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Unser Verhältnis zur Natur ist von Widersprüchen geprägt: Als Kinder entdecken wir eine magische, sinnliche Welt voller Geheimnisse, lernen jedoch bald, dass Natürlichkeit auch für Triebe, Gewalt und Unberechenbarkeit stehen kann. Als Menschheit mussten wir lernen, die Natur zu beherrschen, um unser Überleben zu sichern. Sie ist auszubeutende Ressource, gleichzeitig verklären wir sie als Sehnsuchtsort, als Gegenwelt zur Zivilisation und Religionsersatz.
Angesichts von Klimakrise und Artensterben fragen Katrin und Alexandra, was wir eigentlich meinen, wenn wir über Natur sprechen. Gibt es ein "Zurück zur Natur"? Und wie könnte ein Verhältnis aussehen, in dem wir Natur nicht nur ausbeuten oder bewundern, sondern uns als Teil von ihr begreifen?
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Dankbarkeit begegnet uns auf Kalenderblättern und Teebeuteletiketten, verkauft leere Hefte als ultimatives Selbstoptimierungstool und verspricht Wohlgefühl und "inneren Reichtum". Auf den ersten Blick ein undankbares Thema für unser streitbares Format! Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Dank sich früher weniger auf ein inneres Erleben bezog als auf die Verwaltung von Schuldigkeiten; von Opfergaben über Gegengaben bis hin zur Vergeltung. Wer Dank empfängt, steht in einer Verbindung zu jemandem, und diese Verbindung kann verpflichten. Wer erinnert sich nicht an das Unbehagen, sich als Kind bei der Tante für den Kratzpullover bedanken zu müssen oder fürchtet den Vorwurf, "undankbar" zu sein, wenn er sich nicht einer Autorität unterwirft?
In dieser Folge sprechen Katrin und Alexandra über Dankbarkeit, Schuld und Gegenseitigkeit und den Unterschied zwischen echter Anerkennung und erzwungener Höflichkeit.
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Lange aufbleiben, unbegrenzt Taschengeld und jeden Tag Pizza: Hört man sich unter kleinen Menschen um, ist Erwachsensein ein erstrebenswerter Zustand, der gar nicht schnell genug erreicht werden kann. Doch spätestens, wenn die erste Steuererklärung ansteht, das Geld knapp wird und die Tellerberge bis zur Decke reichen, gerät das „Erwachsenwerden“ zu einer Bedrohung. Dabei gilt längst nicht nur als erwachsen, wer mit Mitte 20 Haus und Familie hat. Vielmehr haben sich die Erwartungen an "den Erwachsenen" in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verschoben. Ist Erwachsenwerden überhaupt noch eine sinnvolle Kategorie, wenn die wirtschaftliche Verhältnisse den Auszug von Zuhause irrational machen und 50-jährige die gleichen Sneaker tragen und Mangas lesen wie 12-jährige? In dieser Folge sprechen wir über Adulting, Infantilisierung, Mündigkeit und die Frage, ob das Ideal der Reife jemals erreicht werden kann.
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In der Post-Corona-Welt hat der Optimismus es wahrlich nicht leicht: Angesichts von Klimakrise, politischem Wahn und Zukunftsängsten (z.B. rund um Künstliche Intelligenz) scheint Resignation näher zu liegen als fröhliche Zuversicht. In dieser Folge sprechen Katrin und Alexandra über die Auswirkungen, die eine optimistische bzw. eine pessimistische Haltung auf politische Entscheidungen und gesellschaftliches Handeln haben kann. Ist Optimismus naiv? Bloßes Wunschdenken? Eine denkfaule Flucht ins "Alles wird gut"? Oder kann es auch ein mutiger Akt sein, trotz fehlender Gewissheiten an der Möglichkeit zur Gestaltung festzuhalten?
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Prüfungen begleiten uns durchs ganze Leben. In der Schule dienten sie dazu, Leistung zu messen, Wissen zu überprüfen und Vergleichbarkeit herzustellen. Doch wenn man genau hinschaut, merkt man, dass Prüfungen oft etwas ganz anderes messen als Kompetenz, und ihre Wirkung weit über das Ergebnis hinausreicht.
In dieser Folge sprechen Katrin und Alexandra nicht nur über den Impact von Leistungsprüfungen, sondern auch über die alltäglichen Prüfungen im Job, in zwischenmenschlichen Situationen oder auf Social Media. Wir werden ständig bewertet und bewerten uns selbst. Rankings, Scores und Feedbacksysteme geben zwar Orientierung, indem sie Komplexität reduzieren, aber oft auf eine sehr entmenschlichende Weise. Wie gehen wir um mit einem System, das uns ständig misst, vergleicht und unseren Wert an Zahlen festmacht?
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Kontext ist ganz entscheidend dafür, wie wir Aussagen und Handlungen, Sachverhalte und Ereignisse bewerten. Ohne Kontext sind weder faire Urteile noch mündige Entscheidungen möglich. Warum blenden wir ihn dennoch so häufig aus? Katrin hat ein paar psychologische und evolutionsbiologische Erklärungen dafür. Wir sprechen darüber, warum Kontext der Funktionslogik von Social Media widerspricht und warum Journalismus so häufig an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. Alexandra sieht Kontext zudem als etwas, das in Begegnungen zwischen Menschen entsteht, in Subkulturen und in der Kunst, und dessen interaktive Schaffung ein Ausdruck von Freiheit ist. Könnte die Gesellschaft gerechter und gelassener sein, wenn wir Kontext ernster nehmen würden?
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Diskursmonitor: Glossar: Kontextualisieren
Podcast: Die Wochendämmerung
CICERO: Der Dreck bleibt haften: Interview mit Marie-Luise Vollbrecht
taz: Rechtes Internet feiert die "Ostmulle"
Wikipedia: Resting Bitch Face
Wikipedia: Bitch
Deutschlandfunk: Behemoth im Porträt
Revolvermag: Twin Temple: Satanic Doo-Wop
Sein und Streit (Podcast): Hartmut Rosa über schwindende Spielräume
Wind und Wurzeln: Wie wir Scheindebatten und Tibalismus stoppen
Hanser: Bernhard Pörksen: Zuhören
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Misstrauen gegen die Nachbarn, Entfremdung in der Familie, langjährige Freundschaften, die über Meinungsverschiedenheiten zerbrechen: Seit der Corona-Pandmie machen wir soziale Erfahrungen, die wir als Ausdruck gesellschaftlicher Spaltung deuten. Dabei kommen soziologische Studien zu gänzlich anderen Befunden, die Gesellschaft sei gar nicht so gespalten, wie es uns scheint. Im Gespräch denken wir über diesen scheinbaren Widerspruch nach und beleuchten die Hintergründe unterschiedlicher Wahrnehmungen.
Lässt sich gegen Spaltungstendenzen und Polarisierung überhaupt etwas tun? Während Katrin dafür plädiert, Kategorien von „Entweder/Oder“ fallen zu lassen und sie durch „Sowohl als auch“ zu ersetzen, fragt Alexandra, ob Demokratie mit ihrem Anspruch auf Integration und Partizipation der „Massen“ ohne Polarisierung überhaupt möglich ist.
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Katrin bezeichnet sich selbst ganz bewusst als naiv, weil sie sich entschieden hat, an das Gute im Menschen zu glauben. Alexandra hegte stets einen tiefen Argwohn gegen die Naiven, vielleicht aus Neid auf jene, die so unbeschwert vertrauen dürfen. In dieser Folge fragen wir uns, welche Arten von Naivität es gibt und ob Naivität wirklich mit Dummheit gleichgesetzt werden kann. Ist Naivität nicht auch eine Art von Mut? Wer kann es sich leisten, naiv zu sein? Und warum glauben wir so oft, dass Naive "selbst Schuld" sind, wenn Sie enttäuscht oder über den Tisch gezogen werden?
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* Guardian: https://www.theguardian.com/technology/2025/sep/20/parents-outraged-meta-uses-photos-schoolgirls-ads-man
* Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Epstein
* Der Standard: https://www.derstandard.at/story/3000000297061/konstantin-wecker-hatte-laut-medienbericht-63-jaehrig-ein-verhaeltnis-mit-minderjaehriger
* BKA: https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Kinderpornografie/Kinderbilder_Netz/Kinderbilder_Netz_node.html
* Der siebte Tag: Das Rätsel der Milchflasche https://steady.page/de/nminkmar/posts/1d9a9845-511f-49a2-aa5c-b2ba01a350d9
* Wikipedia: Naive T-Zellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Naive_T_cell
* Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Naivit%C3%A4t
* Sarah Kuttner: Mama und Sam https://www.fischerverlage.de/buch/sarah-kuttner-mama-sam-9783103977417
* Guardian: https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2025/nov/11/seven-sly-savage-stages-of-a-romance-scam
* Was es ist von Erich Fromm https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/erich-frieds-gedicht-was-es-ist/
* Das pädagogische Paradox: https://www.ausbilder-plus-akademie.de/das-paedagogische-paradox/
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Schon mal was von „Otroversion“ gehört? Es ist ein neuer Begriff für ein Phänomen, das uns in vielen Facetten begegnet: das Anderssein. Wann ist man eigentlich "anders"? Zwischen dem Außenseiter und dem Einzelgänger liegen Welten. Und doch haben die Eigensinnigen, Unangepassten und Selbstgenügsamen es oft genauso schwer, soziale Akzeptanz zu finden. Andererseits drängt sich in der heutigen Zeit die Frage auf, ob man als "Normalo" überhaupt noch erfolgreich sein kann. Setzen sich nicht überall gerade die Außergewöhnlichen durch? Finden unter den Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie nicht längst nur die Exzentriker Gehör?
Katrin und Alexandra fragen sich, ob "Anderssein" ein Ausdruck von Freiheit ist oder nicht bloß eine weitere Kategorie, um eben nicht anders bleiben zu müssen. Dürfen wir nicht auch einfach sein, ohne Etikett, ohne Konzept, ohne "Markenkern"?
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Das Bedürfnis, zu gefallen und es anderen immer recht zu machen, kennen viele Frauen. Auch Katrin. Es könnte einfach nur eine nette Eigenschaft netter Menschen sein, wenn es nicht regelmäßig zu Selbstverleugnung und Selbstverlust führen würde. In der Psychologie gibt es dafür sogar einen Begriff: fawning. Statt zu kämpfen, Reißaus zu nehmen oder zu erstarren (fight, flight, freeze), versuchen wir, durch rehäugige Freundlichkeiten die Situation zu entschärfen. Kurzfristig mag das wirksam sein, doch es lohnt sich, einen genauen Blick auf die Ursachen und langfristigen Konsequenzen dieses Verhaltens zu werfen.
FaschismusFaschismus ist ein starkes Wort und wird bisweilen als „Nazi-Keule“ benutzt. Doch mit Blick auf die USA sollten wir die Fraglichkeit des Begriffs nochmal überdenken, findet Alexandra. Denn die offene Befürwortung von Gewalt, der Versuch, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auszuhöhlen und eine fast religiöse Verehrung von Technologie waren seit jeher Merkmale faschistischer Systeme. Gerade KI-Ideologien in Verbindung mit dem Wirken rechter politischer Kräfte könnten uns in Schwierigkeiten bringen, wenn wir nicht aktiv ein Mitspracherecht fordern.
Bitte und DankeNoch immer kostet die Produktion von anekdotisch evident mehr, als wir derzeit einnehmen. Wenn ihr könnt, werft doch gern ein paar Euro in einen unserer Hüte. DANKE an alle, die schon dabei sind <3
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