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Wie sprechen wir über eine Welt, die zerfällt? Mit dieser Frage setzt sich der Sammelband Klima, Kollaps, Kommunikation auseinander, der in unserer aktuellen Podcastfolge vorgestellt wird. Das Buch versammelt wissenschaftliche und persönliche Perspektiven auf das sogenannte „Climate Endgame“, also die Szenarien eines möglichen gesellschaftlichen Zusammenbruchs infolge der Klimakrise.
Die globale Erwärmung schreitet ungebremst voran: 2024 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und Europa erwärmt sich dabei schneller als jeder andere Kontinent. Die zehn wärmsten Jahre liegen alle in der jüngsten Dekade. Diese Fakten, zusammengetragen im aktuellen Klimafaktenpapier, zeigen: Die Zeit für kosmetische Lösungen ist vorbei. Benötigt wird ein real-radikaler Ansatz, der nicht nur technische Antworten liefert, sondern auch gesellschaftliche Transformationen ermöglicht.
Das Buch plädiert für neue Erzählungen, für Utopien jenseits des Wachstumsparadigmas und für eine ehrliche Beschreibung der Zukunft: Was kommt auf uns zu – und wie können wir uns vorbereiten? Zentrale Elemente dieser Zukunftsarbeit sind Reallabore, Bürgerbeteiligung und Erfahrungsaustausch.
Auch die Frage nach Hoffnung wird neu gestellt: Reicht es, Hoffnung zu haben, oder braucht es mehr? Die Podcastfolge lädt ein, sich mit diesen Perspektiven und der Frage „Wie wollen wir leben, wenn das Paradies nicht im Überfluss liegt, sondern im klugen Umgang mit Ressourcen, Gemeinschaft und Verantwortung?” auseinanderzusetzen.
Viel Spaß beim Zuhören!
Weiterführende Links:
Verbrenner oder Elektroauto – was ist wirklich nachhaltiger? In dieser Folge nehmen wir die Herstellung beider Fahrzeugtypen unter die Lupe und stützen uns dabei auf die aktuelle Studie Global hidden material flows triggered by China’s vehicle supply chain far exceed eventual material use (Nature Communications volume 16, Article number: 9217 (2025). Diese analysiert die globalen Materialflüsse entlang der chinesischen Fahrzeugproduktion. Das Ergebnis ist eindeutig – und überraschend deutlich.
Ein Elektroauto benötigt in der Herstellung nur etwa ein Drittel der Ressourcen, die für einen Verbrenner aufgewendet werden müssen. Zwar werden E-Autos oft für ihre Batterieproduktion kritisiert, doch die Studie zeigt: Der Gesamtrohstoffverbrauch ist deutlich geringer und die Umweltbelastung durch sogenannte „hidden flows“ ist beim Verbrenner um ein Vielfaches höher.
Was die Studie außerdem offenlegt:
Die Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Umweltbelastungen durch die Fahrzeugproduktion außerhalb des Herstellungslandes entsteht. Das verdeutlicht, wie stark die globale Lieferkette mitverantwortlich ist – und wie wichtig internationale Standards und nachhaltige Rohstoffstrategien sind.
Die Wahl des Antriebs ist längst nicht mehr nur eine Frage des CO₂-Ausstoßes im Betrieb. Sie entscheidet auch darüber, wie viele Ressourcen wir dem Planeten entziehen und wie viel Umweltzerstörung wir in Kauf nehmen. Elektroautos sind hier klar im Vorteil.
Viel Spaß beim Zuhören!
Verweis zur Studie:
Wang, B., Liu, Q., Ouyang, X. et al. Global hidden material flows triggered by China’s vehicle supply chain far exceed eventual material use. Nat Commun 16, 9217 (2025). https://doi.org/10.1038/s41467-025-64090-x
Alternativ über ResearchGate: Global hidden material flows triggered by China’s vehicle supply chain far exceed eventual material use (October 2025 16(1))
Mit dem neuen Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) hat die Bundesregierung einen ambitionierten Fahrplan vorgelegt, um den Ressourcenverbrauch in Deutschland deutlich zu senken und Stoffkreisläufe zu schließen. Wir sprechen darüber, was das Programm konkret beinhaltet, warum es gerade jetzt kommt und was es für Wirtschaft, Kommunen und Verbraucher:innen bedeutet.
Die Kreislaufwirtschaft gilt als Schlüssel für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Das Aktionsprogramm zur NKWS setzt die im Jahr 2024 verabschiedete Strategie in konkrete Maßnahmen um, die bis Ende 2027 greifen sollen. Der Fokus liegt dabei auf Digitalisierung, Investitionsförderung und zirkulärer öffentlicher Beschaffung.
Das Programm umfasst eine breite Palette an Initiativen und ist eng verzahnt mit EU-Initiativen wie dem Clean Industrial Deal und dem geplanten Circular Economy Act. Deutschland will sich für einheitliche Recyclingstandards und weniger Bürokratie einsetzen und gleichzeitig seine technologische Führungsrolle ausbauen.
Das Aktionsprogramm zur NKWS ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer zirkulären Zukunft, aber kein Selbstläufer. Die Richtung stimmt, doch nun kommt es auf die Umsetzung an. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Kreislaufwirtschaft zur neuen Normalität wird.
Viel Spaß beim Zuhören!
Weiterführende Links:
Unsere Ernährung steht am Scheideweg – und damit auch die Zukunft unseres Planeten. Der neue EAT-Lancet-Report, der sechs Jahre nach der ersten Ausgabe veröffentlicht wurde, zeigt eindrücklich: Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, konsumieren und verschwenden, überschreitet gleich mehrere planetare Grenzen: Klima, Biodiversität, Stickstoff- und Phosphorkreisläufe sowie Landnutzung sind massiv belastet. Doch der Report ist nicht nur ein Weckruf, sondern er bietet auch Hoffnung und konkrete Handlungsempfehlungen.
In unserem Podcast sprechen wir über die wichtigsten Erkenntnisse des Reports, die Rolle der „Planetary Health Diet“ und darüber, wie eine gerechte und nachhaltige Ernährung weltweit möglich werden kann. Besonders eindrücklich ist, dass bis zu 15 Millionen vorzeitige Todesfälle jährlich verhindert werden könnten, wenn sich die globale Bevölkerung an die Empfehlungen der Planetary Health Diet hält. Diese setzt auf pflanzenbasierte Lebensmittel, regionale Vielfalt und weniger tierische Produkte – und ist dabei flexibel genug, um kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen.
Auch die Politik und die Lebensmittelindustrie stehen in der Verantwortung. Der Report fordert eine systemische Transformation, die die Bereiche Landwirtschaft, Handel, Bildung und Gesundheit gleichermaßen umfasst. Städte und Kommunen können dabei als Vorreiter agieren, beispielsweise durch nachhaltige Kantinen, urbane Landwirtschaft und Bildungsinitiativen.
Viel Spaß beim Zuhören!
Mehr zu den wissenschaftlichen Hintergründen und Pressestimmen findest du hier:
Wie sieht die aktuelle Lage der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland aus? Die Zahlen des ersten Halbjahres 2025 zeigen einen deutlichen Anstieg: Laut dem Statistischen Bundesamt wurden insgesamt 12.009 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, was einem Anstieg von 12,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch im Bereich der Verbraucherinsolvenzen ist ein Anstieg von 7,5 % zu verzeichnen.
Wir sprechen darüber, welche Branchen besonders betroffen sind, wie sich die Insolvenzen verteilen und welche strukturellen Ursachen hinter dieser Entwicklung stehen. Dabei beziehen wir uns auf die neuesten Daten zu Gründungen und Unternehmensschließungen des IfM Bonn sowie auf die Pressemitteilung Nr. 332 des Statistischen Bundesamtes vom 11. September 2025.
Die Entwicklung wirft Fragen auf: Handelt es sich um einen kurzfristigen Ausschlag oder ist er Ausdruck einer tiefergehenden wirtschaftlichen Verschiebung? Wie wirken sich makroökonomische Faktoren wie Inflation, Finanzierungskosten und Konsumverhalten auf die Unternehmenslandschaft aus? Und was bedeutet das für die Zukunft kleiner und mittlerer Unternehmen?
Mit diesen Themen werden wir uns auch in der zweiten Jahreshälfte beschäftigen – hör jetzt schon rein, um die Hintergründe dieser Entwicklung besser zu verstehen!
Viel Spaß beim Zuhören!
Kunststoff ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken – und genau darin liegt das Problem. Ob Verpackungen, Konsumgüter oder Industrieprodukte: Überall begegnet uns Plastik. Doch wie gehen wir als Gesellschaft mit diesem Material um, das zwar praktisch, aber ökologisch hochproblematisch ist? Heute nehmen wir das sogenannte Polyproblem Kunststoff unter die Lupe – ein Begriff, der die Vielzahl miteinander verwobener Herausforderungen rund um Kunststoff beschreibt: von Umweltbelastung über Recycling bis hin zu politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Ein aktueller Impuls zu diesem Thema kam letzte Woche von der Röchling Stiftung, die sich seit Jahren für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoff einsetzt. Die Stiftung fördert Projekte, die systemische Lösungen entwickeln, also solche, die nicht nur Symptome bekämpfen, sondern an den Ursachen ansetzen. Beim Polyproblem-Camp brachte sie Expert:innen und Entscheidungsträger:innen zusammen, um gemeinsam neue Ansätze zu diskutieren. Auch Eveline war vor Ort und hat spannende Eindrücke mitgebracht, die wir in dieser Folge aufgreifen werden.
Ein besonders interessantes Beispiel für innovative Kunststoffpolitik kommt aus Frankreich: Die Regierung belohnt dort den Einsatz von recyceltem Kunststoff in Verpackungen mit einer finanziellen Prämie. Die Höhe der Kompensation richtet sich nach dem Rezyklatanteil und ist gesetzlich geregelt – ein klarer Anreiz für Hersteller, auf nachhaltigere Materialien zu setzen. Das Ziel besteht darin, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und den Anteil von Einwegkunststoff drastisch zu reduzieren.
Doch ließe sich ein solches Modell auf Deutschland übertragen? Immerhin verfügen wir bereits über ein etabliertes duales System sowie ein EPR-System. Die strukturellen Voraussetzungen wären also vorhanden. Ob dieses Modell für Deutschland geeignet wäre oder ob es vielleicht eine bessere Alternative gibt, besprechen wir in dieser Folge. Dabei haben wir die Frage im Hinterkopf: Welche politischen und wirtschaftlichen Stellschrauben müssen wir drehen, um das Polyproblem Kunststoff wirklich zu lösen?
Viel Spaß beim Zuhören!
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Green Tech ist längst mehr als ein Trend – es ist ein zentraler Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft. In dieser Folge sprechen wir über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen Green Tech Atlas 2025 der Bundesregierung. Der Atlas zeigt: Bereits heute arbeiten mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland im Bereich grüner Technologien, und die Branche trägt maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt bei.
Wir beleuchten die sieben vom Umweltbundesamt definierten Leitmärkte – von Energieeffizienz über nachhaltige Mobilität bis zur Circular Economy – und diskutieren die größten Innovationspotenziale und Herausforderungen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die drei Zukunftsszenarien bis 2045, die Rolle Deutschlands im internationalen Vergleich sowie die Bedeutung von Innovation, Mittelstand und Bildung für die weitere Entwicklung der Branche.
Wer wissen möchte, wie Green Tech unseren Alltag prägt und welche Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur nachhaltigen Wirtschaft warten, ist in dieser Folge genau richtig.
Viel Spaß beim Zuhören!
What does it take to build the green cities of tomorrow? In this episode, we discuss the AGYLE 2025 workshop in Berlin, which brought together young leaders from various sectors to explore the future of sustainable urban development. Focusing on the vision of 'ECOTOPIA', the workshop addressed the four key systems identified by the European Environment Agency (EEA) in its report 'Imagining a Sustainable Europe in 2050': food, mobility, the built environment and energy.
Eveline shares some insights from the workshop, where the essential characteristics of green cities were discussed, and reflects on why this topic is more relevant than ever, both in Germany and worldwide. We also address the challenges of greenwashing and the importance of accountability. Last but not least, we want to offer advice to the next generation of urban innovators.
Tune in for an inspiring conversation about the opportunities and obstacles on the path to creating greener, more inclusive cities!
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Welche wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen gibt es auf dem Weg zur Klimaneutralität? Kurz gesagt: Nichtstun wird teuer. Besonders im Finanzsektor zeigen sich gravierende Fehlentwicklungen, die den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft gefährden.
Laut dem Flagship Report 2025 des European Climate Neutrality Observatory bleibt die EU zwar grundsätzlich auf Kurs, doch der Fortschritt ist zu langsam – insbesondere im Bereich der Finanzierung. Fehlende Investitionsanreize, steigende Subventionen für fossile Energien und ein Rückgang der Unterstützung für erneuerbare Technologien führen zu einem gefährlichen Investitionsstau. Die Folge: Der Ausbau von Windkraft, Gebäudesanierungen und Elektromobilität bleibt deutlich hinter den Zielen zurück.
Der IMK Policy Brief Nr. 197 (2025) zeigt jedoch, dass sich Klimaneutralität bis 2050 auch ökonomisch rechnet – vorausgesetzt, es wird konsequent investiert. Ein EU-weiter Investitionsfonds könnte jährlich rund 170 Milliarden Euro mobilisieren und damit nicht nur die Dekarbonisierung beschleunigen, sondern auch kurzfristige BIP-Verluste abfedern.
Auch der WWF warnt in Transformation finanzieren (2025): Die Transformation ist dringend notwendig, doch Unsicherheit und politische Strategielosigkeit bremsen Investitionen aus. Besonders kleine Unternehmen und Haushalte mit geringem Einkommen haben oft keinen Zugang zu klimafreundlicher Finanzierung. Die WWF-Analyse fordert daher verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte Förderinstrumente und eine ehrliche Debatte über die Kosten des Nicht-Handelns.
Die zentrale Botschaft lautet: Der Finanzsektor muss jetzt in Resilienz investieren – nicht nur, um Klimaschutz zu ermöglichen, sondern auch, um wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Denn die Kosten der Untätigkeit übersteigen die notwendigen Investitionen bei Weitem.
Viel Spaß beim Zuhören!
Ob Windrad, Smartphone oder Elektroauto – unsere Zukunftstechnologien sind auf Rohstoffe angewiesen, die oft aus weit entfernten Ländern stammen. In dieser Folge sprechen wir über Europas kritische Abhängigkeit von Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden.
Wir beleuchten, wie die EU mit dem „Critical Raw Materials Act“ gegensteuern will, welche strategischen Projekte bereits angelaufen sind und warum Recycling und Kreislaufwirtschaft dabei eine Schlüsselrolle spielen. Außerdem geht es um die geopolitischen Risiken, die sozialen und ökologischen Folgen des Rohstoffabbaus und die Frage, ob Bergbau wirklich nachhaltig sein kann.
Viel Spaß beim Zuhören!
Weiterführende Links zum Thema:
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Hier ist Eveline von Thinking Circular, dem Multiversum für grünen Fortschritt!
Circular Economy ist unser zukunftsfähiger Lösungsansatz zur Gestaltung einer nachhaltigen Wirtschaft. Und darum geht es in diesem Podcast.
Unser Verständnis von Circular Economy:
Das mitteleuropäische kulturelle Gesellschaftsverständnis von Kreislaufwirtschaft wird oft auf die Abfallwirtschaft reduziert. Doch die Natur kennt keinen Abfall, wie wir ihn in unseren Gesellschaften definieren und ihn in unserer Gesellschaft praktizieren. Je bewusster Menschen in Wechselwirkung mit der Natur leben, desto weniger Abfall gibt es. Abfall als Produkt von Überfluss und ungerechter Verteilung ist ein Resultat der Fehlsteuerung unserer Wirtschaftssysteme. Solange wir nicht so produzieren und konsumieren, dass unsere Güter für Menschen und die Umwelt verträglich sind und uns nicht gefährden, werden wir die Mängel unseres Systems durch grüne Umwelttechnologien ausgleichen müssen. Luft-, Wasser- und Bodenreinigung oder -sanierung werden so lange notwendig sein, bis die Transformation gelungen ist. So lange gilt „Close the loop“ als Modell, Material und Produkte so in Kreisläufe zu bringen, dass eine möglichst vollständige Wiedernutzung möglich wird. Es gibt also noch sehr viel zu tun auf diesem Weg, und wir lernen mit jedem Schritt dazu.

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