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Kathrin Fischer hat grundsätzlich nichts gegen Achtsamkeitsübungen. So wie diese in unserer Gesellschaft betrachtet und eingesetzt werden, seien diese aber Teil einer Ideologie geworden, die die Verhältnisse stabilisiert, sagt die deutsche Journalistin und Podcasterin. Politische und wirtschaftliche Verschlechterungen würden nicht mehr hinterfragt werden, vielmehr wolle uns die heutige Interpretation von Achtsamkeit weismachen, alle Probleme seien individuell lösbar.
Im Podcast erzählt Fischer, warum der Rückzug in den "Bunker der Empfindsamkeit" keine Lösung ist und was wir aus der Geschichte eines Reisbauern in Kambodscha lernen können.
Die Biodiversitätskrise gilt als Zwilling der Klimakrise – und zählt zu den größten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Sie schreitet so schnell voran, dass Ökologinnen und Ökologen bereits vom "sechsten Massenaussterben" in der Erdgeschichte sprechen. Das fünfte löste höchstwahrscheinlich ein Meteorit aus, der die Dinosaurier auslöschte. Auch in Österreich kommt die Natur immer stärker unter Druck. Das lässt sich auch daran ablesen, wie viele Falter durchs Land flattern.
Biodiversitätsforscher Johannes Rüdisser von der Universität Innsbruck betreibt das Schmetterlingsmonitoring viel-falter.at. Im Podcast spricht er darüber, warum sich ausgerechnet Falter so gut eignen, um den Zustand der heimischen Natur zu vermessen. Er verrät den Grund des sechsten großen Massenaussterbens in der Geschichte der Erde und erklärt, welche starken Hebel die Politik gerade in der Hand hat, um dem Artensterben hierzulande etwas entgegenzusetzen.
Außerdem erläutert der Biodiversitätsforscher, wie man es Schritt für Schritt schafft, dass es im eigenen Garten wieder summt und flattert – und wie man damit Schmetterlingen & Co im Überlebenskampf helfen kann.
Der Angriff auf den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben – und laut Fatih Birol, dem Chef der Internationalen Energieagentur könnte diese Krise schlimmer werden als alles, was Europa in den vergangenen 50 Jahren erlebt hat. Rund zehn Prozent des weltweiten Ölverbrauchs sind durch die Blockade der Straße von Hormuz und zerstörte Produktionsanlagen weggefallen, mehr als bei den Ölpreisschocks der 1970er-Jahre.
Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur erklärt im Podcast, warum Diesel dabei knapper ist als Benzin, was die neue Spritpreisbremse taugt – und wo Österreich heute besser aufgestellt ist als noch vor vier Jahren. Er räumt mit einer verbreiteten Hoffnung auf: Hohe fossile Preise treiben nicht automatisch die Energiewende voran. Denn wenn Gas teuer wird, verbrennen viele Länder schlicht mehr Kohle.
Dennoch sieht der Energieexperte in der aktuellen Situation auch eine Chance: Sie zeigt schonungslos, wohin die jahrzehntelange Abhängigkeit von fossilen Importen führt – und macht erneuerbare Energie politisch unausweichlicher denn je.
Rund 600 Millionen Tonnen Kot produzieren Menschen jedes Jahr. Über die Geschichte der Menschheit kam so in etwa das Gewicht des Mount Everests an Kacke zusammen. Das schreibt die deutsche Journalistin Ursula Kosser in ihrem neuen populärwissenschaftlichen Buch "Schöne Scheiße: Wie unsere Fäkalien die Ressource der Zukunft sein können", das kürzlich im Oekom-Verlag erschienen ist.
Kosser findet: Über menschlichen und tierischen Kot sollte viel mehr gesprochen und nachgedacht werden. Denn mit den Fäkalien ließe sich weit mehr machen als bisher. Statt Kot mit wertvollem Trinkwasser im Klo hinunterzuspülen, könnte der Rohstoff der Schlüssel zur Ernährungssicherheit, Energieversorgung und Gesundheit sein.
Zigtausende Objekte rasen mit rund 25.000 Kilometern pro Stunde um die Erde. Die meisten davon sind Schrott. Ausgediente Satelliten und Raketenstufen werden zur wachsenden Gefahr für die Raumfahrt. Denn Kollisionen erzeugen Millionen neuer Trümmerteile, die wiederum weitere Zusammenstöße auslösen können. Eine Kettenreaktion, die den Weltraum zunehmend unbenutzbar machen könnte.
In Zeiten, in denen die Raumfahrt boomt und Mega-Konstellationen wie Starlink Tausende neue Satelliten ins All bringen, wird das Ausweichen zum Alltag: Alle zwei Wochen muss ein Ausweichmanöver geflogen werden, berichtet Holger Krag im Podcast Edition Zukunft. Er leitet die Abteilung für Weltraumsicherheit bei der Europäischen Weltraumagentur ESA.
Doch es gibt Lösungsansätze: Von Lasern am Boden über eine regelrechte Müllabfuhr im Weltraum bis hin zur Kreislaufwirtschaft im Orbit. Krag erklärt, welche Technologien bereits in Entwicklung sind, warum internationale Verkehrsregeln für den Weltraum fehlen und wie ein Markt für Rückholmissionen entstehen könnte – inklusive Versicherungen für gestrandete Satelliten.
Eva Maria Prehm beschäftigt sich in ihrer Arbeit den ganzen Tag mit Mist. Anstatt braune Bananenschalen, Apfelputzen oder Zucchini-Strünke verrotten zu lassen, erforscht sie, wie sich aus organischen Abfällen Biogas erzeugen lässt.
Ihre Verbündeten sind Bakterien und Archaeen, die in speziellen Reaktoren organisches Material zu Methan abbauen. Das Problem: Verholzte Pflanzenmaterialien wehren sich, manche Inhaltsstoffe sind giftig für die empfindlichen Mikroorganismen. In Österreich speisen erst 16 Anlagen Biomethan ins Gasnetz ein – dabei könnte die Technologie gerade dort punkten, wo Elektrifizierung an Grenzen stößt.
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant mehrere spektakuläre Mond-Missionen. Wenn alles gut geht, bricht am 7. Februar die Crew der Mission Artemis 2 in Richtung Mond auf und wird den Trabanten umrunden. Die Mission Artemis 3 soll dann im Jahr 2027 starten, um erstmals seit den 1970er-Jahren wieder Menschen auf die Mondoberfläche zu bringen.
Die Nasa und ihre Partner haben dabei ganz andere Ziele als bei den früheren Mondflügen. Langfristig will man eine Raumstation auf dem Mond errichten, in der Astronautinnen und Astronauten forschen könnten. Sogar ein Atomkraftwerk für den Mond sei geplant, wie die Nasa bekräftigt. Der Experte Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) analysiert, was in den kommenden Jahrzehnten auf dem Mond alles passieren könnte.
Bewegungsprofile von Walhaien, Nashörner mit elektronischen Halsbändern, die vor Wilderern warnen, und Berggorillas mit eigenen Bankkonten – künstliche Intelligenz eröffnet dem Naturschutz völlig neue Möglichkeiten. Die Biologin Frauke Fischer erklärt im Podcast konkret, wie Algorithmen bereits heute Muster in gigantischen Datenmengen erkennen, die Menschen nie erfassen könnten. Zusammen mit der Ökonomin Hilke Oberhansberg hat sie Ende 2025 das Buch "Kann KI die Natur retten" veröffentlicht.
Doch das Werkzeug ist zweischneidig: Die gleichen Technologien, die bedrohte Arten schützen sollen, könnten sie auch gefährden, wenn die Daten in falsche Hände geraten. Problematisch ist auch der ökologische Fußabdruck der KI selbst. Rechenzentren verbrauchen so viel Strom wie ganze Städte, für die Hardware werden seltene Erden aus den artenreichsten Regionen abgebaut. Kann eine Technologie die Natur retten, die selbst zur Bedrohung geworden ist?
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