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„Macht“ und „Gewalt“ sind Schlüsselbegriffe der Staatstheorie. Und auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob beide das gleiche beschreiben: Gewalt wäre dann sozusagen die „konkrete“ Form von Macht.
Hannah Arendt sieht das ganz anders: Gewalt und Macht sind zwei Paar Schuhe, sie sind gewissermaßen sogar Gegensätze. Warum das so ist und was daraus folgt, das zeige ich in dieser Episode.
Literatur:
Hannah Arendt, Macht und Gewalt, München 1970, NA 2024
Im letzten Teil meines Podcast-Jubiläums geht es um drei Hörerfragen zur Metaphysik (im weitesten Sinne).
Erstens: Gibt es einen Punkt, an dem sich Religion, Wissenschaft und Philosophie treffen? Ich lese dazu Ronald Dworkin, bin aber nicht restlos überzeugt. Zweitens: Wie kann Gott das Leid zulassen? Kant macht mit der Frage kurzen Prozess und bietet anschließend trotzdem eine Lösung an (sort of…). Drittens: Was sagt Philosophie über das Ende der Welt? Auch hier fragen wir Kant, und der antwortet uns: Die Menschheit betrachtet sich selbst als eine Art Netflix-Serie.
Viel Vergnügen!
Literatur:
Ronald Dworkin, Religion ohne Gott, Berlin 3. Aufl. 2014
Immanuel Kant, "Über das Misslingen aller philosophischen Versuche in der Theodizee", in: Denken wagen, Ditzingen 7. Aufl. 2017, S. 37–59
Immanuel Kant, "Das Ende aller Dinge", ebd., S. 60–77
Zu meiner 100. Episode gab es einen bunten Strauß an Einsendungen. Vielen Dank! In der heutigen Episode habe ich Fragen zur Ethik gebündelt: Gibt es eine Pflicht, Andere zu „Ertragen“? Welche Rolle spielt unser Gewissen? Was ist ein wirksames Argument? Wie viele Arten Utilitarismus gibt es?
Literatur: (bezahlte Links)
Arthur Schopenhauer, Die Kunst, Recht zu behalten, Berlin 2012
Peter Singer, Praktische Ethik, Stuttgart NA 1994
Ich feiere Jubiläum: 100 Episoden „Durchblick Philosophie“! Das ist ein Grund zum Feiern. Ich unterbreche mein Programm darum für eure Themen. Mich hat eine ganze Reihe an Fragen erreicht. Heute habe ich eine bunte Mischung dabei: Es um KI im öffentlichen Raum, um gleichgeschlechtliche Eltern und um das Bewusstsein.
Vielen Dank fürs Einsenden – und viel Spaß beim Hören!
Literatur:
Thomas Metzinger, Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst, Berlin und New York 2024
Was genau ist eigentlich „Demokratie“? Stimmt es, dass „das Volk“ einen bestimmten Willen hat und den dann umsetzt? So ungefähr hatte Rousseau das verstanden.
Der Ökonom Joseph Alois Schumpeter sagt: Dieses Verständnis ist völlig unrealistisch. Es gibt kein Gemeinwohl für alle. Stattdessen handeln in einer Demokratie eben doch Einzelne – aber mit der Unterstützung der Mehrheit. Demokratie funktioniert ähnlich wie ein Markt: Wer am besten „verkauft“, gewinnt.
In dieser Episode fragen wir uns: Ist dieser Ansatz „demokratisch“ genug? Oder fehlt da etwas?
Literatur:
Joseph Alois Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Stuttgart u.a. 10. Auf. 2020
Seit vielen Jahren geistert das Schlagwort „Populismus“ durch die Medien. Was ist das eigentlich ganz genau? Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller hat dazu eine klare These: Populismus ist die Behauptung eines einheitlichen „Volks“-Willens.
Was heißt das ganz genau? Ist das etwas schlimmes? Und was hat dieses Thema in der Staatstheorie zu suchen? Darum geht es in der heutigen Episode. Es stellt sich heraus: Populismus berührt einen inneren Widerspruch im Begriff „Demokratie“. Und er klingt manchmal ziemlich nach Rousseau. Zu Recht?
Literatur:
Jan-Werner Müller, Was ist Populismus? Ein Essay, Berlin 2016
Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, NA Stuttgart 1977
Donald Trump [Steve Bannon], Inauguration Adress 20.1. 2017, YouTube
Spiegel Online, Donald Trump deutet Lizenz-Verlust für missliebige TV-Sender an (19.9. 2025), Link
Um deine Meinungsfreiheit auszuleben, brauchst du Zugang zu einer Bühne oder Plattform. Das bedeutet aber, dass die Eigentümerin dieser Plattform mit über deine Meinungsfreiheit entscheidet. Darf sie dann beliebige Meinungen „deplatformen“ oder „canceln“, nur weil es ihre Bühne ist?
In der heutigen Episode lernen wir ein Argument zu dieser Frage kennen, das mit dem Zweck von Bühnen zusammenhängt. Wir spielen es versuchsweise an verschiedenen Beispielen durch : Universität, Comedy, „soziale“ Netzwerke.
Literatur:
[Deutschlandfunk], "Geschlechterdebatte – Ein Vortrag, eine Absage und ein gesellschaftlicher Konflikt" (Link)
Christian Katzenbach, "Das Plattform-Paradox: Verantwortung und Macht in der digitalen Gesellschaft" (Vortrag)
Robert Mark Simpson, Amia Srinivasan: "No Platforming", in: Academic Freedom, hrsg. von Jennifer Lackey, Oxford 2018, S. 186–209
Michael Veber: "The Epistemology of No Platforming. Defending the Defense of Stupid ideas on University Campuses", in: Journal of Controversial Ideas 1 (2021)
Wenn ich meine Meinung frei sagen darf, aber niemand mir jemals zuhören wird, dann bringt mir das recht wenig. Meinungsfreiheit braucht eine „Bühne“ oder „Plattform“, also einen Ort, an dem wir uns Gehör verschaffen können, zum Beispiel ein Rednerpult, einen Social Media Kanal oder einen Radiosender. Aber was genau ist eigentlich eine Plattform, philosophisch betrachtet?
Um diese Frage geht es in der heutigen Episode. Ich leihe mir dazu ein paar Gedanken bei Jürgen Habermas, der seit 60 (!) Jahren über den Begriff der „Öffentlichkeit“ arbeitet.
Literatur:
Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Frankfurt / M. 1962
Jürgen Habermas, Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik, Berlin 2022
John Stuart Mill hat dafür argumentiert, möglichst viel Meinungsfreiheit einzuräumen. Alle sollten jede Meinung frei sagen dürfen. Aber was genau ist eigentlich eine „Meinung“? Ist jeder beliebige Satz, den ich sage, eine „Meinungsäußerung“?
Die heutige Episode führt einen klassischen „Meinungs“-Begriff aus der Erkenntnistheorie ein. Wir bleiben im Rahmen von Mills Ansatz und betrachten einige Grenzfälle: Beleidigungen auf der einen Seite, Lügen, Bullshit und Dogwhistling auf der anderen.
Literatur:
John Stuart Mill, Über die Freiheit, Stuttgart 2010
John Stuart Mill ist ein richtiger „Klassiker“ zum Thema Meinungsfreiheit. Er argumentiert, dass es die Welt insgesamt besser macht, wenn möglichst alle Menschen möglichst ungehindert ihre Meinung sagen dürfen, egal wie absurd oder abwegig diese Meinung ist. Er will zeigen: Selbst wenn meine Meinung die „herrschende“ ist, selbst dann wäre es besser für mich selbst, wenn abweichende Meinungen erlaubt sind.
In der heutigen Episode erkläre ich sein Argument in Grundzügen und ordne es danach – ganz kurz – kritisch ein.
Literatur:
John Stuart Mill, Über die Freiheit, Stuttgart 2010
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