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Cicero Podcasts episodes

  • Bernd Stegemann im Interview mit Ralf Hanselle: „Die Brandmauerdebatte ist die neueste Spielart des Historikerstreits“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Noch immer spuken die Dämonen des 2. Weltkriegs im kollektiven Unbewussten der Deutschen. Dramaturg und Autor Bernd Stegemann im Cicero Podcast Gesellschaft mit Ralf Hanselle über transgenerative Traumatisierungen und einseitige Erinnerungspolitik.

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    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag

    Bernd Stegemann: Meine deutschen Dämonen.Eine persönliche Kritik der Erinnerungskultur, Matthes & Seitz Berlin 2026

    Inhalt Podcast:

    07:33 "Es gibt sozusagen eine doppelte Blockade in dem Ganzen. Es gibt eine große, sag ich mal, erinnerungspolitische Blockade, die da heißt, wenn die Deutschen anfangen, über sich als Opfer zu sprechen, dann machen sie sich nochmal schuldig, weil sie damit eigentlich vermeiden, über sich als Täter zu sprechen. Das ist die große diskurspolitische Blockade. Und es gibt aber auch eine ganze individual psychologische Blockade, die dann heißt, es gab einfach kein Bewusstsein, es gab keine professionelle, aber auch gar keine empathische Hilfe für das ganze viele Elend, was die Deutschen selber erlebt haben." (Bernd Stegemann)

    09:53 "Wenn wir uns immer nur über den Nationalsozialismus definieren und immer nur darüber, dass wir quasi alle einen latenten Faschismus in uns tragen und alle aufpassen müssen, dass das Dritte Reich nicht wieder ersteht, dann reduzieren wir unsere eigenen Möglichkeiten so dermaßen und instrumentalisieren sie auch im politischen Diskurs, sodass ein Erwachsenwerden der Nation damit verhindert wird." (Bernd Stegemann)

    16:50 "Wer kennt in Deutschland diesen Wald der Erinnerungen Potsdam? Niemand kennt das. Ich habe das rum gefragt. Das ist völlig unbekannt. Das ist eine Gedenkstätte quasi in Potsdam für die toten Bundeswehrsoldaten. Das kennt keiner. Da geht auch keiner hin. Da gibt es keine Gedenkfreiern. Da ist kein Bundespräsident. Da ist gar nichts. Genauso, als die letzten Afghanistan-Soldaten zurückgekehrt sind, landeten die auf irgendeinem Flugplatz und das war's. Es war keine Meldung in der Tagesschau. Da wurde nicht darüber berichtet. Es wurde sozusagen totgeschwiegen. Also sprich, es gibt einen sehr, sehr unempathischen und damit würde ich sagen unerwachsenen Umgang der Deutschen mit sich selbst. Und das führt im Umkehrschluss zu diesen zynisch-hysterischen Übertreibungen von rechts, aber genauso auch von links." (Bernd Stegemann)

    32:09 "Wir können nicht nur uns selber als Täter begreifen, wir können nicht die ganze Zeit vor uns selber Angst haben, im Sinne von wie ein trockener Alkoholiker quasi die ganze Zeit Angst davor haben, sobald wir nur einen winzigen Schluck aus irgendeiner rechten Pulle nehmen, sind wir sofort wieder alle Nationalsozialisten. Das ist ja quasi die Angst, die mit in der Brandmoor-Debatte die ganze Zeit geschürt wird. Sondern wir müssen es irgendwie schaffen, sowohl auf das eigene Leid, als auch auf das Wachstum zu schauen, dass wir nicht nur in diesen schwarz-weiß-Kategorien über uns selber nachdenken, sowohl als Nation wie als auch als Individuum, sondern dass wir es irgendwie schaffen, genau diese ganzen Grautöne, Zwischentöne und Kompliziertheiten des Lebens sehr viel ernster und wichtiger zu nehmen, damit wir rauskommen aus diesen Übertreibungsspielen." (Bernd Stegemann)

    36 min
  • Necla Kelek im Interview mit Clemens Traub – „Wir säkularen Deutsch-Türken wurden im Stich gelassen“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Necla Kelek erzählt in ihrem neuen Buch „Glückskind“ von ihrem Aufwachsen als Kind türkischer Gastarbeiter. Im Cicero Podcast spricht sie mit Clemens Traub über den damaligen Einfluss konservativer Familien aus Anatolien und ihre Wut darüber, dass säkulare Deutsch-Türken bereits damals im Stich gelassen wurden.

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    Necla Kelek: Glückskind. Aufwachsen zwischen Istanbul und Bückeburg, Herder 2026

    Inhalt Podcast:

    7:25 "Und das war dann dieser Traum. Wir arbeiten dann woanders nochmal und kaufen uns einen Eigenschaftswohnung am Bosporus und kommen zurück. Das war der Traum und mit diesen Gedanken sind wir in Bückeburg angekommen. Und ich muss wirklich sehr, sehr immer wieder so unterstreichen, wie wichtig das war. Bestimmte Vorstellungen zu haben, so ist Europa, so sind wir, und beeinflusst auch durch diese vielen Märchen, die ich auch im Radio gehört habe, also der gestiefelte Kater, Heidi, (…) wir kommen also in dieser Kleinstadt an und dachten, das ist ja hier Märchenland!" (Necla Kelek)

    17:35 "Und da habe ich gemerkt, ah, wenn man sich politisch engagiert und die Rechte gut einsetzt, die man so hat. Dann tut das ja nicht nur mir gut, sondern auch der Gesellschaft,(…) das war eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis für mich, dass man sich also in diesem Land für die eigenen Interessen sich einsetzen kann, besonders als die Schwächsten, ganz unten, Arbeiter, Mädchen, Frau, Auszubildende" (Necla Kelek)

    23:43 "Ich bin ein Kind diesen Spruchs von Willy Brand, 'mehr Demokratie wagen' hieß ja auch Chancengleichheit, für einfache Verhältnisse nach oben zu kommen. Also ich konnte dann tatsächlich über den zweiten Bildungsweg studieren. Und mein Gedanke war, ich will auch Gewerkschaftssekretärin werden und weiter diese Unterstützung anderen anbieten" (Necla Kelek)

    29:06 "Das werfe ich tatsächlich dieser Gesellschaft vor, dass sie einseitig für sich diesen Anspruch genommen haben, 'ach, das ist doch, je bunter, desto schöner für uns.' Aber was das für diese neue Generation, die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Frauen, bedeutet, dazu zu bleiben, wie sie gekommen sind, damit ich hier bunt in Kreuzberg was Buntes erleben darf, das ist eine für mich verlorene Chance und Zeit für sehr, sehr viele Migranten, Mädchen, Kinder, die weiterhin in ​dieser Tradition stecken geblieben sind. (…) All diese alten Traditionen sind ja konserviert wurden. Und die Schule, gut immer ist die Schule schuld, ich weiß, aber die Schule hat kein Plattform angeboten. Die Politik hat kein Platz für die Reflektion, um diese Tradition zu überwinden geboten. Und je mehr sich die Gruppen sich unter sich aufhielten und zurückzogen, die Tradition unter sich, die Binnenmigranten unter sich die Säkularen unter sich findet ja auch nicht so viel Mischung statt, desto haben sie große Schwierigkeiten, finde ich. Das zu reflektieren, was das Leben oder die Familie mit mir macht." (Necla Kelek)

    33:45 "Solange diese Religion nicht sich von sich selbst reformiert und wirklich überprüft, wie kann man muslimisch sein, aber trotzdem in der moderne leben und diese tief mittelalterlich aus dem 11. Jahrhundert stammende Tradition aufrechterhält, wird es keine Integration geben, kann nicht. Das war immer unsere Message als Säkulare. Und wir sind nicht gehört worden oder doch schon gehört worden, aber die anderen sind getragen worden." (Necla Kelek)

    47 min
  • Kunstexpertin Sasa Hanten: „Kunst ist wie Fußball: Jeder weiß, wie es geht“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Was eigentlich ist gute Kunst? Und warum ist sie oft so teuer? Autorin und Kunstexpertin Sasa Hanten im Cicero Podcast mit Ralf Hanselle über Geld, Schönheit und schlechte Kanzlerinnenporträts.

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    Sasa Hanten: Talent zum Glück, Penguin 2026

    Inhalt Podcast:

    21:59 "Wenn ein unbekannter Künstler oder eine junge Position etwas macht, was abstoßend ist, wird das ganz anders verhandelt. Und das hat auch was mit unserer Wertwahrnehmung zu tun, denn wenn etwas so teuer war, also das Umgekehrte von was nichts kostet ist auch nichts, ist man guckt es an und denkt, ist durch seinen Wert, durch Zuschläge in den großen Auktionshäusern, durch die Ausstellung in großen Museen, ist das so geadelt, dass wir das jetzt verstehen und aushalten, dass da Sachen drauf sind, die abstoßend, verstörend, gewalttätig oder irre sind." (Sasa Hanten)

    32:07 "Kunst ist, der BGH sagt das auch so schön, Moden unterworfen. Und Moden werden auch davon gebildet, dass ein Künstler in Ungnade fällt. Wirtschaftsunternehmen, die Kollaborationen machen mit Künstlern, also Adidas zum Beispiel kann da ein Lied von singen, was passiert, wenn jemand, mit dem man was zusammen macht, aufgrund seines Privatlebens oder seiner politischen Äußerungen unvertretbar wird. Das sind so die brutalen Fälle, an die man sich erinnert. Woran man sich nicht erinnert, und das ist menschlich, aber in Bezug auf die Wertbildung echt ungeschickt, dass man sich die Welt ohne sich selbst nicht vorstellen kann." (Sasa Hanten)

    45:58 "Wenn das leicht zu beschreiben und leicht zu fassen wäre, dann wäre die Kunst nicht so wirkmächtig, dann wäre es nicht so gut. Die Geschichte mit dem Genialischen, was Menschen schaffen können und was uns emotional anrührt, das ist ein Phänomen, ohne das unser Leben so arm wäre, dass ich das Gefühl habe, ich habe gar keine Lust, das zu leben. Und da bin ich sicherlich ein ästhetischer Extremist. Aber ich glaube, dass es für alle Menschen eine Rolle spielt. Am Ende sucht doch jeder nach Schönheit, nach einem Gedankenfänger, nach einem Gefühlsfänger, nach mehr, als man braucht." (Sasa Hanten)

    49 min
  • Bürgermeister Luca Piwodda: „Die Zeit der Großparteien ist rum, das sind Dinosaurier“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Der Brandenburger Luca Piwodda ist einer der jüngsten Bürgermeister Deutschlands. Im Cicero Podcast erklärt er, warum er die Brandmauer  für realitätsfremd empfindet und weshalb er lieber eine eigene Partei gegründet hat, als in die CDU oder SPD einzutreten.

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    Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie Alexander Marguier: Cicero im Juli: Effizienzkur für die Demokratie

    Inhalt Podcast:

    03:18 "Meines Erachtens sind die Großparteien Dinosaurier, die noch nicht verstanden haben, dass ihre Zeit rum ist. Wir können an ganz verschiedenen Punkten sehen, dass Parteien immer noch mit den Ideen des 20. Jahrhunderts arbeiten und nicht fit fürs 21. Jahrhundert sind. Ich kann das mal mit einem konkreten Beispiel beschreiben, wie wir es probieren, anders zu machen bei uns in der Partei des Fortschritts. Wir haben 1.100 Mitglieder, sind ja vergleichsweise klein im Vergleich zur SPD und Co., haben 70 kommunale Mandatsträger, sitzen im Europaparlament, also bauen wir uns weiter auf und haben immer die Idee gehabt, wir müssen so basisdemokratisch wie irgendwie möglich organisiert sein." (Luca Piwodda)

    06:20 "Meines Erachtens müssen wir viel mehr dahin kommen, dass wir auch wirklich an das Grundgesetz rangehen und nicht nur Parteien zu Wahlen zulassen, sondern genauso Netzwerke, Bündnisse, Projektinitiativen zulassen, weil die Zeit viel dynamischer geworden ist. Verschiedene Netzwerken schließen sich zusammen, haben ganz konkrete Ideen, wie sie vielleicht im Land Brandenburg, auf der Bundesebene Ideen umsetzen wollen und haben dadurch eine viel stärkere Kraft, auch eine viel stärkere Legitimation plus sie müssen sich nicht mit dem Ballast rumschleppen, das erlebe ich ja ganz häufig, dass Kandidierende sagen oder auch Wähler sagen, eigentlich ist der Kandidat gut, aber die SPD der letzten 40, 50 Jahre oder was auch immer hat so viel Schlechtes gemacht, den kann ich nicht wählen, da wird so viel historischer Ballast immer mit herumgeschleppt. Deshalb müssen wir uns öffnen für neue Formen und nicht nur Parteien müssen in die Parlamente, sondern auch eben Bündnisse." (Luca Piwodda)

    13:06 "Es ist viel grundsätzlicher geworden, überhaupt Menschen noch zu begeistern für Demokratie oder für Parteien. Deswegen müssen wir uns wirklich die Frage stellen, wie kriegt man ganz viele Menschen zurückgeholt, dass sie wieder einen Glauben an die Demokratie haben. Wir müssen da wirklich radikaler werden in unseren Ansätzen." (Luca Piwodda)

    15:14 "Ich denke eher, das ist eine Illusion, zu glauben, dass es dieses klassische Links-Rechts-Schema noch gibt. Also meines Erachtens, wenn wir jetzt mal alle sozialpolitischen Fragen durchgehen, man merkt ja, wie häufig AfD-Positionen erstaunlich nah an Linkspositionen dran sind. Oder auch bei ganz verschiedenen anderen Dingen würde ich selbst für mich kaum sagen können, ob ich ein links- oder rechtseingestellter Mensch bin. Ich würde sagen, sozialpolitisch bin ich eher links, gesellschaftspolitisch bin ich eher konservativ. Also es fällt unfassbar schwer, auf einem Begriff, nämlich rechts oder links, zuzuspitzen, wie eine Person, eine Partei, eine Strömung sich verhält." (Luca Piwodda)

    20:32 "Im Kern bedeutet es, dass der Garzer Weg ein neuer Ansatz für Bürgerbeteiligung ist, für ein neues politisches Modell sozusagen darstellt. So hoffe ich es zumindest, und kopierbar ist auf ganz viele andere Städte und Gemeinden in Deutschland. Im Kern geht es darum, dass einfach mutige Menschen vor Ort eine Vision entwickeln, wie soll sich die Stadt zukünftig entwickeln und langfristig denken und vor allem auch sich wirklich trauen, mutig neu zu denken. Und das Verbindende statt das Spalten in den Vordergrund zu stellen." (Luca Piwodda)

    27:50 "Die Brandmauer bringt auch auf Landes- und Bundes-Ebene nichts, da ist die kommunale Ebene eher Vorreiter meines Erachtens. Wenn wir über die Brandmauer und auch die Richtigkeit der Brandmauer diskutieren, heißt es ja nicht im Gegenzug, dass die AfD jetzt überall in die Regierung soll. Das ist ja meistens der nahe liegende Schritt von vielen, der aber auch genauso falsch ist. Meines Erachten, wir haben es jetzt 10 Jahre mit der Brandmauer probiert, seitdem die AfD da ist. Das Resultat ist, die AfD ist immer stärker geworden, alle anderen Parteien werden immer schwächer, gerade im Osten Deutschlands. Also kann ja irgendwas nicht funktionieren und man ist wahnsinnig, wenn man denkt, man probiert immer wieder dasselbe und will ein anderes Ergebnis. Das hat schon Albert Einstein sinngemäß so gesagt." (Luca Piwodda)

    29:41 "Die AfD ist auch so stark, weil die anderen so schwach sind, gerade weil sie kaum Präsenz im ländlichen Raum haben. Das gehört auch zur Wahrheit dazu. Deshalb ist die Brandmauer nur ein kleines Beispiel von, was insgesamt im AfD-Umgang nicht klappt. Wir müssen da wirklich grundsätzlich neu denken." (Luca Piwodda)

    31:13 "Als Bürgermeister steht mir es auch nicht zu, über das Wahlverhalten der Leute zu urteilen, gerade auf Landes- und Bundesebene. Ich bin dafür gewählt, um irgendwie konkret was voranzubringen. Ich erkenne die Realitäten an und probiere auch in der Stadtverordnetenversammlung auch die AfD zu Wort kommen zu lassen. Wenn sie gute Ideen haben, dann werden sie eben diskutiert. Meines Erachtens hat das bisher sehr gut geklappt im Umgang. Es trägt auch nicht zur Normalisierung der AfD bei, was mir dann auch manchmal vorgeworfen wird, dass man da einfach so drüber geht, sondern das führt eher dazu, dass wir gut miteinander auskommen, wirklich vorankommen in der Stadtpolitik." (Luca Piwodda)

    41 min
  • Manuel Ostermann: „Die Bundesrepublik Deutschland ist krank“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Der Anschlag auf den CSD in Berlin sorgte für Fassungslosigkeit und wirft erneut Fragen nach der Sicherheit in Deutschland auf. In der neuen Ausgabe des Cicero Podcasts spricht Manuel Ostermann, CDU-Mitglied und Vorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft über die unterschätzte Gefahr des Islamismus und das Unvermögen von Politik und Gesellschaft, dieses und andere Probleme öffentlich zu benennen und zu diskutieren.

    Inhalt Podcast:

    04:34 „Das Sinnvollste ist erst einmal die Ehrlichkeit. Wir haben sehr viele Gefährder in Deutschland – und ganz sicher auch welche, von denen wir noch gar nichts wissen. Wir sollten gegenüber der Bevölkerung aufrichtig sein: Wir werden diese Gefahren nie lückenlos aufklären und nie vollständig verhindern. Es wird auch künftig Anschläge, Gewalttaten und Straftaten geben, die uns fassungslos zurücklassen. Aber genau deshalb müssen wir alle Instrumente nutzen, die uns zur Verfügung stehen – von technischen Maßnahmen bis hin zu rechtlichen Möglichkeiten –, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.“

    18:04 „Die Bundesrepublik Deutschland ist krank, ist richtig krank – und zwar in dem Wichtigsten, was sie hat: in der Gesellschaft. Wir verlieren Stück für Stück immer mehr Freiheit in einer Geschwindigkeit und Radikalität, die atemberaubend ist. Und jetzt kommt die große Stunde der Extremisten, ob von rechts, von links oder in Gottes Namen. Die nutzen diese Frequenz im digitalen und im analogen Raum. Und wenn wir uns mal die letzten 15 Jahre angucken, wie schnell das gegangen ist. Gucken wir nach Frankreich, gucken wir nach England, gucken wir nach Schweden. Das sind ja alles keine Fata Morganas, die da passieren. Das ist Realität.

    Das werden wir in Deutschland haben. Und zwar nicht erst in fünf, sechs, sieben, acht Jahren. Also entweder machen wir jetzt was, oder das zarte und gut zu behütende Pflänzchen namens Demokratie wird ganz schön Schiffbruch erleiden.“

    30:14 „Wie will man politisch was umsetzen, wenn man nicht mal in der Lage ist, es auszusprechen? Und das ist auch nicht: Ja, es ist ein schrecklicher islamistischer Terroranschlag – Klammer auf: Einzelfall, Klammer zu. Und auf keinen Fall sind alle Muslime Terroristen. Was für ein geschwurbelter rhetorischer Bullshit. Muss man einfach mal so sagen.Die lachen sich tot, die lachen sich einfach tot über uns. (…) Warum nicht den Fokus auch auf Islamismus und Linksextremismus legen? Warum können wir es nicht benennen?

    Wie viele Menschen müssen noch sterben? Wie viele Frauen müssen noch unterdrückt werden? Wie viele Homosexuelle trauen sich nicht raus? Wie viele Juden sagen: Ich muss mich bis zur Unkenntlichkeit verstecken, ich kann meinen Glauben nicht mehr vernünftig ausleben, ich kann mich nicht mehr vernünftig zeigen, weil ich ansonsten schwer verletzt irgendwo in der Ecke liege?
    Wie viele Hassprediger wollen wir noch dulden? Wie viele Pierre Vogels dieser Welt müssen wir noch auf Social Media ertragen? Wie viele Beleidigungen? Wie viele E-Mails darf ich noch bekommen von Menschen, die einen klar identifizierbaren Namen haben und schreiben: ‚Wir jagen dich‘?“

    38:38 „Sie wurde sogar hofiert, sie wurde installiert und sie wurde hofiert, sie wird querfinanziert. Nein, sie ist installiert, sie ist hofiert und sie ist querfinanziert. Wenn ich sage ‚war‘, würde das ja suggerieren, es wäre nicht mehr so – ist ja Quatsch.

    Seit wann ist es normal geworden oder begrüßenswert, dass Abgeordnete mit dem Antifa-Pin an ihrer Jacke im Parlament eine Rede halten? Mit Antifa-Flagge vor dem Deutschen Bundestag stehen und irgendwas mit ‚Alerta, Alerta Antifascista‘ und hast du nicht gesehen brüllen? Oder irgendein völlig durchgedrehter Neuköllner Abgeordneter menschenverachtende, polizeifeindliche Lieder versucht, irgendwie in irgendeinem TikTok-Trend mitzusingen. Das ist sowas von ekelerregend, diese Antifa-Pins. Also, ich muss, glaube ich, nicht erwähnen – doch, ich muss es sogar erwähnen, damit es deutlich wird: Diese Antifa ist nur deshalb nicht vom Verfassungsschutz verboten, weil es keine Organisationsstruktur gibt. Diese Antifa ist jedes Jahr aufs Neue in den Landes- und im Bundesverfassungsschutzberichten prominent, ein großer Teil dieser Berichte.
    Und die verkaufen das unter dieser Moralflagge von: Antifaschismus ist demokratische Pflicht. Ja, sicher ist es das. Jeder Demokrat ist Antifaschist. Völlig normal. Demokratische Pflicht ist es aber nicht, linksextremistisch zu sein. Das ist schon ein Unterschied. Und das ist linksextremistisch – und widerwärtig noch obendrein.“

    50:50 „….und gucken wir mal im September nach Berlin. Wir reden viel über Sachsen-Anhalt. Hier kann bald Rot-Rot-Grün regieren. Das tut mir leid, würde ich sagen, dann würde ich wirklich sagen: Aber auch hier steht es mir nicht zu – Souveränwille. Trotzdem, von außen will ich sagen: Mein herzliches Beileid, liebe Bundeshauptstadt.“

    57 min
  • Christian Baron: „Ganze Regionen Westdeutschlands werden zum AfD-Rust Belt“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Im Podcast spricht der Schriftsteller Christian Baron über seinen Herzensverein 1.FC Kaiserslautern und die Armut in seiner Heimatstadt. Der Spiegel-Bestsellerautor ist sich sicher: Die sich in der Krise befindenden Industrieregionen in Westdeutschland werden das neue Epizentrum des AfD-Wahlerfolgs.

    Hören Sie auch den Podcast mit Christian Baron zu seinem Bestseller "Ein Mann seiner Klasse": https://www.cicero.de/kultur/christian-baron-cicero-literatur-podcast-interview

    Inhalt Podcast:

    07:16 "Mir hat der FCK das bedeutet, was er ganz vielen Leuten in dieser Region damals bedeutet hat und bis heute bedeutet. Also dieses Wissen darum, wir sind eigentlich der Underdog. Also wir spielen, damals war es die erste Liga, wir spielen gegen Bayern, München, HSV, Werder Bremen, die alle so viel reicher und eigentlich auch mächtiger sind als wir, aber wir schaffen es immer wieder, denen ein Bein zu stellen. Wir schaffen es immer wieder mal, besser zu sein als die. Und zwar deshalb, weil wir als Gemeinschaft füreinander da sind und an uns glauben. Das ist das, was der FCK damals ausgestrahlt hat und was auch die Leute wie mein Vater auf jeden Fall, zumindest dann, wenn der FCK gewonnen hat, mal die Nase deutlich höher hat tragen lassen, dass man sagt, hier, das ist auch mein Erfolg und wenn ich sehe, dass die das hinkriegen, auf sportlichem Wege, dann kann ich das in meinem Leben doch auch hinkriegen." (Christian Baron)

    08:16 "Ich bin heute davon überzeugt, dass mein sogenannter sozialer Aufstieg gar nicht anders denkbar gewesen wäre, gar nicht möglich gewesen wäre, wenn ich nicht auch diese Hoffnung mir hätte erhalten können, warum soll es denn nicht besser werden? Wir sehen es doch am FCK, dass wir Kleinen auch was schaffen können. Dieses Wissen oder dieser Glaube, der ist ja zunehmend verloren gegangen. Da reden wir sicher später noch drüber, dass das aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Punkt ist, warum die AfD so stark geworden ist, aber in den 90ern hat das auch noch funktioniert bis zu einem gewissen Teil." (Christian Baron)

    18:59 "Also das ist ein ganz großer Fehler, der nur dazu führt, dass es in ein paar Jahren vielleicht eine absolute Mehrheit der AfD in Kaiserslautern und in anderen ähnlichen Städten geben wird. Weil das ist mir auch wichtig zu sagen: mir geht es da nicht, ich kenne halt Kaiserslautern, weil ich da herkomme und aufgewachsen bin, aber das steht ja durchaus stellvertretend für ganz viele andere Regionen. Also dass jetzt in Gelsenkirchen und Kaiserslautern die AfD diese einfache Mehrheit hat und sogar Direktmandate gewonnen hat, das ist ja erst der Anfang. Es gibt in Westdeutschland, im Ruhrgebiet und anderswo Regionen, in denen sie ganz knapp davor sind, das zu machen." (Christian Baron)

    40:16 "Ich finde es sehr wichtig, dass man da auch differenziert. Es gibt andere Gründe, warum die AfD zum Beispiel in Thüringen oder Sachsen-Anhalt so stark ist als in der Pfalz oder im Ruhrgebiet. Diejenigen, die im Ruhrgebiet oder in der Pfalz mittlerweile AfD wählen, sind ganz überwiegend ehemalige SPD-Anhänger. Also das sind jetzt weder Nazis noch Rechtsextreme, in allergrößter Mehrheit sind sie das nicht. Das gibt einerseits Hoffnung, dass man sagt, die sind für demokratische Prozesse sicher nicht verloren, aber man muss sich verdammt anstrengen, um sie da wegzuholen." (Christian Baron)

    41:26 "Es ist auch ganz wichtig immer wieder dazu zu sagen, auch wieder linksliberale Schickeria, die gerne so tut, als gäbe es hier die Migranten und Postmigranten auf der einen und die Bio-Deutschen oder die weißen Deutschen auf der anderen Seite. Nein. Duisburg-Marxloh ist auch ganz schön blau und da gibt es fast nur Menschen mit einem Migrationshintergrund. Die wählen dann eben auch die AfD, weil sie die Schnauze vollhaben und sagen, ihr guckt auch nur auf uns herab. Also, dass man da immer einen ganz differenzierten Blick behält und nicht irgendwie in moralisch einwandfreie Kategorien oder Reinheitsfantasien verfällt, das ist wichtig, um überhaupt zu verstehen, was hier in diesem Land abgeht." (Christian Baron)

    48 min
  • Fabio De Masi im Interview mit Robert Hofmann: „Cum-Ex ist organisierte Kriminalität“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Fabio De Masi hat sich parteiübergreifend Anerkennung erworben durch Aufklärungsarbeit im Cum-Ex und Wirecard-Skandal. Im Cicero-Podcast erklärt er, wie ihn seine Zeit in Südafrika geprägt hat, wie es zu solchen Skandalen kommen konnte und welche Rolle Olaf Scholz dabei spielte.

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    Fabio De Masi: Geld, Macht, Verbrechen - Von Finanzskandalen, Wirtschaftskriminellen und Geheimagenten, Rowohlt 2026

    22:24 "Ich glaube, dass die Politik so lange weggeschaut hat bei Cum-Ex, weil es ein Weg war, wie sich Banken rekapitalisiert haben nach der Finanzkrise, ohne dass man es dem Steuerzahler erklären muss wie bei einem Rettungspaket." (Fabio De masi)

    44:38 "Wirecard-Skandal: Also ich glaube heute, und das beschreibe ich in meinem Buch, nicht, dass das ein Zufall war. Es gibt sicherlich immer wieder Behördenversagen und Probleme in der Aufsicht. Aber hier gibt es eine solche Verkettung von Wegsehen, von aktiver Förderung durch Politik. So viele Kontakte mit ehemaligen Geheimdienstkoordinatoren mit kriminellen Dunkelfeld Und es gibt eben eine wirklich sehr dichte Indizienkette." (Fabio De Masi)

    52:54 "Was machen denn österreichische Verfassungsschützer auf deutscher Hoheitsgebiet Fluchthilfe für Herrn Jan Marsalek zu leisten? Er ist ja nämlich, als die deutsche Staatsanwaltschaft schon wusste, dass die vielen Milliarden auf den Treuhandkonten nicht existieren, in seinem Verantwortungsbereich gemütlich heraus spaziert aus Deutschland." (Fabio De Masi)

    57:57 "Also zu sagen, man hätte gar nicht gewusst, wer das ist, obwohl er das Wort Geheimdienst quasi auf der Stirn stehen hatte, obwohl es so viele Beziehungen gab, wie gesagt, immerhin deutsche Geheimdienstkoordinatoren und ähnliches, halte ich einfach wirklich für die Unwahrheit" (Fabio De Masi)

    59:23 "Ich glaube, dass Wirecard eigentlich auch wie so ein Schlüsselloch ist, wo wir in die geopolitische Schlacht, die um die Finanzströme im Internet tobt, hineinblicken. Wir haben jetzt das ganze Thema der Russland-Sanktionen, wie werden die umgangen, welche Rolle spielt Bitcoin, um das Bankensystem zu umgehen. Und ich glaube, in diesem Milieu tobte da auch der Wirecard-Skandal und wieder einmal wird ein bestimmter Ausschnitt, also zum Beispiel Marsalek, der in Russland ist, stark öffentlich betont. Das ist sicherlich auch nicht falsch. Aber das andere, was die Leiche vor der eigenen Haustür über, die steigt man sozusagen bequem hinweg." (Fabio De Masi)

    1 hr 17 min
  • Kolumnist Harald Martenstein: „Für Linke steht die Machtergreifung stets bevor“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Harald Martenstein ist einer der bekanntesten Kolumnisten des Landes. Im Cicero Podcast spricht er über seine viral gegangene Rede beim Prozess gegen Deutschland, die Brandmauer und die schlechte Stimmung in der Bevölkerung.

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    55 min
  • Autorin Nell Zink zu 250 Jahren USA: „Jeder Amerikaner ist ein Stück weit libertärer Anarchist“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung liefert genug Stoff, um über das Versprechen des amerikanischen Traums sowie über die kulturellen Verbindungen zwischen den USA und Europa nachzudenken. Die in Brandenburg lebende Autorin Nell Zink kennt beide Welten. Ein Gespräch über deutsche Kulturblasen, amerikanische Könige und die vielen verbindenden Unterschiede zwischen hüben und drüben. 

    24:05 "Damit eine Handlung funktioniert, braucht man Konservative, weil sie sehr viel eher ausflippen, wenn was schief geht. Also du kannst doch keinen spannenden Roman schreiben über eine locker-flockige Patchwork-Familie, oder dann kommt die Tochter zu Weihnachten nicht nach Hause. Und was macht die Mutter? Sie sagt, "ja dann, dann, viel Spaß. Wir sehen dich vielleicht nächstes Jahr." Man braucht diese wirklich bornierte, engstirnige Menschen, um richtig Schwung in einen Roman einzubringen. Ich denke, es ist genau das Gegenteil." (Nell Zink)

    25:11 "Aber Amerika ist ja so frei im Vergleich mit Deutschland. Ich meine, hier könnte einfach der Platz ausgehen und die Leute ziehen, die wollen allein sein, dann müssen sie halt irgendeinen Tal im Schwarzwald finden, wo die Sonne nie scheint. Und in den USA hast du ganze Bundesstaaten, wo praktisch niemand lebt. Also da gibt es Bundesstaate mit so vielen Menschen wie Stuttgart. Also, es ist ein anderes Lebensgefühl, absolut." (Nell Zink)

    29:07 "Man muss fleißig sein, so ein bisschen ordentlich, sich um den eigenen Dreck kümmern, die anderen nicht auf die Nerven gehen, und dann ist man schon so was wie hundert Prozent amerikanisch. Für die meisten Amerikaner. Es sind ja diese Rechtsextreme, diese Trump-Anhänger, die dann sagen, nein, nein. Die werden akzeptiert, diese Menschen, aber eigentlich sind die gar keine Amerikaner, schau mal ihre Pässe an. Und für den Durchschnittsamerikaner ist das befremdlich. Weil man einfach denkt, okay, die sind da, ich bin auch da, jetzt machen wir zusammen weiter. Also man ist so locker, tolerant, weil man eben so individualistisch ist." (Nell Zink)

    30:30 "Jeder Amerikaner ist ein Stück weit libertärer Anarchist" (Nell Zink)

    31:23 "Die Extreme sind natürlich in den Medien heutzutage immer sehr präsent, weil Extreme bekommen die meisten Klicks. Ich denke, die meisten Amerikaner denken einfach, 250 Jahre, toll, jetzt gibt es Hotdogs und Feuerwerk und vielmehr denken sie sich nicht dabei. Aber natürlich gibt es Leute, die sagen, 250 Jahre Genozid und Ausbeutung und Leute, die sagen. 250 Jahre englischsprachige stolze Weiße und natürlich geraten sie aneinander und das kann auch sehr hässlich werden, aber ich gehe davon aus noch, dass das Minderheiten sind." (Nell Zink)

    40:47 "Das ist wirklich eine Frage der Bildung, der Schulen und man kann einfach in Deutschland sich glücklich schätzen, dass man so was noch hat wie die Bundeszentrale für politische Bildung, die wirklich den Leuten einbläut, dass es diesen abstrakten Menschen gibt, um den es geht. Es gibt nicht nur dich und mich, sondern es gibt den Bürger an sich und der ist wirklich so Art wie so ein Strichmännchen, mit allen möglichen Qualitäten oder Mängeln, aber er hat diese Bürgerrechte. Darauf kommt man nicht von alleine, dafür hat es 2000 Jahre europäische Kultur gebraucht. Man kann nicht davon ausgehen, dass jedes Kind von sich aus auf die Demokratie kommt. No. Man muss es ihnen beibringen. Und die Schulpflicht hat man in den USA sehr aufgeweicht. Die AfD will es natürlich auch in Deutschland abschaffen. Das finde ich fatal." (Nell Zink)

    43 min
  • Martin Hagen vs. Florian Schroeder: „Der Kulturkampf kam seit Jahren überwiegend von links“
    Cicero – Magazin für politische Kultur

    Die FDP will zurück über die Fünf-Prozent-Hürde. Doch welcher Kurs führt dorthin? Im Cicero Podcast-Politik streiten Kabarettist Florian Schroeder und FDP-Generalsekretär Martin Hagen über Meinungsfreiheit, Kulturkamp und die Zukunft des Liberalismus.

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    **Inhalt Podcast:"

    Martin Hagen: 07:38: "Diese inflationäre Benutzung dieses Begriffs nach dem Motto, alles was nicht links ist, ist schon fascho, ist schon Nazi. Ich glaube, das entwertet den Begriff, das banalisiert ihn, das verharmlost ihn auch und das hilft im Kampf gegen echte Faschisten überhaupt nicht weiter, sondern es schadet ihm ganz massiv. Ein Beispiel zum Beispiel Boris Palmer. Boris Palmer hat sich ja auch schon von eigenen Parteifreunden als Nazi, Faschist und Ähnliches bezeichnen lassen. Und wenn Boris Palmer Nazi ist, was ist denn dann bitte Adolf Hitler?"

    Florian Schroeder: 12:56: "Also ich frage mich, wieso wollen Sie auf Kulturkämpfe anzahlen, also auf einem Feld sich verkämpfen, das sinnlos ist? Wo Sie doch sehen, dass der Erfolg wo ganz anders liegt. Der Erfolg im Moment liegt bei Unions-Ministerpräsidenten, die sich aus diesen Kulturkämpfen komplett aushalten. Daniel Günther, Hendrik Wüst, Leute, die recht unauffällig regieren, in dem Fall zusammen mit den Grünen, aber die regieren ohne sich auf Kulturkampffelder einzulassen. Die halten die AfD klein."

    Martin Hagen: 14:04 "In den letzten Jahren war es ja meistens so, die Linken zetteln Kulturkämpfe an. Es war in der Regel eine identitätspolitische woke Linke, die zettelt Kulturkämpfen an. Und man lässt sie gewähren, gewähren, gewähren und in dem Moment, wo von der bürgerlichen Seite, rechts der Mitte, irgendwann ein Stoppschild kommt und gesagt wird, Moment mal, das wollen wir aber so gar nicht, ruft die Linke, ha, jetzt führt ihr Kulturkampf."

    Florian Schroeder: 28:30 "Menschen wollen austeilen, also sie wollen sich empören, aber wenn da eine Empörung zurückkommt, dann wird es ganz schwierig. Aber das ist ein Teil dieser Debatte, dass Menschen gibt, die Widerspruch ungern aushalten, Aber Glauben, die eigene Meinung hat fast schon religiösen Charakter, das ist mal ein Teil."

    Martin Hagen: 31:17 "Wenn man uns, Entschuldigung, wenn man uns vor ein paarJahren gesagt hätte, wer den Regierungschef der Lüge bezichtigt, der kriegt eine Strafe von 30 Tagessätzen aufgebunden, hätten wir doch gesagt, ja das war wahrscheinlich in Russland. Das war vielleicht in der Türkei bei Erdogan. Oder wenn das Orbán in Ungarn gemacht hätte, hätten wir gesagt, komm, die müssen raus aus der EU, das ist doch mit unseren Werten nicht vereinbar. Das ist in Deutschland und das ist kein Einzelfall."

    Martin Hagen: 01:01:56 "Es geht ja so weit, ich war fünf Jahre im Bayerischen Landtag, da haben Politiker der Grünen, den AfD-Politikern, wenn sie ihnen im Aufzug begegnet sind, nicht die Hand gegeben. Ich finde, diese symbolhafte Ausgrenzung bringt uns nicht weiter. Ich bin sehr für eine inhaltliche Abgrenzung. Ich bin auch für eine scharfe inhaltlich Auseinandersetzung mit dieser Partei, an der ich wirklich ganz vieles ablehne. Aber so eine Brandbauer, wo auch dann der Mützenich im Bundestag erklärt, man hat das Tor zur Hölle aufgerissen, weil man einem Antrag zugestimmt hat von CDU und CSU, dem die AfD auch zugestimmt hat. Und das hätte man nicht tun dürfen, weil wenn die Falschen zustimmen, dann wird das Anliegen dadurch falsch. Also ich habe dafür kein Verständnis."

    Florian Schroeder: 01:06:36 "Wir versuchen auch die Verfassungsgerichte gerade zu schützen, davor, dass im Fall einer AfD-Regentschaft Richter ausgetauscht werden, denn das ist der Weg in eine Autokratie. Natürlich ändern wir Gesetze, wenn die Demokratie gefährdet wird. Das ist ein zutiefst liberaler Ansatz. Karl Popper, ein liberaler Denker, der von ihren Leuten zu Recht oft zitiert wird. Von dem stammt der Satz, es gibt keine Toleranz gegenüber den Intoleranten. Das heißt, diese Beschneidung, das wäre ein liberales Akt."

    1 hr 14 min

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