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  • L.I.S.A. - Babylon Berlin und die große Gereiztheit
    In unserer zweiten Folge von Zug um Zug unterhalten wir uns auf dem Weg von Münster nach Düsseldorf über eine Serie sowie ein Buch: Babylon Berlin und Die große Gereiztheit von Prof. Dr. Bernhard Pörksen sind dieses Mal unsere Gesprächsgrundlagen. Und auch dieses Mal haben wir versucht, zwei verschiedene Genre und Themenschwerpunkte miteinander zu verbinden. Ob uns, Nora Hilgert und Georgios Chatzoudis, das gelungen ist? Wir sind aufs Feedback gespannt.
    47 min
  • L.I.S.A. - Zum ewigen Krieg?
    Zum ewigen Frieden heißt die Schrift Immanuel Kants, die er 1795 erstmals veröffentlichte. Zuvor hatten allein im 18. Jahrhundert weltweit mehr als zwanzig Kriege getobt, an denen europäische Mächte beteiligt waren - darunter der Siebenjährige Krieg, der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg oder die Französischen Revolutionskriege. Im 19. Jahrhundert gab es für Großbritannien kaum ein Jahr, in dem es nicht irgendwo auf der Welt Krieg führte - gehegte innerhalb Europas, ungehegte außerhalb. Stehen heute Staaten in Konflikt miteinander, gilt Krieg nur noch als das allerletzte Mittel - die sogenannte "Ultima Ratio". Und selbst wenn es soweit kommt, muss er gerechtfertigt erscheinen (ius ad bellum) und möglichst unter Beachtung kriegsvölkerrechtlicher Bestimmungen verlaufen (ius in bello). Der Historiker Prof. Dr. Dieter Langewiesche hat sich die Kriege Europas in der Moderne genauer angeschaut und darüber nun ein umfassendes Buch geschrieben, das in der vergangenen Woche in der Publikationsreihe Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung erschienen ist. Der gewaltsame Lehrer lautet der markante Titel seines Werks. Entsprechend provokativ fällt der erste Satz aus: "Kriege ordnen den Blick auf die Geschichte." Eine These, die zum Nachhaken auffordert.
    48 min
  • L.I.S.A. - VHD-Resolution 2018 - Gespaltene Wissenschaft? Eine Bilanz
    Auf dem letzten Historikertag in Münster wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung des deutschen Historikerverbandes (VHD) eine politische Resolution beschlossen, die seitdem zu einer ausserordentlich kontroversen Debatte geführt hat. Als ob sich das Thema des Münsteraner Historikertags "Gespaltene Gesellschaften" mit geheimer Kraft eben derer bemächtigt hätte, die es doch eigentlich wissenschaftlich diskutieren wollten. In der neuen Ausgabe unseres Public-History-Live-Talks war es nicht unser Ziel, die bestehenden Gräben zu vertiefen, sondern nach Verlauf, Ursachen, Kontext und Ergebnissen dieser Kontroverse zu fragen, die vielen als symptomatisch für unsere Gegenwart erscheint.
    1 hr 22 min
  • L.I.S.A. - Aktenzeichen BND
    Im Geheimen arbeitende Institutionen wie der Bundesnachrichtendienst (BND) lassen sich von Natur aus ungern in die Karten schauen, in die eigenen Akten schon gar nicht. Geheimdienste leben davon, dass kaum einer so genau weiß, was sie eigentlich tun bzw. was sie in der Vergangenheit so alles getan haben. Das galt für den BND bis zum 15. Februar 2011 auch. Seither erforscht die Unabhängige Historikerkommission (UHK) die Geschichte des BND von 1945-1968 - im Auftrag des Bundesnachrichtendienstes, der damals vier Historiker in die Kommission berief, darunter Prof. Dr. Jost Dülffer von der Universität Köln und Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henke von der Technischen Universität Dresden. Die Historiker haben zuletzt im Rahmen ihrer Kommissionsarbeit zwei umfangreiche und sehr detaillierte Monographien veröffentlicht. Wir haben sie zu einem Interview ins Haus der Gerda Henkel Stiftung eingeladen, um mit ihnen über die Geschichte des BND und über die Arbeit der Historikerkommission zu sprechen.
    1 hr 5 min
  • L.I.S.A. - "Die Frauen waren '68 wichtig"
    In diesem Jahr jährte sich die Studentenbewegung der 1960er Jahre zum fünfzigsten Mal. Passend zu diesem Jubiläum beschäftigte sich auch die Historikerin und Direktorin des Deutschen Historischen Instituts London Prof. Dr. Christina von Hodenberg mit der Bewegung und fragte nach dem "anderen 68". Im Rahmen einer Gesellschaftsgeschichte widmete sich von Hodenberg unter anderem dem Thema "68 und die Frauen" - untersuchte jedoch ebenso andere Altersgruppen als die viel beachteten Studierenden. Im Interview sprechen wir über die neue Publikation und fragen ebenso - passend zum Ende des Jahres - nach einem Resümee: Wie wurde in diesem Jahr an 1968 erinnert? Inwiefern unterschied sich das Gedenken zu den Jahren zuvor? Welche Rolle spielten die Zeitzeugen und vor allem Zeitzeuginnen?
    57 min
  • L.I.S.A. - Werk ohne Autor oder die Vereindeutigung der Welt?
    Wie bringt man zwei kulturelle Extrakte, einen Film und ein Buch, die inhaltlich jeweils zwei völlig verschiedene Gegenstände verarbeiten, thematisch so zusammengebunden, dass ein Gespräch daraus entstehen kann? Konkret: Was kann der Kinofilm "Werk ohne Autor" des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck mit dem Essayband "Die Vereindeutigung der Welt" des Islamwissenschaftlers Prof. Dr. Thomas Bauer gemeinsam haben? Beide "Texte" beschäftigen sich mit der Kunst - der Film orientiert sich an der Biographie des Künstlers Gerhard Richter und das Buch fragt nach der Rolle der Kunst in der Moderne und deren Ambiguitätspotential. Doch zuvor arbeiten sich Nora Hilgert und Georgios Chatzoudis an beiden Werken ab und diskutieren darüber, wie ihnen Film und Buch gefallen haben, was sie ihnen jeweils sagen und was sie für sich daraus mitnehmen.
    49 min
  • L.I.S.A. - Koloniale Propaganda in Farbe
    Es fing an wie in einem Film: Ein Enkel verwahrt den Nachlasss eines Zeitzeugen, in diesem Fall eines Fotografen während der deutschen Kolonialzeit, der der Wissenschaft bislang unbekannt war. Mit ein bisschen Glück und guter Recherche ermittelt ein Historiker den Enkel, nimmt auf Verdacht Kontakt auf und trifft beim ersten Treffen auf einen wissenschaftlich bedeutenden und noch gänzlich unerschlossenes Quellenbestand - Bildbände mit Farbfotografien aus den deutschen Kolonien. So hat es der Historiker Prof. Dr. Jens Jäger von der Universität zu Köln erlebt. Seither erforscht er den Nachlass des Fotografen Robert Lohmeyer. Welche Bedeutung koloniales Bildmaterial, zumal in Farbe, für das Verständnis der Kolonialgeschichte sowie für die Geschichte des Kaiserreichs hat, das wollten wir von Prof. Jäger in unserer Reihe Zu Gast bei L.I.S.A. wissen.
    41 min
  • L.I.S.A. - Das Museum von morgen - alles digital?
    Als Institution, in der Geschichte kuratiert wird, gehört das Museum zu den Orten der Public History schlechthin. Wer aber entscheidet, wie gesammeltes Wissen arrangiert und der Öffentlichkeit als Narrativ angeboten wird? Und wie verändert sich das Museum unter den Bedingungen der Digitalisierung? Eröffnen sich neue Kommunikationsmöglichkeiten, die aus ortsgebundenen Museen entgrenzte virtuelle Räume werden? Braucht es überhaupt noch Originale oder sind Digitalisate die bessere Wahl? Man denke nur an den Brand des Nationalmuseums in Rio de Janeiro, der kürzlich zahlreiche Artefakte zerstörte. Welchen Platz hat also das Digitale in den Museen?  
    Es diskutieren Prof. Dr. Eckart Köhne (Direktor Badisches Landesmuseum Karlsruhe), Prof. Dr. Marko Demantowsky (Neuere/Neueste Geschichte und ihre Didaktik PH FHNW/Universität Basel), Dr. Christian Gries (Projekt „Digitale Strategien für Museen“ Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern), Laura Edinger (Interdisziplinäre Anthropologie) und Sonja Thiel (Koordinatorin museOn | weiterbildung & netzwerk, Universität Freiburg / freie Kuratorin). Moderiert wird das Gespräch von Georgios Chatzoudis (Gerda Henkel Stiftung).
    1 hr 19 min
  • L.I.S.A. - Nach Napoleon: Kriegstraumata und ihre öffentliche Bearbeitung im Deutschen Bund, 1814–1840
    Die napoleonischen Kriege waren für die Bewohner der deutschen Staaten mit traumatische Erfahrungen, aber auch neuen Möglichkeiten verbunden. Gleichwohl gibt es überraschend wenige Studien darüber, wie der 20 Jahre währende Konflikt Militär und Zivilgesellschaft verändert hat. Der Vergleich ausgewählter deutscher Staaten im Vormärz zeigt daher, wie sehr diese Kriege die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Krieg und Soldaten neu geprägt haben. Die Analyse im Schnittpunkt von Militär und Zivilgesellschaft verdeutlicht außerdem, wie unterschiedlich das Soldatenhandwerk in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Die Untersuchung von Prof. Dr. Katherine Aaslestad lässt zudem die komplexen Mechanismen erkennen, mit denen die Kriegserfahrungen eine Militarisierung der Gesellschaft infrage stellten, während sie paradoxerweise die symbolische Bedeutung des Militärs in öffentlichen Ritualen unterstrichen. In einem öffentlichen Vortrag am Historischen Kolleg in München gab Prof. Dr. Aaslestad erste Einblicke in ihr Forschungsprojekt.
    1 hr
  • L.I.S.A. - "Afrikaner müssen wissen, wer sie sind"
    Warum lernt ein Kameruner in Kamerun Deutsch? Warum studiert er sogar Germanistik? Die spontane Antwort Bertrand Collins Ngongs: "Aus Liebe." Das macht stutzig und neugierig. Immerhin war Kamerun einst deutsche Kolonie - von 1884 bis 1919. In seiner Masterarbeit untersuchte Bertrand Collins Ngong die deutsche Sprache auf Anglizismen. Inzwischen hat er sich von der Germanistik ab- und der Afrikanistik zugewandt und mit seiner Dissertationsarbeit begonnen. Zusätzlich arbeitet er bei der Fondation AfricAvenir International in Douala in Kamerun und transkribiert unter anderem Interviews, die seit den 1980er Jahren mit Zeitzeugen der kolonialen Vergangenheit geführt und auf Tonband festgehalten wurden. In unserer Rubrik L.I.S.A.video findet sich eine ausführliche Videodokumentation dieses Forschungsprojekts, das von Prinz Kum'a Ndumbe III. geleitet wird. Von unserem Gast wollten wir nun wissen, was Deutschland für ihn bedeutet, welche Rolle für ihn die deutsche Kolonialzeit in Kamerun spielt und was er unter afrikanischer Identität versteht.
    37 min

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