Abbau von Zehntausenden Stellen, vier Werke auf der Kippe - und das ist noch nicht alles. VW hat ein gigantisches Sparprogramm auf den Weg gebracht. Der Aufsichtsrat hat die Pläne des Vorstands gestern Abend einstimmig gebilligt.
Für den Automobil-Experten Stefan Reindl heißt das zunächt einmal nur, dass alle Seiten den Sanierungsbedarf bei VW anerkannt haben. Er glaube nicht, dass man um die Schließung der VW-Werke in Emden, Zwickau, Hannover und dem Audi-Werk in Neckarsulm herumkomme, sagte er auf NDR Info. Wichtige Entscheidungen seien in die Zukunft verschoben worden. Aus seiner Sicht müssten Überkapazitäten abgebaut und Parallelstrukturen abgeschafft werden. Die Zukunft seien "Local for Local"-Werke, in denen vor Ort für den jeweiligen Markt produziert werde.
Nikolas Lieven aus der NDR Info Wirtschaftsredaktion verweist darauf, dass mit dem beschlossenen Plan der Stellenabbau weiter beschleunigt werde. Und auch der Duck auf die verbleibenden Beschäftigten werde zunehmen, weil der Konzern die Produktionskosten senken wolle. VW stehe vor großen Herausforderungen, vor allem in China und den USA. "Es muss sehr viel Geld in den Bereichen Elektro, KI, Software, Robotik investiert werden." Er erinnert jedoch auch daran, dass VW weiterhin Milliardengewinne schreibe und weiterhin Marktführer in Europa sei: "Also diese Schwarzmalerei von drohendem Aus, die kann ich nicht teilen."
weitere Informationen:
Überraschende Einigung bei VW: Weitere 50.000 Stellen fallen weg
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/vw-1438.html
Was der VW-Sparplan vorsieht
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/vw-sparplan-102.html
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer zum Sanierungsplan
https://www.ndr.de/nachrichten/info/ndrinfo-16856.html
Podcast-Tipp: 10 Minuten Wirtschaft
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcasts/audio-3458256.html
Alle Folgen von “NDR Info Thema” auch in ARD-Sounds
https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:193cce6e1dd33420/
Moderation: Peter Mücke
Interviews: Stefan Schlag
Planung: Jan Oppel