Am 7. Februar jährt sich der Geburtstag des Volksmusikpioniers – ein Rückblick auf eine interessante Persönlichkeit (1898 – 1949).
Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte Sepp Stocker als 14-jähriger Schüler, als er mit seinem volksmusikbegeisterten Klassenlehrer gemeinsam öffentlich auftreten durfte. Der aus Wollerau SZ stammende Klarinettist und gelernte Schriftsetzer liess sich nach seinen Lehr- und Wanderjahren 1921 in Zürich nieder. Dort stiess er auf ein für die Ländlermusik überaus günstiges Klima, das seine spätere Popularität enorm begünstigte.
Stocker Sepp stieg rasch zur ersten Garde der volkstümlichen Kapellen auf, indem er mit viel Geschick die besten Volksmusiker seiner Zeit für seine Kapelle verpflichten konnte, so beispielsweise Jost Ribary senior, Walter Wild, Heiri Meier oder Dominik Märchy. Unter der Bezeichnung «Stocker Sepps 1. Unterwaldner Bauernkapelle» feierte er grosse Erfolge in den einschlägig bekannten Musiklokalen im Zürcher Niederdorf. Daneben organisierte er längere Auswärtskonzerte mit drei bis acht Mann, machte Schallplattenaufnahmen im In- und Ausland und baute eine eigene Musikeragentur auf.
Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte Stocker Sepp an der Schweizerischen Landesausstellung 1939, als er die Einsätze der dort auftretenden Volksmusik-Formationen koordinierte. Im November 1949 zog er sich bei einem Treppensturz in seinem Heim in Schlieren ZH so schwere Verletzungen zu, dass er fünf Tage später daran verstarb.