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  • 24. Januar 2023. Bücher am HIS. Universalismus — Ist das Versprechen der Gleichheit noch zu retten?
    Manche verdammen den Universalismus, andere verteidigen ihn um jeden Preis. Statt sich für das eine oder das andere zu entscheiden, könnte man prüfen, ob das Versprechen der allgemeinen Gleichheit noch zu retten ist.
    Seit der Aufklärung steht die Frage im Raum, wie die »Einheit des Menschengeschlechts« als Vielheit zu denken ist. Wie kann das Gleichheitsversprechen mit einem Anspruch auf Verschiedenheit verbunden werden? Denn je mehr das Ideal der Gleichheit an Bedeutung gewann, desto heftiger wurde der Streit über Verschiedenheit. Der Blick auf diese geschichtliche Wirklichkeit ermöglicht eine spezifische Form der moralischen Reflexion über die Spannung zwischen Universalismus und Partikularismus, Einheit und Vielheit, Gleichheit und Verschiedenheit.
    Teresa Koloma Beck und Peter Niesen diskutieren diese Fragen mit Till van Rahden.
    Till van Rahden, Prof. Dr., Historiker, lehrt Deutschland- un Europastudien an der Université de Montréal. Für sein Buch »Juden und andere Breslauer« erhielt er den Fraenkel Prize in Contemporary History.
    Teresa Koloma Beck, Prof. Dr., Soziologin, lehrt an der Helmut Schmidt Universität der Bundeswehr in Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Konflikte, Gewalt und Globalisierung.
    Peter Niesen, Prof. Dr., Politikwissenschaftler, lehrt an der Universität Hamburg Politische Theorie. Forschungsschwerpunkte liegen u.a. auf Fragen demokratischer Legitimität und des globalen Konstitutionalismus.
    1 hr 7 min
  • 13. Dezember 2022. Wolf Lepenies: Leidenschaft und Interessen. Erinnerungen an Albert O. Hirschman
    Leben und Werk des in Berlin geborenen großen Ökonomen Albert O. Hirschman wurden von politischem Mut im Engagement gegen die europäischen Faschismen, von intellektueller Courage in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Orthodoxien und von der Lust an produktiver Selbstkritik bestimmt. Als Soldat der US Army nahm er 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Mit Büchern wie The Strategy of Economic Development (1958), Exit, Voice, and Loyalty (1970) sowie The Passions and the Interests (1977) wurde er zum Klassiker der Sozialwissenschaften. Frei von der Sehnsucht nach »gemütlicher innerer Kohärenz« der wissenschaftlichen Welterklärung sah Hirschman in der »Unordnung des menschlichen Abenteuers« eine intellektuelle wie moralische Herausforderung.
    Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Lepenies, Soziologie; Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Professor (em.) der Soziologie der Freien Universität Berlin
    Moderation: Clemens Boehncke, M.A., Politikwissenschaftler und Soziologe; Forschungsgruppe Rechtssoziologie des Hamburger Instituts für Sozialforschung
    1 hr 5 min
  • 8. November 2022. Uwe Fleckner: Die Bilder schauen zurück
    Wie Picasso das Haus der Kunst entnazifizierte
    Bilder als Akteure des Politischen – Sozial- und Kunstwissenschaftliche Perspektiven
    Das Haus der Kunst in München wurde 1937 als Haus der Deutschen Kunst von den Nationalsozialisten eingeweiht und als Präsentationsort regimetreuer Maler und Bildhauer genutzt. In der Nachkriegszeit versuchte es, die eigene Vergangenheit durch Ausstellungen ehemals verfemter Kunst zu »bewältigen«. Doch erst mit einer 1955 veranstalteten Retrospektive von Werken Pablo Picassos sollte eine radikalere internationale Kunst in dem Gebäude einziehen. Der Vortrag schildert nicht nur die Geschichte dieser Ausstellung, auf der Werke wie Guernica (1937) oder das Massaker in Korea (1951) zu sehen waren, sondern er erläutert auch mit Rückblick auf die dort während des »Dritten Reiches« gezeigten Großen Deutschen Kunstausstellungen wie Picassos Kunst ein neues Betrachterverhalten provozierte.
    Prof. Dr. Uwe Fleckner, Kunsthistoriker; Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und Direktor des Warburg-Hauses
    Moderation: Prof. Dr. Philipp Müller, Historiker; Sprecher der Forschungsgruppe Demokratie und Staatlichkeit, Leiter des BMBF-Verbundprojekts Euroskepsis
    Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Warburg-Haus statt
    58 min
  • 9. Mai 2022. Streit.Bar - Bücher der Gegenwart - Biographien in Zeiten radikaler Brüche
    Streit.Bar will eingreifen – in die städtische Öffentlichkeit, den politischen Diskurs, die gesellschaftliche Debatte darüber, was das Neue an den derzeitigen Problemen ist und wie es weiter gehen soll.
    Die aktuellen (welt-)politischen Brüche und Krisen lassen oft vergessen, dass in ihnen immer auch Einzelpersonen eine erhebliche Rolle spielen, die sich mit ihren Lebensentwürfen und Taten den herrschenden ästhetischen,
    politischen oder wissenschaftlichen Konventionen ihrer Zeit oder ihres Landes radikal entgegenstellen – und damit die Welt verändern. Das war natürlich auch in der Vergangenheit so, und deshalb ist es immer wieder
    reizvoll, gerade auch im historischen Rückblick das Verhältnis von Strukturen und Individuen in den Blick zu nehmen. Genau das wollen wir in der nächsten Streit.Bar auch tun – und zwar in folgender Besetzung: Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung), Teresa Koloma Beck (Professorin für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel), Sighard Neckel (Professor für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel) und Hilal Sezgin (Freie Journalistin und Buchautorin).
    Im Mittelpunkt der Diskussion werden Biographien bzw. biographische Romane stehen, die nicht zuletzt auch die Handlungspotentiale von Einzelpersonen ausleuchten:
    Sudhir Hazareesingh: Black Spartacus: Das große Leben des Toussaint Louverture. C.H. Beck 2022.
    Angela Steidele: In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, hingerichtet 1721. Biographie und Dokumentation. Insel 2021
    Clare Mac Cumhaill/Rachael Wiseman: The Quartet: Wie vier Frauen die Philosophie zurück ins Leben brachten. C.H. Beck 2022.
    Ulrike Draesner: Schwitters. Penguin 2020.
    Mehr Informationen - auch zu den Zugangsmodalitäten des Thalia Theaters sowie zum Kartenkauf
    Veranstaltungsort: Nachtasyl im Thalia Theater
    Eine Veranstaltungsreihe des Thalia Theaters, des Hamburger Instituts für Sozialforschung und des Lehrstuhls für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel der Universität Hamburg
    Die Aufzeichnung ist aufgrund von technischen Problemen leider nicht vollständig und endet vor dem Ende der eigentlichen Veranstaltung.
    1 hr 24 min
  • 12. September 2022. Bücher am HIS. Robbenreich und Staatsgewalt
    Politische Ökonomie und die Grenzen der Macht
    Wer darf eigentlich in welchen Gewässern fischen? Und: Was bedeutet es für globale Konflikte um Ressourcen und Einflusszonen, wenn staatliche Gewalt an ihre Grenzen stößt? Robert Kindler und Philip Manow befassen sich in ihren aktuellen Büchern aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit diesen Fragen. Der Osteuropahistoriker Robert Kindler erzählt in »Robbenreich« eine mikroglobale Verflechtungsgeschichte des russländischen Imperiums am Nordpazifik, in deren Zentrum die Robbenjagd im 19. und 20. Jahrhundert steht. Philip Manow untersucht in seinem Buch »Nehmen, Teilen, Weiden« die Denkbewegung Carl Schmitts: von der Auseinandersetzung mit dem positivierten Recht (teilen), über seine Analyse der demokratisierten Politik (nehmen) und bis hin zur Beschäftigung mit den Folgen einer globalen Arbeitsteilung, nicht zuletzt für die Nahrungsmittelversorgung von Bevölkerungen am Beispiel des Walfangs (weiden). In beiden Büchern spielt der Staat eine zentrale Rolle – auch und insbesondere dort, wo sich die Grenzen seiner Macht zeigen. '
    Eine Diskussion über Staatlichkeit, und globale Ressourcenkonflikte – und nicht zuletzt auch über Robbenpelze und Walfett.
    Dr. Robert Kindler ist derzeit Gastprofessor für Osteuropäische Geschichte an der Freien Universität Berlin
    Prof. Dr. Philip Manow ist Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Bremen und derzeit Fellow am The New Institute
    Moderation: Dr. Isabell Trommer ist Verlagsleiterin der Hamburger Edition
    Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Hamburger Edition und The New Institute statt.
    1 hr 20 min
  • 13 Juli 2022. Otto Liebmann zum 80. Todestag
    Am 13. Juli 1942 starb Otto Liebmann in Berlin. Bis Ende 1933 hatte er einen der erfolgreichsten und bedeutendsten rechtswissenschaftlichen Verlage des frühen 20. Jahrhunderts als Inhaber geführt. Viele der dort veröffentlichten Werke prägen bis in die Gegenwart die Publikationskultur der deutschen Rechtswissenschaft. Wie sich Lebensgeschichte und historischer Augenblick eines deutschjüdischen Wissenschaftsverlegers um 1900 verschränken, ist aus gegebenem Anlass Gegenstand dieser Veranstaltung.
    Prof. Dr. Ute Schneider ist Akademische Direktorin am Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien der Universität Mainz.
    Prof. Dr. Stefan Rebenich ist Professor für Alte Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Antike an der Universität Bern.
    Dr. Jonathan Beck ist Leiter des Verlagsbereiches »Literatur-Sachbuch-Wissenschaft« des Verlages C.H.Beck.
    Clemens Boehncke M. A. ist Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Rechtssoziologie des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
    Eine Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg, der Initiative "Palandt umbenannt – Initiative für eine kritische Erinnerungskultur in der Rechtswissenschaft" sowie dem Verlag C.H. Beck
    1 hr 34 min
  • 21. Juni 2022. (Alb-)Traum Mallorca
    Literaten und der Faschismus der 1930er Jahre an einem deutschen Sehnsuchtsort
    Im Laufe des Jahres 1933 wurde Mallorca dem Publizisten Harry Graf Kessler zufolge von einer »wahren deutschen Invasion« heimgesucht: Wie Kessler selbst waren nach der nationalsozialistischen Machtübernahme zahlreiche Schriftsteller, Künstler und politisch Verfolgte, aber auch jüdische Familien auf die Baleareninsel geflohen. Von einer antifaschistischen Oase konnte jedoch keine Rede sein, denn auch hier marschierte die 1932 gegründete NSDAP-Ortsgruppe durch die Straßen.
    Als Mallorca zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs von den Franco-Truppen besetzt wurde, verwandelte sich der halbwegs sichere Zufluchtsort für viele deutsche Flüchtlinge in eine Falle. Die Exilliteraten Albert Vigoleis Thelen und Karl Otten haben diesen (Alb-)Traum Mallorca während der 1930er Jahre in zwei Romanen verewigt. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs stehen Thelens autobiographisch gefärbtes Werk »Die Insel des zweiten Gesichts« (1953) und Ottens »Torquemadas Schatten« (1938), in denen die Autoren der paradiesischen Insel und ihren Bewohnern im Schatten der faschistischen Bedrohung ein literarisches Denkmal gesetzt haben.
    Dr. Anna Catharina Hofmann, Historikerin; Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung
    Moderation: Prof. Dr. Philipp Müller, Historiker; Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Demokratie und Staatlichkeit des Hamburger Instituts
    für Sozialforschung
    Eine Kooperation mit dem Instituto Cervantes, Hamburg
    1 hr 44 min
  • 27. Juni 2022. Marion Fourcade: Rationalized Stratification - Landshut Lecture I
    Preisverleihung und Vortrag
    The use of processes written in computer code – or »algorithms« – to mine and sort through massive datasets has made inroads in almost every major social institution. Today, techniques of mathematical optimization are routinely implemented across domains as varied as education, medicine, credit, insurance, criminal justice and the public sphere, in an effort to streamline and automate processes of risk prediction, resource allocation, communication and decision-making. These techniques are reorganizing markets, the state, and society at large. In the sphere of the market they create new classifications and forms of capital that structure people’s life-chances. In the sphere of the state they transform the conditions of citizenship and political identification. And for society as a whole they advance new forms of social organization and inequality, oriented toward and justified by measurement.
    Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Knöbl (Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung)
    Grußwort: Senator Dr. Carsten Brosda (Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg)
    Laudatio: Prof. Dr. Jens Beckert, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG) und Professor für Soziologie an der Universität zu Köln
    Marion Fourcade ist Professorin für Soziologie an der University of California, Berkeley, und war 2019/20 Distinguished Visiting Professor of Sociology am Institute for Advanced Study in Princeton. Zu ihren wichtigsten Büchern zählt »Economists and Societies: Discipline and Profession in the United States, Britain and France, 1890s to 1990s«, das 2009 bei Princeton University Press erschienen ist. Gegenwärtig beschäftigt sie sich mit der Politik der Wein-Klassifikation in Frankreich und den USA und neuen Formen von sozialer Ungleichheit, Moral und Profit in der der digitalen Ökonomie, wozu ein zusammen mit Kieran Healy verfasstes Buch mit dem Titel »The Ordinal Society« bei Harvard University Press erscheinen wird.
    Ihr erstes deutsches Buch publiziert sie im Herbst im Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
    1 hr 45 min
  • 16. Juni 2022. Diskussion. Spaziergang zum Umsturz: Wofür stehen die Querdenken-Proteste?
    Die Proteste gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen haben die öffentliche Diskussion der letzten zwei Jahre stark geprägt. Bei ihnen verbanden sich unterschiedliche Protestmilieus von Friedensbewegten über anthroposophische Kreise bis hin zur extremen Rechten. Dabei haben auch Verschwörungsdenken, Umsturzphantasien und die Legitimation von Gewalt eine neue Konjunktur erfahren. Wie lassen sich diese Entwicklungen deuten? Welche Kontinuitäten und Brüche finden sich in den Querdenken-Protesten und welcher Umgang mit ihnen ist angemessen?
    Zum Auftakt der Tagung „Spaziergang zum Umsturz. Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Querdenken-Proteste“ diskutieren Oliver Nachtwey (Uni Basel), Tahera Ameer (Amadeu Antonio Stiftung) und Kim Kristin Mauch (Medienjournalistin) diese und andere Fragen.
    Dr. Oliver Nachtwey, ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel. Er forscht und lehrt zu sozialer Ungleichheit, gesellschaftlicher Modernisierung und politischem Protest.
    Tahera Ameer ist Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung. Die Stiftung engagiert sich gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus und stärkt die demokratische Zivilgesellschaft.
    Kim Kristin Mauch ist Journalistin in der Redaktion des Medienmagazins ZAPP beim NDR. Sie beschäftigt sich mit der Art und Weise der medialen Darstellung von Themen in klassischen Medien und sozialen Netzwerken.
    1 hr 33 min
  • 13. Juni 2022. Bücher am HIS. Laura Wolters: Vom Antun und Erleiden
    Eine Soziologie der Gruppenvergewaltigung
    Debatten über Gruppenvergewaltigungen folgen zumeist einer ähnlichen Choreografie aus performativem Entsetzen und drängenden Fragen über Täter und Taten: Wer sind die Täter?
    Warum tun sie das? Was sind die Ursachen? Zugleich ist der Wissensstand über diese Art der Gewalt äußerst überschaubar. Das Gewaltgeschehen selbst – wie diese Taten ermöglicht
    werden, was vor sich geht, wenn Menschen miteinander vergewaltigen – ist kaum erforscht. Laura Wolters geht diesen Fragen und dem Phänomen Gruppenvergewaltigung in ihrer
    Monografie erstmals soziologisch nach. Gemeinsam mit Susanne Nef spricht sie über die Ergebnisse ihrer Forschung und diskutiert die sich daraus ergebenden politischen und
    gesellschaftlichen Relevanzen.
    Laura Wolters, Dr. phil., Sozialwissenschaftlerin, Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe Makrogewalt
    Susanne Nef, Dr. phil., Sozialwissenschaftlerin, Dozentin und Projektleiterin Forschung an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften
    Moderation: Olga Kedenburg, Soziologin, Promovierende an der Universität Oldenburg und Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst
    1 hr 31 min

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