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  • L.I.S.A. - Ein Volk unter Beobachtung. Die Stimmungsberichterstattung der DDR-Staatssicherheit 1953 bis 1989
    Im Zentrum des Forschungsvorhabens von Prof. Dr. Daniela Münkel steht das DDR-Landwirtschaftsministerium als politsicher Akteur und dessen Personal. Das Ministerium war nur einer von vielen Agierenden, die an der Ausgestaltung der Landwirtschaftspolitik in der DDR beteiligt waren. Die Studie verortet das Ministerium im Institutionengefüge des Staats- und Parteiapparates und fragt nach der Rolle, welche es bei den agrarpolitischen Umwälzungen in Ostdeutschland spielte. Als handelnde Subjekte, die die Agrarpolitik prägten und umsetzten steht das Personal des Ministeriums im Fokus. Dabei wird den Logiken der Personalrekrutierung sowie der soziopolitischen Zusammensetzung der Führungsebene besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Kaderpolitik der SED auch auf dem für die Herrschaftssicherung stets zentralen Agrarsektor als Hebel zur Durchsetzung ihres Vormachtanspruches diente, von entscheidender Bedeutung. Ebenso zentral wird  die Frage nach personellen und sachlichen Kontinuitäten aus der Zeit vor 1945 sein. Der Grad beruflicher und politischer Vorverfahrungen des Personals und der Umgang mit diesem Erbe werden ausführlich mit Blick auf das Ministerium und ihren Implikationen für die Vergangenheitspolitik in Ost und West behandelt. Mit der Untersuchung des Ministeriums und seines Personal betritt die Studie Neuland. So wird ein Forschungsdesiderat geschlossen und ein wichtiger Baustein für eine weitere Beschäftigung mit der DDR-Agrarpolitik vorgelegt. Im öffentlichen Vortrag des Historischen Kollegs gibt die Historikerin erste Einblicke in ihre Forschung und spricht über die Stimmungsberichterstattung der DDR-Staatssicherheit in den Jahren 1953 bis 1989.
    38 min
  • L.I.S.A. - 1979 - Schlüsseljahr der Gegenwart?
    Jede Generation von Historikerinnen und Historikern erkennt für sich neue Zäsuren und Schlüsseljahre in der Vergangenheit. Einige davon überdauern, andere verblassen bald wieder oder werden korrigiert. Daten wie beispielsweise 1914, 1933, 1945, 1968 und 1989 sind bis heute unverrückbare Marker des vergangenen Jahrhunderts - zumindest aus europäischer bzw. westlicher Perspektive. Diesen Jahren ist gemeinsam, dass mit Ihnen eine Zeit einsetzte, die weit in die jeweilige Gegenwart ausstrahlte und diese prägte. Der Zeithistoriker und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF), Prof. Dr. Frank Bösch, hat mit seinem aktuellen Buch eine neuen Pflock in das 20. Jahrhundert gesteckt: das Jahr 1979. Wir haben uns mit ihm darüber unterhalten.
    55 min
  • L.I.S.A. - Gamification - Zukunftsversprechen oder Risiko?
    Wer kennt sie nicht, die Candy Crush-Spiele, die auf dem Smartphone aufleuchten? Seitdem wir alle über einen transportablen Minicomputer jederzeit verfügen, spielen wir auch - die einen mehr, die anderen weniger. Und selbst die, die von sich behaupten würden, weder Candy Crush noch andere Spiele auf ihrem Mobiltelefon heruntergeladen zu haben, spielen bewusst oder unbewusst im Zusammenhang mit anderen Apps - seien es Apps zum Einkaufen, zur Urlaubsbuchung oder zur Mediennutzung. Spiellogiken halten zunehmend auch in vermeintlich spielfreien Bereichen Einzug: Rankings, Levels, Strategien und Taktiken, Belohnung oder Bestrafung, Sieg oder Niederlage. Die Rede ist von Gamification. In unserer zehnten Ausgabe von #gts7000. Der Geschichtstalk haben wir uns dem Phänomen der Gamification angenommen und gefragt, wie diese entstanden ist, unsere Gegenwart prägt und möglicherweise die Zukunft bereichern oder riskieren wird. Zu Gast waren wir dieses Mal im Kloster Dießen am Ammersee, wo vom 3. bis zum 5. Mai die Klausur Mensch | Maschine | Zukunft (#dkmmz19) stattgefunden hat. Diskutiert haben wir dort mit Prof. Dr. Linda Breitlauch von der Hochschule Trier, PD Dr. Bert te Wildt von der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen und der Journalistin Kathrin Passig. Moderiert wurde das Gespräch von Prof. Dr. Marko Demantowsky und Georgios Chatzoudis.
    1 hr 8 min
  • L.I.S.A. - Holocaust, Himmlers Hirn Heydrich und die Macht des Bösen
    So wie jede neue Generation von Historikerinnen und Historikern neue Fragen an die Vergangenheit stellt, aus der im besten Fall neue Perspektiven entstehen, so haben auch alle anderen Medienschaffenden ihre jeweils eigenen Fragen an die Geschichte. Beispielsweise die Produzenten der US-Serie "Holocaust", die in den 1970er Jahren produziert, 1979 erstmals in Deutschland ausgestrahlt und Anfang des Jahres 2019 nach 40 Jahren wiederholt wurde. Wie haben wir, Dr. Nora Hilgert und Georgios Chatzoudis, diese Serie gesehen? Was fällt auf, wenn man sich dazu noch andere gegenwärtige mediale Auseinandersetzungen mit dem nationalsozialistischen Terror genauer anschaut? Diskutiert haben wir das Buch von Laurent Binet "HhHH" sowie den darauf basierenden Film "Macht des Bösen". Einig sind wir uns in der Beurteilung nicht geworden. Im Gegenteil...
    43 min
  • L.I.S.A. - Die ganze Welt schaute zu. Neue Zugänge zum Sport im Kalten Krieg
    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wächst die städtische Bevölkerung: Immer mehr Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Diese Entwicklung geht mit einem Bedeutungsgewinn des Sports einher, der vor allem in der Stadt als Beschäftigungsmöglichkeit dient. Sport hatte in den Jahren des Kalten Krieges jedoch noch weitere Bedeutungen, denn er bedingte zahlreiche Innovationen und ebenso die Freizeit- und Gesundheitspolitischen Maßnahmen. Prof. Dr. Christopher Young, der zurzeit als Honary Fellow am Historischen Kolleg in München forscht, beschäftigt sich intensiv mit der Bedeutung des Sports. In seinem Vortrag gibt er einen ersten Einblick in seine gewonnenen Erkenntnisse.
    1 hr 2 min
  • L.I.S.A. - Bild und Kontext
    Emil Nolde war nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus; der Maler hatte auch ein ausgeprägtes Gespür für die Inszenierung von Heldengeschichten. Noch lange nach 1945 galt Nolde als Opfer der Nationalsozialisten, die sein Werk für "entartet" erklärt und ihn mit einem Berufsverbot sanktioniert hatten. An dieser Geschichte gibt es nicht erst seit heute begründete Zweifel. Es ist schon seit längerem erwiesen, dass Emil Nolde Antisemit war und sich öffentlich zum Nationalsozialismus bekannt hatte. Wie aber erklärt sich dann die Entstehung der lange geltenden Legende von einem Künstler, der verfemt die innere Emigration angetreten habe und vereinsamt malte? Der Historiker Dr. Bernhard Fulda von der University of Cambridge hat in seinem Forschungsprojekt diese Frage in den Mittelpunkt gerückt. Der erstmalige Zugang zu bislang unveröffentlichten Dokumenten ist dabei der Fluchtpunkt einer neuen Perspektive auf den Künstlermythos Emil Nolde.
    10 min
  • L.I.S.A. - Ideen vom optimalen Menschen
    Ideen, den Menschen zu verbessern, ihn leistungsstärker, moralisch gut und auch glücklicher zu machen, sind nicht neu. Schon Platon entwarf in seiner Politeia Konzepte von einem Staat mit einer optimal zusammengesetzten Bevölkerung. Diese Überlegungen muten heute modern und erschreckend zugleich an. Hier wird nach einem Plan gezüchtet und aussortiert - unweigerlich denkt man an eugenische Verfahren des 19. und vor allem 20. Jahrhunderts. Wie tief solche Phantasien historisch verankert sind, zeigt die Historikerin Prof. Dr. Maren Lorenz von der Universität Bochum in ihrem neuen Buch "Menschenzucht. Frühe Ideen und Strategien, 1500-1870". Wir haben ihr dazu unsere Fragen gestellt.
    1 hr 3 min
  • L.I.S.A. - Denken in einer schlechten Welt mit Maria Stuart
    Die Debatte um die sogenannte VHD-Resolution hat alte Fragen neu aufgeworfen: Wie politisch darf Wissenschaft, konkreter: die Geschichtswissenschaft, sein? Dürfen oder müssen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sogar in Belange des öffentlichen Interesses einschalten? Der französische Philosoph und Soziologe Geoffroy de Lagasnerie von der École Nationale Supérieure d’Arts in Cergy hat zuletzt einen kleinen Band verfasst, in dem er die Wissenschaft dazu auffordert, sich kritisch in gesellschaftliche Debatten einzumischen. Wir haben sein Buch "Denken in einer schlechten Welt" gelesen und diskutieren darüber mit Blick auf die VHD-Resolution. Unser zweites Thema schließt daran nicht gerade geschmeidig an, greift aber ein anderes Public History-Phänomen auf: die cineastische Verarbeitung eines historischen Stoffes - in unserem Fall die Lebensgeschichte von Maria Stuart. Wir haben zwei Verfilmungen miteinander verglichen - den aktuellen Film "Maria Stuart, Königin von Schottland" von 2018 und sein gleichnamiges Pendant von 1971. Was sagen uns die jeweiligen Umsetzungen über die Zeit ihrer Entstehung?
    58 min
  • L.I.S.A. - Politik und Medien - Arenen der Macht
    Seit dem 19. Jahrhundert ist zwischen den zwei öffentlichen Sphären Politik und Medien nach und nach eine neue Beziehung entstanden. Liberalisierungen im gesellschaftlichen Gefüge ließen einen neuen Akteur entstehen, der das Handeln und Treiben der Herrschenden nicht nur beobachtete, sondern dokumentierte und kommentierte: der politische Journalist. Politik und Medien ringen seither um Einfluss und Macht in den unterschiedlichen Arenen der öffentlichen Belange. Die Historikerin Prof. Dr. Ute Daniel von der Technischen Universität Braunschweig hat dieses besondere Beziehungsgeflecht untersucht und sich dabei auf einen Vergleich zwischen Großbritannien und Deutschland konzentriert. Wer hatte zu welchem Zeitpunkt mehr Macht? Diese und andere Fragen haben wir ihr zu ihrem aktuellen Buch Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert gestellt.
    1 hr 10 min
  • L.I.S.A. - Funding the Humanities in Africa
    In 2010 the network called PANGeA was established - and it since then aims to support academic research in Africa, particularly in the area of arts, humanities and social sciences. The Graduate School of Arts and Sciences at the University of Stellenbosch, South Africa, of which Dr Cindy Steenekamp is the director, is part of this network. Within the series "Zu Gast bei L.I.S.A." we spoke to the political scientist, asking her questions about the PANGeA-Network, African research as well as the Lisa Maskell Fellowship programme, which was initiated in 2014 and supports African scholars pursuing their PhD at Stellenbosch University and other academic institutions such as the Graduate School of the College of Humanities and Social Sciences at the Makerere University in Kampala, Uganda.
    17 min

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