Kopfnüsse

Kopfnüsse

By Christian NusserNewsEntertainment NewsPolitics
Download on the App Store

Kopfnüsse episodes

  • #23 2024 Dreikampf ums Kanzleramt, Protokoll einer Inszenierung

    In den Kopfnüssen hören Sie diesmal über:

    Bablers Rettung des Gratis-Fußballs "Babler rettet das Unzurettende. Er führt die alte Oma, die gar nicht auf die andere Straßenseite will, auf die andere Straßenseite. Er zieht den Leistungsschwimmer aus dem Becken, damit er nicht ertrinkt, was er gar nicht vorhatte. Der Fußball, den er befreien will, ist schon frei. Nicht ganz natürlich, aber weitgehend. Die relevanten Spiele der Fußball-Europameisterschaft sind allesamt kostenfrei bei Servus TV zu sehen. Es wäre ehrlicher gewesen, Babler hätte sich hingestellt und gesagt: "Des was i eh. Oba i wüll ned, dass des bei die Dosen spült". Bei Red Bull also, seinem Endgegner bei der Millionärsbesteuerung."

    Den Autogipfel als Drehmoment "Menschen bekamen Angst davor, dass über Nacht Lastwagen vorfahren würden, um ihre Benziner und Diesel aus den Hauseinfahrten und Garagen zu entführen. Nur Superkarl könnte das verhindern, das wurde suggeriert, zur Not indem er sich an den Autos festklebt, im Klebstoff natürlich technologieoffen."

    Wie die ÖVP die Stimmung drehte "Im Vergleich zur EU-Wahl 2019 hatte die ÖVP 441.893 Stimmen verloren, fast genau ein Drittel. Aber das war nicht mehr Thema. Vielmehr machte sich die Erzählung breit, dass die Volkspartei um 17 Uhr zu Tode prognostiziert worden war, Auferstehung gefeiert hatte und nun um 23 Uhr bereitstünde, um in den Himmel aufzufahren. Die Aufholjagd der Volkspartei, die noch nicht einmal begonnen hatte, trug bereits erste Früchte. Innerhalb von sechs Stunden, in der Zeit von 17 Uhr bis 23 Uhr, konnten schon 1,2 Prozentpunkte auf die Blauen gutgemacht werden. Wenn das in dem Tempo weitergeht, dann wird die ÖVP am 29. September zwischen 80 und 90 Prozent erreichen."

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    18 min
  • #22 2024: Das Wahl-Beben, das dann nur ein Rülpser war

    Teil Nummer 2 der Kopfnüsse zur EU-Wahl beschäftigt sich den Folgen des Wahltages

    Warum Wahlen bei uns immer ein Beben sind "Wann war eine Wahl in Österreich eigentlich das letzte Mal kein Beben? Also ganz simpel eine Wahl, die Leute geben ihre Stimmen ab, daraus errechnet sich ein Ergebnis, die einen freut´s, die anderen nicht? Bei uns: immer Gezische. Ich denke, an Wahlsonntagen kommen die Reporter in die Newsrooms, fahren ihre Computer rauf, tippen das Wort "Beben" in die Textmasken für Onlineartikel und Zeitungsberichte und dann sagen sie: "So, jetzt können die Resultate kommen, wir wären bereit."

    Warum das Beben kein Beben war "Also zunächst war es schon ein Beben und viele beschrieben das Beben auch als Beben. Furchterregend! Aber am Ende des Tages, und das ist in diesem Fall wortwörtlich zu verstehen, entpuppte sich das Beben als Rülpser. Schon auch laut und beachtlich, aber die Tassen im Kuchlkastl von Tante Erna fingen nicht an zu klirren."

    Was die Folgen waren "Österreich ging mit dem Bewusstein schlafen, dass die FPÖ einen Triumph erzielt hatte und wachte mit einem Brust-an-Brust-an Brust-Rennen um Platz 1 auf. Die Freiheitlichen lagen immer noch vorn, aber nun nur mehr 0,8 % von der Volkspartei entfernt. In Rülpsweite also."

    Was es für die SPÖ heißt, Dritter zu sein "Vor ein paar Wochen war ich in einem Wiener Wirtshaus einen Happen essen, ich kam mit dem Besitzer ins Gespräch, ein fröhlicher Typ, um die 40, politisch schwer einschätzbar. "Die SPÖ", sagte er am Ende in einer Mischung aus Verwunderung und Bewunderung, "kämpft mit großer Leidenschaft für die Themen, die vor 20 Jahren wichtig waren".

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    12 min
  • #21 2024: Hey Leute! Wie werdet Ihr Mäuse heute wählen?

    Teil Nummer 1 der Kopfnüsse zur EU-Wahl beschäftigt sich mit dem Wahlsonntag:

    Die Bedeutsamkeit von Wahlen "Wählen heißt auch, einen möglichen Irrtum in Kauf zu nehmen. Ob man sich richtig entschieden hat oder nicht, erfährt man oft erst Jahre später. Dann bekommt man eine neue Chance eingeräumt, sich ein weiteres Mal zu blamieren, leider ist das Risiko eines abermaligen Irrtums gleich hoch. Darauf basiert unser politisches System, es verführt uns in Wahlkämpfen zu möglichen Irrtümern. Diesmal nicht, denn Wahlkampf gab es genau genommen keinen, und die Gefahr, von einem Wahlplakat verführt zu werden, stellte sich als geringfügig heraus."

    Was die EU-Wahl verändern wird "In diesem echten Leben werden die Diskussionen mit einem Mal anders sein. Die Rolle von Jäger und Gejagten dreht sich um. Das Selbstvertrauen wird sich wandeln. Auf der einen Seite die vor Zuversicht strotzende FPÖ, um die sich noch mehr als schon jetzt die politische Debatte drehen wird. Auf der anderen Seite die früheren Großparteien voller Selbstzweifel, vor allem dann, wenn das Ergebnis am Sonntag unter den Erwartungen ausfällt, den eigenen, vor allem aber den fremden."

    Was das für die SPÖ heißt "Einigen Erzählungen der vergangenen Monate droht das Zerschellen. Die EU-Wahl ist der erste Fingerzeig, ob Andreas Babler seiner SPÖ tatsächlich neues Leben eingehaucht hat. Die Sozialdemokraten hatten in den letzten Jahren eine gewisse Leidenschaft dafür entwickelt, interne Debatten im öffentlichen Raum zu führen, die Kunstgattung könnte bei einem mageren Abschneiden eine Renaissance erleben. Nicht allein burgenländischer und tirolerischer Zungenschlag würde dann zu vernehmen sein."

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    15 min
  • #20 2024: Buchsbaumzünsler und andere Pflanzereien

    Die Kopfnüsse widmen sich diesmal diesen Themen:

    Warum Lena Schilling so wenig vorkommt "Noch ein paar Tage bis zur Volksabstimmung über Lena Schilling, die in anderen Ländern irrtümlicherweise EU-Wahl heißt. Der Zustrom an Chats ist versiegt, die Wasserfälle an Betroffenheits-Erzählungen in Fernsehsendern ebben ab. Das Land scheint seinen Durst gestillt zu haben. Selbst wenn nun enthüllt werden sollte, dass die Tanzlehrerin vor Jahren einmal grußlos an einem Stachelbeerstrauch vorbeigegangen ist, wird das keinen Erdrutsch mehr auslösen."

    Woran das Renatuierungsgesetz scheitert "Auch Österreich spielt in dieser Inszenierung eine gewisse Rolle. Ein Teil der Regierung ist für die Renaturierung, ein Teil dagegen. Die Umweltministerin ist dafür, darf aber nicht dafür sein, weil die Landeshauptleute dagegen sind. Von den Landeshauptleuten sind aber nun nicht mehr alle dagegen, es müssen aber offiziell alle dagegen sein, weil es drei Beschlüsse gibt, in denen alle dagegen waren. Im EU-Parlament haben SPÖ, Grüne und NEOS für die Renaturierung gestimmt, die FPÖ dagegen. Die ÖVP auch, aber ausgerechnet ihr Spitzenkandidat bei der letzten Wahl nicht. Der war dafür."

    Warum am 17. Juni die letzte Chance ist "Am 17. Juni findet in Brüssel der nächste Gipfel der EU-Umweltminister statt. Bleibt es dabei, dass Ungarn, Schweden, Polen, Italien und die Niederlande dagegen stimmen, Belgien und Finnland sich enthalten, dann ist Österreich bei der Abstimmung das Zünglein an der Waage. Kommt das Renaturierungsgesetz auf der Tagesordnung, dann hat Gewessler die Wahl zwischen Pest und Cholera: Sie kann gegen ihr eigenes Gesetz stimmen (indem sie sich enthält). Oder sie stimmt dafür, bricht die Verfassung und zertrümmert die Koalition. Das liegt in der Natur der Sache."

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    15 min
  • #19 2024 Hulapalu, Muhahha, Gott und die Welt

    Die Kopfnüsse beschäftigen sich diesmal mit folgenden Themen:

    Unserem Leben nach Lena Schilling "Wir schreiben uns selbst WhatsApp-Nachrichten, empören uns darüber, machen Screenshots, treffen uns mit uns selbst auf einer Parkbank und übergeben uns dann die Ausdrucke in einem braunen Kuvert. Unser Leben muss nicht wirklich ärmer werden, wenn es in diesem Leben keinen Schilling mehr gibt."

    Den TV-Duellen vor der EU-Wahl "Für potentielle Straßenfeger hielt man die Zweierkonfrontationen offenbar nicht, denn sie wurden in den Nachmittag verbannt. Am Dienstag der vergangenen Woche war als Opener Harald Vilimsky vs. Helmut Brandstätter zu sehen, im Hauptabendprogramm lief aber eine Doku über die "Geheimnisvolle Augustinerkirche". Solche Sachen werden ja schnell alt. Tags darauf, als sich Lena Schilling zunächst mit Lopatka und dann mit Schieder zur Jause traf, entführte uns ORF III ab 20.15 Uhr in die Gegend "Rund ums Fellhorn"."

    Dem abgetauchten Werner Kogler "Werner Kogler feiert mutmaßlich immer noch den Meistertitel von Sturm Graz. Vielleicht ist er aber auch in Paris und verhandelt mit Kylian Mbappe über einen Wechsel an die Mur. Der Stürmer-Star geht bekanntermaßen aus Paris weg und es wäre nicht das erste Mal, dass in Saint-Germain Verträge mit einer gewissen Relevanz für Österreich geschlossen werden."

    Der FPÖ und ihrem System "Im Windschatten der sanften Lenanisierung des Landes, ist die FPÖ massiv in den EU-Wahlkampf eingestiegen. Sie nutzt dafür vor allem FPÖ TV, auf YouTube hat der Kanal 205.000 Abonnenten. Am Donnerstag ging ein Video online, das es mit über 37 Minuten fast auf Spielfilmlänge bringt und schon im Titel deutlich macht, was uns die Freiheitlichen im Wahlkampf-Endspurt mitteilen wollen: "Mit Euch gegen das System". "System", diesen Begriff werden wir jetzt öfter hören und sehen und lesen."

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    17 min
  • #18 2024: Die verlorene Ehre der Lena S.

    Elefanten und Lena Schilling: Darüber lesen Sie diesmal in den Kopfnüssen:

    Eine interessante Überschrift im "Standard" "Ohrenwackeln und Urinieren: Begrüßungen von Elefanten ähneln jenen von Menschen. Ich habe das zwar noch nie gesehen, aber vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass sich Menschen mit Ohrenwackeln begrüßen. Zu Zeiten von Corona ist uns allerlei Blödsinn eingefallen, wie wir uns willkommen heißen könnten. Wir haben uns aus zwei Metern Entfernung zugewunken, als ginge es mit dem Zug vier Wochen zur Kur auf den Semmering. Wir haben uns verbeugt, mit dem Ellenbogen oder mit den Füßen berührt, was ab einem gewissen Alter als Erreichen der Olympiaqualifikation anerkannt werden sollte. Bankmanager, kurz vor der Pension und in feinstem Zwirn, haben sich mit der Ghettofaust begrüßt und für einen Moment gefühlt wie Harlem Globetrotters."

    Die Weltpolitik und Österreich "In all diese Gemengelange hinein erscheint der Blick auf das aktuelle Österreich einigermaßen verstörend. Ich kann mich täuschen, aber wenn wir in fünf Jahren auf das Jetzt zurückblicken, dann werden wir uns vielleicht Fragen stellen wie: "Was haben wir getan, um die EU zusammenzuhalten?" Oder: "Wie haben wir die europäische Autoindustrie zukunftssicher gemacht?" Oder: "Was haben wir unternommen, um Europa im Konzert mit den USA und China eine Stimme zu verschaffen?" Was wir uns mutmaßlich nicht fragen werden: "Hat Lena Schilling einen festen Charakter oder lügt sie wie gedruckt?"

    Was jetzt vielleicht eine gute Idee wäre "Jemand findet die Stopptaste, drückt kräftig drauf und beendet das Gefurze. Es wäre ein Pfingstwunder, aber wozu ist der Heilige Geist sonst heilig?"

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    15 min
  • #17 2024: Das Gefurze und seine Hintergrund-Geräusche

    Die Kopfnüsse widmen sich diesmal allerlei Überraschendem, etwa:

    Andreas Babler ist kein Linker mehr "Er sieht sich plötzlich "stark christlich-sozial verankert", wie er dem "Kurier" erzählte. Da wird seine Leninstatue ordentlich Schluckauf bekommen haben, immerhin hatte Karl Marx die Religion als "Opium des Volkes" bezeichnet und so freizügig stehen Rauschmittel in Österreich jetzt auch noch nicht zur Verfügung."

    Wie die Schilling-Affäre wirklich begann "Schilling lebte in einer Beziehung mit einem Politikerkollegen. Die Liebe ging im Frühjahr in die Brüche. Es gab männlicherseits etwas Verletztheit und in dieser Situation zeigte der Ex Anfang April einer Bekannten ein paar private Chatnachrichten, die ihm Schilling geschrieben hatte. Er hätte das vielleicht besser nicht tun sollen. In den Chats äußerte die grüne EU-Spitzenkandidatin den Verdacht, eine ihrer früher besten Freundinnen sei von ihrem Ehemann verprügelt worden und habe nach einem Übergriff eine Fehlgeburt erlitten. Das Problem: Bei der Bekannten, die nun die Chats zu lesen bekam, handelte es sich um die Betroffene selbst."

    Die rätselhaften Grünen "Es gab keine Kommunikationsstrategie. Es erschloss sich nicht, warum fünf Personen da standen und warum genau die. Warum die Klimaministerin anwesend war, aber nicht die Justizministerin. Wieso Leonore Gewessler immer wieder nickte als wäre sie die Ministrantin eines TV-Predigers. Weshalb man die drei Wochen Wartezeit nicht genutzt hatte, um sich Antworten auf die Fragen zu überlegen, die klar auf der Hand lagen. Und dann nannte Kogler die Vorwürfe auch noch "Gefurze". Die Grünen, die sich sonst mit jedem Himbeerstrauch solidarisieren, fanden keine Worte der Empathie für die potentiellen Opfer."

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    17 min
  • #16 2024: Liebe geht durch das Sagen

    Die Kopfnüsse bewegen sich diesmal zwischen Österreichs Almen und dem Wiener Rathausplatz hin und her. Zu hören gibt es:

    Ein paar Gedanken zur politischen Teilhabe "Auf orf.at las ich in der vergangenen Woche eine Überschrift, bei der mir das Herz aufging. "Wölfe: Hirten könnten Herden schützen". Endlich ein Vorschlag aus kundigem Mund, auch wenn der sonst nur Geheul hervorbringt. Hirten sollen das mit dem Schutz übernehmen, finden die Wölfe. Löblich, dass nun auch Betroffenen die Teilhabe an der Debatte ermöglicht wird. Fortan können wir mit den Wölfen auf Augenhöhe über das Thema sprechen, selbst wenn dies das Risiko birgt, dass einem danach ein Auge fehlt. Oder zwei."

    Politik mit Herz und Hirn. Oder ohne "Da uns die Politik schlecht fressen kann, umarmt sie uns derzeit zu Tode. Herz ist Trumpf. Bis 29. September werden wir so viel umgarnt und gebusselt werden, dass uns Hören und Sehen vergeht, was nicht immer ein Nachteil sein muss in diesem Land. Beim Parteirat in Wieselburg hatte Andreas Babler am 26. April sein Wahlprogramm vorgestellt, der SPÖ-Vorsitzende will "mit Herz und Hirn" auf Stimmenfang gehen. Er ist nicht der Einzige, der ein Auge auf unser Zentralorgan geworfen hat."

    Die Nationalratswahlen als Blackbox "Kanzler Karl Nehammer hat ausgeschlossen, mit Herbert Kickl in eine Koalition zu gehen. Okay, glauben wir das einmal. Aber was ist, wenn Nehammer so grottig abschneidet, dass er am Wahlabend Geschichte ist? Gibt es dann Schwarz-Blau trotzdem? Mit Kickl und jemand anderen aus der Volkspartei? Mit Edtstadler ohne Kickl? Haben das die ÖVP-Wähler so gewollt? Oder hatten sie eher die Wiederbelebung der alten Großen Koalition im Hinterkopf?"

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    12 min
  • # 15 2024 Die Reste aus beiden Welten

    Zur Debatte über lecker: "Es gibt Menschen, die können bei der Zufuhr von Speisen lediglich zwischen fest und flüssig unterscheiden. Sie fühlen sich durch die Frage, wie etwas geschmeckt hat, schnell in die Enge gedrängt und nennen dann oft das, was sie zu sich genommen haben, "lecker". Reine Notwehr. Irgendwas müssen sie ja sagen. Wenn Europa jetzt tatsächlich zu einer Festung ausgebaut werden soll, dann hoffe ich, dass wenigstens ein paar Reihen Stacheldraht übrigbleiben, um "lecker" von weiterer Migration abzuhalten."

    Der Bedeutung der EU-Wahl: "Die Wahlen zum Europäischen Parlament aber haben heuer noch eine ganz andere Bedeutsamkeit: Sie werden das Stimmungsbild prägen und zwar für alle Parteien. Anhand des Ergebnisses wird darüber befunden werden, ob die Bäume für die FPÖ wirklich in den Himmel wachsen. Ob Andreas Babler die richtige Wahl für die SPÖ war. Ob nicht doch Karoline Edtstadler statt Karl Nehammer für die ÖVP in die Nationalratswahl gehen sollte. Ob die Grünen erneut abstürzen und die Neos ihr Leben lang bei acht Prozent bleiben."

    Bablers neues Motto: "Babler redete knapp über eine Stunde, präsentierte 24 Ideen, griff sich dabei immer wieder ans Herz, nicht um es neu zu justieren oder weil er schauen wollte, ob die Geldbörse noch da ist, sondern um das Motto des Tages zu unterstreichen. Die SPÖ will mit "Herz und Hirn" in die Wahl gehen. Das Loch im O wurde mit einem Herz ausgefüllt, die Ö-Stricherl schauen mich an wie zwei Augen. So wie Babler da adrett gescheitelt auf der Bühne stand und sich ans Herz griff, hätte er auch eine neue Singlebörse ins Leben rufen können, um später bei "2 Minuten 2 Millionen" ein paar Start-up-Fördergelder abzustauben. Das Logo hätte gut dazu gepasst."

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    15 min
  • # 14 2024 Der Kanzler und seine Rätselrallye in die Mitte

    Leerstandsabgaben sind der neue politische Heuler. Der Staat und die Länder kommen an Geld, aber eine neue Steuer wurde nicht eingeführt, weil es ist ja nur eine Abgabe.  Die Regierung beschloss gemeinsam mit der SPÖ in der vergangenen Woche  ein  Verfassungsgesetz dazu und ich habe eine Frage: Warum ist ist die ÖVP da dabei?

    Ja,  Leerstände sind ein Übel, der Wohnraum ist knapp und teuer, da kann eine Gebühr durchaus einen Lenkungseffekt haben. Aber ohne Zweifel handelt es sich um einen groben Eingriff in Eigentum und die Volkspartei empfand ich immer als Schutzmantelmadonna der Eigentümer, der Unternehmerinnen und Unternehmer, der Industrie, des Handels, der Wirtschaft, des Bürgertums, der Hausbesitzer. Sie stand und kämpfte für deren Interessen, das konnte man gut oder schlecht finden, aber ausgekannt hat man sich wenigstens. Was soll die potentielle Wählerschaft jetzt von einer Partei halten, die für dieselben Ziele kämpft wie etwa die Kommunisten?

    In Innsbruck gibt es schon eine Leerstandsabgabe. Der Bürgermeister schätzt, dass es in Innsbruck insgesamt 7.000 Wohnungen gibt, die dauerhaft leer stehen, immerhin fast neun Prozent. Bis 22. Februar hatten sich aber gerade einmal 23 Eigentümer dieser 7.000 Wohnungen gemeldet und sich zu Zahlungen bereit erklärt.

    Da wird das Messerverbot vielleicht erfolgreicher sein. Obwohl noch unklar ist, bis zu welcher Anzahl Messerstiche als Straftat gelten und ab wann als Akt der Traditionspflege. In einigen Wiener Bezirken werden sich mehr Menschen nun dem Waidwerk zuwenden, weil es ebenfalls das offene Tragen von Messern erlaubt. Wenn also die Polizei einen Verdächtigen stoppt, um ihn zu fragen: Wohin des Weges?", dann kann der Betroffene antworten: "Ich bin unterwegs in die Bucklige Welt auf eine Gams, Herr Sheriff." Das Exekutivorgan wird ihn dann wohl ziehen lassen müssen.

    Hier können Sie die Kopfnüsse als Newsletter abonnieren.

    Behalten Sie hier all unsere Podcasts im Überblick.

    Zuschriften richten sie bitte an: [email protected]

    18 min

About Kopfnüsse

From the publisher's feed

Der "Kopfnüsse Podcast" bringt Christian Nussers scharfsinnige satirische Betrachtungen der österreichischen Innenpolitik direkt in Ihr Ohr. Seit über vier Jahren teilt Nusser schriftlich seine…

More shows like Kopfnüsse

Ö1 Journale by ORF Ö1

Ö1 Journale

42 Listeners

FALTER Radio by FALTER

FALTER Radio

33 Listeners

Erklär mir die Welt by Andreas Sator

Erklär mir die Welt

14 Listeners

Zur Frage der Nation. Der profil-Politikpodcast by Nachrichtenmagazin profil

Zur Frage der Nation. Der profil-Politikpodcast

3 Listeners

ZIB2-Podcast by ORF ZIB2

ZIB2-Podcast

7 Listeners

Thema des Tages by DER STANDARD

Thema des Tages

43 Listeners

Was wichtig ist by Die Presse

Was wichtig ist

5 Listeners

Inside Austria by DER STANDARD

Inside Austria

18 Listeners

Die Dunkelkammer – Der Investigativ-Podcast by DasKollektiv Medien

Die Dunkelkammer – Der Investigativ-Podcast

4 Listeners

Lohnt sich das? by DER STANDARD

Lohnt sich das?

0 Listeners

Scheuba fragt nach by FALTER

Scheuba fragt nach

5 Listeners

Österreich - die ganze Geschichte by ORF III

Österreich - die ganze Geschichte

6 Listeners

Nicht zu fassen. Der profil-Investigativpodcast by Nachrichtenmagazin profil

Nicht zu fassen. Der profil-Investigativpodcast

1 Listeners

Wissen was ist - der Newsflix-Podcast by Newsflix

Wissen was ist - der Newsflix-Podcast

0 Listeners

CEO by DER STANDARD

CEO

1 Listeners