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  • Elitenstrudel, verlorene Wähler und unsere Anwälte | Von Nadine Strotmann, Hermann Ploppa und Hendrik Sodenkamp
    Ein Standpunkt von Nadine Strotmann, Hermann Ploppa und Hendrik Sodenkamp.
    Drei Einblicke in die 106. Ausgabe der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand. Von Nadine Strotmann, Hermann Ploppa und Hendrik Sodenkamp
    I.
    Im Strudel der »Eliten«
    Wochenrückblick von Nadine Strotmann.
    Nordstream 1 und 2 wurden innerhalb von 24 Stunden lahmgelegt, die deutsche Wirtschaft und Privathaushalte kollabieren unter den explodierenden Energiepreisen und als Sahnehäubchen auf dem Haufen Mist kehrt die Coronapest mit ihren evidenzbefreiten Maßnahmen zurück. Rette sich wer kann!
    War es das für alle Zeit mit dem Erdgas aus Russland? Nachdem drei Lecks an den Pipelines in der Ostsee gesichtet wurden, kommen laut Tagesschau immer mehr Länder zu der Einschätzung, »dass die Lecks an den Nord-Stream-Pipelines durch einen vorsätzlichen Angriff entstanden sind.« (Die Versorgungsleitungen wurden vom Tiefen Staat der USA mit Unterwasserdrohnen gesprengt, siehe Seite 11 der vorliegenden Ausgabe DW106 sowie das Journalistenportal Apolut.net, red.)
    Und was machen die Massenmedien? Sie haben bereits einen Schuldigen gefunden: Putin. So berichtete zumindest RTL-Explosiv direkt am Tag des Geschehens. Des Weiteren äußerste sich der norwegische Militärwissenschaftler und Marineoffizier Tor Ivar Strömmen. Laut Pressebericht bleibe für ihn eigentlich nur Sabotage als Erklärung. Und er sehe nur einen möglichen Akteur und »das ist Russland«.
    Cui Bono? Wem nützt es?
    Auf dem Nachrichtendienst Twitter postete zeitgleich der ehemalige polnische Außenminister Radek Sikorski eine Luftaufnahmedes austretenden Gases mit dem Vermerk: »Thank you, USA.« Erinnert er sich etwa auch an die Worte des amerikanischen Präsidenten Joseph Biden? Am 7. Februar erklärte dieser in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz, dass man Nordstream 2 beenden werde. Eine Reporterin fragte, wie Biden das anstellen wolle. Seine Antwort: »I promise you, we’ll be able to do it«, »glauben Sie mir, wir werden dazu in der Lage sein«.
    Und der ehemalige britische Botschafter und heutige Menschenrechtsaktivist Craig Murray kommentierte auf Twitter: »The North Stream pipeline allows Russia to send gas to Western Europe without paying transit fees to Ukraine and Poland. Russia just completed it in the teeth of massive opposition from Ukraine, Poland and USA. Now they are trying to convince you it was Russia who blew it up«; »die Pipeline Nord Stream ermöglicht es Russland Gas nach Westeuropa zu liefern, ohne Transitgebühren an die Ukraine und nach Polen zu zahlen. Russland hat es gerade trotz massivem Widerstand aus der Ukraine, Polen und den USA abgeschlossen. Jetzt versuchen sie, dich davon zu überzeugen, dass es Russland war, das es in die Luft gesprengt hat.«
    Jeder kann sich fragen, wer den größten Vorteil aus der aktuellen Situation ziehen kann. Wer es auch immer war: Uns allen muss klar sein, dass wir uns inmitten eines hässlichen Wirtschaftskrieges befinden, der jederzeit weiter auf unsere Kosten eskalieren kann. Die schwächelnde Nummer eins der Welt, die USA, führen einen Stellvertreterkrieg mit ihrem Erzfeind Russland auf dem Boden der Ukraine. Europa – und vor allem Deutschland – wird dafür gnadenlos als Kanonenfutter verheizt. Im Auftrag des digital-finanziellen Komplexes, die Profiteure jeglicher selbstgemachter Krisen, legt die deutsche Regierung unser Land in Schutt und Asche. Das Abdrehen von billiger Energie stürzt uns alle in Lichtgeschwindigkeit in Elend und Armut.
    Den Strudel »unterschwimmen«
    Die Agenda des Weltwirtschaftsforums (WEF) läuft also auf Hochtouren. Um den Druck auf die Bevölkerung zu erhöhen, schießen die Politmarionetten aus allen Rohren. Während die meisten Länder um uns herum die inszenierte Pandemie haben fallen lassen, bleibt das deutsche Regime unter dem Pharmakasper Karl Lauterbach hart. Gentherapeutische Spritzen, Masken und sinnlose Tests warten ab Oktober wieder auf ihren Ei...
    17 min
  • WDR und Eckart von Hirschhausen mit tendenziöser Sendung zu Long-Covid | Von Bastian Barucker
    Ein Kommentar von Bastian Barucker.
    In einer von Eckart von Hirschhausen moderierten WDR-Sendung zum Thema Long-Covid fehlen medizinisch relevante Fakten. Zudem mangelt es an journalistischer Sorgfalt und einer nüchternen Berichterstattung – wie es der Pressekodex insbesondere bei medizinischen Themen vorgibt. Offene Fragen wirft insbesondere der Fall einer im Rahmen der Sendung vorgestellten kranken 13-Jährigen auf.
    Am 19. September veröffentlichte die ARD in ihrer Mediathek eine Sendung mit dem Titel „Hirschhausen und Long-Covid – die Pandemie der Unbehandelten“. Durch die von ARD und WDR produzierte Sendung führt Dr. Eckhard von Hirschhausen, der in der Corona-Pandemie ein starker Befürworter der globalen Impfkampagne war. Hirschhausen ist Allgemeinmediziner ohne Facharztausbildung, der einen Zusatzstudiengang in Wissenschaftsjournalismus absolvierte und unter anderem eine Ehrenmitgliedschaft bei der Berliner Charité innehat. Er ist ein regelmäßiger Talkshowgast und seit 1986 als Kabarettist und Moderator tätig. Anfang 2022 wurde Herr Hirschhausen Honorarprofessor im Fachbereich Medizin an der Universität Marburg. Die Verfahrensregeln für die Verleihung einer solchen Honorarprofessur erfordern die Einholung dreier Gutachten, welche die besonderen Leistungen der Person darlegen müssen, wenn diese noch nicht auf eine fünfjährige Lehrtätigkeit zurückblicken kann. Auf Anfrage verweigerte die Universität Marburg die Herausgabe dieser Gutachten.
    Eckhard von Hirschhausen hatte bereits im Jahre 2018 – also vor Corona – in einem Meinungsartikel für die „Welt“ folgenden Satz über Menschen geschrieben, die Impfungen gegenüber kritisch eingestellt sind: „Wer sich nicht impfen lässt, ist ein asozialer Trittbrettfahrer. Wer sich und sein Kind impfen lässt, leistet dagegen einen mitunter lebensentscheidenden Beitrag zur Gesundheit von anderen.“ Es ist demnach davon auszugehen, dass er Impfungen gegenüber sehr wohlwollend eingestellt ist.
    Seine erst im März 2020 gegründete Stiftung “Gesunde Erde Gesunde Menschen “engagiert sich in den Bereichen Gesundheit und Klimaschutz. In den Jahren 2021 und 2022 hat diese Organisation Zuwendungen der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung in Höhe von 1,8 Millionen Dollar erhalten. In einer Veröffentlichung fordert Hirschhausens Stiftung die “Sicherstellung der vollen Finanzierung multilateraler Gesundheitsfonds” und nennt als wichtige, unterstützensswerte Akteure auf dem Feld der globalen Pandemiebekämpfung unter anderem CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) und GAVI (Global Alliance for Vaccines and Immunisation). Beides sind sogenannte public-private Partnerships, die unter anderem durch die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung gegründet wurden.
    17 min
  • Ohne Nordstream ist Deutschland erpressbar durch Polen und die Ukraine | Von Peter Haisenko

    Ein Standpunkt von Peter Haisenko, Betreiber des Portals anderweltonline.com.
    Die deutsche Regierung will nicht erpressbar sein von Russland. Allerdings ist sie von keinem Energielieferanten unabhängig. Mit der Sprengung von Nordstream kann nun kein Gas mehr direkt aus Russland bezogen werden. Nur die Leitungen durch Polen und die Ukraine sind noch intakt. Die polnische wurde jedoch schon seit einem Jahr von Warschau zugedreht.
    Seit Jahrzehnten sind die Lieferketten der westlichen Industriestaaten derart verwoben, dass sie realistisch gesehen nicht mehr kriegsfähig sind. Ja, nicht einmal konfliktfähig. Das trifft nicht zu auf Staaten, die teilweise seit Jahrzehnten unter den selbstherrlichen Sanktionen der USA zu leiden haben. Die mussten lernen und haben gelernt, ihre Wirtschaft einigermaßen autark aufzustellen. Die Alternative wäre gewesen, sich bedingungslos den Diktaten aus Washington zu unterwerfen. Weil Russland unter Putin das nicht will, wird Russland seit mindestens acht Jahren sanktioniert mit dem Ziel, durch die Zerstörung der Wirtschaft einen Machtwechsel im Kreml zu erzwingen. So hatte Russland mindestens acht Jahre Zeit, seine Abhängigkeit vom Westen, den USA, auf das minimal Mögliche zu reduzieren. Die Folge ist, dass die immer sinnloseren, nur noch symbolträchtigen Sanktionen gegen Russland die Wirtschaft Europas mehr schädigen, als Russland selbst.
    Ohne Energie gibt es keinen Wohlstand
    Das A&O des Wohlstands ist Energie. Energie, die die Arbeit verrichtet, die vorab von Menschen verrichtet werden musste. Um einen Eindruck zu erhalten, um welch gigantische Mengen an Arbeit es sich hier handelt, muss man verstehen, was ein Mensch leisten kann. Der durchschnittliche Mensch kann eine Dauerleistung von etwa 100 bis 150 Watt bringen. Das ist im Übrigen auch die Menge an Wärme, die jeder Mensch fortlaufend an die Umwelt abgibt. Ein Staubsauger benötigt zum Betrieb 1.600 Watt. Die Waschmaschine bis zu 2.000. Um ein E-Auto 100 Km weit zu bewegen, werden etwa 15.000 Watt eine Stunde lang benötigt. Das heißt, wollte man nur mit menschlicher Leistung dieses eine Auto so fortbewegen, müssten 150 Menschen eine Stunde lang all ihre Kraft dafür aufwenden. Für jede einzelne Maschine, die Güter für uns produziert, sieht es nicht anders aus. Wo also früher Sklaven für den Wohlstand weniger arbeiten mussten, tut das jetzt die Energie. Billige Energie ist die moderne Quelle des Wohlstands. Ich nenne sie „Energiesklaven“ und wir beschäftigen ganze Heerscharen davon für jeden einzelnen von uns.
    Nach diesem Exkurs ins Grundsätzliche sollte dem letzten klar sein, dass das Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell der ganzen Welt auf preiswerte Energie angewiesen ist. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Öl, Gas oder Atomenergie handelt. Nur Wind- und Sonnenenergie reichen dafür nicht aus. Sie sind nicht zuverlässig und auch zu wenig. Das aber heißt, dass jeder, der ein Land von dieser zuverlässigen Energieversorgung abschneidet, einen direkten Angriff auf den Wohlstand des betroffenen Landes vollzieht. Es ist nicht weniger als eine Kriegserklärung mit dem Ziel, seinen Feind in vorindustrielle Zustände zurückzuversetzen. Allerdings mit dem Unterschied, dass wir heutzutage nicht mehr in der Lage sind, auch nur annähernd so leben zu können, wie man es noch vor 150 Jahren konnte. Wir haben ja nicht einmal mehr genügend Pferde, mit denen man die notwendigen Transporte durchführen könnte. Das wiederum heißt, wenn man ein Land heutzutage von der Energieversorgung abschneidet, werden in diesem Land bis zu achtzig Prozent der Bevölkerung nicht überleben können. Sie werden jämmerlich verrecken. Da braucht man keine Atombombe mehr.
    Die Grünen führen Krieg gegen die eigene Bevölkerung
    So kann man den Grünen vorwerfen, dass sie mit ihrer „Energiepolitik“ Krieg gegen die eigene Bevölkerung führen.
    12 min
  • Fahrlässige Gefährdung unserer Kinder durch Corona-Selbsttests | Von Markus Fiedler
    Die Corona-Selbsttests stehen seit Langem unter Verdacht. Doch die Konzernmedien schweigen. Nun ist es bewiesen: Sie sind giftig!
    Die Bevölkerung wird offenbar mit größter Gleichgültigkeit systematisch in Gefahr gebracht, indem Antigen-Selbsttest mit hochgiftigen Substanzen ohne deren Deklaration an ahnungslose und labortechnisch ungeschulte Bürger ausgehändigt werden. Schüler und Lehrer waren beispielsweise verpflichtet, diese Tests regelmäßig mehrere Male in der Woche anzuwenden. Das wird sich im kommenden Winter voraussichtlich wiederholen. Ein Spiel mit dem Feuer.
    Ein Kommentar von Markus Fiedler.
    Würden Sie ihrem Kind Zyankali in die Hand drücken? Sicher auf gar keinen Fall! Genau so wenig wie Sie Ihre Kinder an der Engelstrompete (Brugmansia spec.) im Kleingarten herumlutschen lassen würden. Es sei denn, Sie haben ein intensives Interesse am möglichst schnellen Ableben Ihres Nachwuchses.
    Dennoch aber haben Millionen von Eltern in Deutschland und Milliarden weltweit ihre Kinder und sich selbst einer ständig wiederholten massiven gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt. Nämlich, in dem sie erlaubten, dass Kinder mit den Corona-Selbsttests herumhantierten.
    Diese Schnelltests kommen in der überwiegenden Zahl aus China. Viele Eltern erinnern sich sicherlich noch an die zahlreichen zurückliegenden Skandale zu Babyspielzeug mit schwermetallhaltiger Farbe und ähnlich gefährlichen Substanzen.(1) Bis hierhin kann man sich denken, dass es genau das ist, was man von nicht näher kontrollierten Produkten aus China gewohnt ist. Man könnte also davon ausgehen, dass im hoch kontrollierten Markt der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich solche medizinischen Produkte wegen der zahlreichen negativen Vorerfahrungen nicht ohne grundlegende Sicherheitstests auf den Markt kommen. Werden diese Produkte wirklich kontrolliert?
    Eltern wurden vom Staat regelrecht genötigt, ihre Kinder in der Schule den Test selbstständig vornehmen zu lassen. Denen, die sich den „neuen normalen“ Schulregeln aus gutem Grunde verweigerten, wurde mit dem Entzug der Kinder und dem Jugendamt gedroht, wie man beispielsweise in der Frankfurter Rundschau lesen konnte.(2)
    Zitat:


    "Seit Ende der Osterferien am Montag (19.04.2021) sind Schülerinnen und Schüler in Präsenzunterricht verpflichtet, sich zweimal pro Woche selbst zu testen oder testen zu lassen. „Kommen die Erziehungsberechtigten den ihnen hier obliegenden Pflichten nicht nach oder verweigern sie diese, sind sie darauf hinzuweisen, dass in diesem Fall das Jugendamt zwecks Inobhutnahme des Kindes bzw. der/des Jugendlichen verständigt werden muss“, heißt es in einem Brief an die Schulleiterinnen und Schulleiter des Main-Kinzig-Kreises [...]".(3)

    Auch die Gerichte waren zumeist auf der Linie der staatlichen Institutionen. Eilanträge gegen Testungen und Maskentragen wurden in der Überwiegenden Zahl abgelehnt.(4)
    Und das gesamte Szenario haben unendlich dumme bis korrupte Politiker eingetütet, die in ihrer Gleichgültigkeit und ihrem plumpen Aktionismus ganz offenbar nicht nur über politische Leichen gehen, wie wir in den letzten Monaten mit ansehen mussten.
    Relativ schnell machte schon im Jahr 2021 ein Gerücht die Runde, dass die hochgiftige Chemikalie Natriumazid in der sogenannten Pufferlösung der Schnelltest enthalten sei.(5) Dieses Gerücht erhärtete sich schnell als Tatsache.
    17 min
  • Die Schatten-Monarchie | Von Tom-Oliver Regenauer

    Die Adelsdynastien üben ihre Macht im 21. Jahrhundert weiter aus und tarnen dies hinter der Erzählung, die Königshäuser hätten nur noch eine symbolisch-repräsentative Aufgabe.
    Ein Standpunkt von Tom-Oliver Regenauer.
    Die Ära absolutistischer Monarchie endete vor knapp einem Jahrhundert. Und damit vorgeblich auch der weltliche Einfluss europäischer Königshäuser auf die neu entstandenen demokratischen Strukturen — so zumindest die landläufige Annahme. Dass dies nicht wirklich zutreffend ist, zeigt ein genauerer Blick auf die Umtriebe der gut vernetzten und teils seit einem Jahrtausend bestehenden Dynastien des Hochadels.



    The King is dead, long live the King! (deutsch: Der König ist tot, lang lebe der König!) Mit dieser im Jahre 1422 in Frankreich geprägten Heroldsformel läutet Großbritannien dieser Tage eine neue Ära ein. Denn nach dem Tod der 93-jährigen Queen übernimmt nun ihr ältester Sohn den Thron im Königreich. Ein kolossales Event. Nicht nur für die Bewohner der Insel. Nach Angaben der britischen Medien hat sich die halbe Weltbevölkerung vor irgendwelchen Bildschirmen versammelt, um die Trauerfeierlichkeiten zu verfolgen — mehr als vier Milliarden Menschen. Für das Begräbnis einer steinreichen Monarchin, deren Machtapparat beträchtliche Teile der Welt seit Jahrhunderten ausbeutet und unterjocht. Ein Großteil der Zuschauer dürfte selbst vom brutalen Imperialismus der Briten betroffen sein. Zumindest die jeweiligen Vorfahren. Denn das Commonwealth of Nations ist nach wie vor riesig. Knapp 2,5 Milliarden Menschen leben auf dem 56 Länder umfassenden Territorium des einstigen „Empire“, fast ein Drittel der Weltbevölkerung. Und sie alle unterstanden bis vor Kurzem Queen Elizabeth II, einer snobistischen Monarchin, deren Projektionsfläche sich nun im wohlwollenden Lichte posthumen Kondolenzgebarens verklärt.
    Königin Elisabeth II. war ein Spross des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha, in Englisch Saxe-Coburg-Gotha, einem der einflussreichsten Geschlechter des Hochadels — wie auch der amtierende belgische König Philippe, dessen Aufgaben bei einer Internet-Enzyklopädie wie folgt umrissen werden: „Er ist Mitglied im Club of Rome. Im Jahr 2012 war er Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz (…). 1995 wurde Philippe (…) als Großkreuzritter in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert.“ Es folgen noch einige weitere Ernennungen, Orden und Lobpreisungen, unter anderem im Bulletin des Vatikan. Dann endet die Beschreibung seiner Lebensleistung, die zunächst wenig spektakulär anmutet, abrupt.
    Repräsentative Rollen, Grüß-August, revisionistische Traditionen — möchte man annehmen. Analog zum Curriculum Vitae von Ex-Prinz Charles. Doch das täuscht. Denn auch wenn „die Royals“ heutzutage allesamt den Anschein erwecken wollen, ihr Verantwortungsbereich beschränke sich nur noch auf Fotostrecken, Homestories und Benefiz-Veranstaltungen, haben die Familien des alteingesessenen Hochadels, der den europäischen Kontinent seit einem Jahrtausend beherrscht, nach wie vor ungeahnte Macht und nehmen mehr Einfl...
    23 min
  • Aus allen Rohren | Von Hannes Hofbauer

    Der Anschlag auf Nord Stream 1 und 2 zielte darauf ab, die EU existenzbedrohend zu schwächen.
    Ein Kommentar von Hannes Hofbauer.
    Drastischer Druckabfall in beiden Pipelines von Nord Stream 1 und 2. Nahe der dänischen Ostseeinsel Bornholm beobachteten Flugzeugbesatzungen eine quadratkilometergroße Gasblase. In der Nacht vom 25. auf den 26. September 2022 hat der Krieg, der von Russland gegen Kiew und vom Westen gegen Moskau geführt wird, eine neue Eskalationsstufe erreicht. Er ist in EU-Europa angekommen. Der Angriff auf die Pipelines ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die USA zurückzuführen.




    Es waren Anschläge ungeheuren Ausmaßes, die die beiden für die Gasversorgung Deutschlands gebauten Röhren zerfetzten. Messstationen in Schweden und Dänemark verzeichneten kräftige unterirdische Detonationen. Um sich vorstellen zu können, welche Wucht für die Zerstörung nötig war, hier ein paar technische Daten: Ein einzelnes Metallrohr der 1.200 Kilometer langen Stränge wiegt 50 Tonnen, ist mit Beton und Bitumen verkleidet und liegt an der Anschlagstelle in 40 Meter Tiefe auf dem Meeresboden.


    „Die Zerstörung, die innerhalb eines Tages an drei Röhren des Nord-Stream-Pipelinesystems erfolgte, ist etwas noch nie Dagewesenes. Derzeit ist es unmöglich, den Zeitraum für Reparaturarbeiten an der Gasleitungsstruktur anzugeben“,

    äußerte sich ein Sprecher des Betreiberunternehmens von Nord Stream 1. Eine Wiederherstellung unter den Bedingungen des herrschenden EU-Sanktionsregimes gegen Russland ist schier undenkbar, fehlen doch sowohl die dafür nötigen personellen als auch finanziellen Ressourcen und Bedingungen.
    Zu den Hintergründen des Anschlages waren bereits unmittelbar danach skurrile Wortspenden aus dem EU-Raum zu vernehmen, die sich an Irrationalität geradezu überboten. Demgegenüber: Schweigen in den USA und Alarmstimmung in Russland. Dort hatte bereits vier Tage vor der Sabotage in der Ostsee der Inlandsgeheimdienst FSB einen Anschlag auf Turkstream verhindert, eine Pipeline, die vom südrussischen Anapa über das Schwarze Meer die Türkei, Serbien und Ungarn mit Erdgas versorgt.
    Den ersten Vogel schoss der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ab, der hinter dem Anschlag in der Ostsee sogleich eine russische Sonderoperation ausmachte.
    Was Moskau dazu veranlassen sollte, seine eigene Pipeline, die ihm eine gewisse Verhandlungsmacht gegenüber der Europäischen Union und insbesondere Deutschland beließ, zu sprengen, darüber kamen die seltsamsten Theorien zum Vorschein.
    Im Wochenblatt Spiegel wird EU-Außenbeauftragter Josep Borrell zitiert, der „robuste und gemeinsame Reaktionen“ Brüssels auf die „vorsätzliche Handlung“ ankündigt und damit, ohne es zu sagen, weitere Sanktionen gegen Russland fordert. Auch der Berliner Tagesspiegel mutmaßt eine „False-Flag-Operation“ Moskaus, die angeblich zum Ziel hätte, „Verunsicherung zu schüren“ und „den Gaspreis noch mehr in die Höhe zu treiben“.
    Die Logik dahinter erschließt sich freilich nicht, denn der höhere Gaspreis kann ja nun mangels funktionierender Pipeline für Moskau nicht mehr realisiert werden. Ähnlich grenzwertig argumentiert Springers Welt. Auch sie hat den Täter in Moskau ausgemacht, weil dieser damit verhindern will, dass Deutschland die Restmenge an Gas, die in den Leitungen vorhanden ist, abzapfen kann.
    Schon das Einmaleins eines Volksschülers hätte ausgereicht, diese Theorie ins Eck einer Verschwörung zu stellen; denn die Gasmenge, die zwecks Aufrechterhaltung des Drucks in den Leitungen lagert, beträgt nur einen geringen Bruchteil dessen, was Tag für Tag ohne Leck durchfließen könnte.
    Staatsterror
    Einig ist man sich in der Einschätzung des Urhebers darin, dass es sich dabei nur um einen staatlichen Akteur — und damit staatlichen Terrorakt — handeln kann. Denn für die Aktion der Sprengung in 40 Meter Tiefe b...
    10 min
  • Die grünen Zersetzer | Von Roberto J. De Lapuente
    Ein Standpunkt von Roberto J. De Lapuente.

    Die größte Gefahr für die Demokratie, Nancy Faeser sagt es uns regelmäßig, seien Rechtsextremisten. Ohne deren demokratiefeindliche Haltung schönzureden: Es sind weniger die Braunen als die Grünen und ihre Pläne für die Wirtschaft, die diese Demokratie zersetzen.

    Nicht erst seitdem wir diese Innenministerin haben, macht man uns klar: Die Demokratie steht vor einer Schicksalsprüfung. Ja, vor einem Endkampf. Denn sie kämpft gegen ihre Feinde. Und die tummeln sich, ja Sie haben es richtig erahnt oder mittlerweile bereits verinnerlicht: Am rechten Rand. Es gibt keine Bundespräsidentenrede mehr, in der diese Gefahr nicht zur Sprache kommt. Wobei in diesen Warnungen nie so richtig klar wird, wer eigentlich gemeint ist. Die NPD und ihre Restbestände? Oder Sie, als Sie damals gegen die Maßnahmenpolitik der Bundesregierung auf die Straße gingen? Womöglich auch wir, die wir in diesem Herbst klarmachen wollen, dass es eine Zeitenwende von der Zeitenwende geben muss? Diese »rechte Gefahr« ist bewusst schwammig, gezielt nach allen Seiten interpretierbar: Denn sie soll ablenken vor denen, die die Demokratie wirklich gefährden.
    Sicher, es stimmt schon, dass es rechte Umtriebe gibt, das kann man ja nicht leugnen. Die Zwickauer Zelle gab es wirklich. Und der Kasseler Regierungspräsident wurde ja tatsächlich ermordet. Aber brachten diese Mörder die Demokratie je ins Wanken? Dieses Gefühl hat man eigentlich nie gehabt. Immer wenn die Demokratie gefährdet war in den letzten Jahren, dann von Leuten, die direkt an den Schalthebeln des Staates saßen, die also auch die Macht hatten, demokratische Prozesse zu unterlaufen. Im Augenblick sind das ganz besonders die Grünen. Und man hat den Eindruck, dass seit Jahrzehnten niemand mehr die Missgeschicke dieses Landes mitbestimmte, der es so ernst meinte mit der Deinstallation der demokratischen Kultur. Die Grünen sind momentan die schlimmste Gefahr für die Demokratie. Auch wenn Nancy Faeser was ganz anderes behauptet.
    Die erfundene Hetzjagd: Grüne Psychosen
    Kurz nachdem die grüne Außenministerin in Prag verkündete, dass es sie nicht kümmere, was ihre Wäherlinnen und Wähler denken, las man von einem grünen Lokalpolitiker, der über einen längeren Zeitraum eine Hetzjagd auf seine Person öffentlich machte. Sogar Morddrohungen musste der Mann, der seine Wurzeln in Sri Lanka hat, angeblich aushalten. »Diese Menschen bekommen mich nicht mundtot«, sagte er der Aachener Zeitung. Immer wieder zog er sich an der Hetze hoch, betonte, dass er jetzt erst recht weitermachen wolle. Die Polizei ermittelte selbstverständlich – und fand nichts. Die zuständige Staatsanwaltschaft kam zu der Ansicht, dass an den Vorwürfen einer Hetzjagd nichts dran sei. Wie es aussieht, sei alles nur vorgetäuscht gewesen.
    Natürlich inszenieren nicht alle Grünen die Stimmung, mit der man ihnen begegnet. Viele bekommen ordentlich Wut ab. Gar keine Frage. Aber die kleine Anekdote aus der grünen Lokalpolitik zeigt, dass die Parteigänger sehr wohl wissen, wie förderlich eine solche Stimmung gegen sie ist. So sehr, dass jene, die eine solche Wut nicht ernten, sich regelrecht eine herbeiphantasieren. In diesem Klima, zu einer eigentlich verfolgten Gesellschaftsgruppe zu gehören, die sich aber dennoch nicht unterkriegen lässt, blühen die Grünen erst so richtig auf. Da sind sie in ihrem Element: Die Inszenierung als »politisch Verfolgte« gehört zur Folklore dieser Partei, die längst im kleinbürgerlichen Milieu angelangt ist, aber immer noch gerne so tut, als sei sie ein Stachel im Fleische des Kleinbürgertums.
    Ob das einfach nur ganz ordinäre Psychosen sind oder Kalkül: Wer vermag das zu beantworten? Womöglich haben es die Grünen wirklich geschafft, ihren psychotischen Verfolgungswahn zu einer Art parteilichem Alleinstellungsmerkmal...
    11 min
  • Die nicht gelebten Werte | Von Caitlin Johnstone
    Ein Kommentar von Caitlin Johnstone.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Das Problem mit „westlichen Werten“ ist, dass der Westen sie nicht schätzt.




    Die westlichen Werte erfahren eine permanente Entwertung. Das ist dem doppelzüngigen Umgang mit diesen Werten geschuldet. Ist Ihnen jemals aufgefallen, dass diejenigen, die am lautesten über die Tyrannei in fremden Ländern kreischen, immer dieselben sind, die die Zensur und Deplatforming (1) aller fordern, die das westliche Imperium kritisieren? Es ist ein allgegenwärtiger Geistesvirus in der gesamten westlichen Gesellschaft. Jeder — und ich meine wirklich jeden —, der die Außenpolitik der USA und ihrer Verbündeten vor einem größeren Publikum offensiv und konsequent kritisiert, wird von Apologeten des Imperiums als russischer Agent gebrandmarkt, und dieser Konsens wird von der stetig wachsenden Meinung begleitet, dass Russlands Agenten und ihre nützlichen Idioten von westlichen Plattformen verbannt werden sollten.






    Die Verteidiger des westlichen Imperiums werden nicht zugeben, dass sie alle Kritiker des Imperiums zum Schweigen bringen wollen, aber das ergibt sich, wenn man a) die Tatsache, dass sie jeden, der das Imperium mit ausreichender Vehemenz kritisiert, als russischen Agenten betrachtet, mit b) ihrer Meinung kombiniert, dass diejenigen, die „russischem Einfluss unterliegen“, zensiert werden sollten.

    Immer wenn ich die Außenpolitik des westlichen Imperiums kritisiere, sagen mir seine Apologeten, dass ich meine Herrscher niemals so kritisieren dürfte, wenn ich in einem Land wie Russland oder China leben würde, obwohl sie genau wissen, dass es doch hier genau so wäre: Auch hier dürfte ich das westliche Empire nicht kritisieren, wenn es nach ihnen ginge. Sie sind dieselben wie die Tyrannen, die sie angeblich verachten.

    Das Problem mit „westlichen Werten“ ist, dass die Menschen im Westen sie nicht schätzen.

    Sie denken, dass sie sie wertschätzen, aber all diese Achtung vor der freien Meinungsäußerung und vor der Rechenschaftspflicht gegenüber dem Licht der Wahrheit verschwindet sofort, sobald sie jemanden etwas sagen hören, das sich stark von dem unterscheidet, was ihre Herrscher und ihre Propagandisten ihnen zu denken gegeben haben. Dann wollen sie diese Person zum Schweigen bringen und kaltstellen.

    In Wahrheit verkörpern die schärfsten Kritiker des westlichen Imperiums diese westlichen Werte unendlich mehr als die Apologeten des Imperiums. Gerade die Kritiker des Imperiums sind es, die die Meinungsfreiheit schätzen und die Mächtigen zur Rechenschaft ziehen. Und die gehirn-gewaschenen Stiefellecker des US-zentralisierten Imperiums sind es, die Zensur fordern und jeden niederschreien, der den mächtigsten Menschen der Welt eine kritische, oppositionelle Meinung entgegensetzt.

    Menschen sagen mir „Geh nach Russland!“ oder „Zieh nach China!“, je nachdem, welchen Aspekt der globalen Machtagenda des Imperiums ich gerade kritisiere, und ich möchte ihnen immer sagen:
    Nein, gehen Sie nach Russland. Ziehen Sie nach China. Sie sind derjenige, der versucht, Dissens und Kritik an den Mächtigen zu unterdrücken. Ich bin diejenige, die nach westlichen Werten lebt, wie sie mir verkauft wurden,
    7 min
  • NATO löst mit Sprengung von Nordstream ein Problem für Habeck und Scholz | Von Mechthild Schwarz
    Ein Standpunkt von Mechthild Schwarz.
    [Am 27.9.22] hat ein sog. „staatlicher Akteur“ die Gasleitungen Nordstream 1 und Nordstream 2 zeitgleich an drei Stellen gesprengt. Gas kann auf absehbare Zeit nicht mehr durch die Ostsee von Russland nach Deutschland fließen. Es ist unbekannt, ob und wann Gas durch die Ostsee wieder fließen kann.
    In normalen Zeiten würde eine – jede – Regierung den sofortigen Krisenmodus ausrufen, wenn die existenzkritische Energieinfrastruktur des Landes mit einem Terrorakt zerstört wurde. Man hat aber nicht wirklich den Eindruck, dass unsere „Regierenden“ und Medien diesem unerhörten, geschichte-machenden, kriegsgrund-darstellenden, Terrorakt mehr Bedeutung beimessen als dem kurzfristigen Rhein-Niedrigpegel im vergangenen August.
    Die Entrüstung wirkt aufgesetzt
    Man stelle sich etwa die Hysterie vor, die die Berichterstattung in den USA auf Wochen dominieren würde, wären zwei Gaspipelines im Golf von Mexiko gesprengt worden. Gefolgt von der Auslöschung eines Landes, das zwar nichts damit zu tun hatte, aber auf der Liste der Bösen steht.
    In Deutschland jedoch schafft es dieses existenzbedrohende Ereignis nur mühsam auf die Titelseiten. Kein Ansturm aufs Klopapier, weil Gas jetzt wirklich nicht mehr über die Ostsee kommen kann, kein Schrei nach Aufklärung, kein Ruf nach sofortigen Maßnahmen, kein Verlangen nach Vergeltung. Die Medien widmen dem – ich wiederhole es: staatsbedrohenden – Terroranschlag, weniger Platz als einem vorgeblichen Hassrede-Zwischenfall auf einer Regenbogenparade in Hinterscheißleiten. Die unverzichtbaren Statements diverser Positionshalter in der EU und Deutschland wirken verdächtig aufgesetzt, die Entrüstung geradezu künstlich und erzwungen. Kein Vergleich zu jenem obsessiv-bipolaren Betroffenheitsgehampel von Baerbock, Von der Leyen und Konsorten ob der russischen Militäroperation in der Ukraine.
    Wo kein Problem, da keine Panik
    Wenn man keine Panik und Entrüstung sieht, liegt es daran, dass es keine Panik und Entrüstung gibt. Womit wir beim Kern der Sache sind: Unsere Regierung, diese Regierung, spürt keine Panik und Entrüstung, weil sie den Anschlag erwartet und gewollt hatte. Bevor ich darlege, warum die Planung und Durchführung der Sprengung selbst formal von der NATO verantwortet werden muss, ist zu erklären, warum die Regierung, diese Regierung, von dem Terroranschlag profitiert. Persönlich, politisch. Zum Schaden Deutschlands.
    Man steigt dazu, ob man will oder nicht, in jenes stinkende Drecksloch ab, in dem Soziopathen, Narzissten, Polit-Amateure und geopolitische Non-Entities wie Scholz, Habeck & Co. (kurz Scholzbek) gedeihen, und sich täglich ihrer ganz persönlichen perversen Logik des Machterhalts hingeben, dabei nach Außen medienunterstützt so dargestellt werden, als würden sie „regieren“.
    Die USA schlagen drei Fliegen mit einer Klappe und helfen Scholzbek aus der Klemme
    Früher oder später hätte Scholzbek dem innenpolitischen Druck nachgeben und Nordstream 2 öffnen müssen. Die Gaspreise sind zu hoch, die Deutsche Industrie nimmt bereits irreparablen Schaden, die Stimmung im Volk erreicht absehbar den Siedepunkt. Die Stimmen wurden immer lauter für, und die Argumente im schwächer gegen die Öffnung von NS 2.
    Scholzbek hatte ein echtes Problem: Eine Öffnung wäre ein amtsgefährdender Gesichtsverlust, träumen doch große Teile der grünen Basis tatsächlich davon, Deutschland sofort und total von fossilen Energieträgern befreien zu können. Zudem hätte sich Scholzbek auch einem harten Befehl der USA verweigern müssen, denn für unseren Bündnisfreund ist es eines seiner wichtigsten aussenpolitischen Ziele, die Betriebsaufnahme von Nordstream 2 für immer zu verhindern.
    Dazu braucht es Mut, den seit Gerhard Schröder kein Kanzler mehr hatte. Denn Scholzbek droht zwar gerne jenen Deutschen, deren Meinung er nicht gut findet, mit dem Knüppel der „wehrhaften Demokratie“, aber den Arsch in der Hose,
    13 min
  • Das Schüren von Hass auf Ungeimpfte | Von Norbert Häring
    Das Schüren von Hass auf Ungeimpfte wurde schon geplant, als Covid-Impfstoffe noch Hoffnungswerte waren.
    Ein Kommentar von Norbert Häring.
    In einer aufwendigen Untersuchung der US-Eliteuniversität Yale wurde schon vor der Impfstoffentwicklung untersucht, mit welchen massenpsychologischen Mitteln man die Menschen am besten dazu bringen könnte, sich gegenseitig zur Impfung zu drängen. Die Botschaften, die dabei als besonders effektiv ermittelt wurden, waren genau die, mit denen später international die gesellschaftliche Ächtung und Diskriminierung Impfunwilliger vorangetrieben wurde.
    Schon am 3. Juli 2020 startete eine experimentelle Studie der US-Eliteuniversität Yale „Persuasive messaging to increase COVID-19 vaccine uptake intentions“ (Überzeugende Botschaften zur Steigerung der COVID-19-Impfabsichten).
    Übersetzungshinweis: “ To persuade“ kann mit „überreden“ oder „überzeugen“ übersetzt werden. Im Gesamtzusammenhang wird deutlich, dass es hier um Überreden geht, um das Hervorrufen von Gefühlen, nicht um das Überzeugen mit Argumenten. Aber den Ausdruck „überredende“ Botschaften gibt es im Deutschen nicht.
    In Anbetracht des aufwendigen Studiendesigns mit über 4000 Teilnehmern, die erst rekrutiert werden mussten, und der vielen beteiligten Universitätsinstitute (Globale Gesundheit, Infektionskrankheiten, Sozial- und Politikstudien, Amerikanische Politik, Politikwissenschaft, Epidemiologie, Pflege) ist offenkundig, dass die Planung schon deutlich vor Juli begonnen haben muss, als noch völlig im Dunkeln lag, wann es Impfstoffe geben würde und welche Eigenschaften diese haben würden. Das räumen die Autoren, als die Studie im Oktober 2021 endlich in der Zeitschrift Vaccine veröffentlicht wird, am Ende bei den „Begrenzungen“ der Studie verschämt ein:

    „Wir haben die Impfbereitschaft zu einer Zeit gemessen, als es noch keinen Impfstoff gab und die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen möglicher Impfstoffe noch nicht bekannt waren.“
    Diese Wissenslücke hielt die Wissenschaftler aber nicht davon ab, in den verschiedenen Botschaften, deren Effektivität überprüft wurde, einfach mal zu behaupten, dass die Impfungen hochwirksam und sicher seien und bei hoher Impfquote die Pandemie durch Herdenimmunität beendet würde. Das waren genau die Behauptungen, die in der späteren Impfkampagne überall verwendet wurden und die sich inzwischen überwiegend als falsch herausgestellt haben.
    Doch noch im Herbst 2021, bei Veröffentlichung der Studienergebnisse, als längst klar ist, dass es schwere Nebenwirkungen in beträchtlicher Anzahl gibt und dass Herdenimmunität mit den sehr begrenzt wirksamen Impfstoffen nicht erreichbar ist, behaupten die Autoren ungeniert:

    „Es ist nach wie vor wichtig, die breite Öffentlichkeit von der Sicherheit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe zu überzeugen, um sicherzustellen, dass die Schwelle zur Herdenimmunität erreicht wird. Unsere Experimente liefern robuste Belege dafür, dass der Appell, andere zu schützen, Auswirkungen auf die Absicht hat, sich impfen zu lassen und sozialen Druck auf andere auszuüben, dies ebenfalls zu tun.“
    Perfide Botschaften
    Die Autoren verraten ungewöhnlicher Weise nicht, wie viele Probanden an dem Experiment teilnahmen, sondern nur, dass 4361 bis zum Schluss dabeiblieben. Bei einer Kontrollgruppe von knapp 600 Probanden wurde die Impfbereitschaft am Anfang und am Ende abgefragt, ohne dass sie relevante Botschaften erhielten. Knapp 300 erhielten die Basisbotschaft mit den Behauptungen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen und, dass es zur Beendigung der Pandemie wichtig sei, dass sich möglichst viele Impfen lassen. Bei 12 gleich großen Gruppen von ebenfalls knapp 300 Probanden wurde diese Basisbotschaft noch um unterschiedliche Zusatzbotschaften ergänzt, die Bewertungen und Gefühle erzeugen sollten.
    11 min

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das denk' ich auch