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  • Die Schule der Unfreiheit | Von Rüdiger Lenz
    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.
    Schule als Motor der Kapitalmaschine
    Schulen erfüllen eine wichtige Aufgabe. Nämlich die, junge Menschen zu frustrieren, so dass sie keine andere Möglichkeit mehr haben, als sich jede beliebige Ersatzbefriedung, die ihnen von der Industrie geboten wird, anzueignen und zu kaufen. Schule ist damit der Motor der Kapitalmaschine und nicht der, echter und wahrhaftiger Bildung. Echte und wahrhaftige Bildung ist immer individuelle Bildung und keine Massenabfertigung identischer Bildungsstoffe. Die Schule vermarktet auf längere Sicht Unfreiheit.
    Später kaufen wir dann als Erwachsene diese Ersatzdinge, durch die uns versprochen wird, dass sie Teil eines guten und zufriedenen Lebens sein. Schule hat den Zweck, dass wir kognitiv genau darauf hereinfallen, ein Leben lang. Der Zweck von Schulen ist nicht Bildung, sondern das Zerstören unseres natürlichen Bildungszugangs, zu dem ein jeder junger Mensch einen angeborenen Drang besitzt. Das, was Schule Bildung nennt, ist Verbildung. Echte Bildung verdrängt Herrschaft, Verführung und Unfreiheit. Echte Bildung ist das Schlimmste, was man dem derzeitigen politischen System antun könnte. Es würde in nur einer Generation in sich selbst zusammenfallen. Das ist der einzige Grund dafür, weswegen aufgeweckte kluge und verbildungsresistente Menschen von diesem politischen System verfolgt und finanziell ruiniert werden. Schule versucht, uns alle zu Menschen zu machen, die ihre inneren Fertigkeiten an eine konstruierte Außenwelt verhökern. Wir sollen auf gar keinen Fall mitbekommen, was auf der Pyramidenspitze Phase ist.
    Wir alle müssten darüber nachdenken, was wir da eigentlich treiben und welchen Zwecken und Bedürfnissen wir da auf den Leim gegangen sind. Konsum oder Konsumismus bedeutet nicht etwa bloß, Dinge zu kaufen, die wir scheinbar so dringend benötigen. Konsumismus bedeutet auch, dass wir eine Ideologie angenommen haben, die uns in unsere Bedürfnisketten legt und uns krank machen. Je älter wir dabei werden, desto enger binden wir uns an diese Ersatzdinge. Wir festigen dann auch unsere inneren Haltungen danach, die dann zu einem Verhalten werden, das wir die Realität, die Wirklichkeit und oft auch die Wahrheit nennen.
    Normopathische Epochen
    Wir entmenschlichen dabei, Stück für Stück und bürden diese von uns konstruierte Welt allen nachfolgenden Generationen auf. Das nennen wir dann eine Gesellschaft und häkeln um diese herum dann Gesetze, die diesen widersinnigen Befriedigungen gerecht werden. Wir, als Gesellschaft, rennen dann, Lemmingen gleich, diesen konstruierten Wahnvorstellungen hinterher und bemerken nicht mehr, dass wir meterdicke Schutzwälle um unseren dadurch unterdrückten Wesenskern gebaut haben. Wilhelm Reich nannte das den Charakterpanzer. Das nennen wir dann Werte, doch in Wahrheit ist es der Drang, einer Norm hinterherzurennen. So entstehen normopathische Epochen in ganzen Gesellschaften, in denen eine Norm der anderen folgt, jahrhundertelang. Das ist kein neues Wissen. Im Grunde kennt und weiß das fast jeder. Ein ganz eigener Markt von Rattenfängern hat sich aufgemacht, den Menschen zu versprechen, dass sie Ideen vom besseren Leben besitzen. Zunächst waren es die Religionen, dann die Staaten. Heute sind es milliardenschwere Zusammenballungen von schwerreichen Unternehmern, gepaart mit sehr alten Ideologien, die einen neuen Menschen versprechen.
    Das Rad, dass sich hier wie von selbst dreht, dreht sich um die konstruierte Verbildung im Kreis, die zum Ziel hat, den einzelnen Menschen seine natürliche Wissbegier auszutreiben. Wenn man bedenkt, dass achtundneunzig Prozent der Menschen hochbegabt zur Welt kommen, dann fragt man sich schon, wo die sind, wenn die erwachsen geworden sind. Die Antwort ist ernüchternd. Nach Schulabschluss haben ihre Hochbegabung nur zwei Prozent nicht verloren. Das hört sich zunächst nach einer kleinen Rettung des menschlichen Potenzials an.
    18 min
  • Ein Sittengemälde des Mainstream-Journalismus | Von Redaktion Hintergrund
    Ein Kommentar der Redaktion des Nachrichtenmagazins hintergrund.de
    Zum Ende des Jahres schauen wir in einer Art Sonderausgabe der Medienrundschau erneut auf einen Fall, der den Zustand des Journalismus in Deutschland besonders deutlich vor Augen führt. Es geht um Patrik Baab, der sich mit Investigativ-Recherchen einen Namen gemacht hat. In diesem Jahr geriet er aus verschiedenen Gründen selbst in den Fokus der Berichterstattung. Es geht um seinen Anspruch an Journalismus, den aktuellen NDR-Skandal rund um das Landesfunkhaus Kiel, eine Reise in die Ukraine und einen anstehenden Gerichtsprozess.
    Die Geschichte um Patrik Baab ist eine Erzählung ins (vermeintlich) Offene. Der erfahrene Investigativreporter, der viele Jahre als NDR-Redakteur arbeitete, lässt sich nicht mundtot machen, schon gar nicht canceln. Er geht gegen die Angriffe vor und klagt gegen die Christian-Albrechts-Universität Kiel. Die hatte ihm nach denunziatorischer „Berichterstattung“ durch einen der Wortführer im deutschen Haltungsjournalismus von jetzt auf gleich einen Lehrauftrag entzogen. Dagegen klagt er nun. Im Folgenden erzählen wir in vier Akten die wahre Geschichte eines wahren Journalisten im Jahr 2022.
    Es geht um ein Lehrbuch zum Recherchieren, den Skandal um politisch gefärbte Berichterstattung im NDR-Landesfunkhaus Kiel, Baabs Recherchereise nach Russland und in die Ukraine sowie eine Klage gegen den Widerruf des Lehrauftrags, die jetzt kurz vor Weihnachten beim Verwaltungsgericht Schleswig eingereicht wurde.
    Die Klage sowie weitere Dokumente rund um den Widerruf des Lehrauftrags der Uni Kiel liegen uns vor. Zudem stützen wir uns auf eine Aussage Baabs im Rahmen der versuchten Aufklärung des NDR-Skandals, die vor wenigen Tagen auf der Website des Europaabgeordneten der Piratenpartei veröffentlicht wurde. Natürlich haben wir auch in Baabs Buch „Recherchieren“ geschaut. Es sei kritischen Journalisten als Lehrbuch sehr ans Herz gelegt, kann aber auch als Kritik an der Gegenwart des (politischen) Journalismus gelesen werden.
    Erster Akt: Das Buch
    Für Patrik Baab ist Recherchieren die Kerntätigkeit eines jeden Journalisten. Sie ist die Basis der Kritik an der herrschenden Meinung. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte er Anfang des Jahres sein Buch. Darin schreibt er nicht nur über das Handwerkszeug des recherchierenden Reporters, sondern er kritisiert auch ausführlich die aktuellen Verhältnisse in den Massenmedien. Ein prägnantes Zitat soll seine Position verdeutlichen:


    „Auf eine sehr beredte Art wird der neoliberale Gesinnungsjournalismus zu einem Schweigekartell. Die Presse fordert offenbar nichts mehr ein von der Politik. Stattdessen verkündet sie den Menschen andauernd, dass sie ‚alternativlos‘ in der besten aller möglichen Welten leben. So haben sie selbst dazu beigetragen, den öffentlichen Debattenraum auf die alternativlose Fortführung des Bestehenden mit allen seinen Missständen zu verengen. Politische Maßnahmen fokussieren nur noch auf einige systemimmanente Auswüchse, die grundlegenden Fragen werden ins Reich der Verschwörungstheorien verwiesen.“1

    Wer so etwas schreibt, dürfte nicht mehr angehende Journalisten ausbilden, wie Baab dies an zwei Hochschulen bis Mitte dieses Jahres getan hat. Diese Meinung vertritt zumindest relativ unverhohlen Volker Lilienthal, Inhaber der „Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus“2 an der Universität Hamburg. Seine Rezension3 des Baab-Buches gibt vor, was später geschieht: Baab wird sein Lehrauftrag entzogen. Professor Lilienthal stört sich am politisch gefestigten Standpunkt Baabs, der an der deutschen Medienlandschaft kein gutes Haar lässt.
    16 min
  • Warum werden die Kinder krank? | Von Felix Feistel
    Ein Standpunkt von Felix Feistel.
    Die Bundesrepublik wird wieder einmal von einer schweren Krankheitswelle erfasst. In den Krankenhäusern herrscht, zumindest Medienberichten zufolge, Ausnahmezustand. Nun ist das Vertrauen in die Medien, was ihre Berichterstattung über überfüllte Krankenhäuser, schwerwiegende Atemwegsinfektionen und sterbende Kinder angeht seit 2020 ein bisschen angeschlagen. Denn bei Corona haben die Medien vollkommen übertrieben, haben Fake News über eine grassierende Seuche verbreitet, die es in dieser Form schlicht nicht gab, und auf diese Weise Angst geschürt und dem Faschismus zum erneuten Aufstieg verholfen.
    Nehmen wir trotzdem einmal an, die derzeitige Berichterstattung über die extreme Zunahme an Erkrankungen von Kindern am Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) entsprechen der Wahrheit. Dann sieht es in der Tat dramatisch aus. Die Kinderkrankenhäuser sind überfüllt, die Intensivstationen vollkommen überlastet mit erkrankten Kindern, die dringender Behandlung bedürfen. Eine Infektion mit einem RSV betrifft in der Regel die unteren Atemwege, und kann gerade bei Kindern zu schweren Erkrankungen führen, die zu Atemnot und Dehydrierung führen können. Es ist also gerade für Kinder durchaus eine Krankheit, die ernst genommen werden muss. Die Medien berichten derzeit davon, dass Kinder sterben, weil sie in den überfüllten Krankenhäusern nicht mehr versorgt werden können. Es scheint als seien momentan mehr Kinder  als sonst betroffen, und das ist durchaus ernst zu nehmen und wirft die Frage auf, was die Ursache dafür sein könnte.
    Diese ist seitens der Ärzteschaft und der Propagandamedien, und ja, auch der Politik, schnell ausgemacht. Grund für die vielen Infektionen seien die Coronamaßnahmen, vor Allem Lockdown, Abstand und Masken, welche das Immunsystem der Kinder so lange Zeit vor Viren geschützt hätten, dass ihr Immunsystem jetzt nicht mehr im Training sei, und daher vollkommen überfordert mit dem plötzlichen Ansturm von Viren. Das berichten übereinstimmend die Propagandamedien. Doch einiges passt nicht so recht zusammen.
    Etwa in diesem (1) Beitrag des NDR wird berichtet, dass nun gleich drei Jahrgänge von Kindern, die aufgrund der Maßnahmen bisher wenig mit Viren in Kontakt gekommen seien, den Viren schutzlos ausgeliefert seien. Gleich darauf wird von einem einjährigen Kind berichtet, das erkrankt sei und von einem vollkommen überlasteten Krankenhaus in ein anderes überführt werden musste. Der aufmerksame Zuschauer wird sich jetzt fragen: Moment mal. Ein einjähriges Kind? Welche Maßnahmen soll das denn mitbekommen haben? Lockdown, Maske und Abstand sind an diesem Kind vollkommen vorbeigegangen. Auch profitiert ein neu geborenes Kind noch lange von dem Immunsystem der Mutter.
    Auch das ZDF (2) erklärt den Anstieg der RSV-Infektionen unter Kindern damit, dass insbesondere Kleinkinder nun Infektionen nachholen, die sie aufgrund der Coronamaßnahmen nicht durchmachen konnten. Und wieder stellt sich die Frage: Wie bitte? Kleinkinder waren von jeder Maskenpflicht ausgenommen, und der Lockdown ist schon ungefähr 2 Jahre her. Die Kinder hätten also jede Chance gehabt, Infektionen durchzumachen.
    Nutzlose Maßnahmen
    Doch es wird auf die Coronamaßnahmen rekurriert, ohne, dass das nur ansatzweise hinterfragt wird.  Denn, so der allgemeine Glaube, die „Coronamaßnahmen“ haben uns vor einem gefährlichen Virus geschützt, indem sie die Infektionen verhindert haben. Das jedoch ist nachweislich niemals der Fall gewesen. Die Maßnahmen waren niemals in irgendeiner Weise dazu geeignet, Infektionen zu verhindern, wie schon seit dem Jahr 2020 wissenschaftlich nachgewiesen, und seitdem vielfach bestätigt worden ist. So wurde mehrfach bewiesen, dass Masken, egal welchen Typs, keinen Nutzen (3) im Hinblick auf die Vermeidung von Infektionen haben. Sogar das Gegenteil (4) ist der Fall: Je mehr Masken getragen wurden, desto mehr Covid-Tote hat es gegeben.
    19 min
  • Der Krieg in der Ukraine und der Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen – Teil 2 | Von Peter Frey
    Ein Standpunkt von Peter Frey.
    Drei Ziele waren es, die Russland für seinen Krieg gegen das NATO-verbündete Kiewer Regime definiert hatte: Zum ersten der Schutz der russischen Ethnie in der Ostukraine, gefolgt von der Entmlilitarisierung der Ukraine und der Entfaschisierung des ukrainischen Machtapparates. Entscheidend aber war der erste Aspekt. Es drohte ein Vernichtungskrieg gegen die Lugansker und Donezker Republik, und dies veranlasste den Kreml, aktiv in den Ukraine-Konflikt einzugreifen. Ein wenig beachteter Teilaspekt dabei ist jener der Ressourcen.
    Wasser zum Zweiten
    Der Wasserreichtum des Dnepr ist in der Region einzigartig und für die Krim von größter Bedeutung. Doch außerdem wissen die meisten Zeitgenossen nicht, dass neben der Krim auch der Donbass seit jeher unter Wassermangel leidet.
    Die Lugansker- und Donezker Region haben ein kolossales Wasserproblem! Der Donbass ist, auch aufgrund des eher trockenen Klimas ein wasserarmes Gebiet und von steppenartigen Landschaften geprägt (13). Donbass und Krim sind die trockensten Gebiete der Ukraine (gewesen) (14). In sowjetischen Zeiten wurde dieses Problem durch ein komplexes System von Wasserkanälen gemildert. Das Wassereinzugsgebiet dieser Regionen wird weniger vom Dnepr sondern von dem weiter östlich gelegenen Don und dessen Nebenflüssen geprägt (b1):

    Der Don entspringt etwa 200 Kilometer südlich von Moskau und mündet nach seinem stark mäandrierenden, über 1.700 Kilometer langen Verlauf bei Rostow in das Asowsche Meer. Der Höhenunterschied von der Quelle zur Mündung beträgt gerade einmal 190 Meter. An seiner Mündung durchfließen ihn etwa 935 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das Wasser des Don versorgt ein Gebiet von über 420.000 Quadratkilometern (15). Das ist eine deutlich größere Fläche als die der gesamten Bundesrepublik Deutschland.
    Auf der obigen Karte sind die beiden größten und wasserreichsten Nebenflüsse des Don eingezeichnet: der fast 1.000 Kilometer lange Chopjor (Khopyor) und der noch größere Sewerskij Donez, allgemein einfach nur Donez (Donets) genannt (16). Dieser Donez ist von enormer Bedeutung für den Donbass, für Lugansk, Donezk (daher auch der Name der Stadt) und schließlich auch Mariupol. Schauen wir uns den Verlauf des Donez bis hin zu seiner Mündung in den Don an (b2):

    Wir erkennen, dass der Donez in Russland entspringt, dann in ukrainisches Gebiet eintritt, um östlich von Charkow kurz nach Südwesten abzubiegen. Stark mäandrierend bewegt er sich schließlich wieder gen Südosten, wo er im Lugansker Gebiet wieder das russische Territorium erreicht.
    Weiter oben wies ich darauf hin, dass ein entscheidender Grund für die russische Stoßrichtung auf Cherson die Wiederherstellung der Wasserversorgung für die Krim war. Hier nun behaupte ich, dass einer der Gründe für den Vorstoß auf Charkow darin bestand, die Wasserversorgung für Lugansk, Donezk und Mariupol sicherzustellen.
    Es bedarf keiner besonderen Auffassungsgabe, um zu erkennen, dass die russische Armee das erste Ziel offenbar nachhaltig erreicht hat, das zweite jedoch mitnichten. Deshalb lässt sich der Verlust der Gebiete östlich und südostlich von Charkow für die russische Armee in operativer und taktischer Hinsicht wohl verschmerzen. Aus strategischer Sicht ist es jedoch ein Desaster. Bis zum heutigen Tag werden die Menschen aus dem Donbass nicht nur durch den terroristischen Beschuss der Kiewer Militärs vertrieben, sondern auch weil es viel zu wenig Wasser gibt.
    Von besonderer Bedeutung ist der Donez-Donbass-Kanal. Er zweigt etwa 100 Kilometer südöstlich von Charkow in der Nähe der Stadt Slawjansk ab, verläuft teilweise unterirdisch,
    15 min
  • KBV-Daten belegen starke Zunahme schwerer Erkrankungen 2021 | Von Paul Schreyer
    Todesursachenstatistik wirft Fragen auf
    Ein Standpunkt von Paul Schreyer.
    Der Veröffentlichung der Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) durch die AfD am 12. Dezember folgten verschiedene, einander widersprechende Dementis sowie zahlreiche Faktenchecks großer Medien. Tenor: Die AfD hat die Zahlen falsch analysiert, einen massiven Anstieg plötzlicher und unerwarteter Todesfälle hat es nicht gegeben. Doch die KBV-Daten enthalten anderes, bislang nicht diskutiertes, brisantes Zahlenmaterial, das auch das Paul-Ehrlich-Institut unter Druck setzt. Zudem wirft die am 16. Dezember vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Todesursachenstatistik für das Jahr 2021 Fragen auf.
    Zunächst ein kurzer Blick auf die Medienberichterstattung zum Thema. Den Grundton der Analysen setzte die WELT am 13. Dezember mit dem Artikel „Die falschen Horrorzahlen der AfD“. Daran orientierten sich die meisten anschließend veröffentlichten Faktenchecks, wie etwa von der Nachrichtenagentur dpa („Sterbefall-Anstieg erfunden“), von Correctiv, der Tagesschau oder vom ZDF („Logiklücke statt Impftote bei der AfD“).
    Eine solche eher parteipolitisch gefärbte Einordnung der Zahlen fiel, unabhängig von den Fakten, wohl vor allem aus zwei Gründen auf fruchtbaren Boden: Zum einen passte sie zum gängigen Blick auf die AfD in Politik und Medien, wonach dieser Partei zu misstrauen sei, da sie grundlos die Bevölkerung aufhetze, zum anderen stützte sie das weiterhin bestehende Tabu, die Impfung grundsätzlich in Zweifel zu ziehen. Da praktisch alle etablierten Akteure die Massenimpfung von Anfang an – und bis heute – unterstützt haben, gibt es weiterhin, abgesehen von Einzelpersonen, so gut wie keine Institution mit Einfluss in der Gesellschaft, die ein Interesse daran hat, schwere Gefahren zu thematisieren oder gar einen Stopp der Impfkampagne zu fordern.


    Fast jeder Verband, fast jede Partei, fast jedes Medium ist kompromittiert.

    Wie verlässlich sind die Daten?
    In dieser Stimmungslage ging denn auch weitgehend unter, dass nicht die AfD Daten gefälscht oder fehlinterpretiert hatte, sondern dass die KBV die angefragten Daten falsch gefiltert lieferte (die Tagesschau kommentierte dazu: „Alles nur ein großes Missverständnis? Danach sieht es aktuell zumindest aus.“) Im Bundestag echauffierten sich Abgeordnete von SPD und CDU dennoch, der Datenanalyst Tom Lausen, der die Zahlen der KBV ausgewertet hatte, sei ein „Datenverfälscher“, „Pseudosachverständiger“, „Scharlatan“ und „Datensalafist“. Wollte man hier die Gelegenheit nutzen und einen unbequemen Sachverständigen (Lausen sprach mehrfach im Gesundheitsausschuss) für die Zukunft ausgrenzen?
    Die vorliegenden KBV-Daten, wie sie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Erwiderung auf die AfD-Veröffentlichung in der vergangenen Woche
    19 min
  • Ukraine will NATO-Kriegsbeteiligung um drohende Niederlage zu verhindern | Von Rainer Rupp
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Laut Eigenwerbung des britischen Nachrichtenmagazins „The Economist“ erklären in der aktuellen Ausgabe „Wolodimir Selenskij und seine Generäle, warum der Krieg in der Schwebe hängt“. „Der Winterkrieg“ lautet der Aufmacher auf dem Titelblatt der am 17. Dezember erschienenen Ausgabe des weltweit gelesenen Magazins. Der Titel der Ausgabe spielt zwar auf den Krieg zwischen Finnland und der Sowjetunion zwischen 1939 und 1940 an, aber im Heft geht es hauptsächlich um drei Interviews „mit den Männern, die die Reaktion der Ukraine auf die russische Aggression gestalten“, so der Economist. Interviewt wurden neben Präsident Selenskij und General Saluschnij auch noch der Chef der ukrainischen Landstreitkräfte, General Oleksandr Sirskij.
    Außer der Forderung nach noch mehr Geld und Waffen sagte Selenskij nichts, was besonders erwähnenswert ist. Und seine Generäle Saluschnij und Sirskij strahlen nicht gerade große Zuversicht aus. Noch vor kurzem hatten sie sich gebrüstet, von den Russen Territorium zurückerobert zu haben und den Krieg zu gewinnen. Aber in ihren Interviews, braucht man nicht sehr tief zwischen den Zeilen zu graben, um zu erkennen, dass zumindest die militärische Führung der Ukraine den Ernst der Lage erkannt hat und darüber sehr besorgt ist. Am deutlichsten hat das der bullige, selbstbewusste General Saluschnij ausgesprochen, der – wie Pressefotos gezeigt haben - an einem metallenen Armband ein silbernes Hakenkreuz trägt.
    Im Interview hat General Saluschnij ohne Umschweife erklärt, dass er


    * 700.000 Männer in Uniform hat, aber nur 200.000 von ihnen eine Kampfausbildung haben. Das ist genau das, was der US-Militärstratege Douglas McGregor vor kurzem gesagt hatte, dass tatsächlich nur nämlich noch 190.000 Mann der ukrainischen Armee tatsächlich kämpfen können.
    * Saluschnyj bestätigt auch, dass der ukrainischen Armee die Munition ausgeht.
    * Auch die schweren Waffen seien knapp geworden und er brauche dringend 300 Panzer, 500 Artilleriegeschütze und 800 Schützenpanzer.
    * Dass er mit den beiden Brigaden, die ihm zu diesem Zweck in der Region zur Verfügung stehen, keine Offensive in Richtung Melitopol durchführen kann.
    * Er spricht davon, dass seine Armee blutet.
    * dass "die russische Mobilisierung erfolgreich war, … dass das russische Militär seine Stärke gezielt und effektiv aufbaut".
    * Er war sich sicher, dass die Soldaten, die in Russland mobilisiert wurden, zweifellos kämpfen werden
    * dass die Russen bei Bedarf relativ schnell eineinhalb Millionen Mann zusätzlich mobilisieren können.
    * Er ist sich auch sicher, dass es eine große russische Winteroffensive geben wird. Er glaubt offenbar, dass das im Februar passieren wird, während der ukrainische Verteidigungsminister Reschnikow davon ausgeht, dass die russische Offensive bereits im Januar beginnt.

    Dann warnte er, wenn der Westen nicht bedeutend mehr moderne Waffen und Material liefert, dann könnte schon bald der Moment gekommen sein, an dem er vor seinen ukrainischen Soldaten die Art von Ansprache halten müsse, die der finnische General Gustaf Mannerheim, Befehlshaber des finnischen Militärs im Winterkrieg im März 1940 an seine Truppe gerichtet hatte, nachdem Finnland von der Sowjetunion besiegt worden war.
    In dieser Rede hatte Mannerheim gesagt, dass Finnland von den Armeen einer Großmacht überwältigt worden sei und dass das eigene Militär nicht mehr in der Lage war, effektiven Widerstand zu leisten, weil die Russen an Soldaten, Waffen und Material haushoch überlegen waren. Hauptsächlich aber sei die verzweifelte Lage der Finnen deshalb entstanden, weil die von England und Frankreich versprochene Hilfe nicht gekommen war.
    11 min
  • Sicht aus dem „Globalen Süden“ | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Im heutigen Beitrag will ich zunächst kurz anknüpfen an frühere PodCasts, immer um die alternative Sicht von außerhalb des westlichen Medien-Narrativs  darzustellen. Dann geht es um den erneuten Regime-Change-Versuch im Iran, die Eurasische Wirtschaftsunion und schließlich doch noch einmal um den Ukraine-Krieg, um zu zeigen, wie die Eskalation durch den „Globalen Süden“ interpretiert wird, und was man dort aus der Geschichte lernt. Wie üblich lesen Sie zusätzliche Informationen im Anhang.
    China – Iran – Saudi-Arabien
    Ich hatte schon über einen bevorstehenden Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Saudi-Arabien berichtet. Aber die Erwartungen an eine Annäherung wurden durch die Vereinbarungen noch übertroffen, wie Matthew Ehre erklärt. (1) Interessant in seinem Bericht ist, dass er herausarbeitet, wie wichtig die Rolle des Irans für die Beziehungen zwischen China und Saudi-Arabien ist.
    Er stellt fest, dass der Iran nicht nur ein wichtiger Akteur in der der Eurasischen Partnerschaft sei, der als strategischer Knotenpunkt für die Südroute der chinesischen Belt and Road Initiative (BRI) dient, sondern auch ein Eckpfeiler des von Russland, dem Iran und Indien geführten Internationalen Nord-Süd-Verkehrskorridors (INSTC), der zu einer wichtigen Kraft geworden ist, und Synergien mit der BRI schaffe. (5)
    Im Verlauf des weiteren Artikels erklärt der Autor dann die Einzelheiten von Milliarden-Investitionen und Kooperationen, sowie die Wichtigkeit des beabsichtigten Ausbaus der Interkonnektivität von Wirtschaftsregionen, welche in meinen früheren PodCasts auch schon besprochen wurden.
    Iran - RegimeChange
    Aber kommen wir nun zum Iran selbst. Während ich im vorletzten PodCast die Meinung von Dr. Hossein Pur Khassalian wiedergab, einem Exiliraner, der vor der Schah-Diktatur geflüchtet war,  möchte ich noch einmal auf die Meinung eines erfahrenen indischen Ex-Diplomaten, M. K. Bhadrakumar hinweisen. (2)
    Er schreibt, dass der schon mehrfach gescheiterte RegimeChange diesmal ernsthaftere Folgen haben könnte. Die seit Mitte September andauernden Unruhen im Iran nach dem Tod einer kurdischen Frau in Polizeigewahrsam zeigen seiner Meinung nach bisher keine Anzeichen einer Abschwächung. Die Unruhen seien von allen Gesellschaftsschichten unterstützt worden und hätten regierungsfeindliche Züge angenommen. Die Wirksamkeit der Unterdrückung der Unruhen sei zweifelhaft.
    Die Regierung sehe zwar keine unmittelbare Bedrohung, scheine sich aber der Notwendigkeit bewusst zu sein, die Hidschab-Politik anzugehen, um die Demonstranten zu beruhigen. Während die Proteste weitergingen, seien viele Frauen in den Städten des Irans, insbesondere in Teheran, ohne Kopfbedeckung auf der Straße. Was aber von anderen Beobachtern schon seit geraumer Zeit berichtet wird.
    Es gebe eine lange Geschichte, in der westliche Länder die öffentlichen Unruhen im Iran angeheizt hatten, schreibt der Autor. Das westliche Kalkül ziel auf einen Regimewechsel ab, aber merkwürdigerweise signalisiere Washington auch Interesse an einer Annäherung an Teheran unter bestimmten Bedingungen, die die Außen- und Sicherheitspolitik des Regimes im gegenwärtigen internationalen Umfeld betreffen.
    Der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian habe am Montag ausdrücklich erklärt, dass die USA und eine Reihe anderer westlicher Länder Unruhen angezettelt hätten, weil "eines der Ziele der USA darin bestand, den Iran zu zwingen, am Verhandlungstisch große Zugeständnisse zu machen", um das JCPOA wiederzubeleben. Amirabdollahians Bemerkung sei eine Antwort auf die „Megaphon-Diplomatie“ von Rob Malley, dem US-Sondergesandten für den Iran, gewesen. (12)
    Malley habe zugegeben, dass die Regierung Biden an den laufenden Protesten im Iran beteiligt ist. (9) Wichtig sei, dass er auch andeutete, dass, obwohl der Iran eine Reihe schicksalhafter Entscheidungen getroffen hat,
    22 min
  • Die Wahrheit ist eine Frage der Perspektive – Beleuchtung unterschiedlicher Narrative im Ukraine-Konflikt | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Im Ukraine-Konflikt stehen sich zwei Narrative diametral gegenüber:
    Für den Westen ist das Referendum auf der Krim vom 16. März 2014 eine völkerrechtswidrige Annexion, für Russland eine völkerrechtskonforme Sezession. Der Angriff auf die Ukraine vom 24. Februar 2022 wird vom "Kollektiven Westen" als völkerrechtswidriger Angriffskrieg gesehen, der keinesfalls zufolge gezielter Provokationen Russlands ausgelöst wurde. Im Gegensatz dazu spricht Präsident Putin von der Notwendigkeit dieser "speziellen Militäroperation zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine". Deren Ziel es sei, jene Menschen zu schützen, die seit acht Jahren den Schikanen und dem versuchten Völkermord durch das Kiewer Regime ausgesetzt sind.1)
    Beide Sichtweisen bilden sicherlich nur jeweils einen Teil der Wahrheit ab. Um die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen, ist es unabdingbar, dass sich alle Konfliktparteien jeweils auch mit den Sichtweisen ihrer Gegner ernsthaft auseinandersetzten und bereit sind, die unterschiedlichen Positionen nüchtern zu analysieren und versuchen, die Gründe für den nun tobenden Krieg mit der Bereitschaft eines Standortwechsels zu verstehen. Schon im römischen Reich, das alles andere als eine vorbildliche Demokratie war, galt stets als Handlungsprinzip die weise Erkenntnis des Philosophen Seneca ( 4 vor Chr. Bis 65 n Chr.): "Audiatur et altera pars"2) (man höre immer auch die andere Seite an!). Deutschland scheint allerdings auf die Anwendung des Artikels 103 / Absatz 1 im geltenden Grundgesetz bewusst zu verzichten. Dieser besagt: „Vor Gericht hat jedermann Anspruch auf rechtliches Gehör“. In der gesellschaftlichen Praxis ist von diesem Handlungsprinzip offensichtlich nicht viel mehr übrig geblieben. Frieden aber ist nur auf Basis eines verantwortlichen Umgangs mit diesem Grundrecht möglich, das jegliche Parteilichkeit und Vorverurteilung ausschließt.
    Im Sinne einer der Menschheit dienenden Zukunft ist im gegenständlichen Fall ein objektiver Rückblick unerlässlich. Am 7. Dezember 2022 beschrieb NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in der "Financial Times" die Entwicklung seit 2014. Demnach haben die NATO-Verbündeten – vor allem die Vereinigten Staaten, Kanada und das Vereinigte Königreich – die Ukraine über viele Jahre hinweg unterstützt, insbesondere seit 2014, so dass die ukrainischen Streitkräfte im Februar 2022 viel größer, viel stärker und viel besser ausgerüstet sind als beim ersten Einmarsch Russlands im Jahr 2014. Diese Unterstützung der Ukraine geschah nach Stoltenberg vor der Erkenntnis,


    „...dass ein Sieg Putins nicht nur für die Ukrainer eine Tragödie, sondern auch für uns alle sehr ernst wäre. Es wird die NATO-Verbündeten verwundbarer und die Welt gefährlicher machen, und deshalb können wir nicht zulassen, dass Präsident Putin gewinnt.“3)

    Vor diesem Hintergrund begann 2014 die Umgestaltung der NATO. Zugleich wurde die militärische Präsenz der NATO im östlichen Teil des Bündnisses mit Verbänden verstärkt, die eine hohe Gefechtsbereitschaft aufwiesen. Zusätzliche Truppen wurden verlegt, die Zahl der Kampfgruppen im östlichen Teil des Bündnisses verdoppelt. Stoltenberg in seiner finalen Analyse:


    „Zum ersten Mal in unserer Geschichte verfügen wir über Gefechtsverbände im östlichen Teil des Bündnisses. Wir haben Zehntausende von Truppen unter dem Kommando der NATO, die von einer bedeutenden Luft- und Seestreitmacht unterstützt werden…. Der Krieg begann nicht am 24. Februar dieses Jahres, sondern 2014.  Und das Paradoxe ist, dass Präsident Putin genau das Gegenteil von dem bekommt, was er wollte. Er ist in den Krieg gezogen, um weniger NATO zu bekommen. Was er bekommen hat, ist mehr NATO. Mehr NATO-Militärpräsenz im östlichen Teil des Bündnisses, mehr NATO-Mitglieder, Finnland und Schweden treten der NATO als unmittelbare Folge von Russlands brutalem Krieg bei,
    29 min
  • Das konspirative Manifest | Von Anonym
    Ein Standpunkt von Anonym.
    So wie es »die Linken« als territoriale oder handlungsfähige Verbindung gar nicht gibt, gibt es auch nicht »die Rechten« oder »die Reichsbürger«. Atmen wir gemeinsam durch: Es gibt nur noch den menschenfeindlichen Apparat einerseits und uns, das Volk, andererseits, nichts anderes. »Es wird [aber] unermüdlich und methodisch an der Zwietracht gearbeitet, damit jeder an seinem Platz bleibt« – und Corona-Lüge wie Kriegstreiberei abgespult werden können.
    »Das Konspirationistische Manifest« ist Grundlagentext unserer Gegenverschwörung: Als es dieses Jahr in Frankreich erscheint, löst es Protestwellen im Establishment aus. Nun erscheint dieser Tage die Analyse des weltbekannten unsichtbaren Autorenkomitees aus Frankreich in deutscher Originalübersetzung im Verlagshaus Sodenkamp & Lenz Berlin. Die Übersetzung des Werkes entstand in eingehendem Kontakt mit den Autorinnen und dem Pariser Verlag.
    Wir wollen uns rächen. Uns rächen für die zwei Jahre weißer Folter. Für den Impfzwang. Für die Toten, die wir nicht bestatten konnten. Für die verlorenen, ramponierten oder unter Beruhigungsmitteln stehenden Freunde. Für die anwachsende Wüste. Für das erzwungene Schweigen. Für die galaktischen Lügen, die man uns schlucken ließ. Für die Beleidigungen der Logik. Für die vernarbten Hiebe auf unsere Empfindsamkeit. Für die ohne Vorwarnung verlassenen Alten, und für die grundlos misshandelten Kinder.
    Uns rächen für die verhunzte Erde und die siechenden Ozeane. Für die bewundernswerten Menschen, die von der Maschine des Fortschritts zermalmt wurden, und für die Heiligen, die im Irrenhaus landeten. Für die ermordeten Städte und das vitrifizierte Land. Für die Beleidigung dieser Welt und für alle Welten, die nicht kamen. Für alle Besiegten der Geschichte, deren Namen nie gefeiert werden.
    Uns rächen für den Dünkel der Mächtigen und die bodenlose Dummheit der Manager. Für die Gewissheit, dass sie alle ihr gutes Recht haben, die anderen zu zertrampeln. Für die Schamlosigkeit, mit der sie ihren betrügerischen Elan fortführen wollen. Für das Wanken, den Zweifel und die Ohnmacht, die sie in uns zu wecken vermochten. Man erkennt in dieser Epoche die Mistkerle daran, dass sie nie sagen, was sie wollen, dass sie sogar vorgeben, nichts zu wollen, und dass übrigens niemand jemals etwas will. Und das bildet die Voraussetzung für all ihre kleinen, nicht enden wollenden Machenschaften.
    Wir wollen uns rächen und wir haben einen gelassenen, besonnenen Hass, keinen schäumenden. Übrigens rächen wir uns bereits. Eine gute Rache ist immer heilsam. Das ist das beste Gegenmittel gegen Ressentiment. Ressentiment ist nichts anderes als Rache, die man aufgeschoben hat. Revolutionäre, sagte Walter Benjamin, »nähren sich an dem Bild der geknechteten Vorfahren, nicht am Ideal der befreiten Enkel«. Die Kosmokraten weisen uns immer wieder auf die Zukunft hin, ob apokalyptisch oder zauberhaft, um uns von ihren vergangenen Verbrechen abzulenken, auf denen ihre gegenwärtige Macht beruht. Wir wissen, wer sie sind. Wir haben sie seit Jahrtausenden bei ihrem Handeln beobachtet.
    Wir sind das angesammelte Wissen von Generationen, möglicherweise der gesamten Spezies. Den Schlag, den sie uns mit ihrem konvergierenden NBIC-Programm versetzen, haben sie uns schon hundertmal versetzt. Im 17. Jahrhundert war die »Verbesserung der Erde« das große Projekt und die moralische Rechtfertigung für die Kolonisierung Amerikas und das Abschlachten der Indianer. Die »Wilden« waren vielleicht schön, weise und faszinierend, aber sie waren nicht effizient genug, um ein solch schönes Fleckchen Erde zu verdienen. Wenn man sich das Ergebnis in Bezug auf das besagte Land ansieht, kann man sich vorstellen, welche Verwüstung die transhumanistische »Verbesserung der Menschen« verspricht. Es ist keineswegs ein Paradoxon, dass die bösartigsten Menschen immer behaupten,
    22 min
  • Die Wurzel allen Übels | Von Thomas Fiedler
    Ein Kommentar von Thomas Fiedler.
    Inmitten einer auseinanderfallenden Welt und angesichts des Griffs einer Handvoll megareicher Psychopathen nach der absoluten Macht über alles Leben auf diesem Planeten stellt sich die große Frage:


    Wie konnte es so weit kommen? Was ist die Ursache von alledem?

    Bei der Suche nach einer Antwort begegnet man den vielfältigsten Erklärungen, die teilweise sehr tiefgründig und detailliert einzelne Bereiche unserer Gesellschaft beleuchten und so Teile dieser gigantischen Maschine des Wahnsinns sichtbar machen. Diese Maschine des Wahnsinns, die wir Gesellschaft nennen und dessen Mechanik sich in Form von Gesetzen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten manifestiert, scheint geradezu automatisch zu funktionieren und wie von selbst auf den Abgrund zu zu rasen. Aber, auch wenn immer mehr von dieser Gesellschaft automatisiert wird, auch im Hinblick auf die gigantischen Umwälzungen durch den Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz zur Steuerung gesellschaftlicher Abläufe, stehen jedoch hinter jeder Maschine letztlich immer wieder Menschen. Und deren Motivationen treiben diese Maschine an.
    Ein jeder von uns hat letztlich auch auf der individuellen Ebene auf die eine oder andere Weise eine Art Maschine am Laufen, die aus den ganzen Arrangements besteht, die man so für sein Leben einrichtet. Dazu gehören der Job, der Lebensraum, Versicherungen, Verträge, Testamente, mit Erwartungen belegte Nachkommenschaft, das (vermeintliche) Privateigentum und so weiter. Und die Mächtigen unter uns haben da noch ihre Netzwerke, ihr Geld und ihre Machtapparate. Das Konglomerat dieser Lebensmaschinen bildet dann die große Maschine der menschlichen Gesellschaft.
    Hinter all diesen Lebensplänen steckt der Wunsch nach Kontrolle - Kontrolle über die eigenen Lebensumstände und gegebenenfalls auch über das Leben anderer. Die Idee der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse durch Unterwerfung der Umgebung ist tief in uns eingegraben, sie wird genährt durch das sogenannte Bildungssystem, die Medien, die Politik, die bereits etablierten Mechanismen und Gepflogenheiten der Gesellschaft und natürlich auch durch das eigene Ego. Die Kulmination dieses Kontrollwahns ist die Einpreisung eines jeden Lebewesens, eines jeden Kubikzentimeters unseres Planeten als natürliche Ressource für die geplante Wirtschaftsordnung nach dem Great Reset.


    Aber was ist die innere Triebfeder im Menschen, alle Energie in das Erlangen von Kontrolle über das Äußere zu investieren?

    Der Wunsch nach Kontrolle hat im Grunde seine Wurzel in der Angst vor der Möglichkeit eines zu Schaden Kommens. Aber dieses Mögliche zu Schaden Kommen ist per se eine Unbekannte. Es ist die dem Menschen inhärente Unkenntnis über die Zukunft. Über die Ausübung von Kontrolle in der Gegenwart versucht man nun, die große Unbekannte, die Zukunft, in ein Korsett aus vorhersehbaren Möglichkeiten zu zwängen, damit sie eben keine Unbekannte mehr sei.
    Bei diesem Vorgang bedient sich der Mensch des rationalen Verstandes. Er ist der Teil unseres mentalen Systems, mit dem durch Analyse das Wissen erzeugt werden soll, durch das man dann Kontrolle ausüben und dem möglichen zu Schaden kommen entgehen kann. Schlägt dies aus irgendeinem Grunde fehl oder entzieht sich etwas einfach der Analyse durch den Verstand, entsteht ein Gefühl von Hilflosigkeit, Angst, ja manchmal sogar Panik, insbesondere bei Menschen, die sich auf nichts anderes als ihren Verstand verlassen.
    Und es gibt da eben eine Sache, die sich einfach immer der Analyse durch den Verstand und damit der Kontrolle entzieht. Diese ach so widerspenstige Sache ist der Tod und die Angst davor ist wohl die Mutter aller Ängste.
    Versucht man sich, mit dem Verstand dem Thema Tod zu nähern, kann man diese Annäherung eigentlich nur durch die Betrachtung des Sterbens erreichen, da der Tod die Vollendung des Sterbevorgangs ist und ...
    18 min

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das denk' ich auch