Von Chlodwig bis Columbus

Von Chlodwig bis Columbus

By Martin Kaufhold & Mathias Kluge | Universität AugsburgScienceEducationHistory
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Von Chlodwig bis Columbus episodes

  • 1215: Die Magna Carta

    Zum Inhalt: Die Magna Carta ging aus einer konkreten Krise der englischen Königsmacht nach dem definitiven Verlust der Festlandsbesitzungen in der Schlacht von Bouvines hervor. Aber sie wies in ihrem Text deutlich über die Situation hinaus. In ihr trat die Gemeinschaft des Königreichs (comunitas regni) erstmals als eine handelnde Größe im Namen der freien Untertanen des Königs auf. Die Magna Carta formulierte ein Widerstandsrecht für den Fall eines königlichen Rechtsbruchs und sie garantierte jedem Freien, dass er ohne ein ordentliches Verfahren nach den Gesetzen des Landes nicht inhaftiert werden dürfe – der "Habeas Corpus"-Artikel.

     

    Unser Literaturtipp:

    David Carpenter (Hrsg.): Magna Carta. Translated with a new commentary by David Carpenter, London 2015.

     

    32 min
  • 27. Juli 1214: Der Sonntag von Bouvines

    Zum Inhalt: Der Sieg des französischen Königs Philipp II. in der Schlacht von Bouvines führte auf drei wichtigen Politikfeldern eine Entscheidung herbei: Er beendete die Hoffnungen des englischen Königs auf eine Rückgewinnung der verlorenen Festlandbesitzungen. Er etablierte die Vormachtstellung der französischen Krone gegenüber den mächtigen eigenen Vasallen. Er entschied den staufisch-welfischen Thronstreit in Deutschland zugunsten von Friedrich II. und eröffnete dem französischen Königtum den Weg zu einer europäischen Vormachtstellung.

     

    Unser Literaturtipp:

    Georges Duby: Der Sonntag von Bouvines. Der Tag, an dem Frankreich entstand, Berlin 2002.

     

    Quellenempfehlung:

    Wilhelm Brito: Gesta Philippi Augusti und Philippidos, in: H.-F. Delaborde (Hg.): Œuvres de Rigord et de Guillaume le Breton 1–2, Paris 1882–1885 (altfranz., dt. Übers. wichtiger Passagen in: Duby, Der Sonntag, S. 41–60).

    30 min
  • 1209: Franz von Assisi trifft auf Papst Innozenz III.

    Zum Inhalt: Nach dem Zusammentreffen mit Franz von Assisi wurde Papst Innozenz III. früh zu einem Förderer der entstehenden Bettelorden. Die Franziskaner und auch die Dominikaner pflegten in der Folge eine besondere Nähe zum Papsttum. Die Allianz dieser neuen religiösen Kräfte mit den Päpsten lenkte die Dynamik der Armutsbewegung in die Bahnen der Kirche, und mit dem Erfolg der Franziskaner und Dominikaner gewannen die Päpste einflussreiche Fürsprecher in ganz Europa.

     

    Unser Literaturtipp:

    Jacques Le Goff: Franz von Assisi, 2. Aufl., Stuttgart 2006.

     

    Quellenempfehlung:

    Thomas von Celano: Leben und Wunder des Heiligen Franziskus von Assisi, hg. und über. von E. Grau (Franziskanische Quellenschriften 5), Westfalen 51994.

    37 min
  • 1183: Der Friede von Konstanz

    Zum Inhalt: Im Frieden von Konstanz wurde das politische Potential städtischen Lebens klar sichtbar. Dieses städtische Potential in Italien zeigte dem immer herrschaftsbetonten staufischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa seine Grenzen auf. Es waren Grenzen, die die Staufer im Grunde nie überwanden, und die zu ihrem Scheitern in Italien sicher erheblich beigetragen haben.

     

    Unser Literaturtipp:

    Knut Görich: Friedrich Barbarossa. Eine Biographie, München 2011.

     

    Quellenempfehlung:

    Die Chronik Ottos von St. Blasien, in: F.-J. Schmale (Hg.): Die Chronik Ottos von St. Blasien und die Marbacher Annalen (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 18a), Darmstadt 1998, Kap. 27, S. 78 f; Monumenta Germaniae Historica, Constitutiones et acta publica imperatorum et regum I, ed. L. Weiland, Hannover 1893, Nr. 293, S. 408–418.

    32 min
  • 1170: Die Ermordung Thomas Beckets

    Zum Inhalt:

    Die Ermordung Thomas Beckets zeigt, wie sehr die geistliche und die weltliche Sphäre im Laufe des 12. Jahrhunderts auseinandergetreten waren. Jede Sphäre hatte ihre eigenen Ansprüche und Gesetzmäßigkeiten entwickelt. Der kompromisslose Charakter Thomas Beckets verstärkte diese Kluft in dramatischer Weise, aber die Rollenmodelle für den kirchlichen Dienst und für den Königsdienst waren seit dem späten 11. Jahrhundert zunehmend schärfer profiliert worden.

     

    Unser Literaturtipp:

    Micheal Thomas Clanchy: England and its Rulers, 1066-1307, Oxford 2006.

     

    Quellenempfehlung:

    Edward Grim: Vita Sancti Thomae, Cantuariensis Archiepiscopi et Martyris, in: J. C. Robertson (ed.): Materials for the History of Thomas Becket, Archbishop of Canterbury II (Rerum Britannicarum Medii Aevi Scriptores 67), London 1876, S. 426–440 (lat.), engl. Übers.: D. C. Douglas/G. W. Greenaway (ed.): English Historical Documents II (1042-1189), London/New York 21981, Nr. 152, S. 895–904.

    37 min
  • 1122: Das Wormser Konkordat

    Zum Inhalt: Mit dem Wormser Konkordat wurde ein Kompromiss zwischen Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. erzielt, der den fast 40 Jahre dauernden Konflikt um die Besetzung der Bischofsämter im Reich beilegte. Von nun an kam der Kirche (i. d. R. dem Erzbischof) die Einsetzung in das geistliche Amt zu, dem König die Einsetzung (Belehnung) des Bischofs in die weltlichen Güter seines Bistums. In der Unterscheidung zwischen geistlichen Gütern (Spiritualia) und weltlichen Gütern (Temporalia), die die Voraussetzung für diesen Kompromiss war, lag der epochemachende Schritt dieses Kompromisses.

     

    Unser Literaturtipp:

    Stefan Weinfurter: Canossa: Die Entzauberung der Welt, München 2007.

     

    Quellenempfehlung:

    Das Wormser Konkordat (Privileg des Kaisers und Privileg des Papstes), in: L. Weinrich (Hg.): Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 32), Darmstadt 22000, Nr. 49, S. 182–185.

     

    31 min
  • 1117/1118: Die Affäre von Abaelard und Heloise

    Zum Inhalt: Im historischen Rückblick gehört die Affäre von Abaelard und Heloise zu den großen Liebesgeschichten des Mittelalters. Sie führt  mitten hinein in das bewegte intellektuelle Milieu von Paris im 12. Jahrhundert, das damals zu einem der Brennpunkte des europäischen Geistes wurde. Die Überlieferung dieser Zeit ermöglicht erstmals auch eine Innensicht auf die Handelnden. Eine psychologische Dimension hält Einzug in die Geschichte.

     

    Unser Literaturtipp: Abaelards „Historia calamitatum“: Text – Übersetzung – literaturwissenschaftliche Modellanalysen, hrsg. von Dag Nikolaus Hasse, Berlin 2002.

    28 min
  • 1095: Papst Urban II. ruft in Clermont zum Ersten Kreuzzug auf

    Zum Inhalt: Der Aufruf von Papst Urban II. zu einer bewaffneten Hilfe für die Christen des Ostens startete die Kreuzzüge als eine breite Bewegung, die der Papst gar nicht beabsichtigt hatte. Sein Aufruf mobilisierte die Christenheit in einer Phase religiöser und sozialer Unruhe. Die Verbindung von Ablaßversprechen und Kriegshandwerk traf einen Nerv der Zeit und wirkte trotz verschiedener Abschwächungen und vieler Rückschläge sehr lange nach.


    Unser Literaturtipp:

    Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge (History of the Crusades, aus dem Englischen übers. von Peter de Mendelssohn, 3 Bände, München 1957-1960), Sonderausgabe in einem Band, 9. Auflage, München 2019.

     

    Quellenempfehlung:

    Fulcher von Chatres: Historia Hierosolymitana, Buch 1, Kap. 3, erl. u. hg. von H. Hagenmeyer, Heidelberg 1913, S. 130–138.

    27 min
  • 1077: Der Gang nach Canossa

    Zum Inhalt: Der Investiturstreit beendete eine elitäre Ordnung der christlichen Welt. In der Welt des frühen Mittelalters pflegten Könige und Bischöfe im engen Verbund eine göttliche Ordnung, in der einfache Menschen und komplexere soziale Verhältnisse fast nicht vorkamen. Das änderte sich nun. Neue Menschen, niedere Adlige, Bewohner von Städten, Handwerker und gelegentlich Bauern, drängten auf die Bühne und machten Ansprüche geltend. Sie machten sich Sorgen um ihr Seelenheil. Und ihre Sorgen beförderten die Reformen Gregors VII. Neue Kräfte beunruhigten die alte Welt.

     

    Unser Literaturtipp:

    Rudolf Schieffer: Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit, München 2010.

     

    Quellenempfehlung:

    Brief Papst Gregors VII. an die deutschen Fürsten (Januar 1077), in: F-J. Schmale/ R. Buchner (Hg.): Quellen zum Investiturstreit 1: Ausgewählte Briefe Papst Gregors VII. (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 12a), Darmstadt 1978, S. 240–243.

    31 min
  • 962: Die Kaiserkrönung Ottos des Großen

    Zum Inhalt: Die Kaiserkrönung Ottos (I.) des Großen in Rom war ein Höhepunkt der Aufstiegsgeschichte der zwangsbekehrten Sachsen, und sie begründete die besondere Rolle des römischen Kaisertums für die deutsche Geschichte. Diese erhielt damit keinen nationalen Fokus, sondern ein Leitbild mit hohem Ansehen und unscharfem Inhalt – mit allen bewegten Folgen.

     

    Unser Literaturtipp:

    Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012.

     

    Quellenempfehlung:

    Adalberts Fortsetzung der Chronik Reginos zu den Jahren 961/962, in: A. Bauer/R. Rau (Hg.): Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 8), Darmstadt 52002, S. 216 f.

    25 min

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Lehrpodcast von Martin Kaufhold & Mathias Kluge (Universität Augsburg).