an schwierigen Situationen in früheren Beziehungen meistern musstet. Das beeinflusst euer Bindungsverhalten nur temporär. Ihr könnt das ändern. Findet heraus was dahinter steckt, arbeitet an diesen Überzeugungen und Glaubenssätzen und lasst diese unsichere Bindung hinter euch. Ihr könnt gemeinsam den Weg gehen hin zu einer sicher gebundenen Partnerschaft.
Ich wünsche euch ganz viel Erfolg dabei!
Vielleicht konntest du dich direkt in einen der vier Bindungstypen einordnen. Sicher weißt du jetzt, ob du sicher oder unsicher gebunden bist. In jedem Fall hast du heute einige Information zum Thema Bindungstheorie mitbekommen und sicher auch den ein oder anderen Tipp, wie du die Bindungsfähigkeit in deiner Partnerschaft steigern kannst.
Wenn du heute was aus dieser Folge mitnimmst freue ich mich sehr über eine Bewertung bei Itunes oder eine E-Mail von dir! Erzähl mir, wie diese Folge dir weiter hilft!
Wenn du dir selbst mal ein Thema im Podcast wünschst, schreibe mir oder komm in meiner Facebook Gruppe „Paartherapie Podcast – Glückliche & erfüllte Beziehungen leben“ – die Gruppe wächst immer mehr und ich freue mich so sehr auf Austausch dort.
Mach’s gut,
lass es dir gut gehen und bis bald,
deine Linda
By Linda MitterwegerHeute widme ich mich dem Thema „Beziehungsfähigkeit“.
Ich habe die wichtigsten Erkenntnisse der Bindungsforschung für dich zusammen gefasst.
Ich wünsche dir viele neue Erkenntnisse und viel Spaß mit dieser Folge!
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Ich freue mich auf dein Feedback, deine Fragen & Anregungen! Ich freue mich, dich kennen zu lernen. Kontaktiere mich einfach!
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Inhalt der Episode
Hallo & Herzlich Willkommen zum Paartherapie Podcast – deinem Podcast für glückliche & erfüllte Beziehungen.
Mein Name ist Linda Mitterweger – ich bin Psychologin & Online-Paartherapeutin und heute widme ich mich dem Thema „Beziehungsfähigkeit“.
Ich habe die wichtigsten Erkenntnisse der Bindungsforschung für dich zusammen gefasst.
Du erfährst,
Ich wünsche dir viele neue Erkenntnisse und viel Spaß mit dieser Folge!
In meiner Facebook-Gruppe ist vor kurzem das Thema „Bindungstypen, Bindungsstile, Beziehungsfähigkeit“ aufgekommen und damit die Frage:
Und diesen Fragen widme ich mich heute!
Menschen streben nach Bindung, Zugehörigkeit und Verbundenheit.
In der Kindheit entwickeln wir den Wunsch nach Bindung zu unseren engsten Bezugspersonen, i.d.R. unseren Eltern. Im späteren Leben nehmen zudem auch Freunde, der eigene Partner und auch die eigenen Kinder diesen Platz mit ein.
Ein Mensch, der fähig ist eine sichere Bindung einzugehen – ich werde dir gleich noch genauer erklären, wie das zustande kommt – erkennt sein Bindungsverhalten an 4 Aspekten:
Aber wer oder was entscheidet jetzt darüber, ob wir diese sichere Bindung entwickeln – und was wenn nicht?
Dafür kann man sich mit der Bindungstheorie des englischen Psychiaters John Bowlby auseinandersetzen. Der unterscheidet verschiedene Ausprägungen der Bindung in zwei Grundtypen: Der sicheren Bindung und der unsicheren Bindung.
Eine sichere Bindung in der Kindheit entsteht durch die Feinfühligkeit der Hauptbezugsperson – ganz oft der Mutter. Wie feinfühlig sie auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht entscheidet letztlich, wie das Bindungsverhalten ausgeprägt ist. Und die Feinfühligkeit zeigt sich beispielsweise darin, dass die Mutter das Kind ermutigt, ihm Wärme und Mitgefühl schenkt und das Kind auch emotional unterstützt. Damit steigt die Chance, dass das Kind eine sichere Bindung erfährt. Und das zeigt sich dann auch wieder im Verhalten: Sicher gebundene Kinder weinen weniger, zeigen mehr positive als negative Reaktionen, wenn sie z.B. auf den Arm genommen werden. Unsicher gebundene Kinder ziehen sich eher zurück, vermeiden Nähe oder klammern und genau das zeigt dieses typisch ängstlich-ambivalente Verhalten, das einige unsicher gebundene Menschen an den Tag legen.
Hier direkt die gute Nachricht: Bowlby ist überzeugt, dass es sich bei der Bindung um eine lebenslange Entwicklung handelt und das eigene Bindungsverhalten nicht – wie zum Beispiel Freud das annimmt – in der frühen Kindheit festgelegt wird und eine negative Entwicklung dann das ganze Leben überschattet.
Nein! In der frühen Kindheit werden die Weichen gestellt, die Richtung wird angegeben aber durch neue Beziehungserfahrungen kann man davon abweichen. Und nicht nur das: Neue Erfahrungen werden zudem stärker gewichtet als lang zurück liegende Erfahrungen. Das kann jetzt bedeuten, dass Erfahrungen, die wir erst kürzlich als Erwachsene in unserer Partnerschaft gemacht haben, unser aktuelles Bindungsverhalten mehr prägen als beispielsweise die Eltern-Kind-Beziehung.
Und deshalb: Wenn du oder dein Partner in der Kindheit negative Erfahrungen gemacht habt. Wenn ihr keine Feinfühligkeit im Elternhaus erfahren habt, da keiner sichere Bindung erfahren konntet – macht euch nicht zu viele Gedanken darüber. Ihr könnt das jetzt miteinander korrigieren und euer Bindungsverhalten noch verändern.
Und deshalb möchte ich dir jetzt erzählen, wie das Bindungsverhalten bei Erwachsenen ausgeprägt sein kann, wie das entsteht und welche Rolle das auch in der Partnerschaft spielt.
Und in dieser letzten Kategorie, in der unsicheren Bindung, kann man nochmal unterscheiden zwischen Menschen, die
In der Partnerschaft merkt man sehr schnell, wie man selbst aber auch der Partner gebunden ist, vielleicht kannst du dich direkt selbst einordnen:
und dazu gehören ca. 50 Prozent der Bevölkerung, der fühlt sich mit Nähe wohl, kann aber auch Distanz gut ertragen und ist in der Lage, eine stabile Partnerschaft zu führen. Sicher gebundene Typen sind eher selten Single sondern fast immer in Beziehungen – und auch in langjährigen Beziehungen. Es gibt Studien, die zeigen, dass sicher gebundene Menschen länger zusammen bleiben und seltener geschieden werden als unsicher gebundene.
Vielleicht bist du aktuell auch eher
genauso wie ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung. Dann bedeutet Nähe und Intimität für dich oft auch den Verlust der Unabhängigkeit. Und du suchst vielleicht die Distanz, weil dir Autonomie und Selbstbestimmung die wichtigsten Werte sind. Das kann sein, dass du dich nach Nähe sehnst aber gleichzeitig auch Abstand brauchst. Und dann kann es eben sein – typischerweise – dass du sehr gemischte Signale sendest und dich sehr zweideutig ausdrückst.
Oder – Typ drei –, ebenfalls von ca. 20 Prozent der Bevölkerung vertreten,
Der braucht viel Nähe und sorgt sich, ob sein Partner ihn genug liebt. Wenn dieser Beziehungstyp sich zurückgewiesen fühlt, verstärkt er seine Bemühungen noch, denn er glaubt „Liebe müsse man sich verdienen.“ – und genau hier sieht man, wie stark auch Glaubenssätze das eigene Bindungsverhalten beeinflussen! Denn beim ängstlichen Bindungstyp steckt ganz oft die Überzeugung dahinter: „Ich bin nicht gut genug!“
Und wenn du jetzt mitgerechnet hast, wirst du merken, dass da noch ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung übrig bleibt – um die 10 Prozent. Und da gibt es noch einen vierten, eher unbekannten, Bindungsstil:
Menschen dieses Bindungsstils sind wenig bereit, sich zu binden. Sie möchten sich selbst genügen. Im Unterschied zum unsicher-vermeidenden Bindungstyp haben Sie keinen Wunsch nach Nähe und Intimität.
Wie ich gerade schon angedeutet habe, gehen mit jedem Bindungsstil auch typische Glaubenssätze einher. Und auf Basis dieser Glaubenssätze entwickeln sich sogenannte Handlungspläne. Als Menschen leiten wir also aus unseren bisherigen Erfahrungen her, wie wir uns in Zukunft verhalten sollen und das hängt maßgeblich davon ab, wie wir gebunden sind.
Nehmen wir an, einer Person hat schlechte Erfahrungen mit den Bezugspersonen ihrer Kindheit oder auch mit früheren Partnern gemacht. Sie ist unsicher gebunden und hat innere Überzeugungen und Glaubenssätze, die ihr sagen, dass Menschen in Partnerschaften nicht verlässlich sind. Davon geht sie aus. Wenn sie jetzt doch auf jemanden trifft und sich darauf einlässt, der sicher gebunden ist, der zuverlässig und treu ist, sammelt sie widersprüchliche Erfahrungen. Und im Laufe der Zeit kann das dann dazu führen, dass ihre inneren Überzeugungen verändert werden und dass die unsichere Bindung zu einer sicheren Bindung wird.
Was sich tatsächlich ändert, wenn sich das Bindungsverhalten ändert, sind zwei Faktoren, die den Bindungstypen zugrunde liegen.
also: Wie sehr fürchte ich mich davor, feste Bindungen einzugehen?
also: Wie sehr vermeide ich es, mich fest zu binden?
Sichere Bindung bedeutet also: Niedrige Bindungsangst kombiniert mit niedriger Bindungsvermeidung.
Während eine hohe Angst und eine hohe Vermeidung z.B. einen ängstlich-vermeidenden Bindungsstil kennzeichnen.
Studien haben gezeigt, dass am häufigsten tatsächlich die Beziehungen auftreten, in denen beide Partner sicher gebunden sind.
Partner, die beide unsicher-vermeidend oder beide ängstlich-ambivalent eingestellt sind, sind eher selten in einer Beziehung.
Und deshalb wundert es natürlich nicht, dass es Studien gibt, die zeigen, dass die Beziehungszufriedenheit und Stabilität in Partnerschaften am höchsten ist, in denen gegenseitig eine sichere Bindung verwirklicht wird.
Wenn deine Beziehung allerdings unter einer unsicheren Bindung leidet, heißt das nicht unbedingt, dass ihr keine Zukunft habt und das für immer so bleiben muss.
Ihr solltet lernen
Und das kann schwierig sein, vor allem, wenn man das vorher noch nie so gemacht hat. Und deshalb kann bei unsicherer Bindung eine Paartherapie, die auf den Erkenntnissen der Bindungstheorie aufbaut, förderlich sein. Ihr solltet also sicherstellen, dass der Paartherapeut oder die Paartherapeutin, an die ihr euch wendet, die Bindungstheorie wirklich gut kennt.
Und dann sind die Erfolgsaussichten für eure Beziehung auf jeden Fall positiv!
Also: Wenn ihr feststellt, dass ihr aktuell noch unsicher gebunden seid, dass ihr aktuell noch nicht so sehr beziehungsfähig seid, dass ihr da noch Veränderungen braucht, dass ihr vielleicht Unterstützung braucht – dann ist die wunderbare Nachricht: Ihr habt das in der Hand. Ihr müsst euch nicht damit abfinden, wie die Situation aktuell ist. Was ihr vielleicht an negativen Erlebnissen aus eurer Kindheit mitgebracht habt. Was ihr vielleicht an schwierigen Situationen in früheren Beziehungen meistern musstet. Das beeinflusst euer Bindungsverhalten nur temporär. Ihr könnt das ändern. Findet heraus was dahinter steckt, arbeitet an diesen Überzeugungen und Glaubenssätzen und lasst diese unsichere Bindung hinter euch. Ihr könnt gemeinsam den Weg gehen hin zu einer sicher gebundenen Partnerschaft.
Ich wünsche euch ganz viel Erfolg dabei!
Vielleicht konntest du dich direkt in einen der vier Bindungstypen einordnen. Sicher weißt du jetzt, ob du sicher oder unsicher gebunden bist. In jedem Fall hast du heute einige Information zum Thema Bindungstheorie mitbekommen und sicher auch den ein oder anderen Tipp, wie du die Bindungsfähigkeit in deiner Partnerschaft steigern kannst.
Wenn du heute was aus dieser Folge mitnimmst freue ich mich sehr über eine Bewertung bei Itunes oder eine E-Mail von dir! Erzähl mir, wie diese Folge dir weiter hilft!
Wenn du dir selbst mal ein Thema im Podcast wünschst, schreibe mir oder komm in meiner Facebook Gruppe „Paartherapie Podcast – Glückliche & erfüllte Beziehungen leben“ – die Gruppe wächst immer mehr und ich freue mich so sehr auf Austausch dort.
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deine Linda

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