Was wichtig ist

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Was wichtig ist episodes

  • Dreierkoalition im Umfragetief: „Das größte Risiko der Regierung sind die eigenen Parteien“

    Der Start ins Jahr 2025 war ein turbulenter. Die Neos verließen die Koalitionsverhandlungen mit ÖVP und SPÖ, Karl Nehammer trat als ÖVP-Chef zurück, dann kam Christian Stocker, der Regierungsverhandlungen mit der FPÖ gestartet und später abgebrochen hat. Schließlich wurde es dann doch die erste Dreierkoalition Österreichs. Und seither geht es in den Umfragen vor allem für ÖVP und SPÖ bergab und für die FPÖ weiter bergauf. Wie steht es um die Bundesregierung zehn Monate nach ihrem Amtsantritt?

    Wie läuft die Zusammenarbeit, woran krankt es? Rumort es in der ÖVP, der SPÖ angesichts der Umfragewerte? Die Neos wirken dort zwar konstant, müssen aber dennoch innerparteiliche Konflikte ausfechten. Welche Konsequenzen ziehen die Regierungsparteien? Eine Innenpolitik-Jahresbilanz mit „Presse“-Innenpolitikchef Oliver Pink.

    Gast: Oliver Pink, Innenpolitik-Ressortleiter „Die Presse“

    Host: Klemens Patek
    Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrer

    **Mehr zum Thema: **

    Mit dem Rücken zur Wand: Das Kabinett Stocker I

    So mancher Politiker ist nach wie vor gleicher als gleich

    Die Regierung kommt aus dem Tunnel heraus

    Die Neos, eingezwängt zwischen Realpolitik und Ideologie

    19 min
  • Bernhard Pörksen über unsere Welt im Dauerstress und die Krise der Medien
    "Die Gefahr für Medien ist die Null-Klick-Suche"

    Wir reden in dieser Folge über die existenzielle Krise der Medien, die Macht von Big Tech und die Frage, wie Qualitätsjournalismus in Zeiten von KI-Suche, Null-Klick-Traffic und Plattform-Algorithmen überleben kann. Und ja, es geht auch um Donald Trump. Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen erklärt, warum die vernetzte Onlinegesellschaft „überhitzt“ ist und weshalb Zuhören zur politischen Schlüsselkompetenz wird.

    Gast: Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler, Professor an der Universität Tübingen, Buchautor. Zuletzt erschienen ist: "Zuhören. Die Kunst, sich der Welt zu öffnen", Hanser 2025

    Moderation: Anna Wallner
    Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
    Credits:
    Mehr zum Thema:

    "Letzte Fragen" mit Judith Hecht: "Ich habe nicht intensiv genug zugehört"

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    52 min
  • Krypto-Mord in Wien: Wie gefährlich ist Bitcoin wirklich?

    Kryptowährungen gelten als technisch sicher. Doch mit steigenden Kursen rücken Krypto-Besitzer zunehmend ins Visier von Kriminellen. Nach einem Mordfall in Wien stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist Bitcoin wirklich?

    In dieser Folge von „Was wichtig ist“ spricht Host Anna Wallner mit Beate Lammer, Kryptowährungs- und Bitcoin-Expertin der Presse, über sogenannte „Wrench Attacks“, bei denen Täter mit Gewalt Zugang zu digitalen Vermögenswerten erzwingen.

    Lammer ordnet ein, warum diese Verbrechen trotz ihrer Brutalität Einzelfälle bleiben – und weshalb die größte Gefahr für Krypto-Besitzer ganz woanders liegt: bei Phishing, verlorenen Zugangsdaten und menschlichen Fehlern. Sie sagt: „Wenn etwas komisch wirkt, lieber gar nichts tun. Klicken Sie niemals auf Links – sondern melden Sie sich immer selbst bei der Plattform an.“

    Außerdem zieht sie eine Bilanz des Bitcoin-Jahres 2025 und gibt praktische Sicherheitstipps.

    Gast: Beate Lammer

    Moderation: Anna Wallner
    Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer
    Credits:
    Mehr zum Thema:

    Mord in Wien und anderswo: Mit Mafiamethoden gegen Krypto-Besitzer

    Wurde der Ukrainer für seine Krypto-Wallet ermordet?

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    20 min
  • Wie gut ist Österreich auf Extremwetter vorbereitet?
    ***Redaktionell unabhängig, finanziell unterstützt***

    Starkregen, Überflutungen und Stürme treffen Österreich immer häufiger und oft unvorbereitet. Um lokale Wetterereignisse künftig präziser vorherzusagen, errichtet der Telekommunikationskomplettanbieter Drei ein österreichweit dichtes Netz an Wetterstationen. Rund tausend Messpunkte sollen entstehen und Daten zu Temperatur, Luftdruck, Niederschlag, Wind und Globalstrahlung liefern. „Unser Ziel ist es, das dichteste Netz an Wetterstationen in Österreich zu bauen“, sagt Christian Kohl, Bereichsleiter für Großkunden bei Drei. Gemeinsam mit Meteorologe Jörg Kachelmann und dessen Team entstehe so „die bestmögliche Prognosequalität“.

    Für das Katastrophenmanagement ist diese Entwicklung zentral. „Wenn wir heute über Wetterdaten sprechen, geht es um einen ganz zentralen Baustein der öffentlichen Sicherheit“, betont Christian Resch vom Disaster Competence Network Austria. Exakte Messwerte seien nötig, da Starkregenereignisse häufiger und intensiver auftreten. Resch spricht zudem von einem Wandel hin zu Wirkungsvorhersagen, wobei von Prognosen auf die Einschätzung der Auswirkungen vor Ort geschlossen wird.

    Auch die Versicherungswirtschaft profitiere. „Je mehr Daten es gibt, desto besser“, sagt Gregor Pilgram, CEO der Generali Versicherung. Unwetter veränderten sich, kleinere Ereignisse träten in höherer Frequenz auf. Big Data und KI seien künftig „ein wichtiger Teil unseres Geschäftsmodells“. Genauere Daten ermöglichten präzisere Risikobewertungen und mehr Prävention – auch um steigenden Prämien entgegenzuwirken.

    Neben Katastrophenschutz und Versicherungen profitierten Tourismus, Industrie und Betreiber kritischer Infrastruktur. Besonders relevant sei das sogenannte Nowcasting, kurzfristige Vorhersagen für 15 Minuten bis zwei Stunden. „Damit wird das Katastrophenmanagement flexibler“, sagt Resch. Durch die Kombination verschiedener Datenquellen könnten Einsatzkräfte künftig genau Meter und Minuten vorhersagen, wo und wann Gefahren entstehen – und schneller helfen.

    Drei Österreich

    Dieser Artikel beruht auf einer Medienkooperation mit der „Presse“ und ist mit finanzieller Unterstützung von Drei Österreich entstanden.

    Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier

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    Weitere Diskussionen zum Thema Use Case Insights finden Sie unter www.diepresse.com/usecaseinsights

    20 min
  • Wie verändert Elektrifizierung den Wirtschaftsstandort?
    **redaktionell unabhängig, finanziell unterstützt**

    Für die Energie Steiermark ist die Elektrifizierung mittels erneuerbarer Energien das Gebot der Stunde. Dafür investiert der Energieversorger gemeinsam mit Industriebetrieben bis zum Jahr 2029 insgesamt 3,5 Milliarden Euro. CFO Martin Graf: „Rund zwei Milliarden steuern wir als Energieversorger bei, der Rest stammt aus der Industrie. 3,5 Milliarden Euro in den Jahren 2025 bis 2029 sind nicht nur ein großes Investment, sondern in Wahrheit ein Konjunkturpaket, mit dem wir 16.000 Arbeitsplätze für die Zukunft absichern und neue Jobs schaffen.“ Durch das Investment generiert jeder ausgegebene Euro zudem 90 Cent an Wertschöpfung.

    Um den Energiebedarf der steirischen Industriebetriebe zu ermitteln, wurde eine Studie erstellt, denn die Planung von Netzen und Anlagen zur Produktion von Erneuerbaren braucht Zeit.

    „Deshalb haben wir die Studie Masterplan 1.0 genannt. Er zeigt, dass wir es in einer engen Zusammenarbeit zwischen Industrie und Energiewirtschaft schaffen, einen klaren Fahrplan zu entwickeln und Zeitpunkte zu fixieren, an denen wir Investitionen tätigen müssen“, so Graf. In den kommenden zehn bis 15 Jahren rechnet er mit einer Verdoppelung des Strombedarfs, was gleichzeitig massive Investitionen in Netze und die Energieerzeugung selbst bedingt: „Wir haben aktuell mehr als 50 Windräder im Grenzgebiet zwischen der Steiermark und Kärnten in Bau. Das unterstreicht, dass wir mit grüner Energie die Transformation der Industrie unterstützen.“

    Weshalb die nötigen Investitionen ein Projekt für Generationen sind, wie mehr grüner Strom in den Netzen die Preise sinken lassen wird und wie die Finanzierung der Transformation aussehen soll, erörterte Martin Graf im Gespräch mit „Die Presse“.

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    Die Reformagenda ist eine Kooperation von „Die Presse“ und der Energie Steiermark. Mit finanzieller Unterstützung.

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    31 min
  • Bomben und Stromausfälle: Wie lebt es sich derzeit in Kiew?

    Manchmal tagelang, manchmal stundenlang keinen Strom, der Sound von Generatoren prägt die Stadt: „Presse“-Redakteurin Jutta Sommerbauer hat ein paar Tage in der Ukraine verbracht. Wie geht es den Menschen vor Ort? Wie schaffen sie es, einen normalen Alltag aufrechtzuerhalten? Ist das überhaupt möglich, wenn immer wieder der Strom weg ist?

    Gast: Jutta Sommerbauer, „Die Presse“

    Host: Eva Winroither
    Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger

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    30 min
  • Fiskalrat rügt Regierung: Droht 2026 das nächste Sparpaket?
    Der Fiskalrat rügt die Bundesregierung.

    Gast: Norbert Rief, Economist der "Presse"

    Moderation: Anna Wallner
    Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer
    Mehr zum Thema:
    >>> Fiskalrat fordert neues Sparpaket

    Der Fiskalrat hat den Budgetkurs der Bundesregierung erneut scharf kritisiert. Bei der Präsentation seiner Herbstprognose machten die Schuldenwächter am Montag klar: Die bisherigen Sparpakete und Steuermaßnahmen reichen nicht aus, um das Defizit nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. Laut Fiskalratspräsident Christoph Badelt fehlen bis zu neun Milliarden Euro, um die EU-Vorgaben einzuhalten und die Neuverschuldung dauerhaft unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken.

    Damit widerspricht der Fiskalrat den Annahmen des Finanzministeriums, wonach Österreich spätestens 2028 wieder aus dem EU-Defizitverfahren herauskommen soll. Während die Regierung mit einem deutlichen Rückgang des Defizits rechnet, gehen die Experten auch in den kommenden Jahren von Werten um oder über vier Prozent aus – eine Einschätzung, die sich in der Vergangenheit mehrfach als treffsicher erwiesen hat.

    In dieser Folge von "Was wichtig ist" spricht Host Anna Wallner mit Wirtschaftsredakteur Norbert Rief aus der „Presse“, der bei der Präsentation der Herbstprognose vor Ort war. Er erklärt, warum ein Großteil der Budgetprobleme strukturell und teilweise hausgemacht ist – etwa durch großzügige Krisenhilfen, hohe Förderausgaben und das Ausbleiben umfassender Reformen in Bereichen wie Gesundheit, Pflege und Pensionen.

    Gleichzeitig wird deutlich, warum die politische Umsetzung so schwierig ist. Reformen in diesen sensiblen Bereichen sind unpopulär, während der Fiskalrat als unabhängiges Gremium zwar warnen, aber keine Entscheidungen treffen muss. Die Bundesregierung steht damit vor einer Grundsatzfrage: Entweder sie schnürt ein weiteres Sparpaket – oder sie versucht, im laufenden EU-Defizitverfahren eine Fristverlängerung zu erwirken und den Spardruck zu strecken.

    Was bedeutet das konkret für das Jahr 2026? Müssen sich die Österreicherinnen und Österreicher auf neue Einschnitte einstellen – oder wird das Sparen erneut vertagt? Diese Episode ordnet ein, wie realistisch die Szenarien sind und welche politischen Entscheidungen nun anstehen.

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    18 min
  • Österreichs Stromnetz vor großen Aufgaben
    **redaktionell unabhängig, finanziell unterstützt**

    Gerhard Christiner ist Vorstandssprecher von Austrian Power Grid APG, Österreichs größtem überregionalem Stromnetzbetreiber mit rund 7.000 Kilometern an Stromleitungen. Deshalb ist er täglich mit den Herausforderungen konfrontiert, die der Umstieg auf erneuerbare Energien – wie den Ausbau des Stromnetzes, die Speicherung von Erneuerbaren und den Stromaustausch mit dem Ausland – mit sich bringt.  Mit Michael Köttritsch, „Die Presse“, beleuchtet Christiner den Zustand des heimischen Stromsystems und welche Herausforderungen die Transformation zu einem ausschließlich erneuerbaren Energiesystems mit sich bringt.

    „Die energiewirtschaftliche Lage hat sich in den vergangenen Jahren sehr heterogen entwickelt und die energiepolitische Lage ist definitiv angespannt“, beschreibt Christiner den Ist-Zustand. „In Österreich übertrifft der rasche Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung inzwischen die Fähigkeit der Netze, Strom dorthin zu bringen, wo er gebraucht, wird“. Einschränkungen der Erzeugung, Netzengpässe und lange Warteschlangen für Netzanschlüsse kosten heute schon Millionen Euro pro Jahr und belasten die Stromkunden. Ohne entschlossenes Handeln beim Netzausbau werden diese Kosten steigen.

    Wir brauchen einen anderen, ganzheitlichen Planungsansatz – einen, der das Wachstum der Erneuerbaren voraussieht und den Ausbau des Netzes und der Speicher ganzheitlich koordiniert. Nur damit kann die Transformation auch kosteneffizient gestaltet werden.

    Den Ausbau der Erneuerbaren sieht Christiner auf einem guten Weg, doch ein Stromsystem besteht aus mehr als nur Kraftwerken – Österreichs Netze sind zu schwach, Batteriespeicher fehlen und Strompreise gehen zu Zeiten hoher PV-Einspeisung zunehmend ins Negative. Deshalb fordert er ein leistungsfähig ausgebautes österreichisches Stromnetz, das in alle Richtungen durchlässig ist. Die Grundlagen für Beschleunigungsmaßnahmen wurden seitens der Europäischen Union mit der RED III-Direktive (Renewable Energy Directive, Anm.) geschaffen, sie müssen nun zeitnah in ein nationales Gesetz überführt werden.

    Weshalb Gerhard Christiner einen Blackout wie in Spanien in Österreich für unwahrscheinlich hält, wie viel der Netzausbau kostet und was die Netzdienlichkeit mit Strompreisen zu tun hat, besprach der APG-CEO im Interview.

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    Die Reformagenda ist eine Kooperation von der „Presse“ und Austrian Power Grid. Mit finanzieller Unterstützung.

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    18 min
  • Welche Zukunft hat SOS Kinderdorf, Friedrich Santner?
    Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich Santner im Gespräch

    Gast: Friedrich Santner, Aufsichtsratsvorsitzender von SOS Kinderdorf, Industriemanager (Anton Parr)

    Moderation: Anna Wallner
    Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
    Mehr zum Thema:

    SOS Kinderdorf Österreich befindet sich in der schwersten Krise seiner Geschichte. Nach Berichten über Gewalt und sexuellen Missbrauch in mehreren Einrichtungen, nach Vorwürfen gegen ehemalige Verantwortungsträger und nach einer jahrelangen Kultur des Schweigens steht eine Organisation unter Druck, die in Österreich wie kaum eine andere für Schutz, Fürsorge und Kindheit steht. Die Frage ist nicht mehr, ob sich etwas ändern muss, sondern wie Aufarbeitung gelingen kann – und ob Vertrauen wiederherstellbar ist.

    Im Podcast „Was wichtig ist“ spricht erstmals ausführlich Friedrich Santner, seit 20. November neuer Aufsichtsratsvorsitzender von SOS Kinderdorf Österreich darüber. Der Industriemanager (Vorstandsvorsitzender Anton Paar Group AG) ist selbst im Kärntner SOS Kinderdorf Moosburg aufgewachsen und hat viele gute Erinnerungen an seine Kindheit. Santner beschreibt eine Organisation, die durch die Berichterstattung „aus den Angeln gehoben“ worden sei. Führungskräfte hätten sich monatelang fast ausschließlich mit der Krise beschäftigen müssen – mit Folgen für den Alltag in den Einrichtungen. Sein erstes Ziel sei es daher gewesen, „für die 1800 Kinder und Jugendlichen wieder Ruhe herzustellen“ und die Krise so weit wie möglich von der täglichen pädagogischen Arbeit zu trennen. Denn diese Kinder seien nicht verantwortlich für das, was in der Vergangenheit geschehen ist.
    Zugleich macht Santner klar, dass Aufarbeitung ohne Ausflüchte stattfinden müsse. Einer der zentralen Sätze des Gesprächs lautet: „Wenn man die Geschäftsführung innehat, ist man für das, was passiert, verantwortlich – auch dann, wenn man es nicht gewusst hat.“ Verantwortung, so Santner, beginne nicht erst beim persönlichen Fehlverhalten, sondern bei Strukturen, Entscheidungen – und beim Wegsehen.
    Besonders sensibel ist der Umgang mit Betroffenen. Viele der bekannt gewordenen Fälle liegen Jahrzehnte zurück, strafrechtlich lässt sich vieles nicht mehr klären. Für Santner ist das kein Argument für Relativierung. „Auch wenn man etwas nicht beweisen kann: Wenn Opfer es so erlebt haben, dann muss man das ernst nehmen.“ Anerkennung, Zuhören und Zugang zu therapeutischer Hilfe seien wichtiger als finanzielle Entschädigungen, die das Erlebte ohnehin nicht aufwiegen könnten.
    „Alles auf eine Person zu konzentrieren, war ein Fehler“
    Im Gespräch geht es auch um die Rolle früherer Leitfiguren wie Gründer Hermann Gmeiner (1919-1986) und dessen Nachfolger Helmut Kutin (1941-2024). Santner zeichnet ein differenziertes Bild: Er widerspricht einer pauschalen Dämonisierung, spricht aber offen über patriarchale Strukturen, Machtkonzentration und versäumte Professionalisierung. „Alles auf eine Person zu konzentrieren“, sagt er rückblickend, sei ein Fehler gewesen.
    Klar ist für Santner, dass sich SOS Kinderdorf strukturell verändern muss. Pädagogik müsse „an oberster Stelle verankert“ werden, Compliance-Regeln verschärft, Transparenz erhöht werden. Alle Einrichtungen sollen einer systematischen Risikoanalyse unterzogen werden, neue Betreuungskonzepte stärker an den individuellen Bedürfnissen der Kinder ausgerichtet sein. Eine unabhängige Reformkommission arbeitet an der historischen Aufarbeitung; ein erster Bericht wird für 2026 erwartet.
    „Eine Umbenennung wäre das falsche Signal“
    Auch die Zukunft der Organisation selbst ist Thema. Trotz Suspendierung durch die internationale Dachorganisation sieht Santner SOS Kinderdorf Österreich nicht existenziell bedroht. Die Betreuung der Kinder sei staatlich finanziert, die Arbeit gehe weiter. Eine Umbenennung lehnt er ab: „Das wäre das falsche Signal.“ Es gehe darum, zur eigenen Geschichte zu stehen – mit allem Guten, aber auch mit dem, „was nie hätte passieren dürfen“.

    Die Gesundheitsminute: Der Spot zum Thema "Tinitus" wurde finanziert von Neuroth.

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    46 min
  • ÖBB und Westbahn auf neuer Südstrecke: Wer profitiert vom neuen Fahrplan, wer muss umsteigen?

    Der zweite Sonntag im Dezember bringt traditionell in ganz Europa einen neuen Fahrplan für den Schienenverkehr. In Österreich wird ohne Übertreibung eine neue Ära eingeläutet: Die neue Koralmbahn samt 30 Kilometer langem Koralmtunnel verbindet Graz und Klagenfurt in Rekordtempo und ermöglicht eine neue Taktung auf der Südbahn, wo die meisten Fernverkehrszüge nun nach ihrem Stopp in Graz über die neue Strecke weiter nach Klagenfurt und Villach fahren.

    Mit einem Schlag gibt es schnelle Zugverbindungen zwischen Regionen, die sich zuvor kaum als benachbart bezeichnet hätten. Teresa Wirth aus dem „Presse“-Chronikressort war auf der steirischen Seite rund um den neuen Bahnhof Weststeiermark unterwegs und erzählt im Podcast von den Wünschen und Hoffnungen der Menschen in der Region.

    Andere Strecken, wie jene von Bruck an der Mur über Leoben nach Klagenfurt, wo die Südstrecke derzeit verläuft, verlieren an Bedeutung. Um von Leoben nach Wien zu kommen, muss man künftig (zwei Züge ausgenommen) in Bruck an der Mur umsteigen. Die ÖBB versucht mit Interregio-Verbindungen eine Taktung zwischen den Landeshauptstadt-Regionen abseits der West- und neuen Südbahn aufzuwerten. In Wiener Neustadt fahren erstmals seit ein paar Jahren wieder Züge ohne Halt durch und die Westbahn mischt bald auch in Richtung Süden mit. Es gibt viel zu besprechen.

    Gast: Teresa Wirth, „Presse“-Journalistin im Chronik-Ressort

    Host: Klemens Patek
    Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger

    Mehr zum Thema:

    Westbahn auf Südstrecke: Nicht schneller, aber mehr Halte als ÖBB

    Eine Rosine für das Stiefkind der Bahn in der „ZiB 2“

    Die ÖBB-Überblicksseite zum neuen Fahrplan

    Alle Infos zur Eröffnung der Koralmbahn am Freitag, 12. Dezember

    Alle Texte von "Presse"-Chronikjournalistin Teresa Wirth

    Alle Texte von "Presse"-Wirtschaftsjournalistin Melanie Klug

    14 min

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Der Nachrichten-Podcast der Tageszeitung "Die Presse" erscheint wochentags Montag bis Freitag und zu besonderen Anlässen wie an Wahlsonntagen auch zwischendurch. Die Redaktion der "Presse" sagt, was wichtig ist und nimmt Sie mit auf Recherche und zu spannenden Gesprächspartnern.

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