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  • Gedankenbrecher Teil 3 | Von Rüdiger Lenz
    Vorbemerkung: Dies ist der dritte Teil eines Beitrags über “Gedankenbrecher”, dessen erster und zweiter Teil hier auf apolut.net erschienen ist.
    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.
    Täter-Opfer-Dynamik
    Es war eine unbarmherzige Psychiatrie, die ihre 'Patientinnen' und 'Patienten' in KZ-ähnlichen Todesfallen zugrunde richtete. 1920, also bevor Hitler an die Macht kam, schrieben in Deutschland ein Psychiater namens Hoche und ein Jurist namens Binding – beide führten die Titel »Prof. Dr.« – das erste Buch, in dem die systematische Vernichtung einer ganzen Gruppe von Menschen gefordert wurde: »Die Vernichtung lebensunwerten Lebens«. Ich finde das deshalb so wichtig, weil damit eine offene Diskussion über den Mord an Psychiatrie-'Patientinnen' und -'Patienten' eingeleitet wurde – bevor Hitler an die Macht kam. Im Laufe des Jahres 1938 hatte man in Deutschland ohne ausdrückliche Genehmigung Hitlers damit begonnen, deren massenhafte Vernichtung vorzubereiten. Ich frage mich, wie vielen Menschen eigentlich klar ist, dass die Psychiatrie Wegbereiter des Holocaust war.


    Dieser Vorstoß war nicht auf Deutschland begrenzt, denn sogar in den USA forderte ein einflussreiches psychiatrisches Fachblatt die Ermordung von fünfjährigen 'zurückgebliebenen' Kindern.

    Der Verfasser von Hitlers ersten Sterilisationsgesetzen war ein Psychiater, Ernst Rüdin; und in den USA gab es einen in Deutschland ausgebildeten Psychiater namens Franz Kallmann, nach dessen Meinung Rüdin nicht radikal genug war. Dr. Peter R. Breggin
    Die Politik in diesem Land hat sich verrannt, und zwar ziemlich schlimm verrannt. Mittelmäßig begabte Politiker sitzen nun in Regierungen, auch in den Landtagen, und ihr Handeln ist teilweise katastrophal. Für gut befindet einzig die riesige Masse an Mittelmäßigen, die ihnen Beifall klatschen, zu Kriegsdemos aufrufen und diese Friedensdemos nennen. Zuvor war ihnen ein Impfabo Garant für Freiheit und Solidarität geworden. Was es jetzt braucht, ist die Fähigkeit, die eigenen Gedanken zu durchbrechen. Die eigenen Weltbilder zu durchbrechen. Die Narrative der Bündnisse zu durchbrechen und zu verstehen, dass wir in der Regierungspolitik überhaupt gar keine deutschen oder europäischen Interessen vertreten. Ja nicht einmal einfache gerechte Bürgerinteressen werden noch vertreten. Einzig US-amerikanische Interessen werden noch vertreten. Den USA ist es egal, ob Europa in einem Atomkrieg verdampft wird.
    Der großen Masse der Deutschen scheint es an Fantasie zu fehlen, sich einen solchen Krieg vorzustellen. Es macht mir den Anschein, als sei bei der Masse der Glaube unerschütterlich, dass man einen Atomkrieg gewinnen könne. Ein Atomkrieg erzeugt keine Gewinner, das müsste eigentlich jedem Menschen klar sein. Nicht auszumalen, wenn eine false flag-Operation das Zünden einer Atombombe in der Ukraine im Blick hätte und dieses dann Putin in die Schuhe geschoben würde, oder ein Atomkraftwerk würde getroffen werden.
    Den Menschen, die noch immer keinen Antifaschismus für sich erarbeiten konnten, sind allesamt Menschen, die ihre innere Welt nicht wahrnehmen wollen oder können. Sie bringen sich einzig durch eigene Ideale und Vorstellungen zum Antifaschismus, sind aber anfällig für faschistische Indoktrinationen. Sie sind fast allesamt vom Feindbild eines anderen überzeugt und sie stecken voll mit Ideologien, wie man den Faschismus aus den Menschen ausrotten könne. Das liegt an ihrer Täter-Opfer-Dynamik, die sie in einer transgenerativen Traumagesellschaft ausleben, ohne zu begreifen, das genau dieser seelische Missstand der Motor und das Futter für Faschismus darstellt. Die aus dieser Täter-Opfer-Dynamik resultierenden Attribute sind hochgefährlich, da sie alles absegnen, was ihnen einen Ersatz für das Wahrnehmen ihrer eigenen inneren Welten aufzeigt, um als falsche Lösungen die eigenen inneren Zerrissenheiten nach außen zu projizieren.
    19 min
  • Star Demokratiebewegung, Impfschäden keine Verschwörungstheorie, Leuchtturm ARD | Von Anselm Lenz, Markus Fiedler und Jimmy C. Gerum
    Drei Einblicke in die Wochenzeitung Demokratischer Widerstand von Anselm Lenz, Markus Fiedler und Jimmy C. Gerum
    I.
    Der Star ist die Demokratiebewegung
    Ein Kommentar von Anselm Lenz.
    Die Demokratiebewegung hat glasklare demokratische und unbestechliche Ziele. Die Zusammensetzung der Demokratiebewegung, wir einzelnen Menschen, sind dabei ganz unterschiedlich. Wie sollte es auch anders sein bei einer täglich wachsenden zweistelligen Millionenzahl in der Demokratiebwegung in Deutschland, bei Montagsspaziergängen, Versammlungen und Gartentreffs. So unterschiedlich aber die Menschen sind, die zusammenfinden – um sich in Deutschland gemeinsam neu zu verfassen nach Artikel 146 des Grundgesetzes, um die Verbrechen der Corona-Lüge zu beenden, um demokratische Verhältnisse und Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen, um sinnvollen Umweltschutz, sozialen Ausgleich, Verhandlung, Frieden und allseitige Abrüstung umzusetzen – so unterschiedlich sind auch die Stars, die die Demokratiebewegung hervorgebracht hat.
    Der Demokratiebewegung ist dabei etwas Einmaliges gelungen, was wohl nicht einmal beim Hambacher Fest, quasi der Französischen Revolution der Deutschen im Neunzehnten Jahrhundert gelang. Wer hätte vor der größten demokratischen Erhebung, die es in deutschen Landen in den Jahrhunderten jemals gegeben hat – der langanhaltendsten, weitverbreitetsten, zahlreichsten und weiter wachsenden – jemals gedacht, Beate Bahner und Björn gemeinsam auf dem roten Teppich zu sehen? Andererseits: Wer hätte gedacht, dass ein feiner sensibler Mensch wie Professor Sucharit Bhakdi, der zudem einer der weltweit anerkanntesten Fachleute auf seinem Spezialgebiet war, ist und bleiben wird, einmal mit den niederträchtigsten Methoden der Verleumdung von Regierungsmitgliedern und Konzernpresse nach 1945 in Deutschland so angegangen werden könnte?
    So etwas schweißt zusammen. Und dieser Stahl wird nun seit über zwei Jahren gehärtet. Die deutsche Bewegung des demokratischen Aufbruchs und der Erneuerung unserer Verfassung auf Basis des Grundgesetzes wird sich durchsetzen. Am 7. April wurde mit der Erzwingung der Ablehnung des Impfzwanges ein ganz großer, nicht rückgängig zu machender Sieg errungen. Der Star ist die Demokratiebwegung und keiner der vielen Hundert interessanten herausragenden Köpfe. Nun heißt es übrigens, sich ganz klar zur Demokratiebewegung und zur Pressefreiheit zu bekennen. Denn schon bald wird es gar keinen Mut mehr kosten. Wir werden siegen.
    Anselm Lenz ist Journalist und Verleger für die Wochenzeitung Demokratischer Widerstand.
    II.
    Impfschäden keine Verschwörungstheorie mehr
    Ein Bericht von Markus Fiedler.
    Impfnebenwirkungen werden nun mit großer Verspätung auch im Mainstream thematisiert. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht manchmal Jahre, um wichtige Nachrichten als solche zu erkennen und schadet somit den Verbrauchern, die eigentlich zeitnah informiert werden müssten. Währenddessen berichten die unabhängigen Medien über immer neue Hiobsbotschaften.
    Der MDR hat nun schon zum wiederholten Male kritische Berichte zu den Nebenwirkungen der Genbehandlungen mit den neuartigen mRNA- und DNA-Vektor- Präparaten veröffentlicht. Alleine vom 14. April 2022 bis zum 28. April 2022 beschäftigten sich mehr als sechs Sendungen mit den unerwünschten Nebenwirkungen. Darunter mehrfach die »MDR-Umschau«, »Doc Fischer« und »Hauptsache Gesund«. Darunter waren auch sehr kritische Töne. Geschädigte kamen mit erschreckenden O-Tönen zu Wort. Beispielsweise referierte auch Prof. Harald Matthes über eine in einer Studie ermittelten Nebenwirkungsquote der Gen-Präparate von 0,8 Prozent und sagte, dass das mit einer durch Impfregister ermittelten Quote anderer Länder übereinstimmt. Gleichzeitig bemängelte er, dass wir in Deutschland keine entsprechenden Impfregister hätten. Der aufmerksame Zuschauer sieht hier eventuell eine mittelbare Werbung für digitale Impfregister,
    10 min
  • Ein Tribunal gegen die Freiheit des Wortes | Von Wolfgang Bittner
    Ein Kommentar von Wolfgang Bittner.
    Das deutsche PEN-Zentrum vor seiner Selbstabschaffung
    Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN-International zusammengeschlossen sind. Die Bezeichnung PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Vom 12. Bis 15. Mai fand nun in Gotha die Jahrestagung mit der Mitgliederversammlung des deutschen PEN statt. Von den 750 Mitgliedern waren zeitweise etwa 150 anwesend beziehungsweise Online zugeschaltet.
    PEN-Präsident war seit sieben Monaten der bei der Zeitung Die Welt tätige Journalist Deniz Yücel, der durch seine Inhaftierung in der Türkei bekannt geworden ist. Vor einigen Jahren hatte er geschrieben, das Verschwinden Deutschlands von der Landkarte wäre „Völkersterben von seiner schönsten Seite“. Yücel trat für eine Flugverbotszone in der Ukraine ein, was den Kriegseintritt der NATO und damit einen dritten Weltkrieg bedeuten würde. In dieser Weise hatte er auch als PEN-Präsident Stellung genommen, wozu er nicht befugt war.
    An einer im Rahmen der Tagung vorgesehenen Podiumsveranstaltung sollte außer Yücel ursprünglich der mit ihm befreundete Blogger Sascha Lobo teilnehmen, der völlig unangefochten von „Lumpen-Pazifisten“ sprach und Mahatma Gandhi als „sagenhafte Knalltüte“ bezeichnete (Ukraine-Krieg: Der deutsche Lumpen-Pazifismus - Kolumne - DER SPIEGEL). Es verdichtete sich der Eindruck, dass sich Yücel als Autokrat und Sittenrichter aufspielte, der andere Menschen maßregelte, diskreditierte und Kritiker oder politisch Andersdenkende meinte bestrafen zu dürfen.
    Hitzige Auseinandersetzungen auf der PEN-Jahrestagung
    Schon am ersten Tag der Tagung entwickelten sich heftige Diskussionen um das arrogante, rüpelhafte Benehmen von Deniz Yücel. Unter anderem hatte er die Angestellten des Darmstädter Büros auf anmaßende Weise drangsaliert und Mitglieder diskriminiert. Präsidiumsmitglieder und Angestellte waren von ihm und einem seiner Mitläufer angeschrien worden, und auf ein Präsidiumsmitglied war auf Kosten des PEN eine Anwaltskanzlei angesetzt worden. Gegen mich, als einen seiner Kritiker, richtete sich eine am 6. April 2022 veröffentlichte Pressemitteilung, in der sich das Präsidium wegen meiner politischen Publikationen von mir distanzierte.
    In dieser über Facebook verbreiteten Pressemitteilung, die sogleich Wikipedia und der TAZ zugespielt wurde, hieß es: „Das Präsidium des deutschen PEN-Zentrums ist entsetzt, dass unser Mitglied Wolfgang Bittner Putins gnadenlosen Angriffskrieg verteidigt und einen ‚irren Propagandafeldzug gegen Russland‘ vermutet hat. Nicht nur angesichts der brutalen Kriegsverbrechen von Butscha finden wir, dass Bittners Verteidigung der russischen Invasion nicht mit der PEN-Charta vereinbar ist, aufgrund derer sich unsere Mitglieder verpflichtet haben, sich ‚mit äußerster Kraft für die Bekämpfung jedweder Form von Hass‘ einzusetzen. Wir distanzieren uns in aller Form.“ Bezug genommen wurde auf im Schriftbeitrag verlinkte Artikel. https://www.nachdenkseiten.de/?p=82640 und https://www.freidenker.org/?p=12356.
    Inzwischen hatten anlässlich der unglaublichen Vorkommnisse auch zwei Präsidiumsmitglieder gegen die Art und Weise, wie Yücels die Präsidentschaft missbrauchte, protestiert, und waren anberaumten Sitzungen ferngeblieben. Nachdem einige Mitglieder von den Zuständen im PEN-Präsidium erfuhren, sammelten sie Stimmen gegen Yücel und bereiteten einen Antrag auf seine Abwahl auf der bevorstehenden Mitgliederversammlung vor. Daraufhin erhielt einer der Unterzeichner des Antrags auf Betreiben Yücels eine anwaltliche Abmahnung.
    Um diese Geschehnisse, die öffentlich geworden waren und den PEN in Misskredit gebracht hatten, entwickelte sich auf der Mitgliederversammlung am 13. Mai eine hitzige Diskussion. In deren Verlauf kam es wiederholt zu verbalen Entgleisungen auf beiden Seiten, und die Auseinandersetzungen nahmen geradezu groteske Formen an.
    9 min
  • Finnland in die NATO? | Von Bernd Murawski
    Ein Standpunkt von Bernd Murawski.
    Der NATO-Beitritt Finnlands ist so gut wie beschlossen. Die plötzliche Kehrtwendung des Landes, das lange Zeit stolz auf seine Neutralitätspolitik war, ruft Erstaunen hervor. Die Beweggründe sind nicht ohne einen Blick auf die Geschichte zu verstehen.
    Dass Finnland in den siebziger und achtziger Jahren zu den wohlhabendsten europäischen Staaten aufschließen konnte, ist zu einem großen Teil dem Osthandel zu verdanken. Zum einen erhielten dessen Unternehmen Energie- und andere Rohstoffe weitaus billiger als die westliche Konkurrenz. Zum anderen konnten sie in der Sowjetunion große Mengen von Waren absetzen, für die sie auf westlichen Märkten nur schwer und mit erheblichen Gewinneinbußen Käufer gefunden hätten. Schließlich profitierte das Land von seiner Rolle als Drehscheibe zwischen Ost und West, die zahlreiche Handelsunternehmen nach Helsinki lockte.
    Grundlage für den wirtschaftlichen Aufstieg Finnlands war seine strikte Neutralität bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung guter Beziehungen zum Kreml, die im 1948 geschlossenen Freundschafts- und Kooperationsabkommen besiegelt wurden. Die sowjetische Seite zeigte sich entgegenkommend und gab 1956 den Stützpunkt Porkkala an der finnischen Südküste zurück - 38 Jahre vor Ablauf des Pachtvertrags. Für den Kreml galt die Beziehung zu Finnland fortan als Modell der friedlichen Koexistenz, was man sich etwas kosten ließ. Die Sowjetunion profitierte selbst davon, indem sie ihre Nordwestflanke einschließlich Leningrad nicht militärisch sichern musste. Überdies war Helsinki ein wichtiger Umschlagplatz zur Beschaffung westlicher Technologie.
    Von der Neutralitätspolitik zur Westintegration
    Die Abkühlung der finnischen Beziehungen zur Sowjetunion begann kurioserweise zu einem Zeitpunkt, als diese sich politisch dem Westen öffnete. Zuvor hatte sich Finnland im Brennpunkt des europäischen Entspannungsprozesses befunden, der Mitte der sechziger Jahre begann und 1975 in der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gipfelte. Dass Helsinki als Tagungsort ausgewählt wurde, war für die finnische Regierung eine Bestätigung der eigenen Außenpolitik während der vorangegangenen Jahrzehnte. Mit Genugtuung wurde konstatiert, dass der Finnlandisierung-Begriff aus dem politischen Vokabular verschwunden war.
    Die zunehmende Distanz zur Sowjetunion und später zu Russland wurde durch den Einbruch des Handels eingeleitet, dem der Kollaps des kommunistischen Herrschaftssystems vorausging. Es erhielten jene politischen Kräfte ein Übergewicht, die einer engeren Kooperation mit dem östlichen Nachbarn ablehnend gegenüberstanden und eine stärkere Westbindung anstrebten. Sie votierten für eine baldige Mitgliedschaft in der EU und nahmen in Kauf, dass Finnland seine weitgehende Unabhängigkeit einbüßte. Eine Chance für deren Erhalt hätte der sich bald wiederbelebende Osthandel geboten. Das Land wäre in einer vergleichbaren Lage wie Norwegen mit seinem Ölreichtum, Island mit seinen Fischereigründen und die Schweiz mit ihrem Bankensystem.
    Die Westorientierung hat sich Anfang der neunziger Jahre unter Ministerpräsident Esko Aho beschleunigt. An der Regierungskoalition waren zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahrzehnten nur Parteien des bürgerlichen Flügels beteiligt. Die durch die Bankenkrise verursachte Abwertung der Finnmark und der kometenhafte Aufstieg des Handyproduzenten Nokia forcierten den Handel mit den Staaten des Westens, was zu einer wachsenden Verflechtung mit dessen Volkswirtschaften führte. Schließlich votierten auch Sozialdemokraten und Linkspartei für einen EU-Beitritt, der im Jahr 1995 erfolgte.
    Tatsächlich begriff sich Finnland seit seiner Gründung im Jahr 1917 als Teil des Westens. Die Rücksichtnahme auf sowjetische Wünsche und Interessen erschien aus Gründen guter Nachbarschaft und angesichts des Neutralitätsanspruchs opportun, beschränkte sich jedoch weitgehend auf öffentliche Stellungnahmen der vera...
    17 min
  • Endspiel des Kapitalismus | Von Norbert Häring
    Die USA bauen die digitale Überwachungsstruktur und die künstliche Intelligenz fieberhaft aus, um mit China Schritt halten zu können. Exklusivabdruck aus „Endspiel des Kapitalismus“.

    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!


    Ein Kommentar von Norbert Häring.



    In den vergangenen zwei Jahren drang im Westen die Digitalisierung in fast alle Lebensbereiche. Profiteure dieser sprunghaften Entwicklung sind die Big-Tech-Konzerne der USA. Die USA selbst sind auf das beschleunigte Vorantreiben der Digitalisierung existenziell angewiesen, wenn sie mit ihrem Hauptkonkurrenten China mithalten können wollen. Was sich nun in schnellen Schritten im Westen an Durchdigitalisierung entwickelt, ist im Reich der Mitte seit geraumer Zeit schon Standard. Nun vollzieht sich vor unseren Augen ein Hightech-Wettrüsten zwischen dem Westen und China. Da beide Systeme die Tendenz haben, einander auszuschließen, sehen sich die restlichen Staaten und Regionalmächte gezwungen, sich zwischen einem dieser beiden Systeme zu entscheiden. Exklusivabdruck aus „Endspiel des Kapitalismus: Wie die Konzerne die Macht übernahmen und wie wir sie uns zurückholen“.






    Die technologischen und gesellschaftlichen Pläne der US-Regierung und der US-Konzerne werden stark beeinflusst von der Konkurrenz mit China um die Technologieführerschaft. China sei Hauptwettbewerber auf vielen Feldern geworden, von Drohnen über selbstfahrende Fahrzeuge und Sensoren bis zu Smart Cities und Überwachungstechnologie im Allgemeinen, stellt der kanadische IT-Professor David Murakami Wood fest (1).
    Und Michael Dempsey, ehemaliger Chef der US-Geheimdienste, warnte 2018, es sei deutlich, dass China entschlossen sei, die globale Führung auf den Gebieten künstliche Intelligenz, Bau von Hochleistungscomputern und synthetische Biologie zu übernehmen:


    „Das sind die Sektoren, die das Leben auf dem Planeten und die militärische Machtbalance in den nächsten Jahrzehnten bestimmen werden.“

    So wie die Regierung auch an der Entwicklung des Internets entscheidend mitgewirkt habe, um die nationale Sicherheit zu befördern, müsse sie alle Forschung zur künstlichen Intelligenz unter dem Aspekt der nationalen Sicherheit koordinieren (2).
    Das geschieht auch. Die Regierung berief unter Leitung von Eric Schmidt, dem ehemaligen Chef der Google-Mutter Alphabet, ein gemeinsames Gremium von Silicon-Valley-Größen und Mitgliedern des Sicherheitsapparats ein, das auf den Namen National Security Commission on Artificial Intelligence (NSCAI) hört, zu Deutsch: Nationale Sicherheitskommission zur künstlichen Intelligenz. Ihre gesetzliche Aufgabe ist es, Wege zu entwickeln, den technologischen Vorsprung bei künstlicher Intelligenz und verwandten Technologien mit Relevanz für die nationale Sicherheit gegen China zu verteidigen.
    Eine US-Bürgerrechtsorganisation beförderte mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes eine spannende Präsentation der NSCAI vom Mai 2019 ans Licht. Unter dem Titel „Chinese Tech Landscape: Overview“ werden darin in neidvollem Ton die strukturellen Vorteile aufgelistet, die es China ermöglichen, bei künstlicher Intelligenz und digitalen Geschäftsmodellen so rapide voranzuschreiten, dass die nationale Sicherheit (sprich: globale Vorherrschaft) der USA bedroht sei.
    Die USA fielen bei der Anwendung neuer IT-Technologien immer weiter hinter China zurück, heißt es darin, weil die Datenschutzregeln schärfer seien als in Ch...
    10 min
  • NATO-oliv-Habeck wird Deutschland ruinieren | Von Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer
    Der untauglichste Wirtschaftsminister aller Zeiten erweist sich nur als „nützlicher Idiot“ der USA – und treibt Deutschland in die Armut
    Ein Standpunkt von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.
    „Ich will Sie nicht vergackeiern“ schleimt Robert Habeck vor hundert Raffinerie-Arbeitern im brandenburgischen Schwedt. Beflissen berichtet die Tagesschau, wie der Grüne Minister für Wirtschaft und Umweltschutz hier einen auf ehrliche Haut macht. Selbstverständlich – wir leben schließlich in einer Informationsdiktatur – schweigt sich die wichtigste TV-Nachrichtensendung der Republik jedoch darüber aus, dass Habeck im Auftrag des „Paten“ in Washington das Gegenteil von dem tut, was er sagt: Er verkauft seine Zuhörer für dumm. Er drängt die deutsche Wirtschaft in den Abgrund. Von charakterlosen Journalisten hochgejubelt, besticht der „Superminister“ leider nur mit fachlicher Ahnungslosigkeit und großer Klappe. Ein anonym gebliebener Parteifreund: „Er hält sich für Gottes Geschenk an die Menschheit“. Ja dann …! Dann ist unser reicher und mächtiger Wohlfahrtsstaat wohl bald beim Teufel.
    Der ehemalige Schweizer Geheimdienstoffizier und NATO-Berater Jacques Baud erachtet regierende Politiker vom Schlage des Habeck als ein in Kriegszeiten schwerwiegendes Problem des “Wertewestens”:
    „(...) ich glaube, an dem Beispiel der Ukrainekrise sieht man, dass die europäische Führungsebene nicht besser ist als das, was wir in den USA haben. Wahrscheinlich eher noch schlimmer (...) dass wir Leute haben, die ohne jede Grundlage Entscheidungen treffen, und das ist extrem gefährlich.“
    Tagesschau-Journalismus und Ehrgefühl schließen sich mittlerweile aus. Die ARD-aktuell-Redakteure bringen Gossen-Propaganda. Andere Blickrichtungen aufs Weltgeschehen als die Washington und Berlin genehmen werden nicht geduldet. Daher unser Begriff „Informationsdiktatur“. Nicht Experten wie Baud kommen zu Wort, auch kein Willy Wimmer (CDU), vormals Staatssekretär im Kabinett Kohl:
    „Erreicht wurde zugunsten der USA eine Reduzierung des EU-Potentials als Konkurrenz, vor allem bei Deutschland, das verarmen wird.“
    Auch die Altersweisheit eines Klaus von Dohnanyi schafft es nicht in die Tagesschau-Nachrichten: „Für Kriege gibt es immer Geld (...) Alles begann Ende Dezember 2013 mit dem Besuch der US-Außenpolitikerin Victoria Nuland auf dem Maidan in Kiew. Damit drohte der Ukraine das Schicksal von Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan: blutige Machtergreifung, Zerstörung, Krieg.“
    Jederzeit hingegen finden faschistoide Russenhasser und Kriegshetzer wie der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk mediale Aufmerksamkeit, eine Knallcharge, die wegen ihrer gülletriefenden Beschimpfung deutscher Politiker längst hätte heimgeschickt werden müssen. Die Tagesschau wittert Gemeinsamkeiten und hält ihm eilends das Mikrophon hin. In der verworrenen Gedankenwelt dieser Marktschreier wird gegen alle Erfahrung und Vernunft argumentiert und gehandelt. Die andere Seite, die Vladimir Putins oder Gerhard Schröders, sind zu entmenschlichen und zu beseitigen. Weil „Russland diesen Krieg nicht gewinnen darf“. Ein Naturgesetz? Wo steht das geschrieben? In den Programmrichtlinien der öffentlich-rechtlichen-Rundfunkanstalten jedenfalls nicht.
    Ethikfreie Gesinnungstäter
    Habeck, Baerbock, Strack-Zimmermann und Kanzler Scholz liefern sich einen Wettstreit um die dümmste und gefährlichste politische Aufwartung. Sie versuchen, Deutschland im Auftrag Washingtons zumindest ökonomisch Selbstmord begehen zu lassen. Dem Marionetten-Regime in Kiew Waffen zur Verlängerung des Krieges liefern ist o.k., Öl und Gas aus Russland kaufen ist nicht o.k. Nach diesem neudeutschen Glaubenssatz gelten weder ukrainische Menschenleben etwas noch die vitalen Interessen der deutschen Bevölkerung. Von der friedenspolitischen Tradition, keine Rüstungsgüter in Spannungsgebiete zu liefern, schon gar nicht an Kriegsparteien,
    18 min
  • Die gewollte Hunger- und Flüchtlingskatastrophe | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    Unser Geldsystem hat mit dem Beinahe-Crash vom März/April 2020 seinen historischen Endpunkt erreicht. Da das globale Zinsniveau bei null angekommen ist, kann das System nur noch durch unbegrenzte Geldschöpfung am Leben erhalten werden. Die aber führt zwangsläufig in eine nicht mehr aufzuhaltende Inflation. Deshalb steht fest:


    Das bestehende System muss in absehbarer Zeit durch ein neues ersetzt werden.

    Dieses neue System wird im Hintergrund bereits vorbereitet. Seine Grundlage sind digitale Zentralbankwährungen. Das Prinzip ist simpel: Die Kreditvergabe soll den Geschäftsbanken entzogen werden, wir alle sollen in Zukunft nur noch ein einziges Konto bei der Zentralbank unterhalten.
    Mit der Umsetzung dieses Plans werden unsere Finanzen zu 100 Prozent der Zentralbank, also in letzter Instanz dem Staat, untergeordnet. Er wird in der Lage sein, uns individuelle Steuer- und Zinssätze aufzuerlegen, unser Geld an ein Ablaufdatum zu binden, Strafzahlungen einzubehalten, unsere Finanzen an ein Sozialcode-System chinesischer Prägung zu koppeln und uns im Extremfall von allen Finanzflüssen abzuschneiden.
    Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass die Mehrheit der Menschen ein solches System finanzieller Versklavung unter normalen Umständen ablehnen würde. Aus diesem Grund planen die Verantwortlichen offensichtlich, das neue Geld nicht allmählich, sondern schlagartig, und zwar in Form des universellen Grundeinkommens, einzuführen und es den Menschen darüber hinaus als staatlich verordnete Wohltat zu präsentieren.
    Ein solcher ruckartiger Übergang wäre unter normalen Umständen jedoch wenig glaubhaft. Deshalb ist man derzeit damit beschäftigt, möglichst instabile Verhältnisse zu schaffen. Klaus Schwab, Chef des World Economic Forum, nennt diesen Prozess in seinem Buch „The Great Reset“ kreative Zerstörung. Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als den vorsätzlich herbeigeführten Einsturz zahlreicher wirtschaftlicher, finanzieller und gesellschaftlicher Strukturen.
    Es ist genau dieser Prozess, den wir seit März/April 2020 weltweit beobachten können. Ob die im Namen der Gesundheit verordneten Lockdowns oder das vorsätzliche Zerbrechen von Lieferketten, ob die bewusst herbeigeführte Energiekrise oder die künstlich erzeugte Knappheit bei Mikrochips oder auch die Ausfälle im Bereich der Dünger – all diese Probleme sind nicht zufällig entstanden.


    Sie sind von den Machthabern absichtlich herbeigeführt worden und nichts anderes als einzelne Teile eines größeren Ganzen, dessen Bedeutung der normale Bürger nicht erkennt, weil er die Hintergründe nicht versteht.

    Ein wichtiger Bestandteil des Plans besteht in der Abschaffung des Bargeldes. Sie soll es den Menschen unmöglich machen, sich dem neuen Geldsystem zu entziehen und wird daher mit aller Macht vorangetrieben – und zwar vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Eine der wichtigsten Organisationen ist in diesem Zusammenhang die 2012 gegründete Better Than Cash Alliance, zu deutsch: Besser-als-Bargeld-Allianz. Ihr gehören neben diversen Finanzinstitutionen und Stiftungen zahlreiche Regierungen aus Afrika, dem asiatisch-pazifischen Raum und Lateinamerika an.
    Die Strategie dieser Organisation besteht offenbar darin, sich von der Peripherie ins Zentrum vorzuarbeiten, um das neue Geld auf diese Weise nicht nur einzuführen, sondern auch zu testen und eventuelle Korrekturen am Konzept vornehmen zu können.
    Unter diesem Gesichtspunkt muss man auch die aktuellen Auswirkungen des Ukrainekrieges auf Nordafrika und den Nahen Osten sehen. Viele Staaten dieser Regionen sind auf Getreidelieferungen aus Russland oder der Ukraine angewiesen und daher direkt von den Verhältnissen in beiden Ländern direkt abhängig.
    Das künstliche Anheizen des Krieges, das zurzeit von allen Seiten betrieben wird,
    6 min
  • Gedankenknoten – Ethik 02 | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.
    Das Thema heute: Ethik
    Die utilitaristische Ethik: ein Sprachproblem
    Der Utilitarismus bestimmt diejenige Handlung als moralisch richtig, die für den Handelnden und alle von der Tat Betroffenen das größtmögliche Glück bewirkt.
    Als diese Ethik entwickelt wurde, stellte sie einen großen Fortschritt dar, vor allem als Kontrastprogramm zu den bis dahin religiös begründeten Befehls- und Pflichtethiken. Nun war Ethik nämlich nicht mehr an eine jenseitige Instanz gebunden und von ihr begründet, sondern sollte die Funktion haben, zum innerweltlichen Wohl der Menschen beizutragen. Auch dem altruistischen Element, das man bei einer Ethik erwartet, wird Rechnung getragen, insofern ja die Interessen aller Betroffenen berücksichtigt werden sollen, nicht nur die des Handelnden selbst. Sowohl der Selbstliebe als auch dem Altruismus scheint damit diese Ethik Raum zu geben. Also eine gelungene weltbezogene Moraltheorie?
    Der australische Philosoph John Leslie Mackie, als Ethiker Vertragstheoretiker, kritisiert den Utilitarismus herb als „Ethik der Illusionen“ und als „Mythos“. Dies insbesondere mit dem Hinweis, hier liege gewissermaßen ein Sprachtrick vor:
    Natürlich streben alle Menschen nach Glück. Die Rede von „dem Glück“ lege aber nahe, dass es für alle etwas Gleichartiges gebe, das sie erstreben, dass ein gemeinsamer Maßstab, eine gemeinsame gleich geartete Glückseinheit all ihren Interessen, Bedürfnissen und Vorstellungen vom eigenen Wohl zugrunde liege. Das inhaltlich umfassende Wort Glück suggeriert, alle Menschen seien im Prinzip auf das gleiche Lebensziel ausgerichtet und unterschieden sich darin nur unwesentlich und graduell. Nur so können die Glücksempfindungen im utilitaristischen Kalkül „aufaddiert“ und gegeneinander „verrechnet“ werden.
    Ein solches Glück aller und für alle gibt es natürlich nicht. Es kann daher auch nicht Grundlage eines moralischen Gebots sein. Der Utilitarismus ist unmöglich.
    +++
    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
    +++
    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
    3 min
  • Das Ende der Weltenbummelei | Von Eric Angerer
    Ein Standpunkt von Eric Angerer.



    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!


    Auslandsreisen für alle sind ein Phänomen der vergangenen 70 Jahre — der Great Reset könnte den Tourismus wieder zum Privileg einer kleinen Minderheit machen.
    Im Jahr 2019 wurden 1,46 Milliarden Auslandsreisen gezählt. Der Tourismus zählte damit, neben der Auto- und Mineralölindustrie, zu den umsatzstärksten Wirtschaftssektoren. Die Corona-„Pandemie“ führte jedoch diesbezüglich zu einem massiven Einbruch. Touristische Mobilität befindet sich im Visier der globalistischen Strategen und ihres Great Reset. Wir beschäftigen uns hier mit der historischen Entwicklung und ökonomischen Bedeutung des Tourismus sowie seinen sozialen, kulturellen und ökologischen Folgen. Darüber hinaus diskutieren wir die Perspektiven des Tourismus angesichts von Coronaregime, Energiepreissteigerungen und einer Art Re-Feudalisierung der Gesellschaft.
    Massenhafter Auslandstourismus ist weitgehend ein Phänomen der zurückliegenden 70 Jahre. Zuvor waren Reisen in andere Länder — wenn man von großen Kriegen absieht — auf eine kleine Minderheit beziehungsweise religiöse und Handelsunternehmungen beschränkt.
    Frühe Formen des „Tourismus“
    Im Alten Ägypten gab es Wallfahrten zu den Tempeln von Gottheiten, im Antiken Griechenland Reisen zu den Olympischen Spielen. Im europäischen Mittelalter entwickelte sich eine rege Wallfahrtsreisetätigkeit. Die christlichen Pilger waren dabei meist auf Kost und Logis in christlichen Herbergen angewiesen. Entlang der Wallfahrtsrouten entfalteten sich mit der Zeit Handelszentren. Im islamischen Raum entstand die Hadsch, die Pilgerreise nach Mekka, in Indien die Reisen von hinduistischen Gläubigen zum rituellen Bad im Ganges.


    In frühen Zeiten waren Reisen in ferne Kulturräume — von den Phöniziern über die Araber bis zu den Wikingern — meist Handelsunternehmungen, die von Raub und Krieg nur unscharf getrennt werden können.

    Mit dem Humanismus verbreitete sich im 15. Jahrhundert unter Gelehrten das Phänomen der Studienreise nach Italien. Ab dem 16. Jahrhundert schickten europäische Adelige ihre Söhne zu sogenannten Kavaliersreisen ins Ausland, vor allem nach Italien, wo sie Führungskompetenz und höfische Lebensformen kennenlernen sollten. Während die jungen Adeligen in der Realität das Geld oft in Weinkellern und Bordellen verprassten, entstanden entlang der Reiserouten Herbergen und Gasthöfe. Parallel dazu war ab dem 14. Jahrhundert der Brauch entstanden, dass Handwerksgesellen in andere Länder wanderten, um verschiedenste Techniken zu erlernen.
    In derselben Phase nahmen Forschungs- und Entdeckungsreisen zu, die in engem Zusammenhang mit den Interessen des europäischen Kolonialismus standen. Verbunden war damit auch ein Aufstieg von Handelsreisen durch Portugiesen, Niederländer und Engländer. Mit der Zeit der Aufklärung begannen im 18. Jahrhundert die „Bildungsreisen“ des Bürgertums, besonders zu historischen Städten in Griechenland und Italien.
    In der Übergangsphase zum 19. Jahrhundert entstand dann der sogenannte Alpinismus, bei dem Motive wie Naturerfahrung, körperliche Herausforderung und geistige Erholung im Vordergrund standen. Es wurden Alpenvereine gegründet, in der Schweiz und in Österreich entwickelte sich ein bescheidener Fremdenverkehr, wobei die lokale Bevölkerung dem „sinnlosen Herumgehen“ der Herrschaften aus der Oberschicht oft verständnislos gegenüber stand.
    30 min
  • Wir werden mRNA- und DNA-Präparate nicht mehr los | Von Markus Fiedler
    ARCT-154
    Das was uns als neuartige „Impfstoffe“ verkauft wird, sind in Wirklichkeit Präparate zur Genmanipulation der Zellen des eigenen Körpers. Diese „Gentherapeutika“ mögen Ihre Berechtigung haben beim Einsatz gegen schwer bis gar nicht heilbare Erbkrankheiten wie zum Beispiel der Behandlung von Phenylketonurie (PKU). Zur vorbeugenden Behandlung, bzw. „Impfung“ von gesunden Patienten sind sie aufgrund ihrer breit gefächerten Nebenwirkungen ungeeignet.
    Dieser Artikel beschäftigt sich erneut mit einem Thema, was ich vor über einem Jahr in einem vorangegangenen Artikel beim Demokratischen Widerstand Nr. 38 vom 27.2.2021 besprochen hatte.i Damals ging es um den Gen-Impfstoffkandidaten BNT162c2 der Firma BioNtech. Dabei handelt es sich um einen sogenannten selbst replizierenden Impfstoff (saRNA, also „self amplifying Ribo-Nuclein Acid“).ii Dieser Kandidat kam bei der Corona-Gen-Impfungskampage nicht zu zum Zug. Ich selbst warne eindringlich vor diesem Typus von selbst vervielfältigenden Impfstoffen eben wegen der viralen Vermehrung der mRNA-Erbträger und unvorhersehbarer Nebenwirkungen besonders wenn genmanipulierte Spike-Proteine auf den Erbträgern codiert sind. Denn genau diese Spike-Proteine sind hoch toxisch,iii verbleiben sehr lange im Körper,iv erzeugen das Krankheitsbild von Covid-19 v und sind dafür verantwortlich, dass Patienten über massive Blutgerinnungsstörungen und ein defektes Immunsystem klagen.vi
    Jetzt hat eine andere US-amerikanische Firma, namens Arcturus Therapeutics ihre klinische Testphase zu einem gleichartigen Gen-Impfstoff für die Einführung in Entwicklungs und Schwellenländern abgeschlossen. Viele Medien berichteten darüber, allerdings vollkommen unkritisch. So freut sich ein Autor des MDR beispielsweise:
    „Es könnte der mRNA-Technologie auch in ärmeren Ländern zum Durchbruch verhelfen: Das kalifornische Biotechunternehmen Arcturus Therapeutics hat zusammen mit seinem vietnamesischen Partner Vinbiocare die klinischen Studien für die Zulassung eines neuen mRNA-Impfstoffs gegen Corona abgeschlossen. Demnach konnten 95 Prozent der geimpften Versuchspersonen vor schwerer Erkrankung und Tod geschützt werden.“vii
    95% Erfolgsquote! Das hatten wir schon einmal und zwar beim Impfstoff „Tozinameran“ oder auch „Comirnaty“ bzw. 162b2 von BioNtech.viii Seriöse Untersuchungen kamen da aber zu ganz anderen Einschätzungen. Wir lesen auf TKP.at:


    „Eine genaue Untersuchung der Daten ergab massive Zweifel an der Richtigkeit der behaupteten Wirksamkeit von 90 bzw 95% [von BNT162B2]. Es wurden rund 4000 Personen aus der Studie ausgeschieden ohne zu begründen warum. Wären sie in der Studie geblieben, dann hätte sich die Relative Riskoreduktionsrate auf nur 19 bis 29% reduziert.“ ix

    Wenn wir also bei Arctus Therapeutics ähnliches Lob bezüglich der Wirksamkeit lesen, sollten wir sehr kritisch sein. Der neuartige Gen-Impfstoffkandidat dieser Firma lautet auf die Bezeichnung ARCT-154. Das Präparat wird als Pulver geliefert und muss vor der Verabreichung in Flüssigkeit aufgelöst werden. Die Erbinformationen des Präparates sind auf mRNA-Molekülen abgelegt. Diese werden in sogenannten LNPs (Liquid-Nano-Partikeln) transportiert. Es handelt sich also um die gleiche Technologie wie bei der Firma BioNtech. Auch ist als Antigen das sogenannte Spike-Protein (Variante D614G) des Coronavirus codiert.x Da die allermeisten schweren Nebenwirkungen von Corona-Gen-Impfstoffen auf diese von den körpereigenen Zellen produzierten Spikeproteine zurückgehen,xi verwundert es, dass der Impfstoff ARCT-154 eine so gute Verträglichkeit haben soll.
    Obendrein ist dieses mRNA basierte Präparat wie das Präparat BNT162C2 von BioNtech ebenfalls ein selbst vervielfältigender Impfstoff. Auf der mRNA ist ein Enzym Replikase codiert, welches von der mit dem Präparat infizierten Wirtszelle produziert wird.xii xiii Danach vervielfältigt dieses Enzym die Gen-Impfstoff-mRNA sodass davon me...
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