Cicero Podcasts

Cicero Podcasts

By Cicero – Magazin für politische KulturSociety & CultureNewsNews CommentaryPolitics
Download on the App Store

Cicero Podcasts episodes

  • FDP-Politikerin Nadin Zaya im Interview mit Julia Marguier: „Das Aufstiegsversprechen ist zum Märchen gemacht worden“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Nadin Zaya ist das neue Gesicht der FDP. Die 28 Jahre alte Juristin spricht im Cicero Podcast Politik über ihren politischen Werdegang, über das Aufstiegsversprechen in Deutschland, über Leistungsbereitschaft und darüber, wie die FDP ihr Comeback gestalten möchte.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Inhalt Podcast:

    23:08 "Wenn ich jetzt sozusagen in einem Haushalt mit einer zweiten Person leben würde und selbst zwei Menschen mit guten Bildungsabschlüssen und guten Jobs sich überlegen müssen, bleibe ich in der Großstadt oder ziehe ich irgendwo hin, wo es günstiger ist, merken wir ja, dass es eine Schieflage gibt. Also die Menschen können ihren Lebensalltag einfach nicht mehr bestreiten. Und natürlich sorgt das dafür, dass ich dann von einem Tag und von einer Gehaltsabrechnung in die andere denke, was mir sehr viel Raum wegnimmt, um darüber nachzudenken, wo möchte ich noch hin und wie könnte es mir besser gehen? Und auf der anderen Seite erleben wir aber auch, dass es gesellschaftlich sehr, sehr schwierig geworden ist, Leistungen mit etwas Positiven zu verbinden." (Nadin Zaya)

    24:56 "Ich glaube, das ist so, dass dieses Hauptproblem, was dieses große Aufstiegsversprechen aktuell zu einem Märchen macht, weil ich auch keiner, ich erlebe den Aufstiege ja kaum noch um mich herum. Ich erlebe, dass Menschen, denen es schlecht geht, dass sie dort bleiben und es ihnen nicht besser geht und Menschen, den es schon gut geht, eher Abstiegsangst haben, als das Gefühl haben, dass es ihnen besonders gut geht. Und ich glaube, das ist eine Grundlage, die besonders schwierig ist für das Aufstiegsversprechen und dass es da eine Erneuerung ergeben muss, um auf der einen Seite sozusagen diese Leistungsmentalität positiv zu besetzen und ganz klar zu sagen, das belohnen wir und auf der anderen Seite es einen politischen Rahmen gibt, in dem meine Leistung auch zu etwas zählt." (Nadin Zaya)

    28:05 "Wir müssen uns ja schon bewusst sein, dass wir in dem Deutschland, in dem wir so lange gelebt haben, nur so leben konnten, weil wir in Reichsland gewesen sind. Und dieser Wohlstand Deutschland kommt nicht aus Schulden, sondern der kommt aus ganz vielen Menschen, die hier gemeinsam angepackt haben und gesagt haben, ich leiste hier meinen Beitrag. Und das fehlt mir aktuell in dieser Debatte." (Nadin Zaya)

    337:44 "Natürlich wird ein 30-sekündiges Video sozusagen nicht die Komplexität von politischen Problemen abbilden. Es bindet aber ein, es engagiert Menschen, es bringt Menschen zum Nachdenken. Und das ist manchmal viel wichtiger, als die fertige Lösung zu präsentieren. Weil, wenn wir uns ehrlich machen, also was man jetzt schon erlebt, und das finde ich eigentlich auch fast schon Infantilisierung eigentlich von Politik, dass auch einzelne Abgeordnete ihre Reden im Bundestag darauf auslegen, dass sie irgendwie 15 Sekunden haben, die besonders griffig sind, damit ich damit bei den sozialen Medien viral gehe. Diesem Trend würde ich sehr gerne entgegenwirken." (Nadin Zaya)

    45 min
  • Philosophin Jana Glaese im Interview mit Ralf Hanselle: „Rechts ist mehr als der AfD-wählende Onkel am Weihnachtstisch“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Spätestens seit den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland sind Wähler mit rechten Weltbildern keine Randgruppe mehr. Die Philosophin Jana Glaese hat sich Gedanken darüber gemacht, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt dennoch funktionieren kann.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Jana Glaese: Mit Rechten leben. Gutkind Verlag 2026

    Inhalt Podcast:

    06:22 "Und ich hatte den Eindruck, dass das eben, und das war dann auch der Impuls für das Buch, dass das eigentlich deutlich weniger zur Sprache kommt, auch in der Öffentlichkeit. Also dass die Diskussion so war, okay, wie gehen wir miteinander um im Parlament? Sollte man rechte, intellektuelle Politiker auf Podien einladen, aber diese Frage des Alltags, also es wird irgendwie anerkannt, dass es das gibt, aber dann ist meist da die Unterhaltung darüber vorbei oder man redet höchstens noch über den AfD-wählenden Onkel am Weihnachtstisch so. Das ist dann immer so dieses typische Beispiel, was kommt und damit hat es sich eigentlich erledigt und ich fand das eben auch aus soziologischer Sicht unheimlich interessant, das mal genauer aufzudröseln, also diese ganzen Alltagssituationen. Die auch sehr unterschiedlich sind und wie man sich da eigentlich verhält." (Jana Glaese)

    12:58 "Ich glaube, aus dieser Perspektive heraus kann man schon durchaus sagen, dass man sich eben auch mit Meinungen, die man für sehr, sehr falsch hält, damit auseinandersetzen müsste, um eben zu so was wie so einer Wahrheit zu kommen. Und selbst wenn man schon, wenn man sich schon ziemlich sicher ist. Also ich glaube, dass es in Deutschland auch gute Gründe gibt, dass wir anders als zum Beispiel in den USA da auch Grenzen setzen. Also wo es eben um üble Nachrede oder auch Hass und so weiter geht. Also das heißt, diese diese Auseinandersetzung ist nicht unbegrenzt, aber dass es an sich eine inhaltliche Auseinandersetzung geben sollte und nicht nur die symbolische oder vorab Abgrenzung, das muss ich mir gar nicht anhören, das halte ich schon für richtig." (Jana Glaese)

    23:15 "Dann ist natürlich die Frage, wie man diesen Streit am besten austrägt und bis zu welchem Punkt und was auch die Grundannahmen dafür sind, dass so ein demokratischer Streit funktioniert. Aber mein Eindruck ist, dass sich das da zeigt und damit auch, dass es schon gewisse Grundgegensätze in der Politik braucht und gibt. Und jetzt ist natürlich die Frage, nennt man die rechts-links oder nennt man die progressiv-konservativ. Inwieweit ist die Hauptspannungslinie vielleicht auch das Liberale und das Autoritäre? Ich glaube, da gibt es mehrere. Aber dass es so eine Grundspannung braucht, das finde ich ein sehr überzeugendes Argument." (Jana Glaese)

    31:10 "Ich glaube, es ist ziemlich schwer, hier zu entscheiden, was in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass die AfD so stark geworden ist. Also einige Personen machen das ja auch fest und sagen, es zeigt ja alles, dass die Brandmauer nichts gewirkt hat. Es gibt so viele Faktoren, dass ich das für ein bisschen schwierig halte. Also die Frage wäre schon, wäre die AfD heute so stark, hätte es nicht 2015 gewesen, hätte es die Kölner Silvesternacht gewesen, hätte das nicht die Corona-Pandemie gegeben. Also all diese Ereignisse haben der Partei ja immer, hat man gesehen, dann ja auch ziemlich Zulauf gegeben. Aber dass es im Grunde, dass man sie stärker inhaltlich stellen sollte, das halte ich auch für richtig." (Jana Glaese)

    33:33 "Besonders im Alltag und das ist, denke ich, ein wichtiger Unterschied zum rein politischen Geschäft oder auch zur großen Öffentlichkeit, wo man ja nur miteinander reden kann, weil man über Medien kommuniziert und gar nicht am gleichen Ort ist, würde ich sagen, dass ein wichtiger Unterschied für den Alltag ist, dass man eben nicht nur das Reden hat, sondern dass das Reden eingebettet ist in gemeinsames Tun, in Projekte, die man hat, in den Alltag und daraus ergeben sich dann nochmal andere Möglichkeiten der Kommunikation oder auch andere Hebel in der Kommunikation." (Jana Glaese)

    51 min
  • Ökonom Stefan Kolev im Interview mit Carsten Korfmacher: „Wenn die Jungen gehen, bricht für die Alten alles zusammen“
    Cicero - Magazin für politische Kultur

    Immer mehr Menschen verlassen Deutschland, darunter sehr viele Hochqualifizierte. Im Podcast erklärt der Ökonom Stefan Kolev, warum die Bundesrepublik für junge Menschen unattraktiv geworden ist – und wie sich die Entwicklung umkehren ließe.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Stefan Kolev: Wohlstand für Junge. Wie wir verhindern, dass unsere Kinder das Land verlassen, Herder 2026

    Inhalt Podcast:

    03:25 „Dass Menschen in die Schweiz gehen, muss einen nicht erstaunen. Das Land ist, je nachdem, wie man misst, anderthalb- bis doppelt so wohlhabend pro Kopf. Meine Heimat Bulgarien ist etwa halb so wohlhabend. Und dennoch sagt mein Kardiologe in Sofia, ein junger Arzt, der in Deutschland studiert und seinen Facharzt gemacht hat, dass er, sobald er seine erste Gehaltsabrechnung gesehen hat, sich ins Flugzeug gesetzt hat und nach Bulgarien zurück ist. Und das muss uns zu denken geben: Dass Menschen bereit sind, in ein deutlich ärmeres Land zu ziehen, und eben Deutschland, obwohl sie hier studiert haben, nicht attraktiv genug finden, um langfristig ihre Zukunft aufzubauen.“ (Stefan Kolev)

    07:09 „Das muss uns zu bedenken geben, dass Menschen, die ihre Region unglaublich lieben, die nicht besonders gut Englisch können, die sich selber auch nicht als besonders mobil bezeichnen würden, dass auch noch solche Menschen inzwischen sehr mit dem Gedanken des Auswanderns eben spielen. Zu ergänzen wäre, aber das können wir vielleicht gleich bei reden, und das ist mir nicht nur um die physische Emigration geht, sondern auch um das, was ich eine innere Emigration nenne. Das heißt, auch wenn der Mensch es vielleicht nicht schafft, aus welchen Gründen auch immer das Land zu verlassen, kann er im Land bleiben, sich dennoch aber aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zurückziehen ins Private, sein jegliches Engagement einschränken und so weiter und so fort, Parteien jenseits der Mitte wählen. Und das wäre für die Gesellschaft mindestens genauso schwerwiegend wie der Verlust eines, wie der sichtbare Verlust eines Menschen, der physisch weggegangen ist.“ (Stefan Kolev)

    12:38 „Wir leben in der Welt, die auf eine befremdliche Art immer mehr den 20ern und 30ern ähnelt. Also wir haben nationale Ordnungen, die wirtschaftlich, mild ausgedrückt, Schwäche zeigen. Wir haben eine internationale Ordnung, die bröckelt. Was wir noch nicht haben, aber das kann jeden Moment kommen, zumal ganz aktuell, ist eine Finanzkrise. Das heißt, die Berliner Republik hat, um eben die Defekte zu korrigieren, über die wir gerade sprechen, verdammt wenig Zeit. Sie hat entweder Zeit, also wenn wir jetzt sagen, das ist die letzte Regierung der Mitte, hat sie Zeit bis 2029.“ (Stefan Kolev)

    15:17 „Das neue am Thema Auswandern (…) ist einfach, dass junge Menschen aktiv bereits in den Generationenvertrag aufzukündigen. Das war früher nicht so. Ich glaube, dass dieser Staat ganz lange aus unterschiedlichen Gründen nicht unbedingt Politik für die jungen Leute gemacht hat, die Pflegeversicherung in den 90er Jahren war ganz sicher nicht im Sinne der jungen Menschen. Dennoch haben die jung Menschen bis jetzt das alles ertragen und mit sich machen lassen und vielleicht gegrollt mit diesem Staat. Aber sie waren bisher nicht bereit zu gehen. Und die Umfragen, von denen es mindestens zehn gibt inzwischen, von ganz unterschiedlichen, auch von ideologisch ganz unterschiedliche Organisationen, diese Umfragen sagen, die jungen Menschen sind bereit, den Generationenvertrag aufzukündigen.“ (Stefan Kolev)

    17:15 „Was ist der Sinn hinter den mühsamen Reformen, die wir uns momentan als Gesellschaft zumuten? Wenn wir diese Sinnfrage nicht beantworten, sind die Schmerzen sinnlos. Und sinnlose Schmerzen will niemand. Sinnhafte Schmerzen kann man wollen. Die Aufgabe der Politik, aber auch von jedem von uns, ist es in der Tat, darüber nachzudenken, welche Vision uns über diese schmerzhafte Zeit hinweghilft.“ (Stefan Kolev)

    59 min
  • Gunnar Decker im Interview mit Ralf Hanselle: „Franz von Assisi begann als Prophet und endete als Brandstifter“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Vor genau 800 Jahren, am 3. Oktober 1226, starb der Ordensgründer Franz von Assisi. Sein Biograf Gunnar Decker erklärt, warum der "Gaukler Gottes" kein harmloser Sandalenprediger, sondern ein Prophet mit sozialem Sprengstoff war.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Gunnar Decker: Franz von Assisi. Frieden, Zuwendung und neue Bescheidenheit. Was uns Franziskus heute zu sagen hat, Penguin 2026

    Inhalt Podcast:

    36:56 "Er hatte einfache Botschaften aus der Bibel. Also eher geht ein Kamel durch einen Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt. Also solche Bibelstellen, die kannte er und die benutzte er. Und das war für ihn die Botschaft. Mehr hat ihn an der ganzen Theologie, die für ihn eine gefährliche Scholastik, eine Vernebelung der wesentlichen Ideen war, nicht interessiert. Deswegen war er schon fast ein Bilderstürmer." (Gunnar Decker)

    45:29 "Dieser Kampf sozusagen, anders zu werden, der ja, der beginnt eigentlich erst im dreizehnten Jahrhundert. Und mit Franz von Assisi hat man da so einen Gewährsmann gefunden, dass man sagt, ich will anders werden. Ich will nicht mehr so sein wie meine Eltern. Ich will das zurücklassen und ich will dieser Botschaft folgen." (Gunnar Decker)

    50 min
  • Islamismus-Experte Ahmad Mansour: „Die Linken sind seit langem nützliche Idioten“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Ahmad Mansour warnt: Die Hauptstadt droht zu kippen. Im Podcast spricht der Islamismus-Experte über das Antisemitismus-Problem der Linken und seine Angst vor Rot-Rot-Grün.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Ahmad Mansour: Haltung ohne Hass. Eine Aufforderung | Warum wir den Radikalen nicht das Land überlassen dürfen, Piper 2026

    Inhalt Podcast:

    03:11 "Wir können uns die Frage stellen, wie konnte es so weit kommen, dass über 25 Prozent der Berliner und Berlinerinnen eine radikale Partei gewählt haben, die mit einfacher Antwort Menschen begeistert und für sich gewinnt. Wir können aber auch die Frage stelle, wie könnte es sein, dass es in Deutschland mittlerweile nur die Ränder stärker geworden sind und alle anderen, nennen wir es alte Parteien. In allen drei Landtagswahlen eigentlich nur Verluste zu melden haben. Es passiert gerade etwas in unserer Gesellschaft. Die politische Landschaft erlebt eine gigantische Verschiebung und ich möchte heute in aller Deutlichkeit sagen, das ist kein Trend, das es kein einmaliger Sache, das ist unsere Zukunft, wenn wir das Problem nicht verstehen. Und wir sind nicht in der Lage, gerade das Problem zu verstehen." (Ahmad Mansour)

    09:49 "Wenn wir eine Spitzenkandidatin von der Linke haben, die sagt, automatische Einbürgerung nach fünf Jahren. Jede Abschiebung ist einer zu viel, Integration nein danke, dann sollten wir genau diese Aspekte mal zu Ende denken. Und zu Ende Denken bedeutet, dass wir in den nächsten fünf Jahren massenhafte Einbürgerung haben werden von Menschen, die entweder nicht so weit sind, die vielleicht die Werte dieser Gesellschaft nicht teilen, die antisemitische oder islamistische Einstellungen haben. Und wir müssen nur Richtung Brüssel oder Richtung London anzuschauen, um zu wissen, was das eigentlich mit Berlin machen wird. Es werden Fakten geschaffen, die irreversibel sind. Das heißt, wenn wir jetzt Antisemitismus zu Ende denken, mit der Frage, dürfen oder werden Juden in ein paar Jahren sicher in Berlin leben können unter diese Politik oder dieses Vorhaben, Dann muss die Antwort leider. Lauten? Nein, die Juden werden in Berlin nicht mehr sicher sein." (Ahmad Mansour)

    30:33 "Wir betrachten Landtagswahlen und sagen, oh, wir sind überrascht, jetzt die AfD ist so stark geworden oder die Linke ist so starke geworden. Wir erleben gerade eine Revolution, wir erleben eine gigantische Veränderung in der Art und Weise, wie wir uns informieren. Wie wir kommunizieren, wie politische Kommunikation überhaupt funktioniert. Da können wir Richtung USA sehen und wir werden da merken, wie schnell Radikalisierung passiert, wie schnell Fakten wenig interessant sind, wie emotional Debatten geführt werden. Es ist kein Wunder, dass man mittlerweile von postfaktischer Zeitalter redet. Wir bewegen uns in Echokammern, wir sind unter uns. Der Austausch mit Andersdenkender ist kaum vorhanden. Wir haben Medien, die jeden Tag massiv an Vertrauen verlieren, weil sie nicht mehr unterscheiden können zwischen Aktivismus und Journalismus. Wir haben so viele Entwicklungen in den letzten Jahren und ich meine, schauen Sie mal die BESA-Ergebnisse. Reden Sie mit Lehrern. Ich war jetzt stundenlang mit Lehrer unterwegs. Die Probleme, die wir haben, haben nicht nur mit Lesen und mit Rechnen zu tun, sie haben mit demokratischem Verständnis zu tun." (Ahmad Mansour)

    43:32 "Als ich im Flugzeug saß auf dem Weg nach Berlin, habe ich überlegt, was möchte ich eigentlich in Deutschland wiederfinden? Wie soll mein Leben in zehn Jahren aussehen? Und die Antwort war mir klar, klar ist klar. Ich möchte Sicherheit, ich möchte Freiheit und ich möchte Wohlstand haben. Und ich arbeite mit so vielen Migranten, dass ich auch bestätigen kann, dass die Mehrheit dieser Menschen, die zu uns kommen, kommen mit dieser 3%-Süchte nach Deutschland. Aber welche Partei kann heute diese hungrigen Menschen, die wirklich Erfolg haben wollen, die wirklich was erreichen wollen, die wirklich es besser haben wollen als ihre Eltern? Welche Antworten, welche Lösungen, welche Möglichkeiten gibt die CDU? Außer die Menschen in bürokratischen dunkeln Ecken zu bringen, dass sie irgendwann aufgeben und merken, naja, da nehme ich Bürgergeld und dann alles gut, dann muss ich mich damit nicht beschäftigen. Und genau das kann die CDU oder die SPD besetzen. Das ist die Geschichte, die sie erzählen sollen." (Ahmad Mansour)

    46 min
  • Ex-Bürgermeister Ole von Beust: „Wenn die eine vernünftige Idee haben, kann man auch zustimmen“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Ole von Beust erinnert sich im Gespräch mit Alexander Marguier an seine Regierungszeit in einer Koalition mit der rechtspopulistischen Schill-Partei. Und natürlich zieht Hamburgs früherer Erster Bürgermeister daraus Rückschlüsse auf die Sinnhaftigkeit der „Brandmauer“ gegenüber der heutigen AfD.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

    Inhalt Podcast:

    06:39 "Ich meine, das ist schon skurril, die CDU propagiert eher den Zustand der 80er, 90er Jahre und die AfD einige von denen der 30er Jahre und nicht die Frage, wo wollen wir in zehn Jahren hin. Die SPD ist nebenbei auch nicht anders. Also wenn ich immer sehe, wie die krampfhaft an der Farbe Rot als Farbe des organisierten Arbeitertums und Klassenkampf festhalten, das sehr pittoresk, aber schon auch wieder grotesk auf der anderen Seite. Das passt auch nicht in die Zeit und ich glaube, man muss schon sagen, wo will man hin? Und wenn ich das alles wüsste, wo man hinwollte, wäre ich was, was immer, Gott immer. Aber diese Zustimmung, diese Idee zu entwickeln, wo wir in 10 Jahren hinwollen, muss dann nicht komplett sein, aber in ein paar Dingen. Und wir blicken in der Tat sehr zurück." (Ole von Beust)

    09:51 "Eigentlich kann Merz doch nur Folgendes machen, wenn ich schon dieses Imageproblem habe, zu akzeptieren, dass es so ist. Und da muss ich sozusagen das schlechte Image, was ich vielleicht habe, zum Guten wenden. Und sagen, ich stelle mich in die Spitze von massiven Reform-Ideen. Aber dann nicht Reförmchen, sondern meinetwegen zurück zum Bierdeckel, und im Gesundheitssystem sagen, höhere Eigenverantwortung, zahlen nicht mehr die Kassen, die Leute zahlen erst mal selbst, holen es von der Kasse wieder, und damit einen Korrekturmechanismus einzubauen, sondern massiv sagen, was ich will. Und wenn dann die SPD nicht mitmacht, kann ich sagen, ich stehe für das andere, aber notgedrungen bin ich gezwungen, den Kompromiss zu machen, aber nicht gedanklich und verbal die Kompromisse schon zu antizipieren. Das ist ein gewisses Problem." (Ole von Beust)

    20:10 "Zusammenarbeit heißt ja, ich muss mit denen eine gemeinsame Strategie besprechen. Inhalte festlegen und das mit Leuten, die zumindest zum Teil wirklich sehr nah an der Nazi-Ideologie sind, finde ich verdammt schwierig, mal so rum ausgedrückt. Was anderes wäre, wenn die bei bestimmten Dingen zustimmen, da würde ich mich nicht mehr schämen, sondern sagen, wenn die meinen Sachen zustimmen dann ist es so. Und wenn die eine vernünftige Idee haben, würde ich sagen, gut, dann kann man auch einer vernünftig Idee zustimmen. Aber keine strategische oder taktische Zusammenarbeit bis hin zur Koalition. Das halte ich für schwierig. Wenn es denen gelingt, einen Cut dazu zu machen bei diesem Rechtsradikalen, wäre es was anderes." (Ole von Beust)

    26:49 "Ich sage nur, wenn der Großteil derbevölkerung hier das Gefühl hat, hier ist ein Bruch zwischen denen, die das Sagen haben, im weitesten Sinne, und uns – Das Grundgefühl gibt es immer, das ist mir schon klar. Aber das ist jetzt sehr stark – dann muss ich doch, wenn ich zu denen gehöre, die hier was machen wollen, sagen, wie kann ich mich selber in Haltung, in Sprache, in Art und Inhalt so ändern, dass dieses Misstrauen nicht noch genährt wird." (Ole von Beust)

    43 min
  • Michael Galander im Interview mit Carsten Korfmacher: „Nur durch Leistung kann Politik Vertrauen zurückgewinnen“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Auf seiner Reise durch Mecklenburg-Vorpommern traf Cicero-Ressortleiter Carsten Korfmacher Michael Galander, den progressiven Bürgermeister von Anklam, einer Stadt, die lange den zweifelhaften Ruf einer Neonazi-Hochburg genoss, um mit ihm über das mangelnde Vertrauen der Bürger in die Politik zu sprechen und wie Galander es geschafft hat, das Ruder in Anklam erfolgreich herumzureißen.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Inhalt Podcast:

    02:40 "Die Stimmung war 2002, als ich angefangen habe, am Tiefpunkt. Wir waren, ich sag mal, ein wirtschaftlich abgehängter Teil und dann als Stadt Anklam noch der schwierigste Teil vielleicht sogar mit großem rechtsextremistischen Anteil. Wo sogar die Gegner sagen, ja das ist ja auch ganz einfach, da wo nix los ist, haben wir den größten Nährboden, da gehen wir hin, da werden die Leute dann auf unsere Parolen aufspringen, das war ja auch so. Und es wurde einfach Zeit, das Vertrauen dahingehend wieder zurückzugewinnen, dass man sagt, wir machen Arbeit als Bürgermeister und als Stadtvertretung für die Kommune." (Michael Galander)

    13:58 "Und ich glaube, ich gehöre zu denen, die immer das Thema offen angesprochen haben, gesagt haben, nein, hört auf damit. Wir haben hier ein Problem mit Rechtsextremismus. Es ist natürlich nicht schön, wenn Anklam oder Pasewalk oder auch Ückermünde dann in einem Wortlaut immer mit dem braunen Sumpf verbunden sind. Aber es ist falsch zu sagen, Vorpommern hat kein Problem mit Rechtsextremismus." (Michael Galander)

    16:51 "Ja, das ist meine feste Überzeugung in der Frage, wie kann Politik Vertrauen zurückgewinnen? Einfach durch Leistung, durch wirkliches Umsetzen, durch Maßnahmen, durch Leistungen und nicht durch Gerede." (Michael Galander)

    38:20 "Ich würde sagen, die Berufspolitiker im Bund und Land könnten sich mit Sicherheit, ich bin ja in dem Sinne auch Berufspollitiker, vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ich mache ja den Bürgermeister-Job hier auch im Hauptberuf und viele engagieren sich ehrenamtliche. Ich glaube schon, dass die große Politik sich in der handelnden Position, ob Bundeskanzler, ob Minister, Staatssekretäre, sich eine ganze Menge von den Leuten abgucken können, die in den Städten und Gemeinden sozusagen die Verantwortung übernommen haben. Weil wir sind, und das sagen wir immer wieder nach oben, wir sind diejenigen, die all das, was da hinten passiert, unten eigentlich am Ende noch unseren Menschen erklären müssen. Warum haben wir kein Geld mehr für den Schwimmbad? Warum müssen wir Einrichtungen schließen oder werden zumindest gezwungen, darüber nachzudenken?" (Michael Galander)

    44 min
  • Andreas Rödder und Bernd Baumann im Streitgespräch: „Friedrich Merz hat als Stratege vollkommen versagt“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Der AfD-Spitzenpolitiker Bernd Baumann streitet mit Andreas Rödder, dem früheren Vorsitzenden der CDU-Grundwertekommission, über den Sinn der Brandmauer, über fremdenfeindliche Töne, Kulturkämpfe – und über die Frage, ob die Christdemokraten noch zu retten sind.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    46 min
  • Die Brandmauer in MV könnte fallen, wenn ... – Daniel Peters im Interview mit Carsten Korfmacher
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Im Cicero Podcast Politik spricht Daniel Peters, der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, mit Cicero-Ressortleiter Carsten Korfmacher über den Zustand der CDU in MV und im Bund, warum er kein Fan des Brandmauer-Begriffs ist und unter welchen Umständen er sich eine Zusammenarbeit mit der AfD durchaus vorstellen könnte.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Inhalt Podcast:

    11:20 "ich glaube, in den letzten Jahrzehnten ist es insgesamt versäumt worden, notwendige Strukturreformen anzupacken. Und das ist ein Thema, das uns sozusagen jetzt einholt. Und aufgrund dieser Vertrauenskrise wenden sich die Menschen halt im Moment nicht so stark, wie wir es wünschen würden, zur CDU. Aber ja, Sie haben Recht, wir haben eine Polarisierung. Es gibt die eine Seite, die sagt, wir müssen irgendwie SPD wählen, Schwesig wählen, um die AfD zu verändern und dann gibt es die andere Seite, die sagt, wir wollen einen dringenden Politikwechsel und das geht nur mit der AfD. Beides ist im Übrigen falsch. Wer einen wirklichen Politikwechsel will, der kommt an der CDU, nach meinem Dafürhalten, nicht nur weil ich es sagen muss, sondern weil ich das auch objektiv so sehe, nicht vorbei." (Daniel Peters)

    12:06 "Die AfD versucht sozusagen jedes polemische, populistische Thema abzufassen, hat glaube ich nicht wirklich in ihrem Markenkern eine Grundcarta an Überzeugungen, sondern, das erlebe ich bei vielen Politikern der AfD, da werden einfach nach Stimmungen heraus und nach Problemlagen heraus wird sozusagen die Programmatik definiert. Und auf der anderen Seite muss man natürlich schon sagen, also wer glaubt mit Frau Schwesig nur die AfD zu verhindern, der wacht nachher mit einem noch linkeren Bündnis auf. Und das ist glaube ich auch das, was die Allermeisten im Land nicht wollen." (Daniel Peters)

    15:20 "Wir werden keine Koalition mit den linken eingehen und wir werden auch bestimmt keine linke Regierung tolerieren." (Daniel Peters)

    17:45 "Nichtsdestotrotz bin ich ehrlich total unzufrieden mit der SPD auf der Bundesebene, die bis heute nicht begriffen hat. Dass wir dringend Reformen in Deutschland brauchen, die immer wieder, auch durch viele Ministerpräsidenten, oder viele sind es ja nicht, aber ich nenne jetzt mal unsere eigene hier Frau Schwesig, die ja am allerstärksten auf diese Reformbremse tritt und im Hintergrund versucht immer wieder auch bundespolitische Reformansätze zu torpedieren, das ist nicht richtig." (Daniel Peters)

    22:54 "Die Brandmauer, ich finde allein der Begriff ja schon ziemlich daneben und wir hätten früher vielleicht auch klar machen müssen, was uns inhaltlich, programmatisch von der AfD trennt und vielleicht wäre dann diese unsägliche Brandmauerdiskussion gar nicht zustande gekommen, denn es ist auch völlig richtig, dass wir mit einer AfD nicht zusammenarbeiten können, die den sofortigen Austritt aus der Europäischen Union propagiert, die aus der NATO raus will, die mit dem Putin-Russland paktieren will und viele, viele Fragen oder viele, viel Positionen, die wir mit unseren absolut nicht vereinbar sind und dass wir das viel stärker an einer inhaltlichen Trennlinie klargemacht hätten und so entsteht oftmals der Eindruck, wir wollen einfach nicht mit denen, weil wir uns irgendwie von ihrem Erfolg oder was auch immer irgendwie, dass wir die einfach für gefährlich und extrem halten, das ist in Teilen so, aber das macht auf viele Menschen den Eindruck, wir würden auch die Wählerinnen und Wähler so definieren. Das tun wir nicht." (Daniel Peters)

    26:04 "Wenn sie sich inhaltlich so stark auf die CDU einlassen würde, könnte man natürlich darüber reden. Aber es fehlt dann noch ein ganz wesentlicher Fakt. Sie muss sich eben auch von ihren Radikalinskis, um es mal so salopp zu formulieren, trennen. Dazu gehört ein Höcke, dazu gehören eben aber auch andere. Also ich kann nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die offensichtlich noch vor wenigen Monaten mit Parteien oder in Parteien aktiv waren, wie der NPD, die also ganz offensichtlich auch noch dem Nationalsozialismus gehuldigt haben oder die rechtsextrem sind oder teilweise auch sich in ziemlich skurrilen Netzwerken aufhalten. All das wird ja geduldet und ich kann nicht erkennen, dass die AfD auch nur ansatzweise bereit ist, dieses Thema zu lösen, das andere Thema sich inhaltlich auf uns zuzubewegen, aber auch nicht. Wenn diese beiden Dinge. gelöst werden würden seitens der AfD, würde ich meine Meinung zur AfD auch gänzlich ändern. Das ist so. Aber im Moment ist das nicht Realität." (Daniel Peters)

    30:05 "Die Bürgerinnen und Bürger haben den Anspruch, zu Recht den Anspruch an Politik, die Probleme des Landes zu lösen. Wenn wir hier ein wirtschaftliches Wachstum von sechs, sieben Prozent hätten, wenn wir die Bürokratie, diese überbordende Bürokratie überwunden hätten und wenn wir viele andere Probleme einfach nicht hätten, glaube ich nicht, dass die AfD sonderlich stark wäre. Sondern dann hätten wir natürlich ganz andere Zuspruchszahlen und dann würden sich das auch in Umfrage und dann auch in Wahlergebnissen ausdrücken. Deswegen da ist der Schlüssel zu suchen und nicht in leidvollen Brandmauer-Diskussionen." (Daniel Peters)

    40:51 "Ich glaube, wir müssen uns darauf besinnen, was uns immer ausgezeichnet hat, dass wir auch Reformpartei sind, dass die Notwendigkeiten auch klar sagen, dass wenn wir diesen Wohlstand beibehalten wollen, den wir in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erarbeitet haben und wenn wir den vielleicht sogar steigern wollen, dann braucht es natürlich eine Zunahme von Leistung. Das heißt nicht, dass wir die Leute für faul erklären, sondern dass wir Leistungsanreize schaffen. Dass wir wieder eine Politik machen, die diejenigen stärker belohnt, die auch bereit sind, richtig Vollgas zu geben und zu Leistungen zurückzukommen." (Daniel Peters)

    45 min
  • Katja Hoyer im Interview mit Clemens Traub: „West-Parteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden"
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Die in Brandenburg geborene Historikerin Katja Hoyer spricht im Cicero Podcast Politik mi Clemens Traub über die neue Ostidentität, den Erfolg der AfD und die Unfähigkeit vieler Westdeutscher, den Osten der Republik zu verstehen.

    Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Katja Hoyer: Diesseits der Mauer, Eine neue Geschichte der DDR 1949-1990, Hoffmann & Campe 2023

    15:35 "Und ich glaube, daher rührt jetzt dieser, ich sag mal so über die letzten Jahre, dieser Regionalstolz, den man jetzt wieder sieht, dass die Leute so Ost-Ost-Ostdeutschland rufen, an ihren Simson- und Trabantfahrzeugen schrauben und so eine Art positives Ostbewusstsein entwickeln. Das kommt, glaube ich, aus dieser Erfahrung heraus, dass man eben ständig mit diesem Jammern und mit diesem Rumgegrummle eben auch irgendwie nicht zufrieden war und sich das jetzt, glaube ich, nochmal verschoben hat in ein umgekehrtes Ostbewusstsein, was auch auf jüngere Generationen dann zutrifft, die gar nicht mehr diese Erfahrungen gemacht haben." (Katja Hoyer)

    17:42 "Jedes Mal, wenn man den Fernseher angemacht hat oder in der Zeitung was über Ostdeutschland gelesen hat, war es entweder es ging um Nazis oder man hat da eine Omi in der Kittelschürze in Brandenburg am Zaun gefilmt, die irgendwas über Ausländer gemeckert hat oder wie auch immer. Also es gab immer nur diese Negativbilder oder die Zonen-Gabi mit der Banane in der Hand oder die Fokuhila-Frisuren oder die Jeansjacken oder was auch immer. Und das dann sozusagen zu nehmen und was Positives, Frisches, Junges irgendwie auszumachen, glaube ich, ist die Dynamik, die wir da gerade sehen, die sich als junge Leute dann, die eben dort geblieben sind in der Region, und das sind ja nicht mehr so viele, das kommt dann, glaube ich, auch noch mit dazu, dass es eine sehr enge, kleinteilige Bewegung dann mittlerweile ist, die sich auf dieser Dynamik eben die Scham oder die Wut in was Positives umzuverwandeln stützt." (Katja Hoyer)

    24:44 "Die Tatsache, dass die Leute aus spezifische Erfahrungen und Gefühlen haben, ist natürlich etwas, was gerade in der AfD eine Riesenrolle spielt, weil man das immer wieder sowohl positiv als auch negativ sozusagen nutzen kann und anspielen kann, weil es eben die anderen Parteien auch nicht machen. Die haben zu lange meiner Meinung nach irgendwie diese Ostlandschaft nicht verstanden und auch nicht so wirklich sich darum gekümmert, was da an Parteistrukturen hätte entstehen können." (Katja Hoyer)

    31:33 "Das ist auch ein ganz starkes Phänomen, wo man so auf Berlin schaut und denkt, was machen die da schon wieder, wenn man irgendwo mitten in Sachsen-Anhalt in einer kleinen Stadt ist und das mit der eigenen Lebensrealität offensichtlich null zu tun hat. Und man auch so Dinge wie, wenn dann die Grünen im Sachsen-Anhaltiner Landtag irgendwie sagen, es gibt 42 Geschlechter oder so, das kommt in so einer Kleinstadt. Sachsen-Anhalt als völlig abstrus und lebensfern an. Das sind so Dinge, wenn man das auf den gesamten gesellschaftlichen Rahmen bezieht, das ist im Osten stärker ausgeprägt als im Westen, einfach weil es kulturell auch so ein bisschen verankert ist." (Katja Hoyer)

    44:33 "Wenn dann irgendwie Politiker sich damit beschäftigen, was Also wie die Sprache sein soll oder was man mit Selbstbestimmung von Geschlechtern macht oder so. Das mögen ja alles wichtige gesellschaftliche Fragen sein, aber das ist nichts, was den Menschen da im Alltag irgendwie jetzt Tag in und Tag aus beschäftigt. Der will wissen, ob er weiter seinen Job hat und ob er seine Kinder an die Schule schicken kann, ob es dort genug Lehrer gibt, wie es mit der Bildung aussieht und so tagtägliche Dinge. Und da haben die Leute oftmals das Gefühl, dass das fällt halt unter den Tisch, weil das für die Leute, die da die Entscheidungen treffen, weniger eine Rolle spielt als bestimmte identitätspolitische Probleme." (Katja Hoyer)

    46:55 "Ich glaube, das hängt ein Stück weit mit der westdeutschen Kultur insgesamt zusammen. Dass man eben aus diesem 1949-Moment rausgekommen ist und gedacht hat, so, jetzt haben wir ein System gefunden, politisch, kulturell, wirtschaftlich, was jetzt uns aus dieser dunklen Zeit herausholt und was für immer funktionieren wird. Und jetzt, wo so viele Fragen kommen, die eben das ganze System grundsätzlich in Frage stellen, also zum Beispiel das Wirtschaftssystem, war es dann einfacher, glaube ich, jahrelang zu sagen, ach, gucken wir mal, was die komischen Aussies da machen, als sich zu fragen. Woran liegt das eigentlich? Weil das ja dann auch Probleme sind, die dann irgendwann auch Westdeutschland auch betreffen. Und das ist ja genau das, was wir jetzt sehen." (Katja Hoyer)

    47:32 "Also wenn man mal an die 2021er Wahl zurückdenkt, die Bundestagswahl, wo die AfD ja nur knapp über 10 Prozent hatte, da hat man dann so völlig entsetzt auf den Osten geguckt, zum Beispiel auf Sachsen-Anhalt, wo gleichzeitig Wahlen waren, dass die AfD da bei 26 Prozent, glaube ich, damals in den Umfragen lag. Und wenn man das heute sich überlegt, wir sind heute bei 28 oder so Prozent bundesweit für die AfD. Das sind Zahlen, die man damals noch für seltsame Ostzahlen gehalten hat. Also ich habe schon seit Jahren gesagt, wir müssen einfach mal darüber reden, warum das so ist und nicht davon ausgehen, dass die Ossis einfach irgendwie seltsam sind, sondern dass es vielleicht grundsätzliche Probleme gibt, die dort stärker hervortreten, die dann sich politisch schneller widerspiegeln, aber im Endeffekt dieselben Dynamiken widerspiegeln, die die man im Westen auch sieht." (Katja Hoyer)

    58 min

About Cicero Podcasts

From the publisher's feed

Im Podcast Portal von Cicero werden regelmäßig Hörbeiträge von Cicero – Magazin für politische Kultur publiziert. Mit unseren Gästen besprechen wir aktuelle Themen aus den Bereichen Gesellschaft und…

More shows like Cicero Podcasts

Podcasts von Tichys Einblick by Tichys Einblick

Podcasts von Tichys Einblick

20 Listeners

Finanzielle Intelligenz mit Marc Friedrich by Marc Friedrich

Finanzielle Intelligenz mit Marc Friedrich

5 Listeners

PUNKT.PRERADOVIC Podcast by PUNKT.PRERADOVIC

PUNKT.PRERADOVIC Podcast

8 Listeners

bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter by Dr. Daniel Stelter

bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter

22 Listeners

Machtwechsel by Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander

Machtwechsel

116 Listeners

Nacktes Niveau by Paul Brandenburg

Nacktes Niveau

9 Listeners

Table Today by Table.Briefings

Table Today

21 Listeners

Basta Berlin- der alternativlose Podcast by Benjamin Gollme und Marcel Joppa

Basta Berlin- der alternativlose Podcast

4 Listeners

RONZHEIMER. by Paul Ronzheimer

RONZHEIMER.

144 Listeners

KONTRAFUNK aktuell by Kontrafunk AG

KONTRAFUNK aktuell

3 Listeners

Weltwoche Daily by Weltwoche

Weltwoche Daily

4 Listeners

Jasmin Kosubek by Jasmin Kosubek

Jasmin Kosubek

1 Listeners

Make Economy Great Again by WELT

Make Economy Great Again

34 Listeners

Prof. Dr. Christian Rieck by Prof. Dr. Christian Rieck

Prof. Dr. Christian Rieck

0 Listeners

Der schwarze Kanal by FOCUS

Der schwarze Kanal

12 Listeners