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Seit Jahren wird zwischen New Games Journalism, einbrechenden Werbeeinnahmen und Influencer-Einfluss über die Krise des Spielejournalismus diskutiert. Dabei gab es nie eine spannendere Zeit, Journalismus über Videospiele zu machen.
Auf der letzten EGX wurde über die Unterschiede zwischen Influencer*innen und Spielejournalist*innen diskutiert. Aber in welche Richtungen kann sich der klassische Spielejournalismus entwickeln, wenn er den zweiten Bestandteil des Wortes betont?
In der Branche herrscht Arbeitskampf, die #MeToo-Vorwürfe häufen sich und Firmen geraten zwischen den USA und China in internationale Konflikte. Wir stellen uns die Frage, welche Rolle ein Journalismus über Videospiele hier spielen kann, muss und sollte.
Darüber haben diskutiert: Christian Eichler von detektor.fm, Rae Grimm von GamePro und Valentina Hirsch von 3Sat. Moderation: Daniel Ziegener.
Im Andenstaat Bolivien findet nach 14 Jahren ein Machtwechsel statt, der zurückgetretene Präsident beantragt Asyl in Mexiko und die Unruhen reißen nicht ab.
Die umstrittene Wiederwahl Evo Morales‘ vor knapp drei Wochen ist auf heftige Gegenwehr gestoßen. Große Teile der Zivilgesellschaft und die Opposition haben seinen Rücktritt und Neuwahlen gefordert. Dabei haben sie Unterstützung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bekommen. Die Organisation hatte Unregelmäßigkeiten bei der Wahl festgestellt.
Nachdem die Polizei sowie das Militär ihm die Loyalität entzogen haben, ist Morales nach Mexiko geflohen. Per Videobotschaft hat er die Vorgänge als Putsch bezeichnet. Gestern Abend hat die Oppositionelle Jeanine Añez sich selbst zur Interimspräsidentin erklärt. Wohlgemerkt in Abwesenheit der sozialistischen Regierungspartei MAS und begleitet von Gegenprotesten.
Ohne Morales im Land versuchen rechte Paramilitärs mit Polizei und Armee die Kontrolle in den Straßen verschiedener Großstädte zu übernehmen. So kursieren in den sozialen Netzwerken Videos von Festnahmen linker Gewerkschafter und indigener Aktivisten. In den Städten Cochabamba und El Alto ist es infolge des Einsatzes von Schusswaffen wohl zu sechs Toten und mindestens 30 Verletzten gekommen.
„Die gemäßigten Kräfte der Opposition sind in den Hintergrund getreten zugunsten von Kräften, die in den vergangenen Tagen und Wochen eher als Scharfmacher aufgetreten waren“, erklärt Robert Lessmann, Autor von „Das neue Bolivien: Evo Morales und seine demokratische Revolution“.
Evo Morales war der erste indigene Präsident Boliviens. Die Vergesellschaftung von Ressourcen und die verfassungsrechtliche Anerkennung indigener Sprachen und Kulturen waren Teil seiner Politik. Das vormals ärmste Land Südamerikas hat während der Präsidentschaft Morales‘ wirtschaftlich an Relevanz hinzugewonnen. Den Indigenen, der größten Bevölkerungsgruppe des Landes, ist erstmals die Teilhabe am wirtschaftlichen Wachstum ermöglicht worden. Mittlerweile gibt es eine indigene Mittelschicht.
Kritiker werfen Morales allerdings undemokratisches Verhalten vor. An der verfassungsstrittigen und womöglich geschönten Wahl haben sich schließlich die Proteste entzündet.
Über die Unruhen im Land und die Hintergründe zu Morales‘ Rücktritt spricht detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Robert Lessmann. Er hat das Buch „Das neue Bolivien: Evo Morales und seine demokratische Revolution“ geschrieben. Lessmann arbeitet aktuell für die Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA) und die UN.
Redaktion: Liam Pape
Man nehme ein Wohnzimmer mit Trainspotting-Flair, eine Pinocchio-Nase, eine Gollum-artige Figur und eine Kokainsucht – schon hat man das Musikvideo zu Beardymans Song „6 am (Ready to Write)“. Nachdem der Protagonist seine Mutter per SMS anlügt, wächst seine Nase unaufhörlich und zielstrebig auf der Suche nach Kokain, um sich am Ende als Wurstkette herauszustellen.
Im Video zu „6 am (Ready to Write)“ verarbeitet Regisseur Ian Pons Jewell den Tagesablauf von Hunter S. Thompson. Der 2005 verstorbene amerikanische Journalist und Schriftsteller ist besonders bekannt für seine Reportagen und seinen durch eine Drogenabhängigkeit bestimmten Tagesablauf. Als Vertreter des Gonzo-Journalismus stellt Thompson vor allem sein eigenes Erleben in den Vordergrund.
„Es ist ein Trip, den wir da mitmachen, und Beardyman ist ja zum einen dafür bekannt, ein bisschen strange Musik zu machen, und zum anderen dafür, genauso strange Videos zur Musik zu machen“, so Maurice Gajda.
Genauso steht das eigene Erleben im Zentrum des musikalischen Schaffens von Beardyman. Die wichtigsten Instrumente des zweifachen UK-Beatboxmeisters und Live-Improvisators sind seine Nase, Mund und Rachen. Das war dem Musiker aber zu wenig. Aus seinem Ärger darüber, nicht zwei Töne gleichzeitig hervorbringen zu können, hat Beardyman eine Technologie entwickelt, mit der er seine selbst produzierten Geräusche schichten kann.
Ob nachgeahmte Musikinstrumente oder das Summen einer Fliege: mit dem „Beardytron Loop“ hat der Musiker seine Live-Auftritte auf eine neue Ebene gehoben. Denn auf der Bühne baut Beardyman spontan Einwürfe des Publikums in seine Performance ein.
Über unser Musikvideo der Woche spricht detektor.fm-Moderatorin Marie Landes wie immer mit Maurice Gajda.
Redaktion: Nadja Häse
Unser erster runder Geburtstag. Das feiern wir! Mit euch.
Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)
Mehr Infos zur Veranstaltung und zum Ticketverkauf
Casey Neistat hat in einem YouTube-Klassiker eindrucksvoll vorgeführt, wie risikoreich und nervig Fahrradfahren durch falschparkende Autos wird. Auch die Berliner Polizei kämpft seit mehreren Jahren gegen das Problem an. Gemeinsam mit den Berliner Verkehrsbetrieben hat die Polizei die „Aktionswoche Verkehrssicherheit“ ins Leben gerufen. Während der Woche sollen erhöhte Kontrollen gegen parkende und haltende Autos auf Fahrrad- und Busspuren oder in zweiter Reihe erfolgen.
Die Berliner Polizei erhofft sich durch die Kontrollen eine verbesserte Verkehrssicherheit und will mit der Aktionswoche für mehr Verständnis, Miteinander und Rücksichtnahme im Straßenverkehr werben. In Gesprächen sollen falsch parkende Autofahrerinnen und Autofahrer für ihr rücksichtsloses Verhalten sensibilisiert werden. Dies sei notwendig, weil Falschparken meist als Kavaliersdelikt angesehen werde.
„Wer in zweiter Reihe parkt, behindert fast automatisch den fließenden Verkehr. […] Das ist besonders rücksichtslos und gefährlich, weil insbesondere Radfahrer gezwungen sind, ihren eigenen Weg zu verlassen, und damit natürlich erheblichen Behinderungen und Gefährdungen ausgesetzt sind“, so Hauptkomissar Rainer Paetsch.
Bei einer ähnlichen Aktion im Frühjahr sind fast 6 500 Halt- und Parkverstöße aufgenommen und geahndet worden. In knapp 300 Fällen wurden Autos zur Gefahrenabwehr umgesetzt. Berlins Innensenator Andreas Geisel befürwortet die Aktion. „Ich wünsche mir auch einen Lerneffekt bei den Verursachern – ganz im Sinne der gegenseitigen Rücksichtnahme. Die Straße gehört schließlich nicht einem alleine“, sagt Geisel in einer Presseerklärung der Berliner Polizei.
Über die „Aktionswoche Verkehrssicherheit“, die diese Woche in Berlin stattfindet, hat detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Hauptkomissar Rainer Paetsch gesprochen.
Redaktion: Clara Schulze
Unser erster runder Geburtstag. Das feiern wir! Mit euch.
Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)
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Sebastian Hummel ist 27 Jahre alt und arbeitet für die Telekom in Hamburg als IT-Systemelektroniker im Support. Einen Tag pro Woche fährt er ins Büro, die anderen vier arbeitet er von zu Hause aus. Er spart den langen Arbeitsweg von 60 bis 90 Minuten durch den Hamburger Stadtverkehr und kann sich den Tag flexibel einteilen: „Das ist ein ganz anderer Schnack, wenn man zuhause aufsteht, einen Kaffee trinkt und sich an den PC setzt und den ersten Kunden anruft. Da ist man total ausgeglichen und hat keinen Stress. Man kriegt wesentlich mehr hin in kürzerer Zeit und die Work-Life-Balance nimmt auf jeden Fall positiv zu.“
Er sagt, er ist durch Arbeit 4.0 deutlich leistungsfähiger. Das wiederum führe zu Zufriedenheit auf allen Ebenen. Bei ihm, seinem Arbeitgeber und bei den Kunden. Jeder Mensch ist anders und auch in einer anderen Arbeitsumgebung produktiv, das zeigt das Beispiel von Sebastian.
„Die Digitalisierung bietet uns die Möglichkeit, diese Diversität auszubauen und auszuleben. Das heißt, egal ob ich im klassischen Homeoffice sitze, in einer Lounge oder sogar von einer Urlaubsregion aus arbeite – vormittags arbeiten, nachmittags am Strand – das ist vollkommen egal. Jeder muss wissen, was für ihn das Beste ist“, so Dr. Ole Wintermann. Er betreut das Programm „Unternehmen in der Gesellschaft“ der Bertelsmann Stiftung.
Ferner erklärt Dr. Ole Wintermann, dass die Möglichkeit, mobil arbeiten zu können, immer mehr zum harten Faktor wird. Arbeitnehmer im Wohnzimmer arbeiten zu lassen, wird zukünftig nicht mehr Luxus sein, sondern eine Voraussetzung, um als Unternehmen überhaupt überleben zu können.
Über die Veränderung der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter, ob Fünftagewoche und Achtstundentag Auslaufmodelle sind, was Unternehmen nun ihren Arbeitnehmern bieten sollten und warum Kreative, Introvertierte und vor allem Frauen ganz besonders von Arbeit 4.0 profitieren, bespricht detektor.fm-Moderatorin Yvi Strüwing mit Dr. Ole Wintermann von der Bertelsmann Stiftung.
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Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)
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Ein Intendant, noch dazu der Münchner Kammerspiele, steht eigentlich nicht im Verdacht, mit Obdachlosen verwechselt zu werden. Matthias Lilienthal wird vom Münchner Feuilleton trotzdem als Edelpenner aus Neukölln bezeichnet. Er trägt eigentlich immer ein buntes T-Shirt, Kapuzenpulli, ausgebollerte Jeans, dazu auch noch eine Jeans-Jacke und hat strubbelig abstehende Haare. Für manche Münchnerinnen und Münchner, zu denen er 2015 als ehemaliger Leiter des HAU in Berlin gekommen ist, eine ungewohnte Erscheinung.
„Ich war vier Jahre lang der bestgehasste Mensch der Stadt!“, so Matthias Lilienthal.
Auch sein Start mit München war nicht von Anfang an eine Liebesgeschichte. Während er in Berlin noch 500 Euro Miete gezahlt hat, muss er nun fast das fünffache hinlegen. Gleich zu Anfang seiner Intendanz machen die Kammerspiele die Miete zum Thema: mit Shabby Shabby Apartments.
Im Mai 2018 kündigt er an, seinen Vertrag nicht zu verlängern – der geht bis 2020. Was er danach macht, weiß er noch nicht, Geld spiele bei der Berufswahl aber keine Rolle. Besonders viel Angst um seine Zukunft habe er auch nicht, denn: „Irgendeine scheiß Professur kann ich mir immer noch organisieren.“
Warum die hohen Mieten sich negativ auf die Kultur einer Stadt auswirken, was er gerne an den Kammerspielen ändern würde und wie er sich zehn Jahre Studium finanzieren konnte, darüber spricht Matthias Lilienthal mit detektor.fm-Moderatorin Nina Sonnenberg.
Über Geld spricht man nicht? Pah! In unserem Podcast „Reden ist Geld“ trifft sich Nina Sonnenberg mit bekannten Personen, um mit ihnen über das Thema zu sprechen, über das selten jemand öffentlich reden will. Hier hört ihr ganz persönliche Geschichten. Können wir nicht alle von mehr Offenheit beim Thema Geld profitieren?
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