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  • L.I.S.A. - Which Truths? Welche Wahrheiten?
    Today, the United States of America are considered a country deeply divided – a development which is, however, not unique to modern times. Historian Prof Dr Jill Lepore from Harvard University discusses this development in her new book which was broadly reviewed in Germany and abroad. The translation of “These Truths” by Jill Lepore was published in the Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung - therefore we were given the possibility to talk to the bestseller author in Munich at the publishing company C.H. Beck during her book tour through Germany. 
    Die Vereinigten Staaten von Amerika gelten heute als tief gespaltenes Land. Nicht zum ersten Mal, wie das vielbesprochene Buch der Historikern Prof. Dr. Jill Lepore von der Harvard University zeigt, und das nun in der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung auch in deutscher Übersetzung vorliegt. Die US-amerikanische Historikerin hat das Buch im Oktober in Deutschland vorgestellt, unter anderem auch in München. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen, Jill Lepore im Haus des Verlags C.H. Beck zu treffen und dort mit ihr über ihr Buch Diese Wahrheiten zu sprechen.
    54 min
  • L.I.S.A. - Zwischen Bücherstube, Seziertisch und Krankenbett: Gelehrte Ärzte im 16. Jahrhundert
    Gestützt insbesondere auf die als 4.000 Seiten umfassenden persönlichen, handschriftlichen Aufzeichnungen des nahezu unbekannten böhmischen Arztes Georg Handsch (1529-1578) gibt der Vortrag detaillierte Einblicke in die medizinischen Vorstellungen und Praktiken gelehrter Ärzte im 16. Jahrhundert, in ihr gelehrtes Selbstverständnis und in ihr Verhältnis zu den Patienten und hinterfragt dabei so manchen medizinhistoriographischen Topos.
    56 min
  • L.I.S.A. - Wiedersehen in Tahirova. Deutsche Experten, das türkische Dorf und die europäische Modernisierung in der frühen Nachkriegszeit
    Die türkische Landwirtschaft war nach dem Zweiten Weltkrieg international von großem Interesse: Europäische Wirtschaftspläne sahen vor, das Land zu einem wichtigen Nahrungsmittelproduzenten für Nachkriegseuropa auszubauen. Solche Vorhaben knüpften direkt an die Ambitionen an, die viele europäische und insbesondere deutsche Wissenschaftler schon seit den 1920er- und 1930er-Jahren verfolgten. Gleichzeitig waren sie Ergebnis einer wissenschaftlichen Vernetzung türkischer und deutscher Wissenschaftler. Insbesondere verdichteten sich diese Netzwerke durch das politische Exil deutscher Agrarökonomen und -wissenschaftler in der Türkei nach 1933 – sie wirkten bis weit in die Nachkriegszeit. Im Spiegel des deutschen Musterguts Tahirova, nahe dem türkischen Marmarameer, analysiert Dr. Heinrich Hartmann von der Universität Basel die lange Verkettung zwischen der Konstruktion europäischer Wirtschaftsräume und der Modernisierung der türkischen Landwirtschaft. Dabei steht auch die Frage im Mittelpunkt, auf welchen Wegen „globale“ Praktiken ländlicher Modernisierung in einen solchen lokalen Kontext übersetzt werden konnten.
    45 min
  • L.I.S.A. - Wohin mit diesem Europa?
    Die Europawahl Ende Mai 2019 war mit hohen Erwartungen verbunden: Die Demokratie in Europa sollte einen kräftigen Schub erhalten - entsprechend groß waren die Anstrengungen von Politik, Medien und Bürgerinitiativen, die Europäerinnen und Europäer zur Wahl zu bewegen. Der Anstieg bei der Wahlbeteiligung um gut acht Prozentpunkte auf etwas mehr als fünfzig Prozent wurde als Indiz für die Hinwendung zu Europa gewertet. Doch schon sehr bald folgte die Ernüchterung, als im Zuge der Bestellung des neuen Kommissionspräsidenten das Europaparlament letztlich zu keiner mehrheitlichen Entscheidung finden konnte und sich am Ende die führenden Nationalstaaten untereinander und hinter verschlossenen Türen auf eine neue Präsidentin einigten. Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot, die sich wie kaum jemand anders in der Wissenschaft Europa verschrieben hat, kritisierte diese Art der Entscheidungsfindung. Sie wünscht sich überhaupt ein anderes Europa als das, was wir derzeit haben und tritt öffentlich und in ihren vielen Büchern für die Verwirklichung der Utopie "Republik Europa" ein. Warum sie trotz aller Rückschläge für die Demokratie in Europa noch an dieses Europa glaubt und wie es zu einer Republik werden könnte, das haben wir sie in unserer neuen Ausgabe von Zu Gast bei L.I.S.A. gefragt.
    1 hr 25 min
  • L.I.S.A. - "Undemokratisch, aber kein Putsch"
    Der britische Premierminister Boris Johnson hat mit seinem Vorgehen, die Parlamentspause entgegen des bisherigen Zeitplans um weitere fünf Wochen zu verlängern, für große Aufregung gesorgt. Während er selbst seinen Vorstoß als gängige parlamentarische Praxis betrachtet sehen möchte und dabei die Geschichte auf seiner Seite wähnt, sprechen politische Gegner des Premiers und Kritiker von "Skandal", "Verfassungsfrevel" oder gar von einem "Staatstreich". In der ARD bezeichnete man gestern den Eingriff des Regierungschefs in den demoktratischen Prozess als "Parlamentsurlaub" bzw. "Zwangsurlaub". Besonders erregt verläuft die Debatte nach wie vor auf Twitter, wo uns der Account und die Tweets des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Peter N. Neumann auffielen, der seit 2008 Direktor des „International Centre for the Study of Radicalisation“ am Londoner King’s College ist. Ihn haben wir am Telefon erreicht und um eine Einschätzung der aktuellen Debatte gebeten.
    14 min
  • L.I.S.A. - Natur, Tier und Essen im Anthropozän
    Natur ist en vogue, Tiere gehen publizistisch eigentlich immer und das Thema Essen ist popkulturell kaum noch zu überbieten. Ein Blick auf die Auslagen in Buchhandlungen oder Bahnhofskiosken bestätigt diesen Eindruck. Zeitschriften über Ernährung füllen die Regale, Magazine über Hunde, Katzen und andere domestizierte Tiere ebenso und auch die Verlage haben die Natur wiederentdeckt und geben ganze Reihen zu Naturtheorien, Flora und Fauna heraus. Auffallend dabei ist nach der Verdinglichung von Natur eine gewisse Vermenschlichung des Topos. Natur und Tier wird unterschwellig der Status von Personen beigemessen, Essen oder wahlweise Nicht-Essen zum Dreh- und Angelpunkt von Selbstverwirklichung. Grund genug für uns, Dr. Nora Hilgert und Georgios Chatzoudis, sich in einer neuen Folge von Zug um Zug darüber einmal auszutauschen.
    1 hr 4 min
  • L.I.S.A. - Globalgeschichtliche Perspektiven auf die deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
    In ihrem Vortrag wendet Prof. Dr. Gabriele Lingelbach globalgeschichtliche Fragestellungen und Methoden auf die deutsche Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte an. Dabei beschreibt sie den Wandel von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland, den "Import" und "Export" von Herrschaft, die Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung sowie paradigmatisch den Kulturtransfer anhand des Wissensaustauschs über die deutschen Grenzen hinweg. Die globalgeschichtliche Frage nach den exogenen Ursachen gesellschaftlichen Wandels wird stets in den Blick genommen.
    50 min
  • L.I.S.A. - Alles könnte anders sein, die Moralfalle und das Green Book
    Wir leben in krisenhaften Zeiten, so die allgemeine öffentliche Wahrnehmung der Gegenwart in unseren Breitengraden. Guter Rat ist gefragt und der wird auf dem Büchermarkt zuhauf gegeben. Einen aktuellen Ratgeber für eine bessere Zukunft hat der Sozialpsychologe Harald Welzer mit seiner jüngsten Publikation vorgelegt: Alles könnte anders sein, so der Titel. Welzer entwirft nicht nur eine neue Zukunft, sondern er traut sich sogar, Handlungsoptionen anzubieten. Kontrastiert haben wir das Buch eines Optimisten mit dem Buch eines Kritikers, manche sagen vielleicht sogar eines Nörglers. Bernd Stegemann, Dramaturg am Berliner Ensemble, stößt sich an der Gegenwart am vorherrschenden Diskurs, der ein moralisierender sei und letztlich politisches Handeln verunmögliche. Wir stecken in einer Moralfalle, so Stegemann. Von Welzers Optimismus hält er dabei nicht viel. Nora Hilgert und Georgios Chatzoudis wägen im Zuggespräch beide Positionen gegeneinander ab und richten im zweiten Teil noch den Blick auf einen Kinofilm über Rassismus in den USA, The Green Book, der vielleicht mehr über Klassen- als über Rassenverhältnisse sagt.
    1 hr 12 min
  • L.I.S.A. - Deutsche Identität im 21. Jahrhundert
    Debatten über deutsche Identität gibt es zuhauf. Die Anfänge reichen weit zurück in die Geschichte. Aber selbst die ältesten Fragen stellen sich immer wieder, weil sich die gesellschaftspolitischen Koordinaten und die diskursiven Formationen ändern, insbesondere in sogenannten Umbruchphasen bzw. zu Krisenzeiten. Die Gegenwart wird als solch eine Krisenzeit empfunden, als eine Art Übergangsphase von einer sich abschließenden zu einer sich neu anbahnenden Epoche. Insofern stellt sich auch eine wiederkehrende Frage wie die nach der deutschen Identität heute neu. Das noch umso mehr, als dass das Konzept von Identität gegenwärtig hohe politische und kulturelle Konjunktur zu haben scheint.  Diskutiert haben wir dieses Mal an einem Ort, der für die Bestimmung deutscher Identität von Bedeutung ist: in der Steinwache in Dortmund, die unter anderem von der Gestapo als Gefängnis genutzt wurde und den schrecklichen Ruf erhielt, die "Hölle von Westdeutschland" zu sein. Ob der Nationalsozialismus auch im 21. Jahrhundert noch Teil deutscher Identität ist bzw. sein wird, auch darüber haben wir in einer neuen Ausgabe des Geschichtstalks mit unseren Gästen diskutiert: Prof. Dr. Antje Flüchter (Frühe Neuzeit | Universität Bielefeld), Dr. Christina Dongowski (Kulturwissenschaften | Universum Twitter), Prof. Dr. Ralf Behrwald (Alte Geschichte | Universität Bayreuth) und Prof. Dr. Marko Demantowsky (Neuere Geschichte und Geschichstdidaktik | Universität Basel).
    1 hr 13 min
  • L.I.S.A. - Von Fliegen und Photographie
    Die Fliege gehört zu den Lebewesen, die uns als Menschen lästig erscheinen und mit denen unsere utilitaristisch geprägte Zivilisation keinerlei Nutzen verbindet. Fliegen sind im besten Fall überflüssig, treiben sich auf Mist herum und verbreiten Krankheitserreger, so könnte man unsere Sicht auf Fliegen vielleicht auf die Spitze treiben. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Peter Geimer von der FU Berlin hat sich der hexapoden Diptera namens Brachycera anders genähert und darüber ein kleines Buch geschrieben - eine Art Kulturgeschichte der Fliege. Eine seiner zentralen Fragen: Welche Rolle spielt die Fliege in Malerei und Photographie? Bei der Gelegenheit haben wir Peter Geimer auch Fragen zur Photographie als Ikonographie der Gegenwart gestellt - unter anderen zum bekannten Bild des toten Jungen am Strand sowie zur Kunsttechnik Gerhard Richters.
    45 min

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