Cicero Podcasts

Cicero Podcasts

By Cicero – Magazin für politische KulturSociety & CultureNewsNews CommentaryPolitics
Download on the App Store

Cicero Podcasts episodes

  • Gunnar Decker im Interview mit Ralf Hanselle: „Franz von Assisi begann als Prophet und endete als Brandstifter“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Vor genau 800 Jahren, am 3. Oktober 1226, starb der Ordensgründer Franz von Assisi. Sein Biograf Gunnar Decker erklärt, warum der "Gaukler Gottes" kein harmloser Sandalenprediger, sondern ein Prophet mit sozialem Sprengstoff war.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Gunnar Decker: Franz von Assisi. Frieden, Zuwendung und neue Bescheidenheit. Was uns Franziskus heute zu sagen hat, Penguin 2026

    Inhalt Podcast:

    36:56 "Er hatte einfache Botschaften aus der Bibel. Also eher geht ein Kamel durch einen Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt. Also solche Bibelstellen, die kannte er und die benutzte er. Und das war für ihn die Botschaft. Mehr hat ihn an der ganzen Theologie, die für ihn eine gefährliche Scholastik, eine Vernebelung der wesentlichen Ideen war, nicht interessiert. Deswegen war er schon fast ein Bilderstürmer." (Gunnar Decker)

    45:29 "Dieser Kampf sozusagen, anders zu werden, der ja, der beginnt eigentlich erst im dreizehnten Jahrhundert. Und mit Franz von Assisi hat man da so einen Gewährsmann gefunden, dass man sagt, ich will anders werden. Ich will nicht mehr so sein wie meine Eltern. Ich will das zurücklassen und ich will dieser Botschaft folgen." (Gunnar Decker)

    50 min
  • Islamismus-Experte Ahmad Mansour: „Die Linken sind seit langem nützliche Idioten“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Ahmad Mansour warnt: Die Hauptstadt droht zu kippen. Im Podcast spricht der Islamismus-Experte über das Antisemitismus-Problem der Linken und seine Angst vor Rot-Rot-Grün.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Ahmad Mansour: Haltung ohne Hass. Eine Aufforderung | Warum wir den Radikalen nicht das Land überlassen dürfen, Piper 2026

    Inhalt Podcast:

    03:11 "Wir können uns die Frage stellen, wie konnte es so weit kommen, dass über 25 Prozent der Berliner und Berlinerinnen eine radikale Partei gewählt haben, die mit einfacher Antwort Menschen begeistert und für sich gewinnt. Wir können aber auch die Frage stelle, wie könnte es sein, dass es in Deutschland mittlerweile nur die Ränder stärker geworden sind und alle anderen, nennen wir es alte Parteien. In allen drei Landtagswahlen eigentlich nur Verluste zu melden haben. Es passiert gerade etwas in unserer Gesellschaft. Die politische Landschaft erlebt eine gigantische Verschiebung und ich möchte heute in aller Deutlichkeit sagen, das ist kein Trend, das es kein einmaliger Sache, das ist unsere Zukunft, wenn wir das Problem nicht verstehen. Und wir sind nicht in der Lage, gerade das Problem zu verstehen." (Ahmad Mansour)

    09:49 "Wenn wir eine Spitzenkandidatin von der Linke haben, die sagt, automatische Einbürgerung nach fünf Jahren. Jede Abschiebung ist einer zu viel, Integration nein danke, dann sollten wir genau diese Aspekte mal zu Ende denken. Und zu Ende Denken bedeutet, dass wir in den nächsten fünf Jahren massenhafte Einbürgerung haben werden von Menschen, die entweder nicht so weit sind, die vielleicht die Werte dieser Gesellschaft nicht teilen, die antisemitische oder islamistische Einstellungen haben. Und wir müssen nur Richtung Brüssel oder Richtung London anzuschauen, um zu wissen, was das eigentlich mit Berlin machen wird. Es werden Fakten geschaffen, die irreversibel sind. Das heißt, wenn wir jetzt Antisemitismus zu Ende denken, mit der Frage, dürfen oder werden Juden in ein paar Jahren sicher in Berlin leben können unter diese Politik oder dieses Vorhaben, Dann muss die Antwort leider. Lauten? Nein, die Juden werden in Berlin nicht mehr sicher sein." (Ahmad Mansour)

    30:33 "Wir betrachten Landtagswahlen und sagen, oh, wir sind überrascht, jetzt die AfD ist so stark geworden oder die Linke ist so starke geworden. Wir erleben gerade eine Revolution, wir erleben eine gigantische Veränderung in der Art und Weise, wie wir uns informieren. Wie wir kommunizieren, wie politische Kommunikation überhaupt funktioniert. Da können wir Richtung USA sehen und wir werden da merken, wie schnell Radikalisierung passiert, wie schnell Fakten wenig interessant sind, wie emotional Debatten geführt werden. Es ist kein Wunder, dass man mittlerweile von postfaktischer Zeitalter redet. Wir bewegen uns in Echokammern, wir sind unter uns. Der Austausch mit Andersdenkender ist kaum vorhanden. Wir haben Medien, die jeden Tag massiv an Vertrauen verlieren, weil sie nicht mehr unterscheiden können zwischen Aktivismus und Journalismus. Wir haben so viele Entwicklungen in den letzten Jahren und ich meine, schauen Sie mal die BESA-Ergebnisse. Reden Sie mit Lehrern. Ich war jetzt stundenlang mit Lehrer unterwegs. Die Probleme, die wir haben, haben nicht nur mit Lesen und mit Rechnen zu tun, sie haben mit demokratischem Verständnis zu tun." (Ahmad Mansour)

    43:32 "Als ich im Flugzeug saß auf dem Weg nach Berlin, habe ich überlegt, was möchte ich eigentlich in Deutschland wiederfinden? Wie soll mein Leben in zehn Jahren aussehen? Und die Antwort war mir klar, klar ist klar. Ich möchte Sicherheit, ich möchte Freiheit und ich möchte Wohlstand haben. Und ich arbeite mit so vielen Migranten, dass ich auch bestätigen kann, dass die Mehrheit dieser Menschen, die zu uns kommen, kommen mit dieser 3%-Süchte nach Deutschland. Aber welche Partei kann heute diese hungrigen Menschen, die wirklich Erfolg haben wollen, die wirklich was erreichen wollen, die wirklich es besser haben wollen als ihre Eltern? Welche Antworten, welche Lösungen, welche Möglichkeiten gibt die CDU? Außer die Menschen in bürokratischen dunkeln Ecken zu bringen, dass sie irgendwann aufgeben und merken, naja, da nehme ich Bürgergeld und dann alles gut, dann muss ich mich damit nicht beschäftigen. Und genau das kann die CDU oder die SPD besetzen. Das ist die Geschichte, die sie erzählen sollen." (Ahmad Mansour)

    46 min
  • Ex-Bürgermeister Ole von Beust: „Wenn die eine vernünftige Idee haben, kann man auch zustimmen“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Ole von Beust erinnert sich im Gespräch mit Alexander Marguier an seine Regierungszeit in einer Koalition mit der rechtspopulistischen Schill-Partei. Und natürlich zieht Hamburgs früherer Erster Bürgermeister daraus Rückschlüsse auf die Sinnhaftigkeit der „Brandmauer“ gegenüber der heutigen AfD.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Inhalt Podcast:

    06:39 "Ich meine, das ist schon skurril, die CDU propagiert eher den Zustand der 80er, 90er Jahre und die AfD einige von denen der 30er Jahre und nicht die Frage, wo wollen wir in zehn Jahren hin. Die SPD ist nebenbei auch nicht anders. Also wenn ich immer sehe, wie die krampfhaft an der Farbe Rot als Farbe des organisierten Arbeitertums und Klassenkampf festhalten, das sehr pittoresk, aber schon auch wieder grotesk auf der anderen Seite. Das passt auch nicht in die Zeit und ich glaube, man muss schon sagen, wo will man hin? Und wenn ich das alles wüsste, wo man hinwollte, wäre ich was, was immer, Gott immer. Aber diese Zustimmung, diese Idee zu entwickeln, wo wir in 10 Jahren hinwollen, muss dann nicht komplett sein, aber in ein paar Dingen. Und wir blicken in der Tat sehr zurück." (Ole von Beust)

    09:51 "Eigentlich kann Merz doch nur Folgendes machen, wenn ich schon dieses Imageproblem habe, zu akzeptieren, dass es so ist. Und da muss ich sozusagen das schlechte Image, was ich vielleicht habe, zum Guten wenden. Und sagen, ich stelle mich in die Spitze von massiven Reform-Ideen. Aber dann nicht Reförmchen, sondern meinetwegen zurück zum Bierdeckel, und im Gesundheitssystem sagen, höhere Eigenverantwortung, zahlen nicht mehr die Kassen, die Leute zahlen erst mal selbst, holen es von der Kasse wieder, und damit einen Korrekturmechanismus einzubauen, sondern massiv sagen, was ich will. Und wenn dann die SPD nicht mitmacht, kann ich sagen, ich stehe für das andere, aber notgedrungen bin ich gezwungen, den Kompromiss zu machen, aber nicht gedanklich und verbal die Kompromisse schon zu antizipieren. Das ist ein gewisses Problem." (Ole von Beust)

    20:10 "Zusammenarbeit heißt ja, ich muss mit denen eine gemeinsame Strategie besprechen. Inhalte festlegen und das mit Leuten, die zumindest zum Teil wirklich sehr nah an der Nazi-Ideologie sind, finde ich verdammt schwierig, mal so rum ausgedrückt. Was anderes wäre, wenn die bei bestimmten Dingen zustimmen, da würde ich mich nicht mehr schämen, sondern sagen, wenn die meinen Sachen zustimmen dann ist es so. Und wenn die eine vernünftige Idee haben, würde ich sagen, gut, dann kann man auch einer vernünftig Idee zustimmen. Aber keine strategische oder taktische Zusammenarbeit bis hin zur Koalition. Das halte ich für schwierig. Wenn es denen gelingt, einen Cut dazu zu machen bei diesem Rechtsradikalen, wäre es was anderes." (Ole von Beust)

    26:49 "Ich sage nur, wenn der Großteil derbevölkerung hier das Gefühl hat, hier ist ein Bruch zwischen denen, die das Sagen haben, im weitesten Sinne, und uns – Das Grundgefühl gibt es immer, das ist mir schon klar. Aber das ist jetzt sehr stark – dann muss ich doch, wenn ich zu denen gehöre, die hier was machen wollen, sagen, wie kann ich mich selber in Haltung, in Sprache, in Art und Inhalt so ändern, dass dieses Misstrauen nicht noch genährt wird." (Ole von Beust)

    43 min
  • Michael Galander im Interview mit Carsten Korfmacher: „Nur durch Leistung kann Politik Vertrauen zurückgewinnen“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Auf seiner Reise durch Mecklenburg-Vorpommern traf Cicero-Ressortleiter Carsten Korfmacher Michael Galander, den progressiven Bürgermeister von Anklam, einer Stadt, die lange den zweifelhaften Ruf einer Neonazi-Hochburg genoss, um mit ihm über das mangelnde Vertrauen der Bürger in die Politik zu sprechen und wie Galander es geschafft hat, das Ruder in Anklam erfolgreich herumzureißen.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Inhalt Podcast:

    02:40 "Die Stimmung war 2002, als ich angefangen habe, am Tiefpunkt. Wir waren, ich sag mal, ein wirtschaftlich abgehängter Teil und dann als Stadt Anklam noch der schwierigste Teil vielleicht sogar mit großem rechtsextremistischen Anteil. Wo sogar die Gegner sagen, ja das ist ja auch ganz einfach, da wo nix los ist, haben wir den größten Nährboden, da gehen wir hin, da werden die Leute dann auf unsere Parolen aufspringen, das war ja auch so. Und es wurde einfach Zeit, das Vertrauen dahingehend wieder zurückzugewinnen, dass man sagt, wir machen Arbeit als Bürgermeister und als Stadtvertretung für die Kommune." (Michael Galander)

    13:58 "Und ich glaube, ich gehöre zu denen, die immer das Thema offen angesprochen haben, gesagt haben, nein, hört auf damit. Wir haben hier ein Problem mit Rechtsextremismus. Es ist natürlich nicht schön, wenn Anklam oder Pasewalk oder auch Ückermünde dann in einem Wortlaut immer mit dem braunen Sumpf verbunden sind. Aber es ist falsch zu sagen, Vorpommern hat kein Problem mit Rechtsextremismus." (Michael Galander)

    16:51 "Ja, das ist meine feste Überzeugung in der Frage, wie kann Politik Vertrauen zurückgewinnen? Einfach durch Leistung, durch wirkliches Umsetzen, durch Maßnahmen, durch Leistungen und nicht durch Gerede." (Michael Galander)

    38:20 "Ich würde sagen, die Berufspolitiker im Bund und Land könnten sich mit Sicherheit, ich bin ja in dem Sinne auch Berufspollitiker, vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ich mache ja den Bürgermeister-Job hier auch im Hauptberuf und viele engagieren sich ehrenamtliche. Ich glaube schon, dass die große Politik sich in der handelnden Position, ob Bundeskanzler, ob Minister, Staatssekretäre, sich eine ganze Menge von den Leuten abgucken können, die in den Städten und Gemeinden sozusagen die Verantwortung übernommen haben. Weil wir sind, und das sagen wir immer wieder nach oben, wir sind diejenigen, die all das, was da hinten passiert, unten eigentlich am Ende noch unseren Menschen erklären müssen. Warum haben wir kein Geld mehr für den Schwimmbad? Warum müssen wir Einrichtungen schließen oder werden zumindest gezwungen, darüber nachzudenken?" (Michael Galander)

    44 min
  • Andreas Rödder und Bernd Baumann im Streitgespräch: „Friedrich Merz hat als Stratege vollkommen versagt“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Der AfD-Spitzenpolitiker Bernd Baumann streitet mit Andreas Rödder, dem früheren Vorsitzenden der CDU-Grundwertekommission, über den Sinn der Brandmauer, über fremdenfeindliche Töne, Kulturkämpfe – und über die Frage, ob die Christdemokraten noch zu retten sind.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    46 min
  • Die Brandmauer in MV könnte fallen, wenn ... – Daniel Peters im Interview mit Carsten Korfmacher
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Im Cicero Podcast Politik spricht Daniel Peters, der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, mit Cicero-Ressortleiter Carsten Korfmacher über den Zustand der CDU in MV und im Bund, warum er kein Fan des Brandmauer-Begriffs ist und unter welchen Umständen er sich eine Zusammenarbeit mit der AfD durchaus vorstellen könnte.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Inhalt Podcast:

    11:20 "ich glaube, in den letzten Jahrzehnten ist es insgesamt versäumt worden, notwendige Strukturreformen anzupacken. Und das ist ein Thema, das uns sozusagen jetzt einholt. Und aufgrund dieser Vertrauenskrise wenden sich die Menschen halt im Moment nicht so stark, wie wir es wünschen würden, zur CDU. Aber ja, Sie haben Recht, wir haben eine Polarisierung. Es gibt die eine Seite, die sagt, wir müssen irgendwie SPD wählen, Schwesig wählen, um die AfD zu verändern und dann gibt es die andere Seite, die sagt, wir wollen einen dringenden Politikwechsel und das geht nur mit der AfD. Beides ist im Übrigen falsch. Wer einen wirklichen Politikwechsel will, der kommt an der CDU, nach meinem Dafürhalten, nicht nur weil ich es sagen muss, sondern weil ich das auch objektiv so sehe, nicht vorbei." (Daniel Peters)

    12:06 "Die AfD versucht sozusagen jedes polemische, populistische Thema abzufassen, hat glaube ich nicht wirklich in ihrem Markenkern eine Grundcarta an Überzeugungen, sondern, das erlebe ich bei vielen Politikern der AfD, da werden einfach nach Stimmungen heraus und nach Problemlagen heraus wird sozusagen die Programmatik definiert. Und auf der anderen Seite muss man natürlich schon sagen, also wer glaubt mit Frau Schwesig nur die AfD zu verhindern, der wacht nachher mit einem noch linkeren Bündnis auf. Und das ist glaube ich auch das, was die Allermeisten im Land nicht wollen." (Daniel Peters)

    15:20 "Wir werden keine Koalition mit den linken eingehen und wir werden auch bestimmt keine linke Regierung tolerieren." (Daniel Peters)

    17:45 "Nichtsdestotrotz bin ich ehrlich total unzufrieden mit der SPD auf der Bundesebene, die bis heute nicht begriffen hat. Dass wir dringend Reformen in Deutschland brauchen, die immer wieder, auch durch viele Ministerpräsidenten, oder viele sind es ja nicht, aber ich nenne jetzt mal unsere eigene hier Frau Schwesig, die ja am allerstärksten auf diese Reformbremse tritt und im Hintergrund versucht immer wieder auch bundespolitische Reformansätze zu torpedieren, das ist nicht richtig." (Daniel Peters)

    22:54 "Die Brandmauer, ich finde allein der Begriff ja schon ziemlich daneben und wir hätten früher vielleicht auch klar machen müssen, was uns inhaltlich, programmatisch von der AfD trennt und vielleicht wäre dann diese unsägliche Brandmauerdiskussion gar nicht zustande gekommen, denn es ist auch völlig richtig, dass wir mit einer AfD nicht zusammenarbeiten können, die den sofortigen Austritt aus der Europäischen Union propagiert, die aus der NATO raus will, die mit dem Putin-Russland paktieren will und viele, viele Fragen oder viele, viel Positionen, die wir mit unseren absolut nicht vereinbar sind und dass wir das viel stärker an einer inhaltlichen Trennlinie klargemacht hätten und so entsteht oftmals der Eindruck, wir wollen einfach nicht mit denen, weil wir uns irgendwie von ihrem Erfolg oder was auch immer irgendwie, dass wir die einfach für gefährlich und extrem halten, das ist in Teilen so, aber das macht auf viele Menschen den Eindruck, wir würden auch die Wählerinnen und Wähler so definieren. Das tun wir nicht." (Daniel Peters)

    26:04 "Wenn sie sich inhaltlich so stark auf die CDU einlassen würde, könnte man natürlich darüber reden. Aber es fehlt dann noch ein ganz wesentlicher Fakt. Sie muss sich eben auch von ihren Radikalinskis, um es mal so salopp zu formulieren, trennen. Dazu gehört ein Höcke, dazu gehören eben aber auch andere. Also ich kann nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die offensichtlich noch vor wenigen Monaten mit Parteien oder in Parteien aktiv waren, wie der NPD, die also ganz offensichtlich auch noch dem Nationalsozialismus gehuldigt haben oder die rechtsextrem sind oder teilweise auch sich in ziemlich skurrilen Netzwerken aufhalten. All das wird ja geduldet und ich kann nicht erkennen, dass die AfD auch nur ansatzweise bereit ist, dieses Thema zu lösen, das andere Thema sich inhaltlich auf uns zuzubewegen, aber auch nicht. Wenn diese beiden Dinge. gelöst werden würden seitens der AfD, würde ich meine Meinung zur AfD auch gänzlich ändern. Das ist so. Aber im Moment ist das nicht Realität." (Daniel Peters)

    30:05 "Die Bürgerinnen und Bürger haben den Anspruch, zu Recht den Anspruch an Politik, die Probleme des Landes zu lösen. Wenn wir hier ein wirtschaftliches Wachstum von sechs, sieben Prozent hätten, wenn wir die Bürokratie, diese überbordende Bürokratie überwunden hätten und wenn wir viele andere Probleme einfach nicht hätten, glaube ich nicht, dass die AfD sonderlich stark wäre. Sondern dann hätten wir natürlich ganz andere Zuspruchszahlen und dann würden sich das auch in Umfrage und dann auch in Wahlergebnissen ausdrücken. Deswegen da ist der Schlüssel zu suchen und nicht in leidvollen Brandmauer-Diskussionen." (Daniel Peters)

    40:51 "Ich glaube, wir müssen uns darauf besinnen, was uns immer ausgezeichnet hat, dass wir auch Reformpartei sind, dass die Notwendigkeiten auch klar sagen, dass wenn wir diesen Wohlstand beibehalten wollen, den wir in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erarbeitet haben und wenn wir den vielleicht sogar steigern wollen, dann braucht es natürlich eine Zunahme von Leistung. Das heißt nicht, dass wir die Leute für faul erklären, sondern dass wir Leistungsanreize schaffen. Dass wir wieder eine Politik machen, die diejenigen stärker belohnt, die auch bereit sind, richtig Vollgas zu geben und zu Leistungen zurückzukommen." (Daniel Peters)

    45 min
  • Katja Hoyer im Interview mit Clemens Traub: „West-Parteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden"
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Die in Brandenburg geborene Historikerin Katja Hoyer spricht im Cicero Podcast Politik mi Clemens Traub über die neue Ostidentität, den Erfolg der AfD und die Unfähigkeit vieler Westdeutscher, den Osten der Republik zu verstehen.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Katja Hoyer: Diesseits der Mauer, Eine neue Geschichte der DDR 1949-1990, Hoffmann & Campe 2023

    15:35 "Und ich glaube, daher rührt jetzt dieser, ich sag mal so über die letzten Jahre, dieser Regionalstolz, den man jetzt wieder sieht, dass die Leute so Ost-Ost-Ostdeutschland rufen, an ihren Simson- und Trabantfahrzeugen schrauben und so eine Art positives Ostbewusstsein entwickeln. Das kommt, glaube ich, aus dieser Erfahrung heraus, dass man eben ständig mit diesem Jammern und mit diesem Rumgegrummle eben auch irgendwie nicht zufrieden war und sich das jetzt, glaube ich, nochmal verschoben hat in ein umgekehrtes Ostbewusstsein, was auch auf jüngere Generationen dann zutrifft, die gar nicht mehr diese Erfahrungen gemacht haben." (Katja Hoyer)

    17:42 "Jedes Mal, wenn man den Fernseher angemacht hat oder in der Zeitung was über Ostdeutschland gelesen hat, war es entweder es ging um Nazis oder man hat da eine Omi in der Kittelschürze in Brandenburg am Zaun gefilmt, die irgendwas über Ausländer gemeckert hat oder wie auch immer. Also es gab immer nur diese Negativbilder oder die Zonen-Gabi mit der Banane in der Hand oder die Fokuhila-Frisuren oder die Jeansjacken oder was auch immer. Und das dann sozusagen zu nehmen und was Positives, Frisches, Junges irgendwie auszumachen, glaube ich, ist die Dynamik, die wir da gerade sehen, die sich als junge Leute dann, die eben dort geblieben sind in der Region, und das sind ja nicht mehr so viele, das kommt dann, glaube ich, auch noch mit dazu, dass es eine sehr enge, kleinteilige Bewegung dann mittlerweile ist, die sich auf dieser Dynamik eben die Scham oder die Wut in was Positives umzuverwandeln stützt." (Katja Hoyer)

    24:44 "Die Tatsache, dass die Leute aus spezifische Erfahrungen und Gefühlen haben, ist natürlich etwas, was gerade in der AfD eine Riesenrolle spielt, weil man das immer wieder sowohl positiv als auch negativ sozusagen nutzen kann und anspielen kann, weil es eben die anderen Parteien auch nicht machen. Die haben zu lange meiner Meinung nach irgendwie diese Ostlandschaft nicht verstanden und auch nicht so wirklich sich darum gekümmert, was da an Parteistrukturen hätte entstehen können." (Katja Hoyer)

    31:33 "Das ist auch ein ganz starkes Phänomen, wo man so auf Berlin schaut und denkt, was machen die da schon wieder, wenn man irgendwo mitten in Sachsen-Anhalt in einer kleinen Stadt ist und das mit der eigenen Lebensrealität offensichtlich null zu tun hat. Und man auch so Dinge wie, wenn dann die Grünen im Sachsen-Anhaltiner Landtag irgendwie sagen, es gibt 42 Geschlechter oder so, das kommt in so einer Kleinstadt. Sachsen-Anhalt als völlig abstrus und lebensfern an. Das sind so Dinge, wenn man das auf den gesamten gesellschaftlichen Rahmen bezieht, das ist im Osten stärker ausgeprägt als im Westen, einfach weil es kulturell auch so ein bisschen verankert ist." (Katja Hoyer)

    44:33 "Wenn dann irgendwie Politiker sich damit beschäftigen, was Also wie die Sprache sein soll oder was man mit Selbstbestimmung von Geschlechtern macht oder so. Das mögen ja alles wichtige gesellschaftliche Fragen sein, aber das ist nichts, was den Menschen da im Alltag irgendwie jetzt Tag in und Tag aus beschäftigt. Der will wissen, ob er weiter seinen Job hat und ob er seine Kinder an die Schule schicken kann, ob es dort genug Lehrer gibt, wie es mit der Bildung aussieht und so tagtägliche Dinge. Und da haben die Leute oftmals das Gefühl, dass das fällt halt unter den Tisch, weil das für die Leute, die da die Entscheidungen treffen, weniger eine Rolle spielt als bestimmte identitätspolitische Probleme." (Katja Hoyer)

    46:55 "Ich glaube, das hängt ein Stück weit mit der westdeutschen Kultur insgesamt zusammen. Dass man eben aus diesem 1949-Moment rausgekommen ist und gedacht hat, so, jetzt haben wir ein System gefunden, politisch, kulturell, wirtschaftlich, was jetzt uns aus dieser dunklen Zeit herausholt und was für immer funktionieren wird. Und jetzt, wo so viele Fragen kommen, die eben das ganze System grundsätzlich in Frage stellen, also zum Beispiel das Wirtschaftssystem, war es dann einfacher, glaube ich, jahrelang zu sagen, ach, gucken wir mal, was die komischen Aussies da machen, als sich zu fragen. Woran liegt das eigentlich? Weil das ja dann auch Probleme sind, die dann irgendwann auch Westdeutschland auch betreffen. Und das ist ja genau das, was wir jetzt sehen." (Katja Hoyer)

    47:32 "Also wenn man mal an die 2021er Wahl zurückdenkt, die Bundestagswahl, wo die AfD ja nur knapp über 10 Prozent hatte, da hat man dann so völlig entsetzt auf den Osten geguckt, zum Beispiel auf Sachsen-Anhalt, wo gleichzeitig Wahlen waren, dass die AfD da bei 26 Prozent, glaube ich, damals in den Umfragen lag. Und wenn man das heute sich überlegt, wir sind heute bei 28 oder so Prozent bundesweit für die AfD. Das sind Zahlen, die man damals noch für seltsame Ostzahlen gehalten hat. Also ich habe schon seit Jahren gesagt, wir müssen einfach mal darüber reden, warum das so ist und nicht davon ausgehen, dass die Ossis einfach irgendwie seltsam sind, sondern dass es vielleicht grundsätzliche Probleme gibt, die dort stärker hervortreten, die dann sich politisch schneller widerspiegeln, aber im Endeffekt dieselben Dynamiken widerspiegeln, die die man im Westen auch sieht." (Katja Hoyer)

    58 min
  • Bernd Stegemann im Interview mit Ralf Hanselle: „Die Brandmauerdebatte ist die neueste Spielart des Historikerstreits“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Noch immer spuken die Dämonen des 2. Weltkriegs im kollektiven Unbewussten der Deutschen. Dramaturg und Autor Bernd Stegemann im Cicero Podcast Gesellschaft mit Ralf Hanselle über transgenerative Traumatisierungen und einseitige Erinnerungspolitik.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Bernd Stegemann: Meine deutschen Dämonen.Eine persönliche Kritik der Erinnerungskultur, Matthes & Seitz Berlin 2026

    Inhalt Podcast:

    07:33 "Es gibt sozusagen eine doppelte Blockade in dem Ganzen. Es gibt eine große, sag ich mal, erinnerungspolitische Blockade, die da heißt, wenn die Deutschen anfangen, über sich als Opfer zu sprechen, dann machen sie sich nochmal schuldig, weil sie damit eigentlich vermeiden, über sich als Täter zu sprechen. Das ist die große diskurspolitische Blockade. Und es gibt aber auch eine ganze individual psychologische Blockade, die dann heißt, es gab einfach kein Bewusstsein, es gab keine professionelle, aber auch gar keine empathische Hilfe für das ganze viele Elend, was die Deutschen selber erlebt haben." (Bernd Stegemann)

    09:53 "Wenn wir uns immer nur über den Nationalsozialismus definieren und immer nur darüber, dass wir quasi alle einen latenten Faschismus in uns tragen und alle aufpassen müssen, dass das Dritte Reich nicht wieder ersteht, dann reduzieren wir unsere eigenen Möglichkeiten so dermaßen und instrumentalisieren sie auch im politischen Diskurs, sodass ein Erwachsenwerden der Nation damit verhindert wird." (Bernd Stegemann)

    16:50 "Wer kennt in Deutschland diesen Wald der Erinnerungen Potsdam? Niemand kennt das. Ich habe das rum gefragt. Das ist völlig unbekannt. Das ist eine Gedenkstätte quasi in Potsdam für die toten Bundeswehrsoldaten. Das kennt keiner. Da geht auch keiner hin. Da gibt es keine Gedenkfreiern. Da ist kein Bundespräsident. Da ist gar nichts. Genauso, als die letzten Afghanistan-Soldaten zurückgekehrt sind, landeten die auf irgendeinem Flugplatz und das war's. Es war keine Meldung in der Tagesschau. Da wurde nicht darüber berichtet. Es wurde sozusagen totgeschwiegen. Also sprich, es gibt einen sehr, sehr unempathischen und damit würde ich sagen unerwachsenen Umgang der Deutschen mit sich selbst. Und das führt im Umkehrschluss zu diesen zynisch-hysterischen Übertreibungen von rechts, aber genauso auch von links." (Bernd Stegemann)

    32:09 "Wir können nicht nur uns selber als Täter begreifen, wir können nicht die ganze Zeit vor uns selber Angst haben, im Sinne von wie ein trockener Alkoholiker quasi die ganze Zeit Angst davor haben, sobald wir nur einen winzigen Schluck aus irgendeiner rechten Pulle nehmen, sind wir sofort wieder alle Nationalsozialisten. Das ist ja quasi die Angst, die mit in der Brandmoor-Debatte die ganze Zeit geschürt wird. Sondern wir müssen es irgendwie schaffen, sowohl auf das eigene Leid, als auch auf das Wachstum zu schauen, dass wir nicht nur in diesen schwarz-weiß-Kategorien über uns selber nachdenken, sowohl als Nation wie als auch als Individuum, sondern dass wir es irgendwie schaffen, genau diese ganzen Grautöne, Zwischentöne und Kompliziertheiten des Lebens sehr viel ernster und wichtiger zu nehmen, damit wir rauskommen aus diesen Übertreibungsspielen." (Bernd Stegemann)

    36 min
  • Necla Kelek im Interview mit Clemens Traub – „Wir säkularen Deutsch-Türken wurden im Stich gelassen“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Necla Kelek erzählt in ihrem neuen Buch „Glückskind“ von ihrem Aufwachsen als Kind türkischer Gastarbeiter. Im Cicero Podcast spricht sie mit Clemens Traub über den damaligen Einfluss konservativer Familien aus Anatolien und ihre Wut darüber, dass säkulare Deutsch-Türken bereits damals im Stich gelassen wurden.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im August von Ferdinand Knauss: Der schiefe Staat

    Necla Kelek: Glückskind. Aufwachsen zwischen Istanbul und Bückeburg, Herder 2026

    Inhalt Podcast:

    7:25 "Und das war dann dieser Traum. Wir arbeiten dann woanders nochmal und kaufen uns einen Eigenschaftswohnung am Bosporus und kommen zurück. Das war der Traum und mit diesen Gedanken sind wir in Bückeburg angekommen. Und ich muss wirklich sehr, sehr immer wieder so unterstreichen, wie wichtig das war. Bestimmte Vorstellungen zu haben, so ist Europa, so sind wir, und beeinflusst auch durch diese vielen Märchen, die ich auch im Radio gehört habe, also der gestiefelte Kater, Heidi, (…) wir kommen also in dieser Kleinstadt an und dachten, das ist ja hier Märchenland!" (Necla Kelek)

    17:35 "Und da habe ich gemerkt, ah, wenn man sich politisch engagiert und die Rechte gut einsetzt, die man so hat. Dann tut das ja nicht nur mir gut, sondern auch der Gesellschaft,(…) das war eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis für mich, dass man sich also in diesem Land für die eigenen Interessen sich einsetzen kann, besonders als die Schwächsten, ganz unten, Arbeiter, Mädchen, Frau, Auszubildende" (Necla Kelek)

    23:43 "Ich bin ein Kind diesen Spruchs von Willy Brand, 'mehr Demokratie wagen' hieß ja auch Chancengleichheit, für einfache Verhältnisse nach oben zu kommen. Also ich konnte dann tatsächlich über den zweiten Bildungsweg studieren. Und mein Gedanke war, ich will auch Gewerkschaftssekretärin werden und weiter diese Unterstützung anderen anbieten" (Necla Kelek)

    29:06 "Das werfe ich tatsächlich dieser Gesellschaft vor, dass sie einseitig für sich diesen Anspruch genommen haben, 'ach, das ist doch, je bunter, desto schöner für uns.' Aber was das für diese neue Generation, die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Frauen, bedeutet, dazu zu bleiben, wie sie gekommen sind, damit ich hier bunt in Kreuzberg was Buntes erleben darf, das ist eine für mich verlorene Chance und Zeit für sehr, sehr viele Migranten, Mädchen, Kinder, die weiterhin in ​dieser Tradition stecken geblieben sind. (…) All diese alten Traditionen sind ja konserviert wurden. Und die Schule, gut immer ist die Schule schuld, ich weiß, aber die Schule hat kein Plattform angeboten. Die Politik hat kein Platz für die Reflektion, um diese Tradition zu überwinden geboten. Und je mehr sich die Gruppen sich unter sich aufhielten und zurückzogen, die Tradition unter sich, die Binnenmigranten unter sich die Säkularen unter sich findet ja auch nicht so viel Mischung statt, desto haben sie große Schwierigkeiten, finde ich. Das zu reflektieren, was das Leben oder die Familie mit mir macht." (Necla Kelek)

    33:45 "Solange diese Religion nicht sich von sich selbst reformiert und wirklich überprüft, wie kann man muslimisch sein, aber trotzdem in der moderne leben und diese tief mittelalterlich aus dem 11. Jahrhundert stammende Tradition aufrechterhält, wird es keine Integration geben, kann nicht. Das war immer unsere Message als Säkulare. Und wir sind nicht gehört worden oder doch schon gehört worden, aber die anderen sind getragen worden." (Necla Kelek)

    47 min
  • Kunstexpertin Sasa Hanten: „Kunst ist wie Fußball: Jeder weiß, wie es geht“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Was eigentlich ist gute Kunst? Und warum ist sie oft so teuer? Autorin und Kunstexpertin Sasa Hanten im Cicero Podcast mit Ralf Hanselle über Geld, Schönheit und schlechte Kanzlerinnenporträts.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im August von Ferdinand Knauss: Der schiefe Staat

    Sasa Hanten: Talent zum Glück, Penguin 2026

    Inhalt Podcast:

    21:59 "Wenn ein unbekannter Künstler oder eine junge Position etwas macht, was abstoßend ist, wird das ganz anders verhandelt. Und das hat auch was mit unserer Wertwahrnehmung zu tun, denn wenn etwas so teuer war, also das Umgekehrte von was nichts kostet ist auch nichts, ist man guckt es an und denkt, ist durch seinen Wert, durch Zuschläge in den großen Auktionshäusern, durch die Ausstellung in großen Museen, ist das so geadelt, dass wir das jetzt verstehen und aushalten, dass da Sachen drauf sind, die abstoßend, verstörend, gewalttätig oder irre sind." (Sasa Hanten)

    32:07 "Kunst ist, der BGH sagt das auch so schön, Moden unterworfen. Und Moden werden auch davon gebildet, dass ein Künstler in Ungnade fällt. Wirtschaftsunternehmen, die Kollaborationen machen mit Künstlern, also Adidas zum Beispiel kann da ein Lied von singen, was passiert, wenn jemand, mit dem man was zusammen macht, aufgrund seines Privatlebens oder seiner politischen Äußerungen unvertretbar wird. Das sind so die brutalen Fälle, an die man sich erinnert. Woran man sich nicht erinnert, und das ist menschlich, aber in Bezug auf die Wertbildung echt ungeschickt, dass man sich die Welt ohne sich selbst nicht vorstellen kann." (Sasa Hanten)

    45:58 "Wenn das leicht zu beschreiben und leicht zu fassen wäre, dann wäre die Kunst nicht so wirkmächtig, dann wäre es nicht so gut. Die Geschichte mit dem Genialischen, was Menschen schaffen können und was uns emotional anrührt, das ist ein Phänomen, ohne das unser Leben so arm wäre, dass ich das Gefühl habe, ich habe gar keine Lust, das zu leben. Und da bin ich sicherlich ein ästhetischer Extremist. Aber ich glaube, dass es für alle Menschen eine Rolle spielt. Am Ende sucht doch jeder nach Schönheit, nach einem Gedankenfänger, nach einem Gefühlsfänger, nach mehr, als man braucht." (Sasa Hanten)

    49 min

About Cicero Podcasts

From the publisher's feed

Im Podcast Portal von Cicero werden regelmäßig Hörbeiträge von Cicero – Magazin für politische Kultur publiziert. Mit unseren Gästen besprechen wir aktuelle Themen aus den Bereichen Gesellschaft und…

More shows like Cicero Podcasts

Podcasts von Tichys Einblick by Tichys Einblick

Podcasts von Tichys Einblick

18 Listeners

Finanzielle Intelligenz mit Marc Friedrich by Marc Friedrich

Finanzielle Intelligenz mit Marc Friedrich

4 Listeners

PUNKT.PRERADOVIC Podcast by PUNKT.PRERADOVIC

PUNKT.PRERADOVIC Podcast

8 Listeners

bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter by Dr. Daniel Stelter

bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter

21 Listeners

Machtwechsel by Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander

Machtwechsel

112 Listeners

Nacktes Niveau by Paul Brandenburg

Nacktes Niveau

10 Listeners

Table Today by Table.Briefings

Table Today

23 Listeners

Basta Berlin- der alternativlose Podcast by Benjamin Gollme und Marcel Joppa

Basta Berlin- der alternativlose Podcast

4 Listeners

RONZHEIMER. by Paul Ronzheimer

RONZHEIMER.

142 Listeners

KONTRAFUNK aktuell by Kontrafunk AG

KONTRAFUNK aktuell

4 Listeners

Weltwoche Daily by Weltwoche

Weltwoche Daily

5 Listeners

Jasmin Kosubek by Jasmin Kosubek

Jasmin Kosubek

1 Listeners

Make Economy Great Again by WELT

Make Economy Great Again

31 Listeners

Prof. Dr. Christian Rieck by Prof. Dr. Christian Rieck

Prof. Dr. Christian Rieck

0 Listeners

Der schwarze Kanal by FOCUS

Der schwarze Kanal

11 Listeners