Was ist der Digital Independence Day?
Der Di.Day ist eine gemeinsame Initiative vieler Organisationen, Verbände und Institutionen, die von Save Social - Networks For Democracy in Hamburg koordiniert wird. Die Initiative wurde beim letzten Congress von Mark-Uwe Kling (der mit dem Känguru) und Linus Neumann (der vom CCC) angekündigt.
Aktuell wird der DI.DAY von 44 Organisationen unterstützt. Darunter findet man fast alle, die in der Freien Software Szene eine Rolle spielen, wie z. B.: dem CCC, Wikimedia, Mastodon, Ecosia, Nextcloud, der Open Search Foundation, Digitalcourage, dem SUMA e.V., der Digitalen Gesellschaft, Tuta und viele andere.
Die Idee: An jedem 1. Sonntag im Monat ist DI.DAY. Man wählt kleine und einfache Schritte, um ein Stück digitale Freiheit zurückzugewinnen. Warum nicht häufiger? Um sich nicht übermässig unter Druck zu setzen. Es gibt eine Agenda mit Veranstaltungen, die am jeweiligen DI.DAY durchgeführt werden. Zu bemerken ist, dass zu Beginn kein vollständiger Wechsel nötig ist, anfangs reicht auch eine Fokusänderung.
Auf der Website der Initiative gibt es Umsteigevorschläge, die als Rezepte formuliert sind, z. B.:
- Microsoft zu LibreOffice
- PayPal zu Wero
- Chrome zu Firefox
- Google zu Ecosia
- Amazon zum Buchladen
- Gmail zu unabhängiger E-Mail
- X zu Mastodon
- WhatsApp zu Signal
- Weitere sollen folgen
- Lucas nennt diese: HomeAssistant, Immich, AdGuard, Jellyfin
- Ralf schlägt BigTech-Cloud zu Nextcloud vor …
- … und der Elefant im Raum heisst: Windows zu Linux
Aus CCC-Kreisen gab es auch Kritik zu den Rezepten, da diese zu einseitig ausfallen. Dabei gibt es bei allen Rezepten einen Nachtisch mit Zusatzinformationen, in denen weitere Alternativen Erwähnung finden, z. B. neben Signal auch Threema und Matrix-Element. Eine weitere Kritik gibt es bezüglich des Messengers Signal, aufgrund dessen US-Abhängigkeit.
Wer sich für einen Richtungswechsel interessiert, ist nicht nur auf die DI.DAY-Veranstaltungen angewiesen. Hier sind ein paar weitere Möglichkeiten:
- im Freundeskreis fragen
- die EndOf10-Veranstaltungen besuchen
- einen Blick auf die Linuxheldenkarte werfen
- beim lokalen Hackerspace oder einer Linux User Group vorbeischauen
- zu einem Erfa-Kreis des CCC gehen
- eine lokale Gruppe der FSFE besuchen
- den GNU/Linux.ch-Räumen TALK und HELP beitreten
Wichtig ist, überhaupt ein Problembewusstsein zu entwickeln und sich die Möglichkeiten klarzumachen. Dann kann man mit Unterstützung kleine Schritte machen und mit den einfachen Umstellungen beginnen. Nach und nach entwickelt sich dann ein Gefühl der Selbstermächtigung und der Freiheit. Es fühlt sich toll an, aus der Fremdbestimmung auszubrechen. Wer einmal damit begonnen hat, kann sich nach einiger Zeit auch den dicken Brettern widmen.
Um den Schweizer Reformator Huldrych Zwingli sinngemäss zu zitieren:
“Tut um eurer Willen etwas Tapferes!”