Bianca Prommer [00:00:01]:
Hallo Natascha, so schön, dass du heute in meinem Podcast bist.
Vielen Dank für die Einladung, ich freue mich sehr.
Bianca Prommer [00:00:10]:
Und ja, wir beide kennen uns ja eigentlich, glaube ich, jetzt nicht einmal noch ein Jahr. Es ist ja noch gar nicht so lange her, ich habe wirklich nachgedacht in der Vorbereitung für den Podcast und habe dann gedacht, naja, wir kennen uns aus dieser HR-Management-Veranstaltung und ich glaube, die war im September letzten Jahres. Die ist noch gar nicht so lange her. Also wir kennen uns noch gar nicht so lange und trotzdem habe ich das Gefühl, wir kennen uns schon ewig, weil wir doch in vielen Arbeitsgruppen miteinander arbeiten. Aber da wirst du vielleicht gleich ein bisschen was erzählen, was du so machst, wer du bist und Du bist ja engagiert ohne Ende, das ist ja wahnsinnig. Aber stell dich doch mal kurz vor, was sollten unsere Zuhörerinnen und Zuhörer über dich wissen?
Also nochmal vielen, vielen Dank, liebe Bianca. Ich freue mich sehr und mir kommt es auch schon vor, als ob wir uns sehr lange kennen und ein sehr intensives Jahr zumindest, ich bin HR-Expertin und Wegbereiterin für Unternehmen, die sich mit dem Thema Sinn und Engagement im Unternehmen beschäftigen möchten, also die eben ihre Menschen befähigen, beflügeln und stärken möchten, also gerade die Stärken stärken und eben nachhaltig zur Arbeitgeberattraktivität und Unternehmenserfolg beitragen möchten. Danke für die Blumen, dass ich so engagiert bin. Also ich bin eben Sprecherin des Steirischen Arbeitskreises HR für die WKO, für die Fachgruppe UBIT, wo du ja auch ein sehr wertvoller Teil bist. Ich habe die Employer Excellence Boutique mit 1 Kollegin, mit der Nina Bayerl, ins Leben gerufen, wo wir uns auch mit HR-Verantwortlichen zusammentun und die eben gezielt fördern, bei Herausforderungen und Krisen unterstützen und sie auch befähigen, in ihrer Position als HR-Verantwortliche gesehen und wertgeschätzt zu werden. Also das ist auch so ein bisschen Thema von heute. Ja, jetzt haben wir die Art of not knowing ins Leben gerufen, gemeinsam mit 2 weiteren, 3 weiteren Kolleginnen. Auch da wird sehr Spannendes auf uns zukommen, wo wir uns mit Zukunftsmut und Neugier und Ausprobieren beschäftigen.
Ja, also uns wird nicht fad, wir beschäftigen uns viel mit der Zukunft, wir sind dann neugierig und leben eben genau das vor, was wir uns auch in den Unternehmen wünschen.
Bianca Prommer [00:02:25]:
Ja, und weil das jetzt gerade angesprochen ist, machen wir gleich noch einmal einen Werbeblock. Ich finde es nämlich wichtig, wir haben ja ein gemeinsames Event aus dem HR-Management heraus, aus dieser Expertengruppe. Magst du da vielleicht noch was sagen, weil die Podcast-Folge kommt ja rechtzeitig raus, das heißt, wir können da jetzt gleich ein bisschen Werbung machen.
Perfekt, Und zwar herzliche Einladung zum Open Space und Future Lab Format unter dem Titel Künstlich, Intelligent, Menschlich. Wir beschäftigen uns also mit KI oder mit HR im Spannungsfeld von KI und Menschlichkeit, von Agilität und Struktur, von Sinn und Performance oder Wirtschaftlichkeit. Das heißt Open Space. Die Agenda entsteht live im TUN. Es gibt einen kurzen Impuls von unserem sehr wertgeschätzten Kooperationspartner, dem LKH-Universitätsklinikum Graz. Die Veranstaltung wird auch direkt dort stattfinden. Am 17. September 14 Uhr geht es los.
Wie gesagt, es geht ums Mitgestalten. Jeder kann Themen mitbringen, jedes herzlich eingeladen, was beizutragen, ob es wirklich eine Fragestellung ist, die man bearbeiten möchte oder ob es Input und Ideen sind. Also ich glaube, wir dürfen das dann vielleicht in den Show Notes auch verlinken, aber sehr, sehr herzliche Einladung.
Bianca Prommer [00:03:44]:
Vor allem ist es auch bitte kostenlos, das darf man auch dazu sagen, weil es ja auch eben mit Inkooperation einerseits mit dem Sponsor, dem LKH Universitätsklinikum, als auch der Ubi Steiermark ja auch ist. Und das finde ich ja auch immer schön, da Menschen zusammenzubringen und ihnen den Raum zu geben, sich auszutauschen. Ich habe diese Woche erst mit 1 Personalentwicklerin gesprochen und die auch dann noch einmal dieses Open Space Format ein bisschen bestätigt hat. Und das ist jetzt ein bisschen off the topic, weil es nicht im Interview leid war. Ich finde es spannend, weil es ja darum geht, Menschen, das hast du vorher gesagt, zu beflügeln, Menschen zu befähigen, Menschen zusammenzubringen, damit man sich auch austauschen kann. Und das hat sie dann auch gesagt, sie liebt diese Open-Space-Formate, sie mag diese Bar-Cam-Formate, wo man einfach ein Thema einbringt, eine Frage einbringt, einen Diskussionspunkt einbringt und dann Menschen, die sagen, hey, darüber möchte ich auch mal sprechen, einfach wirklich ungezwungen zusammenkommen und sich dann dazu austauschen. Und das ist ja ein totaler Mehrwert, finde ich.
Ganz ein großer Mehrwert. Und du hast jetzt gesagt Off-Topic. Für mich ist das aber schon das Topic, weil genau das geht es für mich. Also wir beschäftigen uns ja ein bisschen mit der Frage, was kann HR für Innovationen tun? Und es ist unter anderem dieses Raum öffnen, Raum halten und auch diese Sicherheit geben, hier darf jede und jeder eine Idee einbringen.
Bianca Prommer [00:05:10]:
Und das finde ich spannend, was du sagst. Mir ist es nämlich gerade nebenbei eingefallen, es gibt ja in der Agilität gibt es ein Modell, das ist von HR Pioneers, also HR Pioneers entwickelt worden, und zwar das Traffen-Modell, das Transaktionsmodell. Und da sind 6 Dimensionen, die man braucht, agil zu werden. Und Agilität ist ja für Innovationen auch wichtig. Und da hat HR tatsächlich eine eigene Dimension. Also eine Dimension heißt HR mit den unterschiedlichen Reifegraden, weil die nämlich sagen, dass HR weg muss von diesen ich organisiere trainings und die macht die personalverrechnung und ich mache vielleicht noch stellen ausschreibungen hin zu mehr netzwerkerinnen mehr event managerinnen also sei es interna und open space a Community of Practice zu veranstalten, Menschen zusammenzubringen, Raum zu machen, du hast es auch gesagt, und dort ist HR wirklich eine eigene Dimension.
Bianca Prommer [00:06:18]:
Deswegen ist es ja so schön, dass du heute da bist, weil genau darüber möchten wir hier sprechen. Und du hast schon gesagt, HR ist ja auch eine Unterstützung für Innovation. Da würde mich jetzt natürlich gleich mal als erstes interessieren, was verstehst denn du in der Innovation, vor allem aus diesem HR-Kontext
heraus? Also einerseits ist für mich wirklich das große Thema, dass man Zeit für den Menschen schaffen kann. Also wie du jetzt auch richtig gesagt hast und wie dieses Modell ganz richtig beschreibt, weg von dem Verwalten, weg von dem Administrativen. Und da gibt es ja auch eine sehr spannende Zahl, die ich jetzt im Vorfeld gefunden habe und die mich immer wieder schockiert. Und zwar kam im Human Capital Trends Report 2024 von den Leuten heraus, dass 62 Prozent der HR-Verantwortlichen in Österreich sagen, dass diese administrativen Aufgaben Innovationen blockieren. Ja, weil wir nur mit verwalten, nur mit dem Abarbeiten beschäftigt sind und hoffentlich klopft bloß keiner an unsere Tür und möchte was von uns. Aber was ist denn die Rolle von HR? Da geht es doch den Mensch, da geht es doch das Zuhören, da geht es das Gestalten und in der ursprünglichen Version von HR ja auch das Weiterbringen, also eben Innovationen, das Voranschreiten, das Entwickeln von Kompetenzen, Stärken von Unternehmen, von Wirtschaftlichkeit. Also all das ist eigentlich HR. HR ist der Treiber im Unternehmen.
Bianca Prommer [00:07:45]:
Und HR wird jetzt häufig umbenannt in People and Culture. Das ist ja aktuell, ich glaube, noch immer ein Trend, dass man quasi nicht mehr HR sagt, weil man sagt, na ja, Human Resources ist vielleicht schwierig, deshalb nennt man es jetzt oftmals ja People and Culture. Aber es verändert sich nicht wirklich was. Ich weiß nicht, wie du das beobachtest.
Nein, das ist das Thema. Und ich war jetzt diese Woche bei einem Erstgespräch bei einem eigentlich innovativen Betrieb, also beschäftigt sich mit ganz innovativen Produkten und da ist HR wirklich nur Anmeldung, Abmeldung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das Zeitthema, wie viele Stunden und vielleicht noch Förderung, also Förderung im Sinne von was kriegen wir an Geld von Förderinstitutionen und von Land und Staat und so weiter und hat nichts mit People und Culture zu tun. Und auch Culture ist ja so ein bisschen ein Passwort, könnte man vielleicht sagen, weil nur weil ich weiß, das sind meine 3 Werte und die in 1 Frage schnell beantworten kann, lebe ich es. Ist es tatsächlich das, was uns ausmacht? Ist es tatsächlich das, was spürbar ist, wenn jemand in unserem Unternehmen ist, zu Besuch ist, bei uns arbeitet?
Bianca Prommer [00:09:03]:
Das sind 2 verschiedene Paar Schuhe, wenn man ganz ehrlich ist. Gerade wenn wir natürlich über Innovation sprechen, du hast ja auch schon gesagt, wir müssen ja einen Raum schaffen, wo Menschen auch zusammenkommen. Und ich musste immer an eine Kundin von mir denken, die hat bei mir die HR Coach Ausbildung damals gemacht, vor ein paar Jahren, ist in einem großen Unternehmen im HR und ist jetzt ganz eng vertraten mit dem Head of Innovation. Das heißt, sie hat da wirklich immer wieder zum Head of Innovation gesagt, so hey, wir müssen HR mit einbeziehen. Erstens, was Formate betrifft, sei es der Innovationswerkstatt, sei es irgendwelche Hackathons. Wir müssen HR mit einbeziehen, wenn es die entsprechenden Skills geht. Wenn ich weiß, wohin ihr als Innovation Department wollt, kann ich schauen, was es für Schulungen braucht, welche Formate es braucht. Und die beiden, also Sie ist quasi in der Personalentwicklung, er ist Head of Innovation.
Bianca Prommer [00:10:05]:
Und die beiden sind ganz eng miteinander vertreten. Und das finde ich so spannend. Aber das hat auch gedauert, bis sie das dem Boden bereitet hat. Aber das finde ich super, wie sie das löst. Und die haben jetzt wirklich schon so tolle Formate aufgestellt und etabliert. Sei es, dass sie wirklich, ich war zum Beispiel immer dort, einen Vortrag über kreatives, innovatives Denken zu halten. Dann holen sie sich wieder andere Expertinnen und Experten rein für Techniken, Methoden, also ganz, ganz unterschiedliche Formate. Und Das finde ich schon super spannend.
Und das ist ja auch genau der Punkt, welche Rolle hr in dem Ganzen spielt, auch diese Vorbildhaltung. Also wie ernst werden Innovationen im HR-Bereich genommen? Ist das was, das wieder nur verwaltet wird? Also wenn man sagt, ja über meinen Tisch läuft halt das Förderwesen als klassisches Beispiel. Oder irgendwie, ich plante eine Schulung ein. Oder ist es was, was von den Menschen direkt kommt und wo man sagt, ich tausche mich da aus, mir ist diese enge Beziehung jetzt zu einem Innovationsverantwortlichen wichtig und wir leben das auch vor, also Vorbildwirkung mit Rufzeichen und Doppelunterschritt.
Bianca Prommer [00:11:13]:
Das ist ja immer wichtig, also Vorbildwirkung, die macht das auch, Die probiert selbst ganz viel aus, sei es irgendwelche Formate, wo sie sagt, ich habe gerade eine neue Technik kennengelernt, die möchte ich mit euch teilen, kommt doch mal zu mir, machen wir 30 Minuten Teams Meeting und ich zeige euch das. Finde ich ja schon gut, also diese Vorbildwirkung. Und ich glaube, das ist ja eine der Aufgaben von HR, auch diese Vorbildwirkung zu haben, dass man auch gesagt, an der Stelle zu sein und nicht Angst davor zu haben, dass jemand an der Tür klopft, sondern wirklich da zu sein.
Ja, und das ist der Schmerzpunkt. Ich weiß es immer wieder, wenn ich sage, man muss sich dafür Zeit nehmen. Man muss sich Zeit nehmen für Führung, man muss sich Zeit nehmen für Kultur, man muss sich Zeit nehmen für Innovation für die Menschen. Also das ist halt leider, da beißt sich vielleicht die Katze in den Schwanz, mit diesem Sprichwort das irgendwie zu versinnbildlichen. Man muss sich Zeit nehmen. Ohne Zeit geht es halt nicht.
Bianca Prommer [00:12:08]:
Dann kommt wieder, naja, aber wir haben keine Zeit. Es ist so viel zu tun. Und das ist ja auch jetzt der Grund, warum wir uns ja bei diesem Open Space Future Lab ja auch mit KI und menschlich, künstlich, intelligent, ja, beschäftigen. Einfach, weil KI hier ja auch ein bisschen was abnehmen kann. Also ich habe über die Woche mit dieser Personalentwicklerin, die gesagt hat, sie probiert gerade ganz viel mit KI aus, weil die KI bestimmte Aufgaben, so standardisierte Aufgaben, subide Aufgaben abnehmen kann und sie dadurch genau diese Zeit gewinnt. Aber du musst dich heute einmal damit beschäftigen.
Ja und jetzt hast du was ganz Wichtiges gesagt, nämlich ausprobieren. Das ist ein bisschen die Gefahr und da habe ich auch in vielen Gesprächen mit Digitalisierungs- oder KI- oder Technologie-Expertinnen und Experten immer wieder das Thema, bitte passt auf, nehmt keine 0815, lasst euch nicht influenzen, lasst euch da nichts einreden, sondern probiert's. Und probieren ist ja auch ein Thema, dafür brauche ich auch wieder Zeit. Und ja, es kann sein, wenn ich was probiere, dass es nicht funktioniert. Also diese Haltung und Einstellung auch zu KI, dass es riesige Möglichkeiten hat, das wissen wir, dass da vielleicht was eben nicht funktionieren kann, dass Tools doch nicht für uns sind, dass es viel Lernbedarf braucht. All das sind Erfahrungen, die wir auf dem Weg machen. Aber was brauche ich denn eben als Haltung? Die Neugier, Zukunftsdenken, also dass mir das was bringt und im Endeffekt, dass uns das die Aufgaben abnimmt und wieder den Fokus auf Mensch richtet. People and culture.
Bianca Prommer [00:13:46]:
Genau. Und da sind wir ja schon mitten im Was braucht es für Innovation? Du hast es schon angesprochen. Neugierde, Zukunftsdenken, Zuversicht, als auch dieses Ausprobieren, diese Experimentierfreude. Das würde ich jetzt mal so unter 1 innovationsfreundlichen Kultur zusammenfassen. Welche Rolle kann da den HR spielen, beziehungsweise wie kann HR diese innovationsfreundliche Kultur den fördern und gestalten?
Und ganz viel Raum schaffen. Also Raum schaffen nicht nur im Sinne von da gibt es eine Box, bringt da eure Ideen ein. Wir dürfen bitte auch nicht vergessen, dass viele Menschen, die zurzeit in unserer Arbeitswelt sind, anders aufgewachsen sind. Also nicht mit dem bringt deine Ideen ein, wie war denn unser Schulsystem, sind wir uns ehrlich. Also ich bin jetzt auch noch eher Generation Z und auch meine Schulbildung war noch bitte sei still, bitte sei leise, hab bloß keine kritischen Fragen und dann soll ich aber in ein Unternehmen gehen, das sagt ja natürlich bring dich ein und wir wollen deine Ideen hören. Geduld, da sind wir wieder bei dem Zeitthema, also auch das braucht Zeit, bis Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich trauen, ihre Ideen einzubringen. Wie gesagt, mit 1 Aussage tut es das, wird es auch nicht getan sein, also wirklich diesen sicheren Rahmen schaffen für Ideen, für einbringen und für diese Selbstwirksamkeit. Also, dass man das Gefühl hat als Mensch im Unternehmen, mein Beitrag macht einen Unterschied.
Ich werde gehört und gesehen, meine Fragen kommen auf den Tisch, werden gehört, finden einen Raum und dann gemeinsam weiterzudenken, also via Gefühl.
Bianca Prommer [00:15:18]:
Da sieht man auch wieder, du hast am Anfang gesagt, eben Sinnhaftigkeit. Und wenn ich das Gefühl habe, ich habe einen Beitrag, selbst wenn ich nur ein ganz, ganz kleines Rädchen im Unternehmen bin, Aber ich habe einen Beitrag zum Unternehmenserfolg, dann ist das ja auch schon wieder eine Motivation, möglicherweise auch einmal anders zu denken, neu zu denken und neue Ideen einzubringen.
Ja, das auf jeden Fall. Also das ist sehr, sehr wichtig und auch für HR. Also HR, diese Selbstwirksamkeit, was man bewirkt, das erfüllt nämlich die HR-Verantwortlichen oder nennen wir sie People and Culture Manager. Nicht, wenn sie den ganzen Tag Administratives machen. Natürlich ist das nicht, wofür ich mir diesen Job und diese Berufung ausgesucht habe, sondern es ist ja etwas in den Menschen zu bewegen, die Menschen zu stärker zu machen, ihre Talente zu sehen, sie ihren Talenten entsprechend zu fördern, auf die richtigen Positionen im Unternehmen zu setzen und das Unternehmen ja weiterzubringen mit dem Team.
Bianca Prommer [00:16:19]:
Genau darum geht es doch, weil ich die Woche jetzt ein Coaching gehabt habe im Host Leadership mit jemandem, der in der Personalverrechnung quasi ist, also wirklich sehr viel Administratives hat, und der dann erzählt hat, ihm ist es so wichtig, wirklich rauszugehen aus dem Büro, Menschen, einfach mit Menschen zu sprechen, Menschen zu fragen, wie es ihnen geht, aber auch echtes Interesse daran zu zeigen. Also es ist nicht einfach nur im Vorbeigehen so, du, wie geht's dir? Und ja, gut, passt schon. Und dann weitergehen, sondern wirklich echtes Interesse. Und das finde ich so schön, ja. Obwohl diese Person eigentlich einen total administrativen Arbeitsplatz hat mit Lohnverrechnung, aber rauszugehen, bewusst zu sagen, nein, mir geht es die Menschen da, ich möchte wissen, wie es denen geht und auch wenn es jetzt nicht meine Mitarbeiter sind, meine direkten Mitarbeiter, sondern Kolleginnen und Kollegen, da trotzdem hinzuhören, hinzuschauen, nachzufragen Und das finde ich auch so schön, dass jemand sagt, eigentlich bin ja administrativ und könnte mir meine Kamera einsperren, aber ich bin bewusst noch draußen.
Und dafür braucht es aber auch wieder diese Unternehmenskultur. Das musst du tun dürfen, unter Anführungszeichen, weil dieses Zeitnehmen zum, hart gesagt, Plaudern, sehen viele Unternehmensleiterinnen und Leiter, viele Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer so nicht. Also da gehört schon die Kultur, dass das gemacht werden darf und dass das wichtig ist und dass diese ehrlichen Verbindungen, die durch dieses Zeitnehmen und Austauschen abseits der Stellenbeschreibung, stehen wir jetzt sicher nicht in so 1 Stellenbeschreibung, gelebt wird.
Bianca Prommer [00:18:07]:
Und dann heißt es, du stehst ständig beim Kaffeeautomaten. Genau. Was tust du da denn? Also kenne ich auch noch aus meiner Zeit in Unternehmen, wo man dann mit den Mitarbeitern, mit dem eigenen Team einfach beim Café gestanden ist und den Tag durchbesprochen hat. Und das seit jedem Tag in der Früh quasi unsere Stand-up-Meetings haben wir halt beim Café gemacht. Und dann habe ich mal anhören müssen, warum wir jeden Tag 7 Uhr in der Früh beim Kaffee stehen.
Dass da aber Ideen entstehen, abseits des Arbeitsplatzes und durch diese Lebendigkeit, durch den Austausch, durch das Reden kommen die Leute zusammen, wie man bei uns so schön sagt, Das passiert halt eher in solchen Rahmen und in solchen Settings.
Bianca Prommer [00:18:50]:
Hatte erst vor kurzem eine Leitende Funktion, ich weiß nicht ob er jetzt noch Geschäftsführer ist, von She Data hat dann LinkedIn weitergeführt, wo er nämlich genau das gesagt hat, eigentlich die besten Ideen entstehen nicht im Meetingraum, sondern bei der Kaffeemaschine.
Bianca Prommer [00:19:06]:
genau das ist es. Die Leute kommen zusammen, du bist in einem anderen Rahmen. Und da ist natürlich schon aus meiner Sicht auch HR gefordert, diese Kultur aber auch mitzutragen und nicht noch zusätzlich dann darauf hinzuweisen, du, aber du weißt eigentlich steht dir das nicht zu, dass du 7 Uhr in der Früh beim Café stehst, sondern dann eben genau diese Vorteile, die du jetzt auch gerade aufgezählt hast, einmal aufzeigt der Unternehmensleitung und sagt, hey, eigentlich braucht man mehr solche Räume.
Und was da noch so vielleicht als Zukunftsskill oder als Einstellung oder Haltung mitgehört, ist Vertrauen. Weil das kann ich nicht kontrollieren. Ich kann nicht sagen, okay, ihr habt jeden Tag 7 Uhr 15 Minuten beim Kaffee und ich erwarte aus 10 Ideen. Das ist, was das fließen muss, dass es sich entwickeln darf, dass es auch wieder Zeit und Geduld braucht, ja, also auch da diesen Kontrollzwang und Organisationszwang abgeben.
Bianca Prommer [00:19:58]:
Vertrauen und auch, du sagst es dieses Abgeben, auch dieses Aushalten können. Und wenn die jetzt einmal 15 Minuten einfach nur Kaffee trinken, das heißt bitte jetzt nicht, dass die Mitarbeiter jetzt plötzlich den ganzen Tag Kaffee trinken sollen, aber das tun sie auch nicht. Das habe ich nie in meiner Führungszeit erlebt, Ganz im Gegenteil. Oder auch jetzt die Homeoffice-Debatte sehr häufig. Jetzt müssen wieder alle zurück ins Büro, weil wer weiß, was die tun. Ich gehe nicht zum Friseur während der Arbeitszeit oder ins Fitnessstudio oder wohin auch immer. Da muss ich das halt aushalten können, wenn ich weiß, dass die Leistung passt.
Und das ist aber vielleicht auch eine Innovation, die schmerzhaft sein kann für die Führungskräfte im Unternehmen oder auch für HR-Verantwortliche, weil das ein bisschen ein Sprung ist, weil man davon ausgeht, wenn man diese Zwänge und kontrollierten Räume loslässt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eben wieder ihren Sinn finden, ihre Selbstwirksamkeit und ja einen Beitrag leisten wollen. Das ist ja schon der Fakt, Menschen wollen wirken und sich das ermöglicht, wenn mehr Freiheit und nicht so starre Strukturen sind. Und wenn das halt so ausschaut, dass ich am Vormittag meine Friseur- und Arzttermine habe und dafür bis 10 Uhr am Abend arbeite, solange es in einem arbeitsrechtlichen Rahmen ist, es natürlich große Enklamer und Zielstunden auch nicht überschritten werden, aber dann darf das auch ein bisschen mehr fließen.
Bianca Prommer [00:21:26]:
Ich denke jetzt auch gerade, weil ich jetzt gleich dann einmal mit dir über die nächste Frage sprechen möchte, wie verändert sich denn die HR-Rolle in der Arbeitswelt? Ich denke jetzt auch gerade, für mich ist es wirklich dieses, dass sie auch zu Kulturgestalterinnen werden. Also so wirklich dieses, ja einfach einmal eben das, was du gesagt hast, einfach auch mit Führungskräften zu arbeiten, denen aufzuzeigen, wie können sie kreative Räume schaffen, was braucht es dafür, sei es mit Führungskräfte, Entwicklungsprogrammen etc. Aber ich glaube, das ist schon 1 der Parts. Was würdest du denn sagen, wie verändert sich denn die Rolle von HR jetzt in dieser sehr, sehr schnellen Arbeitswelt? Und da müssen wir jetzt dazu sagen, die wird nicht mehr langsamer werden.
Langsamer wird es nicht und man musste jetzt bald einmal aufsteigen und wie gesagt sich auch diesem Thema KI widmen. Die große Chance ist natürlich eben, dass KI uns diese administrativen Aufgaben sehr unterstützend abnimmt und auch im Brainstorming unterstützt. Also das kann ja auch ein sehr kreativer Part unseres Teams sein, Chatschimity zum Beispiel oder viele andere innovative Tools, wie wir schon wissen. Und wie du richtig sagst, sie werden Kulturentwicklerinnen und Entwickler, nicht nur bei Führungskräften, sondern auch bei Nachwuchstalenten oder generell Talenten und Stärken der Menschen. Auch wieder, wie gesagt, wir haben das ja aus dem Schulsystem, wir wissen ja oft unsere Stärken nicht und wir kommen dann in einen Beruf, sind wir da wirklich glücklich, stellen wir uns die Frage überhaupt, ob wir glücklich sind. Vielleicht hören wir es dann auch einmal von hr. Magst du deinen Job, erfüllt dich der. Was soll mich mein Job erfüllen? Ich war jetzt letztens in einem technischen Produktionsbetrieb und habe einen Workshop zum Thema Vision, Sinn, Miteinander, gemeinsamer Antrieb Und da sitzen diese gestandenen Männer, sagen sie, ja, sie sind so 5 von 10 zufrieden mit dem Unternehmen, aber es braucht sich nichts verändern.
Ja, weil sie nie gefragt worden sind, was brauchst du denn, was willst du denn? Ja, ich tue meinen Job, kriege mein Geld, fahr her, passt. Also auch da braucht es ganz, ganz viel, das zu gestalten, zu entwickeln, Geduld, immer wieder dran zu bleiben, dieses Vertrauen, offene Räume zu schaffen, immer wieder nachzufragen. Ja, auch dieses aktive Nachfragen eben. Also ganz viele Räume schaffen, Kultur entwickeln, zuhören und auf diese Stärken und auf die Menschen fördern. Menschen sehen und fördern.
Bianca Prommer [00:23:55]:
Und dieses Zuhören braucht eben auch diese echte Neugierde Antworten hören zu wollen. Du hast vorhin die Neugierde angesprochen. Also wirklich echtes Interesse am Menschen und einmal wirklich hinzuhören und auch die Frage zu stellen, was brauchst du denn? So wie du sagst, die sind es ja gar nicht gewohnt, dass sie gefragt werden, sondern wirklich aktiv nachzufragen.
Ja, und man muss Menschen mögen. Man muss Menschen in dem Berufsfeld vor allem wirklich mögen, wie du richtig sagst, dieses ehrliche Interesse. Ich habe es leider schon auch oft, wo man sagt, so, was sind eure Ideen und kaum beginnt der Kollege, verdrehe ich schon die Augen. Also auch was unsere Mimik, unsere Gestik, da bin ich noch einmal, Kultur, die 3 Worte, die wir uns aufschreiben, schön und gut im Employer Branding, aber das gehört wirklich gelebt und da Vorbildwirkung mittragen und ehrlich umsetzen, ehrliches Interesse.
Bianca Prommer [00:24:45]:
Das finde ich, finde ich auch. Ich meine, es ging da so, ja, ist klar, Menschen mögen. Ich habe mal, das ist schon ewig her, das war 2018, 2019, eine Agile Coach Ausbildung gemacht in einem Unternehmen in der Automobilindustrie. Und ein Agile Coach sollte auch Menschen mögen, weil es ja auch ähnlich ist, Menschen zu befähigen, Teams zu entwickeln, gemeinsam mit Teams ja auch was zu gestalten. Und eine Teilnehmerin hat dann wirklich die Aussage getroffen, dass sie eigentlich keine Menschen mag. Sie ist am liebsten alleine, sie sitzt am liebsten allein beim Mittagessen, sie mag einfach nicht mit anderen irgendwie zu tun haben. Wir haben dann wirklich herausgefunden, dass sie mit dieser Ausbildung nicht glücklich ist. Wir haben ihr quasi die Erlaubnis gegeben, auch abzubrechen, weil sie gesagt hat, sie kann das eigentlich nicht erfüllen, was so ein HR-Coach tun sollte, weil sie einfach überzeugt davon ist, keine Menschen zu mögen.
Bianca Prommer [00:25:47]:
Ob das jetzt stimmt oder nicht, aber zumindest quasi der Überzeugung. Das habe ich sehr spannend gefunden und das zeigt aber, ich muss Menschen mögen. Also das klingt so, ist klar und es mag jeder Menschen. Nein, anscheinend nicht wirklich.
Und deswegen ist auch Selbstreflexionsfähigkeit so wichtig, dass ich mich vielleicht auch selbst frage, erfüllt mich mein Job? Mag ich das denn wirklich, was ich tue? Da habe ich den Job damals gewählt, weil man gut Geld verdient, weil es die Eltern gemacht haben, weil es die Eltern gesagt haben, weil es die Freunde gemacht haben. Was gibt es mir, was ist meine Erwartungshaltung und was ist auch mein Antrieb, diesen Job zu erfüllen, was ist mein Beitrag, den ich leisten möchte.
Bianca Prommer [00:26:28]:
Ganz, ganz wichtig und Da vielleicht gleich einmal so zum Thema, welchen Tipp hast du denn an HR Verantwortliche, jetzt Innovation voranzutreiben im Unternehmen?
Also einerseits wirklich zuhören ohne zu bewerten. Dieses wirkliche Zuhören, das dürfen wir schon wieder lernen. Menschen sind ja, wir hören zu und wollen ja gleich wieder darauf antworten. Also zuhören, ohne die Antwort zu haben, ohne zu bewerten. Sichtbar machen auch, was von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beigetragen wird. Also das ist für mich das große Thema Wertschätzung und auch das Vorleben, was ich möchte, das gesehen wird. Also gerade das Führungsteam oder wie gesagt auch die HR-Abteilung, Führungsteam, HR-Abteilung, Geschäftsführung, all das sind diese Pfeiler, die diesen Grundstein legen, die diesen O-Ton für das Unternehmen, für Innovationen, für das Miteinander legen.
Bianca Prommer [00:27:23]:
Wenn man halt schon auf HR auch schaut, wie agieren die, was machen die, was unterstützen die, wie gehen die da dahinter.
Und was man ehrlicherweise halt auch sagen muss, nur HR kann es leider nicht richten. Also das habe ich leider gerade als sehr trauriges Beispiel in einem Unternehmen, wo HR großartig ist, wunderbar wirklich genau das tut, von dem wir auch jetzt gerade sprechen, Aber wo die Geschäftsführung sagt, brauchen wir eine, dafür haben wir keine Zeit. Also da ist das kleinste Meeting für Projektbesprechungen schon ein Riesenbrocken, den wir umsetzen wollen und der nicht und nicht genehmigt wird. Ganz, ganz schwierig und da haben wir leider wieder dieses Thema, es muss von oben anfangen.
Bianca Prommer [00:28:03]:
Aber Herr R. Kann diesen Weg bereiten dann auch,
Bianca Prommer [00:28:07]:
das auch zu schaffen vielleicht, oder?
Er kann nach oben unterstützen und das auch wieder mittragen und generell ist auch das eine Botschaft, Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin kann da bei sich selbst beginnen. Also diese Veränderungen und Entwicklungen, man kann das von sich aus starten und man kann einmal selbst diese Einstellung mitbringen und das vorleben, was man sich wünscht.
Bianca Prommer [00:28:28]:
Und da braucht es, glaube ich, auch Durchhaltevermögen. So quasi steht der Tropfenhöhltemstein. Das höre ich immer wieder so von HR-Mitarbeitenden, die dann sagen, irgendwann ist es dann soweit gewesen, aber das war halt echt anstrengend.
Ja, Es sind diese kleinen Feuer, die sich dann entzünden und die gemeinsam aber dann eine große Flamme hervorbringen. Das
Bianca Prommer [00:28:54]:
ist so einfach. Hast du vielleicht noch ein paar Beispiele aus deiner, du bist in so unterschiedlichen Unternehmen unterwegs, wo HR wirklich genau diese Kultur für Innovation gefördert hat, wo HR irgendwas initiiert hat. Hast du vielleicht mal so das ein oder andere Best Practice für uns?
Ja, also ich habe wirklich ein sehr schönes Beispiel aus der Luxushotellerie und aus diesem Nachhaltigkeitsbereich, wo HR durch Zuhören einen Impuls der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgeschnappt hat, nämlich wir möchten gern was für die Umwelt tun, wir möchten uns da gern für Nachhaltigkeit, das ist uns wichtig, was können wir denn tun? Also dieser Wunsch ist von HR gehört worden und HR hat das dann quasi im Führungskreis angestumpft und gesagt, tun wir das, das kommt von den Mitarbeitern, das wäre der Wunsch. Und das hat sich auch so ein bisschen wie ein Leuchtfeuer dann durch die Abteilungen, durch die Führungskräfte mit freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde das entwickelt, wurden Maßnahmen entwickelt und letztendlich eben das österreichische Umweltzeichen auch erarbeitet und umgesetzt und da trägt auch jetzt jeder bei dazu. Und da sieht man wieder, wie diese Ideen, die vielleicht auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern direkt kommen, weitergetragen werden. Und HR da als wunderbarer Überbringer, Übersetzer und Umsetzer von dieser Innovation.
Bianca Prommer [00:30:12]:
Schön, ein schönes Beispiel, das dann sogar prämiert worden ist. Also es lohnt sich auf jeden Fall, so wie du gerade gesagt hast, zuzuhören, was anzustoßen, wirklich einmal diesen Raum zu bereiten, Menschen zusammenzubringen, einzuladen. Du hast gesagt, die waren auch freiwillig dann dabei.
Das schöne an dem Beispiel ist auch, dass HR eben nicht immer alles lösen muss. Es muss nicht immer alles an HR hängen. Auch da darf man sich wieder die Menschen dazu holen, die das ja umsetzen und weitertragen.
Bianca Prommer [00:30:46]:
Eigentlich ist es ja so die Aufgabe von Facilitators. Ich muss es nicht selbst lösen, sondern ich hole mir Menschen zusammen. Das sehe ich jetzt auch bei den HR-Mitarbeitenden, mit denen ich zu tun habe, die sich jetzt immer mehr in diese Richtung auch weiterbilden und sich Facilitation-Skills aneignen, sei es mit Lego-Series-Play zu arbeiten, sei es überhaupt einmal Moderation zu lernen, sei es irgendwelche Techniken, Modelle, damit sie genau das machen können, diese Menschen einfach zusammenzubringen, gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.
Genau, genau. Das ist auch sehr, sehr schön. Und da bewundere ich ja die Methoden, die du so hast und auch immer wieder vorstellst, weil es da so viele Möglichkeiten gibt, Wenn man mal einlädt zum Nachdenken, gemeinsam gestalten und entwickeln, denn auch jetzt haben wir ja gerade die Themen, dass ganz, ganz viel Umsatzstagnierung oder Umsatzrückgang, weil dieses Produkt nicht mehr angenommen wird, weil Förderungen, weil Zölle, weil Internationalität, also irgendwo Herausforderungen und da muss ja nicht eine Person die Lösung haben, sondern wenn man den Raum öffnet und zum Mitgestalten einlädt, das ist halt ganz, ganz gern auch die Rolle von hr in diesen Innovationsprozessen anzustupsen und Raum zu gestalten.
Bianca Prommer [00:32:05]:
Was gibt es noch vielleicht, Natascha, was wir noch nicht angesprochen haben? Zum Abschluss hin, gibt es irgendwas, wo du sagst, das wäre jetzt noch wichtig mitzugeben, was wir noch nicht besprochen haben?
Was ich auch noch sehr schön finde, was leider in unserem Daily Business oft vergessen wird, Erfolge zu feiern. Auch darauf stolz zu sein, was man schon erreicht hat, auch wenn es Kleinigkeiten sind, aber das immer wieder sichtbar zu machen, auch wo wir gerade stehen in einem Prozess, was wir gerade tun, wie die Innovation vorangeht. Also viel Kommunikation, Stolz sein, Erfolge feiern. Auch das ist natürlich sehr, sehr schön und sehr wertschätzend, vor allem auch für jeden kleinen Schritt, den wir tun.
Bianca Prommer [00:32:45]:
Hast du da irgendwo ein Ritual oder wie machen das so deine Kundinnen und Kunden? Gibt es da was?
Also ein lustiges Beispiel, da muss ich selbst schmunzeln, ist so ein Buzzer, den sie in einem Gemeinschaftsbüro aufgestellt haben, wenn quasi Projekte in der Einreichphase sind, also es ist ein Architekturunternehmen, dann wird gebuzzert und dann wird gemeinsam Pause gemacht, kurz darauf angestoßen und sagen, super, das haben wir jetzt geschafft und war eine tolle Einreichung.
Bianca Prommer [00:33:14]:
Cool. Ich denke gerade an eine Serie, ich glaube, die ist auf Netflix, da gibt es ja diese Oppenheim Group, diese Immobilien, diese Luxusimmobilien-Makle in der ÖPK, die ja die teuersten Luxusimmobilien verkaufen. Und die haben in den Immobilienbüros riesengroße Glockehänger. Und immer, wenn jemand ein Haus verkauft, wird halt da ganz ganz laut dran geläutet, quasi das Zeichen, ich habe ein Haus oder ein Apartment verkauft. Der Buzzer erinnert mich jetzt gerade. Also das sind auch so Rituale, die man da haben kann. Und die freuen sich dann immer, wenn sie endlich diese Glocke läuten können.
Aber Hauptsache sichtbar machen, also auch wenn es gerade nicht so rosig rundherum ausschaut oder wenn man eher Probleme besprechen muss. Ich finde, wenn man Erfolge sichtbar macht und auch da die Wertschätzung hochhaltet, tut das auch in Problemzeiten, Krisenzeiten, heiklen Zeiten viel, viel Gutes.
Bianca Prommer [00:34:09]:
Und da sagst du gerade so etwas Wichtiges, weil gerade jetzt geht es ja oft unter. Das hat mir tatsächlich jetzt diese Woche auch eine Personalentwicklerin erzählt, die gesagt hat, wir vergessen bei diesem ganzen drumherum, was gerade passiert und bei diesem ganzen Stress, bei diesen ganzen Dingen, die gerade passiert. Mitarbeiter müssen gekündigt werden, Stellen werden abgebaut. Vergessen wir dann aber Erfolge zu feiern, weil wir es schon so abtun als so, ja, ist nur eine Kleinigkeit. Aber dabei sagt sie, es ist so wichtig, diese Erfolge auch sichtbar zu machen, zu feiern, bewusst anzusprechen, kurz zu sagen, hey, das ist uns echt gut gelungen.
Ja, genau. Dass eben, es ist ja auch natürlich, dass wir, dass unser Gehirn sich da so ein bisschen auf diese ganzen negativen Dinge fokussiert und das ist so ein bisschen ein Regelbrecher oder Systembrecher, wenn wir Erfolge feiern, obwohl wir uns ja so viel mit Krisen und negativen Dingen beschäftigen müssen. Und Vor
Bianca Prommer [00:35:01]:
allem haben wir auch gelernt, also vor allem wir Frauen, ja und das möchte ich jetzt bitte nicht alle über den Kamm scheren, aber ich habe es gelernt, so sei bescheiden. Ja. Gibt es noch so einen Spruch, den man dann ins Stammbuch reingeschrieben hat, so das heißt so bescheiden und sitzam und rein wie das feilche Mimose und nicht so stolz wie die Rose ist. Keine Ahnung wie das genau geht, aber du weißt glaube ich, woher ich ihn ausgeführt habe. Das ist mir mitgegeben worden. Sei nicht so arrogant, sei nicht so eingebildet. Wenn ich mich über einen Einser gefreut habe im Zeugnis, ist nichts. Du hast immer einen Einser.
Bianca Prommer [00:35:40]:
Was feierst du denn jetzt? Ist quatsch, dass du das hast. Sei nicht so arrogant, sei nicht so eingebildet.
Bianca Prommer [00:35:45]:
nicht, wie du das erlebt hast, aber ich bin so aufgewachsen, und jetzt sollst du plötzlich Erfolge feiern, wo ich dann oftmals heute noch so Bauchschmerzen habe und mir denke, soll ich das jetzt? Soll ich das wirklich? Und Ich glaube, das ist auch noch einmal ein Thema. Wir sind es oft gar nicht gewohnt, Erfolge zu feiern.
Gar nicht, genau. Und das ist auch, wie ich vorhin immer wieder auf die Schulbildung hingewiesen habe, Selbstreflexionsfähigkeit. Oder dass wir einfach dieses Bewusstsein haben und immer wieder mittragen im Hinterkopf, warum ist es denn so, warum kommt keine Idee, warum feiern wir die Erfolge nicht, Bewusstsein, warum das denn so tief in uns verankert ist, weil das ist es.
Bianca Prommer [00:36:25]:
Das stimmt, ja. Natascha, Wenn es unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sagen, die Natascha möchte es näher kennenlernen, erstens, wobei hilfst du jetzt genau? Wem hilfst du und wo finden wir dich?
Also bei allen Themen rund HR, ich bin wie gesagt HR-Expertin und von Prozessen und Effizienzsteigerung eben bei Prozessen und wieder mehr Zeit zu schaffen für das Thema Mensch, aber auch Employer-Branding-Themen oder Leadership-Coaching, wo ich mich ganz stark mit Sinn und dem Kern unserer Science beschäftige, also dass wir unsere Position im Unternehmen und unsere Stärken finden und sehen. Also da unterstütze ich sehr, sehr gerne und am besten auf LinkedIn, Natascha Dockall, auf meiner Website Creative Consulting oder auch auf unserem Podcast, den ich gemeinsam mit Nina Weil hoste, die HR-Coaches. Und da war die Bianca auch mit einem sehr spannenden Podcast schon bei uns zu Gast. Also auch das gerne, so als kleiner Wink mit dem Zaunfall, gerne nachhören.
Bianca Prommer [00:37:30]:
Verlinken wir alles in den Show Notes, damit ihr es so einfach wie möglich natürlich zu 1 Tasche findet. Folgt ihr unbedingt, ja, auf LinkedIn, sie teilt immer ganz, ganz wertvollen Content rund HR, was sich da tut. Es lohnt sich da wirklich reinzuschauen. Und wenn ihr sie persönlich kennenlernen wollt, einfach so ganz niederschwellig, 17. September,
Bianca Prommer [00:37:53]:
Open Space Future Lab. Da freuen wir uns ja dann auch beide. Da bin ich ja auch dabei, freuen wir uns auch beide. Also kommt da gerne vorbei, verlinkt man wie gesagt auch die Anmeldung dann direkt in den Show Loads. Natascha, vielen, vielen Dank, dass du heute da warst, dass du dir die Zeit genommen hast, also die Brille HR auf Innovation zu legen. Danke, dass du da warst.
Vielen, vielen Dank für die Einladung, für das sehr wertvolle Gespräch, für den tollen Austausch. Danke von Herzen auch für dein Tun in diesem Innovationsbereich, liebe Bianca.
Bianca Prommer [00:38:26]:
Danke, tschüss. Bis zum nächsten Mal.