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DK031 - Scientist Rebellion und die erste Klimaforscherin
…und wie kann man eigentlich beim IPCC mitarbeiten?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.a
In Folge 31 vertreiben wir uns noch ein letztes Mal die Wartezeit bevor es mit Teil II des 6. Sachstandsberichts losgeht. Claudia erklärt, wie man sich an der Arbeit des IPCC beteiligen kann und wir rätseln, was ein “IPCC Outreach Event” ist. Florian stellt die Arbeit von Eunice Newton Foote vor, die im 19. Jahrhundert als erste wissenschaftlich beschrieb, wie CO2 die Erdatmosphäre erwärmt. Und am Ende diskutieren wir darüber, was wir davon halten, dass “Scientist Rebellion” einen Teil des Sachstandsberichts geleakt hat.
Mitmachen beim IPCC
Das IPCC hat ein eigenes Dokument veröffentlicht um zu erklären, wie man sich beteiligen kann. Es gibt sechs Möglichkeiten und für die meisten davon muss man aktiv Klimaforschung betreiben. Aber man kann sich auch durch Wissenschaftskommunikation beteiligen, was uns besonders interessant. Das Handbuch zur Kommunikation und der Visual Style Guide haben wir nur kurz betrachtet, uns aber ein wenig darüber amüsiert.
Wo sind die IPCC-Outreach-Events?
Das IPCC erwähnt in seiner Kommunikation extra spezielle Outreach-Events - die aber irgendwie nicht stattzufinden scheinen. Was wir schade finden, denn wir hätten ein paar gute Ideen, was man da machen könnte.
Wo, wie was, publizieren
Wie muss man publizieren, damit das IPCC die Arbeit auch in den Bericht inkludiert? Die Frage stellt sich vor allem bei der sogenannten “grauen Literatur”, also Fachartikeln, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht begutachtet worden sind. Auch die wird vom IPCC berücksichtigt, muss aber ein paar Mindeststandards erfüllen. Und sollte in entsprechenden Datenbanken verfügbar sein, zum Beispiel Zenodo vom CERN.
Die Klimaforschung von Eunice Foote
Dass CO2 die Atmosphäre der Erde wärmer macht wissen wir erstaunlich lange. Und seit 2010 wissen wir, dass wir es länger wissen als wir dachten. Da hat man nämlich entdeckt, dass nicht der irische Forscher John Tyndall der erste war der das herausgefunden hat (was nicht tragisch ist weil er so viele andere coole Sachen gemacht hat), sondern die Amerikanerin Eunice Newton Foote. Sie war nicht nur eine der ersten Frauenrechtlerinnen der USA sondern betrieb auch chemische Forschung und fand dabei heraus, dass Luft mit CO2 schneller wärmer wird und länger wärmer bleibt als Luft mit weniger CO2. Und schloss daraus korrekt, dass die CO2-Konzentration direkt die Temperatur der Atmosphäre beeinflusst. Ihre Arbeit dazu hat sie 1856 veröffentlicht - "Circumstances affecting the Heat of the Sun's Rays" - wurde aber weitestgehend ignoriert. Sie wurde so sehr vergessen, dass wir bis heute kein Bild von ihr haben. Aber immerhin wurde ihre Arbeit 2010 wieder “entdeckt” und mittlerweile gibt es zumindest ein bisschen Forschung zu ihren Experimenten. Zum Beispiel “Understanding Eunice Foote's 1856 experiments: heat absorption by atmospheric gases”. Es gibt auch einen Kurzfilm über ihr Leben. Und auch wenn man es annehmen könnte, ist es unwahrscheinlich, dass John Tyndall von ihr abgeschrieben hat (“Eunice Foote, John Tyndall and a question of priority”).
Scientist Rebellion leaked den IPCC-Report
Die Klimaktivismusgruppe Scientist Rebellion hat einen Teil des bis jetzt noch nicht offiziell veröffentlichten Berichts der Arbeitsgruppe III des IPCC vorab geleakt. Dafür gaben sie gute Gründe an; unter anderem und vor allem die Dringlichkeit der Information und des Klimaschutzes. Das finden wir prinzipiell auch, sind uns aber nicht sicher, ob man dem Leak in allen Aspekten zustimmen kann.
Am Ende empfehlen wir noch einen Besuch beim Netzwerk Klimajournalismus, dort gibt es immer interessante und aktuelle Informationen.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an [email protected]. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Blog Florian|
DK030 - Wie macht man “Das Klima”?
…und muss man sich dazu sehen können?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 30 warten wir immer noch darauf, den zweiten Teil des sechsten Sachstandsberichts lesen zu können. Und vertreiben uns daher die Zeit mit einem kurzen “Making of”. Wir reden darüber, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass Florian und Claudia gemeinsam den Podcast “Das Klima” machen obwohl sie sich noch nie persönlich getroffen haben. Wir reden darüber, wie wir uns vorbereiten und wie wir aus den Unmengen an Informationen des Berichts das extrahieren, was dann letztlich im Podcast landet.
Wo ist der zweite Teil?
Der zweite Teil braucht noch ein wenig Zeit; und wir brauchen Zeit, um ihn zu lesen. Deswegen werden wir erst am 14. März im Podcast darüber reden können, was zufälligerweise auch der Internationale Pi-Tag ist, was Florian besonders freut, da er ja Mitglied im Verein der Freunde der Zahl Pi und Pi-Botschafter ist.
Der Ursprung von "Das Klima"
“Das Klima” wurde quasi am 26. Juli 2021 geboren; da hat Florian auf Twitter gefragt ob da denn wer wäre, mit dem man einen Podcast machen könnte. Geantwortet hat Claudia, zuerst ablehnend - aber dann hat es doch geklappt.
Wer verteilt die Arbeit?
Claudia verschafft sich einen Überblick über das jeweilige Kapitel. Und teilt danach die Themen auf. Wie wir danach arbeiten, ist aber unterschiedlich.
Die Vorbereitung
Florian neigt eher zum Text und zu ausführlichenExzerpten. Claudia dagegen beginnt bei ihrer Vorbereitung mit den Bildern und macht sich grafisch aufwendige Notizen. Die darüber hinaus noch sehr schön aussehen. Beide hätten gerne die Möglichkeit eines digitalen Notizzettels, dafür aber noch keine brauchbare Software gefunden…
Von Angesicht zu Angesicht: Nicht
Wenn der Podcast dann aufgenommen wird, sitzt Florian im Süden von Wien und Claudia in Köln. Tatsächlich haben wir uns noch nie in echt getroffen, was die Aufnahme ein wenig außergewöhnlich macht. Sie funktioniert aber dennoch recht gut, auch wenn man sich nicht gegenüber sitzt und nur per Audio verbunden ist.
Schnitte und Shownotes Deluxe
Wenn alles aufgenommen ist, braucht es noch den Schnitt der Episode, den Florian übernimmt und dann sehr ausführliche Shownotes. Da geben wir uns tatsächlich Mühe, denn “Das Klima” braucht mehr Shownotes als andere Podcasts.
Das Klima braucht mehr social media
Was wir auch bräuchten aber nicht schaffen, ist eine vernünftige Präsenz in den sozialen Medien. Aber vielleicht kriegen wir das in Zukunft ja noch hin.
Kontakt und weitere Projekte
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
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DK029 - Wie klimaschädlich ist die Astronomie?
…und was findet man in einem Klimaatlas?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 29 machen wir den ersten Teil des 6. Sachstandsberichts fertig. Oder, etwas weniger brutal gesagt: Wir besprechen die letzten Teile, die wir noch nicht besprochen haben. Nämlich das Kapitel zum interaktiven Atlas und den Atlas selbst. Claudia erzählt außerdem ein wenig über FAIRe Daten und erläutert, warum man das “FAIRe” so komisch schreibt. Florian beendet die Folge dann mit einer Analyse der Klimawirkung der astronomischen Forschung. Ist gar nicht so einfach, klimafreundlich zu forschen. Aber es würde gehen, man muss sich halt nur ein wenig anstrengen.
Wir reden über Atlanten
Claudia und Florian mögen Karten und Atlanten sehr gerne und haben die Dinger auch zuhause als Deko hängen. Der interaktive Atlas des IPCC eignet sich dafür aber nicht und schon gar nicht das lange Erklär-Kapitel dazu im Bericht.
FAIRe Daten für den Atlas
Wenn man einen Atlas erstellt, braucht man dafür Daten. Und beim IPCC sollen diese Daten FAIR sein. Das steht für “Findable Accessable Interoperable und Reusable”. Und sie sollen dem TRUST-Prinzip genügen, was natürlich auch ein Akronym ist und zwar für “Transparency, Responsibility, User focus, Sustainability and Technology”. Was das genau heißt erklärt Claudia und verweist auch auf diesen Vortrag zum Thema.
Wir schauen in den Atlas
Nach der vielen Theorie schauen wir dann endlich auch mal in den Atlas hinein und freuen uns über die Vielfalt der Darstellungsmöglichkeiten. Der interaktive Atlas ist tatsächlich sehr interaktiv. Nur bei den Social Media Buttons könnte man noch ein wenig nachbessern.
Wie klimaschädlich ist die Astronomie?
Auf Twitter wurden wir aufgefordert doch mal über die Arbeit “Estimate of the carbon footprint of astronomical research infrastructures” zu sprechen. Was wir auch sehr gerne tun. Zuerst reden wir aber kurz über den Ursprung des Begriffs “Carbon Footprint”. Dann geht es aber direkt zur Klimawirkung der astronomische Infrastruktur. Denn natürlich wird CO2 freigesetzt, wenn man Satelliten ins All schickt oder Sternwarten baut. Umgerechnet sind das, wenn man die gesamte Infrastruktur zusammen nimmt, knapp 39 Tonnen CO2 pro Jahr und Astronom:in. Das ist viel und wenn man es reduzieren will (was man muss), dann muss man es in der Forschung ein weniger langsamer angehen. Was aber eh nicht schlecht wäre, denn hetzen führt sowieso zu nix.
Es gibt überraschend viel Forschung zur Klimawirkung der Astronomie. Zum CO2-Fußabdruck astronomischer Konferenzen, die aber sowieso reformiert gehören. Das Max-Planck-Institut für Astronomie hat sich selbst klimatechnisch analysiert, worüber auch die Kollegen von “Methodisch Inkorrekt” berichtet haben. Und auch die astronomische Forschung selbst wird durch die Klimakrise beeinflusst. Was auf jeden Fall schnell geändert werden könnte ist die ganze Fliegerei in der Wissenschaft. Die braucht es nämlich nicht immer und es betrifft natürlich auch nicht nur die Astronomie. Kann man sich bei “Flyless” anschauen.
Vorschau auf die nächste Folge: Backstage bei “Das Klima”
Bevor wir uns dem zweiten Teil des Sachstandsberichts widmen können, müssen wir warten, bis er veröffentlicht wird. Das tun wir und vertreiben uns die Zeit mit einer “Behind the Scenes”-Folge.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Weiterführende Informationen
Der interaktive Atlas des IPCC ist hier. [
Das Kapitel dazu im Bericht gibt es hier.
Kontakt und weitere Projekte
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
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DK028 - Die überraschend eindeutige und unnötig komplizierte Zusammenfassung
…und warum können die Bilder nicht immer so schön sein?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Eigentlich haben wir den ersten Teil des Berichts ja schon durchbesprochen und in den letzten 27 Folgen unsere eigene Zusammenfassung erstellt. Es gibt aber auch noch die offizielle Zusammenfassung, die “Summary for Policymakers”. Das was da drin steht, durfte auch die Politik mitbestimmen und deswegen schauen wir am Ende noch mal nach, ob es da irgendwelche relevanten Unterschiede zum Haupttexte des Berichts gibt. Wir stoßen auf überraschend eindeutige Aussagen und unnötig komplizierte Sätze. Dafür gibt es aber schöne Bilder!
Die Summary for Policymakers
Laut Eigendefinition handelt es sich bei der Summary for Policymakers (SPM) darum:
”Diese SPM bietet eine übergreifende Zusammenfassung des Wissens über den aktuellen Zustand des Klimas – einschließlich darüber, wie es sich verändert und welche Rolle der Einfluss des Menschen dabei spielt –, den Kenntnisstand über mögliche Klimazukünfte, für Regionen und Sektoren relevante Klimainformationen sowie über die Begrenzung des vom Menschen verursachten Klimawandels.”
Im Gegensatz zum Rest des Berichtes gibt es die SPM auch auf deutsch und in einer ganz kurzen Version. Und, auch im Gegensatz zum Haupttext, findet man hier sehr viel mehr Tatsachenaussagen.
Tatsachenaussagen; nicht so oft in der Wissenschaft
Das Technical Summary
Bevor wir uns im Detail mit der SPM beschäftigen, schauen wir aber noch auf die TS, die “Technical Summary”. Wir sind uns nicht ganz sicher, warum es das gibt, aber geben tut es sie (und zwar hier zum Download). 150 Seiten Zusammenfassung des gesamten Berichts, aber sehr viel technischer und mit vielen schönen Bildern, die man anderswo nicht so zu sehen kriegt. Abbildung TS.22 zum Beispiel:
Überraschend eindeutige Aussagen
Die SPM ist in 4 Kapitel unterteilt und die erste Aussage im ersten Kapitel lautet so:
”Es ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, den Ozean und die Landflächen erwärmt hat. Es haben weitverbreitete und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, dem Ozean, der Kryosphäre und der Biosphäre stattgefunden.”
Das ist überraschend eindeutig und im Text folgen noch diverse andere sehr eindeutige Aussagen.
Die besten Bilder zum Schluss
Was uns auch sehr gut gefällt: Im Gegensatz zum Haupttexte des Berichts ist die SPM gut überarbeitet, hat ein schönes Layout, keine störenden Wasserzeichen u.ä. und vor allem schön gemachte Abbildungen die dort im Text auftauchen wo sie auch Sinn machen. Claudia ist besonders begeistert von Abbildung SPM.4
Davon hätte Claudia gern ein paar Sticker oder Poster ;)
Teil C kommt kurz
Teil C der SPM lassen wir aus, da steht nur nochmal sehr kurz das drin, was wir in den letzten beiden Folgen ausführlich beschrieben haben.
Überraschend komplizierte Sätze zur Zukunft
Ein wenig überrascht hat uns Kapitel D. Das ist das wirklich relevante Kapitel, da geht es darum wie man die Klimakrise in der Zukunft einschränken kann. Und die Sätze dort sind bei weitem nicht mehr so klar und eindeutig wie in den Kapiteln davor. Ein Beispiel:
”Diese Beziehung bedeutet, dass das Erreichen von netto null anthropogenen CO2-Emissionen eine Voraussetzung für die Stabilisierung des vom Menschen verursachten globalen Temperaturanstiegs auf einem beliebigen Niveau ist, dass aber eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf ein bestimmtes Niveau die Begrenzung der kumulativen CO2-Emissionen auf ein CO2-Budget voraussetzt”
Alles klar, oder? Dabei geht es nur darum, dass pro 1000 Milliarden Tonnen CO2 Emissionen die globale Oberflächentemperatur um 0,45 Grad steigt. Wegen dieser Beziehung kann man sich nun aussuchen, was man tut: Wenn wir die Emissionen auf Null runterfahren, stabilisiert sich der Temperaturanstieg. Wenn wir aber auch bestimmen wollen WO sich der Anstieg stabilisiert, die Erwärmung also begrenzen wollen, müssen wir die Emissionen nicht nur runterfahren, sondern dafür sorgen, dass sie unter einem ganz konkreten Wert bleiben. Das ist das CO2-Budget, das wir uns setzen.
Warum das so verschwurbelt im Bericht steht, wissen wir nicht. Unsere Vermutung: Das ist genau der Teil, wo zu viele Menschen mitreden wollten, weswegen alles komplizierter wurde als nötig.
Und grafisch sieht das alles viel klarer aus:
Vorschau auf die nächste Folge: Atlanten und Raketen
In der nächsten Folge widmen wir uns dem interaktiven Atlas des IPCC. Und schauen noch kurz darauf, was die astronomische Forschung an klimaschädlichen Emissionen erzeugt.
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Weiterführende Informationen
Das Summary for Policymakers des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar.
Das Technical Summary gibt es hier.
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DK027 - Das letzte Kapitel der Zukunft
…und wo kriegt man eine ordentliche Klimadienstleistung?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Wir sind beim letzten Kapitel angelangt. Und in Folge 27 werden wir es auch zu Ende gelesen und besprochen haben. Nach Kapitel 12 kommt nichts mehr; nur der zweite Teil des IPCC-Berichts und der dritte Teil. Aber der erste ist aus und bevor es so weit ist, erfahrt ihr nichts weniger als die Zukunft der Welt. Wir reisen nach Europa, zu den kleinen Inseln der Weltmeere, den Polarregionen, den Küstenstädten und den Hotspots der Biodiversität. Und schauen uns an, was das kommende Klima dort mit uns, unserer Gesellschaft und unserem Leben tun wird. Außerdem reden wir über die Klassifizierung von Risiken und über Klimadienstleistungen! Und klären am Ende, wie es jetzt weiter gehen wird - mit dem Klimabericht und dem Podcast. Denn natürlich geht es weiter!
Das letzte Kapitel
Mit dieser Folge werden wir den ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts tatsächlich zu Ende gelesen haben. Bevor es so weit sein wird, schauen wir aber noch kurz zurück auf die letzte Folge und erinnern uns, worum es geht.
Regionaler Report für die Zukunft
Das Kernstück von Kapitel 12 ist eine Reise rund um die Welt, in alle Regionen um dort nach der Zukunft zu schauen. Wie wird das Klima unsere Gesellschaft verändern, unsere Art zu leben, unsere Ökosysteme und so weiter. Wir werden nicht alles besprechen können, denn die Welt ist groß. Aber ein paar Schlaglichter können wir werfen.
Was geht ab im Europa der Zukunft?
Natürlich fangen wir in Europa an, immerhin wohnen wir hier. Das IPCC teilt den Kontinent in Nordeuropa, Westeuropa, Zentraleuropa und den Mittelmeerraum. Und überall wird sich was tun. Krankheiten und Seuchen werden überall verstärkt auftreten. Zum Beispiel weil die Oberflächentemperatur im Mittelmeer 20 Grad überschreiten wird; ein Schwellenwert für die Entwicklung von Vibrionen, zu denen auch die Cholera gehört. In Südeuropa wird man 40% mehr Energie zum Kühlen brauchen. Der Hitzestress wird ansteigen, unabhängig vom Szenario der Zukunft und dadurch wird auch unsere Arbeitsleistung sinken.
Wir werden mehr Überflutungen sehen, vor allem in Zentral- und Westeuropa. Europa ist eine der Regionen der Welt wo der größte Zuwachs bei Flutrisiko zu erwarten ist (mit Ausnahme von Polen und Weißrussland). Schwere Dürren, die bis jetzt nur alle 100 Jahre auftreten werden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts alle 2 bis 5 Jahre stattfinden. Und in Südeuropa werden sie 14 mal schlimmer werden als jetzt.
Wintertourismus, Wintersport und Skifahren? Wird schwer in Zukunft! Gerade da wo jetzt die Skiregionen sind, wird der Schnee immer weniger. Kunstschnee hilft auch nicht, denn da wo es jetzt noch kühl genug dafür ist, wird es das in Zukunft nicht mehr sein. Die Regionen in denen man noch Kunstschnee machen kann, werden bis zu 300 Meter höher liegen. In den französischen Alpen wird es in Zukunft gar keine natürlichen Schneebedingungen für Wintersport mehr geben, in Österreich nur noch auf Gletschern. Die Schneesaison wird 2100 um 4 Wochen später losgehen und bis zu 10 Wochen früher aufhören.
Schnee/Eis: Tourismus, Wintersport. Schneemenge, Höhe wird weniger. Da wo jetzt Skiregionen sind, da weniger. Kunstschnee? Geht nicht immer. Temperaturen dafür in Alpen: 200-300 m höher als jetzt. Da wo man jetzt noch Kuntsschnee einsetzen kann, in Zukungft nicht mehr.
An den Küsten steigt der Meeresspiegel und die Küstenlinien der Strände weichen zurück.
Eine Zusammenfassung der Situation findet man in Tabelle 12.7:
Was passiert mit den kleinen Inseln?
Das Meer ist voll mit Inseln und mit “kleinen Inseln” meint das IPCC Hochseeinseln, inmitten von viel Wasser. Zum Beispiel Kuba, Hawaii, Jamaica, Mikronesien, Guam oder Fidschi. Wir blicken auf die Karibik, auf den westindischen Ozean und den Pazifik.
Einen Überblick gibt Tabelle 12.9:
Der Meeresspiegelanstieg ist natürlich wichtig für die Inseln, hat aber noch andere Auswirkungen. Wenn das Meer steigt, kann das auch die Wasserressourcen beeinflussen. Selbst die Inseln, die nicht überflutet werden sind betroffen, wenn kein Trinkwasser mehr da ist. Die Küstenerosion wird hart, die Sandküsten in Karibik werde bis 2050 um 80 Meter zurückgehen, bis 2100 um 100 Meter und das im Mittel, es kann auch mehr sein. In der Karibik etwa bis zu 200 Meter.
Steigt die globale Temperatur um 1,5 Grad wird es mehr viel mehr Hitzestresstage geben. Bis zu 50% des Jahres wird es in der Karibik lebensfeindliche Bedingungen geben; steigt die Temperatur um 2 Grad, kommen noch 70 Tage drauf.
Was passiert mit den Polarregionen?
Arktis, Antarktis, Nordeuropa, Nordamerika und Grönland gehören laut IPCC zu den Polarregionen und was dort passieren wird, zeigt Tabelle 12.11:
Es wird dort sehr viel wärmer und sehr viel weniger kalt. Die Erwärmung beträgt dort mehr als doppelte des globalen Mittelwerts. Niederschlag, Überflutungen und Starkregen steigen an, der Niederschlag wird vor allem als Regen fallen, was die Eisschmelze verstärkt. Ende des Jahrhunderts werden die ganzen Polarregionen (bis auf Grönland und die Antarktis) von Regen dominiert werden, der öfter fallen wird als Schnee. Die Waldbrände in den nördlichen Wäldern werden mehr werden, die Eisberge weniger und die, die es gibt, werden in die Seefahrtswege driften. Das erste Mal eine eisfreie Arktis werden wir noch vor 2050 sehen und die Ökosysteme dort werden leiden, zum Beispiel die Rentiere, die keine Nahrung mehr finden.
Wo sind die Hotspots und was passiert dort?
“Hotspots” sind Gebiete die aus verschiedenen Gründen besonders wichtig sind. Zum Beispiel Hotspots für Biodiversität, an denen besonderer Artenreichtum herrscht. 200 solcher Regionen hat man definiert. Und für die Biodiversität ist der kommende Temperaturanstieg am wichtigsten. Aber natürlich auch Trockenheit und Waldbrände.
Ebenfalls besondere Regionen sind Städte und Siedlungen am Meer. Die Auswirkungen der Hitze in den Städten wird durch die Nähe zum Meer gemildert. Dafür gibt es dort aber Überschwemmungen, Probleme mit der Kanalisation und mehr Hitzestress durch die höhere Luftfeuchtigkeit.
Die globale Synthese
Wir haben bei unserer Reise um die Welt notgedrungen viel ausgelassen. Aber im Report gibt es zumindest einen kurzen Abschnitt mit einer globalen Perspektive. Alle Regionen der Welt werden bis Ende des Jahrhunderts folgendes erleben: Erwärmung, Extremwetter, Anstieg des Meeresspiegel und weniger Kältephasen. Und zwar egal was wir tun oder nicht tun - das ist fix.
Die Tage mit gefährlichen Hitzeindex werden überall mehr. In den tropische Regionen wird es 2100 mehr als 100 solcher Tage geben, wenn wir uns ein wenig anstrengen, dann sind es vielleicht ein paar weniger. Bis 2050 wird es auf 60 Prozent der globalen Landfläche einen Anstieg des Feuerwetters geben. Und auch die Sandstrände werden global weniger.
Bis 2050 werden sich 36.000 km Küste um mehr als 100 Meter zurückgezogen werden, wenn es schlecht läuft, dann bis zu 40.000km. Im Jahr 2100 wird das auf 95.000 km (130.000 km) gestiegen sein.
Risiken und Gründe zur Sorgen
Wir kriegen einen kleinen Ausblick auf Teil 2 des Klimaberichts. Und beschäftigen uns mit Risiken. Die werden vom IPCC ordentlich klassifiziert und zwar in 8 “Relevant Key Risks” und 5 “Reasons for Concern”.
Klimawandelinformation und die Kommunikation
Am Ende beschäftigen wir uns mit Klimadienstleistungen. Also die Bereitstellung von Information die Menschen befähigt Klimarisikoabschätzungen zu machen. Und es stellt sich die Frage: Wie bringt man all die Information unter und an die Menschen? Und in welcher Form bereitet man das alles auf? Für sowas gibt es sogar ein Global Framework for Climate Services.
FAQs lassen wir aus
Die FAQs lassen wir diesmal aus. Sie sagen uns nichts neues und die Abbildungen sind eher doof.
Kapitel 12 ist zu Ende? Und jetzt?
Das Kapitel 12 ist zu Ende. Aber es bleiben noch ein paar kleine Teile übrig. Der Atlas, die Anhänge, die offizielle Zusammenfassung und all das schauen wir uns in den nächsten Folgen an, bevor wir dann mit Teil 2 des Berichts anfangen. Außerdem wird es noch ein bisschen “Behind the scenes” und “Making of” geben.
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Weiterführende Informationen
Kapitel 12 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar.
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Mit dieser Folge nehmen wir am Wettbewerb Fast Forward Science 2021/22 teil. #audiospezial ##FFSci
DK026 - Ein Wetterbericht für die ganze Welt
…und warum muss man in der Wüste Fußball spielen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Wir sind beim letzten Kapitel angelangt. Zumindest dem letzten Kapitel des ersten Teils und das ist noch einmal so richtig spannend. Es geht um die “Climatic Impact Driver”, also all das was man in Sachen Klima wissen muss, um die kommenden Veränderungen und Risiken richtig einschätzen zu können. Wie wird sich die Landwirtschaft verändern? Oder der Tourismus? Was wird mit den Städten passieren und was mit Biodiversität, Krankheiten oder Waldbränden? In Kapitel 12 schauen wir uns eine Prognose für die ganze Welt an und die ist wenig überraschend nicht so toll.
Das letzte Kapitel
Wir können es kaum glauben, aber wir starten jetzt in das letzte Kapitel des ersten Teils des Sachstandsberichts. Kapitel 12 dreht sich um Informationen zum Klimawandel im Hinblick auf regionale Auswirkungen und zur Risikobewertung. Wir reden also darüber wie all die physikalischen Grundlagen an wichtige Entscheidungsträger vermittelt und passgenau für deren Bedarf aufbereitet werden können. Es geht um klimatische Einflussfaktoren und Indizes, anhand derer man abschätzen kann was z.B. in der eigenen Region zu tun ist oder wie schlimm es schon ist.
Gefühlte Hitze ist echte Hitze
Die sogenannten “Climatic Impact Driver” beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Hitze, Kälte, usw auf Gesellschaft und Ökosysteme. Beschrieben und berechnet werden sie durch Indizes, wie zum Beispiel den Hitzeindex. Der sagt uns, wie heiß sich die Welt anfühlt, was durchaus wärmer sein kann, als es tatsächlich ist - weil man dazu noch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigen muss. Und dieser Hitzeindex kann in bestimmten Gegenden jetzt schon Werte erreichen, die in die Nähe der Lebensfeindlichkeit gelangen
Climatic Impact Driver
Im wesentlichen dienen die Climatic Impact Driver (CID) dazu, zu beschreiben woran merken was wir in Sachen Klimaschutz zu tun haben und wann. Wie gehen wir mit den Risiken um? Um das zu verstehen, müssen wir wissen, mit was wir zu rechnen haben. Insgesamt werden die CIDs in 33 Kategorien eingeteilt, sortiert in 7 Oberklassen. Nämlich:
Einen schönen Überblick kriegt man in Tabelle 12.1
Sektoren und Logiktrainer
Die CIDs betrachtet man in Bezug auf bestimmte Sektoren. Weil es einen Unterschied macht, ob man etwa die Auswirkungen von extremer Hitze auf den Tourismus oder auf die Landwirtschaft untersuchen möchte. Oder die von Stürmen auf die Infrastruktur oder die Küstenregionen. Welche dieser “Sektoren” es gibt und wie die CIDs sie beeinflussen, kann man sich in Tabelle 12.2 anschauen:
Wer sich bei der Tabelle an die P.M. Logik Trainer erinnert fühlt, ist nicht allein. Florian musste auch direkt an diese Logikrätsel denken.
Heiß und kalt: Was macht die Wärme?
Wenig überraschend hat Wärme und Hitze Einfluss auf so gut wie alles. Auf die Biodiversität und das Pflanzenwachstum. Auf Landwirtschaft und die Verbreitung von Krankheiten. Auf die Lagerung von Saatgut im Winter, auf Straßenschäden und auf Sportveranstaltungen. Was uns zu einem kurzen Exkurs der Absurdität einer Fußballweltmeisterschaft in einem Wüstenstaat motiviert.
Heiß und kalt: Was macht die Kälte?
Ebenso absurd wie eine Fußball-WM in Katar sind olympische Winterspiele in Peking. Dazu braucht es Schnee und den gibt es dort kaum. Der Einfluss der Kälte auf die Welt ist nicht weniger relevant als der der Hitze. Kälte kann den Tourismus beeinflussen und verändern; das Verhalten von Tieren und es ihnen leichter oder schwerer machen, Beute zu finden. Straßen gehen auch durch Kälte kaputt oder - wenn es sich um Straßen in Permafrostregionen handelt, können sie auch auftauen und komplett verschwinden.
Nass und trocken: Starkregen und Feuerwetter
Im Abschnitt über den Einfluss von Nässe und Trockenheit auf die verschiedenen Sektoren findet sich dieser schöne Satz: ”Wetter conditions may shift tourist appeal” Allerdings! Dort, wo es in Zukunft nur noch regnet oder alles vertrocknet wird kaum noch jemand Urlaub machen wollen. Abseits des Tourismus ist Nässe ebenso wie Trockenheit ein wichtiger Einflussfaktor auf die Landwirtschaft, den Ernteertrag und die Tierhaltung. Erdrutsche können ausgelöst werden, wenn eine Dürre herrscht, kann es nicht mehr genug Kühlwasser für Kraftwerke geben und die Infektionsrate mit Krankheitserregern wie dem Westnilvirus steigt. Hurra!
Außerdem lernen wir das bedrohlich schöne Wort “Feuerwetter” kennen. Und reden ein wenig über Waldbrände. Die werden zwar sehr oft durch Menschen ausgelöst, aber nicht durch weggeworfene Glasflaschen - was nicht heißt, dass man sein Altglas in den Wald werfen soll. Und rauchen soll man dort auch nicht! Aber Waldbrände können eben auch durch Blitze ausgelöst werden und deren Frequenz wird durchaus auch vom Klima beeinflusst.
Wind und ein kurzer Ausflug auf den Mars
Der Wind beeinflusst die Ausbreitung von Samen, von Schädlingen, von Staub und von Pollen. Invasive Arten können dort hin gelangen wo sie eigentlich nichts zu suchen haben; Ökosysteme, Landwirtschaft und Gesundheit können beeinflusst werden.
Wind hat logischerweise auch Auswirkungen auf Windkraftwerke und wir lernen das Wort “Windleistungsdichte” kennen. Zum Vergleich spricht Claudia kurz über den Sonnenwind und Florian erwähnt, dass das Buch “Der Marsianer” von Andy Weir zwar sehr realistisch ist, aber nicht, was den marsianischen Staubsturm am Anfang angeht. Die können nämlich keine solche Wucht erreichen.
Auf der Erde können Stürme aber enorm wuchtig werden, was man an der zunehmenden Zahl an Hurrikans am oberen Ende der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala sehen kann.
Wind kann übrigens auch die Energieproduktion aus Sonnenlicht beeinflussen. Wenn zum Beispiel Sandstürme Photovoltaikanlangen in der Wüste treffen, ist das nicht unbedingt super.
Eis und Schnee: zwoa Brettln und a gführiger Schnee
Wenn es um Schnee geht, kommt es auf zwei Dinge an: das Schneewasseräquivalent und die Schneequalität. Ersteres erklärt Claudia mit einem Kochtopf. Nimmst Du einen Kochtopf Schnee und lässte den Schnee darunter dann auf der Herdplatte schmelzen, dann ist das flüssige Wasser im Topf am Ende das Schneewasseräquivalent. Es ist niedriger für trockenen Schnee, wie z.B. Pulverschnee, und höher für nassen Schnee, der z.B. schon angetaut ist. Die Sache mit der Schneequalität erklärt Florian, er ist ja auch näher dran am Schnee und muss als Österreicher qua Nationalität über Schneequalität Bescheid wissen.
Neben dem Tourismus beeinflusst Eis und Schnee aber auch die Funktionalität von Landebahnen, von Schienen und den Fundamenten von Gebäuden auf Permafrostboden. Und die Lebensweise diverser indigener Völker ist davon beeinflusst, die dann zum Beispiel nicht mehr Eisfischen oder Hundeschlittenfahren können.
Übrigens: Lawinen kann man nur schwer durch laute Geräusche auslösen. Wurde auch von den Myth Busters geprüft.
Küsten und Ozeane: Heiß und salzig
Was an den Küsten abgeht kann uns natürliche auch auf viele Arten beeinflussen. Wenn zum Beispiel andauernd Salzwasser irgendwo hinschwappt, wo es nicht hinschwappen soll. Oder wenn Küstenstriche abgetragen werden.
Richtig erschreckend sind die Marinen Hitzewellen. Auch wenn sie auf dem Meer stattfinden wo kaum Menschen wohnen, können sie dramatische Folgen haben. Sie können in kurzer Zeit ganze Korallenriffe zerstören und Ökosystem bedrohen. Wie man am Beispiel von “The Blob” sehen kann, einer marinen Hitzewelle von 2014 bis 2016.
Diverses: Der ganze Rest
Als letze CID-Kategorie bleibt “Diverses”. Dort finden wir zum Beispiel das “Luftverschmutzungswetter” oder die Auswirkungen von CO2 in Bodennähe.
Ausblick auf die nächste Folge
Wir nähern uns dem Ende des ersten Teils des Berichts. Und nachdem wir uns nun angesehen haben, was alles möglicherweise passieren kann werden wir in der nächsten Folge schauen, was in Zukunft tatsächlich passieren wird.
Nominiert den Podcast für einen Preis
Wenn ihr möchtet, dass “Das Klima” einen Preis bekommt, dann könnt ihr uns dafür nominieren. Und zwar für den Ö3-Podcast-Award und auf dieser Seite. Vielen Dank!
Vielen Dank auch an die Kollegen von “Methodisch Inkorrekt”, die uns in Folge 207 ihres Podcasts erwähnt haben.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Weiterführende Informationen
Kapitel 12 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an [email protected]. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
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DK025 - Die vielen Arten des Extremen
…und warum gibt es keine Naturkatastrophen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Kapitel 11 des IPCC-Berichts handelt vom Wetter. Insbesondere vom extremen Wetter und der Frage, wie sehr sich die Extremwetterereignisse durch den Klimawandel verändern werden. Dazu braucht man die “Attributionsforschung” und zum Glück haben wir eine der Autorinnen des Kapitels zu Gast, die auch noch eine der Pionierinnen auf diesem Gebiet ist: Friederike Otto erklärt uns ausführlich, mit welchen Extremwetterereignissen wir rechnen müssen, was die Politik mit der Attributionsforschung zu tun hat und warum es keine Naturkatastrophen gibt.
Zu Gast: Friederike Otto
Friederike Otto ist Physikerin und Klimaforscherin. Sie arbeitet an der Universität Oxford, ist Mitbegründerin der Attributionsforschung und der World Weather Attribution Initiative. Sie wurde 2021 vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Personen des Jahres gewählt und von der Fachzeitschrift Nature zu den “Nature’s 10” im Jahr 2021. Außerdem hat sie das ganz hervorragende und lesenswerte Buch “Wütendes Wetter: Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme” geschrieben.
Richtig Kollaborieren
Zu Beginn interessiert sich Claudia dafür, wie man ein IPCC-Kapitel schreibt. Wie macht man das, wenn Dutzende Menschen gemeinsam einen wissenschaftlichen Text schreiben? Die Antwort von Friederike Otto: Nicht in einer Cloud, sondern in Word und mit sehr, sehr viel Mühe…
Was wissen wir heute besser als früher?
Im aktuellen IPCC-Bericht steht sehr viel mehr zum Thema des Extremwetters drin als früher. Was vor allem daran liegt, dass Friederike Otto und ihre KollegInnen erst vor ein paar Jahren die “Attributionsforschung” entwickelt haben. Dabei sind sie durchaus auf Widerstand gestoßen; und auch der politische Aspekt dieser Forschung hat eine Rolle bei der Gründung der World Weather Attribution Initiative gespielt
Wissenschaftstheorie und Klimawandel: Woher will man das wissen?
In ihrer Dissertation (“Modelling the earth’s climate – an epistemic perspective” (pdf)) hat Friederike Otto sich mit Wissenschaftstheorie beschäftigt. Und der durchaus relevanten Frage, wie man mit einer Wissenschaft umgeht, die keine Experimente im klassischen Sinn durchführen kann. Am Ende geht es auch hier um die Frage: “Woher will man denn eigentlich wissen, wie das Klima wird, wenn alles nur im Computer modelliert wird?”. Dazu passt auch der Text “Pathways and Pitfalls in extreme event attribution” der World Weather Attribution Initiative.
Alles auf einmal
Ganz speziell beim Extremwetter sind die “Compound Events”. Also zum Beispiel ein Waldbrand, bei dem unterschiedliche Extremwetterereignisse zusammen kommen (Hitze, Dürre, Wind). Sowas kann ganz besonders fies werden und ist ganz besonders schwer zu erforschen, wie Otto erklärt.
Die vielen Arten des Extremen
Auf welche Arten das Wetter extrem werden kann, fasst die FAQ 11.2 und die dazugehörige Abbildung zusammen:
Ganz besonders erschreckend: Extremwetter, das an Orten passiert, wo es zuvor noch nie passiert ist. Und zieht die Frage nach sich: Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das noch nie eingetreten ist?
Es gibt keine Naturkatastrophen
Am Ende überrascht uns Friederike Otto noch mit dem Hinweis auf eine ganz aktuelle Arbeit, in der sie argumentiert, dass es keine “Naturkatastrophen” gibt. Was seltsam klingt, aber doch überzeugend ist, wenn man genauer darüber nachdenkt. Wer möchte kann ihren Artikel “Stop blaming the climate for disasters” hier nachlesen.
Ausblick auf Kapitel 12
Kapitel 12 heißt “Climate change information for regional impact and for risk assessment” und wenn wir das gelesen haben, ist der erste Teil des IPCC-Reports zu Ende!
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Weiterführende Informationen
Kapitel 11 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar.
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DK024 - Friederike Otto und die Attributionsforschung
…und wie extrem wird das Wetter werden?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Kapitel 11 des IPCC-Berichts handelt vom Wetter. Insbesondere vom extremen Wetter und der Frage, wie sehr sich die Extremwetterereignisse durch den Klimawandel verändern werden. Dazu braucht man die “Attributionsforschung” und zum Glück haben wir eine der Autorinnen des Kapitels zu Gast, die auch noch eine der Pionierinnen auf diesem Gebiet ist: Friederike Otto erklärt uns ausführlich, wie der Klimawandel das Extremwetter beeinflusst, wie Attributionsforschung eigentlich funktioniert und was es mit der sehr, sehr langen Tabelle in Kapitel 11 auf sich hat.
Zu Gast: Friederike Otto
Friederike Otto ist Physikerin und Klimaforscherin. Sie arbeitet an der Universität Oxford, ist Mitbegründerin der Attributionsforschung und der World Weather Attribution Initiative. Sie wurde 2021 vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Personen des Jahres gewählt und von der Fachzeitschrift Nature zu den “Nature’s 10” im Jahr 2021. Außerdem hat sie das ganz hervorragende und lesenswerte Buch “Wütendes Wetter: Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme” geschrieben.
Wie ist es so als IPCC Autorin?
Zuerst wollen wir wissen, wie das so ist, wenn man ein Kapitel für den IPCC-Report schreibt; noch dazu eines, in dem das politische Interesse so groß ist. Die Antwort: Trotz all der Arbeit offensichtlich super.
Wie definiert man Extremereignisse?
Wenn man wissen will, wie das mit dem extremen Wetter ist, muss man zuerst einmal definieren, was als “Extremereignis” gilt. Was - laut Otto - die “schwierigste Frage ist, die man stellen kann”. Tja. Anscheinend gibt es keine ultimative Definition. Denn es kommt auch darauf an, wie gut man vorbereitet ist und wie vulnerabel man in einer gewissen Situation gerade ist
Attributionsforschung heißt auf deutsch “Zuordnungsforschung” und genau darum geht es. Wenn irgendwo ein extremes Wetterereignis stattgefunden hat, dann stellt sich die Frage: Ist der Klimawandel daran schuld? Lange Zeit konnte man das nicht beantworten. Dank Friederike Otto und ihrer KollegInnen jetzt aber schon. Die Kurzversion: Man schaut sich die Welt mit und ohne Klimawandel in einer Computersimulation an. Und berechnet dann die Wahrscheinlichkeit für konkrete Wetterereignisse. In der Praxis ist es natürlich sehr viel komplexer, wie Otto uns ausführlich erklärt.
Wie sorgt der Klimawandel für Extremereignisse?
Die Klimakrise wirkt sich im Prinzip auf zwei Arten auf das Extremwetter aus. Einmal durch den “Thermodynamischer Effekt”: Die Erwärmung der Atmosphäre führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen (und geringeren Wahrscheinlichkeiten für Kältewellen), zu mehr Wasserdampf und mehr Niederschlag. Das passiert überall auf der Welt gleich und lässt sich gut simulieren.
Der “Dynamischer Effekt” ist anders. Hier geht es um Änderungen in den Temperaturdifferenzen, wodurch sich die atmosphärische Zirkulation verändert und damit das Wetter. Hier gibt es große regionale und jahreszeitliche Unterschiede und das lässt sich nicht immer gut simulieren (zB wenn es um Hagel geht).
Hitzewelle 2018
In Box 11.2 von Kapitel 11 geht es um “Low-likelihood high-impact changes in extremes”. Diese Box hat Friederike Otto geschrieben, und es geht darum etwas, dessen Eintreten nicht sehr wahrscheinlich ist, aber sehr fies, wenn es doch passiert. Zum Beispiel die Häufung von Hitzewellen auf der Nordhalbkugel im Sommer 2018.
Der Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad
Am Extremwetter sieht man auch sehr gut den Unterschied zwischen einer Erwärmung der Welt um 1,5 Grad oder 2 Grad. Hitzewellen wie die in Kanada im Sommer 2021, als es dort fast 50 Grad hatte und 500 Menschen starben sind derzeit noch Ereignisse, die im Schnitt alle 1000 Jahre stattfinden. Wird die Welt um ein halbes Grad wärmer, passiert sowas im Schnitt alle 5 bis 10 Jahre.
Die große Tabelle
Das Kernstück von Kapitel 11 ist die sehr, sehr große Tabelle am Ende des Kapitels. Eine Zusammenfassung kann man sich in Abbildung 3 des “Summary for Policy Makers” ansehen:
Aber es lohnt sich auf ein Blick auf die komplette Tabelle. Da steckt wahnsinnig viel Arbeit drin, wie Otto uns erzählt. Dort findet man alles über die extreme Hitze, Kälte, Niederschläge und Dürren in allen Regionen der Erde die uns in Zukunft bevor stehen wird.
Ausblick auf die nächste Folge
Das Gespräch mit Friederike Otto war so interessant, dass wir es noch weiter geführt haben. Den Rest von Kapitel 11 besprechen wir dann mit ihr in der nächsten Folge. Da wird es dann unter anderem um Wissenschaftstheorie und Naturkatastrophen gehen.
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Weiterführende Informationen
Kapitel 11 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar.
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DK023 - Argentinischer Regen und die kommende Hitze am Mittelmeer
…und warum sind Daten keine Information?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Kapitel 10 des IPCC-Berichts ist ein ganz besonderes Kapitel. Denn da geht es nicht nur um die Klimaforschung sondern auch darum, wie man dieses Wissen vernünftig vermitteln kann. Und zwar durch “Storylines”, die aber nix mit Geschichten zu tun haben, wie man sich das so vorstellt. Wir reden also über Wissenschaftskommunikation, Missverständnisse und Binsenweisheiten, die dennoch nicht trivial sind. Und schauen uns am Beispiel der Wasserkrise von Kapstadt und der Hitzewelle im Mittelmeer an, wie sowas abläuft. Außerdem reden wir über das Klima in Städten und den Regen in Argentinien.
Wie man Informationen destilliert
Nach einem kurzen Rückblick klären wir auf, was in der letzten Folge angekündigt wurde: Wie destilliert man Informationen? Oder auf wissenschaftlich: Wie kriegen wir raus, welche Auswirkungen der Menschengemachte Klimawandel regional hat? Also wer ist schuld, wenn der Fluß hinter meinem Garten übergeht? So kleinteilig kann die Forschung leider noch nicht arbeiten, deswegen bringt Claudia ein anderes Beispiel. Es geht um den Sommerregen in Argentinien, von dem es immer mehr gibt. Und eine ziemlich klare Indizienkette zeigt, wie globale Veränderungen regionale Auswirkungen haben können.
Binsenweisheiten zur Klimakommunikation
Wenn man die Informationen hat, muss man auch wissen was man damit anstellt. Nur zu sagen: “Ich hab Wissenschaft gemacht. Hier ist Wissenschaft. Schaut euch die Wissenschaft an” ist nicht unbedingt die beste Strategie. Man muss so kommunizieren, dass die relevanten Leute darauf reagieren können. Und sich davor Gedanken über die Daten machen. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, welche regionale Modelle mit welchen globalen Modellen man kombiniert:
All das öffnet die Tür für Missverständnisse. Genau so wie die große Anzahl an Quellen für regionale Klimainformationen. Dass es immer auf den Kontext ankommt, ist eine Binsenweisheit, aber trotzdem relevant. Wichtig ist auch die Diversität bei der Erstellung der Information: Man muss möglichste viele und diverse Menschen miteinbeziehen um möglichst viele Missverständnisse zu identifizieren. Und: Schlaue Menschen sind unter Umständen genau die, die am wenigsten bereit sind, neue Informationen zu akzeptieren.
Über “Scientific Literacy” gibt es einen schönen Talk von Joram den wir euch gerne empfehlen.
Daten sind keine Information
Wissen muss man 1) kriegen und 2) übersetzen. Daten sind auch nicht per se Information. Sie können aber Informationen enthalten, wenn sie richtig präsentiert werden. Klimainformationen fehlen aber oft entsprechende Erklärungen zu ihre möglichen Nutzung beziehungsweise den Gefahren des Missbrauchs. Und oft scheitert die Nutzung auch einfach am Unwillen der Menschen, neue Produkte der Klimaforschung zu nutzen. Ganz wichtig: Die Kommunikation von Unsicherheiten.
Die Wissenstreppe
Claudia nimmt das als Anlass zu einem kleinen Einschub über die “Wissenstreppe” mit den drei Stufen: Zeichen - Syntax - Information.
Storylines: Wissenschaftliche Geschichten über Unsicherheiten
Bei Storylines geht es nicht um Geschichten im Sinne von “Irgendwas erzählen”. Die Klimaforschung meint da etwas ganz anderes. Es geht um die Kommunikation von Unsicherheiten. Normalerweise wählt man da einen statistischer Ansatz. Die Alternative besteht aus der Konstruktion eines physikalisch plausiblen und konsistenten Ablauf von Ereignissen.
Die Wasserkrise und das heiße Mittelmeer
Die Krönung des bisher behandelten sind die Beispiele die nun am Ende von Kapitel 10 zu finden sind. Wir lernen, wie Storylines konkret konstruiert werden können. Zum Beispiel bei der Wasserkrise von Kapstadt.
Das gilt insbesondere fürs Mittelmeerbeispiel, wo es um die kommenden Hitzewellen geht. Dort sind Verstädterung und Bevölkerung gestiegen und werden weiter steigen, was nicht so gut ist. Das Beispiel endet mit einem “Worst of Information” zu Medicanes, Hitzetage, Hitzenächten und weiteren schlechten Nachrichten.
Wir würden zwar gern genau wissen, wie die Zukunft wird. Aber gerade beim Mittelmeer haben wir eine sehr asymmetrisch organisierte Datenlage:
Klimawandel im Himalaya
Der [Himalaya ist wichtig[(https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wasserressourcen_im_Hindukusch-Himalaya); er ist größte Vergletscherung außerhalb der Arktis. Und eine Quellregion die über 1 Milliarden Menschen mit Wasser versorgt. Was dort in Zukunft passieren wird, erklärt Claudia und die Prognosen sind wenig überraschend nicht gut.
Mehr Grün in die Städte!
Immer mehr Menschen wohnen in Städten, was aus Klimasicht eigentlich gut ist. Aber nur, wenn wir die Städte auch klima- und vor allem menschenfreundlich konstruieren! In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Städte zu Hitzeinseln entwickelt, was sehr unangenehm ist.
Wir könnten das aber durchaus lösen; vor allem, wenn wir für mehr Grün in den Städten sorgen:
Herausforderungen der Klimakommunikation
Kapitel 10 endet mit einer Liste von Herausforderungen der Klimakommunikation. Dazu gehören die Menge und Verteilung an Literatur. Und Regierungen, die nicht einheitlich arbeiten. Tja.
Ausblick auf Kapitel 11
Wir nähern uns dem Ende des ersten Teils des Berichts. Aber zuvor kommt noch Kapitel 11 und da geht es um extremes Wetter! Und die Frage, wem man die Schuld daran zuschieben kann.
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DK022 - Regionales Klima und Wettergeneratoren
…und warum will die FDP die Wolken impfen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Kapitel 10 des IPCC-Berichts ist ein ganz besonderes Kapitel. Es geht zwar immer noch um Klima und Wetter. Aber diesmal auch sehr viel um Kommunikation. Nämlich darum, wie man die Informationen über die Klimakrise auf eine Weise an die richtigen Leute bringt, die entsprechende Handlungen nach sich zieht. Zuerst müssen wir aber klären: Wie kriegt man Informationen über das Klima, die nicht nur global sondern auch regional relevant sind. Dabei stoßen wir auf Arktische Hitzerekorde, Wetterspionage, Satellitenkonstellationen und landen am Ende bei der Frage ob man mit Wettergeneratoren das Wetter manipulieren kann.
*Wie man Informationen destilliert
Um das globale mit dem regionalen Klima zu verknüpfen muss man zuerst wissen, was für Phänomen man inkludieren und betrachten muss. Jede Menge nämlich, wie man in Abbildung 10.3 sehen kann.
Diese Informationen muss man auf eine vernünftige Weise verarbeiten, was im IPCC-Bericht als “Destillieren” bezeichnet wird und wir als Anlass nehmen, kurz über einen “Klima-Gin” nachzudenken (immerhin hat Florians anderer Podcast seinen eigenen Gin.
Arktischer Hitzerekord
Das Destillieren von Informationen ist schwierig, wie ein Beispiel aus der Arktis zeigt. Dort ändert sich das Klima ja heftiger und schneller als anderswo. Und die Frage ist: Hat das, was dort passiert auch Auswirkungen auf die mittleren Breiten? Es gibt die These, dass eine Erwärmung der Arktis zu einer Abkühlung in mittleren Breiten führt. Das Phänomen heißt “Warme Arktis - Kalte Kontinente” und in der Arktis ist es kürzlich WIRKLICH warm geworden. 38 Grad Celsius hat man dort im Juni 2020 gemessen. Aber die These der warmen Arktis und der kalten Kontinente lässt sich nicht eindeutig belegen und ist ein Beispiel für die Schwierigkeiten die entstehen können, wenn man probiert eindeutige Kausalketten bei der Verknüpfung von globalen und regionalen Klimaphänomenen zu finden.
Wetterspionage
Messungen wie die des arktischen Hitzerekords müssen vernünftig gemacht und ausgewertet werden. Meteorologische Observatorien gibt es überall und sie messen jede Menge. 54 relevanten Parameter gibt es beim Klima und das muss alles vernünftig zusammengeführt werden.
Satellitenbeobachtung sind ein gutes Beispiel. Will man dauerhaft die gleiche Region der Erde beobachten braucht man eine ferne geostationäre Umlaufbahn. Da sieht man aber nicht so viel wie wenn man näher dran ist - dort kann man eine bestimmte Region aber immer nur lückenhaft beobachten (und Megakonstellationen von Satelliten findet Florian als Astronom eher doof.
Dem Datenmangel muss man irgendwie beikommen und dabei aufpassen, dass man nicht als Wetterspion verhaftet wird…
Statistische Anpassung des Datenregens
Wie man aus globalen Daten regionale Informationen kriegt, erklärt Claudia anhand von Abbildung 10.5:
Man kombiniert regionale Modelle, die genau sind mit den ungenaueren globalen Modellen - das ist “dynamical downscaling”. Außerdem kann man die Daten dann noch “statistisch anpassen”, was Florian ein wenig seltsam findet, aber eine valide Methode ist, wie Claudia versichert.
Am Berg kanns windig sein
Winde und Berge sind ein gutes Beispiel für die Probleme der regionalen Klimasimulation. Will man Fallwinde - wie zum Beispiel den Föhnwind - verstehen, braucht man Auflösungen von wenigen Kilometern. Und das kann ein globales Modell nicht leisten.
Kann China das Wetter manipulieren?
Florian war sehr begeistert über das Wort “Wettergenerator”. Leider geht es dabei nicht um eine Maschine, mit der sich das Wetter manipulieren lässt. Sondern um Computermodelle, die synthetische Wetterdaten erzeugen können. Das ist wichtig, wenn man fehlende Datenreihen ergänzen oder Datenreihen für statistische Vergleiche braucht.
Trotzdem bleibt die Frage nach der “echten” Wettermanipulation faszinierend. China zum Beispiel behauptet immer wieder, das Wetter steuern zu können. Und die FDP will sogar die Wolken impfen. Die Wettermanipulation hat eine lange Geschichte, mal wissenschaftlich und mal weniger, die man im Buch Fixing the Sky: The Checkered History of Weather and Climate Control von James Fleming nachlesen kann. Und auch wenn die “Hagelflieger” heute immer noch ständig im Einsatz sind: Wissenschaftliche Belege für ihr Funktionieren gibt es nicht. Im Detail kann man das hier nachlesen.
Ausblick auf den Rest Kapitel 10
Der Rest von Kapitel 10 wird spannend. Wir werden es mit “Storylines” zu tun kriegen, mit Kommunikationsproblemen und “verständlichen Beispielen”. Mal schauen!
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
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