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  • Krautreporter-Wochenrückblick | Elon Musk, Trump, IS-Anhänger - Was haben wir gelernt?
    Elon Musk plant Gigafactory in Berlin

    Der Tesla-Gründer und Tech-Visionär Elon Musk plant eine Fabrik im Raum Berlin, im brandenburgischen Grünheide. Bis zu 10 000 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Noch sind die Pläne vage, die Resonanz aber größtenteils positiv. Zumindest bei den politischen Verantwortlichen. Wirtschaftsminister Altmaier begrüßt die Entscheidung und der brandenburgische Regierungschef Woidke verspricht tatkräftige Unterstützung. Wolfgang Lohbeck, ehemaliger Mitarbeiter bei Greenpeace wirft Musk jedoch vor, nicht die richtige Art der E-Mobilität zu fördern.

    Trump soll aus dem Amt

    Gestern haben die öffentlichen Anhörungen im Amtsenthebungsverfahren gegen Trump begonnen. Hintergrund des Verfahrens ist der Vorwurf, dass Trump die Regierung der Ukraine darum gebeten haben soll, Joe Biden in Misskredit zu bringen. Biden ist ehemaliger Senator der Demokraten und potenzieller Gegner Trumps bei der kommenden Präsidentschaftswahl.

    Wie gefährlich das Verfahren für Trump werden könnte, ist fraglich. In erster Instanz, dem Repräsentantenhaus, reicht eine einfache Mehrheit zur Amtsenthebung aus. Die ist wahrscheinlich, da die Demokraten hier die Mehrheit der Sitze inne haben. In der zweiten Kammer, dem Senat, sind allerdings die Republikaner dominant. Hier ist eine Zweidrittelmehrheit nötig um den Präsidenten rechtskräftig des Amtes zu entheben.

    IS-Anhänger kommen nach Deutschland

    Die Türkei schickt IS-Anhänger nach Deutschland, welche unter anderem aus kurdischen Gefängnissen in Nordsyrien geflohen sind. Bei den Ausgewiesenen handelt es sich um Kämpfer und Angehörige mit deutschem Pass. Rund 20 Personen betrifft die Abschiebung nach Deutschland.

    „Die Türkei benutzt das natürlich auch als Verhandlungsmasse darüber, wie jetzt mit weiter mit Flüchtlingen umgegangen wird. Ob da jetzt weiter große Hilfsgelder fließen“, erläutert Krautreporter Christian Fahrenbach.

    Über die Themen der Woche spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Krautreporter Christian Fahrenbach.

    ist Journalist in den USA und Krautreporter.
    Musk ist bekannt dafür, dass er viele solche Ankündigungen macht, die sich dann doch eher etwas verschleppen.Christian Fahrenbach

    Redaktion: Liam Pape

    Zehn Jahre detektor.fm – Wir feiern Geburtstag!

    Unser erster runder Geburtstag. Das feiern wir! Mit euch.

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    Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)

    Mehr Infos zur Veranstaltung und zum Ticketverkauf

    10 min
  • Mittelstand | Zölle auf EU-Produkte - Exportweltmeister im Handelskrieg
    Neue Zölle aus den USA
    US-Präsident Donald Trump ist kein Verfechter des Freihandels. Seit Juli 2018 läuft der Handelskrieg mit China und immer wieder hat Trump angekündigt, auch Autos aus der EU mit Zöllen zu belegen. Die kommen jetzt aber für das nächste halbe Jahr erstmal nicht.
    Doch seit dem 18. Oktober gelten andere Zölle auf EU-Produkte, die in die USA verkauft werden. Sie gehen diesmal nicht auf die Initiative Trumps zurück, sondern sind sogar von höchster Stelle genehmigt, nämlich von der Welthandelsorganisation WTO. Weil die EU den Flugzeugbauer Airbus stark subventioniert hat und damit gegen WTO-Richtlinien verstößt, dürfen die USA jetzt Ausgleichszölle auf Produkte aus der EU verlangen.
    Präsident des Institut für Weltwirtschaft in Kiel
    Ich glaube, wir müssen uns darauf einstellen, dass die nächsten Jahrzehnte solche sein werden, in der die Globalisierung, so wie wir sie kannten von 1990 bis 2008, eine historische Ungewöhnlichkeit war.Gabriel Felbermayr
    Mittelstand in Bedrängnis
    Auf der Liste der Waren, die von den Zöllen betroffen sind, stehen Flugzeuge natürlich ganz oben. Aber auch andere Produkte, die nichts mit der Flugzeugindustrie zu tun haben, sind von den Zöllen in Höhe von 25 Prozent betroffen. Unter anderem Käse aus Frankreich, Whiskey aus Irland und Werkzeuge aus Deutschland müssen höher verzollt werden.
    Für den Mittelstand ist das teilweise ein echtes Problem. Denn deutsche Unternehmen sind stark exportorientiert und die USA sind immer noch der größte Markt für deutsche Waren. Manche Unternehmen haben bereits angekündigt, dass sie angesichts der Zölle unsicher sind, ob sie weiterhin vollständig in Deutschland produzieren können. So etwa der Wuppertaler Zangenhersteller Knipex, dessen Exporte in die USA von einem Tag auf den anderen um ein Viertel teurer geworden sind.
    Geschäftsführer des Zangenherstellers Knipex
    Sollten die Strafzölle noch länger andauern, werden wir diese 25 Prozent nicht einfach absorbieren können. Dann müssen wir überlegen, ob man mit einem Teil der Kapazität auch in andere Länder geht.Ralf Putsch
    Was die aktuellen Zölle für Unternehmer bedeuten und wie sich der zunehmende Protektionismus auf das deutsche Wirtschaftsmodell auswirkt, hat detektor.fm-Redakteuer Rewert Hoffer den Geschäftsführer von Knipex Ralf Putsch und den Präsidenten des Institut für Weltwirtschaft in Kiel Gabriel Felbermayr gefragt.
    Die Serie Mittelstand gibt es auch als Podcast (u. a. bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts oder Spotify).
    15 min
  • UN-Weltbevölkerungskonferenz in Nairobi - 165 Länder – ein Ziel
    Bald zehn Milliarden Menschen
    2057 ist es soweit: Dann werden laut Schätzungen der Vereinten Nationen zehn Milliarden Menschen die Erde bewohnen. Das rasante Wachstum ist Thema der UN-Weltbevölkerungskonferenz gewesen, die in dieser Woche in Nairobi stattgefunden hat. Delegierte aus über 165 Ländern haben an der Konferenz teilgenommen. Aus Deutschland ist die Staatssekräterin im Entwicklungsministerium, Maria Flachsbarth, in die kenianische Hauptstadt gereist.
    Frauen und Mädchen im Fokus der UN-Weltbevölkerungskonferenz
    Je besser die Gesundheit und Lebensumstände, desto niedriger ist die Geburtenrate in einem Land. Aus diesem Zusammenhang leiten sich die Maßnahmen ab, die bereits auf der letzten UN-Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo entwickelt wurden. Das Kairoer Aktionsprogramm umfasst einen Leitfaden, mit dem die reproduktive und sexuelle Gesundheit in den einzelnen Ländern verbessert werden sollen.
    Insbesondere Frauen und Mädchen spielen in den Plänen der Delegierten eine zentrale Rolle. Ihnen mehr Selbstbestimmung über die Zahl ihrer Kinder einzuräumen, könnte das Wachstum der Weltbevölkerung entscheidend beeinflussen. Deswegen stehen auf dem diesjährigen Gipfel in Nairobi vor allem die Verbesserung der Rechte, der Bildung und der Gesundheit von Frauen und Mädchen im Zentrum.
    Die Grenzen des Wachstums
    Der größte Wachstumsschub ist in den Ländern zu erwarten, die gegenwärtig die größten Schwierigkeiten haben, ihrer Bevölkerung eine angemessene Grundversorgung bereitzustellen. In diesen Ländern kann eine Zunahme der Bevölkerung die Staaten an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit bringen und so vermehrt zu Konflikten führen.
    „An sich spricht nichts gegen viele Menschen auf der Welt. Die Frage ist, wie können diese Menschen versorgt werden? Und: Können wir diese Menschen alle unter der Bedingung von limitierten Ressourcen auf dieser Welt versorgen?“, so Ann-Kathrin Schewe, Demografin am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.
    Auch wenn die Bevölkerungszunahme in diesen Ländern eine politische Herausforderung bedeutet, so stellt ihr Wachstum nicht automatisch ein ökologisches Problem dar. Die Ursachen liegen eher in den Industrie-Nationen. Sie haben, trotz eines stabilen oder sogar negativen Bevölkerungswachstums, den höchsten Ressourcenverbrauch weltweit.
    Über die Ziele und Widerstände der UN-Weltbevölkerungskonferenz hat detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Ann-Kathrin Schewe vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung gesprochen.
    ist Wissenschaftlerin am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und forscht zur demografischen Herausforderungen in Sub-Sahara Afrika.
    Wenn es den Menschen an Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen fehlt, wenn sie schlecht gebildet sind und wenn sie ein schlechtes Einkommen haben, dann entscheiden sie sich normalerweise auch für große Familien. Denn viele Kinder zu haben, ist dann der Ersatz für ein soziales Sicherungssystem.Ann-Kathrin Schewe
    Redaktion: Clara Schulze
    Zehn Jahre detektor.fm – Wir feiern Geburtstag!
    Unser erster runder Geburtstag. Das feiern wir! Mit euch.
    Die Party mit Shout Out Louds, Lars Eidinger, ÄTNA
    Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)
    Mehr Infos zur Veranstaltung und zum Ticketverkauf
    11 min
  • brand eins Podcast | BONUS: Medienwandel bei Printverlagen - Let's build the media we want?
    Medienwandel
    Stichwort Medienwandel: Die Artikel aus Zeitung oder Zeitschrift einfach online stellen. Zwei oder drei Tweets oder Instagram-Posts dazu. Das ist noch keine Digitalstrategie. Darin sind sich Ruth Betz von der Funke Mediengruppe und Jens Bergmann von der brand eins einig. Wie können traditionelle Printmedien im digitalen Zeitalter ankommen? Darüber haben die beiden mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert im Rahmen der Medientage München diskutiert.
    Bezahlschranke – ja oder nein?
    Dr. Ruth Betz treibt bei der Funke Mediengruppe die digitale Transformation voran. Dabei schiebt sie gezielt eine Bezahl-Offensive an. Vor allem die Lokal- und Regionalmedien verschwinden nach und nach hinter einer Bezahlschranke.
    „Wir berichten über lokale Dinge, die passieren, die im Rathaus passieren, die auf dem Wochenmarkt passieren, um die Ecke passieren. Und eigentlich gibt es doch niemanden, der das auf diesem hohen Niveau macht. Ich glaube stark an Produkte, die einen USP haben. Wir haben einen USP“, ist sich Ruth Betz sicher.
    Für Ruth Betz ist es die Kombination aus Lokalität und Qualität, die Kunden dazu bewegt, für Inhalte zu zahlen. Jens Bergmann von der brand eins sieht die digitale Zukunft der brand eins nicht hinter einer Paywall. Alle Inhalte sind auf der Webseite der brand eins gratis verfügbar.
    „Wir haben früh angefangen, unsere Inhalte zu vertonen. Wir haben früh angefangen, mit elektronischen Darstellungsformen zu experimentieren. […] Aber auch wir haben noch kein Geschäftsmodell entdeckt, wie man mit Qualitätsjournalismus im Netz Geld verdienen kann“, so Jens Bergmann.
    Qualitätsjournalismus koste Geld, merkt Jens Bergmann an. Besteht bei großen Medienhäusern die Bereitschaft, dieses Geld in die Hand zu nehmen? Was erwarten die Lesenden überhaupt von Inhalten im Netz? Wie tritt man mit den Lesenden in Kontakt? Und welche Rolle spielt die haptische Qualität bei Magazinen?
    Christian Bollert diskutiert in dieser Bonus-Folge über den Medienwandel mit Dr. Ruth Betz, Leiterin Digitale Transformation bei der Funke Mediengruppe, und Jens Bergmann, stellvertretender brand-eins-Chefredakteur.
    Das brand eins Magazin zum Hören
    Hervorragende Recherchen. Spannende Geschichten. Großartige Portraits und echte Einblicke. brand eins steht für ausgezeichneten Journalismus.
    Das beste Wirtschaftsmagazin Deutschlands gibt’s auch zum Hören. Immer sonntags ab 11 Uhr auf detektor.fm und natürlich als Podcast (u. a. Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts, Spotify).
    49 min
  • Digitale Patientendaten - "Die meisten Telematik-Zugänge sind unsicher"
    Gesundheitspolitik und Patientendaten

    Seit das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) rechtskräftig ist, steht es in der Kritik. Ärzte, Psychotherapeuten und Datenschützer sind um die Sicherheit der Patientendaten besorgt. Die sollen nämlich zentral gespeichert werden und, wenn auch pseudonymisiert, der Forschung zur Verfügung gestellt werden.

    Außerdem werden die sensiblen Datensätze über eine sogenannte Telematik-Infrastruktur zwischen Ärzten, Krankenkassen, Apotheken und anderen Stellen des Gesundheitsbereiches ausgetauscht. Abläufe sollen so beschleunigt werden. Das würde letztlich den Patienten zugutekommen.

    „Viele Menschen sind bereit, für bestimmte Zwecke ihre Daten bereitzustellen. Das Problem ist: Die Versicherten können das nicht selber entscheiden“, kritisiert Elke Steven von Digitale Gesellschaft e. V.

    Da es aber Zweifel an der Sicherheit der Telematik gibt, protestieren Teile der Ärzteschaft und insbesondere Psychotherapeuten gegen diese Neuerung.

    Telematik in der Kritik

    Als problematisch sehen Kritiker zunächst einmal die zentrale Speicherung von Patientendaten für Krankenkassen und Forschung. Auf der einen Seite könnte dies von großem Nutzen für die medizinische Wissenschaft sein. Auf der anderen Seite kritisiert der Verein Digitale Gesellschaft in einem offenen Brief, dass das nicht mit den geltenden Regelungen zum Datenschutz übereinstimme: Patientendaten dürften nicht in dieser Form weiterverarbeitet werden.

    Kritik an der Telematik kommt maßgeblich von Psychotherapeuten, aber auch von IT-Experten: Die Hardware, welche die Praxen miteinander vernetze, sei nicht sicher vor Hacker-Angriffen. Das bestätigen jüngste Recherchen von NDR und Süddeutsche.

    Was im Gesundheitswesen 2.0 mit unseren Daten geschieht, welche Risiken und Lösungen es gibt, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Elke Steven vom Verein Digitale Gesellschaft.

    Redaktion: Dominik Lenze, Liam Pape & Nadja Häse

    Zehn Jahre detektor.fm – Wir feiern Geburtstag!

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    Die Party mit Shout Out Louds, Lars Eidinger, ÄTNA

    Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)

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    10 min
  • Bundeswehr und Öffentlichkeit - "Sichtbar ja, aber nicht martialisch"
    Bundeswehr in der Öffentlichkeit

    „Die Truppe“ solle wieder sichtbar werden, so das erklärte Ziel von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK). Dabei ist die Bundeswehr doch gut zu sehen: auf zahlreichen Werbeplakaten in deutschen Innenstädten, auf Berufsberatungsmessen oder auch in Schulen, wo sie um junge Rekrutinnen und Rekruten werben. Oder auf Youtube, mit der umstrittenen Web-Serie „Die Rekruten“. Diese sollte irgendwo zwischen Video-Tagebuch und Scripted-Reality ein Bild des Soldatenlebens in schönsten Tarnfarben malen.

    Zuletzt befeuert die amtierende Verteidigungsministerin mit zwei Vorschlägen die Diskussion um den Stand der Bundeswehr in der Öffentlichkeit: Soldaten und Soldatinnen in Uniform dürfen bald umsonst Zug fahren. Außerdem wünscht sie sich wieder große, öffentliche Gelöbnisse für die Bundeswehr. Ein solches hat bereits zum 64. Geburtstag der Bundeswehr am 12. November vor dem Bundestag in Berlin stattgefunden – zum ersten Mal seit 2013.

    „Die Teilnahme am Diskurs ist für den Soldaten, mit seinem Selbstverständnis als Bürger in Uniform, zentral“, so Prof. Martin Löffelholz, Medienwissenschaftler an der TU Ilmenau.

    Gute PR kostet

    In Sachen Öffentlichkeitsarbeit werden allerdings nicht erst seit AKKs Wunsch nach Sichtbarkeit weder Kosten noch Mühen gescheut: Allein die Produktion der Web-Serie „Die Rekruten“ hat 1,7 Millionen Euro gekostet, weitere 6,2 Millionen sind für die begleitende Werbung hinzugekommen. Mit den jüngsten Enthüllungen über rechtsextreme Netzwerke aus Soldaten und Ex-Soldaten scheint die PR-Offensive des Verteidigungsministeriums also nicht zusammenzuhängen. Denn das Verhältnis zwischen Armee, Medien und Öffentlichkeit ist schon seit dem Ende des Kalten Krieges im Wandel.

    detektor.fm-Moderatorin Marie Landes hat darüber mit Martin Löffelholz gesprochen. Er ist Medienwissenschaftler an der TU Ilmenau.

    Redaktion: Dominik Lenze

    Zehn Jahre detektor.fm – Wir feiern Geburtstag!

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    Die Party mit Shout Out Louds, Lars Eidinger, ÄTNA

    Samstag, 16. November 2019, Leipzig (Täubchenthal)

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    12 min
  • Forschungsquartett | Eine neue Geschichte der alten Sachsen - Alte Mythen und neue Fakten

    Um die alten Sachsen ranken sich viele Erzählungen, die aus heutiger Sicht als widerlegt gelten. So sollen die Niedersachsen gegen Karl den Großen oder in der Varusschlacht erbittert gekämpft und zusammengehalten haben. Eine Geschichtsschreibung, die zum Beispiel von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurde.

    Die Sachsen – marodierende Seeräuber?

    Wie so vieles an der Geschichte der Sachsen ist unklar, woher der Name eigentlich kommt. Für die Römer waren die „Saxones“ ein Ausdruck für Piratengruppen. Ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. wurden auch die Bewohner von Niedersachsen und Westfalen „Saxones“ genannt.

    In europaweiter Zusammenarbeit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einige Mythen zum Thema entlarvt. Ihre Ergebnisse sind in der Ausstellung „Saxones“ zu sehen, die zurzeit noch in Braunschweig läuft. Dort kann man sehen, dass Niedersachsen und Westfalen keineswegs seit dem frühen Mittelalter Siedlungsgebiete der Gruppe waren. Ganz im Gegenteil, die Sachsen waren nicht besonders in ihrer Heimat verwurzelt. Und die Ausstellung zeigt auch: So etwas wie „die Sachsen“ gab es gar nicht. Vielmehr handelte es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Gruppen.

    „Die Sachsen mussten ‚werden‘. Es gibt seit dem ersten Auftauchen in geschichtlichen Überlieferungen Berichte über Sachsen an den verschiedensten Stellen in Europa“, erklärt Matthias Hardt.

    Der Historiker Matthias Hardt vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) hat die Ausstellung wissenschaftlich begleitet. Mit ihm hat detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde über Mythen und eine sinnvolle Quellenarbeit gesprochen.

    Wir haben uns dafür interessiert, wo überall in Europa es sächsische Leute und Länder gibt, und warum sich bestimmte Identitäten diesem Namen angeschlossen haben.Matthias Hardt
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    13 min
  • Seite 37 | BONUS: Kurzprosa - Nur zweite Wahl im Bücherregal
    Kaum Kurzprosa auf dem Markt

    Auf der Suche nach aktuellen Beispielen für Kurzprosa auf dem deutschen Buchmarkt muss man oft lange und tief graben. Nur selten veröffentlichen Verlage Erzählungen und andere kurze Geschichten deutscher Autoren. Über Gründe lässt sich nur mutmaßen.

    Im Laufe der Zeit hat es immer wieder Hochphasen kürzerer Formen gegeben, wie die Novellen im 20. Jahrhundert oder die Kurzgeschichten von Kafka, Borchert oder Brecht. Dennoch hat die Kurzgeschichte in der deutschen Literaturtradition eine schlechtere Stellung. Während es in Amerika eine durchgängige Tradition der Short Story gibt, ist in Deutschland der Roman zur alles bestimmenden Form geworden.

    Sternstunden der Kurzprosa

    Natürlich gibt es immer wieder auch Hoffnungsschimmer für die Erzählungen auf dem Literaturmarkt. Zum Beispiel hat Alice Munro, die als Meisterin der Kurzgeschichte gilt, 2013 den Nobelpreis für Literatur bekommen. Ein jüngeres Beispiel ist der durchschlagende Erfolg Kristen Roupenians „Cat Person“, die als obligatorische Kurzgeschichte im Magazin New Yorker erschienen ist. Und auch im deutschen Sprachraum gibt es immer wieder Veröffentlichungen, die sich überraschend gut verkaufen, wie beispielsweise Judith Hermann.

    Andere Orte der Literatur

    Die Kurzgeschichte, die Erzählung oder andere Formen der Kurzprosa scheinen ihr Zuhause im Dichterwettstreit gefunden zu haben. Der älteste und in der Literaturwelt mit anerkannteste sind wohl die Tage der deutschsprachigen Literatur. Hier können Autoren zwar auch aus unveröffentlichten Romanmanuskripten lesen, aber die in sich geschlossene Geschichte genießt höheres Ansehen.

    detektor.fm-Redakteur Thilo Sauer hat sich der Kurzprosa angenommen und berichtet den Seite 37-Moderatoren Franzi Wilhelm und Claudius Nießen, was er erfahren hat.

    Der Literatur-Podcast „Seite 37“ auf detektor.fm. Einfach den Podcast abonnieren oder direkt bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer oder Spotify hören.
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    37 min
  • Grundgesetz-Podcast | Länderfinanzausgleich & Mobilität - Gemeinschaftlich wirtschaften

    Der Länderfinanzausgleich soll in Deutschland für annähernd vergleichbare Wirtschaftsbedingungen sorgen. Deswegen geben die Bundesländer, die viel Geld haben, denen, die weniger haben, ein bisschen was ab. Doch gerade die Geberländer stehen dem Konzept – wohl fast schon naturgemäß – kritisch gegenüber.

    Länderfinanzausgleich: falsche Anreize?

    Es gibt aber auch objektive Kritikpunkte an der Idee. Zum Beispiel, dass es dadurch weniger Anreize gibt, sich zu verbessern, konkurrenzfähiger zu werden. Denn: Man kriegt ja auch so Geld.

    „Wir müssen uns als gleichberechtigte Partner und nicht als Gegner ansehen“, so der Verfassungsjurist Alexander Thiele.

    Ab 2020 soll der Länderfinanzausgleich deswegen auch neu strukturiert werden, so wurde es vor einigen Jahren beschlossen. Auf der Website des Freistaates Sachsen steht zum neuen Konzept Folgendes: „Kern der Neuregelung ist die Schaffung eines vereinfachten Ausgleichssystems. Der Länderfinanzausgleich in seiner jetzigen Form sowie der Umsatzsteuervorwegausgleich werden zu einer Ausgleichsstufe zusammengefasst.“

    Über die ursprüngliche Idee des Länderfinanzausgleichs sprechen Hajo Schumacher und detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz. Außerdem Thema: die Förderung von Bus und Bahn. Als Verfassungsexperte ist Alexander Thiele zu hören.

    Ihr habt Fragen oder Feedback? Dann schreibt uns gerne an grundgesetz[at]detektor.fm

    146 Artikel in einem Podcast – „In guter Verfassung“, der Grundgesetz-Podcast.

    Gemeinsam mit Hajo Schumacher blättern wir uns durch und fragen Verfassungsexperten, was drin steht und was das für unseren Alltag bedeutet.

    Keine Folge vom Grundgesetz-Podcast „In guter Verfassung“ verpassen? Dann hier abonnieren. Den Podcast gibt es auch bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts und Spotify.
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    35 min
  • shots x Feuer & Brot | Booksmart - Mehr als "Superbad 2019"?
    Booksmart: Comedy für die Generation Z?

    Teenie-Komödien gibt es tausende, Coming-of-Age-Filme auch. Die meisten spielen an der Highschool, viele sogar in der berühmt-berüchtigten letzten Nacht. Und trotzdem ist Olivia Wildes „Booksmart“ anders, denn es karrikiert Gender-Normen und Charakter-Klischees auf so clevere Weise, dass man nie sicher sein kann, was als nächstes passiert.

    Amy und Molly sind feministische Streberinnen, die irgendwann feststellen müssen, dass auch die Slacker, Kiffer und flippigen Skater-Girls aus den Parallelklassen auf richtig gute Colleges kommen. Haben sie ihre Schulzeit also vergeudet? Das wollen sie auf der letzten großen Party ihres Schullebens herausfinden – und natürlich nebenbei noch den heimlichen Crush klarmachen.

    detektor.fm-Filmredakteur Christian Eichler spricht über „Booksmart“ mit Alice Hasters und Maximiliane Häcke. Alice ist Journalistin und hat gerade das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ geschrieben, das sich sowohl mit ihren persönlichen Rassismuserfahrungen als auch mit strukturellen Problemen beschäftigt. Maxi ist Synchronschauspielerin und hat zum Beispiel Noémie Merlant in „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ gesprochen. Seit drei Jahren machen die beiden zusammen den feministischen Podcast „Feuer und Brot“, den man auch live erleben kann.

    shots – Der kritische Film-Podcast

    Jede Woche zankt sich detektor.fm-Filmkritiker Christian Eichler mit Freunden und Kolleginnen über einen aktuellen Film. Dabei ist es egal, ob der im Kino, auf Netflix oder im Fernsehen anläuft. Angedickt wird das Ganze durch ein hintergründiges Interview und einen kurzen Überblick über weitere Kino- und Streaming-Starts.

    Keine Folge von „shots“ verpassen? Dann den Podcast hier abonnieren. Auch direkt bei Apple Podcasts und Deezer, Google Podcasts und Spotify.
    58 min

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