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Die Gewinner des Booker Prize und des National Book Awards stehen fest – und eure Lieblingspodcastgang feiert kräftig mit, denn unsere Voraussagungen haben bei beiden Preisen voll ins Schwarze getroffen! Gedenken wollen wir aber auch und erinnern an die Kunst und das Leben des japanischen Literaten Yukio Mishima, der genau heute vor 50 Jahren verstarb.
Demmin, das titelgebende Dorf aus Verena Keßlers Debüt, erlangte Ende des zweiten Weltkriegs durch den Massensuizid von rund 900 Einwohner*innen traurige Berühmtheit. Jahrzehnte später sind die „Gespenster von Demmin“ noch immer präsent und beeinflussen die dort lebenden Generationen auf unterschiedliche Weise. Ein brillanter Text, der ein großes Trauma vielschichtig und gekonnt verarbeitet.
Gewalt ist auch das Leitmotiv in Cemile Sahins „Alle Hunde sterben“. Der episodenhaft aufgebaute Roman wirft Blicke in die Wohnungen eines Hochhauses in der Westtürkei. Die dort lebenden Protagonist*innen leiden unter dem Militarismus und Nationalismus des Landes und haben Terror, Folter, Verschleppung und/oder Misshandlungen erlebt. Leider spart das Buch am Kontext, sodass sich der Erkenntnisgewinn sehr in Grenzen hält.
Wie sähe unsere Welt aus, wenn die Wikinger bis nach Südamerika gesegelt wären und die Inkas Europa erobert hätten? In „Eroberung“ schreibt Laurent Binet eine alternative Weltgeschichte, in der mitten in Paris eine Pyramide steht. Ein spannender Roman, der nicht nur ein neues Licht auf unser Verständnis von Eroberung, Dominanz und Kolonisation wirft, sondern durch die Darstellung seiner vier Teile in verschiedenen Textformen auch literarisch überzeugt.
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Titel: Die Gespenster von Demmin
Titel: Alle Hunde sterben
Titel: Eroberung
Der Beitrag Folge 129: Niveau-Limbo erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Was sind das für Menschen, die Plansprachen erfinden, wer erlernt sie und warum? Diesen Fragen geht Clemens Setz in seinem neuen Buch „Die Bienen und das Unsichtbare“ nach. In seinem Text verarbeitet er die Biografien von Menschen, die Sprachen erfinden, lehren oder lernen, er trifft Sprachenthusiast*innen und macht sich selbst daran, Esperanto und Volapük – eine besonders komplexe, heute nur noch selten verwendete Plansprache – zu lernen. Zudem wartet das Buch mit poetischen Beispieltexten und Bilddokumenten auf und stellt philosophische Überlegungen an, was Plansprachen bezwecken – dieses Sachbuch lässt sich, typisch für Setz, nicht auf eine Textform festnageln.
Meike hat mit Clemens Setz über Grammatikpäpste, im Kinderzimmer erdachte Sprachkönigreiche, die Zauberkraft der Poesie und Sprache als Kontrollinstrument gesprochen. Außerdem geht es um das kreative Potential von Twitter-Deutsch, Tinder dates gone wrong, Gender-Sternchen und die Frage, warum Literatur unsere digitale Welt häufig nicht ausreichend abbildet. Hört rein!
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Der Beitrag Interview: Clemens J. Setz erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
2020 hört nicht auf zu nerven: Orangene Twitter-Monster, Terror, Corona – aber wir halten die Stimmung oben, und zwar mit Hilfe von Podcast-Darling Christian Kracht. Der bringt nämlich mit „Eurotrash“ bald eine Fortsetzung zu „Faserland“ heraus, und wir ESKALIEREN vor Begeisterung.
Danach geht’s gleich mit dem nächsten Papierstau-Darling weiter: Clemens Setz hat mit „Die Bienen und das Unsichtbare“ ein Sachbuch über Plansprachen veröffentlicht. Darin geht er der Frage nach, was das für Leute sind, die neue Sprachen wie Esperanto und Volapük erfinden, wer diese Sprachen lernt und warum. Eine spannende Abenteuerreise in poetische Parallelwelten.
Volker Jarck befasst sich in seinem Debütroman „Sieben Richtige“ damit, wie Menschen mit plötzlichen Schicksalsschlägen umgehen. Mit einer vielstimmigen, komplexen Erzählkonstruktion inklusive verschiedener Zeitebenen schafft er es, emotionale Tiefe zu erzeugen und Leser*innen zu überraschen.
Zu guter Letzt gibt’s noch ein Sachbuch auf die Ohren: Reshma Saujanis „Mutig, nicht perfekt“ geht der Frage nach, warum von Mädchen immer Perfektionismus erwartet wird, während Jungen auch mal scheitern dürfen – und was die unterschiedliche Behandlung für Frauen und Männer bedeutet. Leider immer noch ein aktuelles, wichtiges Thema.
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Titel: Die Bienen und das Unsichtbare
Titel: Sieben Richtige
Titel: Mutig, nicht perfekt
Der Beitrag Folge 127: 7 mutige Bienen erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Willkommen zurück im „Lockdown“, auch bekannt als „Zeit, mal wieder zu einem guten Buch zu greifen“. Und das bevorzugt aus der lokalen Buchhandlung eures Vertrauens – wir geben Tipps, um der vielfältigen Literaturszene durch die Pandemie zu helfen. Vielstimmig ist auch unsere Auswahl politischer Sachbücher, die wir anlässlich der US-Wahl kurz vorstellen.
Dann geht es – über einen schicksalsträchtigen Unfall auf der Londoner Abbey Road – ab in die DDR kurz vor dem Fall der Mauer. In „Der Mann, der alles sah“ begleiten wir den jungen Historiker Saul Adler nicht nur 1988 auf eine Reise in den „Ostblock“, sondern auch ins Jahr 2016, durch seine Erinnerungen und vor allem zu sich selbst. Es ist ein verschlungener Weg voller Abkürzungen und Rückschläge, den Deborah Levy in ihrem faszinierenden experimentellen Roman beschreibt.
Kurz vor dem Brexit-Referendum lernen sich Lucy (42, weiß, Lehrerin, getrennt lebende Mutter von zwei Söhnen) und Joseph (22, schwarz, Aushilfsmetzger und Freizeit-DJ) kennen und sind schnell voneinander angetan. Passt das… und wenn ja, wie? Die Grundidee mag als Romanze verkleidet daherkommen, aber wir lassen uns nicht täuschen: Mit „Just like you“ legt Nick Hornby einen klugen Gesellschaftsroman mit Witz und facettenreichen Charakteren vor.
Lyrische Kurzgeschichten mit der Stadt Sankt Petersburg als wiederkehrendem Motiv machen Polina Barskovas „Lebende Bilder“ aus: Von der titelgebende Geschichte, die im Winter 1941/42 zur Zeit der Leningrader Blockade spielt, bis hin zu fragmentarischen Porträts von Exilant*innen bieten die Erzählungen Einblicke in eine wechselvolle Geschichte. Allerdings fordert der Text einiges an Hintergrundwissen, auch die sehr lyrische Prosa erschwert seine Zugänglichkeit.
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Titel: Der Mann, der alles sah
Titel: Just Like You
Titel: Lebende Bilder
Ece Temelkuran: Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist oder Sieben Schritte in die Diktatur (Hoffmann und Campe, 2019)
Tim Marshall: Die Macht der Geographie: Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt (dtv, 2017)
Ronan Farrow: Das Ende der Diplomatie: Warum der Wandel der amerikanischen Außenpolitik für die Welt so gefährlich ist (Rowohlt, 2018)
George Packer: Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika (Fischer 2015)
Robert F. Kennedy: Dreizehn Tage. Die Verhinderung des Dritten Weltkriegs durch die Brüder Kennedy (Scherz, 1969)
Francis Fukuyama: Identität: Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet (Hoffmann und Campe, 2019)
Margarete Stokowski: Untenrum Frei (Rowohlt, 2016) & Die letzten Tage des Patriarchats (Rowohlt, 2018)
Sibylle Berg: Nerds retten die Welt: Gespräche mit denen, die es wissen (Kiepenheuer & Witsch, 2020)
Der Beitrag Folge 126: Rock n‘ Roll-Übermensch erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Die drei Podcast-Gesichter steigen einmal mehr aus ihrer Gruft, die von nur wenigen Leselampen schwach beleuchtet wird, um Euch die volle Halloween-Dröhnung zu verpassen! Was kann, was soll, was darf Horror-Literatur? Die drei Satanist*innen vom Dienst haben gar schaurige Antworten…
…und noch schaurigere Beispiele! Etwa „Blutige Nachrichten“, den neuen Band von Großschriftsteller Stephen King. Die Zierde des Staates Maine haut vier neue Geschichten raus, und wenig überraschend hat Euren Lieblings-Literaturkritiker*innen die experimentellste am besten gefallen – die übrigen waren aber auch nicht schlecht!
Dann geht’s weiter mit Dennis Lehane, dem alten Hexenmeister, der verschiedene Genres zu einem frankensteinmäßigen Meisterwerk zusammengeschustert hat: „Shutter Island“. Darin begeben sich zwei Polizisten in eine Psychiatrie, um Morde aufzuklären. Horror, Mystery, Noir, Detektivgeschichte, Sozialkritik, übernatürliche Ereignisse – was will das Grusel-Volk mehr?
Und zu guter Letzt gibt’s noch den Mann, der seit über 200 Jahren das Horror-Game dominiert: Eddie Poe, seines Zeichens Fashion Victim, Raben-Liebhaber und Kurzgeschichten-Künstler. Zieht Eure besten Goth-Klamotten an und folgt uns in die Abtei des Prinz Prospero, der versucht, eine geheimnisvolle Seuche zu ignorieren (Parallelen zu einem gewissen Donald T. sind rein zufällig) sowie ins Herrenhaus der Usher, in dem der Wahnsinn regiert.
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Titel: Blutige Nachrichten
Titel: Shutter Island
Titel: Meistererzählungen
Der Beitrag Folge 125: Mysteriöse Mysterien erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Was für Wochen liegen hinter uns Literaturliebhaber*innen: Longlist, Shortlist und jetzt steht sie fest, die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2020: Herzlichen Glückwunsch an Anne Weber und „Annette, ein Heldinnenepos“! Eine würdige Siegerin, deren Buch klug, unterhaltsam und leicht zu lesen ist – lasst euch von der Versform nicht abschrecken! Anne Weber schildert nicht nur das faszinierende Leben der Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir, sondern transportiert auch Botschaften, die sich problemlos ins Hier und Heute übertragen lassen.
Apropos Buchpreis: Eure Podcast-Crew der Herzen feiert nicht nur die Gewinnerin, sondern blickt auch zurück auf 20 Bücher, sechs Papierstau-Specials, zahlreiche wiederkehrende Themen und ganz viel sich daraus ergebenden Diskussionsstoff. Wie war das, so viele Bücher in so kurzer Zeit zu lesen? Lohnt sich das? Bringt das was? Und – was lernen wir daraus?
Neben der ausführlichen Rückschau blicken wir in dieser Folge aber auch nach vorne und haben dafür ein paar kleine Schmankerl im Gepäck. Zum einen gibt es drei neue Bände der KiWi-Musikbibliothek – jener abwechslungsreiche Reihe, in der Autor*innen über ihre ganz persönlichen Beziehungen zu Musiker*innen oder Bands schreiben. Neu dabei: Antonia Baum über Eminem, Chilly Gonzales über Enya und Markus Kavka über Depeche Mode.
Mit „Die Stille“ hat der große US-amerikanische Autor Don DeLillo eine faszinierende Novelle vorgelegt, die unsere Abhängigkeit der globalen Informationsinfrastruktur anprangert – und dabei unbeabsichtigt viele Parallelen zur aktuellen Pandemie-Situation bietet. Zum Abschluss laden wir noch zu einer besonderen Märchenstunde, und zwar mit den „Gutenachtgeschichten für alle, die sich vor Populisten gruseln“ von Stuart Heritage – eine etwas andere Einschlaflektüre, die möglicherweise ihren Zweck verfehlt, weil man vom eigenen Lachen wach bleibt. ?
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Titel: Annette, ein Heldinnenepos
Titel: Antonia Baum über Eminem
Titel: Markus Kavka über Depeche Mode
Titel: Chilly Gonzales über Enya
Titel: Die Stille
Titel: Gutenachtgeschichten für alle, die sich vor Populisten gruseln
Der Beitrag Folge 124: Buchpreis 2020 Gewinnerin erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Der Podcast Eures Vertrauens ist zurück und macht seinen verdammten Job: Literaturkritik! Und die drei von der Klartext-Partei sind not amused über den diesjährigen Literatur-Nobelpreis, finden aber die Finalisten des National Book Award töfte. Warum – dazu mehr in der Show.
Und dann geht’s los mit dem Buch, das sich ganz sicher nicht (wie die Werbung suggeriert) um die „schwarze Bridget Jones“ dreht: Protagonistin Queenie im gleichnamigen Roman von Candice Carty-Williams ist eine eigenständige, dreidimensionale Figur, die sich nach dem Ende ihrer Beziehung in die digitale Dating-Hölle begibt. Die britisch-jamaikanische Journalistin muss auf der Suche nach Glück einige Tiefschläge wegstecken, und die Autorin nutzt die sehr persönliche Geschichte, um große gesellschaftliche Themen wie BLM und #metoo zu reflektieren.
Dass wir hier im Podcast ein Herz für edgy Schotten haben, hat sich mittlerweile wohl rumgesprochen – klar haben wir da den neuen John Niven im Programm. In „Die F*ck-it-Liste“ marodiert ein todkranker Killer auf Rachemission durch eine dsytopische Version der USA (oder besser gesagt: eine noch dystopischere Version der USA). Die Satire ist ordentlich überzeichnet, bietet aber jedem, dem sich derzeit beim CNN-Konsum der Magen umdreht, eine ordentliche Portion Katharsis.
Und zu guter Letzt sprechen wir über unseren Lieblings-Australier Nick Cave: Der Musiker ist nicht nur ein herausragender Songtexter, sondern auch Literat. „Der Tod des Bunny Munro“ ist sein zweiter Roman und erzählt die verstörende Geschichte des alkohol- und sexsüchtigen Kosmetikartikel-Vertreters Bunny, der sich nach dem Selbstmord seiner Frau um den 9-jährigen Bunny jr. kümmern muss. Mit melancholischem Unterton oszilliert die Storyline zwischen Humor und dem Makaberen.
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Titel: Queenie
Titel: Die F*uck-it-Liste
Titel: Der Tod des Bunny Munro
Der Beitrag Folge 123: Hardcore-Häschen erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Wieder vereint blickt euer Lieblingspod-Cast nach Schweden, wo morgen der Literaturnobelpreis verliehen wird – nur an wen? Darüber darf fleißig spekuliert und sogar darauf gewettet werden. Wir schauen, wer bei den Buchmacher*innen hoch im Kurs steht und bringen unsere Favorit*innen ins Rennen. Dann gibt‘s noch etwas politischen Tratsch in Form des Enthüllungsbuchs „Melanie and Me“, das die First Lady vermutlich nicht auf dem SuB hat. ?
„Normale Menschen“ – wer legt fest, wer dazu gehört und wer nicht? In Sally Rooneys mitreißendem Roman sind es Marianne und Connell, die sich am „normalsten“ fühlen, wenn sie unter sich sind, ganz intim und vertraut. Wenn da nur nicht die Außenwelt mit ihren Zwängen und Konventionen wäre… Die augenscheinliche Liebesgeschichte entpuppt sich schnell als spannendes Sozialdrama, das mit pointierten Dialogen und universellen Themen aufwartet.
Los Angeles, 1991: Im Zuge der Ausschreitungen nach der Misshandlung von Rodney King wird ein schwarzes Mädchen von einer koreanischen Ladenbesitzerin erschossen. Steph Cha nimmt diese wahre Begebenheit in „Brandsätze“ auf und entwirft daraus die fiktive Geschichte zweier Familien, die durch ein Unglück verbunden sind. Ein Pageturner, der die Rolle der Asian Community zum Thema Rassismus ebenso beleuchtet wie Ungerechtigkeiten im US-Justizsystem.
Vor wenigen Jahren hat der erfolgreiche Werbetexter Kim seine Karriere neu ausgerichtet und mit Ü30 eine Ausbildung zum Notfallsanitäter gemacht. In „Schockraum“ erzählt Tobias Schlegl, der selbst vom Moderator zum „Sani“ wurde, vom fordernden Alltag der Männer und Frauen auf den Rettungswagen. Dabei spart er nicht an deutlicher Kritik am Gesundheitssystem. Ein wichtiges Thema, das uns in der Umsetzung leider nicht richtig überzeugen konnte.
Zum Abschluss bittet Ijoma Mangold darum, Platz zu nehmen und seinen Gedanke zu (unter anderem!) Trump, Greta und Boris Johnson zu folgen: „Der innere Stammtisch“ ist ein schlaues und lustiges politisches Tagebuch, in dem der Autor und Literaturkritiker weder sich noch seine Leserschaft schont. Denn Mangold zeigt schön auf, wie sich Meinungen ändern – inklusive der eigenen. So mögen wir das: Unterhaltsame Zeitgeschichte zum Dabeisein in Buchform.
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Titel: Normale Menschen
Titel: Brandsätze
Titel: Schockraum
Titel: Der innere Stammtisch
Der Beitrag Folge 122: Ok, Boomer erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Während Anika nach dem Buchpreis-Marathon noch unterm Sauerstoffzelt liegt, schwelgen Robin und Meike in Erinnerungen – und zwar nicht nur in ihren eigenen. Aber bevor sich die Podcast-Gang dem Thema Gedächtnis und Literatur zuwendet, gibt’s noch nen großen Schwung News: Der Schweizer Buchpreis, Insider-Infos zum von uns gefeierten Roman von Eva Sichelschmidt, die Thalia-Kontroverse und und und!
Dann geht’s los mit der japanischen Kult-Autorin Yoko Ogawa, die in ihrem Science-Fiction-Kracher „Insel der verlorenen Erinnerung“ der Frage nachgeht, was passiert, wenn man Menschen ihre Erinnerungen raubt. Objekte verschwinden, die Erinnerungen daran und alle Assoziationen mit ihnen – und dann nimmt der Roman eine kafkaeske Wendung, denn was verschwindet wohl als nächstes, wenn die gestohlenen Erinnerungen die persönliche und die Gruppenidentität geformt haben? Poetisch und intelligent, ein echtes Must Read.
Als nächstes geht es um die Bildung der eigenen Identität(en), die auf Erfahrungen und Erinnerungen basiert: Ronya Othmann erzählt in ihrem autofiktionalen Coming-of-Age-Roman „Die Sommer“ von Leyla, die jedes Jahr in den Ferien mit ihren Eltern in die Heimatregion ihres kurdisch-jesidischen Vaters reist. Dort taucht das Mädchen, das in Deutschland aufwächst, in eine andere Welt ein, und lernt nach und nach, was die Menschen um sie herum geprägt hat. Ein interessantes Debüt.
Und als letztes geht’s an die mexikanisch-amerikanische Grenze: Valeria Luiselli schreibt in „Archiv der verlorenen Kinder“ über die Migrationskrise in den USA. Eine Patchworkfamilie, die kurz vor dem Auseinanderfallen steht, jagt den Stimmen der verschwundenen Native Americans und der Migrant*innen nach, die in der Wüste verloren gehen. Dieser Text ist überfrachtet mit Symbolen und Metaphern. Und außerdem sind die Natives zum Glück noch da, trotz aller Versuche, sie zu vernichten (lest mal Tommy Orange!). Diese literarische Erinnerungskultur hat uns weitgehend ratlos zurück gelassen.
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Titel: Insel der verlorenen Erinnerung
Titel: Die Sommer
Titel: Archiv der verlorenen Kinder
Der Beitrag Folge 121: Total Recall erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Die Jury hat entschieden, die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020 steht fest! Bevor wir uns den sechs Finalist*innen widmen, gibt’s ein paar heiße News aus der Literaturszene. Denn auch international ist die „Award Season“ in vollem Gang, und so schauen wir uns die Longlist des National Book Award und die Shortlist des Booker Prize an. Außerdem freuen wir uns über die Vorankündigung von Barack Obamas politischen Memoiren, deren erster Teil am 17.11. erscheint.
Jetzt aber zur Shortlist des #dbp2020 und unserer wichtigsten Frage: Wo ist „Allegro Pastell“ von Leif Randt? Der Liebling des Podcasts eures Vertrauens hat es ebenso wenig auf die Shortlist geschafft wie „Triceratops“ von Stephan Roiss und „Bis wieder einer weint“ von Eva Sichelschmidt. Es gibt also Redebedarf, und das ist ja bekanntlich voll unser Ding. Wir schauen nochmal auf die Alternativen zu „unseren“ verschmähten Shortlist-Titeln, wägen ab, wer die besten Chancen auf den Preis hat, verraten, wem wir den Sieg am meisten wünschen, und klären das finale Duell: Jury-Shortlist vs. Papierstau-Shortlist – welche Auswahl überzeugt mehr? (Spoiler: unsere!)
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Titel: Serpentinen
Titel: Streulicht
Titel: Herzfaden
Titel: Aus der Zuckerfabrik
Titel: Annette, ein Heldinnenepos
Titel: Die Dame mit der bemalten Hand
Der Beitrag Folge 120: Buchpreis 2020 Shortlist erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
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