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Die Kopfnüsse diesmal über:
Wie die SPÖ ihre Geschäfte verrichtet "Pinkeln kann eine gewisse Strahlkraft haben, aber es eignet sich nicht gut, um Besitzverhältnisse zu klären, vermutlich deshalb wurde das Grundbuch erfunden. Ich erzähle Ihnen das deshalb, weil ich in der vergangenen Woche den Eindruck hatte, auch in der SPÖ würden Reviere markiert. Nicht mittels pinkeln, aber es kam auf dasselbe hinaus."
Warum Babler seinen Gegnern dankbar sein sollte "Er müsste eigentlich drei Vaterunser, vielleicht besser drei Leninunser beten, dass passiert ist, was passiert ist. Vielleicht wird man später die Chaostage einmal als Wendepunkt sehen, als Erweckungserlebnis. Als Datum, an dem die SPÖ eigentlich keine Chance mehr hatte, die aber gut zu nutzten wusste."
Was mit Babler passiert ist "Plötzlich alles da! Präsenz in den Medien. Aktion. Emotion. Mobilisation. Andreas Babler findet statt, er zieht Aufmerksamkeit auf sich. Ein Strudel aus eigentlich verheerender Berichterstattung hat ihn nach oben gespült, er wurde am Weg nicht verschluckt, es wurde ihm vielmehr eine zweite Luft geschenkt. Es liegt jetzt an Babler – und nur an ihm – ob er die Welle surfen kann, die sich ihm nun bietet, oder ob er in ihr untergeht."
Die Chancen der SPÖ "Ob die "SPÖ neu" ein Ritt ins Glück wird, lässt sich noch nicht sagen. Ein Robin Hood an der Spitze einer Rebellengruppe, die eine Schneise durch Löwelwood Forest schlägt, das kann zu einem Ergebnis deutlich über 20 Prozent führen, aber auch zu einem schmerzlichen Absturz unter den symbolträchtigen Grenzwert. Am schlimmsten wäre für die SPÖ irgendwas mittendrin. Dann müssten vermutlich wieder ein paar Briefe geschrieben werden."
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Die Kopfnüsse diesmal über:
Klaus Lugers Rücktritt in Raten "Der Bürgermeister erklärte sich in einem Schreiben, zumindest ein bisschen: "Fehler gemacht." "Nicht okay." "Verzeihung." So trat er abends auch in der ZiB 1 vor die Kamera, es war sowieso die eigene. Aus Gründen der Einfachheit hatte sich der Linzer Bürgermeister bei seiner Stellungnahme zur Affäre von seinem Rathaus-Team filmen lassen, das Video verteilte er dann an die Medien.
Parteifreundschaft "Am Abend sprach die Linzer SPÖ ihrem Bürgermeister in einer Krisensitzung in Langenlois "zu 100 Prozent" das Vertrauen aus, was historisch gesehen in bisher 100 Prozent der Fälle dazu geführt hat, dass wenige Stunden später die ersten umfielen und so war es auch diesmal."
Das aufziehende Gewitter "Das SPÖ-Bundesparteipräsidium debattierte via Zoom über den Wahlkampf, die Sitzung wurde bis 13 Uhr verlängert. Doris Bures, Zweite Nationalratspräsidentin und mächtigste Frau der Partei, verlieh ihrem Unmut über das Wahlprogramm Ausdruck. Es war dem Teilnehmerkreis schon vor Wochen versprochen worden, tatsächlich bekam die Gruppe den letzten Entwurf* erst am Mittwoch dieser Woche zugestellt. Das gehe so nicht, polterte Bures, sie kritisierte die Art der Erstellung und die damit einhergehende Intransparenz. Ihr Wort fand wenig Gehör. Das sollte sich noch rächen.
Honig ums Maul "Der SPÖ fehle es an "Glaubwürdigkeit", an "ernsthaftem gestalterischen Anspruch", an "Schwerpunktsetzung", an "Priorisierung", schreibt Bures in einem Brief ans Parteipräsidium. Man verliere sich "in relativ unbedeutenden Bereichen", sie nennt die Forderung, den Anteil der Bio-Imker von derzeit 3 auf 10 Prozent zu erhöhen, als Beispiel."
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Die Corona-Kopfnüsse diesmal über:
Die Rückkehr von Kurz "Jetzt wird alles wieder gut. Der Kanzler ist zurück im Land. Mitte der vergangenen Woche muss er sich vom Süden aus nach Österreich durchgeschlagen haben. Es wird ordentlich scheppern im Innenministerium, wenn Karl Nehammer zu Ohren kommt, dass die Balkanroute gar nicht so geschlossen ist, wie er immer vermutet hat. Sogar ein von einer Vorstrafe Bedrohter kann offenbar mir nichts, dir nichts einreisen ins Land."
Das Kanzler Debakel "In Niederösterreichs wundervoll-wundersamer Landeshauptstadt hielt die ÖVP am vergangenen Samstag ihren 39. Bundesparteitag ab, Sebastian Kurz wurde mit 99,4 Prozent wiedergewählt, auf Twitter entspann sich flink eine Debatte darüber, ob es sich nun um ein fulminantes Ergebnis handle, oder eher um ein Debakel."
Den diskreten Gesundheitsminister "Aber es gibt ja den Gesundheitsminister, Wolfgang „Fast Lane“ Mückstein. Letzte Woche sagte er, dass er schon einen „sehr konkreten Plan“ für den Herbst habe. Diesen Sonntag erzählte er der „Krone“, dass er seinen „sehr konkreten Plan“ bereits dem Kanzleramt übermittelt habe. Was drin steht, verrät er nicht."
Brutale Politik "„Ich entziehe ihnen somit unser Du-Wort, das wir gegenseitig gern gepflegt haben“, polterte Nehammer. Ich meine, wir regen uns über Masken auf, aber wie brutal muss es sein, wenn sich der Innenminister und sein Vorvorgänger in der Nacht auf der Straße treffen und sich ab jetzt siezen müssen. „Du sie du!“
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Die Kopfnüsse diesmal über:
Wahlplakate "Ich bin mir nicht sicher, ob je ein Wahlplakat jemanden umgestimmt hat. Also, dass eine Wählerin Spitzenvertreter von Kampfduzer-Bewegungen auf einem Plakat gesehen haben, der jeweilige Kopf so groß wie ein Plutzer auf einem Wachauer Hokkaidofeld, und sich in der Sekunde umentschieden hat: "Den wähle ich jetzt, weil der schaut so lieb". Eher nicht!"
Martin Thür im Unterleiberl "Am vergangenen Montag fand das zweite Sommergespräch am Traunsee statt, Gast war Werner Kogler. Moderator Martin Thür kombinierte diesmal ein weißes Unterleiberl zum Sakko, bei Beate Meinl-Reisinger hatte es noch zu einem Hemd gereicht. Wenn das so weitergeht, dann sitzt Thür bei Herbert Kickl im Feinripp da und bei Karl Nehammer oben ohne. Vielleicht sagt er dann auch: "Kallag mig Martin", es würde den Sommer abrunden."
Dr. Werner Kogler "Kogler half sich – ich habe das nachgezählt – mit 102 Mal "ääh" oder "ähm" über die sieben Minuten zum Thema hinweg. "Das ist ja irre", sagte er andernorts im Interview. Das könnte man, ääh, so sehen."
Kanzlerin Nina Proll "Bis zum 29. September gibt es 58 TV-Sendungen, die sich mit der Wahl beschäftigen. Puls 4 widmet sich in einer zweiteiligen Doku einer Frage, die vielen bisher nur sanft unter den Nägeln brannte – "Nina Proll: Kann ich Kanzler?" Sebastian Kurz und Christian Kern wirken dabei mit. Die Wahl selbst werden wir als Akt der Erlösung empfinden, was voreilig ist, denn es folgen die Regierungsverhandlungen, die bunt werden könnten. Jedenfalls bieten sie Anlass zu vielen Diskussionen."
Ob früher alles besser war "So mancher Parteimanager sehnt sich - insgeheim natürlich – nach den Zeiten zurück, in denen es nur FS 1 und FS 2 gab, zwei Fernsehsender also. Da war man auch noch per Sie miteinander."
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In Kapitel 7 der Corona-Kopfnüsse hören Sie:
Die neue Rolle von Elisabeth Köstinger "Sie ist die Muttergottes der Öffnung, man müsste sie eigentlich auf Plakate drucken, so wie früher Waschmittel-Madonna Klementine von Ariel. Bei der Pressekonferenz trat Köstinger nicht nur auf, sondern sie zerbarst buchstäblich vor Freude. Sie stellte sich als „Gastronomieministerin“ vor. Endlich erhalten Speis und Trank im Land jene Wertschätzung, die ihnen jahrzehntelang vorenthalten worden war, ein eigenes Ministerium. Wenn es Brösel gibt, wissen die Schnitzel nun, wem sie an die Panier gehen können."
Die Visionen von Wolfgang Mückstein "Vielleicht bekommen wir heute auch eine Einschätzung, wie lange uns die Pandemie noch plagen wird. Für Mückstein wüsste ich eine Antwort. Er könnte sich hinstellen und sagen: „Ich denke, sie wird noch so drei bis vier Stangen Zigaretten dauern“. Das wäre sehr volksnah. Meine E-Card bekäme er dafür."
Kurz im Schweizerhaus "Er wollte möglichst viele Menschen an seinem Glück teilhaben lassen, das ja untrennbar auch mit unserem Glück verknüpft ist. Reporter sollten die Bilder eines bestens gelaunten „Öffnungskanzlers“ in die Welt hinaustragen, am ersten Tag der Auferstehung endgeil auf einen gegrillten Schweineunterschenkel. Zum Essen bestellte Kurz dann lieber Backhendl und trank Mineralwasser dazu, hätte sich die Begleitung des Kanzlers nicht aufgeopfert, die Schweineunterschenkel wären umsonst amputiert worden."
Mückstein im TV "Das büßte vor allem ZiB 2-Moderator Martin Thür, der mit allem rechnete, nur nicht mit Antworten. Der Gesundheitsminister aber legte den gesamten Öffnungsplan der Regierung offen, bestand darauf, die kritisierten Luftschlösser selbst gebaut zu haben und unterbot den Kanzler in der Datierung der nächsten Öffnungsschritte um eine ganze Woche."
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Den Kanzler und die Swifties "Karl Nehammer empfing am Freitagnachmittag eine "Swiftie-Delegation", ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass die Fans über eine politische Vertretung verfügen. Vielleicht wollte der Kanzler schauen, wie es ist, wenn man sich mit Vertretern einer größeren Partei unterhält, nach den Wahlen könnte sich das Problem stellen. Kurzfristig kann es helfen, ein Swiftversteher zu sein, mittelfristig aber scheint eine Zusatzausbildung zum Kicklversteher ratsam."
Österreichs Comeback "So nebenbei haben die fröhlichen jungen Menschen in all ihrer unbekümmerten Spontanität auch Österreich errettet. Einen Tag lang schickten wir die Botschaft in die Welt hinaus, ein Terrorland zu sein, in dem ein Besuch lebensgefährlich erscheint. Für ein Gebiet, das vom Tourismus lebt, sich aber nicht als Geisterbahn vermarktet, eine Naturkatastrophe. Keine 24 Stunden später sah die Welt Videos aus Österreich von heiteren jungen Menschen, die tanzten und sangen und Party machten. Rund um den Globus, auf den großen Webportalen von der "New York Times" abwärts, in den sozialen Medien, überall war "Sound of Music"."
Die Debatte über die syrische Großfamilie "Natürlich führen wir eine Debatte über Zuwanderung und selbstverständlich eine über Neid, da brauchen wir nicht um den heißen Humus herumreden. Geld und Neid sind siamesische Zwillinge, die gehen gemeinsam durchs Leben. Nicht jeder ist allen alles neidig, aber viele vielen vieles schon. Das gilt es zu beachten."
Die Reaktion der SPÖ "Man kann natürlich auch den Wiener Soziallandesrat Peter Hacker losschicken, dann aber läuft das so wie bei einer falsch verstandenen Registrierkasse. Jedes Mal wenn die Lade aufgeht, greift eine andere Partei rein und nimmt Wähler raus. Aber ich muss ja nicht mehr alles verstehen."
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Damit beschäftig sich Kapitel 6 der Corona-Kopfnüsse 2021:
Wie wir in den Bundesgärten gepflanzt werden "Also spazierte ein befugtes Wachorgan zwischen den kleinen Rasenflächen hin und her und wies die Menschen auf den illegalen Rasenflächen darauf hin, dass sie sich auf illegalen Rasenflächen befänden. Er konnte den Menschen auf den illegalen Rasenflächen den Weg zu den legalen Rasenflächen zeigen, es handelte sich um eine winziges Stück Grün neben einer Sandkiste. Dort tummelten sich bald recht viele Menschen, in Hotel-Handtüchern bemessen war die Örtlichkeit rasch ausreserviert."
Den Rückzug von Rudolf Anschober "Er will sich nun auskurieren, dann einen „politischen Roman“ schreiben, das sei sein Traum, sagt er. Folgt nach Reinhold Mitterlehner der zweite Oberösterreicher, der mit Kurz abrechnet, diesmal über den Umweg der Belletristik? Anschober dankte seinem Team, Freunden, Unbekannten, mit denen er in Öffis gesprochen hatte und solchen, die ihm Mehlspeisen als Aufmunterung ins Büro geschickt hatten. Der Kanzlerkam nicht in dieser Erzählung vor."
Der neuen Rolle von Sebastian Kurz "Der Rückzug von Rudolf Anschober muss auf den Kanzler befreiend gewirkt haben. Seit der Gesundheitsminister sich unter Hinterlassung von roten Rosen an sein Team nach Hause verfügte, ist Kurz wie auf Red Bull. Oft mehrfach am Tag erklärte er uns in der vergangenen Woche wie die nächste Zeit so sein wird, er sprühte vor Optimismus und Tatendrang ohne Tatenvollzug. Er wirkte, als wäre Anschober bisher zwischen ihm und der Zukunft gestanden."
Dem zögerlichen Beginn von Wolfgang Mückstein "„Ich möchte Teil der Lösung werden,“ antwortet er in auf die Frage, warum er sich zum Gesundheitsminister berufen fühlt. Auch sonst, eine Blumenwiese an Beliebigkeit, keine Biene, die sticht, nicht einmal eine Mücke."
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