Warum die Krawallbar jeden Abend voll ist.
"Lieber bissl langsamer, und dafür alles richtig." Marvin Felsperger und Adrian Zach sind beste Freunde und haben vor einigen Monaten in der Zollergasse in Wien 7 die Krawallbar eröffnet. Mit einem Team, das auch im Wesentlichen aus Freunden besteht. Das wäre an sich noch nicht so außergewöhnlich, wären nicht alle Beteiligte sehr jung und wäre das dreistöckige Lokal nicht an jedem Tag und Abend an sechs Tagen die Woche voll. Ein Phänomen, das gerade stark im Kommen ist: Junge, leistbare Gastronomie. Freunde, die einen Ort schaffen wollen, an dem man sehr wohl konsumiert, aber nicht bei jedem Besuch das Gefühl hat, man weiß nicht, wofür man gerade so viel Geld ausgegeben hat. "Mir ist wichtig, dass sich unser Freundeskreis das Fortgehen noch leisten kann, und zwar öfter als nur einmal im Monat", sagt Marvin. Das wird zunehmend schwieriger und hat Konsequenzen: Oft nur mehr wenige Öffnungstage, stark angezogene Speisen- und vor allem Getränkepreise, eine niedrigere Frequenz der Besuche und ein niedrigerer Bon - also die Summe, die man pro Besuch ausgibt. In der Krawallbar scheint alles anders. Sechs von sieben Tagen offen, der Sonntag ist der "Chefs Day", da ist alles bissl mehr easy und langsam, und die Gäste feiern es. Leistbare Preise und zugleich sehr freundliches, aufmerksames und professionelles Service. Full House und damit auch gute Umsätze. Warum junge Gastronomie anders tickt, was den Unterschied macht, warum er nicht gleich die Welt niederreißen muss, sondern einmal ein ganzes Jahr mit seinem Team Erfahrungen sammeln möchte, und viel Kluges erzählt mir Marvin in der Beletage seines Lokals.