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  • China eindämmen? | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Die politische Elite der USA und der langsam an Einfluss verlierenden ehemaligen Kolonialländer und Verbündeten haben sich leider nicht dazu durchringen können, eine auf gegenseitigem Vorteil aufgebaute Kooperation mit den neuen aufstrebenden Mächten einzugehen. Stattdessen versuchen sie unter der Führung der USA alles einzudämmen, was die Position Chinas in der Welt stärkt. Dazu gehört neben dem Anfachen von Konflikten, zum Beispiel um Taiwan und Korea, selbstverständlich auch, Chinas Initiativen zu verhindern, die Frieden in den von den Vereinigten Staaten angefachten Kriegen vermitteln wollen. Aber auch hier wird den imperialen Mächten immer mehr die Grenzen der eigenen Macht aufgezeigt. So musste Washington zähneknirschend die neue Zusammenarbeit Saudi-Arabiens mit dem Iran hinnehmen, und damit auch die Bemühungen, den Krieg gegen den Jemen zu beenden. Was natürlich nicht heißt, dass nicht noch ein Ereignis, kontrolliert durch die USA, den Frieden verhindern könnte. Dieser PodCast soll etwas über diese aufregende Zeit berichten, die aber auch leicht in einem großen, einem Weltkrieg, enden könnte. Und wie immer aus der Sicht des Globalen Südens.
    Der Widerstand
    War Saudi-Arabien einst ein Vasall der USA, hat sich diese Diktatur vollkommen und unerwartet innerhalb kürzester Zeit aus den Zwängen befreit und spielt nun eine vollkommen eigenständige Rolle. Und immer mehr Länder versuchen den gleichen Weg zu gehen. M.K. Bhadrakumar schreibt(1), dass trotz des Lärms, der aus Washington kommt, immer mehr Länder ihre Lieferketten mit China integrieren. Selbst der britische Außenminister unternehme Annäherungsversuche an China, während Zelensky am Mittwoch ein "langes und bedeutungsvolles" Telefonat mit Xi Jinping geführt habe. Die Position Washingtons, Sanktionen und alles andere, löse sich auf, meint der Autor.
    Es sei noch zu früh, vorherzusagen, was aus der Rede des britischen Außenministers James Cleverly im Mansion House hervorgehen werde, in der er die Position der Regierung gegenüber China darlegte. Die Global Times habe die Rede mit Zurückhaltung begrüßt. Offensichtlich spüre Großbritannien die Dringlichkeit, sich aus der Ecke zu befreien, in der sich das Land nach dem Scheitern des Five Eyes-Versuchs, die Proteste in Hongkong zu entfachen, wiederfand. Großbritannien könne nicht weit hinterherhinken, wenn die Gesamtinteressen der europäischen Länder, die tiefe, für beide Seiten vorteilhafte Wirtschaftsbeziehungen mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt unterhalten, offensichtlich sind.
    Abgesehen davon sei der Zeitpunkt interessant. Cleverlys Rede sei am Vorabend des Telefongesprächs zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky erfolgt. Von seiner einzigartigen Position auf der transatlantischen Achse aus könne Großbritannien Erschütterungen spüren, die sich auf die Geopolitik des indopazifischen Raums und den Ukraine-Konflikt auswirken, die in gewisser Weise miteinander verknüpft sind. Großbritannien sei dabei, sich neu zu positionieren.
    Der Inhalt von Gesprächen auf höchster Führungsebene werde nie öffentlich bekannt gegeben, und die überwältigende Masse bleibe unbekannt. Der chinesische Bericht über das Gespräch zwischen Xi und Zelensky am Dienstag verströme jedoch einen positiven Ton, meint der Autor. Und er erklärt, dass Xi die chinesisch-ukrainischen Beziehungen als "strategische Partnerschaft, die die Entwicklung und die Wiederbelebung der beiden Länder fördert" lobte, und dass er dann schmeichelhaft auf die persönliche Rolle Zelenskys verwiesen habe. Xi habe auch Chinas konsequente Position bekräftigt, dass "die gegenseitige Achtung der Souveränität und territorialen Integrität die politische Grundlage der chinesisch-ukrainischen Beziehungen ist." Xi zeige sich bereit, die strategische Partnerschaft der beiden Länder mit einer langfristigen Perspektive voranzutreiben.
    23 min
  • Karlspreis 2023 für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij | Von Wolfgang Effenberger
    Jury will starkes Zeichen setzen im Kampf für die europäischen Werte
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Seit 1950 wird der Karlspreis der Stadt Aachen an Persönlichkeiten verliehen, die sich angeblich um die Einheit Europas verdient gemacht haben. Im vergangenen Jahr wurden die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sowie ihre Unterstützerinnen Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa ausgezeichnet.
    Swetlana Tichanowskaja trat 2020 im Wahlkampf als Gegenkandidatin zu Präsident Alexander Lukaschenko auf und warb Ende Juli 2021 in Washington - von Exil-Weißrussen begeistert empfangen - für Sanktionen gegen das Staatsoberhaupt ihres Landes. Die seit September 2020 in der Ukraine lebende Microsoft-Mitarbeiterin Veronika Zepkalo unterstützt Tichanowskaja.1) Anfang September 2020 wurde die Musikpädagogin Maria Kolesnikowa verhaftet und am 16. September 2020 wegen „Gefährdung der staatlichen Sicherheit“ angeklagt. Nach Aussage der Ermittlungsbehörde habe die Beschuldigte mit Hilfe des Internets und der Massenmedien zu Handlungen aufgerufen, die gegen die nationale Sicherheit gerichtet gewesen seien, und sie habe Belarus Schaden zufügen wollen.2)
    2023 soll nun der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen geehrt werden, der in dieser Auszeichnung ein „Symbol der Solidarität Europas mit der Ukraine“ sieht.3) Als im Frühjahr 2022 eine Initiative aus dem EU-Parlament Selenskij für einen außerordentlichen Karlspreis vorschlug, ging das Aachener Karlspreis-Direktorium noch dezent auf Distanz. Es hielt zwar den ukrainischen Präsidenten als Preisträger durchaus für würdig, doch man wolle mit der Verleihung bis nach der Beendigung des Krieges warten. Mit schwindender Hoffnung auf einen baldigen Frieden wolle man mit dem Karlspreis jetzt „ein starkes Zeichen für die Ukraine im Kampf für die europäischen Werte setzen“, so Direktoriumssprecher Jürgen Linden.
    Anfang Dezember 2022 fiel dann das Votum des Direktoriums einstimmig aus. Zu diesem Zeitpunkt lag auch schon die schriftliche Zusage Selenksijs vor. Der Preis solle als Symbol der uneingeschränkten Unterstützung der Ukra­ine verstanden werden.4)
    Nachdem der ukrainische Präsident seit dem 24. Februar 2022 Washington, London, Paris, Brüssel und Warschau besucht hat, könnte er nun nach Aachen kommen, wo ihm heuer am 14. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses der Preis verliehen werden soll.
    Bisher wurde die Verleihung des Karlspreises immer an Christi Himmelfahrt (18. Mai) gefeiert. Nun findet sie vier Tage früher statt, um „eine Überschneidung mit einer relevanten Veranstaltung am Folgetag" zu vermeiden. Gemeint ist der G7-Gipfel im japanischen Hiroshima, der am 19. Mai beginnt. Um pünktlich anzukommen, muss man aus Europa schon am Vortag abfliegen.
    Am Gipfel nehmen unter anderen Ursula von der Leyen und Olaf Scholz teil.
    Die EU-Kommissionspräsidentin ist als Rednerin bereits offiziell angekündigt. Die Bild am Sonntag berichtet nun, dass auch der Deutsche Bundeskanzler nach Aachen kommen und die Laudatio halten wird. Zudem gibt es Spekulationen, dass aus Polen Ministerpräsident Mateusz Morawiecki oder Präsident Andrzej Duda sowie aus Frankreich Präsident Emmanuel Macron anreisen könnten.5)
    Bedenkliche Symbolik der EU: der Karlspreis - öffentliche Kritik
    Impulsgeber zum Karlspreis war am 19. Dezember 1949 der Aachener Bürger Kurt Pfeiffer. Diese hohe Auszeichnung sollte mit einer Verpflichtung zu höchstem ethisch-moralischem Handeln prägend für die in der Zukunft sein. Der Karlspreis ziele ab auf


    „freiwilligen Zusammenschluss der europäischen Völker, um in neu gewonnener Stärke die höchsten irdischen Güter - Freiheit, Menschlichkeit und Frieden - zu verteidigen, den unterdrückten und Not leidenden Völkern wirksam zu helfen und die Zukunft der Kinder und Enkel zu sichern“.6)

    16 min
  • Bürgerjournalist, Zola und Freiluftpsychiatrie | Von Hendrik Sodenkamp, Werner Köhne und Klaus Müller
    Ein Standpunkt von Hendrik Sodenkamp, Werner Köhne und Klaus Müller.
    Drei Blicke in die 131. Ausgabe der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand von Hendrik Sodenkamp, Werner Köhne und Klaus Müller.
    I.
    Bürgerjournalist
    Der Preis der Republik geht an den Journalisten »Weichreite«
    Laudatio von Hendrik Sodenkamp
    Er ist überall. Der Livestreamer mit dem hübschen Namen. Ob in Erfurt, Paris,Wien oder Berlin, er ist vor Ort und berichtet. Dabei setzt er sich persönlichen Risiken aus, ob diese von Seiten der regierungstreuen Fake-Antifa kommen oder von den Truppen der Regierung selbst. Sie haben einen umkämpften Stand: die Bürgerjournalisten, die auf den Demonstrationen dokumentieren, was vor sich geht und in Echtzeit berichten, was in der Welt passiert.
    Die Polizei will sie nicht als vollwertige Journalisten anerkennen. Der Vorwurf lautet, dass die Informationen der Öffentlichkeit nicht aus finanziellen Gründen zur Verfügung gestellt werden, sondern aus dem Idealismus, dass Öffentlichkeit selbst ein hohes Gut ist. Sie werden verhaftet wegen vermeintlich gefälschter Presseausweise. In Frankreich versuchte man, sich der Bürgerjournalisten zu entledigen, indem man kurzerhand das Filmen von Polizeieinsätzen verbieten wollte.
    Dagegen ging die französische Republik auf die Straße. Man wusste, dass das Dunkel, das Ausblenden, die Zensur, der Gewalt Vorschub leistet. Der Bürgerjournalist »Weichreite« sucht das Gespräch, auch mit denen, die ihn verachten. So kam er vielmals in brenzlige Situationen, bei denen Reporter ohne Grenzen eigentlich hätte aufschreien müsste. Doch die Berufsjournalisten fürchten, dass unabhängige Journalisten, die ihre Arbeit ausIdealismus leisten, ihnen die gut bezahlten Pöstchen rauben.
    Und so erfährt Weichreite keine Unterstützung, wenn er beispielsweise in Leipzig als Nazi diffamiert und tätlich angegriffen wird. Das Livestreamen ist ein hartes Geschäft. Es braucht Ausdauer, Überzeugung und Humor, sich den Widrigkeiten immer wieder aufs Neue zu stellen.
    All das hat Weichreite und verschafft so Menschen und Veranstaltungen, die verschwiegen und ausgeblendet werden sollen, wie zuletzt die Solidaritätsdemonstration für den Richter Christian Dettmar in Erfurt, zu ihrem Recht. Dafür gebührt ihm Anerkennung, Dank und der Preis der Republik.
    Hendrik Sodenkamp ist Gründer der neuen Demokratie- und Friedensbewegung seit 28. März 2020 und Co-Chefredakteur der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand.
    II.
    »J’accuse«
    Einwurf von Werner Köhne
    Über das Schweigen, ja vollständige Versagen vieler Intellektueller während der letzten Jahre ist schon einiges geschrieben worden. Massiv geschädigt wurde so eine Öffentlichkeit, für die einst der Schriftsteller Émile Zola stand.
    Mit seinem »J’accuse« (Ich klage an) erwies er sich als Fahnenträger der Aufklärung gegen einen Antisemitismus, der in seiner Zeit weite Teile der Eliten befallen hatte. Die Geltung dieses Typs von Intellektuellen wird inzwischen bestritten. An dessen Stelle ist der Experte, der Moderator und der vom Markt gedungene Medienfuzzi getreten– nicht zu vergessen der zynisch moralisierende Systemgänger.
    Dagegen hier mal aus der Erinnerung ein anderes Bild. 1981 veröffentlichten der Soziologe Oskar Negt und der Filmemacher und Essayist Alexander Kluge ein Mammutwerk, das in Farbe und Format an die berühmten blauen Marx-Bände erinnerte. Der Titel des Buches »Geschichte und Eigensinn« stellte eine verknappte Botschaft dar, gehalten im Pathos einer frei schwebenden Intelligenz: Man wollte zu neuen Ufern des Denkens aufbrechen – entlang der Frage,wie objektive und subjektive Kräfte der historischen Entwicklung ineinander wirken.
    Dazu passte auch ein Foto der beiden Autoren auf der inneren Kladdenseite des Buches. Wir registrieren darauf, wie diese Geistesarbeiter sich an einem größeren Tisch gegenüber sitzen – ein Duo,
    12 min
  • Trügerische Sicherheit | Von Rüdiger Rauls
    Ein Kommentar von Rüdiger Rauls.


    Gold und amerikanische Staatsanleihen galten über Jahrzehnte als die sicheren Anlagen schlechthin. In Bezug auf die US-Titel hat der Kapitalismus selbst dieses Glaubensbekenntnis als Täuschung entlarvt. Die amerikanischen Schuldentitel entwickeln sich zunehmend zu einem Problem für Banken und Schattenbanken.

    Geänderte Vorzeichen
    War die Weltfinanzkrise von 2007/8 ausgelöst worden durch hochspekulative Anlagen, so hat die jetzige Krise ihre Ursache gerade im Gegenteil. Die scheinbar grundsoliden amerikanischen Staatsanleihen haben aufgrund der Zinsanhebungen der US-Notenbank bisher etwa dreißig Prozent ihres Kurswertes verloren. Das trifft neben den Anlegern besonders solche Banken, die große Teile ihres Eigenkapitals in diesen Titeln angelegt haben. Damit sollte ihr Geld nicht nur Zinserträge bringen sondern auch jederzeit schnell verfügbar sein.
    Die Anlage in Staatsanleihen hatte aber auch noch einen anderen Hintergrund: Sie müssen nicht durch Hinterlegung mit Eigenkapital gegen Zahlungsausfall abgesichert werden wie andere Wertpapiere oder Anlagen. Denn die Wirtschaftswissenschaft geht davon aus, dass Staaten nicht zahlungsunfähig werden können, weshalb Staatsanleihen also keiner gesonderten Absicherung bedürfen. In ihrer Weltentrücktheit scheinen ihr aber die Staatsbankrotte von Argentinien bis Zimbabwe bisher entgangen zu sein und auch, dass die USA als größter Schuldner der Welt aktuell und zum wiederholten Male am Rande der Zahlungsunfähigkeit torkelt.
    Jedenfalls stehen viele Bürger und Staaten dem Welt-Finanzsystem seit der Pleite von Lehman-Brothers kritischer gegenüber. Das blinde Vertrauen, das seine Institutionen bis 2007 genossen, ist einem weit verbreiteten Misstrauen gewichen. Hinzu kommt, dass den Bürgern heute ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sich dem Griff der Geldhäuser zu entziehen.
    Der digitale Bürger
    Die Digitalisierung des Lebens hat nicht vor den Banken und Konten Halt gemacht. Die Banken haben die Chancen der Digitalisierung für sich zu nutzen gewusst. Immer mehr Bankaufgaben wurden an die Kontoinhaber übertragen. Er selbst übernahm die Verwaltung seines Kontos. Die Banken stellten mit ihrer Software nur noch den Rahmen für die Bankgeschäfte. Das eröffnete ihnen gewaltige Einsparmöglichkeiten. Filialen konnten geschlossen, Mitarbeiter zu Tausenden entlassen bzw. freigewordene Arbeitsplätze mussten nicht mehr besetzt werden.
    Mit dieser Übergabe der Kontoverwaltung an den Kontoinhaber haben aber die Banken auch die Kontrolle über die Konten abgegeben. Das rächt sich nun in der aktuellen Bankenkriese. Denn mit wenigen Mausklicks kann heute der Kontoinhaber sein Guthaben von einer Bank auf eine andere übertragen, ohne dass die Bank darauf bisher Einfluss nehmen kann. Hatte man 2007/8 noch die Möglichkeit gehabt, Bankschalter zu schließen, um dem Ansturm der Kundschaft Herr zu werden, so hätte das heute keine Wirkung mehr.
    Damals genügte das Wort der Kanzlerin, um die Kunden zuhause zu halten. Heute müssen sie gar nicht mehr zur Bank, sie stürmen die Banken von zu Hause aus. Diese Veränderung bekamen die amerikanischen Banken in den letzten Wochen deutlich zu spüren. Kaum waren Zweifel an der Solidität der Silicon Valley Bank aufgekommen, zogen die Kunden Milliardenbeträge innerhalb von Sekunden ab und übertrugen sie auf die großen Geldhäuser, die man gerade aufgrund ihrer Größe für sicherer hielt.
    Bei der Silicon Valley Bank hatten Anleger bei den ersten Anzeichen der Schwäche „in nur fünf Stunden 42 Milliarden Dollar an Einlagen abgezogen“ (1). Erstmals schienen nun auch die Lenker der Finanzmärkte die Gefahren zu erkennen, die auf sie zukommen könnten. Der Chefaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria, sprach „von der dunklen Seite der Digitalisierung. Diese ermögliche den Kunden einer Bank sehr schnelle Fluchtmöglichkeiten.
    12 min
  • Die Ukraine bestreitet die Beteiligung an politischem Morden in Russland nicht | Von Thomas Röper
    Staatsterrorismus
    Ein Standpunkt von Thomas Röper.
    Vertreter des ukrainischen Geheimdienstes haben auf Nachfragen ausdrücklich nicht bestritten, in Russland Schriftsteller und Journalisten zu ermorden. Anstatt diese offenen Akte des Staatsterrorismus zu verurteilen, scheint der Spiegel das sogar zu unterstützen.


    Vor einigen Tagen gab es einen erneuten Bombenanschlag auf einen in Russland prominenten Schriftsteller. Dieses Mal traf es Sachar Prilepin, der den Kampf des Donbass gegen den von Kiew entfesselten Krieg von Beginn an unterstützte und dort auch als Freiwilliger gekämpft hat. In russischen Umfragen wird er zu den besten zeitgenössischen Schriftstellern des Landes gezählt. Bei einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts WZIOM zum beliebtesten Autor des Jahres 2022 gewählt.
    Im Gegensatz zu Wladlen Tatarsky und Darja Dugina hat er den Anschlag schwer verletzt überlebt, sein Fahrer wurde jedoch getötet.
    Dass man die ukrainische Regierung in Russland inzwischen gemeinhin als Terrororganisation ansieht, ist nicht überraschend, denn in Russland ist man sich sicher, dass der ukrainische Geheimdienst – mit Hilfe westlicher Geheimdienste – hinter dieser Terroranschlägen steckt. In der Ukraine werden anti-russische Agitatoren übrigens nicht vom russischen Geheimdienst in die Luft gesprengt. Im Gegensatz zur Ukraine achtet Russland den Schutz von Journalisten.
    Westliche Medien stellen es gerne so dar, als sei die Verwicklung Kiews in diese Terroranschläge russische Propaganda. Das wird sicher auch weiterhin die Leitlinie der westlichen Medien sein, obwohl sogar der Spiegel nun unter der Überschrift „Angriff auf Sachar Prilepin – Ukrainischer Geheimdienst lässt Beteiligung am Anschlag auf russischen Nationalisten offen“ berichtet, dass Kiew die Beteiligung an Terroranschlägen gar nicht bestreitet:

    „Ein Vertreter des ukrainischen Geheimdienstes SBU hat offengelassen, ob man etwas mit dem Autobomben-Anschlag auf den kremlnahen Schriftsteller Sachar Prilepin am Samstagvormittag zu tun habe. Auf Anfrage der Internetzeitung »Ukrajinska Prawda«, hieß es, man werde eine Beteiligung an solchen Attentaten »weder bestätigen noch dementieren«.“
    Es ist löblich vom Spiegel, darüber zur Abwechslung mal zu berichten, aber der Spiegel hat seinen Lesern mal wieder nicht alles mitgeteilt, was in diesen Tagen in Kiew verkündet wurde. Yahoo hat den Direktor des Nachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums (GUR) Kirill Budanow nach der Ermordung von Darja Dugina in Moskau im August des vergangenen Jahres gefragt. Das sei auch nach Ansicht der US-Geheimdienste das Werk ukrainischer Dienste gewesen. Budanow antwortete darauf:

    „Sprechen Sie nicht weiter über dieses Thema. Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass wir Russen getötet haben und weiterhin überall auf der Welt Russen töten werden,
    15 min
  • US-Bankenkrise & CBDCs | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
     Es gibt 3 Dinge, die man wissen muss, um die US-Bankenkrise zu verstehen:


    * Sie fällt in die Endphase des bestehenden globalen Finanzsystems.
    * Sie ist tiefer und schwerer als die Weltfinanzkrise von 2007/08 und…
    * … sie ist gewollt, wird vorsätzlich verschärft und bietet den Verantwortlichen die Chance, uns allen ein neues Geldsystem aufzuzwingen.

    Beginnen wir mit Punkt 1, dem Zerfall unseres globalen Finanzsystems:
    Das bestehende System wird seit der Weltfinanzkrise von 2007/08 durch die von BlackRock beratenen Zentralbanken am Leben erhalten. Diese haben dazu allerdings nur 2 Mittel: Geldschöpfung und Zinssenkung. Da beide auf Dauer zur Zerstörung des Systems führen, hat man ab 2015 versucht, das Ruder herumzureißen und – beginnend in den USA – die Geldmenge nach und nach reduziert und die Zinsen – zunächst sehr vorsichtig - wieder angehoben.
    2018 ist man mutiger geworden, hat die Zinsen 4 Mal um 0,25 Prozent heraufgesetzt und damit ein Desaster provoziert: Zu Weihnachten 2018 haben die Aktienmärkte weltweit den stärksten Einbruch seit 80 Jahren verzeichnet.
    Das heißt: Spätestens seit Anfang 2019 steht unwiderruflich fest: Die Tage des globalen Finanzsystems, das der Welt nach dem 2. Weltkrieg von den USA aufgezwungen wurde, sind gezählt.
    Die Konsequenz, die man daraus gezogen hat: Man setzt auf ein völlig neues Geldsystem, das ausschließlich auf digitalem Zentralbankgeld basiert. Das entwickelt man allerdings weitgehend hinter dem Rücken der Öffentlichkeit, weil es sich bei diesem neuen Geld nicht nur um ein Zahlungsmittel handelt, sondern auch um ein Herrschaftsinstrument, das uns alle vollständiger Kontrolle durch die Zentralbanken und die wichtigste hinter ihnen stehende Kraft BlackRock unterwirft und damit das Ende aller finanziellen Freiheit und das Ende jeglicher Demokratie bedeutet.
    Kommen wir zu Punkt 2, der Tiefe und Schwere der aktuellen US-Bankenkrise:
    Während der globale Medienapparat sich alle Mühe gibt, das Ausmaß der aktuellen Krise herunterzuspielen, sprechen die Fakten eine andere Sprache: Beim Zusammenbruch der Silicon Valley, der Signature und der First Republic Bank handelt es sich um den zweit-, dritt- und viertgrößten Bankenzusammenbruch in der US-Finanzgeschichte. Die Vermögenswerte dieser drei Banken sind höher als die der 25 größten 2008 in der Weltfinanzkrise zusammengebrochenen Banken.
    Dass zwischendurch mit der Credit Suisse auch noch eine der 30 als too big to fail eingestuften systemrelevanten Banken gerettet werden musste, zeigt, dass wir es im Finanzwesen nicht mit einem vorüberziehenden Gewitter, sondern mit einem ausgewachsenen Orkan zu tun haben.
    Kommen wir zum dritten Punkt, der vorsätzlichen Verschärfung der Krise:
    Die von der Fed in der vergangenen Woche beschlossene Erhöhung des Leitzinses auf 5 – 5,25 Prozent zeigt: Man heizt die Bankenkrise ganz bewusst weiter an und sorgt dafür, dass noch mehr regionale US-Banken in Schwierigkeiten geraten. Das wiederum wird den Konzentrationsprozess im Bankgewerbe vorantreiben und Großbanken wie JPMorgan in die Karten spielen, hinter den als Großaktionäre BlackRock und BlackRocks Hauptaktionär Vanguard stehen.
    Wir sehen also: Alles, was sich abspielt, folgt im Grunde einer Art Drehbuch, bei dem die Großen die Kleinen fressen. Aber das ist noch lange nicht alles. Es gibt nämlich ein Detail, über das man so gut wie nichts hört, weil Medien und Politik einfach darüber hinweggehen, das sich aber als wegweisend entpuppen könnte:
    Bei sämtlichen Bankrettungen ist nämlich auf das in den USA wie in Europa mittlerweile gesetzlich verankerte Bail-in, also eine Bankenrettung mit Einlegergeldern, verzichtet worden. Stattdessen hat die US-Einlagensicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) alle Einleger auch über den garantierten Betrag von 250.
    8 min
  • Selbstzerstörung als Erlösungsfantasie | Von Raymond Unger


    Anhänger der Kollektivschuldthese inszenieren sich als hyperachtsame Wiedergutmacher — in Wahrheit diffamieren sie sich und andere. 
    Ein Standpunkt von Raymond Unger.


    Denken Sie an ein Neugeborenes im Wochenbett. So klein es ist, mitunter ist es schon jetzt „schuldig“. Kollektiv schuldig. Wenn es sich um ein deutsches Kind handelt, trägt es mit an der deutschen Kollektivschuld an den Verbrechen der Nazis und ihrer Mitläufer. Ohne dass es diese Taten hätte verhindern können, ohne auch nur eine Ahnung von dem Konzept „Deutschsein“ zu haben, könnten die auf es projizierten Vorstellungen und Pauschalvorwürfe das Seelenleben dieses Kindes sein Leben lang belasten. Viele haben in der Vergangenheit ihr Leben deshalb unbewusst zu einer Bußübung gemacht. Sie versuchen, in allem ganz besonders brav, tolerant und sozial zu sein, was teilweise zu massiv selbstschädigendem Verhalten führt. Dabei übersehen die Anhänger der Kollektivschuldthese, dass sich dahinter das Konzept einer vererbbaren Minderwertigkeit verbirgt — etwas, das selbst verdächtig an die Nazi-Ideologie erinnert. In seinem Buch „Die Heldenreise des Bürgers: Vom Untertan zum Souverän“ deutet der Autor das kollektive Flagellantentum vieler Deutscher als Folge transgenerationaler Traumata der heute dominierenden Generation. Exklusivabdruck aus „Die Heldenreise des Bürgers: Vom Untertan zum Souverän“.






    Über die Frage, wie viele Deutsche man in den Jahren 1933 bis 1945 zum direkten Täterkreis der Naziverbrechen rechnen soll, ist viel gestritten worden. Oftmals wird pauschal der gesamten Erwachsenengeneration dieser Jahre die Verantwortung für das Grauen zugeschrieben. Geht man von der wissenschaftlich diskutierten Verteilung kollektiver Hypnosegrade innerhalb einer Massenbildung aus, wären 30 Prozent der erwachsenen Population restlos vom Massen-Mem überzeugt.
    Bei Corona waren dies Täter der Kategorie I, jene, die bereit waren, Maskenlose und Ungeimpfte direkt anzugehen, die Steine nach Autos mit fremden Kennzeichen warfen oder Nachbarn denunzierten, wenn diese mit zu vielen Personen Weihnachten oder Geburtstag feierten.
    50 Prozent hingegen wären nach Mattias Desmet reine Mittläufer, ich nenne sie Täter der Kategorie II. Diese Gruppe ist moralisch vielleicht noch problematischer als die komplett Hypnotisierten. Nötigung, aber auch Bequemlichkeit führte dazu, alle Maßnahmen klaglos mitzumachen, ohne tatsächlich von der Gefährlichkeit des Virus überzeugt zu sein. Lediglich 20 Prozent der Menschen widerstanden der Corona-Massenbildung. Diese Population wurde dann zur neuen Opfergruppe, ertrug öffentliche Diffamierungen und Ausgrenzungen, Kündigungen des Arbeitsplatzes und vieles mehr.
    Übertragen auf die Nazizeit hieße das: 80 Prozent der erwachsenen Deutschen mittleren Alters, die in den Jahren 1933 bis 1945 gelebt haben, müssten sich mit Fragen von persönlicher Schuld und Verantwortung auseinandersetzen. Worauf Viktor Frankl jedoch hinaus will, ist Folgendes:
    Selbst wenn es nicht 80, sondern 95 Prozent wären, ist eine Pauschalisierung der Täterschaft immer unzulässig, da man einer nicht zu bemessenden Zahl von Opfern innerhalb dieser Gruppe gröbstes Unrecht antun würde.
    Viele derer, die sich heute als gnadenlose Richter aufspielen, um die Erwachsenengeneration der Nazizeit zu verdammen, sind jedoch vollkommen blind für ihre eigenen Projektionen. Dieselben faschistoiden Muster, die man bei der damaligen Generation kritisiert, leben viele der selbst ernannten „Nazijäger“ in den Narrativen der zeitgenössischen Massenbildungen, Klima, Corona, Ukraine, hemmungslos aus.
    Gänzlich dramatisch wird es jedoch, wenn man darüber hinaus auch vorangegangene oder nachgeborene Generationen für das Grauen der Nazizeit verantwortlich machen will. Die Argumentation,
    16 min
  • WHO-Video zum Pandemieende zeigt, dass die Organisation irreparabel korrumpiert ist | Von Norbert Häring

    Ein Kommentar von Norbert Häring.




    Mit einer Videoansprache hat der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros, seine Lehren aus der gerade von der WHO für beendet erklärten Pandemie gezogen. Die Lehre, die ich aus diesem Ausbund an Heuchelei und Verzerrungen ziehe, ist, dass die WHO nicht mehr reformierbar ist. Sie gehört abgeschafft und durch eine Organisation ersetzt, die nicht den Wünschen der Pharmabranche untertan ist.
    Es sei 1221 Tage her, dass die WHO von einem Ausbruch einer Lungenentzündung mit unbekannter Ursache in Wuhan informiert wurde, sagt der WHO-Generalsekretär zu Beginn des Videos über einem aus dem All aufgenommenen Foto der Erde, das auf China und Wuhan gezoomt wird. In drei Jahren habe Covid-19 unsere Welt auf den Kopf gestellt (wieder ein Foto der Erde). Mindestens 7 Mio. Tote seien der WHO gemeldet worden, aber es seien sicher eher 20 Mio. gewesen.
    Hier müssten Faktenchecker, auf deren Hilfe bei der Kontrolle des Narrativs sich die WHO so intensiv stützt, mindestens den Stempel „irreführend wegen fehlendem Kontext“ aufdrücken. Natürlich nur, wenn sie Aussagen der WHO überprüfen würden, was sie so gut wie nie tun.
    Zum fehlenden Kontext gehört, dass pro Tag auf der Welt rund 150.000 Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen sterben. In 1221 Tagen sind das über 180 Mio. Todesfälle. Das relativiert die Zahl von 7 Mio. angeblichen Covid-Todesfällen erheblich.
    Laut Our World in Data starben 2020 auf der Welt 63,2 Mio. Menschen, gut 5 Mio. mehr als 2019.
    Dann kommt eine Liste von Übeln, die Tedros dem Virus zuschreibt, obwohl sie zu einem großen Teil auf überzogene und teilweise nutzlose Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zurückgehen. Sogar die Geschäfte haben für Tedros nicht die Regierungen mit ihren Lockdown-Entscheidungen geschlossen, sondern das Virus (durchgängig meine Übersetzung):


    * „Gesundheitssysteme wurden erheblich gestört, mit Millionen Menschen, die essentielle Gesundheitsdienste nicht mehr bekammen“ (es waren vor allem Lockdowns und Panikmache, die die Leute von den Krankenhäusern und Arztpraxen fernhielten).
    * „Es verursachte schwere wirtschaftliche Verwerfungen, drückte die Wirtschaftsleistung um Billionen und unterbrach den Reise- und Handelsverkehr, schloss Geschäfte und stürzte Millionen in Armut“ (Das waren doch eher Lockdowns, Reisebeschränkungen etc.)
    * „Es verursachte schwere soziale Verwerfungen, mit geschlossenen Grenzen und eingeschränkter Bewegungsfreiheit, geschlossenen Schulen und Millionen Menschen, die Einsamkeit, Isolation, Furcht und Depression erfahren haben (Auch hier: Panikmache, Lockdowns, Besuchsverbote, Kontaktbeschränkungen)
    * „Covid-19 hat politische Verwerfungslinien zwischen und innerhalb von Nationen vertieft, es hat das Vertrauen zwischen Menschen, Regierungen und Institutionen zerstört, angetrieben, von einer Flut von Desinformation und Falschinformation“

    Es waren also „Falschinformationen“, wie die Behauptung, dass Impfstoffe gegen Covid nicht zu 95% vor Infektion schützen und eine Weitergabe des Virus nicht verhindern, dass Lockdown, Kontaktverbote oder Impfpflicht geplant sein könnten, die das Vertrauen in die Regierungen und die WHO zerstört haben, und nicht die nach falschen Dementis beschlossenen, auf falschen Behauptungen und unverantwortlicher Panikmache aufbauenden Maßnahmen wie Lockdown, Kontaktverbote und Impfpflicht.
    Er predigt weiter mit:

    „Und es hat die Verletztlichkeiten und Ungleichheiten unserer Welt offengelegt, wobei die ärmsten und verletztlichsten Gemeinschaften am härtesten getroffen wurden und die letzten waren,
    8 min
  • Vermeintliches Allheilmittel | Von Gerd Reuther
    Ein Standpunkt von Gerd Reuther.
    Das Krankensystem ernennt das Genom zum entscheidenden Faktor der Gesundheit — so tut sich für die Pharmaindustrie eine Goldgrube auf.


    Jahrzehntelang war es eine Streitfrage gewesen, ob der Mensch in seinen Fähigkeiten und Krankheiten stärker von der Umwelt oder seinem Erbgut geprägt wird. Pharmaindustrie und Genforscher haben diese Frage aber inzwischen ad acta gelegt. Das menschliche Genom soll Ursache aller Krankheiten und damit auch der Schlüssel für deren Therapie sein. Ein punktgenaues Herausschneiden und Einfügen von Basenpaaren in die Doppelhelix — bekannt als „Genomchirurgie“ beziehungsweise „Gen-Editing“ — oder die Injektion von Boten-RNA soll demnach eine individualisierte Heilung an der Wurzel jedes Problems ermöglichen. Ausgeblendet wird dabei, dass die genetische Information keine unveränderliche Größe ist, sondern von der Umwelt epigenetisch ständig moduliert wird. Die im Jahr 2001 ausgerufene „Entschlüsselung“ des menschlichen Genoms hat die Medizin jedenfalls ebenso wenig weitergebracht wie die Gentherapie.



    Genforschung ist bisher viel Lärm um wenig, und das wird auch so bleiben. Nur sehr wenige und sehr seltene Krankheiten sind ausschließlich auf angeborene Defizite in der genetischen Information zurückzuführen. Für alle häufigen Krankheiten von Gefäßsystem, Stoffwechsel oder Krebs spielt eine „Erblast“ keine oder allenfalls eine untergeordnete Rolle; erkennbar daran, dass sich das Erkrankungsrisiko bei Migranten in die Industrieländer innerhalb ein bis zwei Generationen auf das Niveau der einheimischen Bevölkerung einpegelt (1).
    Die große Mehrzahl unserer Krankheiten entsteht durch Umwelteinflüsse. Der französische Philosoph Voltaire (1694 bis 1778) hatte schon vor 250 Jahren lapidar formuliert: „In den meisten Fällen ist die Todesursache eines Menschen sein Leben.“ Die Genforschung verkennt dies, wenn jetzt eine nach allen Seiten offene Forschung von Genomsequenzierungen und Risikoberechnungen abgelöst wird. Aktuelles Opfer dieser intellektuellen Bankrotterklärung: Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827).
    Eine mit viel Geld und weltweiten Aktivitäten ins Leben gerufene internationale gentechnische Arbeitsgruppe zur Klärung von Beethovens Krankheiten und Tod präsentierte jüngst über alle Medienkanäle einen lärmenden Schlag ins Wasser (2). Weder die Ertaubung noch seine Leberzirrhose können die Genforscher erklären.
    Um nicht mit leeren Händen dazustehen, schrecken die Wissenschaftler nicht einmal davor zurück, spekulative Mutmaßungen zu verbreiten, die im Widerspruch zu den biographischen Fakten stehen. Beethoven hätte wahrscheinlich zu viel Alkohol getrunken und sich vermutlich auch eine Hepatitis zugezogen. Bei einem genetisch angeblich erhöhten Risiko für eine Leberzirrhose ein unverzeihliches Fehlverhalten ...
    Diese unwissenschaftlichen und unzutreffenden Behauptungen gingen weltweit über den Äther und fanden sich in vielen Tageszeitungen. Genetische Analysen gelten zu Unrecht als Stein der Weisen. Selbst die reichsten Menschen dieser Welt haben sich dies einreden lassen und dementsprechend ihre Milliarden in das tote Pferd der Genforschung investiert. Die willfährigen Journalistendarsteller in den Redaktionsstuben landauf und landab müssen nun jede Genanalyse mit einem Heiligenschein ausstatten.
    Ludwig van Beethovens Fall ist das sprechende Beispiel dafür, dass Sequenzierungen des Genoms nichts aufklären. Die genetischen Kaffeesatzleser können nicht einmal mit letzter Sicherheit bestätigen, dass die ausgewerteten Haarabschnitte wirklich von Beethoven stammten. Sie stimmen genetisch lediglich untereinander überein und seien „mit ziemlicher Sicherheit authentisch“. Schließlich gab es keinen Goldstandard aus gesichertem Material des Meisters.
    10 min
  • Drohnen-Attacke auf Kreml: ukrainische Aggression oder russische Inszenierung? | Von Hermann Ploppa
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.


    Offensichtlich wird munter immer weiter gezündelt im Ukraine-Krieg. Beide Seiten müssen endlich Ergebnisse präsentieren. Kommt es deswegen zur Eskalation?

    Geht es Wladimir Putin an die Gurgel? Neulich bereits war eine ukrainische Drohne dreißig Kilometer vor der russischen Hauptstadt Moskau abgestürzt. Sie wurde nicht etwa von der russischen Luftabwehr vom Himmel geholt. Sie stürzte einfach auf den Acker, weil der Treibstoff aufgebraucht war. In der Nacht vom 3. Mai allerdings flogen nacheinander zwei Drohnen sogar über den Kreml. Sie wurden über dem Dach des altehrwürdigen Gebäudekomplexes zur Explosion gebracht. <1> Seitdem streiten sich die Experten über die genaueren Umstände dieses kuriosen Ereignisses inmitten des Allerheiligsten russischer Identität. Die russischen Sicherheitsdienste hatten gerade erst zum Jahreswechsel eine neue Luftabwehr über Moskau installiert, die auch von westlichen Beobachtern als undurchdringlich angesehen und bewundert wurde. So spekulierten die Experten, ob eventuell ukrainische Agenten die Drohnen unbemerkt nach Moskau gebracht und unterhalb des russischen Schutzschirms in Moskau selber gestartet hätten <2>.
    Die vermeintliche Undurchdringlichkeit des russischen Abwehrschirms regte natürlich auch noch zu ganz anderen Vermutungen an: könnten russische Kreise selber diese Attacke veranlasst haben? Etwa sogar russische Oligarchen, die unzufrieden mit der Isolation Russlands seien, und die sich ärgern, dass beträchtliche Vermögenswerte auf westlichen Konten eingefroren sind? Oder handelt es sich gar um eine russische Variante von 9/11? Mit anderen Worten: wollten russische Geheimdienstkreise den psychologischen Boden bereiten für ein noch härteres Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine? Seltsam auch, dass das Video vom Drohnenangriff auf den Kreml zwei Personen zeigt, die just zu jener nächtlichen Stunde auf dem Dach des Palastes herumkraxeln. <3> Was soll das denn?
    Die ukrainische Regierung jedenfalls bestreitet energisch, irgendetwas zu tun zu haben mit der Drohnenattacke auf den Kreml. Das allerdings ist nur eingeschränkt plausibel. Denn auch frühere Drohnenattacken auf russische Raffinerien und Verkehrswege gingen nicht auf das Konto ukrainischer Sicherheitsdienste, so hieß es immer wieder. Später dann jedoch brüstete sich die ukrainische Seite dann doch gerade mit jenen Taten. Bis jetzt hatten beide Seiten dieses Konfliktes darauf verzichtet, die Wohnsitze und Regierungssitze der anderen Seite direkt anzugreifen. Ein Vergeltungsschlag der Russen gegen Selenski wäre auch im Augenblick sinnlos. Denn der ukrainische Regierungschef ist gerade auf Staatsbesuch in europäischen NATO-Staaten unterwegs. Selenski dort zu attackieren hieße, ein NATO-Land anzugreifen. Und das hieße nach Paragraph 5 der NATO-Charta, den Bündnisfall auszulösen. Dann würde die gesamte Meute der NATO-Mitgliedsstaaten genötigt sein, Russland direkt und nicht nur mit Waffenlieferungen anzugreifen.
    Die Nervosität bei westlichen Personenschützern steigt spürbar an. Denn es ist durchgesickert, dass der ukrainische Präsident Selenski sich gerade auf einer inoffiziellen Europa-Tournee befindet. Er befand sich zum Zeitpunkt der Drohenattacke auf den Kreml im frisch gebackenen NATO-Staat Finnland. Und er brach auf in die Niederlande, um auch hier noch ein paar neue Waffensysteme mitzunehmen für sein Heimatland. Und dann sickerte durch, dass Selenski am 13. Mai auch in Berlin im Nobel-Hotel Carlton-Ritz am Potsdamer Platz abzusteigen gedachte, wie die Frankfurter Rundschau zu berichten weiß <4>. Und am 14. Mai, das ist nun gar nicht geheim, soll Selenski stellvertretend für das ukrainische Volk den umstrittenen Karlspreis in Aachen entgegennehmen <5>.
    9 min

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das denk' ich auch