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  • Versorgungszentren gegen Ärztemangel - "Man kann keine neuen Ärzte backen"
    Zu wenig Ärzte wollen aufs Land

    In ländlichen Regionen herrscht Ärztemangel. Ein Grund ist, dass viele junge Mediziner und Medizinerinnen gar nicht die Verantwortung für eine Praxis übernehmen wollen, sondern eher eine Anstellung anstreben. Ein anderer ist, dass sie oft nicht auf dem Land arbeiten möchten. Dabei werden sie gerade dort am dringendsten gebraucht: In ländlichen Regionen, beispielsweise in Brandenburg, Bayern oder Niedersachsen, gibt es oft nur weniger als 100 Ärzte und Ärztinnen auf 100 000 Einwohner.

    Abhilfe gegen den Ärztemangel sollen sogenannte Medizinische Versorgungszentren schaffen: Diese bündeln im Idealfall ärztliche Angebote verschiedener Fachrichtungen an einem Ort und bieten Ärztinnen und Ärzten auch noch ein Anstellungsverhältnis an.

    Zentren lösen Ärztemangel nicht

    Die Gründung solcher Versorgungszentren in ländlichen Regionen, könnte den Ärztemangel also vielleicht wenigstens mildern. Doch das Konzept geht nicht auf: Viele Versorgungszentren werden nämlich nicht in der Provinz, sondern in der Nähe von Großstädten gegründet. Außerdem kritisieren SPD, Linke, FDP und Teile der Ärzteschaft mangelnde Transparenz bei der Finanzierung der Zentren.

    „Anreizsysteme wären eine Lösung für den Ärztemangel. Zum Beispiel, in dem man die Tätigkeit in unterversorgten Bereichen besser honoriert“, schlägt Stefan Schröter vom Ärzteverband Hartmannsbund vor.

    Ob die Medizinischen Versorgungszentren gegen den Ärztemangel helfen können und wie es um die Transparenz bei der Finanzierung bestellt ist, darüber spricht detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Stefan Schröter vom bundesweiten Ärzteverband Hartmannbund.

    11 min
  • Mehr Verpackungsmüll - "Von geschlossenen Stoffkreisläufen sind wir weit entfernt"

    In Deutschland steigt der Verpackungsverbrauch. Das hat das Umweltbundesamt für das Jahr 2017 berechnet. Ganze 1,87 Millionen Tonnen Verpackungsmüll werden Deutschland attestiert. Damit sind es drei Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland ist im europäischen Vergleich führend. Ursachen für den Anstieg sind laut Studie das Wirtschaftswachstum und unser Konsumverhalten.

    Wer mehr kauft, produziert auch mehr Verpackungsmüll. Besonders durch den wachsenden Online-Handel steigt der Verpackungsverbrauch. Aber auch der Kaffee und das abgepackte Mittagessen to go spielen eine große Rolle.

    Mehrweg oder Verpackungsmüll?

    Der Anteil recycelter Verpackung bleibt weiterhin hoch. Knapp 70 Prozent der Verpackungsabfälle können wiederverwertet werden. Das Umweltbundesamt zieht die Endkonsumenten zur Verantwortung und fordert auf Mehrwegverpackungen umzusteigen. Henning Wilts vom Institut für Klima, Umwelt und Energie in Wuppertal sieht die Verantwortung bei der Regierung: „Ich glaube, der Erste, der etwas tun müsste, wäre die Politik. Rahmenbedingungen zu setzen, wo es wirklich für die Unternehmen sinnvoll ist, darüber nachzudenken, wie wir Kunststoffverpackung besser nutzen können.“

    Über den unrühmlichen Trend mehr Verpackungsabfälle zu produzieren und wie man dagegen steuern sollte, spricht detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Henning Wilts. Er leitet die Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut.

    Redaktion: Liam Pape

    7 min
  • Börsengang von „Saudi Aramco“ - Flüssiges Geld
    Saudisches Öl an der Börse

    Das Unternehmen, das weltweit am meisten Gewinn erwirtschaftet ist weder amerikanisch, noch in der Digital-Branche unterwegs. „Saudi Aramco“ ist der staatliche saudische Ölkonzern und so profitabel wie kein anderes Unternehmen. Im letzten Jahr hat der Konzern einen Gewinn von 111 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

    Wie viel der Öl-Riese tatsächlich wert ist, entscheidet sich am 5. Dezember. Dann werden die Preise für die Aktien des Konzerns offiziell festgelegt und „Saudi Aramco“ offiziell an der saudischen Börse gehandelt. International sind die Aktien voraussichtlich ein bis zwei Jahre später zu kaufen. Seit heute können Anleger Aktien zeichnen, also sozusagen vorbestellen.

    Aus keinem anderen Land fließt so viel Rohöl in die Weltwirtschaft, wie aus Saudi-Arabien. Dadurch ist das Land extrem abhängig von seinen Erdölressourcen, die es über „Saudi Aramco“ ins Ausland exportiert. Der Börsengang ist Teil der Entwicklungsstrategie „Vision 2030“ des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Die saudische Wirtschaft soll weniger stark vom Erdöl abhängen.

    „Es geht um den außenpolitischen Hebel, den Saudi-Arabien will. Bisher war das die Vormachtstellung auf dem saudischen Markt. Die neue Strategie ist, in den Staatsfonds zu investieren, der sich international Einfluss kaufen wird“, erläutert Eliten- und Nahostforscher Stephan Roll.

    Öl und Macht

    Für ausländische Investoren ist Saudi-Arabien risikoreich. Das liegt zum einen daran, dass der Ölkonzern kaum Erfahrung mit der Verwaltung eines Aktienfonds hat. Zum anderen ist der Konzern in staatlicher Hand. Das wirft die Frage auf, inwiefern der Konzern in die Politik Saudi-Arabiens verwickelt bleibt. International umstritten sind der Jemen-Krieg, der Iran-Konflikt und mögliche Terrorfinanzierung durch Saudi-Arabien. Außerdem wird der saudische Kronprinz für den Mord am Journalisten Jamal Kashoggi verantwortlich gemacht.

    Über die Bedeutung des Börsengangs von „Saudi Aramco“ für die saudische Gesellschaft und die politischen Machtverhältnisse spricht detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Stephan Roll, Leiter der Forschungsruppe Naher und Mittlerer Osten am Deutschen Institut für internationale Politik und Sicherheit.

    Redaktion: Nadja Häse

    forscht über Elitenwandel und den Nahen und Mittleren Osten am Deutschen Institut für internationale Politik und Sicherheit. Foto: Stiftung Wissenschaft und Politik
    Einerseits zieht sich der Staat aus dem Ölkonzern zurück, andererseits fließt das Geld nach dem Börsengang in den Staatsfonds. Über das Geld entscheidet damit in Zukunft direkt der Kronprinz Mohammed bin Salman.Stephan Roll
    7 min
  • Album der Woche | Tindersticks – No Treasure But Hope - Raum für das Menschliche

    Das Album der Woche wird präsentiert von Dockin. Promo-Code: detektor.fmDockin10

    Stuart Staples ist keiner, der lange stillsitzen kann. Nach dem letzten Tindersticks-Album „The Waiting Room“ hat der Sänger viel Zeit allein in seinem Studio verbracht und zwei Soloplatten aufgenommen. Für „No Treasure But Hope“, das neue Album seiner Band, lag der Fokus deshalb umso mehr auf Teamwork.

    „Wir als Band haben mittlerweile ein fast intuitives Level der Zusammenarbeit erreicht. Was zwischen uns fünf passiert ist sehr kraftvoll. Aus dieser Situation heraus sind die neuen Songs entstanden. Es war mir und uns wichtig den Fokus auf das Menschliche zu legen, das Körperliche, den Moment. Außerdem finde ich das sehr progressiv. Wir sind alle so sehr mit unserer Technik verbunden und das hört man auch in der Musik, die heute gemacht wird. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Aber wir fanden es am interessantesten, einen Raum für uns und diese Songs zu schaffen.“

    Beschwingt mediterran

    In gerade mal fünf Wochen hat die Band die neuen Songs aufgenommen und gemischt, eine eher ungewöhnliche Vorgehensweise für die Engländer. Vor allem im Vergleich zum letzten Album wirken die Stücke leicht zugänglich, ohne Brillianz oder Tiefe einzubüßen. Es gibt sogar beschwingte, mediterran anmutende Momente inklusive Bouzouki, wie in „„Pinky in the daylight“ – dem ersten „richtigen“ Liebeslied, das Staples geschrieben hat.

    „Das ist neu für mich. Als mir die Idee für den Song gekommen ist, war das so unkomplizert und so fröhlich, daran bin ich gar nicht gewöhnt. Aber ich vertraue immer meiner Idee, also habe ich mich daran gehalten. Die restlichen Stücke auf dem Album sind ja auch ganz anders, zum Teil sehr düster. „Pinky“ balanciert das ein bisschen aus.“

    Intuitive Wärme durchfließt die Stücke auf „No Treasure But Hope“. Die üppigen Melodien werden mal von Klavierakkorden, mal von einem Vibraphonteppich getragen, ergänzt von einer grazilen Gitarre und erhabenen Streicher- und Bläsersätzen.

    Die Texte hat Stuart Staples im Herbst 2018 auf der griechischen Insel Ithaka geschrieben. Ithaka ist ein Ort, der für den 54-Jährigen immer sehr paradiesisch war, vor dem die Entwicklungen der letzten Jahre aber nicht Halt gemacht haben.

    „Der Song „See my girls“ hat vor vielen Jahren auf dieser Insel begonnen. Und zwar mit der Idee eines Mannes, der Zeitungen aus der ganzen Welt verkauft, aber selbst seinen Wohnort noch nie verlassen hat. Dann wurden die Nachrichten aber immer negativer. Das Mittelmeer ist nicht mehr der idyllische Ort, der es für mich lange war. Es ist voller Geister. Außerdem komme ich ja auch von einer Insel und auch dort hat sich die Stimmung verändert. Der Song vereint all diese verschiedenen Ideen und ist nicht nur träumerisch.“

    Meister der Melancholie

    Keinem Tindersticks-Album fehlt es an Bedeutung, aber die intimen, expansiven Stimmungslieder auf „No Treasure But Hope“ graben sich noch ein bisschen tiefer ein. Damit beweisen die Engländer einmal mehr ihren Status als Meister der stilvollen Melancholie.

    7 min
  • AutoMobil | „Transparenzregister ÖPNV“ ist online - "Es wird den ÖPNV verändern"
    AutoMobil wird präsentiert von Atudo – Dein starker Partner im Verkehr.

    Am 12. November 2019 ist das privat finanzierte Transparenzregister für den öffentlichen Personennahverkehr online gegangen. Es geht zurück auf die geforderte Transparenz aus der EU-Richtlinie Art. 7 der EU-Verordnung Nr. 1370/2007.

    Gegen Wettbewerbsverzerrung

    Mit dem Transparenzregister lassen sich die Daten der öffentlichen Mobilität einsehen und auch untereinander vergleichen. Also, wie viel Geld die Kommune für den ÖPNV aufwendet oder wie viele Kilometer die Öffentlichen eigentlich abfahren und wie das eigentlich in anderen Regionen ist.

    „Es macht Sinn für die Fahrgäste, zu wissen was mit ihrem Geld passiert. Es macht Sinn für die Aufgabenträger, also die Landkreise und Städte um sich vergleichen zu können – wie machen wir das, wie machen das andere und was bekommt man für sein Geld“, erklärt Tobias Bernecker. Er ist Professor für Verkehrspolitik und Verkehrswirtschaft an der Universität Heilbronn.

    Transparenzregister ÖPNV: noch ausbaufähig

    Die bereitgestellten Informationen gehen zurück auf das Jahr 2017. Momentan bestehen zwar noch Lücken, weshalb das „Transparenzregister ÖPNV“ stetig aktualisiert wird. Anfang 2020 soll die endgültige Version bereitstehen.

    „Es wäre sehr schön, wenn die Politik sich irgendwann daran beteiligen würde. Weil Transparenz alle etwas angeht“, sagt Tobias Bernecker.

    Über das neue „Transparenzregister ÖPNV“ und darüber, wie es die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs verändern kann, spricht AutoMobil-Redakteurin Eva Weber mit Tobias Bernecker. Er ist Professor für Verkehrspolitik und Verkehrswirtschaft in Heilbronn und hat an dem Register mitgearbeitet.

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    8 min
  • Zeit Campus | Vergewaltigung - Elena hat ihre letzte S-Bahn verpasst ...

    Elena betrinkt sich auf einer Party mit Freunden. Sie ist ausgelassen, hat einen guten Abend. Am Ende verpasst sie die letzte S-Bahn, einer ihrer Kommilitonen bietet ihr an, bei ihm zu übernachten. Sie stimmt zu.

    Am nächsten Morgen wacht sie in seinem Zimmer auf und stellt fest, dass sie Sex hatten. Erinnerungen hat sie jedoch keine. Ein schrecklicher Verdacht wächst in ihr. Sie zieht sich zurück, steht unter Schock.

    Der schwere Weg an die Öffentlichkeit

    Fünf Monate später erzählt sie ihrem Freund von der Geschichte und geht zur Polizei. Auch andere Kommilitoninnen von ihr suchen die Öffentlichkeit und werfen dem Beschuldigten sexuelle Belästigung vor.

    „Dieses Dilemma, dass diese Frau einerseits das macht, was wir in Zeiten vom MeToo uns wünschen von Frauen, also darüber zu sprechen; und andererseits der Rechtsstaat der ihr ohne Beweise nicht helfen kann“, erklärt Hannah Bley von Zeit Campus.

    Die Anzeige gegen ihren Komillitonen wird fallen gelassen, es gibt keine Beweise. So enden die meisten Anzeigen wegen sexueller Nötigung, Vergewaltigung oder versuchter Vergewaltigung.

    Häufig gehen die Opfer aus Scham oder Verzweiflung zu spät zur Polizei. Ein Problem, denn die meisten Beweise finden sich am Körper der Opfer und sind oft bereits durch die erste Dusche vernichtet.

    Ein tragisches Dilemma

    In der Rechtssprechung gilt natürlich, dass dem Angeklagten seine Schuld bewiesen werden muss. Dafür muss nachgewiesen, dass das Opfer dem Geschlechtsverkehr nicht zugestimmt hat. Doch Alternativen zu dieser Gesetzgebung existieren. In Schweden gilt seit 2018, dass sexuellen Handlungen eine klare Zustimmung der Beteiligten vorangehen muss.

    Für die aktuelle Ausgabe von Zeit Campus hat Hannah Bley die Geschichte von Elena aufgeschrieben. In dieser Folge von Zeit Campus zum Hören spricht sie mit detektor.fm-Moderator Jonas Junack über die Arbeit mit den betroffenen Personen und den Umgang mit so sensiblen Inhalten.

    schreibt für Zeit Campus.
    Teilweise haben die Leute gesagt, sie trauen sich gar nicht so viel darüber zu sprechen, weil sie Angst haben sich auf einer Seite zu positionieren.Hannah Bley
    17 min
  • Studie zum Fremdgehen - Wie häufig gehen wir fremd?
    Fremdgehen: ja oder nein?

    Wie viele Menschen gehen eigentlich fremd? Diese Frage ist wohl sehr schwer zu klären, schließlich gibt niemand gerne freiwillig zu, fremd gegangen zu sein. Und so bleiben viele Seitensprünge unbekannt. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Leuven haben sich mit dieser Frage befasst und eine Möglichkeit gefunden die Frage zu untersuchen: Sie analysieren unser Genmaterial, indem sie die DNA zweier Männer vergleichen.

    „Das funktioniert so, dass man quasi Paare von Männern sucht, die einen gemeinsamen Vorfahren haben, die sozusagen in männlicher Linie direkt voneinander abstammen und dieser Vorfahr liegt quasi vor dem Jahr 1800“, erklärt Jan Dönges von Spektrum der Wissenschaft das Verfahren.

    Wer geht am meisten fremd?

    Diverse Faktoren beeinflussen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir fremdgehen. So gibt es beispielsweise ein starkes Gefälle zwischen Stadt und Land. Während die Rate bei Städtern bei ca. 6 Prozent liegt, liegt sie bei der Landbevölkerung bei unter einem Prozent. Auch zwischen den sozialen Schichten lassen sich Differenzen feststellen. So neigen Menschen aus niedrigen sozialen Schichten eher zu Seitensprüngen als andere. Die religiöse Orientierung hatte interessanterweise keinen Einfluss auf das Fremdgeh-Verhalten der Menschen.

    „Der wesentliche Unterschied waren eben sozusagen die Einkommensverhältnisse, sage ich mal, wie viel haben die Leute verdient, also Oberschicht vs. Unterschicht und eben Stadt vs. Land“, erläutert Jan Dönges.

    Wie genau das Verfahren funktioniert und wie sich die Unterschiede im Verhalten der Menschen erklären, darüber hat detektor.fm Moderatorin Amelie Berboth mit Spektrum-Autor Jan Dönges besprochen.

    ist Autor beim Magazin Spektrum und hat sich mit der Studie beschäftigtBild: Spektrum der Wissenschaft
    Die Idee ist quasi abzuklären, wie sich die Evolutionsbiologie niederschlägt auf das menschliche VerhaltenJan Dönges
    5 min
  • Spektrum-Podcast | Vakuum, Steinzeit-Diät, Evolution - Die Vermessung des Nichts
    Was das Vakuum mit Lichtschwertern zu tun hat
    Im neuen Spektrum-Podcast geht es mitten ins Nichts: Das Vakuum ist Gegenstand vieler physikalischer Untersuchungen. Denn Forscher wissen inzwischen, dass es nicht leer ist, sondern von Quantenfeldern durchzogen.
    „Der Streit darum, ob es einen Raum gibt, der frei von Materie ist, begann bei Aristoteles und endete bei Einstein“, so die Spektrum-Redakteurin Manon Bischoff.
    Paradoxerweise könnten im Vakuum sogar Teilchen aus dem Nichts entstehen. Denn selbst den scheinbar leeren Raum bevölkern zahlreiche „virtuelle Teilchen“, die kurzfristig entstehen und sich gleich wieder vernichten. Obwohl sie selbst nicht messbar sind, haben sie dennoch handfeste Folgen, die Physiker in Experimenten untersuchen. Dazu dienen extrem starke Laser. Unter anderem ließe sich dadurch beobachten, dass deren Licht im Vakuum gebrochen wird. Laser, die dafür stark genug sind, befinden sich allerdings noch in der Entwicklungsphase.
    Was das mit den aus Star Wars bekannten Lichtschwertern zu tun hat, erklärt Manon Bischoff, Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft, im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer.
    ist Physikerin und Redakteurin bei "Spektrum der Wissenschaft".
    Wenn man zum Beispiel zwei sehr starke Laserstrahlen aufeinander schießen würde, dann könnten diese Photonen durch die virtuellen Teilchen miteinander wechselwirken – obwohl Licht das normalerweise nicht tut. Quasi wie ein Lichtschwert.Manon Bischoff
    Essen wie unsere Vorfahren
    Die Steinzeit-Diät (auch: Paläo-Diät) ist ein absoluter Ernährungstrend. Auf den Teller darf dabei alles, was unsere Vorfahren bereits jagen und sammeln konnten. Dahinter steht die Vorstellung, dass diese steinzeitliche Ernährung unserem Körper auch heute noch gut bekommt.
    Aber was haben Steinzeit-Menschen überhaupt gegessen? Um das herauszufinden, hat man sich lange Zeit an der Form der Zähne orientiert: Je nach Gebissform haben Forscher auf eine bestimmte Ernährungsweise geschlossen.
    Paläontologen zeigen nun aber, dass noch andere Faktoren wichtig sind, um den richtigen Speiseplan unserer Vorfahren zu identifizieren. „Foodprints“ nennen die Wissenschaftler diese Hinweise. Dazu gehören feine Kratzer und Kohlenstoff-Rückstände im Zahnschmelz.
    „Was unsere Vorfahren gegessen haben, ist wichtig für die Forschung. Denn es lässt auch Schlüsse darauf zu, warum sie sich gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt haben“, erklärt Spektrum-Redakteur Andreas Jahn.
    Die Ergebnisse zeigen, dass Paläo-Diäten häufig zu eingeschränkt sind, um die Realität von Steinzeit-Menschen abzubilden. Denn: Die Ernährung unserer Vorfahren sei deutlich vielseitiger gewesen, als lange Zeit angenommen wurde, sagt Spektrum-Redakteur Andreas Jahn.
    ist Spektrum-Redakteur.
    Diese Beobachtungen zeigen: Eine Steinzeit-Diät hat es so nie gegeben. Es ist zwar richtig, dass sich unsere Vorfahren nicht von Chips und Cola ernährt haben, aber sie haben sich auch nicht einseitig ernährt. Im Gegenteil, und in dieser Vielseitigkeit liegt der Schlüssel ihres evolutionären Erfolgs.Andreas Jahn
    Die Stadt als Evolutionsmotor
    Der Mensch formt seine Umwelt in nie dagewesener Weise. Ein Beispiel dafür sind moderne Großstädte, die einen ganz neuen Lebensraum darstellen. Asphaltierter Boden, höhere Temperaturen und künstliches Licht machen die Stadt zu einer extremen Umgebung – nicht nur für den Menschen, sondern auch für Pflanzen und Tiere.
    Wer in dieser Umgebung überleben will, muss sich anpassen. Dieser Druck wiederum heizt die Evolution mächtig an: Forscher fanden bei diversen Arten bereits starke Veränderungen im Aussehen oder Verhalten. So gibt es vor der US-Ostküste beispielsweise bereits Fische, die in kürzester Zeit resistent gegen bestimmte Umweltgifte im Wasser geworden sind.
    „Bei diesen Fischen zeigen s…
    46 min
  • Dear Reader | Cemile Sahin über ihr Debüt „Taxi“ - Zwischen Text und Bild
    Taxi – Debütroman mit Tiefgang

    Eine Mutter inszeniert die Rückkehr ihres im Krieg gefallenen Sohnes. Nach einem Serien-Skript, an dem sie zehn Jahre geschrieben hat. Mit einem Fremden, der ihren Sohn spielt. Was als Film gedacht war, wird ein Roman. Und so stehen in „Taxi“ nicht nur Mutter und (der falsche) Sohn, sondern auch die Konventionen und Formen beider Medien im Fokus.

    Das Interesse für das Verhältnis von Fakt und Fiktion, Bild und Wort, ist wegweisend für die absurden und rührenden Konstellationen in dem wilden Debütroman.

    Cemile Sahin: bildende Künstlerin

    Cemile Sahin wurde 1990 in Wiesbaden geboren und ist in Deutschland und England groß geworden. Sie studierte zunächst am Central Saint Martins College of Art and Design in London und machte letztes Jahr ihren Abschluss an der Universität der Künste in Berlin. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Film, Fotografie, Skulptur, Sound und Text. Ihre multimedialen Installationen kreisen um Themen wie Erinnerung und Geschichte  – und wie diese dargestellt werden können. In Center Shift einer mehrteiligen Miniserie, an der Cemile Sahin gerade arbeitet, inszeniert sie einen Mord immer wieder neu. Alle Darsteller und Darstellerinnen wollen den Mord begangen haben. Ob er wirklich stattgefunden hat und wer ihn begangen hat, bleibt auch hier offen.

    Den neuen Literatur-Podcast „Dear Reader“ gibt es ab sofort regelmäßig. Auch auf allen großen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts und Spotify.
    Dieser Podcast ist eine Kooperation von piqd.de und detektor.fm.
    Zehn Jahre detektor.fm – Wir feiern Geburtstag!

    Unser erster runder Geburtstag. Das feiern wir! Mit euch.

    Die Party mit Shout Out Louds, Lars Eidinger, ÄTNA

    Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)

    Mehr Infos zur Veranstaltung und zum Ticketverkauf

    35 min
  • Deutsche Staatsbürgerschaft erhöht Bildungschancen von Migranten - Besser umgekehrt

    Der Bildungsweg und der Lernerfolg eines Menschen hängen von vielen Faktoren ab: beispielsweise von der Veranlagung oder dem sozialen Umfeld. Doch auch die Staatsbürgerschaft wirkt sich auf die Bildungschancen von Kindern aus.

    Mehr Bildung durch Sicherheit

    Forscher des ifo Zentrums für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik haben dazu eine Studie veröffentlicht. Sie zeigt, dass Kinder, die mit ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, eher in die Schule kommen, seltener eine Klasse wiederholen müssen und häufiger auf das Gymnasium wechseln. Grund dafür ist laut Studie vor allem das Verhalten der Eltern, die mit der Staatsbürgerschaft einen größeren Anreiz sehen, die späteren Erfolgschancen ihrer Kinder zu steigern.

    „Man kann darauf schließen, dass Eltern die Investitionen in das Humankapital ihrer Kinder erhöhen“, sagt Helmut Rainer, der Leiter des ifo Zentrums für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik.

    Das Geburtsortprinzip

    Die Studie arbeitet mit Vergleichsdaten von Kindern, die vor und nach dem 1. Januar 2000 geboren wurden. An diesem Tag ist in Deutschland das neue Staatsangehörigkeitsgesetz in Kraft getreten. Seither erhalten in Deutschland geborene Kinder automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn mindestens ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt. Zuvor war die Staatsbürgerschaft daran gebunden, dass mindestens ein Elternteil sie bereits besitzt.

    Bis heute ist die Staatsbürgerschaft Teil kontroverser Debatten um gelingende Integration. Die Studie könnte nun eine neue Perspektive auch für den europäischen Diskurs liefern.

    leitet das ifo Zentrum für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik und hat an der Studie mitgearbeitet.
    Es gibt da Diskussionen in der Politik und in der Politikwissenschaft, was denn Staatsbürgerschaft eigentlich sein soll. Soll das die Krönung eines erfolgreichen Integrationsprozesses sein oder kann es auch ein Katalysator sein für Integrationsprozesse? Und unsere Studie zeigt ganz eindeutig, dass das Letztere der Fall ist.Prof. Helmut Rainer

    Über die Ergebnisse der Studie und ihre politische Bedeutung hat detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Prof. Helmut Rainer gesprochen. Er leitet das ifo Zentrum für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik und hat an der Studie mitgearbeitet.

    5 min

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