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Gast: Thomas Schnedler (Netzwerk Recherche)
Seit rund drei Jahren gibt es in der Region um die thüringische Kleinstadt Greiz keine gedruckte Lokalzeitung mehr. Die Zustellung der Ausgaben sei im ländlichen Raum einfach zu teuer, hatte die Funke-Mediengruppe argumentiert, die dort die „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) herausgibt – und erklärte die Gegend zur „Modellregion für die Digitalisierung“. Seitdem kann man die OTZ nur noch als digitale Ausgabe abonnieren. Rund die Hälfte der 300 betroffenen Abonnenten ging diesen Schritt allerdings nicht mit.
Thomas Schnedler und Malte Werner haben für „Netzwerk Recherche“ untersucht, was eine solche Umstellung für die Menschen vor Ort bedeutet – und wer die Lücken füllt, die der Rückzug des Lokaljournalismus in solchen Regionen hinterlässt. Was sie im Dialog mit den Bürger:innen vor Ort erfahren haben, verdeutlicht die bisweilen paradoxen Herausforderungen der Lokalzeitungen: Denn während sich viele mehr lokale Recherchen und Hintergründe wünschen, sind offenbar zu wenige bereit, dafür auch zu zahlen.
Zudem scheinen viele keinen Unterschied zu machen zwischen einer unabhängigen Redaktion und Amtsblättern, Anzeigenblättern und pseudojournalistischen Portalen, die oft parteipolitische oder geschäftliche Interessen verfolgen. „Es macht etwas mit dem Gemeinwesen vor Ort, wenn solche Stimmen in den Diskurs eingreifen“, sagt Schnedler im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein.
Ist das lokaljournalistische Angebot aber vielleicht einfach nicht attraktiv genug für viele Menschen? Ist es überhaupt möglich, die Bedürfnisse älterer Leser und junger Zielgruppen in ein Blatt zu packen? Und welche Möglichkeiten gibt es, den Journalismus in ländlichen Regionen wieder zu stärken? Darüber spricht Holger Klein mit Thomas Schnedler in der neuen Ausgabe von „Holger ruft an“.
Der Gesprächspartner: Thomas Schnedler ist Co-Geschäftsführer von Netzwerk Recherche. Er hat dort den Arbeitsschwerpunkt zum Lokaljournalismus mitaufgebaut und leitet zudem das Grow Greenhouse, das Zentrum für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt.
Der Host:
Links:
Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
By Übermedien1
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Gast: Thomas Schnedler (Netzwerk Recherche)
Seit rund drei Jahren gibt es in der Region um die thüringische Kleinstadt Greiz keine gedruckte Lokalzeitung mehr. Die Zustellung der Ausgaben sei im ländlichen Raum einfach zu teuer, hatte die Funke-Mediengruppe argumentiert, die dort die „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) herausgibt – und erklärte die Gegend zur „Modellregion für die Digitalisierung“. Seitdem kann man die OTZ nur noch als digitale Ausgabe abonnieren. Rund die Hälfte der 300 betroffenen Abonnenten ging diesen Schritt allerdings nicht mit.
Thomas Schnedler und Malte Werner haben für „Netzwerk Recherche“ untersucht, was eine solche Umstellung für die Menschen vor Ort bedeutet – und wer die Lücken füllt, die der Rückzug des Lokaljournalismus in solchen Regionen hinterlässt. Was sie im Dialog mit den Bürger:innen vor Ort erfahren haben, verdeutlicht die bisweilen paradoxen Herausforderungen der Lokalzeitungen: Denn während sich viele mehr lokale Recherchen und Hintergründe wünschen, sind offenbar zu wenige bereit, dafür auch zu zahlen.
Zudem scheinen viele keinen Unterschied zu machen zwischen einer unabhängigen Redaktion und Amtsblättern, Anzeigenblättern und pseudojournalistischen Portalen, die oft parteipolitische oder geschäftliche Interessen verfolgen. „Es macht etwas mit dem Gemeinwesen vor Ort, wenn solche Stimmen in den Diskurs eingreifen“, sagt Schnedler im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein.
Ist das lokaljournalistische Angebot aber vielleicht einfach nicht attraktiv genug für viele Menschen? Ist es überhaupt möglich, die Bedürfnisse älterer Leser und junger Zielgruppen in ein Blatt zu packen? Und welche Möglichkeiten gibt es, den Journalismus in ländlichen Regionen wieder zu stärken? Darüber spricht Holger Klein mit Thomas Schnedler in der neuen Ausgabe von „Holger ruft an“.
Der Gesprächspartner: Thomas Schnedler ist Co-Geschäftsführer von Netzwerk Recherche. Er hat dort den Arbeitsschwerpunkt zum Lokaljournalismus mitaufgebaut und leitet zudem das Grow Greenhouse, das Zentrum für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt.
Der Host:
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