apolut Podcast Archive - apolut.net

apolut Podcast Archive - apolut.net

Download on the App Store

apolut Podcast Archive - apolut.net episodes

  • Statt „neue“ eine „alternative“ Weltordnung | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    In meinen letzten Beiträgen habe ich immer wieder darauf hingewiesen, welche Erwartungen mit verschiedenen Veranstaltungen der Säulen der neuen alternativen Weltordnung, die auf Multipolarismus basiert, in Ländern außerhalb der Kolonialländer verbunden sind. Diese alternative Ordnung, steht im Wettstreit gegen die von Oligarchen und Vertretern von US-Machtinteressen vorangetriebene „neue“ aber nach wie vor unipolare Weltordnung mit den USA als Hegemon. Die Alternative wird von Organisationen wie BRICS, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und anderen, relativ neuen Bündnissen getragen. Mit den neuesten Ergebnissen, will ich diesen PodCast beginnen, dann ein paar Worte zur Ukrainekrise hinzufügen, so, wie sie außerhalb der NATO-Staaten gesehen wird.
    Vijay Prashad, ein indischer Historiker, Redakteur und Journalist, erklärt am 21. September, dass die Länder, welche am letzten Gipfeltreffen der SOZ im usbekischen Samarkand teilgenommen hatten, nicht alle einer Meinung, aber dennoch daran interessiert waren, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu festigen.
    Er berichtet, wie sich Mitte September 2022 die neunköpfige Organisation zu ihrer 22. Sitzung des Rates der Staatschefs trafen. Da China, Indien und Pakistan Mitglieder der SOZ sind, vertrete die Organisation etwa 40 % der Weltbevölkerung; zusammen mit Russland machen die SOZ-Länder 60 % des eurasischen Territoriums aus (die anderen Mitgliedstaaten der Organisation sind Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und jetzt auch der Iran).
    In der Abschlusserklärung dieses Treffens, bezeichnete sich die SOZ als "regionale" Organisation, obwohl sie aufgrund ihrer Größe den Anspruch erheben könnte, wie der Autor betont, eine globale Organisation mit der gleichen Legitimität wie die G-7 zu sein (deren sieben Länder nur 10 % der Weltbevölkerung ausmachen, obwohl auf die Gruppe 50 % des weltweiten Nettovermögens entfallen).


    Das Schlüsselwort der Erklärung von Samarkand scheine "gegenseitig" zu sein: gegenseitige Achtung, gegenseitiges Vertrauen, gegenseitige Konsultation und gegenseitiger Nutzen.

    Wie aufs Stichwort, so die Worte von Prashad, „rollten die Augen in der westlichen Presse“, die dem Treffen in ihrer Berichterstattung entweder kein großes Gewicht beigemessen hätten, oder die Spaltungen zwischen den Ländern, die an dem Treffen teilnahmen, betonten. Äußerungen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping und des indischen Premierministers Narendra Modi über ihre Ansichten zum Krieg in der Ukraine seien prägend für die Schlagzeilen der westlichen Medien gewesen.
    Die SOZ-Staaten, so der Artikel weiter, tragen 24 % zum Weltbruttoinlandsprodukt bei und hatten im Jahr 2020 einen Anteil von 17,5 % am Welthandel, was für die ärmeren Staaten Eurasiens sehr verlockend sei. Die Lokomotive dieser wirtschaftlichen Aktivität sei nach wie vor China, der größte Handelspartner des Iran, Kirgisistans, Pakistans, Russlands, Indiens und Usbekistans. Die Vorteile des Handels zwischen den Ländern - einschließlich des Energiebezugs aus Russland - bilden die Grundlage der SOZ, die zu einer der wichtigsten Institutionen für die Integration Eurasiens geworden sei.


    „Der Iran wurde auf dem Treffen in Samarkand zum vollwertigen Mitglied der SOZ. Im Laufe des letzten Jahrzehnts haben die US-Sanktionen gegen den Iran und Russland sowie der von den USA angezettelte Handelskrieg gegen China diese drei Länder näher zusammenrücken lassen. Im April 2021 unterzeichneten China und der Iran ein 25-jähriges Handelsabkommen (…) Ähnliche Äußerungen, wenn auch mit einem stärkeren antiwestlichen Ton, waren auf dem siebten Östlichen Wirtschaftsforum zu hören, das im September 2022 in Wladiwostok (Russland) stattfand und auf dem der russische Präsident Wladimir Putin sagte: ‚Der Westen scheitert, die Zukunft liegt in Asien‘.“ (1)

    21 min
  • Die Booster-Tyrannei | Von Jeremy Harrigan


    Während der Großteil der Welt zur Normalität zurückgekehrt ist, will Kanadas Premier Justin Trudeau seinen Bürgern weitere Auffrischungsimpfungen verordnen.
    Ein Kommentar von  Jeremy Harrigan.


    Man könnte meinen, diese Nachricht beziehe sich auf Karl Lauterbach. Gilt der Deutsche doch als der weltweit so ziemlich letzte Zeuge Coronas, der seiner Bevölkerung auch noch im nächsten Winter partout eine Wiederauflage des Maßnahmen-Terrors aufdrücken will. Tatsächlich geht es aber um ein großes Land jenseits des Atlantiks. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau wurde von den Ereignissen der letzten Jahre offenbar in eine Art Machtrausch versetzt. Das Virus sei noch nicht mit uns fertig, orakelte Trudeau. Für den Winter kündige sich eine weitere große Welle an. Gegen diese gebe es nur ein probates Gegenmittel: jeweils aktualisierte Impfungen. Wieder also sehen sich selbst brave Geimpfte unversehens mit der Nachricht konfrontiert, ihr Immunschutz sei abgelaufen. Wie viele Spritzen man sich denn im Lauf eines Lebens würde geben lassen müssen — das bleibt unklar. Nun könnte man bezüglich der Verhaltensauffälligkeiten Trudeaus ja auch gelassen bleiben und sich denken: „Lass ihn reden!“ Leider könnten aber besonders erpressbare Personengruppen — Studenten etwa — ihre Karrierechancen verlieren, sollten sie sich dem Impfgebot nicht unterwerfen.





    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke und an all die Injektionen, die ich als Kind bekam, und dann an meine 20-jährige Dienstzeit in der Armee, kann ich mich an einige der Spritzen erinnern, die ich vor meinen Einsätzen im Irak und in Afghanistan bekam, darunter auch einige Auffrischungsimpfungen, von denen man mir sagte, sie seien notwendig.
    Zunächst ein kurzer Rückblick auf die Pillen-Szene im Originalfilm „The Matrix“ von 1999: Morpheus (Lawrence Fishburne) stellt Neo (Keanu Reeves) vor die Wahl, die blaue oder die rote Pille zu nehmen. Wenn Neo die blaue Pille schluckt, kann er in seinem Bett aufwachen und glauben, was immer er über die Welt, in der er lebt, glauben will, und im Grunde genommen sein Leben so leben, wie er es für richtig hält, ein guter Bürger und ein harter Arbeiter sein und der Autorität immer blinden Gehorsam leisten.
    Aber wenn er die rote Pille schluckt, würde es ihm wie Schuppen von den Augen fallen, und er würde die Wahrheit erkennen, dass er in die Knechtschaft hineingeboren wurde, als Sklave eines Systems der Tyrannei und der absoluten Kontrolle über die Menschen, eingebettet in ein Computerprogramm, das eine falsche Realität vorgaukelt — die Matrix. Aus Neugier, aber auch aus einem Vertrauensvorschuss heraus, nimmt Neo natürlich die rote Pille und wird zu einem knallharten Kerl; Sie kennen den Rest der Geschichte, wenn Sie den Film und seine Fortsetzungen gesehen haben.
    Traurigerweise wollen so viele Menschen auf der ganzen Welt weiterhin die blaue Pille nehmen, oder sie nehmen sie einfach, ob sie es überhaupt merken oder nicht. Sicher, keine Regierungsinstitutionen oder Medien sind perfekt, aber sie müssen doch auf mein Wohlergehen bedacht sein — meinen sie —, also werde ich weiterhin tun, was mir gesagt wird; ich bin sicher, dass alles gut gehen wird. Ob aus Stolz, Arroganz oder hartnäckiger Ignoranz, sie fallen weiterhin auf eine Fälschung herein und stecken den Kopf in den Sand, während die Zeit voranschreitet.
    Nachdem ich nun schon seit über zehn Jahren über die Gier und Korruption von Big Pharma aufgeklärt bin, vor allem, wenn es um den Drang geht, die Welt im Allgemeinen zu impfen, scheint diese ungezügelte COVID-Verstärkungskampagne immer mehr an Fahrt zu gewinnen. Neulich besuchte ich die Webseite coronavirus.house.
    14 min
  • USA zerstörten Versorgungsleitungen in der Ostsee | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz.
    Dänemark meldet zwei große Explosionen im Meer. Aus Lubmin wird ein Druckabfall gemeldet. Auf See bilden sich gigantische Wirbel an der Wasseroberfläche. Rohstoffe im Wert von zwei Milliarden Euro strömen massenhaft in die Ostsee bei Bornholm. Die Versorgungsleitungen auf dem Meeresgrund sind Leck geschlagen, heißt es. Dann stellt sich heraus: Es ist ein Anschlag: Die USA haben am Montag die Versorgungsleitungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 mit Sprengsätzen zerstört.
    Bereits am 22. Februar 2022 hatte es der unter dubiosen umständen inaugurierte US-Präsident Joseph Biden angekündigt: Der Washingtoner »Tiefe Staat« wird die Versorgungsleitungen in der Ostsee sabotieren. (1) Für den 2. September 2022 hatten russische Nachrichtenagenturen bereits ein Manöver mit US-Militärhubschraubern über der Ostsee gemeldet, bei der auch Unterwasserdrohnen mit Sprengsätzen eine Rolle spielten (2).
    Am 26. September 2022 nun war es soweit. Die US-Spezialtorpedos zerstörten am Nachmittag und in der Nacht von Montag auf Dienstag die Versorgungsleitungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 in der Ostsee nahe der dänischen Urlaubsinsel Bornholm. Aus den Lecks strömt seither Massenhaft Erdgas ins Meer und bildet auf der Wasseroberfläche sehr große Wirbel.
    Die Kosten für die entweichenden Rohstoffe werden bereits am Tag danach auf zwei Milliarden Euro beziffert. Die Umweltschäden sind völlig unabsehbar. (3a) Zur Stunde strömt das unaufbereitete Erdgas weiterhin ins Meer unweit der dänischen Ostseeküste. Es ist unklar, wie das Ausströmen des Erdgases ins Meer gestoppt werden soll. Erdgas lässt sich nicht abschalten wie Elektrizität.
    Kriegerischer Akt gegen Europa
    Der Anschlag der USA auf die Versorgungsleitungen muss als offen kriegerischer Akt gegen Europa bewertet werden. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, auch wenn die Leitungen auf Druck aus Washington zuletzt in der deutschen Küste abgedreht worden waren. Die Versorgungsleitung Nord Stream 1 verlief aus der russischen Stadt Wyborg durch die Ostsee nach Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Nord Stream 2 verlief von Ust-Luga ebenfalls nach Lubmin.
    Die Leitungen müssen einstweilen als völlig zerstört gelten. Es ist derzeit unwahrscheinlich, dass die Pipelines vor dem kommenden Winter unter Wasser repariert oder umgeleitet werden können. Damit ist das Frieren in den eigenen Wänden in Europa und die Zerstörung der deutschen Indsustrie klar als Washingtoner Programm erkennbar. Passend wurde kurz vor dem Anschlag in der Ostee am Montag übrigens ein neues Erdgasprojekt verkündet. Die Leitungen der »Baltic Pipe« sollen auf umständlichen Wegen von Norwegen nach Polen verlegt werden. Der Termin der Inbetriebnahme ist völlig unklar. (3b)
    Seit Jahren stören sich amerikanische Oligarchen des »Tiefen Staates« an den Erdgasleitungen. Bereits unter US-Präsident Donald Trump wurde die Handelsbeziehung Festlandeuropas mit Russland massiv moniert. Die USA gelten als de facto Bankrott. Jahrzehntelang hatten sich die amerikanische Wirtschaft, Staat und Konsumenten insbesondere in China verschuldet und gigantische Handelsdefizite aufgetürmt, so dass bereits von einem »Chimerica« die Rede war, einer Verschmelzung der USA mit der Wirtschaft Chinas durch die unaufholbare Verschuldung des Ersteren bei Zweiterer.
    Trump versuchte zuletzt, die völlig verlorene Konkurrenzfähigkeit der USA durch Handelsbeschränkungen und Rückholung der abgewanderten Industrien zurückzugewinnen. Ein fast unmögliches Unterfangen, das schließlich mit der Ausrufung des Corona-Regimes in Folge des Einbruch der Repo-Märkte, dem faktischen Platzen der größten US-Finanzblase der Weltgeschichte und einer sehr wahrscheinlichen Wahlfälschung durch den »Tiefen Staat« und der Inauguration Joseph Bidens am 6. Januar 2021 beendet wurde. Das Washingtoner Regime will und muss sein dreckiges Frackinggas zu sehr hohen Preisen absetzen,
    10 min
  • Nach Corona-Impfungen Blutgerinnsel so lang wie ein Bein | Von Markus Fiedler
    Ein Meinungsbeitrag von Markus Fiedler.
    Dr. Andreas Sönnichsen, ehemals Prof. an der Medizinischen Universität Wien und dort Leiter der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin am Zentrum für Public Health,(1) sieht bezüglich der aktuellen Impfpraxis mit den Corona-Gen-Impfstoffen in einem Interview mit Boris Reitschuster einen Verstoß gegen den Nürnberger Codex.(2)
    Laut Nürnberger Codex dürfen Patienten nicht zur Teilnahme an einem medizinischen Versuch gezwungen werden und man muss Sie vollständig über den geplanten Eingriff aufklären.(3) (4)
    Besonders die Aufklärung der Patienten über den experimentellen Charakter des medizinischen Eingriffs bei einer sogenannten „Corona-Impfung“ und die vollständige Aufklärung über die möglichen Nebenwirkungen seien nicht gegeben.(5)
    In welcher Anzahl diese Nebenwirkungen tatsächlich auftreten, ist erschreckend. Man muss sich nur die Mühe machen, die entsprechenden Statistiken auszuwerten.
    Risiko-Nutzen-Bewertung negativ!
    Die Vorabveröffentlichung der Studie COVID-19 „Vaccine Boosters for Young Adults: A Risk-Benefit Assessment and Five Ethical Arguments against Mandates at Universities“, veröffentlicht auf der Seite SSRN vom renommierten Elsevier-Verlag, kommt nach einer solchen Auswertung zu einer vernichtenden Risiko-Nutzen-Bewertung der Covid-Impfstoffe.
    In Bezug zu jungen Erwachsenen fassen die neun Autoren um Kevin Bardosh folgendes zusammen:
    „Wir schätzen, dass 22.000 bis 30.000 zuvor nicht infizierte Erwachsene im Alter von 18 bis 29 Jahren mit einem mRNA-Impfstoff aufgefrischt werden müssen, um einen COVID-19-Krankenhausaufenthalt zu verhindern. [...] Pro COVID-19-Krankenhausaufenthalt, der bei zuvor nicht infizierten jungen Erwachsenen verhindert wird, rechnen wir mit 18 bis 98 schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen, einschließlich 1,7 bis 3,0 mit der Auffrischungsimpfung in Zusammenhang stehende Myokarditis-Fälle bei Männern […].“ (Maschinelle Übersetzung) (6)
    Zusätzlich wird seitens der Autoren mit 1.373 bis 3.234 Fälle von Reaktogenität gerechnet. Reaktogenität bezeichnet die Anzahl der erwarteten Nebenwirkungen eines Impfstoffes, „insbesondere übermäßige immunologische Reaktionen und damit verbundene Anzeichen und Symptome, einschließlich Fieber und wundem Arm an der Injektionsstelle“.(Maschinelle Übersetzung) (7)
    Die Autoren beziehen sich in ihrer Studie auf offizielle Daten der CDC (Centers for Disease Control and Prevention), also der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde.
    Auch in dieser Studie kommt man also zu einer negativen Nutzen-Risikobewertung in Bezug auf die Corona-Gen-Impfungen. Auf eine positive Wirkung sind mindestens 18 bis zu knapp 100 schwere Schädigungen zu erwarten. Von den zu erwartenden Impfreaktionen bei mindestens knapp 1.400 Probanden ganz abzusehen.
    Mehr Tote als Gerettete
    Das deckt sich mit Risiko-Nutzen-Berechnungen basierend auf den klinischen Zulassungsstudien von Pfizer, die Steve Kirsch angestellt hat und in einer Anhörung vorstellte. Er fasst zusammen, dass laut der Studie etwa 10.000 Menschen durch die Gen-Impfungen in einem Jahr das Leben gerettet wurde. Aus den VAERS Datenbanken ergebe sich aber egal mit welcher Rechenmethode, dass mindestens 150.000 Menschen das Leben durch die Gen-Impfungen ihr Leben verloren.(8)
    Wir berichteten bereits über einen Bericht in Expose-news.com,
    8 min
  • Die Lämmer zum Schweigen bringen | Von John Pilger

    Immer präziser werden die Propaganda-Methoden, mit welchen die Massen taub und die kritischen Stimmen stumm gehalten werden.
    Ein Standpunkt von John Pilger.

    Die Rezepte für wirksame Propaganda haben sich über die Jahre und Jahrzehnte bewährt. Was zu Beginn des 20. Jahrhunderts funktionierte, entfaltet heute eine noch immensere Wirkkraft. Exemplarisch zeigt sich dies daran, dass Kriege immer leichter verkauft und ihre wahren Intentionen besser verschleiert werden können. Gleichzeitig verschwinden die letzten Freiräume für herrschaftskritische Journalisten. Der renommierte und preisgekrönte Journalist John Pilger referierte hierzu beim Trondheim World Festival in Norwegen.


    In den 1970er-Jahren traf ich eine der führenden Propagandistinnen Hitlers, Leni Riefenstahl, deren epische Filme die Nazis verherrlichten. Wir wohnten zufällig in der gleichen Lodge in Kenia, wo sie einen Fotoauftrag hatte im Gegensatz zu anderen Freunden des Führers.
    Sie sagte mir, dass die „patriotischen Botschaften“ ihrer Filme nicht von „Befehlen von oben“ abhingen, sondern von dem, was sie die „unterwürfige Leere“ des deutschen Publikums nannte. Gehörte dazu auch das liberale Bildungsbürgertum?, fragte ich. „Ja, vor allem die“, antwortete sie.
    Daran denke ich, wenn ich mir die Propaganda ansehe, die heute die westlichen Gesellschaften überschwemmt. Natürlich sind wir ganz anders als Deutschland in den 1930er-Jahren. Wir leben in Informationsgesellschaften. Wir sind Globalisten. Wir waren noch nie so informiert, mehr in Kontakt, besser vernetzt. Oder leben wir im Westen in einer Mediengesellschaft, in der die Gehirnwäsche heimtückisch und unerbittlich funktioniert und die Wahrnehmung nach den Bedürfnissen und Lügen der Staats- und Konzernmacht gefiltert wird?
    Die Vereinigten Staaten dominieren die Medien der westlichen Welt. Bis auf eine Ausnahme haben alle Top-Ten-Medienunternehmen ihren Sitz in Nordamerika. Das Internet und die sozialen Medien — Google, Twitter, Facebook — sind größtenteils in amerikanischem Besitz und werden von ihnen kontrolliert.
    Zu meinen Lebzeiten haben die Vereinigten Staaten mehr als 50 Regierungen, meist Demokratien, gestürzt oder versuchten, sie zu stürzen. Sie haben sich in demokratische Wahlen von 30 Ländern eingemischt. Sie haben Bomben auf Menschen in 30 Ländern abgeworfen, die meisten von ihnen arm und wehrlos. Sie haben versucht, die Führer von 50 Ländern zu ermorden. Sie haben gekämpft, die von Befreiungsbewegung in 20 Ländern zu unterdrücken. Über das Ausmaß und den Umfang dieses Gemetzels wird weitgehend nicht berichtet, es wird nicht anerkannt und die Verantwortlichen beherrschen weiterhin das angloamerikanische Politikgeschehen.
    Harold Pinter brach das Schweigen
    In den Jahren vor seinem Tod im Jahr 2008 hielt der Dramatiker Harold Pinter zwei außergewöhnliche Reden, die das Schweigen brachen.


    „Die Außenpolitik der USA“, sagte er, „lässt sich am besten wie folgt definieren: Küss meinen Arsch oder ich schlag dir den Schädel ein. So einfach und so plump ist das. Das Interessante an ihr ist, dass sie so unglaublich erfolgreich ist. Sie verfügt über die Strukturen der Desinformation, der Rhetorik, der Sprachverdrehung, die sehr überzeugend sind, aber in Wirklichkeit ein Haufen Lügen sind. Diese Propaganda ist sehr erfolgreich. Sie haben das Geld, sie haben die Technologie, sie haben alle Mittel, um damit durchzukommen, und sie tun es.“

    Bei der Entgegennahme des Nobelpreises für Literatur sagte Pinter Folgendes:


    „Die Verbrechen der Vereinigten Staaten waren systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige Menschen haben wirklich darüber gesprochen. Das muss man Amerika lassen. Es hat weltweit eine ziemlich kühl operierende Machtmanipulation betrieben und sich dabei als Streiter für das universelle Gute gebärdet. Das ist ein brillanter,
    16 min
  • Kampfansage von Außenminister Lawrow an den Westen in der UNO-Vollversammlung | Von Thomas Röper


    In der UNO-Vollversammlung hat der russische Außenminister Lawrow eine Rede gehalten, die man mit Fug und Recht als historisch bezeichnen muss.

    Ein Kommentar von Thomas Röper.

    Dass Russland, nachdem der Westen die russischen Vorschläge für gegenseitige Sicherheitsgarantien abgelehnt und Russland damit zum Vorgehen in der Ukraine gezwungen hat, keine Rücksicht mehr auf die Befindlichkeiten des Westens nimmt, ist Lesern des Anti-Spiegel bekannt. Nun hat der russische Außenminister Lawrow die Position Russlands in der UNO-Vollversammlung dargelegt. Ich habe seine Rede, in der er wirklich Klartext gesprochen hat, übersetzt.
    Bevor wir zu der Übersetzung kommen, noch ein Hinweis: Im Westen ist immer von der „regelbasierten Weltordnung“ die Rede, wobei allerdings kaum jemand weiß, was mit diesen schönen Worten gemeint ist. Daher empfehle ich zum besseren Verständnis des Themas diesen Artikel als Hintergrundinformation.
    Hier nun die Übersetzung der Rede des russischen Außenministers Lawrow in der UNO-Vollversammlung.
    Beginn der Übersetzung:
    Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren!
    Wir treffen uns in einem schwierigen und dramatischen Moment. Die Krisenphänomene eskalieren und die internationale Sicherheitslage verschlechtert sich rapide.
    Statt einen ehrlichen Dialog zu führen und nach Kompromissen zu suchen, werden wir mit Desinformationen, plumpen Inszenierungen und Provokationen konfrontiert. Die Linie des Westens untergräbt das Vertrauen in internationale Institutionen als Organe des Interessenausgleichs und in das Völkerrecht als Garant für Gerechtigkeit und für den Schutz der Schwachen vor Willkür. Wir beobachten die negativen Tendenzen in konzentrierter Form innerhalb der Mauern der UNO, die aus den Trümmern des deutschen Faschismus und des japanischen Militarismus hervorgegangen ist und die gegründet wurde, um freundschaftliche Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern zu fördern und Konflikte zwischen ihnen zu verhindern.
    Heute entscheidet sich die Frage der zukünftigen Weltordnung – das ist für jeden unvoreingenommenen Beobachter klar. Die Frage ist, ob es eine Ordnung mit einem Hegemon sein wird, der alle zwingt, nach seinen berüchtigten „Regeln“ zu leben, die nur ihm zugute kommen, oder ob es eine demokratische, gerechte Welt sein wird – ohne Erpressung und Einschüchterung der Ungehorsamen, ohne Neonazismus und Neokolonialismus. Russland entscheidet sich entschieden für die zweite Option. Gemeinsam mit unseren Verbündeten, Partnern und Gleichgesinnten fordern wir dazu auf, auf ihre Umsetzung hinzuarbeiten.
    Das unipolare Modell der Weltentwicklung, das den Interessen der „goldenen Milliarde“ diente, deren Superkonsum jahrhundertelang durch die Ressourcen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas gesichert wurde, gehört der Vergangenheit an. Das Entstehen souveräner Staaten, die bereit sind, ihre nationalen Interessen zu verteidigen, führt heute zur Bildung einer gerechten, sozial orientierten und nachhaltigen multipolaren Architektur. Allerdings werden diese objektiven geopolitischen Prozesse von Washington und den ihm gegenüber vollkommen unterwürfigen herrschenden Eliten der westlichen Länder als Bedrohung für ihre Vorherrschaft wahrgenommen.
    Die USA und ihre Verbündeten wollen das Rad der Geschichte aufhalten. Einst, als Washington den Sieg im Kalten Krieg verkündete, erhob es sich in den Rang eines Boten Gottes auf Erden, der keine Pflichten,
    24 min
  • Wenn Demokraten Volksabstimmungen delegitimieren | Von Peter Haisenko
    Ein Standpunkt von Peter Haisenko.
    Eine schlagwortartige Beschreibung für Demokratie in der Moderne liefert die Gettysburg-Formel: „Herrschaft über das Volk, durch das Volk, für das Volk“. Sie ist aus dem Jahr 1863 und stammt von Abraham Lincoln. In anderen Worten gesagt, sollte das Volk selbst durch Willensbekundung über sein Wohl und Wehe entscheiden. In letzter Konsequenz also auch über Form und Bestand des Staats, in dem sie leben. Das Volk ist der Souverän und seine Entscheidungen sind zu befolgen.
    Referenden, also Volksabstimmungen, sind immer heikel für Machthaber. Schließlich wird so darüber abgestimmt, inwieweit der Volkswille mit der Regierungsarbeit einverstanden ist. Wird Demokratie ernst genommen, könnte sie auch durch einen Volksentscheid abgeschafft, also in eine andere Staatsform überführt werden. Gerade jetzt, nach dem Tod der englischen Königin, könnte Großbritannien ein Referendum darüber abhalten, die Monarchie ganz zu beenden. Solange der Volkswille wirklich die oberste Instanz ist, sind unliebsame Überraschungen durch Abstimmungsergebnisse niemals ausgeschlossen. Aber genau darum geht es, bei jeder Form von Demokratie. Der Wille des Volks ist zu respektieren, zu befolgen, egal was.
    „Scheinreferenden“ gibt es nicht
    So muss die Frage aufkommen, ob es überhaupt illegitime Volksabstimmungen geben kann, in einer demokratischen Welt. Ist es zulässig, Referenden als Scheinreferenden zu bezeichnen, nur weil sie der eigenen Zielsetzung zuwider laufen könnten? Wiederum: Nimmt man Demokratie ernst, kann es die nicht geben. Man kann nur an Form und Ablauf herummäkeln. Aber betrachten wir zunächst, inwieweit die EU eine makellose Demokratie vorlebt. Es beginnt damit, dass die EU-Präsidentin von der Leyen nicht demokratisch auf ihren Thron gewählt worden ist. Sie wurde installiert, von der Frau, die vor nicht langer Zeit gefordert hat, die Wahl des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten von Thüringen rückgängig zu machen. Also von der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Merkel. Das also ist deren Verständnis von Demokratie. Wenn ihr das Ergebnis einer Wahl nicht passt, dann muss diese revidiert werden und das hat sie schließlich auch erreicht. Frau von der Leyen steht ihr da offensichtlich in nichts nach.
    Der Umgang mit dem wiedergewählten Präsident Orban in Ungarn ist beispielhaft für das Demokratieverständnis der EU-Spitze. Weil es der nicht passt, was Ungarns Regierung im Auftrag der Wähler macht, wird Budapest erpresst mit der Drohung, EU-Gelder zu verweigern, wenn es sich nicht den Diktaten aus Brüssel unterwirft. In diesem Sinn erinnere ich auch an den Umgang mit Polen. Jetzt aber, zur Wahl in Italien, hat Frau von der Leyen die demokratische Maske gänzlich fallen lassen. Sie warnte Italien vor den Konsequenzen, wenn es "von demokratischen Grundsätzen abweicht", und sprach damit eine kaum verhüllte Drohung vor den Wahlen am Sonntag aus, bei denen der von Giorgia Meloni geführte Rechtsblock gute Chancen hat. Mir stellt sich dazu die Frage, wie eine ordentlich durchgeführte Wahl jemals von demokratischen Grundsätzen abweichen kann. Noch dazu in einem EU-Land.
    Nur links-grüne Regierungen sind Demokratien
    Von der Leyen geht noch weiter. "Mein Ansatz ist, dass wenn jede demokratische Regierung bereit ist, mit uns zusammenzuarbeiten, arbeiten wir zusammen", sagte sie am Donnerstag an der Princeton University in den USA auf die Frage, ob es irgendwelche Bedenken hinsichtlich der bevorstehenden Wahlen in Italien gebe. Und sie fährt fort mit ihrer offenen Drohung:


    "Wenn sich die Dinge in eine schwierige Richtung entwickeln - ich spreche von Ungarn und Polen - haben wir die Mittel dazu".

    Wie war das im Mittelalter? Vor der Folter werden die Geräte vorgezeigt. Es wäre nicht das erste mal, dass die EU Länder „bestraft“,
    12 min
  • Covid-19 Impfungen schaden mehr, als sie nutzen | Von Prof. Harald Walach
    Covid-19 Impfungen schaden mehr, als sie nutzen – Jetzt haben wir es schwarz auf weiß.
    Ein Kommentar von Prof. Harald Walach.
    Im Juli publizierten Mörl, Günther und Rockenfeller eine viel beachtete Arbeit im peer-reviewten Online Journal Frontiers in Medicine [1]. Sie verglichen die Anzahl der Nebenwirkungen in den fünf Zulassungsstudien der Covid-19 Vakzine mit der Anzahl der Nebenwirkungen in den Kontrollgruppen, sowie die Anzahl der schweren Covid-19-Fälle in beiden Gruppen und errechneten daraus ein Schaden-Nutzen-Verhältnis. Ist dieses kleiner als 1, dann nützen die Impfungen mehr als sie schaden. Ist es größer als 1, schaden sie mehr, als sie nützen. Nur zwei Studien hatten ein Schaden-Nutzen-Verhältnis kleiner 1, aber sehr nahe bei 1 (0,9 und 0,6). Die Autoren weisen darauf hin, dass es wohl vernünftig wäre, ein Schaden-Nutzen-Verhältnis von deutlich kleiner als 0,1 zu erwarten, also zehn schwere Verläufe unter den Kontrollfällen mehr als bei den geimpften Personen.
    Dies ist klarerweise nicht der Fall. Bei der BioNTech-Studie ist das Verhältnis mit 25 sogar sehr groß. Das heißt: in der Impfgruppe werden 25-mal mehr schwere Nebenwirkungen registriert als in der Kontrollgruppe. In der Moderna-Studie ist das Verhältnis mit 1,1 etwa gleich, aber ebenfalls weit davon entfernt, günstig zu sein. Die Sputnik-Zulassungsstudie interpretieren sie nicht, weil dort die Verhältniszahl negativ ist, was kaum glaubwürdig ist.
    Nun ist eine neue Studie im wichtigsten Impfjournal, „Vaccine“, erschienen (nicht zu verwechseln mit einer Zeitschrift mit einem ähnlichen Namen, „Vaccines“. „Vaccine“ wird von Elsevier herausgegeben, „Vaccines“ vom Online-Publisher MDPI).
    Die Studie wird von Peter Doshi, einem der Mitherausgeber des British Medical Journal, als Autor mit verantwortet [2]. Sie war vorher schon als Preprint, also vor dem Peer-Review, publiziert [3].
    Diese Studie verwendet die gleichen Daten, nämlich die publizierten Daten der Zulassungsstudien von Pfizer-BioNTech und Moderna samt der Online-Supplemente, aber auch Zulassungsdokumente und Dokumente aus Zulassungssitzungen der Federal Drug Agency (FDA) und von Health Canada. Und sie geht noch einen Schritt weiter: Sie verwendet solche Nebenwirkungen, die Apriori von einer Beratungsgruppe der WHO bereits im März 2020 als „serious adverse events of special interest (SAESI)“ definiert worden waren. Das sind Nebenwirkungen, wie man sie als besonders schwere Komplikationen aus SARS-CoV2 Infektionen bereits kannte (Gefäßprobleme wie Embolien etwa) und wie sie von anderen Impfstoffen oder aus Tiermodellen zu erwarten waren.
    Die Autoren bemerken, dass die Zulassungsstudien Nebenwirkungen, die gleichzeitig zur Verwendung des Erfolgs (sog. „efficacy endpoints“) verwendet wurden, gar nicht erst erfassten. Sie wurden aus den Publikationen entfernt, also zum Beispiel schwere Covid-19 Erkrankung, 17 davon wurden aus der Pfizer-Zulassungsstudie entfernt, eine aus der Moderna-Studie. (Das bedeutet: sie finden sich in den originalen Zulassungsdokumenten, nicht aber in der Publikation.)
    Die Pfizer-Studie zeigte ein 36 % höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen in der Impfgruppe, verglichen mit der Kontrollgruppe. In der Moderna-Studie war das Risiko für die Impfprobanden 6 % höher als in der Kontrollgruppe, und zusammengefasst war das Risiko für beide Impfstoffe um 16 % höher, dass Probanden in der Impfgruppe schwere Nebenwirkungen erlitten, verglichen mit der Kontrollgruppe.
    Um die Serious Adverse Events of Special Interest (SAESI), also die im März 2020 definierten möglichen schweren Nebenwirkungen zu untersuchen, wurden die berichteten Nebenwirkungen mit dieser Liste abgeglichen,
    11 min
  • Motive und Wege für eine Lösung des Ukraine-Konflikts | Von Bernd Murawski
    Ein Standpunkt von Bernd Murawski.
    Sieben Monate sind seit Beginn der „militärischen Spezialoperation“ Russlands vergangen, und Friedensverhandlungen erscheinen weiter entfernt denn je. Was dürfte die gegnerischen Parteien zu einer Lösung des Konflikts veranlassen, und wie könnte eine Einigung aussehen?
    Die nach der Intention Moskaus regional begrenzte Militäraktion hat sich mittlerweile zu einem geopolitischen Tauziehen ausgeweitet. Die kriegerischen Handlungen wurden durch einen Propagandafeldzug ergänzt, in dem sich der Westen geschlossen gegen Russland positioniert. Eine globale Dimension hat der Konflikt durch die westlichen Sanktionen im Wirtschafts- und Finanzsektor erhalten. Inzwischen zeichnet sich ab, wer auf diesen drei Konfliktfeldern Gewinner und wer Verlierer ist. Das Resultat mag manche überrascht haben.
    An der militärischen Front kann von einer Pattsituation gesprochen werden - trotz der kürzlichen Territorialgewinne der Ukraine bei Charkiw und des langsamen Vordringens der russischen Militärkräfte auf dem Schlachtfeld bei Donezk. Im Informationskrieg kann der Westen für sich einen Sieg verbuchen. Er muss jedoch konstatieren, dass sich die Erfolge seiner Propaganda weitgehend auf den eigenen Machtbereich beschränken. Überdies besteht die Gefahr, dass das öffentliche Interesse nachlässt und politische Beschwörungen immer weniger Wirkung zeigen.
    Westliches Interesse an einer baldigen Konfliktlösung
    Was den Wirtschaftskrieg betrifft, haben sich nicht nur Annahmen einer Fragilität der russischen Volkswirtschaft als inkorrekt erwiesen, sondern die Sanktionen werden zunehmend zum Bumerang für den Westen selbst. Robert Habecks Reisen nach Katar, Norwegen und Kanada haben nicht dazu beigetragen, baldigen Ersatz für die russischen Gaslieferungen zu finden. Die vorausgegangene Deregulierung der Finanzmärkte verschärft die Lage, da die absehbare Verknappung von Gas wie auch anderer Energieträger schon heute zu massiven Preissteigerungen an den Spotmärkten führt. Die höheren Kosten für Gas und Strom strangulieren Produzenten und Konsumenten und setzen eine wirtschaftliche Abwärtsspirale in Gang, die kaum mehr durch staatliche Hilfspakete aufgehalten werden kann.
    Augenscheinlich besteht ein objektives Interesse der betroffenen Staaten an einer baldigen Konfliktlösung, die Voraussetzung für eine zumindest partielle Aufhebung der Sanktionen ist. Allerdings haben sich die westlichen Staatslenker derart weit hinausgelehnt, dass ein Rückzug erheblich an ihrer Glaubwürdigkeit nagen würde.  Besonders Hardliner, die in den USA, in Großbritannien und in westlichen Anrainerstaaten Russlands am Machthebel sitzen, würden einen herben Gesichtsverlust erleiden. Sie müssten ihr Hauptziel aufgeben, das erklärtermaßen nicht das Wohl der Ukraine, sondern die Schwächung Russlands ist.
    Im Gegensatz zu den EU-Staaten sind die USA nur geringfügig von den Sanktionen betroffen, ja der vermehrte Export von Fracking-Gas verschafft ihnen sogar Vorteile. Gleichwohl würde ein Wirtschaftseinbruch in Europa deren eigene Exportbranchen treffen. Gravierender dürfte der Tatbestand sein, dass bei einem Wettbewerbsverlust der deutschen Wirtschaft infolge steigender Energiekosten der globale Kontrahent China Hauptprofiteur ist.
    Zudem sind der US-Führung die auf russisches Drängen forcierten Bemühungen zur Schwächung des westlich dominierten Finanzsystems kaum entgangen. Dessen vom Westen vorgenommene Demontage durch die Einfrierung von Auslandsvermögen der russischen Zentralbank könnte Nachahmer finden. So könnten Staaten des globalen Südens, die in US-Dollar verschuldet sind,
    18 min
  • Droht Putin ein Afghanistan 2.0? | Von Hermann Ploppa
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.
    Der „Westen“ jubiliert: den ukrainischen Streitkräften sind scheinbar entscheidende militärische Durchbrüche gelungen. Wie viel Substanz steckt in diesen Erfolgen? Muss Putin jetzt einpacken?
    Wir haben die Bilder gesehen. Russische Panzer, die im Schlamm ersoffen sind. In Panik zurückgelassenes schweres Kriegsgerät. Das Mittagessen in heller Aufregung ungegessen zurück gelassen. Ukrainischer Durchbruch in Charkiw. Die Russen über eine Strecke von über fünfzig Kilometern gejagt. Die russischen Jungs noch gerade mit qualmender Uniform durch die rückwärtigen russischen Verteidigungslinien lebend entkommen.


    Bilder, wie sie der Westen zeichnete nach dem überraschend kraftvollen Ansturm ukrainischer Truppenverbände in Cherson und Charkiw. Von russischer Seite wurde von einem sowieso geplanten Rückzug gesprochen. Die russischen Verteidigungslinien seien schon länger im Rückbau befindlich gewesen.

    Nun haben selbst westliche Analysten eingeräumt, dass die von den Ukrainern überrannte russische Phalanx an jener Stelle besonders stiefmütterlich besetzt gewesen sei. Also ein reiner Propaganda-Erfolg der Ukrainer? Dafür waren dann doch die Verluste der russischen Verbände eindeutig zu hoch. Die mit Russland sympathisierende Bevölkerung im Raum Charkiw ist jetzt der mörderischen Gewalt der offen nationalsozialistisch auftretenden ukrainischen Verbände schutzlos ausgeliefert. Ein klares Versagen seitens der Russen. Denn die russischen Verbände haben erklärtermaßen an den Kampfhandlungen der abtrünnigen Teilrepubliken Donezk und Lugansk teilgenommen, um die physische Sicherheit der russischsprachigen Ukrainer zu gewährleisten. Das jetzt nicht leisten zu können ist ein massiver Ansehensverlust für die russische Seite.
    Ein Afghanistan 2.0?
    Die US-Strategen unter Anleitung des moralisch fragwürdigen aber dennoch intellektuell brillanten Zbigniew Brzezinski hatten mit perfiden Methoden die Sowjetunion in einen Angriffskrieg gegen das schwache Afghanistan gelockt. Die Amerikaner wollten der Sowjetunion die eigene Demütigung im Vietnamkrieg heimzahlen.
    Die fortschrittliche afghanische Regierung wurde durch die einschlägigen Regime-Change-Nadelstiche durch handverlesene Banditen aus der Steinzeit mürbe gemacht.
    Die Sowjetunion wollte den Pufferstaat am Hindukusch nicht aufgeben. Also musste sie die Regierung in Kabul durch eine Invasion mit Panzern und Hubschraubern kostspielig gegen die aus den USA bezahlten Terroristen unterstützen. Das war eine Überforderung. Die sowjetischen Soldaten waren vollkommen unmotivierte und uninformierte Wehrpflichtige, die nicht wussten, was sie hier im kargen Bergland eigentlich sollten. Die Sowjetunion, die der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt ebenso zutreffend wie hochnäsig als „Burkina Faso mit Atomwaffen“ bezeichnete, implodierte an den Folgen dieses Krieges. Nicht allein an dieser Niederlage ging die Sowjetunion zugrunde. Vielmehr konnten die USA den Öllieferanten Saudi Arabien überreden, sein Erdöl zu absoluten Dumpingpreisen auf den Weltmarkt zu schleudern. Die Preise gingen in den Keller. Und die Sowjetunion, die auf die Einnahmen aus Exporten von Gas und Öl angewiesen war, verlor massiv Einnahmen und ging bankrott. Der Zerfall der einstmals gefürchteten Sowjetunion vollzog sich sodann im Zeitraffer.


    Kann sich das im stark geschrumpften territorialen Kontext Russlands wiederholen? Zum einen ist auch Russland heute noch in erschreckender Weise einseitig abhängig von seinen Rohstoff-Exporten. Aber der Versuch der USA, die Erstickung des östlichen Widerparts erneut durch Senkung der Öl- und Gaspreise auf dem Weltmarkt zu erzwingen, ist für alle ersichtlich kläglich gescheitert. Im Gegensatz zu den 1980er Jahren gibt es heute eine ganze Reihe aufgestiegener, selbstbewusst gewordener neuer Wirtschaftsmächte, die die russischen Rohstoffe mit Kusshand einkaufen.
    17 min

About apolut Podcast Archive - apolut.net

From the publisher's feed

das denk' ich auch