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Die Zurückhaltung gegenüber Open-Source-Anwendungen hat meist weniger mit der Software selbst zu tun als mit organisatorischen, wirtschaftlichen und psychologischen Faktoren. Die Gründe lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:
Strategische und organisatorische GründeBei proprietärer Software gibt es einen klaren Hersteller, der für Support, Fehlerbehebung und Weiterentwicklung verantwortlich ist. Bedenken: Wer haftet bei Problemen? Wer garantiert die Weiterentwicklung? Wer ist Ansprechpartner bei Sicherheitsvorfällen?
Viele Organisationen bevorzugen einen festen Lieferanten mit: Service Level Agreements (SLAs), definierten Eskalationswegen, langfristigen Verträgen. Open Source wird oft als „Community-getrieben“ wahrgenommen, auch wenn es kommerzielle Anbieter gibt.
Viele Firmen hätten gerne Dienstleister, die in der Gegend tätig sind und ggf. schnell vorbeikommen können. In diesem Zusammenhang weisen wir auf das neue Partnerprogramm des ZenDiS hin.
Behörden und grosse Unternehmen sind typischerweise risikoarm organisiert. Das Motto lautet häufig: Niemand wird entlassen, weil er Microsoft, SAP oder Oracle gekauft hat. Für Open Source muss die Entscheidung oft stärker begründet werden.
Wenn auch nur ein Windows-System vorhanden ist, muss man sich auch um die Administration des Gerätes kümmern und geschäftliche Lizenzen dafür kaufen. Viele Firmen haben ein/zwei Anwendungen/Server und/oder Clients, die nicht gewechselt werden können.
Wirtschaftliche GründeDie Lizenzkosten entfallen zwar, andere Kosten bleiben jedoch bestehen: Einführung, Schulung, Betrieb, Integration, Migration, Support. Dadurch entsteht häufig die Wahrnehmung: Kostenlos in der Anschaffung bedeutet nicht kostenlos im Betrieb.
Viele Organisationen haben bestehende Investitionen in: Microsoft 365, SAP, Oracle, Fachapplikationen. Ein Wechsel verursacht: Datenmigration, Prozessanpassungen, Schulungen, Parallelbetrieb. Diese Kosten übersteigen oft die eingesparten Lizenzkosten.
Langfristige Verträge mit Herstellern machen einen Wechsel wirtschaftlich unattraktiv (Lock-in Effekt).
Die langfristeigen Verträge sind nicht wirklich relevant. Sie erfordern es lediglich, dass man den Wechsel auf das bestimmte Datum hin plant. Solche Wechsel dauern ohnehin sehr lange.
Technische GründeSorge vor Problemen bei der Kompatibilität von Dateiformaten, Schnittstellen, Fachanwendungen, Hardware-Treibern.
Hardware und Treiber sollten kein Problem mehr darstellen. Schnittstellen auch nicht mehr zwingend. Was fehlt, sind die schon fertig programmierten Hilfsmittel, die ein Tool ergänzen. Anpassungen müssen immer erst entwickelt werden. Mir sind Fälle bekannt, in denen man sogar Treiber deaktiviert hat, weil ein Spezialfeature nur Neid hervorgebracht hätte.
Open-Source-Lösungen müssen oft integriert werden in: Active Directory, Identity Management, ERP-Systeme, Dokumentenmanagement, Fachanwendungen.
Fertige bekannte Integrationen und Presets fehlen komplett. Hier muss alles selbst erarbeitet werden. Bei Microsoft sind zumindest ihre Tools und Oberflächen schon bekannt.
Nicht alle Open-Source-Produkte bieten dieselbe Funktionstiefe wie etablierte kommerzielle Lösungen. Besonders kritisch sind: Spezialsoftware, Branchenanwendungen, CAD-Systeme, Engineering-Lösungen.
Eine praxistaugliche Lösung ist ein hybrider Ansatz: Open-Source-Produkte werden dort eingesetzt, wo sie funktional ausreichen, während für Spezialsoftware, Branchenanwendungen, CAD- und Engineering-Lösungen gezielt etablierte kommerzielle Systeme genutzt und über standardisierte Schnittstellen integriert werden.
Sicherheits- und Compliance-GründeObwohl Open Source oft sehr sicher ist, existiert die Vorstellung: Jeder kann den Quellcode sehen, also auch Angreifer. Technisch ist dies nicht zwangsläufig ein Nachteil, beeinflusst aber Entscheidungen.
Ich denke nicht, dass das noch Gültigkeit hat. Ich denke, dass Linux im Compliance-Bereich sogar die Nase vorn hat.
Organisationen müssen Vorgaben erfüllen bezüglich: Datenschutz, Informationssicherheit, Auditierbarkeit, Zertifizierungen. Fragen sind beispielsweise: Wer garantiert die Einhaltung? Gibt es ISO- oder Branchenzertifizierungen? Wie werden Sicherheitsupdates bereitgestellt?
Open-Source-Lizenzen können komplex sein (GPL, LGPL, AGPL, Apache, MIT). Rechtsabteilungen fürchten: Lizenzverletzungen, Offenlegungspflichten, Haftungsfragen.
Eine der ersten Fragen, die man sich stellen wird, ist: Wie sichere ich Laptops der Mitarbeiter im Aussendienst ab?. Festplattenverschlüsselung, Fingerprint-Access. Remote-Wipe. Und hier hapert es bei Linux
Personelle GründeViele IT-Abteilungen sind stärker auf proprietäre Produkte spezialisiert. Es gibt oft mehr Experten für Windows, Microsoft 365, Azure als für Linux, Kubernetes, PostgreSQL, Nextcloud usw.
Selbst wenn die IT Erfahrungen mit Linux hat, sind es meist nur die von Anwendern.
Ein Technologiewechsel erfordert Weiterbildung der IT, Schulung der Benutzer, neue Betriebsprozesse. Das verursacht kurzfristige Produktivitätseinbussen.
Eher langfristig, da so eine Administration komplett neue Tools und Arbeitsweisen erfordert. Selbst Linux-interessierte Windows-ITler haben unter Linux kaum Terminalerfahrungen. Die Schulung - integriert in den allgemeinen Arbeitsalltag - und fehlende Erfahrungswerte können die Produktivität noch lange reduzieren.
Politische und kulturelle GründeMenschen bevorzugen bekannte Werkzeuge. Typische Aussagen sind „Mit Microsoft funktioniert es doch”, oder „Das haben wir schon immer so gemacht.“
Das wird meist heisser gekocht, als es am Ende gegessen wird. Das Problem ist eher, dass geänderte Abläufe schlecht designt sind und kritische Mitarbeiter bei den ersten Schritten nicht begleitet werden. Kritische Mitarbeiter dürfen auch dafür gelobt werden und sie gebeten werden zu helfen die kritischen punkte zu verbessern. Gleichzeitig muss man sie auch darauf hinweisen, dass es kein zurück mehr gibt.
Bekannte Hersteller vermitteln Sicherheit: Microsoft, SAP, Oracle, Salesforce. Open-Source-Projekte besitzen oft weniger Markenbekanntheit, auch wenn sie technologisch führend sind.
Ein Wechsel verändert Verantwortlichkeiten, Budgets, Zuständigkeiten, Lieferantenbeziehungen. Dadurch entstehen interne Widerstände.
Ein kritisches Element ist auch, wie man den Wechsel organisiert. Welche Abteilung wechselt man zuerst? Wie teste ich die neuen Workflows?
Beschaffungs- und VergabegründeBeschaffungsstellen kaufen oft lieber Produkte, Wartungsverträge, und klar definierte Leistungen als Community-Projekte. Bei einer Beschaffung müssen Kriterien dokumentiert werden, wie z. B. Herstellerstabilität, Supportfähigkeit, Referenzen und Marktpräsenz. Bei Open Source ist dieser Nachweis manchmal schwieriger.
Ein Thema, das man lange diskutieren könnte:
Eine IT‑Abteilung hätte lieber einen Vertrag mit einem Unternehmen als zu spenden, weil Verträge dauerhafter und stabiler sind.
Eigentlich müsste nicht viel in einen Vertrag. Aber auch kleine Softwarehersteller wollen t.w. keine Verträge eingehen, weil dann plötzlich der Staat mit seiner Bürokratie daher kommt.
Entscheidungsträger kennen häufig die Risiken eines bestehenden Systems besser als die Risiken einer Alternative. Das führt zum sogenannten Status-quo-Bias: Bekannte Probleme werden gegenüber unbekannten Chancen bevorzugt.
Gilt nur, wenn der Entscheidungsträger nicht aus der IT kommt. IT-ler wissen, dass keine Änderung des Systems – und sei es nur ein Upgrade von Win 10 zu Win 11 – problemlos ist.
Bei einer Fehlentscheidung mit einer bekannten kommerziellen Lösung lässt sich die Verantwortung leichter rechtfertigen als bei einer weniger verbreiteten Open-Source-Lösung.
FazitInteressanterweise zeigen viele erfolgreiche Open-Source-Einführungen, dass die technischen Gründe oft weniger entscheidend sind als die organisatorischen und kulturellen. Die grössten Hürden liegen meist nicht in der Software, sondern in den Prozessen und Strukturen der Organisation.
Ich denke, die Grösse der IT‑Abteilung könnte hier auch noch entscheidend sein.
Was wäre nötig, damit Firmen leichter migrieren können?
Einfach die Stärke von Linux ausspielen. Es müsste ein kostenloses Set an VMs geben, vorkonfiguriert zu einer virtuellen Firma. Client-Rechner, verschiedene vorkonfigurierte User und Admins (für ein modernes Rechtemanagement), Firewall, User- und Berechtigungsadministration, Mailserver, Fileserver, On-Premise-Firmen-Cloud, eine BackupVM, ein einfaches kostenloses ERP, ein DMS.
Alles state of the Art in VLANs unterteilt und ready-to-use vorbereitet. Per Image auf einen PC installierbar. Folge einem Wizard und am Ende läuft ein Basic-Firmennetz. Das z. B. auch Startups nutzen könnten. Admins könnten da das Aufsetzen neuer PCs üben, neue User anlegen und andere Daily-Business-Administration testen. Mags der Admin, ist das Wichtigste geschafft.
OutroEuer Feedback zählt! Kommentiert zur Podcast-Folge oder schreibt uns einfach über Matrix, Mastodon oder per E‑Mail. Nehmt aktiv an der Community teil. Ihr könnt Artikel schreiben, Themen diskutieren oder selbst beim Podcast mitmachen. Bei GNU/Linux.ch wird eure Stimme nicht nur gelesen, sondern auch gehört.
QuellenCommunity
Bei uns gilt ja bekanntlich von der Community für die Community, was grundsätzlich auch gut funktioniert. Ihr schreibt Artikel, redet mit, diskutiert und haltet das Projekt am Leben.
In unseren öffentlichen Räumen sind wir seit dem Raumupgrade 360 Leute in TALK und 199 Leute in HELP, dazu insgesamt 240 Autoren, die seit Beginn bei GL mitgeschrieben haben.
Redaktion
Im Redaktionsraum sind aktuell 31 Mitglieder, davon schreiben aber die melsten leider nicht viele Artikel pro Monat/Jahr - wobei man sagen muss, die Redaktion war in anderer Besetzung auch schon bedeutend inaktiver, man kann es also positiv sehen.
Zusammenarbeit
Jean von Linux Guides
Linuxnews.de
Moderation
In dieser Sparte gibt es glücklicherweise nicht viel zu tun. Manchmal gibt es Spam- oder Hasskommentare auf der Webseite oder ausufernde , teils hitzige Diskussionen in den Matrix-Räumen, aber meistens reicht ein erhobener Zeigefinger aus, um die Wogen zu glätten.
Was wollten wir damals mit FOSSWELT erreichen und warum hat das nicht funktioniert?
Wir wollten gemeinsam mit linuxnews.de eine Plattform schaffen, auf welcher sich diverse FOSS-orientierte Projekte vernetzen und Kräfte bündeln könnten. Während zu Beginn doch einige Projekte beigetreten sind, blieb der Wille oder auch das Können aller Parteien, gemeinsam mehr zu erreichen, vollständig aus. Nach vielen Monaten, in denen in dem dafür erstellten Matrix-Raum keine einzige Nachricht geschrieben wurde, haben wir uns dazu entschieden, zumindest den Namen und den Gedanken weiterleben zu lassen.
Finanzen
Wir haben aktuell vier Sponsoren, die uns jährlich einen ordentlichen Betrag zur Verfügung stellen, sowie zahlreiche Spender, die uns mit kleinen und grossen Beträgen über unsere Spendenmöglichkeiten unterstützen. Die genauen Zahlen kann euch Ralf sagen
Wieso wir von dem Namen GNU/Linux.ch weg wollen
das .ch in unserem Namen gab uns immer wieder die Gelegenheit, zu erklären dass wir kein schweizerisches Portal sind. Da aber nur der Verein in der Schweiz ansässig ist, der Grossteil unserer Leser und Autoren aber nicht aus der Schweiz sind, wollten wir da schon lange mal was ändern.
Aus gnulinux.ch wird Fosswelt.org.
Auf der FrosCon haben wir festgestellt, dass die Menschen teilweise verwirrt waren, warum ein Schweizer Verein vor Ort ist. Daher kam der Entschluss, Fosswelt.org zu nutzen und gnulinux.ch dahinter zurücktreten zu lassen.
Alles bleibt beim Alten, nur der Name ist anders.
Zukünftig könnten wir uns vorstellen, den ursprünglichen Inhalt von Fosswelt.org in gnulinux.ch zu integrieren und über unseren Traffic, den wir mit unseren Artikeln generieren, die Lesenden auch auf andere Projekte aufmerksam zu machen.
Wir hatten auch schon überlegt, die Seiten etwas umzustrukturieren, um die verschiedenen Themenbereiche und Artikel-Serien sichtbarer zu machen und so das Finden von Artikeln zu erleichtern und auch Neueinsteigern einen besseren Überblick zu verschaffen.
Evtl. Umbenennung des Podcasts
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QuellenEs ist wieder Zeit, unseren Privatspendern zu danken. Bei GNU/Linux.ch gibt es viele Möglichkeiten, unsere Aktivitäten zu unterstützen. In erster Linie freuen wir uns über eure Artikel und Podcast-Teilnahmen. Eure finanziellen Beiträge stützen unsere Infrastruktur und ermöglichen Gewinnspiele, Teilnahmen an Konferenzen und erlauben es uns, etwas an Freie Projekte zurückzugeben, z. B. an StudioLink oder Anoxinon.
Unser Dank gilt: Michel, Frank, Ingmar, Folker, Peter, Holger, Michael, Marcel, Remo, Rolf, Klaus-Dieter, Edmund, Härri und allen anonymen Spender:innen, die uns über LiberaPay und GNU/Taler unterstützen.
Hinweis: Diese Folge erschien bereits am 26. August als Artikel, aber ohne Lioh.
Wenn sich Ein- oder Umsteiger für Linux interessieren, liegt das Augenmerk meistens auf einer geeigneten Distribution. Soll man Ubuntu oder Linux Mint verwenden? Oder eine der tausend anderen Distributionen? Die Antwort lautet: Nein!
Die aktuellen Distros sind alle so gut, dass es für die Einsteigerin kaum einen Unterschied macht. Allenfalls ist es hilfreich, den Unterschied zwischen Stable und Rolling zu verstehen. Neulingen empfehlen wir stabile Distributionen. Linux Mint mit dem Cinnamon-Desktop ist eine gute Basis. Selbstverständlich fallen uns mindestens drei weitere gute Starter-Distros ein, aber wir hüllen uns in Schweigen, weil Vielfalt am Anfang verwirrt.
Für viel wichtiger als die Distribution, halten wir die Arbeitsoberfläche, also den Desktop. Das ist, was euch grafisch anmacht und euren Arbeitsablauf bestimmt. Im Gegensatz zu den mannigfaltigen Distributionen, hält sich die Auswahl bei den Desktops in Grenzen. Die wichtigsten sind (ohne Reihenfolge):
Eigentlich sind es nur KDE-Plasma und GNOME, weil Xfce die beste Wahl für schwachbrüstige Computer ist und Cinnamon sehr durch die Popularität von Linux Mint verstärkt wird.
Lioh mag was?Euer Feedback zählt! Kommentiert zur Podcast-Folge oder schreibt uns einfach über Matrix, Mastodon oder per E‑Mail. Nehmt aktiv an der Community teil. Ihr könnt Artikel schreiben, Themen diskutieren oder selbst beim Podcast mitmachen. Bei GNU/Linux.ch wird eure Stimme nicht nur gelesen, sondern auch gehört.
QuellenSeit über zehn Jahren wird Firefox regelmäßig für tot erklärt. Mal ist es ein Datenschutz-Skandal, mal eine Umstrukturierung bei Mozilla, mal der Blick auf die Marktanteile und jedes Mal heißt es in Artikeln und Videos: Das war's jetzt wirklich.
Wir schauen mal in Ruhe zurück. Was war an der Kritik dran, was war Aufregung um der Aufregung willen? Warum reagiert ausgerechnet die Open-Source-Community bei Mozilla so empfindlich? Und was wäre eigentlich die Alternative, wenn Firefox tatsächlich verschwände?
Vorfälle:
Die Engines der Webbrowser sind interessanter und wichtiger als die Browser selbst, weil die Hauptarbeit darin geschieht. Wie gut eine Website aufgebaut und dargestellt wird, hängt davon ab. Heute gibt es drei primäre Engines:
Blink hat eine marktbeherrschende Stellung (ich würde es Monopol nennen). Google finanziert Mozilla zu 80 %, damit sie einen Konkurrenten am Leben erhalten können, um sich nicht den Monopolklagen stellen zu müssen.
Neue EnginesEs gibt zwei neue Engines, die sich in der Entwicklung befinden: Ladybird und Servo.
Das gut finanzierte Ladybird-Projekt befindet sich im Pre-Alpha-Status und möchte bis Ende 2026 eine erste Alpha-Version herausbringen. Eine nutzbare Version soll bis Ende 2027 erscheinen. Ihr könnt den Browser aus den Quellen kompilieren, doch das empfehle ich nicht, ausser ihr gehört zu den 1274 Contributoren, die sich an der Entwicklung beteiligen. Wer sich über den Projektfortschritt informieren möchte, kann den monatlichen Newsletter abonnieren (Achtung: sehr technisch).
Servo ist eine Browser-Engine, die von Mozilla und Samsung gemeinsam entwickelt wurde. Erste Benchmarks von Servo zeigen eine im Vergleich zu Gecko deutlich kürzere Renderingzeit. Bei den zwei veröffentlichten Testergebnissen war Servo im Vergleich zu Gecko im Einzelthread-Modus mehr als doppelt so schnell, im Betrieb mit vier Threads vier- bis fünfmal schneller. Die Entwickler hatten für das vierte Quartal 2015 eine Alpha-Version angekündigt. Im November 2020 übertrug Mozilla das Projekt an die Linux Foundation. Seither verzeichnet das Projekt weniger Contributions. 2023 wanderte das Projekt zur Linux Foundation Europe. Für die Jahre 2025 und 2026 erhielt das Projekt vom Sovereign Tech Fund eine Förderung in Höhe von 545'400 EUR. Auch das Servo-Team veröffentlicht monatliche Neuigkeiten über die Entwicklung. Servo kann man herunterladen und installieren.
Lucas, was halten wir davon?
App versus AnwendungRalf: Ich weiss nicht, wie ihr das bezeichnet. Für mich sind Apps Handy-Apps und Anwendungen laufen auf dem PC-Desktop. Darüber hinaus gibt es die Frage, ob und wo man Anwendungen nativ oder im Webbrowser aufruft. Auf dem PC verwende ich lieber Anwendungen als den Webbrowser, z. B. für PIM-Aufgaben, Multimedia-Bearbeitung, Programmieren und Office-Sachen. Konsequent bin ich jedoch nicht, weil ich die Newsfeeds im Browser lese. Ich muss einmal die neue Version von Tuba für Mastodon lokal ausprobieren.
Auch auf dem Smartphone verwende ich überwiegend Apps statt des Webbrowsers. Davon ausgenommen sind Nachrichten, die ich lieber im Browser anschaue. Generell fühle ich mich mit nativen Apps oder Anwendungen wohler als mit Zeug, welches im Browser läuft.
Lucas: Auf dem Desktop verwende ich überwiegend Web-Anwendungen wie z. B. Nextcloud. Diese nutze ich für Mails, Dokumente, Chats etc. Daher ist der Browser für mich dort die wichtigste Anwendung - aktuell ist es der Firefox. Ich habe immer mal wieder andere Browser ausprobiert, welche den Browsermarkt umkrempeln sollten. Irgendwie ging es immer wieder zurück zum Firefox.
Auf dem Smartphone sind es überwiegend Apps. Gerade durch die 1A Internetversorgung in Deutschland, sind Webapps unterwegs nicht das Gelbe vom Ei.
Wozu benötigt man noch einen Webbrowser?Vorhin haben wir von neuen Web-Engines gesprochen. Ich frage mich, ob man diese überhaupt noch braucht. Die Websuche wird mehr und mehr durch KI-Chatbots ersetzt, ob uns das gefällt oder nicht. Ich nehme an, dass eine KI-basierte Suchfunktion als Basisfunktion in die Distributionen einziehen wird. Super-Taste drücken, Prompt eingeben, fertig.
Ich bin generativer KI gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt. Mir ist aber klar, dass man die Büchse der Pandora nicht mehr schliessen kann. Deshalb hoffe ich auf lokale und offene Modelle. Die massenhaften Urheberrechtsverstösse, sollen die Urheber und die Verlage bitte mit den KI-Buden vor Gericht aushandeln, was ja zurzeit geschieht.
Also, wozu benötigen wir in Zukunft Webbrowser? Sicher nicht für die Suche und die allgemeine Beschaffung von Informationen. Vielleicht noch als generische Applikationsplattform.
Lucas, wie siehst Du das?
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QuellenIcefun, Liohs Linux Distro für Kids ist in der aktuellen Ausgabe der LinuxUser vertreten: https://www.icefun.ch/
https://www.linux-community.de/magazine/linuxuser/2026/09/
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QuellenDie Nachrichten sind voll von Berichten über KI. Bei gefühlt jeder zweiten Meldung geht es darum. Damit es in dieser Folge nicht nur um KI geht, versuche ich, einen Überblick zu geben.
Unternehmen schwenken von Tokenmaxxing auf Valuemaxxing um. Durch die steigenden Tokenpreise ist nun der geschickte Einsatz und die Kombination der am besten geeigneten Modelle das Gebot der Stunde.
Die Welle der Inkompetenz: Prof. Dr. Andreas Bulling von der Universität Stuttgart schreibt zusammengefasst:
“Da rollt eine riesige Welle auf uns zu. Eine Welle ungeahnten Ausmaßes und mit verheerenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Welle der Inkompetenz.
Bei uns an der Uni sind vorlesungsbegleitende Übungen, Fachpraktika und Seminare effektiv tot. Ob Programmieraufgaben, Übungsblätter oder Textarbeit - der Anteil an KI-generierten Abgaben liegt zwischen 90% und 100%. Studis lassen ganze Bachelor- und Master-Arbeiten von KI erstellen. Code und Ausarbeitung sowieso, aber auch inklusive der ebenfalls notwendigen Vortragsfolien. Wir hatten den ersten Studi, der im persönlichen Betreuungsgespräch (keine Prüfung!) nicht mal mehr selbst geantwortet hat. Der hatte währenddessen ChatGPT offen und hat unsere Fragen einfach weitergereicht und uns die Antworten vorgelesen. Ohne Scham. Stellt man diesen Studis nur eine Nachfrage, z.B. zu ihrem Code - keine Antwort/Ahnung.
Wir bilden insofern gerade eine Generation von Studis aus, die keine Kompetenz hat und nichts genuin kann, d.h. keine auf Wissen und Verständnis basierte Expertise, außer eine KI zu bedienen.
Die ersten dieser Studis gehen jetzt in den Arbeitsmarkt. Der oben genannte mit ChatGPT ist anscheinend bei der Deutschen Bank untergekommen. Die Leute arbeiten dort vermutlich genauso weiter, werden irgendwann auch Chef:in. Erwarten von ihren Mitarbeitenden dann auch nichts anderes.
Nur für eine Gruppe von Leuten nicht. Nämlich die, die jetzt diesem Trend entgegengehen und es schaffen, sich wirklich selbst Dinge zu erarbeiten, zu verstehen und zu durchdenken, und auf dieser Basis auch Neues zu erschaffen. Diese Leute werden in nicht allzu ferner Zukunft hart umworben werden, sich jeden Job aussuchen können und sehr gut bezahlt werden.
Alle anderen, befürchte ich, werden mit ihrer selbstgewählten Inkompetenz in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn KI keine "ausgeklügelten" Prompts mehr braucht.”
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