Eigentlich hatte er sich alles anders vorgestellt: Gottfried Wilhelm Leibniz träumt vom Ruf an einen großen europäischen Hof. Aber: Pustekuchen. Sein Landesherr, der König von England, Georg Ludwig, will, dass Leibniz seine aufwändigen Projekte zu Ende bringt, dazu gehört zum Beispiel die lang ersehnte Rechenmaschine.
Wer aber war der außergewöhnliche Universalgelehrte, der als Vordenker der frühen Aufklärung in die Geschichte eingegangen ist, die Welt mit Infinitesimalrechnung und binärem System revolutionierte, viele Dinge erfand, die den Alltag bequemer und praktischer machten, ein Mann, der davon überzeugt war, dass aus den kleinsten unteilbaren Einheiten, den Monaden, das Materielle erwächst?
Franz-Maria Sonner porträtiert Gottfried Wilhelm Leibniz und zeichnet ein berührendes Porträt vor allem seiner letzten Lebensjahre in Hannover. Zu Gast bei NDR Kultur à la carte spricht er mit Annemarie Stoltenberg über die Novelle "Leibniz oder Die Einsamkeit der Monaden", die Faszination für historische Gestalten, deren Wirkmacht bis in die Gegenwart reicht.