Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Katja Stopka: Schreiben lernen im Sozialismus
    Ateliergespräche im Max-Lingner-Haus im Mai 2019
    Referentin: Dr. Katja Stopka
    Das Leipziger Literaturinstitut war eine Schlüsselinstitution des DDR-Literaturbetriebs. 1955 gegründet, wurden hier Prozesse und Formen des literarischen Schreibens vermittelt. Unter den fast 1.000 Absolventen waren viele später namhafte Autoren — u.a. Werner Bräunig, Adolf Endler, Rainer und Sarah Kirsch, Rudi Strahl. Die Frage, wie ­«literarische Meisterschaft» gelehrt werden kann, war dabei bis zum Ende umstritten: Künstlerischer Auftrag, ideologische Doktrin und das Streben nach ästhetisch-poetischen Freiräumen standen fortgesetzt im konfliktträchtigen Widerspruch. Katja Stopka stellt die Ergebnisse ­eines Forschungsprojekts vor.
    1 hr 46 min
  • Mario Schenk: Brasilien unter Bolsonaro
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Mai 2019
    Brasilien unter Bolsonaro - Schlanker Staat mit harter Hand oder: Von der Finanzkrise 2008 zum Rechtsruck in Brasilien
    Referent: Mario Schenk (forscht im Rahmen der Nachwuchsgruppe Glocon - "Globaler Wandel – lokale Konflikte?" - an der FU Berlin zur Rolle des Staates in Landkonflikten in Brasilien, er hat in Berlin und São Paulo Lateinamerikanistik und Gender Studies studiert, für das Nachrichtenportal amerika21.de schreibt er regelmäßig zu Innenpolitik, Militärs und Umweltthemen, er lebte viele Jahre in Lateinamerika).
    Der ultrarechte Politiker Jair Bolsonaro hat in Brasilien die Präsidentschaftswahl mit einem nicht existenten Wahlprogramm gewonnen. Ein breites Spektrum der politischen Rechten verbirgt sich hinter Bolsonaro. Dessen Law & Order-Partei PSL erhöhte ihre Sitze von 2 auf 51 und wurde zweitstärkste Kraft im Land. Um die Kriminalität zu senken, soll jede/r eine Waffe zu Hause haben. Militärs und Großgrundbesitzer sitzen an strategischen Positionen im neuen Regierungsapparat, bestimmen über Erdöl und haben das Ende der Agrarreform eingeleitet. Ein marktradikaler Wirtschaftsminister will die Bereiche Gesundheit, Bildung und Rentenvorsorge so weit wie möglich privatisieren. Ein Anstieg der Unterversorgung und Armut ist unvermeidlich. Der Umweltminister will den Amazonas für Bergbau und Agrarindustrie freigeben.
    Der Wahlsieg Bolsonaros lässt sich auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren im Kontext der weltweiten Finanzkrise 2008 zurückführen. Infolge der Krise wandten sich die gehobenen Mittelschichten von der linksgerichteten Arbeiter-Partei (PT) ab. Im Vortag wird skizziert, wie die ultra-neoliberale Regierungspolitik Bolsonaros sechs Monate nach dem Machtantritt den Rückzug des Staates aus der Für- und Altersvorsorge plant, staatliche Unternehmen privatisieren will und die Agrarreform faktisch beendet hat, um staatliches Land an Konzerne zu veräußern. Wirtschaftlich und ordnungspolitisch orientiert sich die Regierung an Chile unter Pinochet. Wie kam es dazu, dass sich die Mehrheit von der linken Arbeiterpartei (PT) abgewandt hat? Wie organisiert sich Widerstand dagegen?
    1 hr 14 min
  • Christoph Lieber: Kapitalismus produziert Individualität – und Klassen
    Mitschnitt einer Veranstaltung im April 2019
    Referent: Christoph Lieber, arbeitete seit den 1970er Jahren im "Projekt Klassenanalyse" (Westberlin) und in den "Sozialistischen Studiengruppen" mit und ist Redakteur der Zeitschrift "Sozialismus“
    Ein Resultat des Nachkriegskapitalismus war die widersprüchliche Herausbildung von pluralisierten Lebensstilen, Individualisierung und Subjektivierung der Arbeit, die der Neoliberalismus dann für sein Regime der Unsicherheit und Prekarisierung nutzte. Andererseits hat sich die Rückkehr der Klassenfrage in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und theoretischen Diskussionen intensiviert. Der Zusammenhang der verschiedenen gesellschaftsgeschichtlichen Konstellationen mit der Marxschen Klassentheorie soll näher beleuchtet und die Anforderungen an eine zeitgemäße Klassentheorie diskutiert werden: Gibt es noch die Arbeiterklasse? Wie lassen sich Spaltungs-, Schließungs-, Distinktions- und Individualisierungsprozesse sowie Genderprobleme in kapitalistischen Klassenverhältnissen auf Basis der Kritik der politischen Ökonomie untersuchen und erklären?
    51 min
  • Martin Seckendorf: So werden Kriege gemacht (1/5)
    Mitschnitt einer Konferenz vom 5. September 2019
    Dr. Martin Seckendorf (Berlin): Die politisch-militärische Vorbereitung des deutschen Überfalls auf Polen – mit Gewalt zu "neuem Lebensraum"
    Vor 80 Jahren überfiel das faschistische Deutschland Polen, der 2. Weltkrieg begann. Aber auch dieser Krieg hatte eine Vorgeschichte. Sie ist gegenwärtig Gegenstand massiver Umdeutungen. Das faschistische Deutschland wird mehr und mehr entlastet, die Schuldigen in Moskau, weniger in den westlichen Hauptstädten gesucht. Geschichtsrevisionisten unterschiedlicher Couleur, insbesondere auch in den osteuropäischen Staaten, suchen Neudeutungen, die die Politik ihrer Länder in einem besseren Licht erscheinen lässt. Über das Vertragswerk Ribbentrop-Molotow und wird heute mehr diskutiert als über das Münchner Abkommen ein Jahr zuvor. Nur bedingt wird die aggressive Vorgeschichte deutscher, italienischer und japanischer Politik in den 1930er Jahren beleuchtet. In Vergessenheit gerät der Verlauf der ersten Monate der faschistischen Aggression, die neben einem im Westen möglichen "komischen Krieg" im Osten vom ersten Kriegstag Völkermord gegen Juden und Slaven beinhaltete.
    38 min
  • Stefan Liebich: Der Ausstieg aus dem INF-Vertrag: Ist der Frieden nun zu Ende?
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Mai 2019
    Referent: Stefan Liebich, Außenpolitischer Sprecher der LINKEN im Bundestag.
    Er galt als einer der Meilensteine des Friedens zwischen der Sowjetunion und den USA: der INF-Vertrag, der seit den späten 1980-er Jahren für die Abrüstung von Mittelstreckenraketen zwischen den beiden Weltmächten sorgte. Nun sind die USA unter Präsident Trump aus dem Abkommen ausgestiegen, nachdem Russland und die USA sich jahrelang gegenseitig vorgeworfen hatten, systematisch gegen das Abkommen zu verstoßen. Aber was bedeutet der Ausstieg aus dem Abkommen für die beiden Länder? Dürfen die zwei Staaten nun ungehindert nuklear aufrüsten? Und warum ist der Vertrag für uns in Europa und auch in Deutschland so wichtig?
    28 min
  • Mario Keßler: Paul Merker (1894-1969) - Biographische Anmerkungen aus Anlass seines 50. Todestages
    Mitschnitt einer Veranstaltung vom September 2019
    Referent: Prof. Mario Keßler
    Paul Merker (1894-1969) war als Politbüromitglied der ranghöchste SED-Politiker, der Opfer stalinistischer Repressalien wurde. Zudem wurde er – scheinbar paradox – als einziger Nichtjude durch eine antizionistische (im Gehalt aber antisemitische) Kampagne in Mitleidenschaft gezogen.
    Eine Biographie über ihn liegt bisher nicht vor. Der Vortrag bildet den Auftakt zu einem Forschungsprojekt mit dem Ziel einer Biographie Merkers. Sein wechselvoller Weg führte ihn über die KPD der Weimarer Republik in die USA, die Sowjetunion, nach Frankreich und Mexiko und schließlich zurück in den Osten Deutschlands.
    50 min
  • Hilde Strobl: Hohe Häuser, lange Schatten: Das Gewerkschaftsunternehmen NEUE HEIMAT
    MItschnitt einer Veranstaltung im September 2019
    Referentin: Dr. Hilde Strobl, Kuratorin der Ausstellung "Die Neue Heimat (1950–1982). Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten" – aktuell im Museum für Hamburgische Geschichte
    Es waren die Jahre des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders, als die NEUE HEIMAT zum größten nicht-staatlichen Wohnungsbaukonzern Europas wurde. Das gemeinnützige Gewerkschaftsunternehmen prägte die Aufbau- und Wirtschaftswunderzeiten der BRD mit über 480.000 Wohnungen und zahlreichen öffentlichen Bauten, Schulen und Kindergärten sowie den ersten Einkaufszentren, die sich damals auszubreiten begannen. Der Niedergang des Unternehmens Anfang der 1980er Jahre war ein Schock für die Bundesbürger – Geldhinterziehung und Misswirtschaft hatten nicht nur ein gemeinnütziges Unternehmen ruiniert, sondern bedeuteten auch das Ende der Gemeinwirtschaft.
    1 hr 9 min
  • Rainer Zilkenat: So werden Kriege gemacht (2/5)
    Mitschnitt einer Konferenz vom 5. September 2019
    Dr. Rainer Zilkenat (Hoppegarten): Appeasement oder kollektive Sicherheit? Die britische Politik am Vorabend des Zweiten Weltkrieges
    Vor 80 Jahren überfiel das faschistische Deutschland Polen, der 2. Weltkrieg begann. Aber auch dieser Krieg hatte eine Vorgeschichte. Sie ist gegenwärtig Gegenstand massiver Umdeutungen. Das faschistische Deutschland wird mehr und mehr entlastet, die Schuldigen in Moskau, weniger in den westlichen Hauptstädten gesucht. Geschichtsrevisionisten unterschiedlicher Couleur, insbesondere auch in den osteuropäischen Staaten, suchen Neudeutungen, die die Politik ihrer Länder in einem besseren Licht erscheinen lässt. Über das Vertragswerk Ribbentrop-Molotow und wird heute mehr diskutiert als über das Münchner Abkommen ein Jahr zuvor. Nur bedingt wird die aggressive Vorgeschichte deutscher, italienischer und japanischer Politik in den 1930er Jahren beleuchtet. In Vergessenheit gerät der Verlauf der ersten Monate der faschistischen Aggression, die neben einem im Westen möglichen "komischen Krieg" im Osten vom ersten Kriegstag Völkermord gegen Juden und Slaven beinhaltete.
    41 min
  • Stefan Bollinger: So werden Kriege gemacht (3/5)
    Mitschnitt einer Konferenz vom 5. September 2019
    Dr. Stefan Bollinger (Berlin): "Teufelspakte" – "Münchner Diktat", "Molotow-Ribbentrop"-Pakt und Wege wie Irrwege der Kriegsverhinderung
    Vor 80 Jahren überfiel das faschistische Deutschland Polen, der 2. Weltkrieg begann. Aber auch dieser Krieg hatte eine Vorgeschichte. Sie ist gegenwärtig Gegenstand massiver Umdeutungen. Das faschistische Deutschland wird mehr und mehr entlastet, die Schuldigen in Moskau, weniger in den westlichen Hauptstädten gesucht. Geschichtsrevisionisten unterschiedlicher Couleur, insbesondere auch in den osteuropäischen Staaten, suchen Neudeutungen, die die Politik ihrer Länder in einem besseren Licht erscheinen lässt. Über das Vertragswerk Ribbentrop-Molotow und wird heute mehr diskutiert als über das Münchner Abkommen ein Jahr zuvor. Nur bedingt wird die aggressive Vorgeschichte deutscher, italienischer und japanischer Politik in den 1930er Jahren beleuchtet. In Vergessenheit gerät der Verlauf der ersten Monate der faschistischen Aggression, die neben einem im Westen möglichen "komischen Krieg" im Osten vom ersten Kriegstag Völkermord gegen Juden und Slaven beinhaltete.
    30 min
  • Daniela Fuchs: So werden Kriege gemacht (4/5)
    Mitschnitt einer Konferenz vom 5. September 2019
    Dr. Daniela Fuchs (Berlin): Der lange Schatten des Hitler-Stalin-Paktes. Anmerkungen zur polnischen Geschichtsdebatte
    Vor 80 Jahren überfiel das faschistische Deutschland Polen, der 2. Weltkrieg begann. Aber auch dieser Krieg hatte eine Vorgeschichte. Sie ist gegenwärtig Gegenstand massiver Umdeutungen. Das faschistische Deutschland wird mehr und mehr entlastet, die Schuldigen in Moskau, weniger in den westlichen Hauptstädten gesucht. Geschichtsrevisionisten unterschiedlicher Couleur, insbesondere auch in den osteuropäischen Staaten, suchen Neudeutungen, die die Politik ihrer Länder in einem besseren Licht erscheinen lässt. Über das Vertragswerk Ribbentrop-Molotow und wird heute mehr diskutiert als über das Münchner Abkommen ein Jahr zuvor. Nur bedingt wird die aggressive Vorgeschichte deutscher, italienischer und japanischer Politik in den 1930er Jahren beleuchtet. In Vergessenheit gerät der Verlauf der ersten Monate der faschistischen Aggression, die neben einem im Westen möglichen "komischen Krieg" im Osten vom ersten Kriegstag Völkermord gegen Juden und Slaven beinhaltete.
    33 min

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