Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Fragen an Frauen in der Bibel (3)

    Auch der liebevollste Ehemann liegt manchmal völlig daneben. Das erlebte Hanna, eine Frau aus dem Alten Testament. Sie wünschte sich sehnlichst ein Kind und litt sehr unter ihrer Unfruchtbarkeit. Ihr Mann liebte Hanna aufrichtig, aber er konnte nicht verstehen, wie sehr sie sich wünschte, Mutter zu sein. »Du hast doch mich!«, sagte er in seiner männlichen Selbstüberschätzung, »das ist doch besser, als zehn Kinder zu haben!« Wie wenig verstand er das Herz seiner Frau.

    Wenn es uns schlecht geht, wünschen wir uns Verständnis und Mitgefühl von Menschen, die uns nahestehen. Aber manchmal versagen diese darin. Jeder kennt Gefühle, die niemand sonst so recht nachvollziehen kann. Entweder, weil die anderen sich keine Mühe geben, sie zu verstehen, oder auch, weil sie es einfach nicht können.

    Hanna tat das einzig Richtige: Sie schüttet ihr bekümmertes Herz in einem langen Gebet vor Gott aus. Das Problem konnte nicht zwischen Hanna und ihrem Mann gelöst werden, aber es löste sich, als Hanna zu Gott betete. Sogar ihr Gesichtsausdruck, der vorher von Hoffnungslosigkeit und Kummer gezeichnet war, änderte sich. Und das, obwohl sich ihre Situation noch gar nicht verbessert hatte.

    Wenn Menschen uns enttäuschen, Gott enttäuscht nicht. Wohl dem, der sich in seiner Frustration und seinem Kummer an ihn wendet! Manchmal wird Gott die Situation ändern, so wie er das bei Hanna tat, die tatsächlich einige Monate später ein Kind bekam. Oder er wird unser Herz so verändern, dass wir mit der Schwierigkeit weiterleben können. Auf jeden Fall macht die Nähe zu Gott den Unterschied. Wer seine Not an den Höchsten abgeben kann, wird auch das Unverständnis seiner Mitmenschen leichter ertragen können.


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    8 min
  • Fragen an Frauen in der Bibel (2)

    »Unfassbar, dass das passiert ist! Warum hat Gott nicht eingegriffen?« Die WhatsApp-Nachrichten drückten Trauer und Betroffenheit aus, nachdem im Klassenchat geteilt worden war, dass die ehemalige Schulkameradin meines Mannes mit knapp 50 Jahren ihrem Krebsleiden erlegen war.

    Auch ein anderer Mann erlebte Schweres. An einem Tag kamen alle seine Kinder ums Leben, er verlor seinen Besitz und dann auch noch seine Gesundheit. Seine Frau sagte verzweifelt zu ihm: »Jetzt kannst du deinem Glauben auch noch absagen. Fluch Gott und stirb!« Doch Hiob, dessen Geschichte uns die Bibel im Alten Testament erzählt, antwortete seiner Frau mit einer interessanten Frage: »Wenn wir das Gute von Gott angenommen haben, sollten wir das Böse nicht auch annehmen?«

    Wir alle nehmen gerne das Gute in unserem Leben mit: Ehepartner, Gesundheit, Kinder, Besitz. Was das mit Gott zu tun hat, darüber denken wir nur wenig nach. Doch wenn uns eines dieser Dinge plötzlich genommen wird, fragen wir entrüstet, wie Gott das nur zulassen konnte. Ganz anders Hiob. Er hatte eine enge Beziehung zu Gott in guten Zeiten und diente ihm, als er reich, gesund und glücklich war. Aber er hielt auch an Gott fest, als er krank, vereinsamt und arm war. Er liebte Gott um seiner selbst willen.

    Leid offenbart, was für ein Gottesbild wir haben. Ist Gott nur ein Wunscherfüller, der uns Gutes schenken soll, sich aber sonst nicht in unser Leben einmischen darf? Diese Vorstellung zerplatzt, wenn es Leid in unserem Leben gibt. Aber Gott möchte uns in guten und in schweren Tagen nah sein. Wenn wir uns im Leid nicht von ihm abwenden, kann dies die Möglichkeit sein, seinen Trost und seine Hilfe so real zu erfahren wie niemals zuvor.


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    5 min
  • Fragen an Frauen in der Bibel (1)

    »Er hat aber angefangen! Er ist schuld!« Meine kleine Tochter schaute mich trotzig an, als ich sie wegen ihres ungezogenen Verhaltens zur Rede stellte. Wie alle Mütter kenne ich diese Ausrede nur zu gut. Was Kinder plump tun, habe ich aber auch schon oft getan: Anstatt selbst die Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen, habe ich die Schuld auf andere abgeschoben. Wahrscheinlich haben wir alle diese Neigung vom ersten Menschenpaar geerbt.

    Totale Freude, ungetrübter Genuss, junge Liebe. Wie gut ging es Adam und Eva im Paradies! Sie lebten in einer herrlichen Freiheit, alles war ihnen erlaubt – bis auf eine Sache. Es gab eine Regel, an die sie sich halten sollten: »Von dem Baum in der Mitte des Gartens sollst du nicht essen.« Wir wissen, wie es ausgegangen ist: Eva ließ sich von der Schlange verführen, nahm von der verbotenen Frucht und gab auch ihrem Mann davon. Seitdem ist die Sünde in der Welt. – Interessant ist, wie Gott damit umgeht. Er stellt Fragen. Auch an Eva: »Warum hast du das getan?« Gottes Frage ist die erste Frage an eine Frau. Warum fragte Gott? Er wusste doch, wahrscheinlich besser als Eva selbst, welche Mischung aus Neugier, Rebellion und Misstrauen zu der Tat geführt hatte. Aber Gott wollte Eva die Chance geben, ihren Teil an der Sache zuzugeben. Doch leider nutzte sie diese Chance nicht. »Die Schlange hat mich verführt«, antwortete sie und versuchte so, die Schuld von sich abzuschieben.

    Bis heute fällt es Kindern wie Erwachsenen schwer, Fehlverhalten zuzugeben. Menschen gegenüber, aber auch gegenüber Gott. Wir sind groß darin, die Gründe für unser falsches Handeln bei anderen zu suchen. Doch Ausflüchte helfen nicht weiter. Nur wer seine Schuld zugibt, wird Vergebung und Befreiung finden.


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    8 min
  • Der unerkannte Schatz

    Als im Jahr 1866 die größte Diamantenmine der Welt in Südafrika entdeckt wurde, ahnte man zunächst nichts davon. Ein Mann namens Schalk van Niekerk fand Steine, die wie Diamanten aussahen und einfach auf dem Boden herumlagen. Als er darauf aufmerksam machte, sagten die Leute: »Mach dich nicht lächerlich! Diamanten, die einfach so im Sand herumliegen und die man einfach nur aufzulesen braucht, so etwas gibt es doch nicht!« Ein besonders großes Exemplar wurde per Post an den damals führenden Geologen, Dr. William G. Athertone (1814–1898) geschickt. Dieser bestätigte, dass es sich um einen 21,25 Karat (ca. 4,25 g) schweren Diamanten handelte.

    Die gute Botschaft, dass jeder Mensch durch den persönlichen Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnt werden kann, ist leider auch so ein weithin »unerkannter Schatz«. Ein Hauptgrund hierfür liegt darin begründet, dass wir stolzen Menschen die Notwendigkeit der Versöhnung mit unserem Schöpfer als nicht mehr zeitgemäß beiseiteschieben. Doch Gott und sein Wort an uns haben sich über die Jahrhunderte nicht verändert. Die Bibel bringt es auf den Punkt: »Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten Mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil« (Hebräer 9,27-28). Mit »Heil« ist hier das ewige, also nicht endende Leben in Freude und harmonischer Gemeinschaft mit Gott gemeint. Der »Wert« dieser Botschaft ist für jeden, der sie ernst und persönlich im Glauben annimmt, unvergleichlich höher als alle Diamanten dieser Erde zusammengenommen.


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    5 min
  • Der Allmächtige hat uns Menschen lieb!

    Der Tagesvers ist ein Satz aus der Bibel, der allen, die diesen Gott noch gar nicht kennen, Geschmack darauf machen sollte, ihn kennenzulernen. Wer Gott wirklich kennt, weiß in etwa, was es bedeutet, den um Hilfe bitten zu dürfen, der Herr aller Heerscharen ist. Damit sind ja nicht nur die Abermillionen Engel gemeint, sondern auch alles andere, was er in Überfluss erschaffen hat. Z. B. die Unzahl der Galaxien und der Sterne darin, die Sandkörner an den Ufern der Meere und in den Wüsten, die nach Gottes Gesetzen arbeitenden Naturkräfte, der Überfluss an Schöpfungsideen, der sich rings um uns her unseren Sinnen darbietet, obwohl wir Menschen bereits sehr viel davon zerstört haben.

    Alles steht ihm widerspruchslos zu Gebote, auch wenn es unseren beschränkten Sinnen oft nicht so vorkommt. Und er hat zugesagt, es zu unserem Heil und nicht zu unserem Verderben einzusetzen, wenn wir uns ihm anvertrauen wollen. Aber nicht genug damit. Er ist auch der Gott jedes einzelnen Menschen. Dieser ganz und gar allmächtige Gott hat sich aus völlig unerklärlicher Liebe zu uns kleinen Menschen herabgeneigt, und das gibt jedem von uns die berechtigte Hoffnung, bei ihm ein offenes Ohr zu finden.

    Es ist doch ein eindeutiges Zeichen seines unbegrenzten Erbarmens, dass er sich Gott Jakobs nennen lässt. Würde es heißen, er sei der Gott Moses oder des Paulus, dann hätten Leute wie ich kaum Hoffnung, von ihm erhört zu werden. Aber weil er auch der Gott Jakobs ist, fühle ich mich bei ihm an der richtigen Adresse. Jakob war ein Betrüger, hinterlistig und unverfroren. Wie oft hat Jakob so gehandelt, dass Gott ihn wie eine »heiße Kartoffel« hätte fallen lassen müssen; aber er hat ihm immer wieder aufgeholfen.


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    6 min
  • Eine kaputte Scheibe

    Gedankenversunken gehe ich durch die rückwärtige Tür in meine Garage. Ich steige in mein Auto und betätige die Fernbedienung zum Hochfahren des Garagentores. Noch bevor das Tor ganz oben ist, starte ich den Motor und fahre, aus welchen Gründen auch immer, ein wenig nach hinten. Als Nächstes höre ich einen lauten Knall, als die Heckscheibe meines Fahrzeuges mit dem hochfahrenden Garagentor kollidiert und in tausend Scherben zerspringt. Dummheit? Unaufmerksamkeit? Hektik? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, warum mir jetzt so etwas völlig Unnötiges passieren musste. Was kommen jetzt für Kosten auf mich zu?! Wie lange kann ich mein Auto nicht mehr benutzen? Was muss ich jetzt als Nächstes tun? Irgendwie scheint es heute ein »gebrauchter Tag« zu werden. Gottes Wege erkenne ich überhaupt nicht in diesem Geschehen. Ich bin einfach nur wütend auf mich selbst.

    Am nächsten Morgen lese ich wie jeden Tag in meiner Bibel. Ich komme »zufällig« an die Stelle, die unseren Tagesvers wiedergibt: »Sagt in allem Dank! ... dies ist Gottes Wille!« Ich ahne schon, welche Lektion ich heute zu lernen habe, und ein leichtes und zufriedenes Lächeln macht sich breit. Ist damit gemeint, dass ich nur für das Gute dankbar sein soll, das der Herr mir gibt? Ich denke nicht. Ich meine, auch für das, was schmerzt und sinnlos erscheint, soll ich danken. Eben aus dem Grund, weil ich für alles (!) dankbar sein soll.

    Ich weiß nicht, wozu der finanzielle Schaden und der ganze Ärger gut sein sollen. Aber ich weiß, ich soll meinem Gott dafür dankbar sein. Vom menschlichen Standpunkt aus ist das nicht zu verstehen, aber Gott hat allem Anschein nach andere Prinzipien.


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    5 min
  • Er hört!

    »Warum werden deine Gebete erhört und meine nicht?« Mit dieser ehrlichen Frage steht meine Nachbarin aufgewühlt vor mir. Vor wenigen Tagen hatten wir beide ein sehr offenes Gespräch miteinander. Sie erzählte mir weinend von ihren großen Nöten. Am Ende betete ich laut vor ihr und brachte ihre ganze Not vor Gott. Und in den nächsten Tagen veränderte sich ihr Leben auffallend. Offensichtlich beeindruckt, aber irritiert, fragt sie nun nach dem »Warum«. Schließlich bete sie doch auch mehrmals täglich. Warum also wurden meine Gebete erhört, ihre aber nicht?

    Die Antwort konnte nur darin liegen, dass unsere Gebete an unterschiedliche Adressaten gerichtet waren. Ich betete zu Jesus, von dem die Bibel sagt, dass er als Sohn Gottes genau die gleiche Natur wie Gott hat und somit Gott ist. Jesus betonte mehrmals, dass er Gebete nicht überhört. Wer ihn ehrlich um etwas bittet, darf mit einer Antwort rechnen. Deshalb war meine Antwort an meine Nachbarin recht kurz: »Jesus hört!«

    Diese Erfahrung ist immer wieder beeindruckend. Jesus hört! Mit ihm zu reden, bedeutet nicht, ins Leere hineinzurufen. Nein, unser aufrichtiges Gebet erreicht das offene Ohr eines lebendigen Gottes. Und Jesus beweist immer wieder seine Realität, indem er reagiert.

    Vielleicht beten Sie überhaupt nicht. Vielleicht sind Sie bisher enttäuscht worden, weil Ihre Gebete keine Erhörung fanden. Dann möchte ich Sie ermutigen, darüber nachzudenken, an wen Sie Ihr Gebet gerichtet haben. War es Jesus, der Sohn Gottes? Wenn nicht, dann dürfen Sie es von Neuem bei Jesus versuchen und dabei seiner Einladung folgen: »Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan« (Matthäus 7,7).


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    5 min
  • Ein Held der anderen Sorte

    Der indische Philosoph Mangalwadi beschäftigt sich mit dem christlichen Einfluss auf unsere Wertvorstellungen. Sein Buch trägt den Untertitel: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur. Er untersucht u. a., wie sich der Heldenbegriff seit der griechischen und römischen Antike gewandelt hat. Von einem klassischen Helden erwartete man, dass er durch List, Kraft und kluge Allianzen andere besiegte und unter seine Herrschaft brachte. Das Heldentum Jesu allerdings war anderer Art: Es ersetzte Brutalität durch Liebe, Stolz durch Sanftmut, die Herrschaft über andere durch aufopfernden Dienst an ihnen.

    Richard Kirkland war Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg und von daher eher ein Kandidat für das antike Verständnis von Heldentum. In der Schlacht von Fredericksburg lagen sich 1862 die feindlichen Armeen gegenüber. Auf den Schlachtfeld zwischen den Stellungen lagen zahlreiche Verwundete, die den ganzen Tag nach Wasser schrien. Niemand wagte sich aus der Deckung, aus Angst, sofort unter Feuer genommen zu werden. Irgendwann hielt Kirkland es nicht mehr aus und fragte seinen Brigadegeneral Kershaw, ob er den Verdurstenden, die vor allem aus der feindlichen Armee stammten, Wasser bringen könne. Nach vielen Warnungen gab der Offizier schließlich nach, verbot aber dem Soldaten, ein weißes Taschentuch zu zeigen. Anstatt ins Kreuzfeuer zu geraten, konnte Kirkland eineinhalb Stunden lang die Verwundeten mit Wasser versorgen. Feind und Freund erkannten seinen heldenhaften Mut und ließen die Waffen schweigen.

    Die Heldentat von Jesus Christus aber ist unvergleichlich: Er erlitt freiwillig einen schrecklichen Durst und schließlich einen qualvollen Tod, um uns das Wasser des Lebens zu bringen.


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    5 min
  • Gnothi seauton

    In der Antike gab es in Delphi ein weltbekanntes Orakel. Dorthin kamen Menschen, um etwas über ihre Zukunft zu erfahren. Die Orakelsprüche entstanden unter eher dubiosen Umständen: Eine Priesterin (Pythia), berauscht von Gasen, die aus der Erde aufstiegen, brabbelte unverständliches Zeug. Ihre »Botschaften« wurden vom Priester anschließend so offen formuliert, dass sie auf alles passten, was auch geschehen würde. Neben aller Scharlatanerie und Geschäftemacherei mit der Sorge der Menschen fand sich an einer Säule des Tempels aber ein Spruch, der Beachtung verdient: Gnothi seauton – Erkenne dich selbst. Die Autorenschaft ist nicht gesichert, aber die Botschaft ist zeitlos: Der Ratsuchende sollte erkennen, wer er selbst ist. Er sollte auf seine Endlichkeit, seine Verletzlichkeit und Unvollkommenheit hingewiesen werden. Der Spruch macht deutlich, dass wir Menschen gut daran tun, uns nicht zu überschätzen.

    Tatsächlich neigt die Menschheit eher zur Selbstüberschätzung. Dabei werden die Menschheits-Probleme in der Regel nicht gelöst, sondern liegen gelassen: Hunger in der Welt, Pandemien, Klima, Kriege usw. Auch im persönlichen Bereich kriegen wir unsere Probleme selten wirklich in den Griff. Und spätestens vor dem Tod kapituliert jeder. Daher ist eine nüchterne Bestandsaufnahme hilfreich: Was ist schon der Mensch! Verdient er angesichts seiner Fehlerhaftigkeit überhaupt Beachtung? Diese Frage wirft auch die Bibel auf.

    Allerdings enthält die Bibel hierzu – im Gegensatz zum Gebrabbel der Pythia – eine ganz klare, freudige Botschaft: Kein Mensch ist Gott gleichgültig, ganz im Gegenteil. Er möchte uns statt unserer begrenzten Endlichkeit eine herrliche Ewigkeit schenken.


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    5 min
  • Wenn du willst!

    Es ist nicht ganz klar, welche Krankheit genau sich hinter dem Aussatz dieses Mannes verbarg. Es kann sich um eine Hautkrankheit gehandelt haben, vielleicht eine Art Schuppenflechte, oder um eine sonstige, gut sichtbare, vielleicht sogar hochinfektiöse Erkrankung. Für den Aussätzigen hatte sie jedenfalls tief greifende Folgen: Er war sozial ausgegrenzt. Keiner wollte in seiner Nähe sein. Und er war nach den mosaischen Vorschriften vom Gottesdienst ausgeschlossen. Denn Aussatz wurde mit Schuld in Verbindung gebracht. Sein Leidensdruck dürfte daher sehr stark gewesen sein.

    Nun kommt er zu Jesus. Und wir können viel von diesem Aussätzigen lernen: Er hat verstanden, dass er ein Problem hat, das er selbst nicht lösen kann, das seine Beziehung zu anderen Menschen und zu Gott stört. Er hat verstanden, dass Jesus nicht irgendwer ist, sondern jemand, der höher steht als er, also kniet er sich nieder. Er hat verstanden, dass er keinen Anspruch auf Heilung hat, darum bittet er. Er hat verstanden, dass Jesus tatsächlich die Macht hat, ihm zu helfen. Denn er ist überzeugt: Du kannst mich reinigen. Und er stellt die Heilung in die alleinige Entscheidungshoheit dieses Jesus – »Wenn du willst!«

    Diese Haltung bleibt bei dem Sohn Gottes nicht ohne Folgen. Er überwindet die Distanz und tut Unmögliches: Der Reine berührt den Unreinen. Die Not des Mannes lässt ihn nicht kalt. Sie bewegt ihn zutiefst. Daher macht er diesen Menschen wieder beziehungsfähig, indem er ihn tatsächlich von seinem Aussatz reinigt. Wer von Aussatz reinigt, kann auch von Sünden reinigen. Und das haben wir alle ohne Ausnahme nötig, damit wir nicht draußen bleiben müssen, wenn Gott die Türen in seine himmlische Gegenwart öffnet.


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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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