Einfach natürlich Gärtnern

Genial einfach: Mehrjährige Gemüsearten


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Einmal pflanzen, jahrelang ernten - so geht Selbstversorgung einfach!

Mehrjährige Gemüse – einmal pflanzen, jedes Jahr ernten

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de

Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an [email protected]

Du hast uns heute ein spannendes Thema mitgebracht: Mehrjährige Gemüse. Einmal pflanzen, jedes Jahr wieder ernten. Das klingt nach einem Traum für faule Gärtner!

  • Total. Mehrjährige Gemüse sind …
  • robust und pflegeleicht,
  • liefern zuverlässig über viele Jahre Ernte,
  • sparen Zeit und Arbeit im Garten,
  • und sind deshalb perfekt für Anfänger*innen.
  • Was gehört da alles dazu?

    • Klassiker: \
    • Grünspargel, Rhabarber, Topinambur (war vor der Kartoffel ein Grundnahrungsmittel in Europa), Meerrettich.
    • Geheimtipps: \
    • Winterheckenzwiebel, Guter Heinrich (altes Wildgemüse), Ewiger Kohl (hat in England Kultstatus bei Selbstversorgern „perennial kale“), Knollenziest.
    • Dekorativ: \
    • Artischocken (in geschützten, warmen Lagen), Erdbeerspinat (hübsche, rote Fruchtstände).

      Wie erntet man und was isst man von dem Gemüse überhaupt?

      • Rhabarber:

      • Ist übrigens ein Gemüse :-D

      • Aussehen: Wächst mit großen Blättern aus der Mitte.

      • Ernte: Dicke, rote Stängel ziehen (immer nur die äußeren, das Herz muss stehenbleiben).

      • Verwendung: Kompott, Kuchen, Chutney.

      • Winterheckenzwiebel:

      • Aussehen: Wächst mit vielen grünen Halmen.

      • Ernte: Halme abschneiden.

      • Verwendung: Wie Lauchzwiebeln.

      • Guter Heinrich:

      • Aussehen: Kniehoher Busch mit dunkelgrünen Pfeilblättern.

      • Ernte: Wie Spinat, nur die jungen Blätter pflücken, Wurzelstock stehen lassen.

      • Verwendung: Wie Spinat oder Mangold; dünsten, für Aufläufe, Pesto.

      • Erdbeerspinat:

      • Aussehen: Wächst als kleiner Busch mit roten Beeren.

      • Ernte: junge Blätter und reife Beeren pfücken, nie komplett kahl ernten.

      • Verwendung: Blätter wie Spinat roh oder gedünstet, Früchte als Dekoration (wenig Geschmack).

      • Ewiger Kohl:

      • Aussehen: Buschiges Gewächs mit großen grünen Blättern.

      • Ernte: Einzelne Blätter pflücken, nie kahl ernten.

      • Verwendung: Geschmack zwischen Grünkohl und Wirsing, genauso zubereiten.

      • Grünspargel:

      • Aussehen: schießt als grüne Stange aus der Erde.

      • Ernte: bodennah abschneiden, wenn er 20 cm lang ist.

      • Verwendung: Braten, Grillen, als Pasta-Zutat; nicht schälen, nur Ende abbrechen.

      • Meerrettich:

      • Aussehen: Große grüne Staude mit langen, breiten Blättern (erinnert an Löwenzahn), steckt tief mit langer Wurzel im Boden.

      • Ernte: In der Ruhephase Wurzeln ausgraben.

      • Verwendung: Frisch gerieben in Meerrettichsoße oder als Würze, eingekocht.

      • Topinambur:

      • Aussehen: Wie eine wilde, hohe Sonnenblume mit rauen Blättern und gelben Blüten.

      • Ernte: Knollen im Herbst/Winter mit der Grabegabel ausgraben, was im Boden bleibt, treibt wieder aus.

      • Verwendung: Schmeckt nussig-süßlich, roh oder gekocht im Salat, als Püree, aus dem Ofen.

      • Knollenziest:

      • Aussehen: Macht lange, gerade Stängel mit länglichen Blättern, blüht violett-rosa (hübsch!).

      • Ernte: Knollen im Herbst/Winter mit der Grabegabel ausgraben, was im Boden bleibt, treibt wieder aus.

      • Verwendung: Schmeckt nussig und ein bisschen nach Pilzen, roh im Salat, kurz gebraten oder frittiert, als Gemüsebeilage.

      • Artischocke:

      • Aussehen: Wie eine Distel mit silbrig-grünen Blättern, violette Blüte.

      • Ernte: Ungeöffnete Blütenknospen abschneiden (treiben nach).

      • Verwendung: Blätter zum Dippen, Herzen als Delikatesse; gekocht in Salat, Pasta, eingelegt.

      • Hält so ein Gemüse wirklich ewig durch?

        • Nicht ewig, aber erstaunlich lange.

        • Nicht im ersten Jahr viel ernten wollen (Speicherorgane müssen sich erst noch entwickeln).

        • Ab dem 2. Jahr geht’s los, ab dem 3. Jahr gibt es richtig Ertrag.

        • Nie alles auf einmal ernten, immer einen Teil stehen lassen.

        • Grünspargel: bis zu 20 Jahre ertragreich.

        • Rhabarber: bleibt 10–15 Jahre im Beet.

        • Ewiger Kohl: kann auch jahrzehntelang überdauern.

        • Meerrettich, Knollenziest oder Topinambur kriegst du nie wieder los! Fast wie ein kleines gärtnerisches Vermächtnis.

        • Jetzt will ich es genau wissen: Warum sind die so ausdauernd, während Erbsen oder Bohnen nach einer Saison einfach weg sind?

          Das Geheimnis steckt in ihrer Lebensweise:

          • Einjährige wie Erbsen oder Bohnen sind genetisch programmiert auf blühen, fruchten, sterben.

          • Andere wie Tomaten oder Paprika wären eigentlich mehrjährig, schaffen aber bei uns den Winter nicht.

          • Mehrjährige haben einen Trick:

          • Bilden (unterirdische) Speicherorgane (Wurzeln, Rhizome oder Knollen).

          • Lagern dort Nährstoffe und Energie.

          • Treiben aus diesen Reserven wieder neu aus.

          • Sind wie eingebaute Vorratskammern.

          • Beispiele:

          • Rhabarber → dicke Rhizome

          • Grünspargel→ kräftiges Wurzelnetz

          • Topinambur → Knollen, die wie kleine Vorratskammern sind.

          • Winterheckenzwiebel → Zwiebelstock, der immer wieder neue Schäfte bildet.

          • Guter Heinrich → überwintert als Wurzelstock und treibt jedes Jahr neu aus.

          • Brauche ich ein besonderes Beet für sie, wenn sie jahrelang am gleichen Platz bleiben?

            • Genau.
            • Lohnt sich, ihnen den richtigen Standort zu gönnen. Jeder hat so seine eigenen Vorlieben.
            • Grünspargel → liebt sonnige, sandige Böden, die sich schnell erwärmen.
            • Rhabarber → fühlt sich im Halbschatten wohler und mag feuchten, tiefgründigen Boden.
            • Topinambur → wächst fast überall, braucht aber Platz, weil er wuchert.
            • Guter Heinrich → mag nährstoffreiche, eher feuchte Plätze.
            • Erdbeerspinat → gedeiht im Halbschatten.
            • Ewiger Kohl → will einen sonnigen bis halbschattigen Standort und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden.
            • Knollenziest („Japanische Kartoffel“, „Chinesische Artischocke“) → mag es sonnig bis halbschattig und warm.
            • Klingt nach Vielfalt pur! Ist die Pflege aufwändig?

              • Im Gegenteil!

              • Gleiche Pflege wie beim Saisongemüse:

              • Boden verbessern mit Kompost.

              • Mulchen, wenn Boden offen ist (Tipp: Guter Heinrich eignet sich als Bodendecker).

              • Knollenziest anhäufeln wie Kartoffeln.

              • Andere Pflege:

              • Rückschnitt nach der Vegetationszeit (Guter Heinrich, Topinambur).

              • Wucherkontrolle bei den Kandidaten, die gern ausufern.

              • Am besten Wurzelsperre Topinambur: 50 cm, Meerrettich: 60 cm, Knollenziest: 40 cm.

              • Sperre senkrecht einbauen, stabile Rhizomsperrfolie benutzen oder ausreichend tiefer Kübel ohne Boden.

              • Oben immer 5-10 cm über die Erde herausstehen lassen.

              • Wurzelsperre vergessen? Konsequent Ausgraben und Nachstechen im Sommer.

              • Ggf. Winterschutz (junge Pflanzen im ersten Jahr empfehlenswert, Artischocken)

              • Gießen muss man bei eingewachsenen Pflanzen seltener, weil die Wurzeln tief reichen.

              • Und wie ist es mit dem Düngen?

                • Maßvoll ist das Zauberwort.
                • Einmal im Jahr eine gute Portion Kompost reicht vielen.
                • Starkzehrer wie Rhabarber, Spargel, Artischocken, Ewiger Kohl freuen sich über unseren organischen Azet GartenDünger.
                • Klingt toll. Bringen mehrjährige Gemüse auch was für die Umwelt?

                  • Und wie!
                  • Weniger Bodenbearbeitung → Bodenleben bleibt intakt.
                  • Dauerhafte Pflanzendecke → schützt den Boden vor Erosion, Austrocknung und Unkrautwuchs.
                  • Tiefwurzler → holen Nährstoffe aus tieferen Schichten.
                  • Laub und Mulch → bauen Humus auf.
                  • Klimaschutz → weniger Umgraben = weniger CO₂-Freisetzung, Pflanzen binden zusätzlich Kohlenstoff.
                  • Viele blühen → perfektes Buffet für Bienen und andere nützliche Insekten.
                  • Gelassenheit lernen → Mikromanagement ist da wirklich nicht nötig
                  • Kann man mehrjähriges Gemüse mit anderen Gemüsen kombinieren, oder brauchen sie ihr eigenes Reich

                    • Am besten eigene Dauerbeete anlegen.
                    • Achtung bei wuchernden Arten wie Topinambur oder Meerrettich. Die brauchen Platz – am besten am Rand oder in einer eigenen Ecke anpflanzen.
                    • 3 Tipps

                      • Starte mit robusten, pflegeleichten Klassikern.
                      • Wähle einen guten Platz, denn die Pflanzen bleiben dort viele Jahre.
                      • Ernte mit Respekt – immer ein bisschen stehen lassen.
                      • ...more
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