Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Verzweiflung

    Das fünfte Kapitel im Markusevangelium zeigt drei Menschen, die am Ende sind. Zunächst einen Mann, der so schlimm von Dämonen getrieben ist, dass keinerlei Kontakt mehr zu anderen besteht. Er lebt in einem Grab wie ein Toter. Alle Versuche, seine Wut gegen sich und andere zu bändigen, sind gescheitert. – Die zweite Person ist auch ein hoffnungsloser Fall: eine Frau, die bereits seit zwölf Jahren schwer krank ist. Ihre Not hat sie zu vielen Ärzten getrieben. Sie hat ihr gesamtes Geld hierfür ausgegeben, aber es ist nicht besser, sondern schlechter geworden. – Schließlich noch ein Mann, dessen kleine Tochter im Sterben liegt. Seine Hoffnung fokussiert sich auf diesen Jesus, doch sie wird zunächst scheinbar enttäuscht. Denn das Kind stirbt, und damit scheint jede Hoffnung verloren.

    Doch das, was für Menschen unmöglich ist, ist bei Jesus möglich. Er verwandelt Verzweiflung in neues Leben: Der Besessene kehrt befreit in die Gemeinschaft der Menschen zurück. Die Frau wird geheilt. Und das tote Mädchen wird von Jesus auferweckt und ihren Eltern zurückgegeben.

    Diese drei glücklichen Ausgänge sind wichtige Hinweise. Denn es gibt eine andere, ganz existenzielle Art der Verzweiflung, die uns Menschen packen kann: Wenn wir erkennen, wie abgrundtief böse unser Herz ist. Und es wird trotz der besten Vorsätze nicht besser. Ein Mensch, dem Gott ein solch waches Gewissen schenkt, gerät dadurch in Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Doch das ist heilsam, denn es treibt ihn zu dem, der allein helfen kann: Jesus. Um uns aus dieser berechtigten Verzweiflung zu retten, ist er für uns am Kreuz gestorben. Und wie bei den drei Genannten kann er die Verzweiflung über Schuld in neues Leben verwandeln: durch Vergebung.

    Markus Majonica

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    6 min
  • Solidarität und/oder Gebet?

    Als im vergangenen Jahr Russland einen Krieg gegen die Ukraine in Gang setzte, gab es von vielen Ländern eine große Solidarität mit dem überfallenen Land. Zahlreiche Bilder und Berichte vermittelten den unvorstellbaren Schrecken des Krieges und seine Folgen für die Menschen. Millionen flüchteten und ließen ihr gesamtes Hab und Gut zurück, während der Aggressor Russland Zerstörung, Leid und Tod über weite Regionen des Landes brachte. Doch nicht nur Solidarität löste das alles aus. Viele beteten auch zu Gott, um aus Not und Angst befreit zu werden, und für eine Beendigung der Kämpfe.

    Der heutige Buß- und Bettag steht für eine früher landesweite Bewegung, bei Not und Gefahr die ganze Bevölkerung zum Gebet aufzurufen. Dahinter stand die Einsicht, nur sehr begrenzt selbst für eine Wende sorgen zu können, und die Überzeugung, wesentlich von Gottes Eingreifen abhängig zu sein. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann der Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres festgelegt, um einen solchen Buß- und Bettag zu begehen.

    In seiner Bezeichnung geht die Buße, also die Umkehr zu Gott, dem Beten voraus. Das ist der Einsicht geschuldet, dass man Gott kaum um etwas bitten kann, wenn man abgewendet von ihm lebt, denkt und handelt. Der Aufruf zur Buße erfolgt in der Bibel immer wieder (siehe Tagesvers), und er ist heute nötiger denn je, weil immer mehr Menschen sich von Gott abgewendet haben – zumindest in Deutschland, wo dieser Tag 1994 in vielen Bundesländern als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde. Dabei geht es für uns um alles, nicht nur um Rettung aus gegenwärtiger Not, sondern auch um unsere ewige Errettung. Sich daran zu erinnern und entsprechend zu handeln, dazu ist heute und an jedem Tag Gelegenheit.

    Joachim Pletsch

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    5 min
  • Herrlichkeit und Schande

    Der englische Pastor John Stott sagte einmal auf die Frage, warum er glaube, dass das Christentum wahr sei, und es als einzige Glaubensrichtung das Paradoxon der Herrlichkeit und Schande des Menschen erklären könne. Diese beiden Begriffe prägen uns tatsächlich. Nehmen wir das Hochwasser im Ahrtal: Menschen wuchsen in der Not über sich hinaus. Es gab echte Helden, die unter Einsatz ihres Lebens andere retteten und unzählige Helfer, die sich tatkräftig für ihre Mitmenschen einsetzten. Aber auch die Schande des Menschen zeigte sich: Plünderer, die schamlos die Not ihrer Mitbürger ausnutzten, Hilfsgüter stahlen oder sich in den unbewohnten Häusern selbst bedienten. Woher kommt es, dass wir Menschen einerseits so gut und andererseits so böse sein können?

    Die Bibel sagt, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes ist. Unsere Fähigkeit zum rationalen Denken, unser Empfinden für Schönheit und Gerechtigkeit, unser Verlangen, uns für eine größere Sache einzusetzen, kommen daher, dass wir nicht bloße Materie, sondern im Bild unseres Schöpfers geschaffen sind. Andererseits sehen wir auch, dass der Mensch zu abgrundtiefer Bosheit fähig ist. Wir sind Gott-ähnlich, aber zugleich schlimmer als Tiere, wofür der Begriff »Auschwitz« zum Synonym geworden ist. Ja, wir können lieben, denken, Schönes erschaffen, mitfühlen und uns für andere einsetzen – aber wir können auch hassen, kämpfen, lügen, zerstören und töten. »Allmählich wurde mir offenbar, dass die Linie, die Gut und Böse trennt, nicht zwischen Staaten, nicht zwischen Klassen und Parteien verläuft, sondern quer durch jedes Menschenherz«, schrieb der Gulag-Überlebende und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn. Doch die Bibel stellt nicht nur die passende Diagnose, sondern bietet auch die wirksame Therapie: die Erlösung in Christus Jesus.

    Elisabeth Weise

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    6 min
  • Guter und schlechter Samen

    Wer im August einen der heute zahlreichen Fichtenkahlschläge durchquert, wird sicher an seiner Kleidung oder im Fell seines Hundes eine Menge kleiner Kügelchen finden. Das sind die Samen des Klebkrauts, das zusammen mit Hohlzahn, Weidenröschen, Brombeeren, Taubnesseln und vielem mehr gnädig die Wunden des Waldes bedeckt. Diese kleinen Kügelchen verraten jedem Kundigen, wo man sich aufgehalten hat.

    Das erinnert mich daran, dass andere Menschen an meiner Wortwahl und an meinem Verhalten ziemlich deutlich einschätzen können, in welchem Milieu ich mich bewege. Und wenn sich diese Kügelchen mit ihren winzigen Hakenhärchen auch gut festhalten können, so fallen sie doch manchmal an Orten ab, die bisher kein Klebkraut kannten. Genauso können wir durch unser Verhalten andere anstecken. Mit welchen Ausdrücken, die sie auf dem Spielplatz oder in der Schule aufgeschnappt haben, erschrecken Kinder manchmal ihre braven Eltern! Die haben dann viel Mühe, den ausgestreuten Samen wieder unschädlich zu machen. Dazu haben sie große Weisheit nötig, weil sie sonst diese schädlichen Samenkörner nur noch fester ihren Kindern in die Seele prägen.

    Das Ausstreuen von Samen gilt natürlich auch im positiven Sinn. Jedes Mal, wenn Kinder erleben, dass die Eltern im Alltag das verwirklichen, was sie bei der biblischen Gute-Nacht-Geschichte erzählt hatten, erleben die Kinder das Ausstreuen guter Samen. So können wir alle guten Samen säen wie der Schweizer Walter Mauerhofer: Als Gärtnerlehrling hatte er gelernt, Saatgut auszustreuen. Dann wurde er von Gott berufen, nach Österreich zu gehen. Seit über 50 Jahren streut er dort den guten Samen des Wortes Gottes aus. Mit erstaunlichen Ergebnissen!

    Hermann Grabe

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    5 min
  • Hoffnung

    Hoffnung erwächst aus dem Glauben, dass alles wieder gut wird, dass es eine Zukunft gibt, dass nach einer dunklen Nacht wieder der Tag anbricht und es hell wird. Der Glaube wiederum gründet sich auf einen Zuspruch, d. h., ein anderer versichert mir, dass es so kommen wird, wie ich es mir erhoffe.

    Einen solchen Zuspruch mag mir ein Mensch geben, der aber selbst gar keine Macht über die Zukunft hat, dessen Möglichkeiten begrenzt sind und der gar keine Garantie dafür geben kann, dass es wieder hell wird. Dann wird sich meine Hoffnung u. U. nicht erfüllen, sondern enttäuscht werden. Wenn aber Gott mir diesen Zuspruch gibt, dann tut das jemand, der alle Macht hat und die Dinge umkehren kann, wie er will. Er kann das geschehen lassen, was die Sonne in meinem Leben wieder hell strahlen lässt. Er kann die dunklen Wolken beiseiteschieben, die in unseren Köpfen und manchmal auch wirklich über unserem Leben hängen. Er kann Rettung bringen, wo alle Menschen »mit ihrem Latein« am Ende sind. Er kann uns aus der Enge, in die wir getrieben wurden, wieder zurück in die Weite führen.

    Was wäre denn so ein göttlicher Zuspruch? Z. B. sagte er: »Fürchte dich nicht, glaube nur!« – Halte am Glauben fest, vertraue mir! Ich werde mich darum kümmern, und du wirst mich preisen (vgl. Psalm 43,5). Und dann sagt er auch noch: »Wer den Sohn hat, hat das Leben« (1. Johannes 5,12). Dieser Sohn ist Jesus Christus. Dessen Hand kann man im Glauben ergreifen, indem man zu ihm ruft: »Herr, rette mich!«, während man droht, in den Wellen und Stürmen des Lebens zu versinken. Denn dafür ist der Sohn Gottes gekommen, damit wir nicht für ewig in den Fluten des Todes versinken und verlorengehen müssen.

    Joachim Pletsch

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    5 min
  • Die perfekte Wohnung

    An manchen Tagen laufe ich durch unsere Wohnung und finde überall, wo ich auch hinschaue, »Optimierungspotenzial«: Hier müsste mal wieder abgestaubt werden ... dieses Regal wollte ich schon längst ausgemistet haben ... an der Wand müsste unbedingt noch einmal nachgestrichen werden, und ein neuer Schlafzimmerschrank würde den Raum optisch ruhiger gestalten. An manchen Tagen sehne ich mich sogar nach einem weiteren Zimmer, um all dem Chaos aus dem Weg gehen zu können!

    Leider werden meine Träume von einer perfekten Wohnung aus verschiedenen Gründen nicht Realität. Im Alltag reichen Zeit und Kräfte nicht immer aus, alles gleichzeitig sauber und ordentlich zu halten. Und schließlich fehlt uns manchmal auch einfach das nötige Geld, praktischere oder schönere Möbel zu kaufen oder gar in eine größere Wohnung oder in ein Haus umzuziehen. Das ist sehr frustrierend! Ganz besonders dann, wenn ich trotz meiner Mühe am Ende des Tages keine Verbesserung der Situation erkennen kann. Ich muss immer wieder feststellen, dass ich meine Wunschvorstellung von einem stets perfekten Zuhause loslassen muss.

    In diesen Momenten tröstet mich die Zusage Jesu, dass er denen, die an ihn glauben, Wohnungen im Himmel vorbereitet hat. Das bedeutet, dass ich nicht mehr frustriert nach dem perfekten Zustand streben muss – egal, in welchem Lebensbereich. Absolute Zufriedenheit gibt es nämlich auf dieser Erde nie, immer bleiben noch Wünsche offen. Aber wenn Sie glauben, dass Jesus Christus am Kreuz für Sie gestorben ist, dann hält er auch für Sie eine Wohnung im Himmel bereit, die perfekt sein wird. Wer das weiß, der kann Chaos auch mal Chaos sein lassen und auch in einfachen Umständen glücklich und dankbar sein.

    Kathrin Stöbener

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    4 min
  • Frei wie der Vogel

    Das dritte Buch Mose enthält Regeln, die uns fremd erscheinen. Hier im 14. Kapitel geht es z. B. um die Reinigung eines ehemals Aussätzigen. War er tatsächlich geheilt, dann benötigte der Priester als Opfer zwei lebende, reine Vögel, Zedernholz, karmesinfarbene Wolle und Ysop (ein krautiges Gewächs). Der eine Vogel musste nun über frischem Wasser geschlachtet werden. Das Holz, die Wolle, der Ysop und der noch lebende Vogel sollten in das Blut des geschlachteten Vogels getaucht werden. Auch der Geheilte sollte mit dem Blut des geopferten Vogels besprengt werden. Schließlich wurde der lebende Vogel freigelassen.

    Ich kann verstehen, dass man solche Stellen der Bibel leicht überblättert. Doch wenn man die Details betrachtet, erhält man ein erstaunliches Bild von Schuld und Vergebung. Der Aussatz ist in der Bibel oft ein Bild für Sünde. Er schloss von der Gemeinschaft aus, so wie es Sünde auch tut. Die kräftige Karmesinfarbe deutet auch auf Sünde, die in Gottes Augen sichtbar ist (Jesaja 1,18). Holz und Ysop lassen an die Kreuzigung denken, bei der der Sohn Gottes für die Schuld der Menschen an einem Holzkreuz hing, mittels eines Ysops getränkt wurde und sein Blut für die Sünde der Menschen vergoss. Das frische (andere übersetzen: lebendige) Wasser spricht vom Heiligen Geist, der den Menschen von seiner Schuld überführt. Die Tötung des einen Vogels macht deutlich, dass auf Sünde die Todesstrafe steht. Die Besprengung des ehemals Aussätzigen mit dessen Blut macht deutlich, dass an seiner Stelle ein anderes Lebewesen sterben musste. Und der zweite Vogel? Er steht für das neue Leben, das Gott durch die Vergebung schenkt, ein Leben der Freiheit von Schuld, das sich zu Gott aufschwingt!

    Markus Majonica

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    5 min
  • Guten Appetit!

    Haben Sie ein Lieblingsessen? Vielleicht den echten deutschen Sauerbraten? Oder das beliebte Kalorientrio Hamburger, Pizza, Pommes? Oder mögen Sie etwa neumodische »Superfoods« wie Nudeln aus Insektenmehl? Ich persönlich finde das alte Nachkriegsrezept »Speckeier« meiner Oma unvergleichlich gut, vielleicht, weil es so viele Kindheitserinnerungen weckt.

    Essen ist ein nicht unbedeutender Teil unseres Lebens. Dabei müssen wir uns nie wirklich Gedanken machen, ob wir etwas auf dem Teller haben, sondern höchstens, was. Die Auswahl im Supermarktregal ist manchmal schwindelerregend. Essen war schon immer auch eine wichtige Gemeinschaftsaktion: die familiäre Weihnachtstafel, das bedeutsame Geschäftsessen oder das lauschige Dinner zu zweit. Man kommt zum Essen zusammen, tauscht sich aus, schaut sich in die Augen, hört einander zu.

    Die Bibel hat eine ganze Menge über das Thema Essen zu sagen. In unserem Tagesvers heißt es, dass Gott uns viele gute Dinge gibt, damit wir sie genießen können. Gott ist der größte Gönner! Und er möchte mit uns »essen und trinken«, Gemeinschaft haben, Beziehung pflegen. Im letzten Buch der Bibel spricht Jesus genau davon: »Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.« Jedes Mal, wenn Sie in diesem Kalender lesen, in die Bibel schauen oder zu einem Gottesdienst gehen, klopft Jesus auch an Ihr Herz. Man könnte sagen, Jesus gibt Ihnen eine Einladung zum gemeinsamen Essen. Möchten Sie Ihr Leben aus Ihrer Hand in seine geben? Möchten Sie die Gemeinschaft erleben, wofür Gott Sie geschaffen hat und Jesus gestorben ist? Dann nehmen Sie seine »Essenseinladung« an! Er wartet auf Sie.

    Jan Klein

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    6 min
  • Zu schnell geurteilt

    Letztens brachte ich kranken Freunden ein Mittagessen. Ich parkte unglücklich halb am Bordstein, weil es nicht anders möglich war, wohl wissend, dass ich dort eigentlich schlecht stand. Das hat den Fahrradfahrer, der aus dem Wald kam, offensichtlich ziemlich gestört, obwohl er sowieso auf die Straße abbiegen musste. Trotzdem rief er laut: »Was für ein unmögliches Benehmen, sein Auto auf dem Gehweg zu parken! Wer macht denn so etwas?« Ich hätte seinen Vorwurf einfach überhören und abhaken können, aber er hat mich doch nachdenklich gemacht. Der Mann wusste nicht, dass ich den halben Morgen für meine Familie und die Freunde gekocht hatte oder dass ich seit Wochen Probleme mit einer schmerzhaften Hand habe und so den Korb mit dem Essen nicht weit tragen konnte. Er sah scheinbar auch nicht, dass sonst überall Garagen waren. Ich konnte ihn verstehen, denn aus seiner Sicht war es Dummheit, dort zu stehen. Aber er kannte einfach nicht das ganze Bild.

    Wie oft geht es uns genauso!? Wir urteilen über Menschen, manchmal in einem Augenblick, und bilden uns eine Meinung. Wir wissen oft gar nicht, wieso ein Mensch so handelt, ob er gute Gründe dafür hat, oder ob er einfach ganz anders geprägt ist als wir. Wir können anderen immer nur vor den Kopf schauen. Wir oft erlauben wir uns ein schnelles Urteil, regen uns auf, wissen es besser.

    Ich möchte mich immer wieder daran erinnern, jeden Menschen gleich zu behandeln. Das ist unglaublich schwierig, weil es göttliche Liebe dafür braucht. Nur Gott liebt jeden Menschen gleich, unabhängig von seiner Herkunft, seinem Handeln, seiner Prägung. Ich mache so schnell Schubladen auf, aber Gott macht das nicht. Er will uns helfen, Empathie, Liebe und Freundlichkeit zu haben.

    Ann-Christin Ohrendorf

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    5 min
  • Träume und Ziele

    Träume sind eine schöne Sache. Oft liest man: »Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume.« Träume haben allerdings einen Nachteil: Ich kann sie nicht klar definieren und deshalb häufig nicht feststellen, ob ich die Erfüllung meines Traumes tatsächlich erlebe. Ein Beispiel: Ich kann davon träumen, ein »gutes Leben« zu leben. Da geht es schon los: Was ist »gut«? Wann ist mein Leben »gut« genug? Wann ist mein Urlaub schön genug, mein Partner aufregend genug, mein Job erfüllend genug? Vor allem, wenn ich sehe, dass es anderen »besser« geht, sie also ein »besseres« Leben haben?

    Ziele sind anders: Sie sind definierbar, erreichbar und überprüfbar. Ein Beispiel: Ich möchte gerne 3 kg abnehmen. Das kann ich schaffen. Das kann ich jederzeit nachmessen, und dann weiß ich ganz genau, wann ich mein Ziel erreicht habe. Ein anderes Beispiel: Ich kann sagen, ich putze meine Wohnung so lange, bis sie sauber ist. Das wäre eher ein Traum. Denn wann ist sie »sauber genug«? Wenn ich aber sage: Ich putze jetzt eine Stunde meine Küche – dann habe ich nach einer Stunde Arbeit mein Ziel erreicht. Sich Ziele in diesem Sinn zu setzen, ist eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit. Ein kluger Mann hat deshalb einmal gesagt: Setze dir Tagesziele, Wochenziele, Jahresziele und Lebensziele. Wenn du ein Ziel erreicht hast, ist das gut. Dann setz dir das nächste Ziel. Ziele sind also greifbar, realistisch, erlebbar.

    Wenn nun jemand sagt, er möchte in den Himmel kommen, ist das ein Traum oder ein Ziel? Paulus macht deutlich, dass das Erreichen des Himmels für ihn kein diffuser Traum ist, sondern ein klar definiertes, erreichbares Ziel. Gott sagt es jedem zu, der sein Leben auf seinen Sohn gründet.

    Markus Majonica

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    5 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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