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Im Oktober 2025 hat Friedrich Merz von Problemen im Stadtbild gesprochen, nun ist auch klar, wer dieses kontrollieren und korrigieren soll: In der Kleinstadt Hennigsdorf (Brandenburg) haben CDU und AfD gemeinsam eine Bürgerpatrouille rund um den Hauptbahnhof durchgesetzt. Die Frage, wer im öffentlichen Raum erwünscht oder unerwünscht ist, hat bei Rechtsextremen eine lange Tradition, schon 1926 sprach Joseph Göbbels vom "Prinzip Eroberung der Straße". Und was damals die Straße war, ist heute der Bahnhof. Wir schauen uns das anhand von zahlreichen Clips an und schlagen im letzten Teil des Podcasts auch nochmal die Brücke zu ICE in Amerika, die Bundesbehörde rekrutiert nämlich gezielt Rechtsextreme und Nazis für den staatlichen Schlägertrupp. Es wird düster in Folge 38 von Studio Kindler. Am 28.3 ist die vorerst letzte Show "Studio Kindler Late Night" in Hamburg. Mit dabei: Das gesamte Studio Rot Ensemble. Jetzt Tickets sichern!
Ich schaue mir das Sprechen über die Epstein-Files bei Markus Lanz an und beschäftige mich damit, was so schwer ist, auf die Frage: "Wie konnte das passieren?!" eine gute, journalistische Antwort zu geben. Die Markus-Lanz-Sendung ist in jedem Fall extrem schockierend.
Dazu hören wir Clips von Douglas Rushkoff, Autor des Buches "Survival of the Richest": Welche Abschottungs- und Eskapismus-Fantasien gibt es unter Milliardären?
Für viele Iraner*Innen, darunter auch Avin Khodakarim, selbst Journalistin und Vorstandssprecherin der iranischen Gemeinde in Deutschland, ist es unglaublich frustrierend, wie deutsche Medien die Sprache und Darstellung des iranischen Regimes übernehmen. Bei Studio Kindler klärt sie über klassische Medienfehler auf. Warum wird von "Protesten gegen die Regierung" gesprochen, statt von "Revolution gegen das Regime"? Woher kommt der Reflex, stets die Frage zu stellen: "Aber wer soll denn nun der neue Anführer sein?" Hat genau das vielleicht auch etwas mit der deutschen Geschichte zu tun?
Das alles und noch mehr besprechen Avin und Ich in dieser bewegenden Folge. Ich danke Avin von Herzen, dass sie sich die Zeit genommen hat, so offen über das Thema zu sprechen - trotz des Drucks, den eine klare Haltung gegen das Regime auch für Iraner*Innen in Deutschland bedeuten kann.
Wir hatten bei der Aufnahme leider erhebliche technische Probleme. Es hat mehrere Tage gedauert diese Folge zu retten, wir haben uns entschieden, sie zu spielen, obwohl es auch jetzt noch zwischendurch etwas blechern klingt. Wir wollten das Gespräch nicht noch einmal führen, weil dadurch die Unmittelbarkeit des Gesagten verloren gegangen wäre.
Friedrich Merz, Cheflobbyist der Arbeitgeber in Deutschland, hat sich über den seiner Ansicht nach zu hohen Krankenstand in Deutschland beschwert. Und der Öffentlich-Rechtliche-Rundfunk übernimmt größtenteils seine Fragestellung: Sind die Leute in Deutschland schlichtweg zu faul?
Wir beschäftigen uns mit einem absoluten Nonsense-Diskurs, der sprachlich sehr interessant ist: Wer ist eigentlich gemeint, wenn es um den „Standort Deutschland“ geht? Wer profitiert ganz konkret davon, wenn die volkswirtschaftliche Leistung gesteigert wird? Und warum sollten wir noch mehr arbeiten, wenn diese Mehrarbeit doch nur verwendet wird, damit der Ertrag eines Anderen gesteigert wird?
Wir schauen eine ZDF-Doku, die Arbeitgeberpropaganda und Klassenkampf von Oben verbreitet. Und dann beschäftigen wir uns im Kontext Krankenstand und Work-Life-Balance mit einer hochinteressanten Persönlichkeit: Wolfgang Grupp. Der Multimillionär betonte stets, dass er bis zu seinem Ausscheiden aus der Firma trigema keinen einzigen Krankentag hatte. Wie sein Leben im Ruhestand weiter verlaufen ist und warum das alles andere als vorbildhaft ist, gibt es in der 35. Folge von Studio Kindler zu hören.
LINKS:
Danke fürs Zuhören!
STUDIO KINDLER LIVE:
25.1 - HAMBURG (Nico Semsrott)
28.2 - HAMBURG (Shahak Shapira)
5.3 - BERLIN (Shahak Shapira)
Ein Jahr ist es her, dass die letzte reguläre Folge "Studio Kindler" erschienen ist. Nun soll dieser Faden wieder aufgenommen werden.
In Folge 34 geht es um einen Begriff, der uns medial an jeder erdenklichen Stelle entgegen geschleudert wird: Die "Krise". "Krise" ist ein rein rhetorischer Begriff. Sie beschreibt keine Realität, sie konstruiert Realität. Oftmals mit dem Zweck, Notwehr-Politik zu rechtfertigen. Schaut man sich den Begriff der "Migrationskrise" an, so merkt man schnell: Hier wird von "Krise" gesprochen, um allerlei unmenschliche politische Entscheidungen zu rechtfertigen. Push-Backs auf dem Mittelmeer, Verweigerung des Rechts auf Asyl, gewaltsame Abschiebungen. Alles wird damit gerechtfertigt, dass man eben eine Krise zu bewältigen habe, "Kontrollverlust", wie man so schön sagt.
Wir schauen uns an, wie Politik und Medien die Narration der "Krise" im Jahr 2025 genutzt haben, um politische Entscheidungen durchzusetzen.
Studio Kindler Late Night geht auch 2026 weiter!
Am 14.10 veranstaltete die Rosa-Luxembourg-Stiftung unter dem Titel "Antifa unter Generalverdacht" eine Informationsveranstaltung im Kontext des Budapest-Komplexes.
Mit dabei waren:
John Malamatinas (Journalist)
Kristin Pietrzyk (Anwältin von Johann G.)
Birgit W. (Mutter der Inhaftierten Clara W.)
Felix R. (Vater von Emilie D.)
und Salome T. (Schwester von Maja T.)
Moderation: Jan Theurich (RLS Sachsen)
Der Paragraf § 129 StGB zur „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ wurde bereits im 19. Jahrhundert eingeführt – damals vor allem, um die frühe Arbeiter*innenbewegung zu kriminalisieren. Bis heute wird er nicht nur zur Bekämpfung organisierter Kriminalität, sondern immer wieder auch gegen politische Aktivist*innen eingesetzt. Er gilt als sogenannter Schnüffelparagraf, da sein Einsatz weitreichende Maßnahmen wie die Überwachung von Kommunikation, Hausdurchsuchungen und das Ausspähen des sozialen Umfelds von Betroffenen ermöglicht.
Aktuell stehen besonders zwei Verfahren im Fokus: Beim sog. Budapestkomplex wird mehreren Antifaschist*innen vorgeworfen, Teilnehmer des Neonazi-Events „Tag der Ehre“ angegriffen zu haben. Die verfassungswidrige Auslieferung von Maja T. von Deutschland nach Ungarn sorgte in diesem Zusammenhang für bundesweite Schlagzeilen. Im November startet in Dresden der Prozess „Antifa Ost II“, der inhaltlich an den ersten Antifa-Ost-Prozess anknüpft. Auch hier wird mehreren Aktivist*innen die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Einer der Hauptangeklagten, Johann G., spielt dabei eine zentrale Rolle und wird auch im Budapestkomplex als Schlüsselfigur gesehen – die Verfahren sind also eng miteinander verknüpft.
Bei unserer Podiumsdiskussion sprechen wir mit Angehörigen der Betroffenen, dem Journalisten John Malamatinas und der Anwältin Kristin Pietrzyk darüber, wie der Paragraf 129 StGB angewandt wird, welche Auswirkungen diese Verfahren auf antifaschistische Strukturen, die Betroffenen selbst sowie ihre Familien haben – und wie Solidarität möglich ist.
Weiterführende Artikel findet ihr hier:
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/antifa-ost-2-0-der-staat-inszeniert-einen-antiterrorprozess-gegen-links/c57fb260-11a2-4c32-ba13-f6879defa8e4
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195493.budapest-komplex-zaid-a-die-gerichte-hier-tanzen-nicht-nach-budapests-pfeife.html
Knapp ein Jahr ist es nun her, dass Maja T. nach Ungarn ausgeliefert wurde. Martin Schirdewan ist Co-Vorsitzender der europäischen Linsfraktion "The Left" im EU-Parlament und hat sich dem Fall angenommen. In dieser Folge erzählt er ausführlich von einem Besuch bei Maja T. im Gefängnis. Wir danken Martin von Herzen, dass er sich für ein Gespräch bereitgestellt hat!
Im vierten Teil unserer Beschäftigung mit dem "Budapest-Komplex" telefoniert Jean-Philippe Kindler mit Salome, der Schwester von Maja T. Maja T. befindet sich seit nunmehr einem Jahr in Isolationshaft in einem ungarischen Gefängnis. Exakt seit drei Wochen befindet sich Maja im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Zudem fordert sie, in Deutschland einen fairen Prozess zu bekommen. Dazu gibt es aktuell eine Petition.
Wir sind Salome extrem dankbar, dass sie mit uns gesprochen hat. Ein Riesendank geht raus an "The Brake Net" und "Dunya Collective", mit denen wir zusammengearbeitet haben, um diese Folge möglich gemacht zu haben.
Hingewiesen sei außerdem auf diesen großartigen Text im Neuen Deutschland unserer Kollegen John Malamatinas und Jan Theurich.
@freemaja
@freethebudapesttwo
In dieser Folge geht’s um den zeitlichen Ablauf der Geschehnisse. Von den Angriffen rund um den sogenannten „Tag der Ehre“ im Februar 2023 bis zu den laufenden Prozessen in Ungarn und Deutschland im Frühjahr 2025. Wer wurde wann festgenommen? Wer ist noch in Haft , wer ist wieder draußen? Und was ist eigentlich politisch passiert in diesen zwei Jahren?
Aaliyah Osuman zeichnet die Ereignisse Stück für Stück nach und zeigt, wie sich ein europaweiter Repressionskomplex gegen antifaschistisches Engagement aufgebaut hat. Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie aus einzelnen Verhaftungen ein Fall von internationaler politischer Verfolgung wurde und wer die Menschen sind, die davon betroffen sind.
Redaktion: Aaliyah Osuman
Hier kommt ihr zu Steady <3
https://steadyhq.com/de/studio-rot/about
In Folge zwei wird die Prozesserklärung von Maja Trux eingelesen. Vorgetragen wurde sie von Maja selbst am 21.02.2025 in Budapest. Wir verneigen uns vor so viel Mut und senden Kraft an alle Freund*Innen und Weggefährt*Innen.
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