Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Peter Hudis: Frantz Fanon on Race, Recognition, and Revolution Reconsidered
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe "Vielfalt sozialistischen Denkens" im about blank im Sommer 2016
    ENGLISH LANGUAGE
    Referent: Peter Hudis, Professor of Humanities and Philosophy at Oakton Community College
    Frantz Fanon (1926-61) was a philosopher, psychiatrist, and revolutionary activist who is widely considered one of the most important theorists on race and racism. A rebirth of interest in his ideas is underway today in response to the ongoing debates and protests over police abuse in the U.S., the European refugee crisis, and the impact of neo-colonialism upon the developing world. This talk will explore both his view of how racism thwarts mutual recognition as well as his understanding of the pathway to overcome social and racial alienation, in light of the specific realities facing us today.
    Peter Hudis is Professor of Humanities and Philosophy at Oakton Community College and author of Frantz Fanon: Philosopher of the Barricades (Pluto, 2015) and Marx’s Concept of the Alternative to Capitalism (Brill, 2012). He is also General Editor of The Complete Works of Rosa Luxemburg, a projected 14-volume collection (three volumes have appeared so far).
    43 min
  • Dr. Dorothee Nolte: Alexander von Humboldt - Naturforscher und Universalgelehrter
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe Rendezvous im Oktober 2019
    Referentin: Dr. Dorothee Nolte
    2019 ist das Humboldt-Jahr im Gedenken an den vor 250 Jahren in Berlin Geborenen, den späteren außergewöhnlichen Wissenschaftler. Nach ungewöhnlich-abenteuerlichen Reisen und 25 Jahren Leben in Paris kehrte er 1827 in seine Heimatstadt zurück und trug maßgeblich zur Intensivierung der internationalen Beziehungen und zur Reformierung wissenschaftlicher Institutionen bei. Alexander von Humboldt war Kammerherr des Königs und Ehrenbürger der Stadt, vermittelte Wissen mit Vorträgen und Publikationen, regte an, über weltumspannende Menschlichkeit nachzudenken. Er war Weltbürger im wahrsten Sinne des Wortes.
    Das Jubiläumsjahr gibt Anlass zur weitgespannten Würdigung seiner Aktivitäten. Höhepunkt soll die Eröffnung des Humboldt-Forums mitten in Berlin sein. Doch sein Leben war nicht nur abenteuerlich, einzigartig, wissenschaftlich hoch ergiebig und welthistorisch bedeutsam. Es war auch amüsant. Das beweist die Autorin Dorothee Nolte mit ihrem "Lebensbild in Anekdoten" über Alexander von Humboldt.
    1 hr 2 min
  • Diskussion: Das Gewerbemietrecht und der Schutz sozialer Einrichtungen im Kiez
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe "Linke Metropolenpolitik" im September 2019
    Mit
    - Gaby Gottwald (MdA, DIE LINKE, Ausschuss Stadtentwicklung und Wohnen),
    - Henrik Solf (AK Mietrecht RAV),
    - Michelle Hartmann und Lieven Götze (Sonntags-Club e.V.) und
    - Renate Stark (Caritas Berlin/Standort Dänenstraße 19)
    - Fabian Kunow (Helle Panke, Moderation)
    Eine lebenswerte Nachbarschaft, das sind die Menschen, die im Kiez leben und die Einrichtungen, die von der Nachbarschaft genutzt werden. Diese Einrichtungen sind meist kleine Gewerbetreibende, Vereinsräume, soziale Projekte, das Café an der Ecke, Kitas und die Räume sozialer Träger.
    Berlins Wohnungsmieter*innen sind seit Jahren vom herrschenden Mietenwahnsinn betroffen – aber auch die Gewerbemieten gehen in vielen Ecken Berlins durch die Decke. Besonders hart treffen Gewerbemieterhöhungen Vereine und soziale Projekte, die nicht kommerziell ausgerichtet sind. Für sie ist es nicht möglich, die Preise zu erhöhen, wie das beispielsweise kleine Läden oder die Gastronomie noch versuchen können. Doch generell haben Gewerbemieter, ob gemeinnützige Vereine und soziale Einrichtungen oder kleine Läden, kaum Schutzmöglichkeiten im Mietrecht. Sie sind auf dem Mietmarkt dem „Recht des Stärkeren“ noch stärker ausgeliefert als Wohnungsmieter*innen.
    1 hr 29 min
  • Susanne Götze: Klimawandelleugner – Wer sind die?
    Mitschnitt einer Veranstaltug in der Reihe "Extreme Rechte" im September 2019
    Die beiden bekanntesten Klimawandelleugner der Welt sind der Staatschef des Landes mit der größten Wirtschaftskraft sowie der Staatschef der neuntgrößten Volkswirtschaft. Dass der US-Präsident Donald Trump und sein brasilianischer Kollege Präsident Jair Bolsonaro die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel mal komplett leugnen, mal herunterspielen und mal einfach ignorieren, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wer aber sind die politischen Akteure, auf deren Ideen und Argumentationsmuster sich Trump und Bolsonaro beziehen? Wie groß ist der Einfluss von Klimawandelleugnern in Europa? Welche Motive treiben diese Leute an? Gibt es Unterschiede innerhalb dieses Spektrums, und wie wirken diese sich aus?
    In Zeiten von Fridays for Future, großen Wahlerfolgen der Grünen sowie ersten, kaum zu leugnenden Auswirkungen des Klimawandels auf die heimische Natur ist das Spektrum der Leugner*innen und der Skeptiker*innen wissenschaftlicher Forschung zum Klimawandel kaum präsent. Es gibt sie aber auch in Deutschland, und sie sind international gut vernetzt.
    Die freie Print- und Radiojournalistin Susanne Götze hat mit einer Kollegin im letzten Jahr in der Szene der europäischen Klimawandelleugner recherchiert. Sie wird ihre Ergebnisse vorstellen und zeigen, dass Klimawandelleugner keine kleine versprengte Gruppe von irrelevanten Spinnern sind, sondern im Europaparlament, in Lobbygruppen, in neoliberalen Think Tanks und an Hochschulen sitzen.
    32 min
  • Uwe Behrens: "Seidenstraße" – ein Mythos aus einer Welt, die uns noch heute verzaubert
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe "Internationale Politik" im September 2019
    Referent: Dr. Uwe Behrens (Transportökonom, lebte 20 Jahre in China)
    Handelswege über schier unüberwindliche Gebirge, riesige Wüsten in Zentralasien, gefährlichen Passagen in Europa zeugen noch heute von der Energie, dem Erfinderreichtum und dem Mut der Händler.
    Mit der Seide, exotischen Gewürzen, Edelsteinen und Gold kam ebenso der Austausch von Wissen, Handwerkstechniken, Kultur und Religion.
    Heute bietet die "One Belt-One Road" Initiative (BRI) eine neuartige Möglichkeit, durch ein gewaltiges Infrastrukturprojekt Handel zu erleichtern und nachhaltiger zu gestalten.
    Infrastruktur schafft Lebensadern und begünstigt nationalen Fortschritt und Souveränität aller Beteiligten. Die Grundsätze einer gleichberechtigten Teilhabe der beteiligten Staaten, der Nichteinmischung in innere Angelegenheit sowie die Dimension, die nahezu zwei Drittel der Weltpopulation betrifft, bietet die politische Chance der Veränderung der ökonomischen Weltordnung.
    Sich dem konstruktiv zu stellen, ist dringendes Gebot für die Bundesrepublik, deren Wohlstand in beträchtlichem Maß vom erfolgreichen Export ihrer Handelsware abhängt.
    50 min
  • Jörg Wollenberg: Revolution und Erwachsenenbildung
    100 Jahre Volkshochschule – Ein Blick zurück nach vorn
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe "Geschichte" im September 2019
    Referent: Prof. Dr. Jörg Wollenberg (ehemaliger VHS-Leiter in Bielefeld und Nürnberg und Professor für Weiterbildung an der Universität Bremen)
    "Republik ist schon viel …Sozialismus bleibt das Ziel" (Gustav Radbruch).
    Zum schwierigen Umgang mit republikanischen Traditionen in den Volkshochschulen
    „Die Revolution vom 9. November 1918 erlebt zu haben“, so der ehemalige Reichsjustizminister und Gründer der Kieler Volkshochschule, Gustav Radbruch, verpflichtet die Volkshochschulen, für den Ausbau des sozialen Rechtsstaats, die Verteidigung der Grundrechte und die Sicherung des Friedens einzutreten. Diese Aufgabe blieb aus der Sicht Radbruchs für den Konstitutionsprozess der deutschen Republiken auch nach 1945 von grundlegender Bedeutung und war für den Verfassungspatrioten stets mit der Umwandlung und Intensivierung der Kultur- und Bildungsarbeit verknüpft.
    Die Erinnerung an seine „Republikanische Pflichtenlehre“ ging verloren. Die jüngst vorgelegte Festschrift des DVV zu „100 Jahre Volkshochschulen“ widmet dem Mitverfasser der Weimarer Reichsverfassung und seinen Mitstreitern als Gründer von Volkshochschulen im sozialistischen Lager kaum eine Zeile. Dagegen kommen vornehmlich die zu Wort, die im „Laboratorium Dreißigacker“ Weimarer Fehlentwicklungen nicht verhinderten und 1933 zur „Selbstgleichschaltung“ neigten. Grund genug, um an andere Bausteine gesellschaftlicher Veränderung nach der Revolution von 1918 zu erinnern, die ein lebenslanges Lernen für alle anstrebten. Ein wenig bekanntes Kind der Novemberrevolution war z.B. die „Freie Hochschule für Handel, Industrie und allgemeine Volksbildung“ in Nürnberg. Ein heute noch aktuelles Modell der Krisenbewältigung in Zusammenarbeit mit der Arbeiterbewegung.
    Der Blick zurück ist möglicherweise ein Blick nach vorn, wenn wir dabei auch an verdrängte linke Varianten der Volksbildung erinnern, besonders an jene Versuche, die in der Novemberrevolution die bürgerliche Volkshochschulbewegung durch Arbeiterhochschulen und Räteschulen ersetzen wollten. Dabei übernahm Berlin eine Vorreiterrolle mit dem „Kind der Novemberrevolution“: Die Freie Hochschule für Proletarier vom März 1919, die sich ab Oktober 1919 Räteschule der Großberliner Arbeiterschaft nannte, geprägt von den Rätekommunisten und Wanderlehrern Karl Korsch , Alexander Schwab, Georg-Engelbert Graf und Karl Schröder.
    50 min
  • Konferenz: Klasse im 21. Jahrhundert (1/4) Einführung Patrick Eiden-Offe
    Begrüßung und Einführung:
    Dr. Patrick Eiden-Offe
    Mitschnitt einer Tageskonferenz (Oktober 2019) im Zusammenarbeit von Helle Panke und Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
    Der Begriff der Klasse ist zurück! Allerdings kehrt die Klasse in der gegenwärtigen Diskussion nicht unvermittelt wieder, vielmehr hat der Klassenbegriff eine Geschichte der Abkehr, der Erweiterung und der Entgrenzung durchlaufen.
    Da war zunächst die Abkehr vom Klassenbegriff im Zuge der Herausbildung der Neuen Linken und der Neuen Sozialen Bewegungen nach 1968. Sie führte für Jahrzehnte, so der Vorwurf, in eine Identitätspolitik, in der sich die Linke einer selbstreferentiellen Beschäftigung hingab – bis sie schließlich, wie Eribon in seiner „Rückkehr nach Reims“, vor den Folgen eines unterbrochenen, ja abgerissenen Verhältnisses stand. Vor allem der Kontakt mit demjenigen Teil der Klasse, der sich mittlerweile dem Rechtspopulismus hingibt, scheint verloren gegangen zu sein.
    Die Frage ist allerdings, ob die Abkehr nicht einerseits einen affirmativen Arbeits- und einen verengten Klassenbegriff aufgebrochen hat, und ob im Zuge der Abkehr nicht andererseits gesellschaftliche Widersprüche eingebracht wurden, die gerade der Diversität in der Klassenzusammensetzung sowie in den Herrschaftstechniken und den Herrschaftserfahrungen gerecht werden. Es waren vor allem zwei Öffnungen, die den Klassenbegriff regelrecht aufgebrochen haben. Zum einen machten die feministische Intervention und die postkoloniale Theorie die übergreifende Reproduktion innerhalb der Arbeits- und Klassenverhältnisse sowie eigenständige Herrschaftsverhältnisse sichtbar. Zum anderen erfuhr die Klasse aber auch Entgrenzungen durch Konzeptionen der Multitude, durch Körper- und Tierpolitik, durch die kritische Geographie sowie durch die Integration der neuen Technologien in das „Humane“.
    Die Rückkehr des Klassenbegriffs ließe sich demnach mit einer Aufarbeitung und Aktualisierung, mit einer Öffnung und Erweiterung und vielleicht sogar mit einer Entgrenzung verbinden. Allerdings scheint diese umfassende Erneuerung bislang nur in eine Unverbundenheit zu führen. Bei aller Anstrengung um ein „Patchwork der Minderheiten“, „Intersektionalität“ oder eine „Mosaik-Linke“ fehlt die Übereinkunft in einem Universalismus, wie er in einer Politik im Namen der Arbeit und der Arbeiterklasse einst möglich schien.
    Die Konferenz zur Klasse ist in die drei Blöcke Erneuerung, Erweiterung und Entgrenzung geteilt. Im ersten Block soll es um Geschichte und Aktualität des Klassenbegriffs gehen, im zweiten um Ansätze, die Klasse von Reproduktionsverhältnissen her begreifen, und im dritten geht es schließlich um die Öffnungen, Supplementierungen und Entgrenzungen des Klassenbegriffs.
    9 min
  • Konferenz: Klasse im 21. Jahrhundert (2/4) Erneuerung des Klassenbegriffs
    I. Panel. Erneuerung: Historie und Aktualität des Klassenbegriffs
    Einleitung:
    Dr. Falko Schmieder
    Vorträge:
    Janina Puder
    (Projekt Klassenanalyse Jena, PKJ)
    Entwicklungen in der Klassentheorie im Überblick
    Kim Lucht
    (PKJ)
    Aktuelle Debatten um Klasse: Thesen aus dem Projekt Klassenanalyse Jena
    Mitschnitt einer Tageskonferenz (Oktober 2019) im Zusammenarbeit von Helle Panke und Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
    Der Begriff der Klasse ist zurück! Allerdings kehrt die Klasse in der gegenwärtigen Diskussion nicht unvermittelt wieder, vielmehr hat der Klassenbegriff eine Geschichte der Abkehr, der Erweiterung und der Entgrenzung durchlaufen.
    Da war zunächst die Abkehr vom Klassenbegriff im Zuge der Herausbildung der Neuen Linken und der Neuen Sozialen Bewegungen nach 1968. Sie führte für Jahrzehnte, so der Vorwurf, in eine Identitätspolitik, in der sich die Linke einer selbstreferentiellen Beschäftigung hingab – bis sie schließlich, wie Eribon in seiner „Rückkehr nach Reims“, vor den Folgen eines unterbrochenen, ja abgerissenen Verhältnisses stand. Vor allem der Kontakt mit demjenigen Teil der Klasse, der sich mittlerweile dem Rechtspopulismus hingibt, scheint verloren gegangen zu sein.
    Die Frage ist allerdings, ob die Abkehr nicht einerseits einen affirmativen Arbeits- und einen verengten Klassenbegriff aufgebrochen hat, und ob im Zuge der Abkehr nicht andererseits gesellschaftliche Widersprüche eingebracht wurden, die gerade der Diversität in der Klassenzusammensetzung sowie in den Herrschaftstechniken und den Herrschaftserfahrungen gerecht werden. Es waren vor allem zwei Öffnungen, die den Klassenbegriff regelrecht aufgebrochen haben. Zum einen machten die feministische Intervention und die postkoloniale Theorie die übergreifende Reproduktion innerhalb der Arbeits- und Klassenverhältnisse sowie eigenständige Herrschaftsverhältnisse sichtbar. Zum anderen erfuhr die Klasse aber auch Entgrenzungen durch Konzeptionen der Multitude, durch Körper- und Tierpolitik, durch die kritische Geographie sowie durch die Integration der neuen Technologien in das „Humane“.
    Die Rückkehr des Klassenbegriffs ließe sich demnach mit einer Aufarbeitung und Aktualisierung, mit einer Öffnung und Erweiterung und vielleicht sogar mit einer Entgrenzung verbinden. Allerdings scheint diese umfassende Erneuerung bislang nur in eine Unverbundenheit zu führen. Bei aller Anstrengung um ein „Patchwork der Minderheiten“, „Intersektionalität“ oder eine „Mosaik-Linke“ fehlt die Übereinkunft in einem Universalismus, wie er in einer Politik im Namen der Arbeit und der Arbeiterklasse einst möglich schien.
    Die Konferenz zur Klasse ist in die drei Blöcke Erneuerung, Erweiterung und Entgrenzung geteilt. Im ersten Block soll es um Geschichte und Aktualität des Klassenbegriffs gehen, im zweiten um Ansätze, die Klasse von Reproduktionsverhältnissen her begreifen, und im dritten geht es schließlich um die Öffnungen, Supplementierungen und Entgrenzungen des Klassenbegriffs.
    47 min
  • Konferenz: Klasse im 21. Jahrhundert (3/4) Erweiterung des Klassenbegriffs
    II. Panel. Erweiterung des Klassenbegriffs: Feminismus, Social Reproduction Theory und die Reproduktionsmaschine
    Einleitung:
    Dr. Patrick Eiden-Offe
    Vorträge:
    Friederike Beier
    (Politologin FU Berlin, Herausgeberin von Materializing Feminism!)
    Anerkennung oder Vereinnahmung? Zur globalen Regierung sozialer Reproduktion
    Luise Meier
    (Berlin, Autorin von MRX Maschine)
    Friktionen in der Reproduktionsmaschine
    Mitschnitt einer Tageskonferenz (Oktober 2019) im Zusammenarbeit von Helle Panke und Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
    Der Begriff der Klasse ist zurück! Allerdings kehrt die Klasse in der gegenwärtigen Diskussion nicht unvermittelt wieder, vielmehr hat der Klassenbegriff eine Geschichte der Abkehr, der Erweiterung und der Entgrenzung durchlaufen.
    Da war zunächst die Abkehr vom Klassenbegriff im Zuge der Herausbildung der Neuen Linken und der Neuen Sozialen Bewegungen nach 1968. Sie führte für Jahrzehnte, so der Vorwurf, in eine Identitätspolitik, in der sich die Linke einer selbstreferentiellen Beschäftigung hingab – bis sie schließlich, wie Eribon in seiner „Rückkehr nach Reims“, vor den Folgen eines unterbrochenen, ja abgerissenen Verhältnisses stand. Vor allem der Kontakt mit demjenigen Teil der Klasse, der sich mittlerweile dem Rechtspopulismus hingibt, scheint verloren gegangen zu sein.
    Die Frage ist allerdings, ob die Abkehr nicht einerseits einen affirmativen Arbeits- und einen verengten Klassenbegriff aufgebrochen hat, und ob im Zuge der Abkehr nicht andererseits gesellschaftliche Widersprüche eingebracht wurden, die gerade der Diversität in der Klassenzusammensetzung sowie in den Herrschaftstechniken und den Herrschaftserfahrungen gerecht werden. Es waren vor allem zwei Öffnungen, die den Klassenbegriff regelrecht aufgebrochen haben. Zum einen machten die feministische Intervention und die postkoloniale Theorie die übergreifende Reproduktion innerhalb der Arbeits- und Klassenverhältnisse sowie eigenständige Herrschaftsverhältnisse sichtbar. Zum anderen erfuhr die Klasse aber auch Entgrenzungen durch Konzeptionen der Multitude, durch Körper- und Tierpolitik, durch die kritische Geographie sowie durch die Integration der neuen Technologien in das „Humane“.
    Die Rückkehr des Klassenbegriffs ließe sich demnach mit einer Aufarbeitung und Aktualisierung, mit einer Öffnung und Erweiterung und vielleicht sogar mit einer Entgrenzung verbinden. Allerdings scheint diese umfassende Erneuerung bislang nur in eine Unverbundenheit zu führen. Bei aller Anstrengung um ein „Patchwork der Minderheiten“, „Intersektionalität“ oder eine „Mosaik-Linke“ fehlt die Übereinkunft in einem Universalismus, wie er in einer Politik im Namen der Arbeit und der Arbeiterklasse einst möglich schien.
    Die Konferenz zur Klasse ist in die drei Blöcke Erneuerung, Erweiterung und Entgrenzung geteilt. Im ersten Block soll es um Geschichte und Aktualität des Klassenbegriffs gehen, im zweiten um Ansätze, die Klasse von Reproduktionsverhältnissen her begreifen, und im dritten geht es schließlich um die Öffnungen, Supplementierungen und Entgrenzungen des Klassenbegriffs.
    50 min

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