Schlepper und Schleuser sind bäh, oder? Dass sich ein Bundesverband Schleppen & Schleusen, eine Lobbyorganisation für Wirtschafts-Unternehmen, für sie einsetzt, die sich auf den undokumentierten, grenzüberschreitenden Personenverkehr spezialisiert haben, ist unvorstellbar. Die Organisation setzte sich für die Verbesserung des Images von 'SchlepperInnen und SchleuserInnen' ein, für die Richtigstellung der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit und 'politisch' letztlich die Abschaffung des Verbandes, indem durch Anpassung der Gesetze an die Realität, jegliche Personenbeförderung legal wird. Der Mann dahinter, der auch mit Kollegen die Internationale Schlepper- & Schleuser-Tagung für Mitte Oktober in den Kongressräumen der Kammerspiele organisiert hat, ist Ralf Homann.
Das Flüchtlingsthema zieht sich seit Jahren schon durch seine künstlerische Arbeit. Seit 2002 gibt es das schleuser.net, schon 2003 fand die 1. Internationale Schleusertagung im Rahmen eines Kunstprojekts in Graz statt, dann war da das Projekt: „Bayern sucht das Superlager“ in Kooperation mit dem Bayerischen Flüchtlingsrat, dann die Transitwellen, ein Hörfunkprojekt, in dem in Münchner Tunneln auf einer bestimmten Frequenz Informationen über sogenannten „undokumentierten Reiseverkehr“ ausgestrahlt wurden … Eva Schmidt wollte von Ralf Homann zunächst wissen, wie er zu dieser intensiven Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsthematik kam: