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  • Der Krieg ist vorbei, wir haben gewonnen! | Von Michael Wolf
    Ein Artikel über Sozialismus, Kapitalismus, österreichische Schule, dezentrales Geld und dezentrale soziale Medien.
    Ein Standpunkt von Michael Wolf.

    Wer die Tagesschau sieht, könnte meinen, die Welt geht unter.
    Die Wenigsten bekommen mit, was hinter den Kulissen passiert. Damit meine ich nicht die Treffen des WEF in Davos, die von manchen tatsächlich noch als ein freundlicher Austausch der Nationen verstanden werden. Dass eine zu gute Kommunikation zwischen den Staaten zu einer Weltregierung und in ein totalitäres System a la Orwells "1984" führen kann, hat nicht zuletzt auch Elon Musk beim World Government Summit angemerkt. Doch auch wenn sie sich „World“ Economic Forum nennen, sie sind nicht die Welt.
    Teile und herrsche – Divide et impera
    Viele glauben auch noch, dass das Wählen einer Partei (lateinisch "pars" = Teil) etwas verändert. „Keine Waffen in Kriegsgebiete“, hieß es von den Grünen und bis November 2020 hatten sie sogar noch die Absicht, mehr Bürgerbeteiligung und Basisdemokratie zu unterstützen. Welche Lüge wird es bei der AfD sein, wenn sie tatsächlich an die Macht kommt?
    Hat nicht der Terroranschlag auf Nordstream 2 sowieso bewiesen, dass Deutschland nach wie vor nur ein Satellitenstaat der USA ist? Anders kann man sich Herrn Söders Empfang von Kamala Harris am Münchner Flughafen mit einer weißen Rose nicht erklären.


    „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“ - Horst Seehofer

    Gesetze und Regeln werden in Hinterzimmern beschlossen und Politiker sind eigentlich nur damit beschäftigt, den Bürgern die beschlossenen Dinge so schmackhaft zu machen, dass sie wiedergewählt werden. Ein Eiertanz, der aber auch gar nichts mit dem wirklichen Wohl der Bürger zu tun hat. Wirf deine Stimme in eine Urne. Landet man nicht in einer Urne, wenn man tot ist? Und zahl deine Steuern mit Elster. War das nicht dieser Vogel dem diebische Eigenschaften nachgesagt werden? Sie verschweigen es noch nicht einmal.


    „Wir sind Einwohner des 21sten Jahrhunderts, die mit Institutionen interagieren, die im 19ten Jahrhundert gestaltet wurden, basierend auf einer Technologie aus dem 15ten Jahrhundert.“ - Pia Mancini

    Dass das Parteiensystem völlig veraltet ist, wäre allein nicht so tragisch, wenn es nicht die Bürger in dem Glauben lassen würde, sie könnten tatsächlich etwas verändern, indem sie alle 4 Jahre ein Kreuz machen. Direkte Demokratie? Hättet ihr die Masse Mitte 2020 über eine Impfpflicht entscheiden lassen wollen?
    Das Märchen von Robin Hood:
    „Es sind die Eliten, die zu viel Macht haben! Wir brauchen mehr Staat um sie zu kontrollieren und das Geld besser zu verteilen!“ hört man ihn rufen. Den Sozialist, den deutschen Untertan. Oder wie Marx sagen würde, den Proletarier. Man erkennt ihn auch an Sätzen wie: „Es ist zum Wohle aller!“, „Du hast doch nichts zu verbergen!“, „Tu es für das Allgemeinwohl!“, „Eigentum ist egoistisch!“
    Den Wenigsten ist bewusst auf welch naive Weltanschauungen sie dabei reinfallen, während sie nach verträumten Visionen der Zukunft schmachten, von einer Welt ohne Geld, in der alles Liebe ist. Dass wir uns ohne Geld auf Grund fehlender Wirtschaftsrechnung (Siehe Seite 86 "Der Kompromisslose Liberale Ludwig von Mises" von Thorsten Polleit) wieder zurück in die Steinzeit entwickeln, ist ihnen oft nicht bewusst, doch so manchem selbsternannten Weltenretter wahrscheinlich gerade recht, da die Ausbreitung und das Wachstum der Menschheit ja ach so schädlich für den Planeten ist.
    Sie sehen dabei nur die Schattenseite, sehen nicht die positive Entwicklung die zu selber Zeit stattfindet.
    20 min
  • Überlebenswichtige Initiative zur Einigung der Anti-Kriegs-Bewegung | Von Rainer Rupp
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Aktuelle Lage
    Die Ukraine ist ein demokratisches Land, sie strebt in Richtung Westen und sie wurde für ihre Sehnsucht nach Freiheit von seinem autoritären Nachbarn, dem bösen Zar Putin, Der Schreckliche, grundlos und ohne Vorwarnung brutal überfallen. Deshalb muss jeder Deutsche, der die Freiheit liebt, den US-Amerikanern und ihren Vasallen in Berlin Folge leisten und die Ukraine unbegrenzt mit Waffen und Geld versorgen. Denn dort auf dem Schlachtfeld wird in opferreichen Kämpfen auch unsere europäische Freiheit durch die tapferen ukrainischen Helden verteidigt.
    Das ist das offizielle und einzige Narrativ, das den Menschen in allen NATO-Ländern seit einem Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag von Politikern und Medien eingetrichtert wird.
    Deutschlands De-Industrialisierung
    Und um die Russen zu bestrafen, müssen wir auch auf russische Energie- und andere Rohstofflieferungen verzichten, auch wenn dadurch nicht etwa Russland, sondern der Wirtschaftsstandort Deutschland ruiniert und unsere Arbeitsplätze ebenso wie die Zukunft unserer Kinder und Enkel verspielt werden. Das sind jedoch die Opfer, die der senile Führer der Freien Welt und seine ihn umgebenden Kriegstreiber in Washington von uns allen verlangen.
    Zugleich gelingt es jedoch denselben Leuten in Washington energieintensive Unternehmen in Europa und vor allem in Deutschland zur Auswanderung in die USA zu bewegen. Die überzeugenden Argumente sind verlockend niedrige Energiepreisen in den USA und Washingtons gigantisches Subventionsprogramm für Industrieinvestitionen im Land. Der Erfolg ist überwältigend. Ganz aktuell wird in den Medien berichtet, dass sich der Schaeffler Konzern, der ein Kernunternehmen der deutschen Industrie darstellt, sich den USA und China zuwendet“, denn die Geschäftsführung sieht in Europa wenig Investitionschancen.
    Laut DWN (1) will der Schaeffler-Konzern … "die Chancen, die man in Amerika hat, ganz bewusst" nutzen, sagte Klaus Rosenfeld, der Chef des Unternehmens. Schaeffler, das vor allem als Zulieferer für die Automobil- und andere Industriezweige bekannt, will laut Rosenfeld von den großzügigen Subventionen des Inflation Reduction Gesetzes  in den USA profitieren.
    Vor dem Hintergrund, dass die deutsche Wirtschaft immer tiefer in die Krise rutscht und unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und anderer ungünstiger Rahmenbedingungen allein seit dem Jahr 2022, tausende Unternehmen insolvent gegangen sind, hat jetzt auch der Chef von Ifo, das berühmteste deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut, Prof. Clemens Fuest vor der De-Industrialisierung Deutschlands gewarnt (2) . Die De-Industrialisierung Deutschlands sei keine leere Worthülse, sondern eine reale Gefahr.


    „Es ist nun wie eine Lawine: BASF, Bayer, BMW, VW, Mercedes: Die Herzstücke der ehemaligen Deutschland AG wandern in die USA oder nach China ab", heißt es aktuell in einer Twitternachricht auf msn.com/de-de/finanzen(3) .

    Bidens Re-Industrialisierung Amerikas
    Das ist es also, was hinter Präsident Bidens laut verkündetem Plan zur Re-Industrialisierung Amerikas steckt. Es geht nicht darum, aus eigener Kraft in den USA neue Industrien aufzubauen, sondern sie vornehmlich aus Europa abzuwerben, bzw. zu stehlen.
    15 min
  • Alexander Dugin: Gefahr für wen? | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Meine Neubeurteilung von Brasiliens Lula muss noch etwas warten. Denn hier kommt ein vielleicht wichtigeres Thema. Als ich 2012 zum ersten Mal von Alexander Dugin hörte, war es die Warnung, man dürfe ihn nicht lesen, weil er ein russischer Nazi sei, ein Einflüsterer Putins. Da Dugin aber nicht wirklich einflussreich war, gar keinen direkten Zugang zu Putin hatte, und oft nur in russischer Sprache ungekürzt verfügbar war, blieb er mir bis 2021 weitgehend fremd. Als dann seine Tochter Dugina am 23. August 2022 einem Bombenattentat vermutlich ukrainischen Nationalisten zum Opfer fiel, begann ich mich doch näher mit diesem „ultranationalistischen“ bzw. „neofaschistischen Politiker und Politologen Russlands“ (Wikipedia) zu beschäftigen. Während er bis zum Mord seiner Tochter ein eher wenig bekannter Intellektueller war, dessen schwer verständlichen, oft philosophischen Aussagen nur in einer kleinen Blase verehrt wurden, könnte er durch dieses radikale Ereignis nun doch zu einer Gefahr werden. Für wen, versuche ich in diesem Artikel herauszuarbeiten.
    Dugins Entwicklung
    Um dieses Format nicht zu sprengen, bitte ich das Kapitel über Dugins Entwicklung im Anhang 1) zu lesen.
    Einordnung
    Wenn man ein Äquivalent Dugins im Westen sucht, wird man schnell in der Person von Zbigniew Brzeziński und seinem Buch „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft“4) fündig. Mit dem Unterschied, dass hier der Weg zu einer Weltherrschaft aufgezeigt wird, während Dugin sich auf eine Führerschaft in Eurasien fokussiert. Außerdem war Brzeziński Berater mehrerer Regierungen, was auf Dugin nie zutraf.
    Während man den Eindruck hat, dass Brzezińskis Buch als eine Art Drehbuch für die Geopolitik aller folgenden US-Regierungen diente und dient, war Dugins Einfluss ganz eindeutig bis zur Krise in der Ukraine nur gering. Insbesondere Putin hatte lange versucht, Russland in den Westen zu integrieren, statt eine eurasische Großmachtposition in kultureller Distanz zum Westen aufzubauen.
    In der Zwischenzeit jedoch sind Dugins Ideen von den Rändern her in den politischen Mainstream Russlands vorgedrungen. Dies ganz eindeutig als Folge der offensichtlichen Verachtung des Westens gegenüber Russland, der NATO-Erweiterung, den Kündigungen von Rüstungsvereinbarungen, den militärischen Drohungen und nuklearen Erstschlagphantasien in Teilen der US-Elite, und nicht zuletzt durch die Krise in der Ukraine.
    Dadurch erhält eine nationalistische Strömung, die schon jetzt nach den Kommunisten die stärksten oppositionellen Kräfte gegenüber der regierenden Partei Putins darstellt, immer mehr Zulauf. Was nicht zuletzt Putin zwang, seine bis 2014 eher abwartend, und auf Verbesserung der Beziehungen mit dem Westen hoffende Politik, neu zu formulieren.
    Dugins heutige Analyse
    Um Dugins heutige Rolle zu erkennen, hilft vielleicht eine Analyse der Ukraine Krise, welche er am 1. März in Geopolitika.ru veröffentlichte.5) Dugin beschreibt darin sechs Phasen der „Militärischen Sonderoperation“ in der Ukraine.
    Die erste Phase sei von russischen Erfolgen geprägt gewesen: Während dieser Phase überrannten die russischen Streitkräfte Sumy und Tschernigow und erreichten Kiew von Norden her, was den Zorn des Westens erregt habe. Moskau hätte jedoch damit seine Ernsthaftigkeit bei der Befreiung des Donbass demonstriert und durch einen schnellen Vorstoß von der Krim die Kontrolle über zwei weitere Regionen, Cherson und Saporoshje, sowie über einen Teil der Region Charkow erlangt.
    Allerdings sei Mariupol, eine strategisch wichtige Stadt der „Volksrepublik Donezk“, nur mit Mühen eingenommen worden. Trotzdem habe Russland mit seinem schnellen und überraschenden Handeln zu Beginn der Operation einen bedeutenden Erfolg erzielt. Aber, so Dugin, man wisse noch nicht genau, welche Fehler in dieser Phase gemacht wurden, welche dann später zu Misserfolgen geführt hätten.
    25 min
  • Konflikt-Verlagerung nach Asien? | Von Wolfgang Effenberger
    China sieht inzwischen in den USA ein feindliches Land.
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Am 20. Februar 2023 - kurz vor dem Jahrestag des russischen Einmarsches in die Ukraine - listete das chinesische Außenministerium in einer Studie akribisch alle Verfehlungen in den 250 Jahren amerikanischer Geschichte auf: Eine Warnung vor den Gefahren einer US-Herrschaft:
    „Die Geschichte der Vereinigten Staaten ist von Gewalt und Expansion geprägt. Seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1776 haben die Vereinigten Staaten ständig versucht, mit Gewalt zu expandieren: Sie schlachteten Indianer ab, fielen in Kanada ein, führten einen Krieg gegen Mexiko, zettelten den Amerikanisch-Spanischen Krieg an und annektierten Hawaii. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die USA unter anderem den Korea-Krieg, den Vietnam-Krieg, den Golf-Krieg, den Kosovo-Krieg, den Afghanistan-Krieg, den Irak-Krieg, den Libyen-Krieg und den Syrien-Krieg provoziert oder begonnen und dabei ihre militärische Hegemonie missbraucht, um den Weg für expansionistische Ziele zu ebnen. In den letzten Jahren hat das durchschnittliche jährliche Militärbudget der USA 700 Milliarden US-Dollar überschritten und macht damit 40 Prozent des weltweiten Gesamtbudgets aus, mehr als die 15 Länder hinter den USA zusammen. Die Vereinigten Staaten verfügen über etwa 800 Militärstützpunkte in Übersee, und 173.000 Soldaten sind in 159 Ländern stationiert.“1)
    Erstaunlich, dass die Strategen in Peking diese Faktenlage erst jetzt so deutlich aufzeigen. Bis ca. 2005 hat China noch mit den USA kooperiert, ab dann wurde der Konfrontationskurs eingeschlagen.
    Während US-Präsident Barack Obama gleich nach Beginn seiner Amtszeit Russland herablassend als Regionalmacht bezeichnete, lenkte er bereits Mitte 2009 den Fokus auf Asien und präsentierte der Welt ungeniert seine geopolitischen Absichten. Ende 2009 bezeichnete sich Obama in einer Grundsatzrede in Japan als „erster pazifischer Präsident“ der USA, denn die „Geschichte von Amerika und des asiatisch-pazifischen Raumes sind nie enger miteinander verbunden gewesen.“2)
    Obama betonte den Führungsanspruch der USA und kündigte ein stärkeres Engagement in den asiatischen Ländern an. Noch deutlicher drückte sich Admiral Samuel Locklear 2011 anlässlich seiner Nominierung zum Chef des amerikanischen Pazifik-Kommandos vor dem Verteidigungsausschuss des US-Senats aus: „Wir sind eine Großmacht in Asien. Die Chinesen und die anderen Länder der Region müssen begreifen, dass die USA bereit sind, dort ihre nationalen Interessen zu verteidigen.“3) Es folgte unverzüglich der Ausbau der sogenannten "AUKUS"-Allianz 4) im Indopazifik. Sollte dieser Militärpakt die aufstrebende Großmacht China einhegen? Im Zuge der Eindämmungsdoktrin von US-Präsident Truman war bereits 1952 der sogenannte ANZUS-Pakt (Australien, Neuseeland, USA) in Kraft getreten. Strategisch betrachtet ist die AUKUS-Allianz eindeutig auf China gerichtet. US-Marines rotieren in Darwin, jenem US- Militärstützpunkt im Norden von Australien, der China am nächsten gelegen ist. Gemäß Obamas Ankündigung ("Pivot Asia"5), Verlagerung des militärischen Schwergewichtes nach Asien) intensivierten die Luftstreitkräfte der AUKUS-Allianz ihre Kooperation, um China einzukesseln und zu unterwerfen.
    Aktuell bereiten die USA und Japan die Militarisierung der zwischen Taiwan und Japan liegenden Inselkette vor. Während Japan inzwischen zum drittgrößten Wehr-Haushalt der Welt aufgestiegen und in der Lage ist, mit seinen Raketenverbänden China anzugreifen, intensiviert auch die NATO ihre Zusammenarbeit mit Tokio. In dieser Militärkooperation sind durchaus Parallelen zum Aufbau westlicher Militärpotenziale im Umfeld der Ukraine (ab 2014) zu erkennen. Die Welt sei „an einem historischen Wendepunkt“ angelangt, an dem sich das „Kräfte-Gleichgewicht im Indo-Pazifik schnell verschiebt“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Japans Minister...
    28 min
  • Du bist Deutschland! | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz.
    Ein Mann, etwa Ende Dreißig, schlendert die Landsberger Allee hinunter. Ihm steht eines der Miet-E-Fahrräder im Weg. Unvermittelt tritt er es mit voller Wucht auf die karge Berliner Grünfläche. Der Mann, nennen wir ihn Torsten, geht weiter. Faxen dicke.
    Die Mitarbeiterin einer Tankstelle muss die entwürdigende Plastik-Uniform des Shell-Konzerns tragen. In dieser Teletubbie-Verkleidung putzt sie die Kaffeemaschine, muss Fabrikbrötchen aufbacken, die Bockwürste heißmachen und den Kloschlüssel verwalten. Neben allem anderen. Zum Beispiel dem Beruf selbst als Kassiererin, genannt Job.
    Sie – nennen wir sie Melanie – hatte einmal Fachkraft werden wollen. Allein, die Angebote fehlten. Was am einstmals ehrbaren Beruf der Kassiererin heute so mies sein soll, dass Shell sie derartig mies behandelt, weiß sie nicht. Und auf welche Stellen sich die Fachkräfte bewerben sollen, die ihre Regierung fleißig anwirbt, ist ihr auch unklar. Für sie war bislang nichts, aber auch gar nichts drin. Rassistin ist sie nicht, das geht in Berlin auch gar nicht, wenn man ein aktives Leben führen will. Ihr Freund heißt Shlomo. Beide zusammen müssen mit rund 2.000 Euro netto über die Runden kommen. Eine Erbschaft steht auch nicht in Aussicht. Damit ist eine Familiengründung ausgeschlossen, geschweige denn Urlaub, Auto, Bausparvertrag. Nichts, keine Kinder, kein Gärtchen. Gar nichts. Schon für einen kleinen Hund wäre keine Zeit und keine Tierarztrechnung drin. Tendenz sinkend.
    Hinter der Corona-Plexiglasscheibe vor dem Kassen-»Terminal« verschwindet Melanie fast. Eine Zigarettenwerbung über ihrem Kopf kündet von der Freiheit amerikanischer Highways mit Cabrio und Fluppe. Im Konzernradio läuft irgendein bassig aufgezuckerter Beschleunigungs-Synthie-Pop. Demnächst soll die Tankstellen-Arbeiterin vom Konzern durch einen Roboter ersetzt werden. Die Schlange vor Melanie ist diesmal lang. Sie arbeitet mal wieder alleine im gelb beleuchteten Tankshop.
    Die Leute stehen sich die Beine in den Bauch, die Verkäuferin auch. Ihre Bewegungen wirken so, als habe sie es schon mit Mitte Dreißig in der Hüfte. Eine ältere Frau ist verzweifelt, sie hat ein Problem mit ihrem Auto an Zapfsäule drei. Doch in Tankstellen gibt es schon lange niemanden mehr, der sich auch nur mit Ölnachfüllen auskennt. Der Flachildschirm im Gang zeigt die Aufnahmen der Überwachungskameras im Shop. Eine andere Frau kramt zwischen »Fisherman’s Friend« und »Haribo Riesenpommes extrasauer«.
    Schon wieder klemmt die Kartenzahlung, Unmut äußert sich nur noch nonverbal, passiv-aggressiv. Stöhnen, Scharren mit den Füßen. Melanie hat genug von den »Herausforderungen der Digitalisierung«, holt mit dem kabellosen Kartenleser aus und haut den Kopf der Digitalanzeige von der Überwachungskasse. Dann tritt sie mit vollem Schwung aus der Hüfte in die Kaffeemaschine, die einem Replikator aus der Serie »Star Trek, the next generation« nachempfunden scheint. Faxen dicke.
    Melanie verschwindet im Rückraum und packt ihren Rucksack. Schicht-Ende, selbstgewählt und final. Die Kunden sind verblüfft, aber heiter. Endlich tut mal jemand etwas gegen die Hölle auf Erden. Wir wollten hier alle nicht sein, es ist … nicht unsere Welt. Wer jetzt kassiert? Niemand.
    Abgesang auf Ólafur Eliasson
    Ein Berliner Museumsbau. Mal wieder wird eine seelenlose Geisterbahn-Installation von Ólafur Elíasson als Kunst verkauft. Unförmige Körper tapsen durch Nebelschwaden. Regenbogenfarbene Dreiecke, die in den Kriegsnebel projiziert werden, wandern durch den Saal. Eine einzige Verarschung ohne Inhalt, ohne jeden neuen künstlerischen Mehrwert seit Pink Floyd und der der »dunklen Seite des Mondes«. Im Grunde ein Abklatsch der LSD-Kunst der 1970er Jahre also. Im Westen nichts Neues seit 50 Jahren.
    Die Kartenverkäuferin im Foyer zur Geisterbahn muss für Mindestlohn arbeiten und soll den Besuchern 20 Euro fürs Familienticket abknüpfen.
    4 min
  • Sie machen mich fertig! | Von Rüdiger Lenz
    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.
    Sie machen mich fertig, ist ein Satz, den Clemens G. Arvay in den letzten beiden Jahren oft sagte. Warum er das fühlte und welchen Irrtümern Aufklärer am Anfang ihres Weges häufig aufsitzen, werde ich in diesem Kommentar in Kurzform darlegen.  Dieser Kommentar bezieht sich auf den Freitod dieses aussergewöhnlichen Biologen. Er macht seinen Freitod nicht zum Thema. Dieser Kommentar möchte vorbeugend auf Fehler eingehen, die Aufklärern und Aktivisten geschehen können und wie sie diese vermeiden können.
    Schon seit Längerem habe ich die Idee verfolgt, ein neues Buch zu schreiben. Sein Inhalt würde von Vorbereitungen handeln, denen Aktivisten am Anfang schutzlos ausgesetzt sind. Ein Überlebensbuch für Aktivisten. Ich bin seit 40 Jahren Aktivist in vielerlei Hinsicht und habe eine Menge Erfahrungen darin gesammelt, gegen den Strom zu schwimmen. Diese Idee wieder aufzunehmen, habe ich durch den Freitod von Clemens G. Arvay wieder begonnen. Ich selbst hatte nie persönlichen Kontakt mit ihm. Ich habe ihn zu meinem Format M-Pathie 2021 eingeladen, woraufhin er sich nicht zurückgemeldet hat.
    Viele Aufklärer bemerken zu Beginn ihrer Aktivitäten gar nicht, dass sie in der Öffentlichkeit als Aktivist wahrgenommen werden. Clemens G. Arvay ist es genau so ergangen. Er wollte als Wissenschaftler wahrgenommen werden, nicht als Aktivist. Viele Aufklärer denken zunächst, sie könnten im Mainstream ankommen, und brauchen die alternativen Medien nicht. Sie bemerken nicht, dass der Mainstream sich schon längst von den alternativen Wahrheiten, Realitäten und Wirklichkeiten abgewandt hat und nur seine konstruierten Wahrheiten zulässt. Solche Aufklärer denken, sie könnten durch ihre Art und Weise im Mainstream, eine andere Wahrheit kundtun, um etwas zum Besseren zu bewegen.
    Ein persönliches Beispiel der Aufklärung
    So hat sich bei mir in diesem Jahr ein Produzent gemeldet, der einen Dokumentarfilm über einen bekannten Professor für Jenseits-Erfahrungen drehen wollte, wobei er mich als Moderator zu gewinnen suchte. Ich sagte zu, da ich gut über das Thema der Nahtod- und Jenseits-Erfahrungen aufgeklärt bin. Doch als der Professor meinen Namen hörte, sagte er ab. Er sagte nicht wegen meiner Person ab, sondern deswegen, weil ich mit einem gewissen Ken Jebsen befreundet sei. Dieser Professor meinte, dass er nicht in den alternativen Medien bekanntwerden wolle, sondern in den öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten seine Chance sehe.


    Es geht mir hier jetzt nicht um den Namen des Professors, sondern um das Prinzip solcher Personen, um deren nicht von selbst erkannten Irrtum, an dem sie aber festhalten, weil sie in Sachen Medienkompetenz unerfahren sind.

    Der Mainstream interessiert sich nicht für Wahrheiten, Realitäten oder Wirklichkeiten außerhalb der Systemherrschaft. Es interessiert den Mainstream nicht mehr, welche Wahrheiten die besseren für die Gesellschaft sind. Jeder,  der eine Wahrheit, Wirklichkeit oder Realität durchzusetzen beabsichtigt, die vom Pfad der beherrschten Herde abweicht, wird gemieden, lächerlich gemacht oder verunglimpft. Das wissen Jungaktivisten oftmals nicht, weil sie nicht von der Mainstreamrealität ausgehen, sondern von ihrem guten Glauben, welcher von ihrem Gewissen geführt wird. Jungaktivisten fühlen oft moralisch und sind von ihrer Idee überzeugt. Das ist lobenswert, aber nicht zielführend. Sie haben hierin oft einen blinden Fleck, weil sie sich zuvor nicht in Sachen Medienkompetenz vorbereiten. Die Arbeit, die der besagte Professor anzubieten hat, ist gut. Er schrieb ein Buch über seine Erfahrungen und die alternativen Medien,  und die Aktivistenszene saugte sein Buch und seine Erlebnisse kräftig auf. Nicht aber der Mainstream. Dieser interessiert sich nicht für das Thema, weil eine echte und wahrhaftige Aufklärung über sein Thema Gefahr laufen würde, die festgezurrte Herrschaft über die Masse aufzutrennen.
    15 min
  • Der Feind sitzt in Washington | Von Felix Feistel
    Ein Standpunkt von Felix Feistel.
    In einem aufsehen erregenden Beitrag auf Substack hat der US-amerikanische Enthüllungsjournalist Seymour Hersh detailliert dargelegt, dass die USA in Zusammenarbeit mit der norwegischen Marine die Nord Stream Pipelines gesprengt haben. Demzufolge sollen die US-amerikanischen Marinetaucher des Tauch- und Bergungszentrums der US-Marine im Rahmen der BALTOPS 22 Sommermanövers Sprengladungen an die Pipelines angebracht haben, die dann drei Monate später per Fernauslöser gezündet worden waren, wobei drei der vier Stränge der beiden Pipelines zerstört wurden. Die Entscheidung über die Sprengung sei von Präsident Biden nach mehr als neunmonatiger Debatte gefällt worden.
    Demnach gingen die Vorbereitungen der Sprengung schon vor dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine los. Dabei ging es in der Debatte größtenteils nicht darum ob, sondern wie die Sabotage durchgeführt werden könne, ohne, dass bekannt würde, wer dahinter stecke. So griffen die Verantwortlichen auf Einsatzkräfte zurück, die direkt der US-amerikanischen Marine angehörten, und nicht dem Kommando für Sondereinsatzkräfte, dessen Geheimoperationen dem Kongress gemeldet und der Führung des Senats und des Repräsentantenhauses im Vorhinein hätten mitgeteilt werden müssen. So hat die Biden-Administration alles daran gesetzt, undichte Stellen zu vermeiden.
    Hersh beruft sich dabei auf eine anonyme Quelle „mit direkter Kenntnis der Einsatzplanung“. Auf Anfrage antwortete Adrienne Watson, eine Sprecherin des Weißen Hauses: „Das ist falsch und völlig frei erfunden.“ und auch die CIA-Sprecherin Tammy Thorp antwortete: „Diese Behauptung ist komplett und völlig falsch.“ Deutschen Medien genügt das, um die Enthüllung Hershs als widerlegt anzusehen. Der Täter leugnet, nach seiner Tat befragt, jedes Mitwirken an dieser, und damit ist die Sache erledigt. Gleichzeitig wird ein großes Theater inszeniert, das von dem Angriff auf die Pipelines ablenken soll. So erklärt Edward Snowden, dass die Aufregung um angebliche chinesische Ballons und unbekannte Flugobjekte nichts weiter gewesen seien, als ein Ablenkungsmanöver von der Tatsache, dass bekannt wurde, dass die USA die Pipelines gesprengt haben. Gleichzeitig wird medial eine Betroffenheit inszeniert in Bezug auf den Absturz der MH-17 im Jahr 2014. Vor allem deutsche Medien bescheinigten Putin kurz nach der Veröffentlichung Hershs eine tragende Rolle beim angeblichen Abschuss der MH17 Maschine. Damit wird in einer großen Empörungsorgie abgelenkt von dem eigentlichen Skandal. Die Verantwortlichen streiten also ab, lenken ab und zeigen mit dem Finger auf andere.
    Anders reagiert der russische Außenminister Sergei Lawrow. Auf einer Pressekonferenz erklärte er, dass US-Beamte die Beteiligung an dem Anschlag offen zugäben und sich sogar damit brüsteten. Grund für den Anschlag sei ihm zufolge die starke wirtschaftliche Zusammenarbeit von Deutschland und Russland in den vergangenen Jahrzehnten, die es Russland ermöglicht habe, mittels deutscher Technologie einen starken Energiesektor aufzubauen, der vielen US-amerikanischen Unternehmen eine ernst zunehmende Konkurrenz darstelle. Dass die Sprengung der Pipelines unabhängig von dem Krieg in der Ukraine geplant worden ist, lässt sich daraus schließen, dass die Vorbereitungen schon Ende 2021 begonnen haben. Noch vor dem Krieg in der Ukraine hatte die US-Adiminstration diesen Anschlag zudem angekündigt.
    Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz Anfang Februar vergangenen Jahres hatte Biden unwidersprochen gesagt, dass die US-Regierung Nord Stream beenden würden. Auf die Nachfrage einer Journalistin,
    26 min
  • Die politischen Schockwellen der Nord-Stream-Sprengung nehmen nicht ab | Von Thomas Röper
    Während die deutschen Medien die Nord-Stream-Sprengung zu den Akten gelegt haben, ist das Thema außerhalb der westlichen Medienblase weiterhin präsent.
    Kommentar & Übersetzung von Thomas Röper.


    Die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines durch die USA ist international noch immer ein großes Thema, auch wenn die deutschen und anderen westlichen Medien das Thema am liebsten totschweigen. Der Grund ist, dass die USA mit diesem beispiellosen Terrorakt (aus völkerrechtlicher Sicht sogar Kriegsakt) unter anderem gegen Deutschland ein neues Niveau erreicht haben, das man noch vor kurzem für unmöglich gehalten hat. Die USA haben der Welt gezeigt, dass sie sich an keinerlei Regeln mehr halten und dass im Grunde jeder Staat, ob formell Verbündeter der USA oder nicht, Sorgen um seine Versorgungssicherheit haben muss.
    Hinzu kommt, dass der Terrorakt nicht nur Russland und Deutschland (und andere EU-Staaten) betrifft, sondern Schockwellen auf die internationalen Energiemärkte ausgestrahlt und damit fast jedes Land der Welt betroffen hat. Daher wird das Thema der Nord-Stream-Sprengung außerhalb der westlichen Medienblase weiterhin mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
    Am Sonntag hat das russische Fernsehen, das in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick am Beispiel eines Berichtes aus China aufgezeigt, in dem es auch um die rasante Verschlechterung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen ging. Ich habe den russischen Bericht übersetzt.
    Beginn der Übersetzung:
    Die USA haben Europa gedemütigt und die Welt alarmiert
    Egal, wie sehr die Amerikaner versuchen, das Thema zu verdrängen, das von ihnen gedemütigte Europa kann die Sprengung der beiden transkontinentalen Nord-Stream-Pipelines nicht vergessen. Bei der Eröffnung der Frühjahrssitzung des Parlaments bezeichnete der ungarische Ministerpräsident Orban das Verbrechen ausdrücklich als Terrorakt.


    „Die Explosion von Nord Stream, die, wie Sie wissen, stattgefunden hat, war einfach ein Terrorakt, wer auch immer ihn begangen hat, es war ein Terrorakt. Wenn das im Norden gemacht wurde, nur um russisches Gas aus Europa herauszuhalten, könnte es auch im Süden geschehen. Wir haben zusammen mit Serbien deutlich gemacht, dass es nicht so einfach sein wird, damit durchzukommen und es unter den Teppich zu kehren, wie man es jetzt bei der Explosion von Nord Stream tut“, sagte Orban.

    Orban nennt die USA nicht beim Namen, aber für ihn ist klar, wer den Terroranschlag auf die Pipelines verübt hat. Und die Besorgnis ist verständlich, denn Viktor Orban bezeichnet russisches Gas als die Schlagkraft der ungarischen Wirtschaft. Früher war es auch die treibende Kraft der deutschen Wirtschaft, aber das gehört jetzt der Vergangenheit an. Dafür schützt Südeuropa sein Privileg weiterhin. Ungarn erhält zum Beispiel im Rahmen des neuen Vertrags für 15 Jahre jährlich 4,5 Milliarden Kubikmeter russisches Gas über Turkish Stream. Das will es nicht verlieren.
    Mit der Sprengung der Gaspipelines in Europa haben die Amerikaner auch die ganze Welt alarmiert. Der chinesische Staatssender CGTN strahlte diese Woche einen Clip aus, der keinen Zweifel daran lässt, wer den Anschlag verübt hat. China solidarisiert sich eindeutig mit der Version des US-amerikanischen Investigativjournalisten Seymour Hersh, der die Schuld der USA überzeugend darlegt.
    Dem von CGTN ausgestrahlten Clip ging ein Fernsehinterview voraus, das der Sender mit Seymour Hersh, dem Autor des amerikanischen Enthüllungsberichts, führte (Anm. d. Übers.: Der Clip wird in dem russischen Beitrag vor dem Ausschnitt des Interviews mit Hersh gezeigt und in dem chinesischen Beitrag wird exakt dargelegt, was an welchem Tag geschehen ist, der Beitrag ist eine Art Countdown vor der Sprengung der Pipelines):
    CGTN: „Sie hatten also einen Verdacht,
    18 min
  • Direkte Demokratie wagen | Von Friedemann Willemer
    Ein Plädoyer für die Herrschaft des Volkes

    Ein Standpunkt von Friedemann Willemer.

    Erster Teil
    Ich freue mich, dass Sie mich bei meinen abenteuerlichen Thesen zur Demokratie begleiten wollen. Weg vom System der Repräsentation hin zur Herrschaft des Volkes. Diesen Schritt müssen wir endlich wagen, um unseren Planeten aus den Händen der von der Macht korrumpierten Eliten zu befreien mit dem Ziel eines friedlichen Miteinander aller Völker unter strikter Beachtung von Freiheit, Gleichheit, Selbstbestimmung und Nichteinmischung. Das können wir nur erreichen, wenn wir ein demokratisches Gemeinwesen schaffen, das es verdient, eine Demokratie genannt zu werden.
    Westliche liberale Demokratien sind lediglich totalitäre Regime mit mehr Geld und einem besseren Narrativ-Management. (Psychologische Tyrannei bleibt Tyrannei: Notizen vom Rande der Narrativen Matrix, Caitlin Johnstone, RT.de 08.01.2023)
    Der Ist-Zustand
    Haben wir nicht in Deutschland die beste Demokratie aller Zeiten? Hat das Grundgesetz sich nicht als demokratische Verfassung bewährt und gilt das Grundgesetz nicht in den Fachkreisen der Verfassungsrechtler als Markenzeichen für die in Deutschland geltende freiheitlich demokratische Grundordnung?
    Wieso soll es dann sinnvoll sein, etwas zu ändern?  Sind Demokratie und Rechtsstaat etwa ein Etikettenschwindel, den uns die seit über 70 Jahren regierenden etablierten Parteien und in ihrem Gefolge ihre Lakaien aus dem Kreis der sogenannten geistigen Elite und die Medien allen voran die Öffentlich-Rechtlichen auftischen?
    Von der Geburtsstunde der Bundesrepublik an entscheiden die etablierten Parteien, unter welchen verfassungsrechtlichen, gesellschaftlichen und politischen Bedingungen sich das deutsche Volk wohlzufühlen hat. Das ist ein von den Parteien geschaffenes absolutistisches repräsentatives Herrschaftssystem, das sich für die Parteien und ihre Repräsentanten bewährt hat, indem sie über 70 Jahre unbehelligt von ihrem Volk schalten und walten konnten.
    Nun wäre dieser Zustand für das deutsche Volk dennoch die Beste aller Welten, wenn die Repräsentanten bisher zum Wohle des deutschen Volkes gehandelt hätten. Es bestände keine Notwendigkeit, ein erfolgreiches dem deutschen Volk dienendes System zu ändern, unabhängig davon, ob das, was wir heute haben, eine Demokratie ist.
    Zunächst ist äußerst fraglich, ob der Wohlstand in den westlichen liberalen Demokratien etwas mit dem politischen System zu tun hat. Auch in mehr oder weniger autokratisch regierten Staaten wie Russland, China, Taiwan, Singapur etc. leben die Völker zunehmend in komfortablen Verhältnissen und die Schweiz, direktdemokratisch verfasst, ist das wohlhabendste Land der Welt ohne Kriege seit Jahrhunderten.
    Das Repräsentationssystem bedingt nicht zwingend eine kapitalistisch geprägte soziale Marktwirtschaft. Die massiven dirigistischen Maßnahmen, die die etablierten Parteien in allen Bereichen des Lebens planen und unter Missbrauch des staatlichen Gewaltmonopols dem Volk aufoktroyieren, sind mit einem marktwirtschaftlichen System unvereinbar. Deutschland erstickt an den Bürokratieexzessen seiner Repräsentanten begleitet von einem unproduktiven Staatsapparat, der keine Grenzen kennt.  Eigenverantwortung und Selbstbestimmung sind unerwünscht.
    Das ist Despotismus in Vollendung, angetrieben von einer obskuren Gutmenschenattitüde politischer Moralisten, verbunden mit massiver Propaganda, hin zu einer inhomogenen Multikultigesellschaft in einem von einer Energiewende zur angeblichen Rettung des Klimas ruinierten Staat.
    Wir sehen, das repräsentative System schützt uns nicht vor ideologisch motivierten autoritären Obsessionen. Jeder Widerspruch wird unter Verweigerung eines Diskurses in der Sache niedergemacht.
    Die parlamentarisch-repräsentative Ordnung ist ein demokratisches Trugbild.
    Die Repräsentanten der etablierten Parteien haben die Gewaltenteilung b...
    34 min
  • GroKo in Berlin? – Mein Plädoyer für Minderheitsregierungen | Von Peter Haisenko

    Ein Kommentar von Peter Haisenko (Betreiber des Portals anderweltonline.com).





    Die Wiederholungswahl in Berlin hat zu Verhältnissen geführt, die einen Senat nach Wählerwillen unmöglich machen. Die alte Koalition ist abgewählt, aber die Wahlsiegerin CDU wird nur mit einer abgewählten Partei eine mehrheitsfähige Koalition bilden können. Warum versuchen sie es nicht mit einer Minderheitsregierung?
    Die USA und ihre Alliierten haben den Ländern, denen sie Demokratie verordnet haben, ein anderes demokratisches System aufgezwungen, als sie es in ihren eigenen Ländern haben. Die demokratisierten Länder müssen mit einem Verhältniswahlrecht zurechtkommen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses System früher oder später zur Unregierbarkeit führt. Je mehr Parteien in einer Koalition vereinigt werden sollen, desto absurder werden die Kompromisse. In Koalitionsverträgen werden Rahmen festgezurrt, die eine flexibel an die Entwicklungen angepasste Politik nahezu unmöglich machen. Jeder Koalitionspartner versucht sein eigenes Profil herauszustellen und es ist keine klare Linie mehr zu erkennen. Niemand trägt Verantwortung für irgendetwas. Jedes Scheitern, jedes Versagen, wird einem Koalitionspartner in die Schuhe geschoben. Aber das ist nicht alles.
    Erinnern wir uns an die Bundestagswahl 1976
    Bei der Bundestagswahl am 3. Oktober 1976 erhielt die CDU/CSU mit dem Kandidat Helmut Kohl 48,6 Prozent der Stimmen. Dennoch regierte Helmut Schmidt in einer Koalition mit der FDP. Man könnte sagen, der Wählerwille wurde pervertiert. Ähnlich sieht es gerade in Berlin aus. Die CDU hat zwar keine absolute Mehrheit erreichen können, ist aber mit Abstand die stärkste Partei im Senat. Als gutgläubiger Demokrat könnte man meinen, diese stärkste Kraft sollte die Berliner Regierung anführen. Aber mit welchen Parteien könnte sie eine Koalition bilden, um mit einer Mehrheit regieren zu können? Da kann nichts vernünftiges herauskommen und so streiten sich jetzt zwei Parteien darum, die beide keine 20 Prozent Wählerzustimmung auf sich vereinen können, wer die Regierung anführen wird. Es steht zu befürchten, dass ein fröhliches weiter so Berlin noch tiefer in dem rot-grünen Sumpf versinken lassen wird.
    Jetzt hat die abgewählte Giffey ihre Fühler zu einer Koalition mit der CDU ausgestreckt. Was kann aber dabei herauskommen, wenn in der neuen Berliner Regierung wieder dieselbe Partei ein erhebliches Mitspracherecht hat, die die Bürger abgewählt, abgestraft haben. Noch dazu, wenn nur zwei Drittel der SPD-Mitglieder diese Koalition wollen? Wieviel Gewicht wird bei diesem Hintergrund der SPD zugemessen werden müssen, die ihre eigenen Mitglieder bei der Stange halten muss? Eines sollte da von Anfang an klar sein: Weder die CDU noch die SPD werden ihr eigenes Profil, ihre eigene Linie, während der Wahlperiode durchziehen können. Berlin wird weiterhin an faulen Kompromissen ersticken, die noch dazu in einem Koalitionsvertrag verbindlich festgeschrieben werden. Dazu kommt das mittlerweile obligatorische Hofieren der Grünen. Ein echter Fortschritt wird so unmöglich sein und alles wird im alten Brei so weitergehen, wie bisher.
    Es gibt einen Ausweg
    Warum werden in Deutschland Minderheitsregierungen gar nicht erst in Erwägung gezogen? Ich fürchte, die Antwort ist einfach: Weil das zu echten demokratischen Entscheidungen führen wird. Voraussetzung ist allerdings, dass das Grundgesetz auch in den Parlamenten wieder durchgesetzt wird. Der Fraktionszwang muss verboten werden. Jeder Abgeordnete darf nur noch seinem Gewissen folgen, wenn er an einer Abstimmung teilnimmt. Das ist der Sinn von Parlamentsabstimmungen und in diesem Sinn sind Minderheitsregierungen bestens regierungsfähig. Die stärkste Partei stellt die Regierungsmannschaft und besetzt diese mit geeigneten, qualifizierten Fachleuten,
    13 min

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das denk' ich auch