
Sign up to save your podcasts
Or


Bevor es zum Eingemachten dieser Folge geht stellt euch euer contentlastiger Lieblingspodcast ein spannendes Projekt vor: „LIES! Das Buch“ bietet Kurzgeschichten in einfacher Sprache – so wird Literatur für alle zugänglich, das gefällt uns sehr! Im Gegensatz zu schmuddeligen lyrischen Ichs von Möchtegernpoeten, die wir ausdrücklich mit Missachtung strafen…
Bei uns steht die Literatur im Mittelpunkt, und dafür ist „Was man sät“ von Marieke Lucas Rijneveld ein tolles Beispiel. Der Debütroman aus den Niederlanden ist für den International Booker Prize nominiert und erzählt die Geschichte der zehnjährigen Jas, die sich für den Unfalltod ihre Bruders verantwortlich fühlt. Wie geht man als Kind mit so einer Bürde um, wie entwickeln sich die Beziehungen nach so einem prägenden Ereignis? Der stark autobiographisch gefärbte Roman ist intensiv geschrieben und bietet emotional präsente, eindringliche Sprachbilder.
Als nächstes begeben wir uns – rein literarisch – auf „Die 12 Leidensstationen nach Pasing“. Stefan Wimmer erzählt hier von seiner Jugend Mitte der 80er Jahre in der Münchener Vorstadt. Mit seinen Freunden zieht er durch die Straßen, immer auf der Suche nach Party und Sex. Sie nennen sich nicht nur die „Kajal-Clique“: Die Jugendlichen eifern ihren Stars der Wave- und Gothic-Szene optisch überzeugend nach! Ein Buch, das seine volle Wirkung vermutlich am besten entfaltet, wenn man diese modisch fragwürdige Zeit selbst miterlebt hat.
Zum Abschluss nehmen wir uns mit „Kurt“ den neuesten Roman von Sarah Kuttner vor. Auch hier geht es wieder um einen familiären Schicksalsschlag, nur sind die Konstellationen, dank Patchwork, frisch und neu: Erzählerin Lena zieht mit ihrem Partner Kurt nach Brandenburg, damit dieser näher bei seinem Sohn (noch ein Kurt) sein kann. Als der „kleine“ Kurt tödlich verunglückt, versucht Lena, eine Balance zwischen Trauer und Trost zu finden. Trotz der traurigen Thematik ein sehr tröstliches und einfühlsames Buch.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Was man sät
Titel: Die 12 Leidensstationen nach Pasing
Titel: Kurt
Der Beitrag Folge 97: Leidensgenossen erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Los geht’s mit internationaler Literatur: Die Jury des International Booker Prize hat ihre diesjährige Shortlist veröffentlicht und darauf findet sich spannende Literatur u.a. aus Argentinien, Japan und dem Iran – vielleicht kommen ja einige der Bücher demnächst in diesem Podcast vor? Stay tuned! *zwinker* *zwinker* Der deutsche Beitrag „Tyll“ von Daniel Kehlmann, von uns bereits besprochen, hat‘s auch auf die Shortlist geschafft. Die gesamte Liste findet Ihr hier: https://thebookerprizes.com/international-booker/2020
Unsere heutige Vorstellungs-Liste startet mit dem in den USA umjubelten Roman „Die Optimisten“ von Rebecca Makkai. Darin geht es um den Ausbruch der AIDS-Krise im Chicago der 1980er Jahre. Der schwule Kunstexperte Yale muss miterleben, welche Verheerungen das Virus in seinem Umfeld anrichtet, und wie es erst totgeschwiegen und dann zur weiteren Stigmatisierung der schwulen Bevölkerung instrumentalisiert wird. In zwei weiteren Zeitebenen zeigt Makkai, welche Lücken die Toten hinterlassen haben und was das mit den Lebenden bis heute macht. Eine Great American Novel, bewegend und intelligent. Mehr Infos zur AIDS-Krise findet Ihr hier: http://unaids.org/en
Weiter geht es mit der neuen Novelle von Dave Eggers, seines Zeichens Experte für knallige Gesellschafts-Kritik (Beweisstück A: „Der Circle“). In „Die Parade“ diskutiert er parabelhaft Fragen der Entwicklungspolitik: Die Protagonisten Vier und Neun haben den Auftrag, in einem nicht näher bezeichneten Entwicklungsland eine Straße zu bauen, und nicht nur die unterschiedlichen Haltungen der chiffrenhaften Charaktere führen zu zahlreichen Konflikten. Weniger komplex als Nora Bossongs “Schutzzone“, dafür zugänglicher und auf jeden Fall interessant.
Und zu guter Letzt gibt’s einen BDSM-Bildungsroman – nein, Leona Stahlmanns „Der Defekt“ hat mit „50 Shades of Grey“ aber auch gar nichts zu tun, denn hier wird die sexuelle Veranlagung eben nicht möglichst skandalös und toxisch dargestellt. Vielmehr geht es darum, dass die 16-jährige Mina versucht, mit ihrer Neigung umzugehen, und was das für ihre Identitätsfindung bedeutet. Der Text ist gespickt mit Naturbeschreibungen, Geräuschen, Gerüchen, Geschmäckern, visuellen Eindrücken und taktilen Empfindungen. Ein mutiges Debüt – so etwas haben Eure drei Podcast-Nasen noch nie gelesen.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Die Optimisten
Titel: Die Parade
Titel: Der Defekt
Der Beitrag Folge 96: Alphabet Street erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Los geht’s mit dem Corona-Update der Podcast-Gang, inklusive einiger Tipps, wie man sich am besten zu Hause die Zeit vertreibt, denn noch immer gilt: #wirbleibenzuhause #gemeinsamgegencorona #supportyourlocal
Und wenn etwas die Laune hebt, dann ja wohl die Trainspotting-Reihe von Irvine Welsh! Wir stellen den vierten und leider auch letzten Teil vor, „Die Hosen der Toten“. Anti-Held Mark Renton ist mittlerweile DJ-Manager, aber das Älterwerden und die Vorhersehbarkeit des geregelten, semi-bürgerlichen Lebens machen ihm zu schaffen. Als sein alter Kumpel Begbie um die Ecke biegt, ist das Chaos nicht weit…
Dann geht’s weiter mit deutscher Beat-Literatur: Jörg Fausers „Rohstoff“ ist ein verdammter Klassiker der Nachkriegsliteratur. Sein alter ego Harry Gelb spricht Heroin und Alkohol zu und driftet vom Istanbuler Junkie-Viertel durch Berliner Kommunen und die Frankfurter Hausbesetzer-Szene, immer besessen von seinem unbedingten Wunsch, Schriftsteller zu werden. Ein mitreißendes Porträt der Gegenkultur und der alten Bundesrepublik.
Und weil wir alle daheim fest sitzen, machen wir zum Schluss einen literarischen Ausflug – let the story take you there! Caroline Hulse hat einen schwarzhumorigen Familienroman geschrieben, in dem ein geschiedenes Paar mit ihrem gemeinsamen KInd und ihren neuen Partnern unterwegs sind – da sind die Konflikte vorprogrammiert. Und dann ist da noch das riesengroße rosa Kaninchen, das mit am Tisch sitzt…“Der Ausflug“ ist böse, lustig und wahnsinnig unterhaltsam.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Die Hosen der Toten
Titel: Rohstoff
Titel: Der Ausflug
Der Beitrag Folge 95: Götter des Gemetzels erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Corona beutelt die Kreativbranche – was können wir Leserinnen und Leser tun, um zu helfen, und wie deckt man sich am besten mit Lesestoff ein? Das ist unser Thema im Vorgeplänkel. Gerade lokale, mittelständische Buchhandlungen sind von den Einnahmeausfällen betroffen, also unterstützt die Literatur-Dealer in Eurem Viertel – viele bieten nun Lieferdienste und ähnliches an, um die nach Geschichten gierende Kundschaft mit Büchern zu versorgen. Von all den Absagen und dem damit verbundenen Reichweitenverlust sind vor allem Debüt-Autoren betroffen, also denkt an Werke von Debütantinnen und Debütanten! Auch in dieser Folge gibt’s heute drei Erstlingswerke auf die Ohren:
Oyinkan Braithwaite, eine junge Autorin aus Nigeria, wurde mit ihrer feministischen Thriller-Groteske „Meine Schwester, die Serienmörderin“ gleich mal für den Booker Preis nominiert. Darin geht es um die mörderischen Abenteuer zweier ungleicher Schwestern in Lagos – ein tarantino-esker Spaß, der aber mit jeder Seite düsterere Untertöne offenbart: Trauma, Frauenhass und Gender-Stereotype sind zentrale Themen dieses ungewöhnlichen Familienromans.
Ta-Nehisi Coates gehört zu den wichtigsten Intellektuellen der USA, seine Essay-Bände setzen Maßstäbe. Nun hat er seinen ersten Roman veröffentlicht: In „Der Wassertänzer“ diskutiert er die Auswirkungen der Sklaverei auf schwarze Familien. Der Gesellschafts- und Abenteuerroman beginnt im amerikanischen Süden vor dem Bürgerkrieg und wir begleiten Hiram, den Sohn einer Sklavin und eines Plantagenbesitzers, der entdeckt, dass er magische Fähigkeiten besitzt.
Auch die südkoreanisch-amerikanische Autorin Angie Kim mischt in ihrem Debüt munter Genres: „Miracle Creek“ ist Thriller, Gerichtsdrama und Gesellschaftsroman. Die Geschichte beginnt mit einem Feuer in einer Kammer für medizinische Sauerstoff-Therapie und die Frage, wer für den Brand verantwortlich ist, treibt den Text voran. Kim entwickelt verschiedene Erzählstränge, indem sie nach und nach die Figuren – von koreanischen Einwanderern bis zu den Familien körperlich und geistig eingeschränkter Kinder – vorstellt und ihre Motivationen offenlegt.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Meine Schwester, die Serienmörderin
Titel: Der Wassertänzer
Titel: Miracle Creek
Der Beitrag Folge 94: Task Force erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Bevor es mal wieder drei brandneue Bücher auf die Ohren gibt, geht es im Vorgeplänkel um zwei brandneue Nominierungslisten für Buchpreise: Den internationalen Booker Preis und den Women’s Prize for Fiction. Robin, Anika und Meike sagen Euch, ob die nominierten Titel was taugen!
Und dann geht es los mit dem heiß erwarteten neuen Werk von Leif Randt: „Allegro Pastell“ ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, der morgen vergeben wird. In brutal-ironischer Diktion spielt der Autor mit Motiven der Pop-Literatur und erzählt dabei die Geschichte von Web-Designer Jerome und Jungautorin Tanja, die eine Beziehung auf der Meta-Ebene führen und vor lauter Selbstreflektion und Achtsamkeits-Blabla nicht merken, dass dieses lauwarme Leben ziemlich höllisch ist. Ein heißer Anwärter für die Longlist des Deutschen Buchpreises!
Danach gehts weiter mit dem nächsten Podcast-Liebling, nämlich Sibylle Berg. Im Interviewband „Nerds retten die Welt“ spricht sie mit Expertinnen und Experten verschiedenster Themengebiete, von Ökologie über Wirtschaft bis hin zu Gender, um herauszufinden, wie wir unseren Planeten doch noch retten können. Bei dieser Mission sind wir natürlich direkt dabei!
Zum Abschluss hängen wir noch mit Moritz von Uslar in der brandenburgischen Kleinstadt Zehdenick ab, um dem Rechtsruck im Osten auf den Grund zu gehen. Zehn Jahre nach seiner teilnehmenden Beobachtung „Deutschboden“ erscheint mit „Nochmal Deutschboden“ eine Fortsetzung, die zeigt, dass das Klima rauer geworden ist – da schauen die drei Podcast-Wessis mal ganz genau hin.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Allegro Pastell
Titel: Nerds retten die Welt: Gespräche mit denen, die es wissen
Titel: Nochmal Deutschboden: Meine Rückkehr in die brandenburgische Provinz
Der Beitrag Folge 93: Clusterf**k erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
So schön eine neue Folge von Papierstau auch sein mag, so traurig ist die Nachricht, dass die Leipziger Buchmesse abgesagt wurde. Robin, Tim und Mara unterhalten sich im Vorgeplänkel darüber, wie es die Nachricht erfahren haben, für wie vernünftig sie es halten und trauern gemeinsam.
Robin macht den Anfang mit “Ich gegen Osborne” von Joey Goebel. In dem Buch geht es um einen Teenager, der zur Highschool geht, und sich nicht richtig einordnen kann. Alle kommen in die Pubertät, lernen Leute kennen und er steht alleine da. Der Frust in ihm wächst zunehmend und er stellt sich gegen die Schule. Joey Goebel schreibt eine böse Satire mit einer ungewöhnlichen Ausgangslage, die eine starke Verbindung zu Online-Trollen, Reddit-Threads und YouTube-Kommentatoren herstellt. Durch und durch gelungen und empfehlenswert.
Tim stellt den Debütroman “Taubenleben” von Paulina Czienskowski vor. Das Buch handelt von Lois, die sich nach einem One-Night-Stand sicher ist, HIV zu haben. Im Verlauf des Buches dreht es sich um ihre Vergangenheit, die schwierige Beziehung zu ihren Eltern und vor allem den Tod. Der Roman schafft es, das Gefühl von Verlorenheit der Generation Y auszudrücken und führt die Handlung zu einem bitteren, aber konsequenten Ende.
Mara stellt den Thriller “Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod” von Jessica Barry vor. Nachdem bei einem Flugzeugabsturz in den USA eine Person überlebt hat, versucht sie sich, durch die Wildnis zu kämpfen und wird dabei anscheinend verfolgt. Währenddessen will die Mutter der Protagonistin den Tod ihrer Tochter nicht wahrhaben und beginnt, Nachforschungen anzustellen, da sie schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Ein Spannender Thriller mit Wendungen, die nicht leicht vorherzusehen sind und zu einem passenden Finale führen!
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Ich gegen Osborne
Titel: Taubenleben
Titel: Freefall – Die Warheit ist dein Tod
Der Beitrag Folge 92: Generation ? erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Komm‘ se näher, Herrschaften, komm‘ se ran und greifen se zu! Nur hier und heute: Frisches Druckwerk aus deutschen und us-amerikanischen Landen! Doch bevor es ans Eingemachte geht heulen euch die drei Vorstadt-Rezensenten noch ein bisschen vor, wie schlimm es ist sich für Bücher zu entscheiden und aus welchen Quellen ihre Inspirationen stammen.
Robin stellt „Hawaii“ vor und kann seine Begeisterung über dieses Debüt kaum im Zaun halten. Das Buch handelt von Kemal, dessen Karriere als Fußballprofi ein jähes Ende fand. In seiner Heimat Heilbronn versucht er einen Neustart, doch mit wem und als was? Für die Türken ist er nicht türkisch, für die Deutschen nicht deutsch genug. „Hawaii“ gibt denen eine Stimme, die in Deutschland geboren, deren Familien seit Generationen hier heimisch sind und die noch immer nicht richtig dazugehören. Eine spannende, gut zu lesende Geschichte über zwei heiße Tage, drei Nächte, Konflikte und Begegnungen.
Auch Meike hat ein Buch mit Konflikten im Gepäck. Die junge Erzählerin in „Milchmann“ lebt im Belfast der 70er Jahre (Stichwort Nordirlandkonflikt). Ihr wird eine Affäre mit dem sogenannten Milchmann nachgesagt, einem mächtigen und gefährlichen Paramilitär, und sie muss sich gegen seine Avancen und ihre eigene Angst zur Wehr setzen. Der historische Kontext ist gut in das Buch integriert, auch literarisch gibt es einiges zu entdecken. Dennoch bleibt ein Nachgeschmack, denn teilweise wirkt die Schreibe überambitioniert und dadurch anstrengend.
Als nächstes schauen sich Anika und Meike mit „Power“ eine Neuerscheinung an, die für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde. Vordergründig geht es um Dorfkinder, die den Hund einer alten Nachbarin suchen, während ihre hilflosen Eltern ihr Unverständnis an der alten Nachbarin auslassen. Motive wie Vereinsamung, Landflucht, Radikalisierung, Sündenbockkultur und das Verhältnis zwischen Alt und Jung tauchen auf, lassen sich aber nicht festmachen. Ungewohnt ist auch der extrem repetitive Sprachstil, der zu weiteren Verstimmungen der Rezensentinnen geführt hat.
Zum Abschluss stellt Anika „Die Geheimnisse meiner Mutter“ vor. Anfang der 80er zieht Elise mit ihrer älteren Partnerin Connie nach L.A. Die Beziehung kriselt, Elise fühlt sich ungeliebt und trifft eine folgenschwere Entscheidung. 35 Jahre später ist Rosie auf der Suche nach Elise, ihrer Mutter, die sie nie richtig gekannt hat. Sie schleust sich heimlich ins Leben von Connie ein, um mehr über ihre Vergangenheit und den Verbleib ihrer Mutter zu erfahren. Ein Roman mit zwei Erzählsträngen, der Themen wie Freundschaft, Verrat und vor allem Verhältnisse zwischen Müttern und Töchtern beleuchtet.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Hawaii
Titel: Milchmann
Titel: Power
Titel: Die Geheimnisse meiner Mutter
Der Beitrag Folge 91: Frischfleisch erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Neue Woche, neue Folge! Mara, Robin und Tim haben sich wieder zusammengesetzt, um über drei neue Bücher zu reden.
Robin macht den Anfang mit dem Debütroman von Delia Owens, “Der Gesang der Flußkrebse” (übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann). Das Buch ist eine Mischung aus Krimi, Coming-of-age-Geschichte und Naturstudie und führt diese verschiedenen Genres mit einer unglaublich poetischen Sprach zusammen. Für Robin steht jetzt wohl schon eine Anwärterin auf das Buch des Jahres fest.
Tim macht ebenfalls mit einem Debüt weiter: “Wofür wir uns schämen” von Tomas Blum. Das Buch handelt von einem Projektleiter in einer Werbeagentur, der sich selber und die Rolle in der Gesellschaft zu hinterfragen beginnt. Neben einer neuen Bekanntschaft spielen einige wichtige Ereignisse aus seiner Kindheit eine große unterbewusste Rolle, und so beginnt sich die Vergangenheit mit der Gegenwart zu vermengen. Mit einem besonderen Stil und dem gekonnten Umgang mit dem Spiel der Zeit schafft Blum ein empfehlenswertes Debüt.
Mara macht den Abschluss mit dem zweiten Zamonien-Roman von Walter Moers, “Ensel und Krete”. Die beiden titelgebenden Geschwister fahren mit ihren Eltern in den Wald, und auf der Suche nach Abenteuern gehen die beiden verloren. Neben der Sucher nach dem Rückweg schweift der zamonische Autor Hildegunst von Mythemetz häufig ab und schildert seine Leiden als Autor. Moers schafft es, eine tolle Adaption, Hommage und Persiflage an die alten Märchen der Gebrüder Grimm zu schreiben!
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Der Gesang der Flusskrebse
Titel: Wofür wir uns schämen
Titel: Ensel und Krete
Der Beitrag Folge 90: Isolation erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Hinterm Lesehorizont geht’s weiter, ein neues Buch….sorry, den konnten wir uns nicht verkneifen, denn heute geht es darum, den eigenen Lesehorizont zu erweitern! Ob es um Stimmen aus fernen Ländern geht oder solche aus dem eigenen Land, die viel zu häufig überhört werden: Lesen bedeutet, die Welt aus anderen Augen zu sehen, und Eure Podcast-Weltreisenden sind verdammt neugierig!
Deshalb geht es heute gleich mal mit Anika nach Trinidad und Tobago: Die Autorin Claire Adam hat mit „Goldkind“ einen Familienroman über ihre Heimat geschrieben, in dem es um zwei ungleiche Zwillingsbrüder geht – oder besteht die Ungleichheit vor allem darin, dass einer der beiden bevorzugt behandelt wird? Als der ungeliebte Sohn plötzlich verschwindet, entspinnt sich ein Drama, das aufschlussreich über das Land und das Leben der Menschen auf der Karibikinsel erzählt.
Aus dem sonnigen Trinidad steuert Meike dann direkt an den Polarkreis an: Die indigene Sängerin Tanya Tagaq schreibt in ihrem literarischen Debüt „Eisfuchs“ über das Aufwachsen eines jungen Mädchens im eisigen Norden Kanadas. Das harte Leben im Dorf ist geprägt von Gewalt und Alkoholismus, doch die Protagonistin findet Kraft in der Natur und den Mythen der Inuit. Mit einer Mischung aus Roman, Memoir und Gedichtband findet Tagaq eine ganz eigene Erzählform.
Und dann wird’s kontrovers, und zwar in den USA! Robin stellt „Die Brandstifter“ vor, das Debüt der südkoreanisch-amerikanischen Schriftstellerin R. O. Kwon. Die Geschichte wird aus Sicht des unzuverlässigen Erzählers Will erzählt, der als Kind seinen Glauben an Gott verloren hat und sich nun am College in eine junge Frau verliebt, die einer Sekte verfällt. Ist das Kunst oder kann das weg? Eure Podcast-Crew ist da geteilter Auffassung, und das spricht natürlich für das Buch: Man kann leidenschaftlich über diesen Text diskutieren!
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: Goldkind
Titel: Eisfuchs
Titel: Die Brandstifter
Der Beitrag Folge 89: New Horizons erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Heute reisen wir mit der Beat Generation durch die USA und jagen dem amerikanischen Traum von Sex, Drugs & Bebop nach – Schriftsteller wie Kerouac, Ginsberg und Burroughs waren echte Rockstars und haben sich gegen die konservative Gesellschaft der 50er-Jahre aufgelehnt. Auf der Suche nach einem authentischen Leben haben sie neue poetische Ausdrucksformen entwickelt, um die Wirklichkeit möglichst ungefiltert auf Papier zu bannen. Und wenn man das Ergebnis heute liest, steht einem immer noch der Mund offen.
Zuerst packt Meike ihre Koffer und trampt mit Jack Kerouacs Alter Ego Sal Paradise quer durch die USA: In „On the Road“ / „Unterwegs“ verarbeitet der Autor wahre Erlebnisse. Reiseziel ist kein geographischer, sondern ein spiritueller Ort, das wahre Amerika, das seine Versprechungen von Freiheit, Gleichheit und Schönheit erfüllt. Sal und sein Buddy Dean Moriarty treffen jede Menge faszinierende Leute, hängen in Jazz Clubs rum, nehmen Drogen, haben Sex und drehen allgemein so richtig auf.
Und auch Kerouacs Kumpel William S. Burroughs nahm literarisch sowie im wahren Leben keine Gefangenen: Tim stellt „Naked Lunch“ vor, ein collageartiger Roman über Burroughs‘ Dasein als Drogenabhängiger und die Welt, die ihn umgibt. Auch hier wird gereist, unter anderem sogar in eine spacige Interzone, und der Autor arbeitet sich an seinen Obsessionen und Zwängen ab – das ist kraftvoll und beunruhigend, also genau die Literatur, die wir lieben.
Zu guter Letzt zeigt Robin, welche anderen literarischen Meilensteine auf den Ideen der Beats fußen: In den 70ern schrieb Hunter S. Thompson „Angst und Schrecken in Las Vegas“, seine ganz eigene Expedition ins Herz des amerikanischen Traumes. Ganz nebenbei erfand der gute Herr Thompson dabei den Journalismus neu: Sein „Gonzo-Journalismus“ nimmt eine radikal subjektiv Perspektive ein und integriert fiktionale Elemente.
Abonnieren: Spotify | iTunes | Android | RSS
Titel: On the Road (Urfassung)
Titel: Naked Lunch
Titel: Angst und Schrecken in Las Vegas
Der Beitrag Folge 88: Feel the BEAT erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
From the publisher's feed

6 Listeners

185 Listeners

71 Listeners

7 Listeners

25 Listeners

27 Listeners

17 Listeners

16 Listeners

6 Listeners

15 Listeners

28 Listeners

0 Listeners

3 Listeners

11 Listeners

3 Listeners