Die neusten Versicherungsnews des Tages
**Heute ist der 10. April 2024.
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**Lebensversicherer zeigen gute Solvenz
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Die Lebensversicherer haben ihre jährlichen Solvenzberichte veröffentlicht – und die Rating-Agentur Assekurata hat sich diese mal genauer angeschaut. Die Quoten geben an, ob ein Versicherer auch in modellhaften Extremszenarien genügend Eigenmittel hat, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Aufsicht fordert eine Quote von mindestens 100 Prozent.
Diese wird von den meisten Versicherern weit überschritten, stellt Assekurata fest. Wobei das durchschnittliche Solvenzniveau gegenüber dem Vorjahr leicht gefallen ist. Schuld ist die Zinsentwicklung, die aufgrund des zinsabhängigen Geschäftsmodells der Lebensversicherer die Solvenzquoten deutlich beeinflusst. Während die stark gestiegenen Marktzinsen die Quoten 2022 nach oben getrieben haben, sind sie mit dem Zinsrückgang seit Herbst 2023 auch wieder etwas gefallen. Bei 43 Lebensversicherern ist das Solvenzniveau daher gesunken.
Aktuell liegt der Durchschnitt der Solvenzquote bei 573 Prozent, im Vorjahr waren es 619 Prozent. Die höchsten Werte erreichen die Signal Iduna Lebensversicherung mit 1.317 Prozent, die R+V Lebensversicherung mit 1.267 Prozent und die SV Lebensversicherung mit 1.164 Prozent.
**KFZ-Versicherer wieder vor Milliarden-Verlust
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Den deutschen KFZ-Versicherern droht in diesem Jahr ein Verlust von bis zu 2 Milliarden Euro. Schon 2023 fuhren die Anbieter ein Minus von über 3 Milliarden Euro ein. „Nach unserer aktuellen Hochrechnung werden die Beitragseinnahmen auf rund 33,6 Milliarden Euro steigen – aber die Versicherer zwischen 34,9 und 35,6 Milliarden Euro für Schäden und Verwaltung ausgeben müssen“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Versicherer-Verbands GDV.
Grund für die schlechten Zahlen sind die seit Jahren steigenden Reparaturkosten. „Sowohl die Ersatzteile als auch die Arbeit in den Auto-Werkstätten werden immer teurer. In diesem Jahr dürfte ein durchschnittlicher Sachschaden in der KFZ-Haftpflichtversicherung eines Pkw etwa 4.000 Euro kosten. 2014 waren es noch 2.500 Euro“, so Asmussen.
**Soziale Pflegeversicherung vor Kollaps?
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Steigende Kosten, immer mehr Pflegebedürftige und beständig abnehmende Personalressourcen strapazieren das deutsche Pflegesystem. Das zeigt der DAK-Pflegereport 2024. Knapp 22 Prozent des Pflegepersonals müsse bundesweit altersbedingt in den kommenden zehn Jahren ersetzt werden, so die Prognose. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegebedürftigen.
„Wir brauchen eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung, um die Pflege mit neuen Versorgungskonzepten zukunftsfähig zu machen“, fordert DAK-Vorstandschef Andreas Storm, zeigt sich aber zugleich skeptisch, ob das angesichts der Meinungsunterschiede in der Regierungskoalition in naher Zukunft erfolgen wird.
Auf dem Kipppunkt sieht der DAK-Chef auch die Pflegefinanzierung. Bereits für das vierte Quartal 2024 zeichnen sich laut Berechnungen im DAK-Pflegereport deutliche Finanzierungslücken ab, die voraussichtlich Beitragssatzerhöhungen noch vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr erforderlich machen.
**Verschärfte Anforderungen für Cyberpolicen drohen
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Ab Oktober 2024 ist mit einer Verschärfung der Anforderungen an die IT-Sicherheit von Unternehmen zu rechnen. Dann tritt in Deutschland die NIS-2-Richtlinie in Kraft. Und die könnte auch Auswirkungen auf Cyberversicherungen von Unternehmen haben, die von der Richtlinie gar nicht betroffen sind.
„Zwar gilt die Richtlinie nur für Unternehmen, die mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen, mehr als 10 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften und in kritischen Wirtschaftsbereichen tätig sind. Allerdings kommen gesetzliche Vorgaben früher oder später in den Cyberverträgen an”, sagt Frank Gottheil, Senior-Firmenkundenberater beim Insurtech Finanzchef24.
Jedes Unternehmen sollte daher regelmäßig Stresstests durchführen und einen Notfallplan aufstellen, rät Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finanzchef24. „Gerade Geschäftsführer von kleineren Unternehmen müssen begreifen, dass Informationssicherheit nicht nur eine Aufgabe der IT-Abteilung ist, sondern des Geschäftsführers”, so der Experte weiter. Geschäftsführer und IT-Leiter könnten persönlich haftbar gemacht werden, wenn es zu ernsthaften Schäden komme – und wenn das Unternehmen weder eine Cyberversicherung abgeschlossen, noch sich adäquat geschützt habe.